Erbschaftssteuer sparen

Erbschaftssteuer sparen: Wie Sie Ihrem Nachfolger den Weg ebnen können

Welcher Unternehmer wünscht sich nicht, dass vielleicht einmal eines der eigenen Kinder den Betrieb übernimmt?

Damit Ihr Nachkomme ohne unnötig hohe Steuerlast in Ihre unternehmerischen Fußstapfen treten kann, sollten Sie rechtzeitig an die Planung Ihrer Nachfolge denken.

Die meisten Angelegenheiten müssen schon im Vorfeld geregelt werden. Ihre Erben verlieren sonst bares Geld.

In diesem Blogbeitrag verrate ich Ihnen, in welchen Bereichen Sie Ihrem Erben die Erbschaftssteuer aus dem Weg räumen können.

Erbschaftssteuer ist nicht gleich Einkommensteuer

Bevor ich Ihnen verrate, wie Sie Ihrem Nachfolger helfen können Erbschaftssteuer zu sparen, sollten wir eine Verständnisfrage klären:

Wissen Sie, dass die Erbschaftssteuer nicht nach den gleichen Kriterien bemessen wird, wie die Einkommensteuer?

Hier gilt für Sie als Unternehmer:

Alles, was körper- oder einkommensteuerlich als Betriebsvermögen definiert ist, ist nicht gleich Betriebsvermögen im erbschaftssteuerlichen Sinn. Hier sprechen wir von so genanntem begünstigtem Vermögen und darauf wird eventuell keine Erbschaftssteuer erhoben. Nämlich dann, wenn es unter den extrem hohen sachlichen Freibetrag liegt.

Dazu gleich mehr, aber zuerst muss ich Ihnen erklären, was unter begünstigtes Vermögen fallen kann.

Begünstigtes Vermögen ist alles, was für die Erzielung Ihrer Umsätze im Unternehmen notwendig ist. Genauer gesagt: Der Wert, der sich aus dem Nutzen von Betriebsstätte, Mitarbeitern, Produktionsmaschinen usw. ergibt.

Das heißt, nicht ihr gesamtes in der Bilanz abgebildetes Vermögen ist per Se erbschaftsteuerlich begünstigtes Vermögen. Diese muss ermittelt werden.

Soweit Sie begünstigtes Vermögen haben, werden davon nur 0% (auf Antrag) bis 15% (Regel-Freibetrag) als Vermögenszuwachs genommen.

Der nicht als begünstigtes Vermögen ermittelte Teil ist nicht begünstigt und wird ungeschmälert als geerbt oder geschenkt angesehen.

Ist der Wert des nach Abzug des sachlichen Freibetrags für begünstigtes Vermögen zuzüglich des Werts des nicht-begünstigten Vermögens mehr als die persönlichen Freibeträge, fällt die Erbschaftssteuer an, obwohl Sie einkommen- oder körperschaftssteuerliches Betriebsvermögen haben.

Wie Sie die Steuerlast für Ihren Erben verringern

Um die Steuerlast für Ihren Unternehmenserben so gering wie möglich zu halten, haben Sie verschiedene Möglichkeiten.

Wichtig ist: Diese Dinge müssen Sie rechtzeitig erledigen.

1. Unternehmensoptimierung

Ein Weg Ihrem Nachkommen beim Steuern sparen zu helfen, ist die Optimierung Ihrer Vermögenswerte.

Angenommen Sie haben zu Lebzeiten eine größere Summe in eine Kunstsammlung investiert. Vermögensgegenstände wie Kunstwerke sind von der Erbschaftssteuer nicht begünstigt. Wenn Sie aber eine Gesellschaft als Museum gründen würden, wäre diese begünstigt.

Das müssten Sie allerdings vor Ihrem Todesfall erledigen. Im Nachhinein können Ihre Erben keine Optimierung mehr vornehmen.

Wenn Sie rechtzeitig daran denken, können Sie solche Optimierungen in vielen Vermögensbereichen Ihres Unternehmens vornehmen.

2. Unternehmensumwandlung

Falls Sie Anteile an einer Kapitalgesellschaft vererben, wäre es gut, wenn Sie mindestens 25% der Firmenanteile halten. Denn bei Kapitalgesellschaften gilt: Gesellschaftsanteile von 25% und weniger zählen nie zum begünstigten Betriebsvermögen.

Doch beachten Sie die Sperrfristen. Sie können in Deutschland nicht beliebig oft Ihre Unternehmensform wechseln. Falls Sie in den letzten Jahren die Rechtsform für Ihr Unternehmen verändert haben, müssen Sie je nach Unternehmensart mit Sperrfristen von 3-7 Jahren rechnen.

3. Schenkung

Steuerrechtlich gesehen, ist eine Schenkung ein Erbe zu Lebzeiten. Das deutsche Recht behandelt Schenkungs- und Erbschaftssteuer gleich.

In Bezug auf die persönlichen Steuerfreibeträge sollte Ihnen und Ihrem Nachfolger doch ein wesentlicher Unterschied klar sein:

Den persönlichen Steuerfreibetrag auf die Erbschaftssteuer kann Ihr Nachfolger nur ein einziges Mal erhalten.

Den persönlichen Steuerfreibetrag auf die Schenkungssteuer kann Ihre Nachfolger alle 10 Jahre aufs Neue bekommen.

Je näher Schenker und Beschenkter miteinander verwandt sind, desto höher ist der Freibetrag. So könnten Eheleute einen persönlichen Steuerfreibetrag bis 500.000 € ausnutzen. Kinder und Stiefkinder könnten bei Schenkung alle 10 Jahre einen persönlichen Steuerfreibetrag bis 400.000 € erhalten.

Deswegen wäre es doch eine Überlegung wert, einzelne Teile Ihres Unternehmens „häppchenweise“ schon vor Ihrem Ausscheiden an Ihren Nachfolger zu verschenken.

Fazit: Wenn Sie in Jahrzehnten denken, spart Ihr Erbe am Meisten

Sie wünschen sich, dass Ihr Unternehmen nach Ihrer Zeit noch immer erfolgreich weiterexistiert?

Damit Ihr Unternehmenserbe Ihnen diesen Wunsch erfüllen kann, sollten Sie Ihm noch zu Lebzeiten unter die Arme greifen. Gerade bei der Erbschaftssteuer können Sie gemeinsam Maßnahmen ergreifen, damit diese so gering wie nötig ausfällt.

Das können Sie nur mit einer vernünftigen Nachfolgeplanung gewährleisten.

Sie haben noch weitere Fragen zur Nachfolgeplanung und Erbschaftssteuer? Wie Sie in den verschiedenen Möglichkeiten gelesen haben, sollten Sie Ihr Erbe sogar in Jahrzehnten denken.

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zuzukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

 

Foto: © denisismagilov – stock.adobe.com