Geschaeftsfuehrer Steuerhinterziehung Gefahr

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 2): Steuerhinterziehung

Die meisten Steuerhinterziehungen geschehen unbewusst. Sie als Geschäftsführer müssen davon nicht unbedingt Kenntnis haben, um zur Rechenschaft gezogen zu werden. Auch unbeabsichtigt können Sie wegen Steuerhinterziehung Ihr ganzes Geld verlieren oder zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren verurteilt werden.

Aus meiner Erfahrung von mehr als 20 Jahren weiß ich, dass größtenteils nichts ahnende Geschäftsführer für die Taten anderer geradestehen müssen. Es kann also jeden treffen – vielleicht auch Sie.

Denn es ist Ihre Pflicht als Geschäftsführer, dass all Ihre Mitarbeiter gesetzestreu in Steuerfragen handeln.

Sollte es in der Buchhaltung einmal zu Fehlern kommen, ist der Verdacht für versuchte Steuerhinterziehung da. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese wissentlich begangen wurde oder nicht.

Kurzer Exkurs: Was bedeutet Steuerhinterziehung?

Generell wird Steuerhinterziehung in § 370 der Abgabenordnung (kurz: AO) durch folgende Faktoren definiert:

  • Steuern nicht in voller Höhe/ nicht rechtzeitig eingereicht
  • der (Finanz-) Behörde unrichtige/ unvollständige Angaben gegeben
  • die Behörden in Unkenntnis über steuerlich erhebliche Tatsachen gelassen
  • keine Steuerzeichen/ -stempel verwendet wurden

(Hier der Link zum Gesetzestext: https://dejure.org/gesetze/AO/370.html)

Dadurch ergeben sich für Sie als Geschäftsführer Steuervorteile, die laut Gesetz nicht vorgesehen sind. Zu wenige oder zu hohe Betriebsausgaben fallen der Steuerfahndung schnell auf.

Wie kann es zu Steuerhinterziehung kommen, wenn kein Vorsatz dahinter steht?

Nun kann es oft passieren, dass Steuerhinterziehung in Ihrem Unternehmen vorliegt, ohne dass Sie davon wissen. Wie ist das möglich?

Zunächst sollte Ihnen bewusst sein, dass Sie als Geschäftsführer auch die Verantwortung für die Taten Ihrer Angestellten übernehmen müssen. Sollte es also intern zu steuerlichen Fehlern kommen, können diese unter Umständen als „versuchte Steuerhinterziehung“ klassifiziert werden. Die Strafe ist dabei die gleiche wie bei einer vorsätzlichen Steuerhinterziehung.

Dieses „unschuldige“ Beispiel könnte vielleicht auch Sie treffen:

Ein Mitarbeiter kommt von einer Dienstreise zurück und hinterlässt auf seinem Schreibtisch die Rechnungen sämtlicher Ausgaben – private wie auch betriebliche. Ein fleißiger Kollege will Vorarbeit leisten und trägt alle Belege in der Buchhaltung ein. Erst im Nachhinein wird der Irrtum aufgedeckt und die Rückgängigmachung als interner Fehler deklariert.

Das Problem: Der Gesetzgeber geht zunächst immer von versuchter Steuerhinterziehung aus, was einer Steuerhinterziehung gleichkommt.

Entscheidend kann die Formulierung „steuerlich erheblich“ sein. Denn hier tritt die Blankettnorm in Kraft.

Blankettnorm bedeutet: In dem vorliegenden Gesetz wird auf ein zweites Gesetz (dies ist davon unabhängig!) verwiesen.

Für Steuerhinterziehung heißt das: Was als „steuerlich erheblich“ eingestuft wird, muss zunächst in allen damit zusammenhängenden Gesetzen nachgeschlagen werden. Das aktuell gültige Recht wird häufig abgeändert. Dadurch kann sich der Umfang von steuerlich erheblichen Tatsachen mit der Zeit immer wieder ändern.

Welche Gefahren ergeben sich dadurch für Sie als Geschäftsführer?

