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Gründung einer Holding: Diese 5 Punkte müssen Sie unbedingt beachten

Eine Holding zu gründen, klingt für Unternehmer und Geschäftsführer immer spannend. Doch nicht immer überwiegen die Vor- den Nachteilen. In diesem Blogbeitrag möchte ich daher die wichigsten Stolperfallen auflisten und mit Unklarheiten aufräumen. Wann ist eine Holding sinnvoll? Welche 5 Punkte müssen Sie unbedingt bei der Gründung beachten? Das sind die Fragen, die ich in diesem Beitrag beantworten möchte.

Was ist eine Holing? Was bringt eine Holding?

Vom Wortlaut her ist eine Holding eine Gesellschaft, die keinen eigenen Unternehmenszweck hat. Ihr einziger Sinn & Zweck ist es (muss es aber nicht alleine sein), Anteile an anderen Kapitel- und/oder Personengesellschaften zu halten. Diese Gesellschaften können sich im In- und im Ausland befinden.

Wann ist die Gründung einer Holding sinnvoll?

Sie macht immer Sinn, wenn es schon mehr als eine GmbH gibt, die in der Hand einer Person ist. Oder wenn diese GmbHs mehrheitlich von einer Person gehalten werden.

Dann können Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer…

…Gewinne und Verluste aller Gesellschaften zusammenrechnen und müssen nur Steuern auf den Überschuss aller Gesellschaften bezahlen.

…die (steuerlich riskante) verdeckte Gewinnausschüttung verhindern.

…vom besseren Image der Außenwirkung einer Holding profitieren.

…bei Mehrstaatlichkeit innerhalb der EU einfach in eine Europa-AG wechseln. Dadurch erwirken Sie eine einheitliche Rechtsanwendung für alle Gesellschaften, egal in welchem EU-Land diese tätig sind.

Welche 5 brisanten Punkte müssen Sie bei einer Holding beachten?

#1: Fünfjährige Mindestdurchführung der Ergebnisabführungsverträge

Das heißt: Die Organschaft (=Betriebsstättenfiktion, die Zusammenlegung der Gewinne und Verluste ermöglicht) besteht immer nur dann, wenn die Gewinne aller Tochter-Gesellschaften mindestens 5 Jahre lang an die Mutter-Holding abgeführt wurden bzw. die Verluste von der Mutter-Holding so lange übernommen wurden.

Führen Sie diese Gewinne oder Verluste einmal nicht auf den Cent genau ab, scheitert diese Organschaft. Die Holding würde damit also Ihren Sinn und Zweck verlieren.

#2: Rechtsunsicherheiten bei Rechtsanwendungsfehlern

Eines sei hier gleich vorweggenommen: Dieser Punkt ist so brisant und birgt so viel Erklärungsbedarf für sich alleine, dass wir ihn in den nächsten Wochen direkt in einem eigenen Beitrag abhandeln werden. Sobald der zusätzliche Beitrag online ist, werden wir ihn hier verlinken!

Die Punkte, die bei Rechtsunsicherheiten bzw. Rechtsanwendungsfehlern die Organschaft der Holding aufheben bzw. unterbrechen können, möchte ich Ihnen dennoch an dieser Stelle bereits nennen:

Andersbewertungen im Handelsrecht von Pensionsrückstellungen: Bei Pensionsrückstellungen stellt sich die Frage, ob eine Ausschüttungssperre auch gleichzeitig eine Abführungssperre bedeutet. Dies muss erst höchstgerichtlich entschieden werden. Erst dann haben wir in diesem Punkt Rechtssicherheit.

Fakt ist: Haben Sie bislang mit der falschen Annahme gerechnet, liegt möglicherweise ein Problem mit dem Punkt 1 vor. Sie haben vielleicht das falsche Ergebnis abgeführt. Das wiederrum kann zu einer rückwirkenden Versagung oder Unterbrechung der Holding im Steuerrecht führen.

Ihre Abgaben müssten dann im schlimmsten Fall neu berechnet und abgeführt werden. Ihre steuerlichen Vorteile könnten Sie dadurch für die komplette Anwendungszeit verloren haben.

Sofortige Rückführung der Ergebnisabführung als Kapitalrücklage: Wenn Sie die Gewinne nach der Abfuhr an die Holding sofort wieder zurückfließen lassen, mag das zwar steuerlich und betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, unterläuft aber die steuerrechtliche Vorschrift der „Abführung des gesamten Gewinns“.

