Bürgschaften sind Gefahr für GmbH-Geschäftsführer

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 4): Bürgschaften gegenüber Banken

Ihr privates Vermögen als GmbH-Geschäftsführer kann durch Ihr Unternehmen gefährdet sein. Vor allem, wenn Sie eine Bürgschaft für die Firma eingegangen sind.

Durch diese Verpflichtung können Sie zwar Ihre GmbH schützen, aber auch Ihr gesamtes Privatvermögen von heute auf morgen verlieren.

Daher ist es für Sie unerlässlich, bereits vorab die Konsequenzen einer Bürgschaft zu kennen. Denn einmal eingegangen, ist Ihre Zahlpflicht als Bürge unumkehrbar.

Der folgende Beitrag soll Ihnen daher die Vor- aber auch Nachteile einer Bürgschaft aufzeigen und Sie über Ihre Pflichten als Bürge informieren.

Was ist eine Bürgschaft?

Eine Bürgschaft definiert sich dadurch, dass jemand für fremde Schulden mit seinem eigenen Geld einsteht.

Ein Beispiel aus dem Alltag: Ein Mitglied Ihrer Familie ist auf Wohnungssuche, benötigt allerdings (aufgrund des geringen Einkommens) einen Bürgen für den Kauf. Sollten Sie nun für Ihren Verwandten eine Bürgschaft eingehen, sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet, für ihn einzustehen.

Das bedeutet: Kann Ihr Gläubiger das nötige Geld für die Miete nicht aufbringen, müssen Sie die anfallenden Kosten zahlen.

Aber nicht nur Menschen können sich verbürgen: Auch eine GmbH kann eine Bürgschaft eingehen. Dieser Fall kann eintreten, wenn sich zum Beispiel ein Holding Unternehmen für ihre Tochtergesellschaft verbürgt. Dabei dient allerdings besagte Holding als Sicherheit für die Bank, nicht der Geschäftsführer persönlich.

Welche Vorteile hat eine Bürgschaft für die GmbH?

Sie als GmbH-Geschäftsführer haben natürlich kein Interesse an der Insolvenz Ihres Unternehmens. Falls es daher zu finanziellen Engpässen kommen sollte, gehen viele Geschäftsführer eine Bürgschaft zur Unterstützung der Firma ein. Auf diese Weise bekommt die GmbH einen weiteren Bankkredit und kann sich im Idealfall wieder erholen.

Ihr Privatvermögen dient somit als Sicherheit für die Bank und kann dadurch Ihre GmbH vor dem Konkurs retten.

Welche Gefahren ergeben sich für Sie als Bürgen?

Sollte sich das Unternehmen nicht mehr regenerieren können, müssen Sie als Bürge für alle anfallenden Schulden mit ihrem eigenen Geld aufkommen.

Dabei ist für Sie als Geschäftsführer die Art der Bürgschaft entscheidend. Es wird zwischen zwei Arten von Bürgschaften unterschieden:

  1. Sollte es sich um eine sogenannte Ausfallbürgschaft handeln (bei Existenzgründern häufig anzutreffen), werden zu allererst die Schulden durch die GmbH eingeholt. Erst danach müssen Sie als Bürge für den restlichen Betrag aufkommen – sollten nicht alle Schulden durch die Firma beglichen worden sein.

Wollen Sie mehr über Ausfallbürgschaften erfahren, können Sie hier einen Blick in meinen Beitrag dazu werfen: So starten Sie als GmbH-Gründer durch: 3 Finanzierungsmodelle für Ihre GmbH

  1. Der weitaus schlimmere Fall für Sie besteht, wenn Sie eine Selbstschuldnerische Bürgschaft (meist bei einem normalen Bankkredit) eingegangen sind. Denn dabei wendet sich die Bank direkt an Sie, um das verlorene Geld zurückerstattet zu bekommen.

Das bedeutet für Sie als GmbH-Geschäftsführer: Sie verlieren im selben Augenblick Ihre Firma, Ihren Job und Ihr gesamtes Privatvermögen. Durch eine Bürgschaft kann somit Ihre gesamte Existenz auf dem Spiel stehen.

Wann macht eine Bürgschaft Sinn?

Eine Bürgschaft ist für Sie von Interesse, wenn Sie Anteile an dem Unternehmen besitzen. Denn als GmbH-Geschäftsführer unterstützen Sie mit Ihrem privaten Geld Ihre eigene Firma. Im Idealfall können Sie auf diese Weise den Konkurs Ihres Unternehmens verhindern und weiterhin Geschäftsführer bleiben.

Falls Sie keine Anteile an der GmbH besitzen, übernimmt meist der Gesellschafter die Pflichten des Bürgen.

Fazit: Gute Bürgschafts-Beratung schützt Ihr Privatvermögen

Um ein Unternehmen am Leben zu halten, benötigt ein Geschäftsführer mit Anteilen oft viel Mut, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Das bedeutet nicht, dass eine Bürgschaft immer sinnvoll ist.

Wie Sie als GmbH-Geschäftsführer am besten vorgehen, müssen sie beruflich wie auch privat gut bedenken. Denn mit einer Bürgschaft können sich beide Bereiche Ihres Lebens drastisch verändern. Lassen Sie sich daher vorab beraten um herauszufinden, welche Lösung zu Ihnen passt.

Sollten Sie als Geschäftsführer noch Fragen zu Ihren Möglichkeiten haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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