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Pensionszusage auflösen (1. Weg): Teilverzicht einer Pensionszusage

Sie sind als Gesellschafter-Geschäftsführer in Ihrem Unternehmen tätig und haben im Zuge der Altersvorsorge schon seit Jahrzehnten immer Pensionsrückstellungen gebildet? Im Rahmen einer Unternehmensverkaufs sind diese Pensionszusagen allerdings hinderlich und Sie finden keinen Käufer, der einen angemessenen Verkaufspreis zahlen will?

Deshalb sind Sie jetzt auf der Suche nach Möglichkeiten, um die Pensionszusage “loszuwerden” und überlegen, ob ein teilweiser Verzicht für Sie Sinn machen könnte?

Ob ein solcher Teilverzicht tatsächlich ein gangbarer Weg für Sie ist, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Was ist ein Teilverzicht?

Am besten erkläre ich Ihnen das anhand eines Beispiels:

Sie sind 55 Jahre alt und haben im Alter von 40 Jahren damit begonnen, Rückstellungen für die Pensionszusage zu bilden. In der Pensionszusage wurde ein Rentenalter von 67 Jahren festgelegt.

In den letzten 15 Jahren wurden so Rückstellungen in der Höhe von 20.000 Euro pro Jahr (also insgesamt 300.000 Euro) gebildet. Für die 12 Jahre von 55 bis 67 würden jährlich weiterhin 20.000 Euro als Rückstellung zur Seite gelegt werden. Auf diese zukünftigen 240.000 Euro können Sie verzichten.

Bei den bereits angesparten 300.000 Euro ist kein Verzicht möglich.

Ist ein Teilverzicht aus steuerlicher Sicht sinnvoll?

Nein, ein Teilverzicht ist aus steuerlicher Sicht nicht empfehlenswert und ich rate Ihnen davon ab.

Obwohl eine Auflösung gesetzlich erlaubt ist, löst sie steuerlich zwei Nachteile für Sie aus:

Nachteil 1: Sie müssen Pensionsrückstellungen auflösen und Steuern nachzahlen

Um die Pensionszusage auch tatsächlich bezahlen zu können, müssen Sie laufend Rückstellungen bilden. Diese Rückstellungen sollen die späteren Zahlungen decken und so eine gesicherte Auszahlung garantieren. Zusätzlich dazu mindern die gebildeten Rückstellungen Ihren zu versteuernden Gewinn.

Wenn Sie jetzt auf einen Teil Ihrer Pensionszusage verzichten, müssen Sie die Pensionsrückstellungen gewinnbringend auflösen. Dadurch erhöht sich Ihr zu versteuernder Gewinn und Sie müssen mit großer Wahrscheinlichkeit mehr Steuern zahlen.

Nachteil 2: Sie müssen die aufgelösten Rückstellungen wie einen persönlichen Kapitalertrag versteuern

Obwohl Sie die Rückstellungen nur Auflösen und nichts an Sie selbst auszahlen, wird die Auflösung steuerlich wie eine Auszahlung behandelt. Sie schütten sich also einen fiktiven Ertrag aus und müssen diesen Ertrag wie Mieteinnahmen oder Beteiligungsgewinne versteuern.

Sie sehen: Mit einem Teilverzicht lösen Sie große steuerliche Nachteile für Ihr Unternehmen und auch Sie persönlich aus. Aus diesen Gründen rate ich Ihnen von einem Teilverzicht ab.

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Sie haben weitere Fragen?

Sie möchten gerne mehr zum Teilverzicht und der steuerlichen Auswirkung auf Ihr Unternehmen erfahren? Welche Alternativen sind besser für Sie geeignet? Bei diesen oder ähnlichen Fragen können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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