Erbschaftssteuer optimieren

Erbschaftssteuer optimieren: Vermögen richtig definieren und Tausende Euro sparen

Sie denken schon an Ihren Nachlass und möchten bald mit den Planungen beginnen? Dabei möchten Sie schlau vorgehen und die Erbschaftssteuer-Zahlungen für Ihre Nachkommen möglichst gering halten?

Das ist mehr als verständlich. Denn wenn Sie nicht vorausplanen, kann die Erbschaftssteuer schon mal Zehntausende Euro betragen. Gehen Sie allerdings schlau vor, können Sie Ihr zu versteuerndes Vermögen durch einen Verschonungsabschlag mindern und so die Steuerlast für Ihre Nachkommen um Tausende Euro reduzieren.

Um diesen Verschonungsabschlag für einen möglichst großen Teil Ihres Vermögens nutzen zu können, müssen Sie aber zuerst wissen, welche Voraussetzungen Sie dazu erfüllen müssen. Genau hier möchte ich mit diesem Artikel ansetzen.

Ich erkläre Ihnen, wann Sie Verschonungsabschläge bei Vermögensgegenständen in Anspruch nehmen können und wie ein solches Vorgehen in der Praxis aussehen könnte.

Einen pauschalen Leitfaden kann ich Ihnen hier aber leider nicht in die Hand geben. Denn wie Sie in Ihrem konkreten Fall am besten vorgehen, hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab.

Verschonungsabschlag nutzen: Der Unterschied zwischen begünstigtem Vermögen und Verwaltungsvermögen

Bei der Erbschaftssteuer wird grundsätzlich zwischen begünstigtem Vermögen und Verwaltungsvermögen unterschieden.

Diese Einteilung ist ausschlaggebend für die Verwendung des Verschonungsabschlags. Denn dieser Abschlag darf nur für begünstigtes Vermögen angewandt werden.

Der Verschonungsabschlag reduziert den zu versteuernden Teil Ihres Vermögens – In der Regel beträgt dieser 85%. Das heißt, dass nur 15% Ihres begünstigten Vermögens auch im Rahmen einer Erbschaft besteuert wird.

Für das Verwaltungsvermögen gibt es allerdings keinen solchen Verschonungsabschlag. Hier wird wirklich Ihr gesamtes Verwaltungsvermögen besteuert.

Das heißt für Sie: Ein möglichst großer Teil Ihres Vermögens sollte begünstigtes Vermögen sein. Denn nur so profitieren Sie vom Verschonungsabschlag.

Welches Vermögen vom Staat grundsätzlich als begünstigtes Vermögen und welches als Verwaltungsvermögen gesehen wird, können Sie hier nachlesen: https://www.steuertipps.de/gesetze/erbschaftsteuer-schenkungsteuer-erbstg/13b-beguenstigtes-vermoegen

Durch eine gute steuerliche Beratung und ein sauberes gesellschaftliches Konstrukt haben Sie aber manchmal etwas Spielraum. Mit geschickter Definition Ihres Vermögens können sie den Verschonungsabschlag für verschiedene Vermögensgegenstände nutzen. Dadurch kann sich die Steuerlast Ihrer Erben um Tausende Euro reduzieren. Was das genau bedeutet erkläre ich Ihnen im nächsten Absatz.

Wie definiere ich mein Vermögen bei der Erbschaftssteuer richtig?

Eines gleich vorweg: Hier sollten Sie sich immer Hilfe von einem Steuerberater holen. Denn um Ihr Vermögen richtig zu definieren, muss sich ein Experte eingehend mit Ihrer Situation auseinandersetzen.

Damit Sie dann besser verstehen, wovon ein Steuerberater dann spricht, möchte ich es Ihnen kurz erklären. Wie eine steuerlich schlaue Definition in der Praxis aussehen könnte, stelle ich Ihnen hier in 3 Beispielen vor:

1. Unternehmensoptimierung bei speziellem Vermögen

Besitzen Sie zum Beispiel mehrere Oldtimer. Diese stellen ein Vermögen dar, das steuerlich nicht begünstigt ist. Sie können also für den Wert Ihrer Autos die Freibeträge nicht nutzen.

