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Nach der GmbH ist vor der GmbH? Ihre Möglichkeiten nach einer Insolvenz

Wenn Sie als Geschäftsführer ein Unternehmen in den Konkurs führen, bedeutet dies nicht automatisch auch ein Ende Ihrer Geschäftsführer-Karriere. Welche Möglichkeiten haben Sie nach einer Insolvenz?

Selbst nach der Insolvenz ist die Gründung einer neuen Firma möglich. Unter welchen Umständen Sie eine neue GmbH gründen können und was dabei zu beachten ist, will ich Ihnen daher im folgenden Beitrag näher bringen. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 15. November 2022 aktualisiert.

Sollten Sie die Insolvenz immer so lange wie möglich hinauszögern?

Davon muss ich Ihnen ganz klar abraten. Wenn Ihre Firma zahlungsunfähig ist und Sie die Insolvenz nicht innerhalb von drei Wochen anmelden, machen Sie sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Unter Umständen können Sie sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Das Besorgniserregende: Viele Unternehmer kennen diese Frist nicht und wissen auch nicht so wirklich, was eine Insolvenzverschleppung ist.

Darum habe ich diesem Thema schon vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag gewidmet. Wenn Sie mehr zur Insolvenzverschleppung erfahren möchten, klicken Sie jetzt auf diesen Link: Insolvenzverschleppung: Diese Strafen drohen Ihnen als Geschäftsführer

Möglichkeiten nach einer Insolvenz: Wann dürfen Sie als “gescheiterter” Unternehmer eine neue GmbH gründen?

Prinzipiell ist für Sie als Geschäftsführer eine Neugründung nach der Insolvenz möglich. Allerdings ist dies unter anderem davon abhängig, wie Ihre alte GmbH geführt wurde.

Sollten Sie sich nämlich in Ihrem ehemaligen Unternehmen strafbar gemacht haben, ist es Ihnen als Geschäftsführer nicht mehr erlaubt, eine neue Firma zu gründen.

Handeln Sie also entgegen dem Gesetz, dürfen Sie nie wieder die Position eines Geschäftsführers oder Gesellschafters einnehmen.

Achtung: Nicht immer begeht man als Geschäftsführer eine Straftat mit Absicht. Wie ich durch meine langjährige Arbeit als Steuerberater weiß, entstehen viele Straftaten ohne die Kenntnis des Geschäftsführers.

Wie es zu solchen Fällen kommen kann und wie Sie sich als Geschäftsführer am besten davor schützen, können Sie in meinem umfangreichen Beitrag zur GmbH Geschäftsführerhaftung nachlesen.

Trifft dies nicht auf Sie zu, steht einer neuen GmbH-Gründung an sich nichts im Wege.

Entwarnung für Gesellschafter: Strafbar machen sich regelmäßig die Geschäftsführer, nicht die Gesellschafter. Wenn Sie also ein stiller oder ein Minderheits-Gesellschafter sind, betrifft Sie die Strafbarkeit nicht.

Möglichkeiten nach einer Insolvenz: Was könnte die Gründung Ihrer neuen GmbH verhindern?

Neben der oben beschriebenen rechtmäßigen Führung Ihres Unternehmens, ist auch entscheidend, wie Sie die Insolvenz der GmbH privat finanziell trifft.

Denn obwohl die Haftung bei der GmbH grundsätzlich auf die Einlage beschränkt ist, können Sie sehr wohl auch persönlich haften. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie Ihre GmbH erst vor Kurzem (innerhalb der letzten fünf Jahre) gegründet haben.

Ist das der Fall, haften Sie bis zum Ablauf der fünfjährigen Frist nach wie vor mit Ihrem Privatvermögen. Eine Insolvenz der GmbH kann also schnell auch zur Privatinsolvenz führen.

Sollten Sie privat insolvent (gewesen) sein, dann ist es Ihnen verboten, für einen längeren Zeitraum hinweg privates Vermögen zu besitzen. Dies schließt auch eine GmbH mit ein. Daher können Sie im Falle einer Privatinsolvenz kein neues Unternehmen gründen.

Sie dürfen nicht einmal „richtig“ investieren: Rein theoretisch dürfen Sie GmbH-Anteile eines neuen Unternehmens kaufen, allerdings bedeutet dies, dass Ihre Anteile an der Firma (da diese zu Ihrem Vermögen zählen) der Insolvenzmasse unterworfen sind.

Das heißt: Ihre neu erworbenen GmbH-Anteile werden dafür genutzt, noch ausstehende Schulden zu begleichen.

Worauf müssen Sie bei Ihrer neuen GmbH zusätzlich achten?

Falls Sie als gescheiterter Geschäftsführer eine neue GmbH gründen dürfen, gibt es für Sie vor allem noch eines zu beachten: das gesetzliche oder auch vertragliche Wettbewerbsverbot.

Nur wenn dieses nicht verletzt wird, darf Ihre neue Firma im selben Aufgabenbereich arbeiten wie Ihre alte GmbH. Sollten Sie ohnehin in eine neue Branche wechseln wollen, spielt das Betätigungsfeld des ehemaligen Unternehmens jedoch keine Rolle.

Wie können Sie eine Insolvenz verhindern?

Der beste Schutz vor allen in diesem Artikel erwähnten Einschränkungen ist, eine Zahlungsunfähigkeit um (fast) jeden Preis zu verhindern. Sie müssen also Ihr Unternehmen auf finanziell gesunde Beine stellen. Folgende drei konkrete Maßnahmen helfen Ihnen dabei:

Budgets erstellen und Kosten besser kontrollieren

Das Budget ist die Planung der wahrscheinlichen Einnahmen und Ausgaben für ein Geschäftsjahr. Haben Sie ein genaues Budget festgelegt, sind viele Ausgaben bereits genau geplant. Dadurch ist es für fast alle Unternehmer leichter, diszipliniert vorzugehen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Sie legen im Vorhinein Ihre Ziele fest und im Budget werden die Mittel festgelegt, die zum Erreichen der Ziele benötigt werden.

Halbjahresbilanzen machen und Probleme frühzeitig erkennen

Eine Halbjahresbilanz ist eine Bilanz zur Hälfte des Geschäftsjahres. Damit sehen Sie schon frühzeitig, wo Sie wirtschaftlich stehen und ob Sie eventuell in der zweiten Jahreshälfte gegensteuern müssen.

Eine Halbjahresbilanz erleichtert deshalb die Unternehmensplanung und kann auch als Tool zur Steuergestaltung verwendet werden. Denn Sie sehen, ob Sie nötige Investitionen vorziehen oder ins nächste Geschäftsjahr schieben sollten. So können Sie Ihre Steuerlast optimieren.

Mehr zum Thema Halbjahresbilanz erfahren Sie hier: Diese 3 Vorteile haben Unternehmer durch eine Halbjahresbilanz

Soll/Ist-Vergleich erstellen und Planungsfehler in Zukunft vermeiden

Bei einem Soll/Ist-Vergleich werden die tatsächlichen Zahlen aus der Bilanz oder der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit dem im Vorjahr kalkulierten Budget verglichen. Stimmen diese Zahlen hinten und vorne nicht zusammen, müssen Sie dringend an Ihrer Budget-Erstellung arbeiten.

Manchmal kann die Kluft mit überraschenden Ereignissen während des Geschäftsjahres erklärt werden. Oft wurde aber einfach nicht genug Zeit für die Planung und Budgetierung verwendet. Geht dann dieser Plan nicht auf, kann Ihr Unternehmen in große Schwierigkeiten geraten.

Fazit: Wer sich an das Gesetz hält, darf Geschäftsführer bleiben

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, hängt viel davon ab, unter welchen Umständen die alte GmbH insolvent ging. Sollten Sie sich als Geschäftsführer korrekt verhalten haben, besteht für Sie prinzipiell immer die Möglichkeit, erneut eine GmbH zu gründen. Bevor Sie allerdings Ihre zweite Firma zu planen beginnen, rate ich Ihnen zuvor, Ihre Möglichkeiten abzuklären. Die Gründung einer neuen GmbH kann sich – besonders wenn die vorangegangene aus finanziellen Gründen scheiterte – als schwieriger erweisen.

Die GmbH-Finanzierung und das Vertrauen von neuen Geschäftspartnern sind hier nur einige der Punkte, die auf Sie zukommen.

Weitere Informationen rund um das Thema Insolvenz finden Sie hier:

Sie haben weitere Fragen zu den Möglichkeiten nach einer Insolvenz?

