Massnahmen gegen Insolvenz

Firmen-Prophylaxe: Diese 3 Maßnahmen schützen „gesunde“ Unternehmen langfristig vor einer Insolvenz

Ihr Unternehmen steht finanziell gut da? Sie fragen sich, warum Sie sich überhaupt mit Maßnahmen zur Insolvenz-Vermeidung beschäftigen sollten?

Diese Frage ist durchaus berechtigt. Aus meiner 20-jährigen Erfahrung als Steuerberater kann ich Ihnen aber sagen:  Es macht auch für „gesunde“ Unternehmen Sinn, sich mit Insolvenzgründen und effektiven Gegenmaßnahmen zu beschäftigen.

So kann man frühzeitig kleine Fehler bei den eigenen Arbeitsabläufen aufdecken und Sie schnell ausbessern. Langfristig wird Schlimmeres verhindert.

Die Infos aus diesem Beitrag sind also mit einer Prophylaxe beim Zahnarzt vergleichbar.

Ich gebe Ihnen die benötigten „Werkzeuge“ in die Hand, damit Sie selbst vorbeugende Maßnahmen ergreifen und Probleme schon in der Entstehung bekämpfen können.

In diesem Beitrag erfahren Sie, was die häufigsten Insolvenz-Gründe sind, wie Sie erkennen, dass eine Insolvenz kurz bevorsteht und mit welchen 3 Maßnahmen eine Insolvenz aktiv vermieden werden kann.

Das sind die häufigsten Insolvenz-Gründe in Unternehmen

Falscher Umgang mit den Gewinnen: Viele Unternehmer wissen nicht, wie sie mit Gewinnen richtig umgehen. Das trifft besonders dann zu, wenn keine detaillierten Planungen zu Beginn des Geschäftsjahres gemacht wurden.

Die Gewinne kommen dann überraschend und werden oft falsch verwendet.

Unausgewogene Finanzierung: Ist Ihr Unternehmen mit zu hohen Krediten belastet, kann das eine Gefahr für Sie sein. Denn können Sie offene Raten nicht mehr zahlen, steht Ihr Unternehmen vor dem Abgrund.

Eine unausgewogene Finanzierung gleicht also einem Drahtseilakt. Solange das Geschäft läuft, ist alles gut. Nehmen Sie allerdings über längere Zeit wenig ein, können Sie schnell in Schwierigkeiten geraten.

Steuerprüfungen: Manchmal kann schon eine einzige Steuerprüfung fatale Folgen für ein Unternehmen haben. Es kann beispielsweise festgestellt werden, dass das Unternehmens-Konstrukt rechtswidrig ist.

In diesem Fall müssen Sie Ihr Unternehmen wahrscheinlich Umwandeln und neu organisieren. Die Kosten für Steuerberater, Anwälte und die Umwandlung belaufen sich dann in der Regel auf mehrere tausend Euro.

Diese Liste ist keineswegs vollständig und lässt sich noch erweitern.

Einige weitere häufige Insolvenzgründe habe ich bereits in einem früheren Blogbeitrag beschrieben. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/diese-5-insolvenzgruende-koennen-jeden-unternehmer-treffen-wie-sie-sich-schuetzen/

So erkennen Sie, dass eine Insolvenz in Ihrem Unternehmen kurz bevor steht

Das klarste Zeichen ist sicherlich, dass sich Budget-Löcher immer schwerer „stopfen“ lassen. Kommt eine unerwartete Ausgabe auf Sie zu, müssen Sie schon an mehreren „Schrauben“ drehen, damit sich alles irgendwie ausgeht.

Diese Situation entpuppt sich oft als Teufelskreis. Kaum haben Sie ein Loch gestopft tut sich schon die nächste Baustelle auf. Ohne zusätzliche Geldspritze oder eine große wirtschaftliche Steigerung kommen Sie aus dieser Misere kaum aus eigener Kraft heraus.

Lässt sich in weiterer Folge eine Insolvenz nicht mehr abwenden, dürfen Sie die Meldung darüber auf keinen Fall länger hinauszögern.

