Stillen Teilhaber loswerden

Stiller Teilhaber als Plage: So werden Sie ihn wieder los

Sie haben einen stillen Teilhaber in Ihrem Unternehmen? Jetzt wo Sie schwarze Zahlen schreiben, wollen Sie ihn wieder loswerden? Ist das überhaupt so einfach?

Wann macht eine Trennung überhaupt Sinn, wann ist sie nicht zu empfehlen?

Diese Fragen und worauf Sie beim Rauswurf achten müssen, habe ich für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

Der stille Teilhaber: Das müssen Sie über ihn wissen

Unter einem stillen Teilhaber versteht man einen Gesellschafter, der verschwiegen wird. Sie müssen ihn weder in einem öffentlichen Register noch in der Bilanz aufzeigen.

Er beteiligt sich meistens mit einer Geld- oder Sacheinlage an Ihrem Unternehmen und erhält dafür eine Gewinnbeteiligung Ihrer Gesellschaft.

Er besitzt jedoch keine Gesellschaftsrechte, dafür aber ein Kontrollrecht wie ein Kommanditist. Das heißt: Er darf Einsicht in den Jahresabschluss nehmen und diesen prüfen.

Den stillen Teilhaber wieder loswerden

Sie können sich problemlos wieder von Ihrem stillen Teilhaber trennen. Denn er ist nicht an der Gesellschaft beteiligt, sondern nur am Unternehmenserfolg.

Aber wann macht es überhaupt Sinn, den stillen Teilhaber „hinauszuwerfen“ und wann nicht?

Sie sollten sich von Ihrem stillen Gesellschafter trennen, wenn…

  • … Sie sein Geld mit dem er sich am Unternehmenserfolg Ihrer Firma beteiligt hat, nicht mehr benötigen.
  • … es sich um einen lästigen stillen Teilhaber handelt.

Sie sollten den stillen Teilhaber behalten, wenn…

  • … Sie nach wie vor auf sein Geld angewiesen sind.
  • … der Teilhaber ein gutes Netzwerk hat. Das heißt: Wenn der stille Gesellschafter durch seine eigenen Beziehungen bzw. sein Netzwerk zum Erfolg des Unternehmens beiträgt, sollten Sie sich nicht von ihm trennen.

So einfach werden Sie ihn wieder los: Vertragskündigung

Anders als bei anderen Gesellschaftern können Sie sich von einem stillen Teilhaber sehr schnell wieder trennen. Dazu müssen Sie einfach den Vertrag kündigen.

Aber Vorsicht: Wenn Sie den stillen Gesellschafter kündigen, liegt eine steuerliche Umwandlung vor!

Das heißt: Die steuerlich nur wegen der stillen Beteiligung als Personengesellschaft zu beurteilende GmbH wird nun steuerlich wieder zur „normalen“ GmbH.

oder aus einer GbR (in diesem Fall Einzelunternehmen mit stillem Teilhaber) wird wieder ein Einzelunternehmen.

Darüber hinaus müssen Sie folgendes beachten:

Der Vertrag muss unbedingt eine ordentliche (fristgemäße) und außerordentliche (fristlose) Kündigungsregelung enthalten. Obwohl eine außerordentliche Kündigung so gut wie immer vollzogen werden kann, muss diese in den meisten Fällen erst vom Gericht festgestellt werden.

Tipp: Stiller Teilhaber kann für Vermögensverteilung genutzt werden

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Ihre Erben als stillen Gesellschafter einzusetzen? Wenn Sie Ihren jetzigen stillen Teilhaber kündigen wollen, könnten Sie stattdessen Ihre Erben einsetzen.

Denn: Wie ich in meinem anderen Beitrag „Stille Teilhaber ins Boot holen: Lohnt sich das?“ (unter folgendem Link nachzulesen: https://www.steuerberatung-breit.de/stille-teilhaber-ins-boot-holen-lohnt-sich-das/) erläutert habe, ist die stille Teilhaberschaft eine tolle Regelung für die Nachfolgeplanung. Erben können zunächst als schwache Gesellschafter im Unternehmen eingesetzt werden. Später lässt man sie dann zu starken Gesellschaftern mit Rechten werden.

Ihr Vorteil: Somit können Sie Ihr steueroptimiertes „privates“ Vermögen im Rahmen einer Familienlösung speichern und über die stille Gesellschaft verteilen bzw. über die Nachfolgeplanung verschenken oder vererben.

Aber Achtung: Solange es sich noch um schwache Gesellschafter handelt, können die starken Gesellschafter die schwachen immer hinauswerfen. Und zwar ohne Nennung von irgendwelchen Gründen.

Daher ist es wichtig, die Kündigungsrechte der starken Gesellschafter vertraglich einzuschränken.

So können Sie z.B. festhalten, dass der stille Gesellschafter nicht vor Ablauf von 5 Jahren oder nicht vor seinem 30. Geburtstag etc. gekündigt werden kann.

Nur so ist der schwache Gesellschafter (Ihr Erbe) sicher und kann nicht von den starken Gesellschaftern gekündigt werden.

Fazit: Einfach den Vertrag kündigen und Sie sind den stillen Teilhaber los

Wie Sie sehen, können stille Teilhaber sinnvolle Maßnahmen für Erbschaftsverteilung, Nachfolgeplanung oder auch zur Geldbesorgung sein.

Das Risiko diese wieder bei Bedarf los zu werden, ist gering. Dazu braucht es nur eine Kündigung des Vertrags.

Wollen Sie den Nutzen für Ihr Vermögen, Ihre Erben, Ihre Nachfolger in Anspruch nehmen, achten Sie dabei aber auf die Einschränkung der Kündigungsrechte der starken Gesellschafter. Nur so können Sie den noch schwachen „Erben-Gesellschafter“ vor einem Rauswurf schützen.

Sollten Sie noch weitere Fragen zu diesem Thema oder den übergeordneten Themen der Unternehmensnachfolge und Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via  Telefon ( +49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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