Sie möchten mehr darüber wissen, welche Möglichkeiten Sie nach einer Insolvenz haben? Dann vereinbaren Sie einfach einen Termin. Sollten Sie als Geschäftsführer noch Fragen zu Ihrem Recht und der Gründung einer neuen GmbH haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr darüber erfahren!

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Gewinn mindern Einzelunternehmen Beitragsbild

Steuerlichen Gewinn mindern als Einzelunternehmen: 6 häufig ungenutzte Wege

Sie haben es satt, am Ende jedes Geschäftsjahres zu sehen, wie die Steuer Ihren hart erarbeiteten Gewinn förmlich “auffrisst”? Deshalb möchten Sie Ihren steuerlichen Gewinn mindern, um als Einzelunternehmen endlich weniger Steuern zu zahlen?

Für alle Einzelunternehmer, die sich in diesen zwei Fragen wiederfinden, habe ich 6 Wege zum Sparen von Steuern zusammengefasst. Aber Achtung: Manche dieser Möglichkeiten finden nicht ohne Grund selten Gebrauch.

Finden Sie in diesem Artikel heraus, welche der 6 Wege für Ihr Unternehmen infrage kommen und wie viel Geld Sie mit diesen sparen können:

Dieser Beitrag wurde am 21. Oktober 2022 aktualisiert.

Welche Steuern zahlen eigentlich Einzelunternehmen?

Grundsätzlich hat ein Einzelunternehmen folgende Steuern zu entrichten:

  • die Einkommensteuer sowie den Solidaritätszuschlag
  • die Umsatzsteuer
  • die Gewerbesteuer (gilt allerdings nur für Gewerbetreibende, nicht für Freiberufler)

Die Grundlage für die Berechnung der Besteuerung bilden die Einnahmen und die Ausgaben eines Einzelunternehmens. Auf Basis dessen wird der Gewinn ermittelt, welcher wiederum die Bemessungsgrundlage für einzelne steuerliche Abgaben ist.

Gewinn mindern als Einzelunternehmen – Wie geht das?

Wie kann ein Einzelunternehmen nun aber seinen Gewinn mindern und dementsprechend weniger Steuern zahlen? 6 mögliche Wege hierfür zeigen wir Ihnen nachfolgend auf.

Weg #1: Steuern sparen mithilfe des Steuerwahlrechts

Steuerwahlrecht bedeutet, dass Sie als Unternehmer die Wahl haben, bestimmte Steuerbegünstigungen zu beantragen. Dabei ist es von Unternehmen zu Unternehmen verschieden, welche Steuerbegünstigungen zur Auswahl stehen.

Wissen Sie einmal, welche steuermindernde Möglichkeiten es für Ihr Unternehmen gibt, müssen Sie einen dementsprechenden Antrag dafür stellen. So können Sie unter Umständen von einer dieser beiden Steuerbegünstigungen profitieren:

1. Wahl-Möglichkeit: Der Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ist im Einkommensteuergesetzes § 7g verankert und besagt, dass Sie als Unternehmer bei zukünftigen Investitionen bis zu 40% der Anschaffungskosten sofort gewinnmindernd abziehen können.

Dank dieser Investitionsabzugsbeträge können Sie Ihren Gewinn mindern und die Steuerbelastung im Abzugsjahr senken. Der Nachteil dabei: Mit dieser Methode erhöht sich in den Jahren nach den Investitionsabzugsbeträgen Ihre Steuer. Nur weil diese Möglichkeit für Sie infrage kommt, müssen Sie diese aber nicht zwanghaft nutzen: es ist Ihr Wahlrecht.

Mehr zum Thema Investitionsabzugsbetrag erfahren Sie hier: Der Investitionsabzugsbetrag – Was ist das?

2. Wahl-Möglichkeit: Steuerfreistellung für Reinvestitionen bei Immobilien

Bei Veräußerungsgewinnen von betrieblichen Immobilien gibt es keine Steuerfreiheit. Dennoch bietet sich für manche Unternehmer ein Weg, den Verkaufsgewinn ihrer Immobilie (zunächst) steuerfrei zu gestalten: indem Sie sich eine “Ersatzimmobilie” zulegen.

Schaffen Sie sich eine zweite Immobilie an, können Sie nämlich den Veräußerungsgewinn der ersten betrieblichen Immobilie auf diese neue übertragen. Dadurch bleibt der Gewinn fürs Erste steuerfrei.

Allerdings ist zu bedenken, dass Sie bei Ihrer Ersatzimmobilie durch diese Vorgehensweise steuerlich weniger absetzen können. Denn der Anschaffungspreis abzüglich des Veräußerungsgewinnes führt zu einer Kürzung Ihrer Abschreibung.

Weg #2: Durch die Steuervergünstigung beim Vermögensaufbau

Als Voraussetzung für diesen steuerlichen Vorteil dürfen Sie als Unternehmer nicht Ihren kompletten Gewinn für private Zwecke entnehmen.

Erfüllen Sie diese Bedingung, so entfällt auf den Teil, welcher in Ihrem Unternehmen verbleibt eine Steuer von max. 28,75 %. Die ausgeschütteten Gewinne werden mit Ihrem persönlichen Steuersatz  (42 % oder vielleicht sogar 45 %) versteuert.

Übrigens: Damit Sie die Steuervergünstigung beim Vermögensaufbau für sich nutzen können, müssen Sie ebenfalls einen Antrag stellen. Eine automatische Begünstigung gibt es nämlich nicht – auch nicht, wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen.

Weg #3: Mithilfe der Steuerfreistellung in der Gewerbesteuer

Ein weiterer Weg, als Ihren Gewinn zu mindern, bietet sich für Einzelunternehmen bei der Gewerbesteuer. Im Gewerbesteuergesetz §9 Nr. 1 Satz 2 versteckt sich nämlich eine wichtige Vorschrift, welche oft übersehen wird.

Diese besagt, dass  unter bestimmten Umständen der steuerpflichtige Ertrag Ihres Unternehmens soweit gekürzt werden kann, dass darauf keine Gewerbesteuer erhoben wird. Das ist aber nur möglich, wenn sie eigenen Grundbesitz oder (neben diesem) eigenes Kapitalvermögen verwalten und verwenden.

Diese Bedingungen treffen nur auf spezielle Unternehmenstätigkeiten zu, wie zum Beispiel:

  • Immobilienvermietungen
  • Finanzanlagen

Diesen Vorteil kennen die wenigsten Unternehmer, oder wissen nicht, wie sie ihn am besten einsetzen. Dafür gibt es jedoch erfahrene Steuerberater, die Ihnen bei der Nutzung steuerlicher Begünstigungen weiterhelfen.

Weg #4: Durch die Verlosung von Preisen

Wussten Sie, dass Sie durch die Verlosung von Preisen (zum Beispiel in Form einer Tombola) von gewinnmindernden Betriebsausgaben profitieren? Für den Beschenkten ist dieser Gewinn sogar steuerfrei!

Und so geht es: Wenn Sie als Unternehmer ein Fest veranstalten können Sie unter allen teilnehmenden Kunden oder Geschäftspartnern Preise verlosen. Dank dieser Vorgehensweise kommen Ihnen als Unternehmer gewinnmindernde Betriebsausgaben zugute, während Ihre Kunden eine positive Überraschung erleben. So trägt die Verlosung von Gewinnen auch zu einem engeren Verhältnis mit Ihren Kunden bei.

Der einzige Haken bei der Sache: Die Verlosung löst bei Ihnen als Schenkendem Umsatzsteuer (in der Höhe der Vorsteuer) aus. Außerdem kann Ihr Kunde keine Vorsteuer für den Gewinn geltend machen, da es für eine Verlosung in der Regel keine ordnungsgemäße Rechnung gibt. Außerdem darf der Beschenkte weder direkt noch indirekt etwas für diesen Gewinn geleistet haben. Nur so können Sie an ihn den gewonnenen Preis verlosen.

Weg #5: Mithilfe der Entgeltumwandlung für Mitarbeiter

Von der Entgeltumwandlung profitieren sowohl Ihre Arbeitnehmer als auch Sie als Arbeitgeber. Dank dieser Umwandlung bekommen Ihre Mitarbeiter mehr Netto-Gehalt am Ende des Monats, ohne dass sie dafür etwas tun müssen. Wie das geht fragen Sie sich? Ganz einfach:

Gemeinsam mit Experten, wie zum Beispiel denen der Deutsche Gesellschaft für Entgeltoptimierung (kurz: DGEO), legen Sie fest, welche steuerbegünstigte “Entgeltbausteine” in Ihrer Firma verwendet werden sollen. Dabei kann es sich beispielsweise um Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Erstattungen von Handykosten handeln.