Gründen Sie aber eine Gesellschaft als Museum und überlassen Sie dieser Gesellschaft Ihre Autos, ist der Wert Ihrer Oldtimer steuerlich begünstigt.

Das selbe Beispiel wäre auch bei einer Kunstsammlung, Münzen, Briefmarken oder ähnlichem denkbar.

2. Anteile an Kapitalgesellschaften erhöhen

Anteile an einer Kapitalgesellschaft, also zum Beispiel einer GmbH, können auch zum begünstigten Vermögen zählen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die vererbten Anteile mindestens 25% des Nennkapitals der GmbH betragen.

Halten Sie weniger als 25%, zählt dieses Vermögen als Verwaltungsvermögen und Sie können die Freibeträge nicht nutzen.

Aus erbschaftssteuerlicher Sicht kann es also Sinn machen, Ihren Anteil an einer GmbH auf 25% oder mehr zu erhöhen. Das wäre zum beispielsweise vernünftig, wenn Sie bereits 20% halten.

3. Selbst genutztes Betriebsgebäude vs. vermietete Betriebsräume

Für die Erbschaftssteuer macht es einen Unterschied, ob Sie Ihre Gebäude selbst nutzen oder ob Sie diese vermieten.

Denn wenn Sie Ihr Betriebsgebäude selbst nutzen, zählt dieses Gebäude zum begünstigtem Vermögen. Damit können Sie die entsprechenden Freibeträge nutzen.

Vermieten Sie Ihr Gebäude jedoch an Dritte, zählt dieses Gebäude zum Verwaltungsvermögen und Sie können die Freibeträge nicht nutzen.

Aus der rein erbschaftsteuerlichen Perspektive wäre es also besser, Ihre Gebäude selbst zu nutzen.

Früh mit der Erbschaftssteuer-Planung beginnen und laufend optimieren

Alle 3 obigen Beispiele eint vor allem eine Sache: Die lange Zeit, die für eine saubere und gesetzeskonforme Umsetzung benötigt wird. Unternehmensumwandlungen oder -optimierungen müssen Jahre im Voraus geplant und durchgeführt werden.

Starten Sie zu spät, haben Sie nicht mehr genug Zeit, um diese Punkte auch umzusetzen. Deshalb müssen Sie unbedingt mehrere Jahre, im Idealfall sogar Jahrzehnte, im Voraus mit den Planungen beginnen.

Nachdem Sie alles geplant und Ihr Vermögen richtig definiert haben, ist es außerdem wichtig, Gesetzesänderungen bei der Erbschaftssteuer genau zu beobachten. Spätestens alle 5 Jahre sollten Sie sich die aktuelle Gesetzeslage bei der Erbschaftssteuer genau ansehen und gegebenenfalls Ihre Strategie optimieren.

Denn durch Gesetzesänderungen kann es passieren, dass Sie gewisse Sachen ändern oder umstrukturieren müssen. Damit es zu keinem bösen Erwachen kommt, müssen Sie also immer am Ball bleiben.

Idealerweise sollten Sie auch hier auf einen erfahrenen Steuerberater setzen. Nur er weiß wirklich, wie sich eine Gesetzesänderung konkret auswirkt und ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Fazit: Rechtzeitig vorausplanen, Vermögen richtig definieren und Tausende Euro an Erbschaftssteuer sparen

Um den attraktiven Verschonungsabschlag für möglichst viele Vermögensgegenstände nutzen zu können, müssen Sie Ihr Vermögen richtig definieren. Wie das in der Praxis aussehen kann, habe ich Ihnen in diesem Beitrag anhand von 3 praktischen Beispielen erklärt.

Wie Sie persönlich am besten vorgehen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und kann nur von einem Steuerberater beurteilt werden. Wichtig ist jedoch immer, dass Sie schon mehrere Jahre im Voraus mit den Planungen beginnen, damit Ihnen auch noch genug Zeit für die Umsetzung bleibt.

Sie haben noch weitere Fragen zur Erbschaftssteuer? Dann sollten Sie diese so früh wie möglich von einem Experten beantworten lassen.

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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