Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen: Wann macht es für Sie Sinn?

Sie überlegen, Ihre Mitarbeiter an der eigenen Firma zu beteiligen? Sie erhoffen sich dadurch mehr Liquidität und Bonität?

Eine Mitarbeiterbeteiligung kann Ihnen all das und noch viel mehr bieten – vorausgesetzt Sie gehen diese aus den richtigen Beweggründen ein.

In diesem Beitrag will ich Ihnen daher zeigen, wann sich eine Mitarbeiterbeteiligung für Sie lohnt und wann Sie es lieber lassen sollten:

4 Gründe, warum Sie Ihre Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen sollten

Grund #1: Zur Unternehmensvergrößerung

Sie wollen Ihr Unternehmen vergrößern, haben aber nicht die finanziellen Mittel dafür? Dabei kann Ihnen die Beteiligung Ihrer Mitarbeiter weiterhelfen:

Anstatt die üblichen Gehälter an Ihre Angestellten auszuzahlen, erhalten diese eine Beteiligung an Ihrem Unternehmen. Dadurch sparen Sie Löhne, werden liquide und verbessern Ihre Bonität bei der Bank.

Besonders für Start-up-Unternehmen bietet sich daher die Beteiligung der Mitarbeiter an der eigenen Firma an.

Grund #2: Zur Finanzierung Ihres Börsengangs

Der Gang an die Börse verursacht für Sie als Unternehmer Kosten, für die oft das nötige Bargeld fehlt. Wenn Sie Ihren Mitarbeitern allerdings Unternehmensanteile anbieten, können dafür Teile ihrer Gehälter eingespart werden.

Schon ein Verzicht auf 10% der Löhne könnte Ihnen als Inhaber helfen, den Börsengang Ihrer Firma zu finanzieren. So decken Sie die anfallenden Kosten und stellen Ihre Mitarbeiter trotz niedrigerem Gehalt zufrieden.

Wie genau das funktioniert, erfahren Sie in Grund Nummer 3 …

Grund #3: Zur Motivation Ihrer Mitarbeiter

Sind Ihre Mitarbeiter erst mal am Unternehmen beteiligt, steigert sich auch deren Motivation. Als offizielle Anteilhaber liegt der Fortschritt der Firma auch in ihrem Interesse.

Durch die Beteiligung Ihrer Mitarbeiter spornen Sie daher deren Ehrgeiz an, das eigene Unternehmen voranzutreiben.

Grund #4: Zur Bindung Ihrer Mitarbeiter

Sie wollen, dass Ihnen Ihre besten Mitarbeiter noch lange erhalten bleiben? Dann können Sie diese mit einer Beteiligung an Ihre Firma binden.

Verstehen Sie mich nicht falsch, eine Mitarbeiterbeteiligung soll Angestellte nicht zwanghaft festhalten. Ganz im Gegenteil: Sie soll Ihren Mitarbeitern zeigen, wie viel Vertrauen Sie in sie setzen und dass Sie deren Leistung zu schätzen wissen.

Dadurch fühlen sich Ihre Angestellten geachtet und arbeiten gerne für Sie weiter.

Wann ist von einer Mitarbeiterbeteiligung abzuraten?

Nicht immer ist die Beteiligung der Mitarbeiter am eigenen Unternehmen empfehlenswert. Mit den falschen Beweggründen können Sie Ihre Angestellten verlieren oder sogar geklagt werden.

Eines dieser verkehrten Motive ist die Bereicherung an Mitarbeitern. Geht es Ihnen um die finanzielle Ausbeutung Ihrer Angestellten, provozieren Sie dadurch lediglich Kündigungen oder sogar Klagen.

Ebenfalls gefährlich kann die Mitarbeiterbeteiligung in einer Unternehmenskrise werden: Geht es der Firma einmal schlecht, sinkt auch die Motivation der beteiligten Angestellten.

Die Folge: Frustration und erhöhtes Konfliktpotential innerhalb des eigenen Unternehmens.

Was haben Ihre Mitarbeiter von einer Beteiligung?

Bieten Sie Ihren Mitarbeitern aus den richtigen Gründen eine Beteiligung am Unternehmen an, können diese unter Umständen von folgenden 3 Punkten profitieren:

  • mehr Mitspracherecht
  • Beteiligung an Gewinnen
  • finanziell wertvollere Anteile als das übliche Gehalt

Je nachdem, wie Sie Ihre Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen, ziehen diese unterschiedliche Vorteile daraus. Insgesamt stehen Ihnen 4 verschiedene Wege für die Mitarbeiterbeteiligung offen. Nachlesen können Sie diese in dem folgenden Blogbeitrag: Unternehmensbeteiligung für Mitarbeiter: Wie profitabel ist das für Ihr Unternehmen?

Wer kommt für die Mitarbeiterbeteiligung überhaupt infrage?

Grundsätzlich gilt bei der Mitarbeiterbeteiligung: Entweder Sie bieten sie allen oder keinem Angestellten (derselben Qualifizierung) an. Ausgrenzungen oder Bevorzugungen einzelner Mitarbeiter sollten Sie vermeiden.

Neben dieser Richtlinie können Sie die Beteiligung an Ihrer Firma auf zweierlei Ebenen anbieten: der horizontalen und der vertikalen.

Lassen Sie mich das an einem Beispiel demonstrieren: Beteiligen Sie alle Geschäftsführer an Ihrem Unternehmen, handelt es sich um eine horizontale Beteiligung. Bieten Sie jedoch Firmenanteile jedem an, der sich auch auf einem anderen Level in der Firmenhierarchie befindet (beispielsweise allen Geschäftsführern und leitenden Angestellten), sprechen wir von einer vertikalen Beteiligung.

Mein Tipp nach Beteiligungen: Keine Scham bei Ausgaben

Sollte eine Mitarbeiterbeteiligung für Ihre Firma Sinn machen, müssen Sie diese als Inhaber auch nutzen. Schämen Sie sich nicht davor, das Geld Ihrer Mitarbeiter auch wirklich auszugeben.

Bleibt das Geld in der Firma liegen, hat sich die Mitarbeiterbeteiligung weder für Sie noch für Ihre Mitarbeiter gelohnt.

Fazit: Mitarbeiterbeteiligung ist im Idealfall „Win-win“

Wie in diesem Blogbeitrag zu sehen war, gibt es 4 gute Gründe, warum Sie Ihre Mitarbeiter am Unternehmen beteiligen sollten. Mit den richtigen Beweggründen profitieren sowohl Sie selbst, als auch Ihre Mitarbeiter:

Eine Beteiligung bietet Ihnen als Inhaber mehr Liquidität, während Ihre Angestellten mehr als das übliche Gehalt verdienen können. Es handelt sich also im Idealfall um eine Win-win-Situation.

Ob sich eine Mitarbeiterbeteiligung auch für Ihre Firma lohnt, kann Ihnen Ihr Steuerberater sagen. Sollten Sie an einer solchen Unternehmensumwandlung interessiert sein, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich auch jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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