In einem weiteren Schritt wird dann das Brutto-Entgelt Ihrer Mitarbeiter gesenkt. Diese Senkung wird mit den zuvor vereinbarten Entgeltbausteinen ausgeglichen. Da diese steuerbegünstigt sind, sinken auch die Abgaben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer dementsprechend. Dadurch bleibt am Ende mehr Netto-Gehalt für Ihre Angestellten übrig.

Weg #6: Mit Geschenken an Geschäftspartner

Ich weiß, steuermindernde Geschenke an Geschäftspartner klingen für Unternehmer verlockend. Leider muss ich Sie in diesem letzten Punkt aber enttäuschen: Bei Geschenken an Geschäftspartner ist es meist nutzlos, eine Steuerminderung hervorzurufen. Nur Geschenke bis zu 35€ (netto) zählen nämlich als Betriebsausgaben. Es handelt sich daher nur um Kleinigkeiten, die (selbst addiert) keine sonderliche Entlastung bei der Besteuerung Ihrer Firma bewirken.

Aus diesem Grund werden solche steuermindernden Geschenke oft überbewertet und bringen Ihnen nicht die erhoffte Ersparnis. Sollten Sie dennoch Ihre Steuern durch Geschenke mindern wollen, brauchen Sie eine Liste aller Namen der Beschenkten. Außerdem müssen Sie festhalten, was genau (inkl. Wert) verschenkt wurde.

Gewinn mindern als Einzelunternehmen: Setzen Sie auf diese Strategie!

Als Abschluss dieses Artikels möchte ich Ihnen gerne noch einen letzten strategischen Denkanstoß mit auf den Weg geben. Denn obwohl Sie auch als Einzelunternehmer mithilfe meiner sechs Wege Steuern sparen können, sind höhere Ersparnisse oft nur mit ausgeklügelten Konstrukten zu erreichen.

Aber keine Sorge: Sie müssen kein Unternehmen mit Millionen-Gewinnen sein, um eine solche effiziente Gesellschaftsstruktur umzusetzen. Oft reicht schon eine einfache Unternehmensumwandlung aus, um noch mehr Sparpotential auszunutzen. Mit den richtigen Zielen, dem passenden Konzept und der optimalen Vorgehensweise, können Sie als Unternehmer Ihre Gesamtsteuerbelastung um bis zu 40% reduzieren.

Wie genau Sie dabei vorgehen müssen und welche weiteren Vorteile Sie sich sichern können, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Steuerliche Optimierungen: So sparen Sie mit einer effizienten Gesellschaftsstruktur

Fazit: Ohne Strategie keine langfristige Steuerersparnis

All die genannten Wege der Steuerminderung klingen verlockend, doch es gibt einen Grund, warum diese so selten genutzt werden: Damit Sie wirklich das Meiste aus ihnen herausholen können, brauchen Sie eine ausgeklügelte Strategie. Und diese kann Ihnen nur ein erfahrener Steuerberater ausarbeiten.

Natürlich können Sie auch selbst auf das Beschenken von Geschäftspartnern zurückgreifen oder Steuerbegünstigungen beantragen, aber ohne einen genauen Plan und Fachwissen ist das Risiko einfach zu hoch. Aus diesem Grund rate ich Ihnen, sich mit Experten zusammenzuschließen, um von einer spürbaren Steuerentlastung zu profitieren.

Sie haben weitere Fragen, wie Sie Ihren Gewinn als Einzelunternehmen mindern können?

Sollten Sie weitere Fragen dazu haben, wie Sie Ihren Gewinn als Einzelunternehmen spürbar mindern können, dann stehe ich Ihnen gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich einfach unverbindlich via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über mein Kontaktformular.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Vor und Nachteile einer Holding

Die Holding – Was ist das? Und was kann Sie?

Sie haben schon von einer Holding oder Holdinggesellschaft (auch Dachgesellschaft genannt) gehört und fragen sich, was das eigentlich genau ist? Ist die “Installation” einer solchen Gesellschaft auch für Ihr Unternehmen interessant? Wie profitiert man überhaupt konkret von einer Holdinggesellschaft? Auf was sollte man achten? Welche Vorteile und welche Nachteile ergeben sich daraus?

Im folgenden Beitrag gehe ich all diesen Fragen auf den Grund und erkläre Ihnen alles, was Sie über die Holding wissen müssen.

Dieser Beitrag wurde am 10. Oktober 2022 aktualisiert.

Was ist eine Holdinggesellschaft?

Rein rechtlich gesehen ist eine Holdinggesellschaft eine Gesellschaft, die Anteile an einer anderen Gesellschaft hält. Diese Gesellschaften können sich im In- und im Ausland befinden. Meistens ist das auch der einzige Unternehmenszweck einer Holdinggesellschaft. Theoretisch kann eine Holding aber auch selbst operativ tätig sein.

Eine Holding kann (fast) jede Rechtsform annehmen: Nur ein Einzelunternehmen kann nicht als Holdinggesellschaft fungieren. Ansonsten sind von einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), über eine Kommanditgesellschaft (KG) bis hin zur GmbH & Co. KG alle Rechtsformen möglich. Die gängigste Rechtsform ist allerdings jene einer Holding GmbH. Eine Holding (oft auch als „Mutter“ bezeichnet) kann also eine Personen- oder Kapitalgesellschaft sein und hält Gesellschaftsanteile von Kapitalgesellschaften. Diese werden dann gemeinhin als „Tochtergesellschaften“ bezeichnet.

Welche Modelle einer Holding gibt es?

Was die Mutter-Tochter-Beziehung einer Holding angeht, so gibt es vier verschiedene Modelle:

Die Finanzholding

Diese Art der Holding definiert sich durch eine Beteiligung an Ihren Tochtergesellschaften, die sie verwaltet. Die Finanzholding übt dabei keinen Einfluss auf die Führung ihrer Töchter aus, sondern nimmt lediglich ihre Rechte als Anteilshabende wahr (z.B. bei Gesellschafterversammlungen, der Satzungsgestaltung etc.).

Die Führungsholding

Die Führungsholding hingegen besitzt zumindest die einfache Mehrheit an ihren Tochtergesellschaften und gibt somit den Ton an. Die Töchter sind von dieser Art der Holding abhängig und werden von ihr wirtschaftseinheitlich geleitet.

Die Holding, die Leistung an ihre Töchter erbringt

Es gibt auch Holdings, die Dienste für ihre Tochtergesellschaften leisten. So kann eine Holding zum Beispiel die Buchführung, Beratung etc. einzelner Tochter-GmbHs übernehmen.

Die Holding mit einem eigenen Geschäft

Neben diesen Leistungen an Tochtergesellschaften kann eine Holding auch ein eigenes Geschäft führen.

Ein Beispiel: Die eine Tochter-GmbH stellt Autos her, die andere Navigationssysteme. Die Holding selbst jedoch produziert Autoreifen. Weder das Geschäft der beiden Töchter noch das Geschäft der Holding stehen in unmittelbaren Zusammenhang miteinander. Alle drei Firmen könnten ihr Geschäft auch ohne das Geschäft der anderen erbringen. Die Funktion der Holding liegt dennoch bei der Steuerung der gemeinsamen Gewinne und Verluste zum Vorteil der Gruppe.

Welche Form ist denn jetzt die Richtige für Sie?

Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten und ist immer von Ihrer individuellen Situation abhängig. Hier sind vor allem zwei Fragen entscheidend:

Soll die Holding selbst Leistungen erbringen?

Sobald die Mutter-Gesellschaft eigene Geschäfte betreibt, also für eine Tochter oder ein Dritt-Unternehmen Leistungen erbringt, muss die Mutter auf jeden Fall vorsteuerabzugsberechtigt sein. In diesem Fall wäre eine reine Finanz- oder Führungsholding nicht geeignet.

Dient die Holding jedoch nur der Verwaltung der Gewinne und Verluste der Tochtergesellschaften, ist eine Finanz- oder eine Führungsholding die richtige Wahl.

Was ist der Zweck der Holding?

Meist wird eine Holding zum Zweck der Steuer-Optimierung gegründet. Manchmal sind jedoch Image-Gründe ausschlaggebend für die Gründung einer Holding. Sind Sie vor allem an der Steuer-Optimierung interessiert, ist wahrscheinlich eine Finanz- oder Führungsholding für Sie richtig. Dann können zwischen der Mutter und den Töchtern Gewinnabführungsverträge abgeschlossen werden. In diesen Verträgen wird festgelegt, dass alle Gewinne oder Verluste steuerfrei an die Mutter-Gesellschaft abgeführt werden.

