Vorteile digitale Kundendaten

Digitalisierung von Kundendaten (Teil 2): Diese 3 Risiken lauern auf Sie beim Unternehmensverkauf

Erst kürzlich habe ich meinen Blogbeitrag zur Digitalisierung von Kundendaten: Diese 3 Vorteile beschert es beim Unternehmensverkauf für Sie veröffentlicht.

Wie so oft im Leben eines Unternehmers, gibt es auch bei diesem Thema eine Schattenseite. Gerade der Umgang mit persönlichen Daten ist eine heikle Angelegenheit, der einige Risiken für Sie bereit halten kann.

Welche 3 Risiken im Umgang mit digitalen Kundendaten, speziell beim Unternehmensverkauf, auf Sie lauern können, habe ich hier für Sie zusammengefasst.

Risiko Nr. 1: Daten nicht richtig nach DSGVO gesichert

Wie genau Sie Ihre Kundendaten schützen, bleibt Ihnen selbst überlassen. Die Datenschutz-Grundverordnung (kurz DSGVO) beschreibt hierzu die Rechte Ihrer Kunden in Bezug auf den Umgang mit ihren persönlichen Daten. Die DSGVO bewahrt so gesehen natürliche Personen vor dem Missbrauch ihrer persönlichen Daten.

Die DSGVO sagt, wenn Sie als Unternehmer persönliche Kundendaten verarbeiten, hat Ihr Kunde Recht auf:

  • Information und Auskunft: Sie müssen als Unternehmer Ihren Kunden darüber informieren, was Sie mit seinen Daten machen und wie Sie sie speichern und ordnen.
  • Löschung: Sie müssen auf Wunsch Ihres Kunden seine Daten Löschen und dürfen sie für keine weitere Verarbeitung mehr verwenden.
  • Einschränkung der Verarbeitung: Der Kunde kann bestimmen, wie weit seine persönlichen Daten von Ihnen verarbeitet werden dürfen.
  • Datenübertragbarkeit: Bedeutet, dass Ihr Kunde seine Daten für seine eigenen Zwecke oder zur Weiterverarbeitung durch verschiedenste Dienste verwenden kann.
  • Berichtigung: Ihr Kunde muss seine Daten jederzeit ändern lassen können (z.B. bei Umzug, Änderung der Telefonnummer usw.)
  • Widerspruch: Ihr Kunde muss die Verwendung seiner persönlichen Daten durch Sie und Ihr Unternehmen jederzeit widerrufen können.

Doch sehen Sie es positiv: Die Energie, die Sie in den Schutz des Datenbestands von persönlichen Kundendaten verwenden, bringt gleichzeitig eine verbesserte Organisationsstruktur für Ihr Unternehmen mit sich. Das wird sich beim Verkauf direkt positiv auf den Preis auswirken.

Risiko Nr. 2: Müssen Sie einen Datenschutzbeauftragten nennen?

Ob Sie einen Datenschutzbeauftragten benennen müssen, hängt ab von Ausmaß, Art und Verarbeitung der personenbezogenen Daten Ihrer Kunden.

Es gibt 4 Gründe für einen Datenschutzbeauftragten:

  1. Wenn zum Beispiel mehr als 10 Mitarbeiter regelmäßig (digitalisierte) Kundendaten erheben und nutzen, braucht Ihr Unternehmen einen Datenschutzbeauftragten.
  2. Wenn Ihr Unternehmen mit besonders heiklen persönlichen Daten arbeitet, müssen Sie nachweisen, dass es bei Ihnen einen Datenschutzbeauftragten gibt. Das können Daten sein, die Auskunft geben über: Die Rasse eines Kunden oder seine Religion, Ethnie, Gesundheit, Sexualleben.
  3. Ihr braucht einen Datenschutzbeauftragten, wenn die Kerntätigkeit Ihres Unternehmens in der Verarbeitung von personenbezogenen Daten liegt. Das heißt, wenn Sie persönliche Daten erheben und diese dann für Ihre Geschäftszwecke verwenden.
  4. Sollte Ihr Unternehmen ISO 9001 zertifiziert sein, müssen Sie für die Aufrechterhaltung der Zertifizierung einen Datenschutzbeauftragten innerhalb des Unternehmens ernennen.

Die ISO 9001 ist eine Qualitätsmanagement-Norm, die einzelne Produktionsschritte in einem Unternehmen sicherstellt. Vereinfacht ausgedrückt ist die ISO 9001 eine Bedienungsanleitung für ein Unternehmen. So können einzelne Prozess- und Arbeitsschritte optimiert werden und Unternehmen können intelligenter und effizienter arbeiten. Das führt unmittelbar zu einer Steigerung Ihres Unternehmenswerts und somit zu einem höheren Verkaufspreis.

Risiko Nr. 3: Sie haben sich vertraglich schlecht abgesichert.

Wissen Sie, dass auch die Haftung auf den Umgang mit Kundendaten beim Unternehmensverkauf vertraglich ausformuliert werden muss?

Grundsätzlich haften Sie für den gesetzeskonformen Umgang mit Ihren Kundendaten auch noch 5 Jahre im Nachhinein. Es reicht nicht das Unternehmen zu verkaufen – Sie müssen den Kopf hin halten, wenn in den letzten 5 Jahren vor dem Verkauf mit den digitalen Kundendaten nicht rechtmäßig in Ihrem Unternehmen umgegangen wurde.

Sie fragen sich, was nach dem Kauf geschieht?

Als gewissenhafter Unternehmer achten Sie darauf im Kaufvertrag eine eigene Klausel einzufügen, in der sich der Käufer dazu verpflichtet, Ihre Kundendaten in Zukunft nach den geltenden Datenschutzgesetzen zu behandeln. Sie können dann zwar nicht mehr in Haftung gezogen werden, stellen so aber den Schutz der Daten Ihrer Kunden weiterhin sicher.

Fazit: Datenschutz zum Vorteil Ihrer Kunden – und steigert den Unternehmenswert

Generell gilt: Die persönlichen Daten Ihrer Kunden müssen geschützt werden – egal, ob digital oder analog.

Dafür gibt es verschiedene Vorschriften und Regeln, die speziell auf digitalem Wege mit sehr sicheren Mittel erfüllt werden können. Wenn Sie darauf achten, mit den 3 genannten Risiken richtig umzugehen, erfüllen Sie nicht nur Ihre Pflicht als Unternehmer, sondern können gleichzeitig den Wert Ihres Unternehmens steigern.

Sollten Sie zu diesem Thema noch Fragen an mich haben oder hätten gerne eine persönliche Beratung dazu, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren (hier klicken!).

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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