Denn wenn Sie die Insolvenzreife Ihres Unternehmens länger als 3 Wochen verschweigen, machen Sie sich strafbar. Dann handelt es sich nämlich um eine Insolvenzverschleppung.

Was eine Insolvenzverschleppung genau ist und welche Strafen Geschäftsführern drohen, können Sie in einem eigenen Blogbeitrag nachlesen. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/geschaeftsfuehrer-gefahren-teil-1-insolvenzverschleppung/

Durch diese 3 Maßnahmen können Sie eine Insolvenz aktiv vermeiden

Dass es gar nicht erst zu dem oben beschriebenen Horror-Szenario kommt, können Sie mit 3 effektiven Maßnahmen verhindern. Denn fast alle Insolvenzen passieren schleichend und durch langjähriges Missmanagement.

Damit sich dieser Schlendrian erst gar nicht einschleichen kann, sollten Sie deshalb immer:

Budgets erstellen

Das Budget ist die Planung der wahrscheinlichen Einnahmen und Ausgaben für ein Geschäftsjahr. Haben Sie ein genaues Budget festgelegt, sind viele Ausgaben bereits genau geplant. Dadurch ist es für fast alle Unternehmer leichter, diszipliniert vorzugehen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Sie legen im Vorhinein Ihre Ziele fest und im Budget werden die Mittel festgelegt, die zum Erreichen der Ziele benötigt werden.

Halbjahresbilanzen machen

Eine Halbjahresbilanz ist eine Bilanz zur Hälfte des Geschäftsjahres. Damit sehen Sie schon frühzeitig, wo Sie wirtschaftlich stehen und ob Sie eventuell in der zweiten Jahreshälfte gegensteuern müssen.

Eine Halbjahresbilanz erleichtert deshalb die Unternehmensplanung und kann auch als Tool zur Steuergestaltung verwendet werden. Denn Sie sehen, ob Sie nötige Investitionen vorziehen oder ins nächste Geschäftsjahr schieben sollten. So können Sie Ihre Steuerlast optimieren.

Welche weiteren Vorteile Sie noch durch eine Halbjahresbilanz haben und worauf Sie achten müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/diese-3-vorteile-haben-unternehmer-durch-eine-halbjahresbilanz/

Soll/Ist-Vergleiche machen

Bei einem Soll/Ist-Vergleich werden die tatsächlichen Zahlen aus der Bilanz oder der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit dem im Vorjahr kalkulierten Budget verglichen. Stimmen diese Zahlen hinten und vorne nicht zusammen, müssen Sie dringend an Ihrer Budget-Erstellung arbeiten.

Manchmal kann die Kluft mit überraschenden Ereignissen während des Geschäftsjahres erklärt werden. Oft wurde aber einfach nicht genug Zeit für die Planung und Budgetierung verwendet. Geht dann dieser Plan nicht auf, kann Ihr Unternehmen in große Schwierigkeiten geraten.

Fazit: Budgets, Halbjahresbilanzen und Soll/Ist-Vergleiche schützen vor Insolvenz

Eine Insolvenz passiert fast nie plötzlich, sondern ist oft das Resultat von jahrelanger Misswirtschaft. Gewinne wurden falsch verwendet oder das Unternehmen mit zu hohen Krediten belastet.

Damit es erst gar nicht so weit kommt empfehle ich folgende Prophylaxe:

  • Erstellen Sie für jedes Geschäftsjahr ein detailliertes Budget
  • Machen Sie immer eine Halbjahresbilanz
  • Erstellen Sie für jedes Geschäftsjahr Soll/Ist-Vergleiche

Mit diesen Maßnahmen schleichen sich über die Jahre weniger Fehler ein und Ihr Unternehmen bleibt „gesund“.

Sollten Sie weitere Fragen zur Insovenz, den vorgestellten Gegen-Maßnahmen oder häufigen Insolvenzgründen haben, stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 03 03) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular (hier klicken!). Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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