Alle Gewinne und Verluste werden gegengerechnet. Im Idealfall reduzieren Sie so Ihre Steuerlast. Manchmal ist der Verlust einer Tochter-Gesellschaft allerdings so hoch, dass durch die Verrechnung die Existenz der gesamten Gruppe gefährdet wird. Überlegen Sie sich also genau, ob Sie Ihre einzelnen Unternehmen derart eng aneinander binden möchten.

Welche Form die Richtige für Sie ist, kommt also hauptsächlich darauf an, welche Rolle die Mutter-Gesellschaft spielen soll und warum die Holding überhaupt gegründet wird. Deshalb kann ich Ihnen leider nicht pauschal beantworten, welche Form die beste für Ihr Unternehmen ist. Diese Frage kann nur nach einer genauen Analyse Ihrer Situation von Ihrem Steuerberater beantwortet werden.

Deshalb lautet mein Rat: Holen Sie vor einer endgültigen Entscheidung unbedingt Rat von einem fachkundigen Steuerberater.

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Die Holding - Was ist das?

Was kann eine Holdinggesellschaft und wie profitieren Sie konkret davon?

Wie Sie von eine Holdinggesellschaft profitieren können, das erfahren Sie direkt anschließend.

Einheitliche Unternehmensführung

Eine Holding ermöglicht eine einheitliche Unternehmensführung über alle untergeordneten Tochterfirmen. Das verhindert, dass es in Ihren Gesellschaften zu verdeckten Gewinnausschüttungen kommen kann. Sie können sich also nicht durch ein zu hohes Geschäftsführergehalt oder unrechtmäßige Sachbezüge strafbar machen.

Weniger Gewerbesteuer

Mit einer gut strukturierten Holding reduzieren Sie Ihre Gewerbesteuer und sparen dadurch Jahr für Jahr bares Geld.

Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten

Mit einer Holding können Sie die Gewinne und Verluste der untergeordneten Tochtergesellschaften miteinander verrechnen. Wie Sie hier genau vorgehen erkläre ich Ihnen nachfolgend.

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Die Holding - Was kann Sie?

Die Verrechnung von Gewinn & Verlusten aus der Gruppe

Viele Unternehmer haben schon von der Möglichkeit gehört, dass bei Holdings und deren Töchtern Gewinne sowie Verluste gegengerechnet werden können. Schreiben Sie beispielsweise mit Unternehmen A 100.000 Euro Gewinn und mit Unternehmen B 50.000 Euro Verlust, werden diese Beträge in der übergeordneten Holding C gebündelt. Daraus ergibt sich dann ein zu versteuernder Gewinn von 50.000 Euro. Damit eine solche Zusammenführung möglich ist, müssen Sie allerdings ein paar Bedingungen erfüllen.

Diese Bedingung muss Ihre Holding für die Verrechnung von Gewinnen und Verlusten erfüllen

Damit eine Verrechnung der Gewinne und Verluste überhaupt möglich ist, müssen zwischen den Tochter-Gesellschaften und der Holding Gewinnabführungsverträge abgeschlossen werden.

Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch, dass die Holding somit für alle unter ihr befindlichen Tochter-Gesellschaften haftet. Geht beispielsweise eine Tochter insolvent, haftet die Holding für diese Schulden und kann im schlimmsten Fall die gesamte Gruppe in die Pleite stürzen.

Die Gewinnabführungsverträge müssen dabei immer über mindestens 5 Jahre abgeschlossen werden. Ist Ihnen das Haftungsrisiko doch zu hoch, können Sie die gegenseitige Verrechnung also nicht einfach nach 3 Jahren stoppen und die Gewinnabführungsverträge auflösen. Tun Sie das trotzdem, wird die Gewinn und Verlust-Gegenrechnung nachträglich für nichtig erklärt und Sie müssen Steuern nachzahlen.

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Verrechnung von Gewinn & Verlusten aus der Gruppe

Umsatzsteuer und Vorsteuer bei einer Holding-Struktur

Werden die Umsatzsteuer und Vorsteuer ebenfalls in der übergeordneten Holding gebündelt oder meldet jede Tochtergesellschaft die Umsatzsteuer für sich an? Die Antwort darauf erhalten Sie nachfolgend.

Wie ist sind die Umsatz- und Vorsteuer bei einer Holding-Struktur geregelt?

Eine Holding meldet in der Regel die Umsatz- sowie Vorsteuer für die gesamte Gruppe an.

Wie kann man mit einer Holdinggesellschaft Umsatzsteuer gestalten?

Erbringt die Holding innerhalb der Gruppe umsatzsteuerpflichtige Leistungen für eine Tochtergesellschaft, sind diese Leistungen vorsteuerabzugsberechtigt. Würde die Tochtergesellschaft diese Leistung beispielsweise selbst erbringen, könnten Sie sich die Vorsteuer nicht vom Staat zurückholen. Daraus ergibt sich ein Steuervorteil für Sie.

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USt und VSt bei einer Holding-Struktur

Die Gründung einer Holding: Das sollten Sie unbedingt beachten

Eine Holding zu gründen, klingt für Unternehmer und Geschäftsführer immer spannend. Doch nicht immer überwiegen die Vor- die Nachteile. Daher möchte ich nun die wichtigsten Stolperfallen auflisten und mit ein paar Unklarheiten aufräumen.

Wann ist die Gründung einer Holding sinnvoll?

Sie macht immer Sinn, wenn es schon mehr als eine GmbH gibt, die in der Hand einer Person ist. Oder wenn diese GmbHs mehrheitlich von einer Person gehalten werden.

Dann können Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer…

  • Gewinne und Verluste aller Gesellschaften zusammenrechnen und müssen nur Steuern auf den Überschuss aller Gesellschaften bezahlen.
  • die (steuerlich riskante) verdeckte Gewinnausschüttung verhindern.
  • vom besseren Image der Außenwirkung einer Holding profitieren.
  • bei Mehrstaatlichkeit innerhalb der EU einfach in eine Europa-AG wechseln. Dadurch erwirken Sie eine einheitliche Rechtsanwendung für alle Gesellschaften, egal in welchem EU-Land diese tätig sind.

Welche 5 brisanten Punkte müssen Sie bei einer Holding beachten?

Es gibt 5 äußerst relevante Dinge, die Sie bei einer Holding bedenken sollten. Diese werden wir Ihnen nachfolgend erläutern.

Punkt #1: Fünfjährige Mindestdurchführung der Ergebnisabführungsverträge

Das heißt: Die Organschaft (= Betriebsstättenfiktion, die Zusammenlegung der Gewinne und Verluste ermöglicht) besteht immer nur dann, wenn die Gewinne aller Tochter-Gesellschaften mindestens 5 Jahre lang an die Mutter-Holding abgeführt wurden bzw. die Verluste von der Mutter-Holding so lange übernommen wurden.

Führen Sie diese Gewinne oder Verluste einmal nicht auf den Cent genau ab, scheitert diese Organschaft. Die Holding würde damit also Ihren Sinn und Zweck verlieren.

Punkt #2: Rechtsunsicherheiten bei Rechtsanwendungsfehlern

Eines sei hier gleich vorweggenommen: Dieser Punkt ist so brisant und birgt viel Erklärungsbedarf. Ein paar Punkte, die bei Rechtsunsicherheiten bzw. Rechtsanwendungsfehlern die Organschaft der Holding aufheben bzw. unterbrechen können, möchte ich Ihnen an dieser Stelle nennen:

Andersbewertungen im Handelsrecht von Pensionsrückstellungen: Bei Pensionsrückstellungen stellt sich die Frage, ob eine Ausschüttungssperre auch gleichzeitig eine Abführungssperre bedeutet. Dies muss erst höchstgerichtlich entschieden werden. Erst dann haben wir in diesem Punkt Rechtssicherheit.

Fakt ist: Haben Sie bislang mit der falschen Annahme gerechnet, liegt möglicherweise ein Problem mit dem Punkt 1 vor. Sie haben vielleicht das falsche Ergebnis abgeführt. Das wiederum kann zu einer rückwirkenden Versagung oder Unterbrechung der Holding im Steuerrecht führen. Ihre Abgaben müssten dann im schlimmsten Fall neu berechnet und abgeführt werden. Ihre steuerlichen Vorteile könnten Sie dadurch für die komplette Anwendungszeit verloren haben.

Sofortige Rückführung der Ergebnisabführung als Kapitalrücklage: Wenn Sie die Gewinne nach der Abfuhr an die Holding sofort wieder zurückfließen lassen, mag das zwar steuerlich und betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, unterläuft aber die steuerrechtliche Vorschrift der “Abführung des gesamten Gewinns”.