Verbindliche Auskünfte vom Finanzamt bei Änderungen erforderlich: Die Verschmelzung oder Aufspaltung von Gesellschaften unter dem Dach der Holding kann nicht einfach nach Belieben durchgeführt werden. Solche Änderungen liegen im Ermessen des Finanzamts. Ob solche Vorgänge tatsächlich unschädlich sind, entscheidet nur der Staat. Das heißt: Sie müssen vorher verbindliche Auskunft einholen.

Hohe Gebühren für Finanzamtsauskunft: Wenn Sie die oben genannte Auskunft beim Finanzamt einholen, müssen Sie diese auch bezahlen. Das Amt verrechnet dabei immer die Höchstgebühr und zwar pro Gesellschaft. Die Gebühr beträgt somit im schlimmsten denkbaren Fall: 109.736 Euro x Anzahl der Gesellschaften innerhalb der Holding. Ist das in Ihrem Fall noch wirtschaftlich? Das müssen Sie ausrechenen.

Fehlender dynamischer Verweis in den Ergebnisabführungsverträgen: Die bloße unrichtige Formulierung in den Verträgen führt ebenfalls zur Aberkennung oder Unterbrechung der Organschaft.

#3: Wegfall der Verlustnutzung

Die Nutzung von Verlusten aus den Vorjahren nach §8d Körperschaftssteuergesetz zur Steuerminderung ist nicht für eine Holding möglich.

Diesen Nachteil sollten Sie sich nicht nur bei der Gründung Ihrer Holding genau überlegen. Auch bei künftigen Verschmelzungen oder Zukäufen von neuen Gesellschaften in die Holding kann das Thema werden.

#4: Drohender Verlust der Organschaft durch Bilanzierungsfehler

Die Abführung des falschen Gewinns oder Verlusts von nur einem einzigen Cent kann die Organschaft auflösen bzw. unterbrechen. Das heißt: Sie verlieren auf Anhieb Ihre steuerlichen Vorteile durch Verlustvorträge.

Wichtig für Sie ist Folgendes: Wenn Sie bei einer Betriebsprüfung auf einen Bilanzierungsfehler aufmerksam werden, dann müssen Sie in der Schlussbesprechung darauf bestehen, dass dies als solcher Fehler festgehalten wird.

Ein Fehler ist für Sie unschädlich. Steht das nicht im Prüfbericht so drinnen, haben Sie den falschen Gewinn bzw. Verlust bilanziert. Das wiederum führt zum Verlust der Organschaft.

#5: Falsch berechnete Mehrheiten

Die Mutter muss bei allen Gesellschaften mehrheitsbeteiligt sein. Fehlt diese Mehrheit, dann fehlt auch die Grundlage der Holding. Sie verlieren wiederum alle damit einhergehenden Vorteile.

Das Problem bei der Mehrheitsberechnung: Die einschlägige Literatur, die Finanzverwaltung und die Gerichte sind sich nicht einig, mit welchem Schlüssel die Mehrheiten bei mehrstöckigen Kapitalgesellschaften berechnet werden sollen. Klar ist nur, dass mittelbare und unmittelbare Anteile zusammengerechnet werden. Für das „Wie“ existieren aber zwei Berechnungsmodelle.

Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer sollten daher unbedingt die Mehrheiten Ihrer Holding sicherstellen.

Fazit: Holding erfordert Zweck und Know-How

Wie Sie sehen, kann die Gründung einer Holding steuerlich und verwaltungstechnisch durchaus sinnvoll sein. Ob es das in Ihrem Fall ist oder nicht, müssen Sie sich VOR der Gründung oder Umwandlung überlegen. Vergessen Sie dabei nicht, sich mögliche Szenarien auf mehrere Jahre durchzurechnen.

Die wichtigsten Punkte die Sie bei einer Holding als Inhaber bzw. Geschäftsführer beachten müssen, habe ich Ihnen in diesem Beitrag als Einstieg zusammengefasst. Sollten Sie tiefer in die Thematik eintauchen wollen, stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung.

In diesem Sinne weise ich Sie auf mein Angebot der Beratung bei Unternehmensumwandlungen hin. Klicken Sie bei Interesse einfach auf den beigen Button unter diesen Zeilen: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensumwandlung/

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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