Ganz gleich ob Sie von gesetzeswidrigen Handlungen wussten oder nicht, Sie haften für begangene Steuerhinterziehung. Daher müssen sie als Geschäftsführer Sorge tragen, dass Ihre Mitarbeiter Ihren Wünschen entsprechend arbeiten.

Das bedeutet für Sie: umfassende Kontrollen (vor allem bei der Buchhaltung!)

Mir ist bewusst, dass dies keine leichte Aufgabe ist, erst recht nicht bei großen Unternehmen. Wie Sie dieser Verpflichtung fast automatisiert nachgehen und somit irrtümliche versuchte Steuerhinterziehung vermeiden können, verrate ich Ihnen am Ende dieses Beitrags.

Vorher noch zu den Konsequenzen, die Ihnen drohen können:

Wie hart kann es Sie bei Steuerhinterziehung treffen?

Der Staat geht mit Steuerhinterziehung nicht leichtfertig um. Dementsprechend gestalten sich auch die Strafen, die bei einer Verurteilung auf Sie zukommen können.

Bestenfalls erwartet Sie als Geschäftsführer „nur“ eine Geldstrafe. Diese kann jedoch bis zu 50.000€ betragen. Bei schwerwiegender Hinterziehung droht Ihnen sogar eine Freiheitsstrafe von 6 Monaten – 10 Jahren. Darüber hinaus wird auch ein Berufsverbot über Sie verhängt. Sie dürfen also nie wieder ein Unternehmen leiten.

Zudem werden Sie persönlich der Abgabenordnung nach (§ 69 AO) für anfällige Säumniszuschläge haftbar gemacht.

(Hier der Link zum Gesetzestext: https://dejure.org/gesetze/AO/69.html)

Wie können Sie sich als Geschäftsführer vor unwissentlicher Strafhinterziehung schützen?

Um einer Geld- oder Freiheitsstrafe bereits präventiv entgegenwirken zu können, empfehle ich Ihnen daher ein Tax Compliance Management System (kurz: Tax CMS).

Was ist ein Tax CMS?

Dabei handelt es sich um ein Kontrollsystem, das steuerliche Prozesse aufführt.

Das heißt für Sie: Tax CMS sorgt für eine regeltreue Einhaltung der Steuergesetze und in weiterer Folge für andere Voraussetzungen gegenüber der Steuerfahndung.

Dieses interne System hält alle Prozesse Ihres Unternehmens fest und entdeckt etwaige Fehler darin. Dadurch wird jede getätigte Handlung aufgelistet und dient als Nachweis Ihrer redlichen Absichten.

Der Gesetzgeber kann demnach bei einem simplen Fehler nicht mehr länger von einer versuchten Steuerhinterziehung ausgehen.

Fazit: Geschäftsführer müssen sich aktiv schützen

Steuerhinterziehung – selbst ohne Vorsatz – stellt eine reale Gefahr für Geschäftsführer dar. Daher liegt es in Ihrem eigenen Interesse, Präventionsmaßnahmen zu setzen. Damit schützen Sie nicht nur Ihre Firma, sondern vor allem auch sich selbst.

Mein Ziel mit diesem Beitrag war es, Sie über die Risiken eines Geschäftsführers trotz beschränkter Haftung aufzuklären. Wie Sie sehen, wird Ihnen mit dieser Position auch viel Verantwortung übertragen.

Die Leitung eines Unternehmens fordert daher Gründlichkeit. Das Tax CMS dient Ihnen dabei als Hilfestellung zur korrekten Einhaltung gesetzlicher Regelungen wie den Steuerabgaben. Ich habe mich selbst seit vielen Jahren auf die Einführung digitaler Tax CMS bei Unternehmen spezialisiert. Falls Sie an den weiteren Vorteilen des Tax CMS oder tiefergehenden Informationen zum Thema interessiert sind, folgen Sie einfach diesem Link: https://www.steuerberatung-breit.de/tax-cms/

Sollten Sie sich als Geschäftsführer aktiv schützen wollen oder Fragen zu den Möglichkeiten eines Tax CMS haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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