Verbindliche Auskünfte vom Finanzamt bei Änderungen erforderlich: Die Verschmelzung oder Aufspaltung von Gesellschaften unter dem Dach der Holding kann nicht einfach nach Belieben durchgeführt werden. Solche Änderungen liegen im Ermessen des Finanzamts. Ob solche Vorgänge tatsächlich unschädlich sind, entscheidet nur der Staat. Das heißt: Sie müssen vorher verbindliche Auskunft einholen.

Hohe Gebühren für Finanzamtsauskunft: Wenn Sie die oben genannte Auskunft beim Finanzamt einholen, müssen Sie diese auch bezahlen. Das Amt verrechnet dabei immer die Höchstgebühr und zwar pro Gesellschaft. Die Gebühr beträgt somit im schlimmsten denkbaren Fall: 109.736 Euro x Anzahl der Gesellschaften innerhalb der Holding. Ist das in Ihrem Fall noch wirtschaftlich? Das müssen Sie ausrechnen.

Fehlender dynamischer Verweis in den Ergebnisabführungsverträgen: Die bloße unrichtige Formulierung in den Verträgen führt ebenfalls zur Aberkennung oder Unterbrechung der Organschaft.

Punkt #3: Wegfall der Verlustnutzung

Die Nutzung von Verlusten aus den Vorjahren nach §8d Körperschaftssteuergesetz zur Steuerminderung ist nicht für eine Holding möglich. Diesen Nachteil sollten Sie sich nicht nur bei der Gründung Ihrer Holding genau überlegen. Auch bei künftigen Verschmelzungen oder Zukäufen von neuen Gesellschaften in die Holding kann das Thema werden.

Punkt #4: Drohender Verlust der Organschaft durch Bilanzierungsfehler

Die Abführung des falschen Gewinns oder Verlusts von nur einem einzigen Cent kann die Organschaft auflösen bzw. unterbrechen. Das heißt: Sie verlieren auf Anhieb Ihre steuerlichen Vorteile durch Verlustvorträge.

Wichtig für Sie ist Folgendes: Wenn Sie bei einer Betriebsprüfung auf einen Bilanzierungs-Fehler aufmerksam werden, dann müssen Sie in der Schlussbesprechung darauf bestehen, dass dies als solcher Fehler festgehalten wird. Ein Fehler ist für Sie unschädlich. Steht das nicht im Prüfbericht so drinnen, haben Sie den falschen Gewinn bzw. Verlust bilanziert. Das wiederum führt zum Verlust der Organschaft.

Punkt #5: Falsch berechnete Mehrheiten

Die Mutter muss bei allen Gesellschaften mehrheitsbeteiligt sein. Fehlt diese Mehrheit, dann fehlt auch die Grundlage der Holding. Sie verlieren wiederum alle damit einhergehenden Vorteile.

Das Problem bei der Mehrheitsberechnung: Die einschlägige Literatur, die Finanzverwaltung und die Gerichte sind sich nicht einig, mit welchem Schlüssel die Mehrheiten bei mehrstöckigen Kapitalgesellschaften berechnet werden sollen. Klar ist nur, dass mittelbare und unmittelbare Anteile zusammengerechnet werden. Für das “Wie” existieren aber zwei Berechnungsmodelle.

Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer sollten daher unbedingt die Mehrheiten Ihrer Holding sicherstellen.

Die Holding GmbH: Wann ist diese von Vorteil und wann eine Gefahr für Ihre Firmen?

Für viele Unternehmer klingt es zunächst verführerisch: mit einer Holding GmbH mehrere Firmen auf einmal zu kontrollieren. Doch ist es wirklich so einfach? Überwiegen immer die Vorteile einer Holding oder gibt es auch Nachteile, die Sie als Inhaber beachten müssen? Nach 20 Jahren als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass sich um das Thema “Holding” viele Mythen ranken.

Fast alle Unternehmer haben schon davon gehört. Aber wer profitiert wirklich davon? Da mir meine Mandanten in Beratungsgesprächen häufig die gleichen Fragen zu diesem Thema stellen, habe ich diese Fragen gesammelt und versuche sie anschließend leicht verständlich zu beantworten.

Welche 7 Vorteile bringt Ihnen eine Holding GmbH?

Sollten Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer bereits mehr als eine GmbH besitzen (oder deren Mehrheit halten), bringt Ihnen sich die Gründung einer Holding viele Vorteile. Die wichtigsten 7 Vorteile stelle ich Ihnen nun vor.

Vorteil #1: 95% steuerfreie Gewinnausschüttungen

Wenn eine Holding gegründet wird geschieht dies oft aus steuerlichen Gründen. Das liegt daran, dass die Gewinnausschüttungen von GmbH-Töchtern zu 95% steuerfrei an die Holding gehen. Das trifft auf alle Holdings zu, die über keinen Gewinnabführungsvertrag verfügen.

Dagegen geht mit Gewinnabführungsvertrag der Gewinn einer Tochter zunächst zu 100% steuerfrei an die Holding. Diese übernimmt die Besteuerung und die Verrechnung mit etwaigen Verlusten aus der Gruppe.

Achtung: Der Gewinnabführungsvertrag klingt zwar verlockend, kann allerdings auch Probleme mit sich bringen. Sollte sich nämlich eine Tochter in finanziellen Schwierigkeiten befinden, können deren Verluste die Mutter (aufgrund der Verrechnung mit anderen Gewinnen) gefährden.

Die Holding ist automatisch Steuerschuldner für den Umsatz der gesamten Gruppe. Welche Konsequenzen eine solche Mutter-Tochter-Abhängigkeit für Ihre Firmen haben kann, verrate ich Ihnen weiter unten in diesem Artikel.

Vorteil #2: Gemeinsame Besteuerung aller Gewinne und Verluste

Wenn man sich dieser letztgenannten Gefahr für die Mutter jedoch genau überlegt und seine Unternehmensgruppe risikoarm führt, kann daraus ein steuerlicher Vorteil erwachsen. Das heißt: Alle Gewinne und Verluste der Gesellschaften werden zusammengerechnet, bevor die Steuer davon abgezogen wird (siehe §291 AktG).

Ein Beispiel: A GmbH macht 100.000 € Gewinn und B GmbH macht 100.000 € Verlust. Würden beide einzeln versteuert werden, müsste die A GmbH Steuern zahlen. Nur die B GmbH würde aufgrund der Verluste keine Steuern zahlen. Gibt es aber eine Holding C GmbH, die von beiden 100% besitzt, so werden Gewinn der A GmbH und Verlust der B GmbH zusammengeführt und es werden insgesamt keine Steuern fällig.

Dank einer Holding werden also die Gewinne und Verluste der einzelnen Gesellschaften nicht mehr länger isoliert betrachtet.

Vorteil #3: Vermögensaufbau statt Gewinnausschüttung

Hiermit meine ich die sogenannte Thesaurierung. Keine Sorge, dieser Begriff klingt komplizierter als er ist: Gemeint ist mit Thesaurierung, dass Gewinne am Ende des Geschäftsjahres nicht ausgeschüttet werden, sondern innerhalb der Firma bleiben. Eine Holding ermöglicht Ihnen als Inhaber demnach neue Strategien für den Vermögensaufbau Ihrer Unternehmen.

Vorteil #4: Trennung der Risiken

Durch eine Holding können Sie die Risiken von Teilbetrieben auf verschiedene Tochter-GmbHs aufteilen. Das minimiert das Risiko auf die ganze Gruppe. Wäre es nur eine Firma mit mehreren Abteilungen, dann könnte ein schuldenmachender Bereich die anderen mit in finanzielle Probleme reiten.

Sollte also eine Tochtergesellschaft in Schieflage geraten, sind die anderen Unternehmen bei einer Holding davon nicht betroffen. Dennoch werden die Ergebnisse aller Firmen in der Holding über einen GAV zusammengehalten.

Vorteil #5: Imagefördernde Außenwirkung

Die Gründung einer Holding verschafft Ihnen als Inhaber bzw. Geschäftsführer zudem ein besseres Firmenimage. So können all Ihre Tochter-GmbHs von der positiven Außenwirkung der Mutterfirma profitieren.

Vorteil #6: Verhinderung einer verdeckten Gewinnausschüttung

Eine Holding behält den Überblick über alle Tochtergesellschaften. Auf diese Weise können steuerliche Risiken – wie zum Beispiel eine verdeckte Gewinnausschüttung – minimiert werden. Sie als Inhaber der Holding können unter anderem die Gewinne aller GmbHs zu 95% steuerfrei ausschütten oder damit Verluste einzelner Teilbetriebe ausgleichen.

Sollten Sie mehr zu verdeckten Gewinnausschüttungen erfahren wollen, empfehle ich Ihnen anderen Beitrag aus meinem Blog. Klicken Sie dazu einfach auf den folgenden Link: Verdeckte Gewinnausschüttung: So machen sich Gesellschaften und Gesellschafter strafbar

Vorteil #7: Verhinderung einer Zersplitterung im Falle eines plötzlichen Todesfalls

Eine Holding eröffnet Ihnen die Möglichkeit mehrere Unternehmen unter einem gemeinsamen Schirm zu bündeln. Das hat nicht nur steuerliche Vorteile, sondern wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensnachfolge im plötzlichen Todesfall aus.

Denn sind Ihre Unternehmen nicht gebündelt, können sie im Fall Ihres Todes willkürlich unter Ihren Erben aufgeteilt werden. Das ist gleichbedeutend mit einer Zersplitterung Ihrer Unternehmen. Mit einer Holding können Sie genau das verhindern. Ihre Unternehmen befinden sich als Töchter in einer gemeinsamen Muttergesellschaft und es wird vermieden, dass die Unternehmen von verschiedenen Personen kontrolliert werden.

Wenn Sie plötzlich versterben und sich Ihre Unternehmen gebündelt in einer Holding befinden, werden einfach die Anteile vererbt und die Unternehmen verbleiben unter einem gemeinsamen Schirm.

Nachteil der Holding: Die Mutter-Tochter-Abhängigkeit

Nach so vielen Vorteilen einer Holding muss ich Sie an dieser Stelle auch auf deren Gefahren hinweisen. Der größte Nachteil dieser Rechtsform ist die Abhängigkeit der Tochtergesellschaften.

Das bedeutet: Sollte die Existenz Ihrer Holding einmal bedroht sein, teilen die Töchter deren Schicksal. Selbst wenn die anderen GmbHs hohe Gewinne erzielen und gut am Markt positioniert sind, gehen sie mit der Muttergesellschaft unter. Im Gegensatz zum Holding-Konstrukt, wären bei mehreren Schwestergesellschaften, die aber keiner Organschaft gehören, nicht alle GmbHs automatisch mitgefährdet, wenn eine in Schieflage gerät.

Weitere Gefahren ergeben sich bei der Gründung und Führung einer Holding. Diese habe ich Ihnen bereits zuvor detailliert zusammengefasst.

Hier noch einmal im Überblick, welche 5 Punkte Sie bei einer Gründung zu beachten haben:

  1. Fünfjährige Mindestdurchführung der Ergebnisabführungsverträge
  2. Rechtsunsicherheiten bei Rechtsanwendungsfehlern
  3. Wegfall der Verlustnutzung
  4. Drohender Verlust der Organschaft durch Bilanzierungsfehler
  5. Falsch berechnete Mehrheiten

Die Vorteile und Nachteile einer Holding im Video erklärt

Sie möchten gerne weitere Informationen zur Holding? Dann sollten Sie sich auf jeden Fall mein Video ansehen. In diesem Video spreche ich mit meinem Interviewpartner York noch genauer über die Unterschiede zwischen den Holding-Varianten und den Gewinnabführungsvertrag.

Vor- und Nachteile einer Holdinggesellschaft

Eine Holding bietet Inhabern mehrerer GmbHs meistens Vorteile

Sollten Sie mehrere GmbHs besitzen, erhalten Sie durch die Gründung einer Holding sowohl steuerliche als auch verwaltungstechnische Vorteile. Wichtig für Sie als Inhaber ist jedoch, dass Ihnen keine gravierenden Fehler unterlaufen. Denn sollte die Existenz Ihrer Holding gefährdet sein, trifft dies im selben Maße auch auf Ihre anderen Kapitalgesellschaften zu. Ich empfehle Ihnen daher, die Vor- und Nachteile einer Holding genau abzuwägen, bevor Sie diese gründen. Am besten beraten Sie sich mit Ihrem Steuerberater Hamburg und rechnen mit diesem alle möglichen Szenarien durch.

Sie möchten detaillierte Informationen zum Thema Holding?

Ich habe Ihnen nun die Grundzüge, die Hauptvorteile und auch die Risiken einer Holding-Struktur erklärt und auch wie Sie bei der Gründung einer Holding-Gesellschaft vorgehen sollen.

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, ob sich die Gründung einer Holding für Ihr Unternehmen rentiert, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerkanzlei zu einem persönlichen Beratungsgespräch besuchen. Alternativ bin ich auch jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) erreichbar.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Checkliste fuer GmbH Kauf

GmbH Kauf: Mit dieser Checkliste in 7 Schritten zum Erfolg!

Sie sind Unternehmer und wollen eine GmbH kaufen? Sie haben allerdings noch nie eine andere Firma übernommen und suchen deshalb nach einer Richtschnur, an die Sie sich halten können?

Keine Sorge, Sie sind nicht der erste Geschäftsmann, der beim Unternehmenskauf unsicher ist. Von der Verhandlung des Kaufpreises bis zu den rechtlichen Details müssen Sie auf viele verschiedene Dinge achten. Ohne Erfahrung ist man da sehr schnell überfordert.

Aus diesem Grund habe ich Ihnen in meinem neuen Beitrag eine Checkliste zusammengestellt, welche Ihnen die GmbH-Geschäftsübernahme erleichtern soll. In der Checkliste in diesem Beitrag sind die wichtigsten Punkte beim GmbH Kauf übersichtlich zusammengefasst.

Dieser Beitrag wurde am 29. September 2022 aktualisiert.

Mit dieser Checkliste ist der Kauf einer GmbH ein Klacks

Diese nachfolgenden 7 Punkte dürfen Sie vor dem Kaufabschluss keinesfalls vergessen:

1. Punkt: Sauberes Auditing der Ertrags- und Vermögenslage

Bevor Sie eine GmbH übernehmen, müssen Sie als Käufer deren Ertrags- und Vermögenslage genau kennen.

Das bedeutet: Sie müssen wissen, welche Gewinne, Verluste oder Schulden Sie mit einem Kauf der Firma übernehmen. Dafür ist ein sauberes Auditing (= Prüfung) nötig, welche Ihnen Ein- und Überblick über die Finanzen des Kaufobjektes gibt.

2. Punkt: Befreiung von Pensionsverpflichtungen

Bevor Sie eine GmbH kaufen, müssen Sie als zukünftiger Inhaber die Firma von möglichen Pensionsverpflichtungen Ihres Vorgängers enthaften. Andernfalls kann es Ihnen passieren, dass Sie Pensionszahlungen an Mitarbeiter begleichen müssen, die sie nicht selbst vereinbart haben.

Um dieses Szenario zu verhindern, sollten Sie auf die Hilfe von Experten zurückgreifen. Ich persönlich arbeite dabei gerne mit den Profis der DGbAV (=Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung) zusammen.

3. Punkt: Prüfung von Pensionszusagen von Mitarbeitern

Als dritten Schritt sollten Sie bei einer GmbH-Geschäftsübernahme überprüfen, ob auch wirklich alle Pensionszusagen an Mitarbeiter gedeckt sind. Denn sind die Pensionszusagen nicht gedeckt, können Sie die vereinbarten Pensionen nicht zahlen.

4. Punkt: Festlegung des Bewertungsverfahrens

Sie müssen gemeinsam mit dem Verkäufer festlegen, mit welchem Verfahren Sie die GmbH bewerten. Diese Bewertung ist die Basis für die Preisverhandlung und ist deshalb für Sie als Käufer besonders wichtig.

Sie unter anderem folgende 4 Bewertungsmethoden zur Auswahl:

  • Das Ertragswertverfahren
  • Das Substanzwertverfahren
  • Das IDW S1-Verfahren
  • Das EBIT-Multiplikationsverfahren

Die Bewertung mit dem Ertragswertverfahren kann zu einem ganz anderen Ergebnis als eine Bewertung mittels Substandzwertverfahren führen. Genaueres zu den Methoden der Unternehmensbewertung erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen 

5. Punkt: Beurteilung des Kaufpreises

Ist ein Bewertungsverfahren erst einmal festgesetzt, wird mit diesem der Wert der zu kaufenden GmbH ermittelt. Das Ergebnis dieser Berechnung muss natürlich ebenfalls von Ihnen kritisch unter die Lupe genommen werden.

Damit Sie dabei nicht auf eine irreführende Unternehmensbewertung hereinfallen und einen zu hohen Preis zahlen, habe ich für Sie die 3 häufigsten “Schummeltricks” von Verkäufern unter anderem hier zusammengefasst: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

6. Punkt: Aufsetzen der Exit-Klauseln

Nachdem der Kaufpreis feststeht, sollten Sie nun den Ausstieg des derzeitigen GmbH-Inhabers genau planen. Dabei hilft eine sogenannte “Exit-Klausel“.

Was genau eine Exit-Klausel ist und wie sie Streitigkeiten verhindern kann, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Der Unternehmensverkauf: Alles, was Sie darüber wissen sollten!

7. Punkt: Regelung des Kaufablaufes

Als letzten Punkt auf Ihrer praktischen Checkliste steht die Regelung des Kaufablaufes. Damit meine ich die Festlegung der zeitlichen und finanziellen Stufen während des Kaufes.

Dabei stehen Ihnen unter anderem die folgenden zwei Wege zur Auswahl:

  1. Ein Earn-out
    Bei einem Earn-out findet der Kauf wie auch die Übergabe an Sie als Käufer sofort statt. Der genaue Preis ist allerdings teilweise von der zukünftigen finanziellen Entwicklung der GmbH abhängig. Wie ein Earn-out genau funktioniert habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf
  2. Put & Call-Option
    Bei der Put & Call-Option findet zunächst kein Kauf statt. Stattdessen wird eine gesellschaftliche Verknüpfung (= “joint venture”) vorgenommen. Das heißt: Es gibt meist eine Probezeit von mehreren Jahren, bevor die Firma tatsächlich an Sie als Interessenten verkauft wird.

[et_bloom_locked optin_id=”optin_2″] Hier Checkliste zum GmbH Kauf downloaden [/et_bloom_locked]

GmbH Kauf: Diese 3 Profis brauchen Sie für eine erfolgreiche Übernahme

Die Checkliste sollte von Ihnen nur als grobe Richtlinie verstanden werden. Zusätzlich zu diesen Anweisungen benötigen Sie aber auch ein erfahrenes Team an Ihrer Seite, welches Sie zu Ihrem Vorteil berät. Dieses notwendige Team für Käufer setzt sich in der Regel aus 3 Profis zusammen:

  1. einem Rechtsanwalt
  2. einem Unternehmensberater (idealerweise mit Steuerberaterzulassung)
  3. einem Steuerberater

Nur mit diesen 3 Experten haben Sie die besten Voraussetzungen, um eine GmbH erfolgreich zu übernehmen.

GmbH Kauf: Daran erkennen Sie eine geglückte Geschäftsübernahme

Sie haben die Checkliste befolgt und wollen einen Beweis dafür, alles richtig gemacht zu haben? Sie wollen Ihren Erfolg auf irgendeine Weise belegen können?

Sollte dies der Fall sein, verrate ich Ihnen 3 Anzeichen, an welchen Sie eine erfolgreiche Geschäftsübernahme erkennen können:

  1. Anzeichen: Alle beteiligten Parteien sind mit dem Ausgang des Handels zufrieden.
  2. Anzeichen: Die Existenz des Verkäufers wie auch Ihre eigene ist durch die Übernahme gesichert.
  3. Anzeichen: Der Kaufpreis war angemessen, weder zu hoch, noch zu niedrig.

Treffen diese drei Anzeichen auf Sie zu, kann ich Sie nur beglückwünschen: Sie haben bei der Übernahme viel richtig gemacht. Sollte dies nicht der Fall sein und noch Streitigkeiten zwischen Ihnen und dem Verkäufer herrschen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt, wie Sie am besten vorgehen sollten.

GmbH Kauf: So regeln Sie die Geschäftsübernahme bei Streitigkeiten

Die effizienteste und sparsamste Methode, Streitigkeiten bei der Übernahme zu regeln, ist eine Mediation. Aus dieser ergibt sich dann ein sogenannter “Schiedsspruch“, welcher die Trennung wie auch den Unternehmenswert zu regeln hilft.

Aber Achtung: Dieser Schiedsspruch ist nicht verbindlich. Beide Parteien können daher immer noch den juristischen Weg wählen und vor Gericht gehen. Dort trifft dann ein Schiedsgericht ein verbindliches Ergebnis, welches den Unternehmenswert als auch die Trennung regelt.

Als langjähriger Steuerberater kann ich Ihnen bei Streitigkeiten jedoch nur zu einem Schiedsspruch raten. Dieser sorgt in der Regel ebenfalls für eine Einigung was den Unternehmenswert und die Trennung betrifft, ohne viel zu kosten.

Sollten Sie sich allerdings genau an die Checkliste und den Rat Ihres Experten-Teams halten, müssen Sie sich hoffentlich nicht mit Streitigkeiten herumschlagen. Denn mit diesen beiden Hilfestellungen haben Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche GmbH-Geschäftsübernahme.

Fazit: Mit Checkliste & Experten Probleme bei der Übernahme vermeiden

Eine GmbH-Übernahme erfolgt in mehreren Schritten. Mit der Checkliste in diesem Beitrag habe ich diese Schritte in 7 Punkte zusammengefasst. Damit haben Sie eine grobe Richtschnur, an der Sie sich in der Regel gut orientieren können. Wie die Übernahme jedoch im Detail abläuft, ist von Fall zu Fall verschieden. Deshalb benötigen Sie auch zwingend ein erfahrenes Experten-Team, dass Sie beim Unternehmenskauf unterstützt. Dieses Team sollte aus einem Rechtsanwalt, einem Unternehmensberater und einem Steuerberater bestehen.

Mit unserer Checkliste und der Auswahl Ihres Experten-Teams legen Sie den Grundstein für einen erfolgreichen Kauf einer GmbH.

Sie haben weitere Fragen zum Kauf einer GmbH?

Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater weiß ich, worauf beim Kauf und der Übernahme einer GmbH zu achten ist. Sollten Sie daher weitere Fragen haben oder Beratung benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Sie erreichen mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Ein-Mann-GmbH: Für wen ist sie sinnvoll? Worauf müssen Sie achten?

Sie wollen Ihre Geschäftsidee mithilfe einer eigenen Firma verwirklichen, scheuen sich aber vor Haftungsrisiken? Oder möchten Sie Geschäftspartner und Kunden mit dem Zusatz “GmbH” beeindrucken? Dann kann eine Ein-Mann-GmbH Ihre Lösung sein! Durch eine Ein-Mann-GmbH können Sie als Gründer Ihren Geschäfts-Traum verwirklichen und sich attraktive Vorteile wie ein gesteigertes Image oder unterschiedliche Wege der betrieblichen Altersvorsorge sichern.

Aber Vorsicht: Die Ein-Mann-GmbH hat nicht nur Vorteile. Sie müssen beispielsweise mit mehreren Tausend Euro an Umwandlungskosten rechnen und auch die oft erwähnte Haftungsbeschränkung kann “durchbrochen” werden.

Wann eine Ein-Mann-Gmbh für Sie sinnvoll ist und wann Sie mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft besser beraten sind, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 27. September 2022 aktualisiert.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Eine Ein-Mann-GmbH, oder auch Ein-Personen-GmbH genannt, ist ein Unternehmen, das von einer Person gegründet wurde, welche gleichzeitig der alleinig Geschäftsführer sowie der einzige Gesellschafter ist.

Wichtig: Wenn Sie der alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer sind, können Sie auch Mitarbeiter einstellen und das Unternehmen gilt weiterhin als Ein-Mann-GmbH.

Es kann sich zudem um eine Ein-Mann-GmbH handeln, wenn drei Jahre nach der Gründung alle Anteile der Firma einer Person zufallen. Dies ist oft der Fall, wenn Sie z.B. Ihre GmbH gründen, aber Ihnen jemand bei der Finanzierung für das Stammkapital hilft und dafür Anteile erhält.

Nach 3 Jahren zahlen Sie das geliehene Geld zurück und kaufen somit die Anteile der GmbH zurück. Damit sind Sie der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH.

Abgesehen von diesen Formalitäten sind alle weiteren gesetzlichen Regelungen (Mindestkapital, Veröffentlichungspflichten, etc.) dieselben wie bei einer “normalen” GmbH (siehe GmbH-Gesetz).

Was brauche ich, um eine GmbH alleine zu gründen?

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH kann dann erfolgen, wenn Sie die Hälfte des Stammkapitals in Bar oder in Sachwerten aufbringen können. Für den Rest reicht eine Sicherung von Ihnen als Gesellschafter aus.

In Zahlen ausgedrückt: Das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH beträgt 25.000 €. Davon müssen Sie als Gründer zumindest die Hälfte des Geldes direkt bei der Anmeldung einzahlen. Diese 12.500 € können Sie dabei bar oder in Form von Sachwerten (wie zum Beispiel anhand eines Autos, Grundstückes, Haus, etc.) erstatten.

Was genau ein Sachwert ist und wie Sie diesen am besten für Ihre GmbH-Gründung nutzen, hab ich für Sie detailliert zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf folgenden Link: Wissen für Unternehmer: Was ist eine GmbH Sachgründung? Gefahr oder Chance?

Zusätzlich zu diesem Stammkapital benötigen Sie weitere 2.500 bis 4.500 Euro, um die für eine Umwandlung nötigen Notars- und Amtskosten bezahlen zu können.

Die 4 wichtigsten Vorteile einer Ein-Mann-GmbH

Es gibt mehrere Gründe, warum für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann. Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon kurz zusammengefasst.

Vorteil 1: Bessere Regelung der Altersversorgung

Als Gründer einer Ein-Mann-GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen.

Welche 5 Wege Ihnen bei der Regelung der Altersversorgung dabei offenstehen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen

Wichtig: Da Sie als Inhaber eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft nicht angestellt sind, steht Ihnen die betriebliche Altersvorsorge nicht zur Verfügung.

Vorteil 2: Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen

Wenn Sie die Gewinne in der Ein-Mann-GmbH belassen, werden sie nur mit 30 % und nicht wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft mit Ihrem persönlichen Steuersatz von mehr als 40 % versteuert.

Aber Achtung: Von diesem Vorteil profitieren Sie nur, wenn die Gewinne tatsächlich in der Gesellschaft verbleiben. Sobald Sie die Gewinne ausschütten, lösen Sie eine zusätzliche Besteuerung aus. Der Steuersatz bei der Ein-Mann-GmbH erhöht sich dadurch auf 48 %.

Vorteil 3: Image-Verbesserung

Um eine Ein-Mann-GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von 25.000€. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken.

Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer.

Vorteil 4: Einfachere Nachfolgeplanung

Als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH können Sie selbst die Nachfolge Ihrer Firma festlegen. Dafür sollten Sie unbedingt eine Abtretungsklausel in Ihrer Satzung verankern und ein entsprechendes Testament anlegen.

Das bedeutet, dass Ihre gesamten Anteile an eine bisher unbeteiligte Person übertragen werden, sollten Sie die Firma nicht mehr leiten können. Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre GmbH von den von Ihnen ausgewählten Erben auch weitergeführt wird.

Die 3 größten Nachteile der Ein-Mann-GmbH

Wie bereits angedeutet, müssen Sie neben den Vorteilen auch die Nachteile einer Ein-Mann-GmbH kennen. Die 3 meiner Meinung nach wichtigsten habe ich Ihnen hier aufgelistet:

Nachteil 1: Hohe Gründungs- und laufende Kosten

Für Sie als Gründer kann eine Ein-Mann-GmbH auch Nachteile mit sich bringen. Einer davon ist die finanzielle Belastung, die auf Sie zukommt: Am Anfang steht schon die Pflicht, mindestens 12.500€ aufzubringen. Ein andere sind die hohen Jahresabschlusskosten oder die teuren Bilanzierungskosten.

Nachteil 2: Hoher formeller Aufwand

Da es sich bei der GmbH um eine Rechtsform mit sehr vielen Vorschriften handelt, müssen Sie trotz Ihrer beherrschenden Stellung als Gesellschafter-Geschäftsführer für viele Entscheidungen eigene Beschlüsse fassen.

Fehlen diese Beschlüsse, kann beispielsweise die Gewinnausschüttung vom Finanzamt beanstandet werden.

Nachteil 3: Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung

Bei einer Ein-Mann-GmbH müssen Sie bei vielen Entscheidungen den sogenannten Fremdvergleich beachten.

Das bedeutet: Wenn Sie beispielsweise Ihr Geschäftsführergehalt festlegen, müssen Sie sich streng am Branchenschnitt orientieren. Sie können sich nicht ein Gehalt von einer Million Euro zahlen, wenn der durchschnittliche Geschäftsführer einer vergleichbaren Firma nur 150.000 Euro bekommt. Zahlen Sie sich dennoch einen zu hohen Betrag, handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Die Folgen: Die GmbH muss Gewerbe- und Körperschaftssteuer nachzahlen und das Geld, dass Sie sich unrechtmäßig gezahlt haben, wird mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz nachversteuert.

Mein Rat: Setzen Sie nur in dieser Situation auf eine Ein-Mann-GmbH

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH macht nur Sinn, wenn Ihr Unternehmen auch wirklich erfolgreich ist. Daher sollten Sie sich vor der Unternehmensumwandlung fragen, ob Ihre Firma genügend Gewinn abwirft. Damit sich für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH lohnt, sollte Ihr jährlicher Gewinn mindestens 100.000 € betragen. Wenn Sie diese Grundvoraussetzung erfüllen, müssen Sie im zweiten Schritt die Vor- und Nachteile genau abwägen.

Das bedeutet: Sind die Vorteile durch einen Image-Gewinn oder durch die betriebliche Altersvorsorge wirklich so groß, dass dadurch die höheren Kosten und die Formalismen wett gemacht werden?

Nur wenn Sie diese Frage mit “Ja” beantworten, rate ich Ihnen zu einer Ein-Mann-GmbH. Die Entscheidung, ob eine eine Ein-Mann-GmbH für Sie sinnvoll ist, ist also immer sehr individuell. Ein pauschaler Rat wie etwa “Ab einem Gewinn von 200.000 Euro ist eine GmbH immer besser geeignet” ist nicht seriös.

Alle Details zur Ein-Mann-GmbH im Video erklärt

Sie hätten über diesen Artikel hinaus noch gerne weitere Informationen zur Ein-Mann-GmbH? Dann ist mein Video zum Thema für Sie genau richtig. In diesem Video diskutiere ich mit meinem Gesprächspartner York über das “Für und Wider” der Ein-Mann-GmbH und wann sich eine solche Gesellschaft tatsächlich lohnt. Klicken Sie einfach auf Play!

Ein-Mann-GmbH

Fazit: Ein-Mann-GmbH nur gründen, wenn Sie wirklich davon profitieren!

Eine Ein-Mann-GmbH bietet für Sie als Gründer vier große Vorteile:

  • Bessere Regelung der Altersvorsorge
  • Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen
  • Imageverbesserung
  • Einfachere Nachfolgeplanung

Allerdings steht diesen Vorteilen auch ein höheres Maß an (finanzieller und formaler) Belastung dar.

Sie müssen sich vor einer endgültigen Entscheidung deshalb immer überlegen, ob Sie unterm Strich auch wirklich von einer Ein-Mann-GmbH profitieren oder ob nicht doch der Wunsch Vater des Gedanken war.

Sie haben Fragen zur Ein-Mann-GmbH?

Falls Sie Fragen zum Thema Ein-Mann-GmbH bzw. zur einer Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Umsatzsteuer leicht erklärt

Die Umsatzsteuer (USt) leicht erklärt!

Sie ist allseits bekannt: Die Umsatzsteuer (USt). Neben der Einkommens- und der Lohnsteuer ist sie die wichtigste staatliche Einnahmequelle. Nachfolgend beschäftigen wir uns deswegen ein wenig mit den grundlegenden Fragen diese betreffend.

Wovon hängt die Umsatzsteuer ab? Wenn betrifft diese? Was und wer ist umsatzsteuerpflichtig? Und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer und Vorsteuer? All das beantworten wir in diesem Beitrag.

Dieser Beitrag wurde am 26. September 2022 aktualisiert.

Umsatzsteuer oder Mehrwertsteuer?

Zunächst einmal gehe ich der Frage nach dem Unterschied zwischen Umsatzsteuer (USt) und Mehrwertsteuer (MwSt) nach. Gibt es überhaupt einen Unterschied zwischen den beiden Begriffen?

Nein, formell nicht. Die Umsatzsteuer ist 1923 entstanden und wurde 1977 bei einer Systemänderung von der Mehrwertsteuer abgelöst. Trotzdem werden heute noch beide Begriffe gebraucht. Die Systemumstellung führte uns in ein Mehrwertsteuer-System, das Allphasen-Modell genannt wird.

Was bedeutet das für Sie als Unternehmer?

Anhand eines leicht verständlichen Beispiels erkläre ich in meinem Video, in wie fern Sie das als Unternehmer betrifft. Im Detail erkläre ich, wie Sie damit bei Ihrer Umsatzsteuer-Voranmeldung umgehen müssen.

Das habe ich für Sie in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Die Umsatzsteuer und was diese für Sie als Unternehmer bedeutet

Wovon hängt die Umsatzsteuer ab?

Viele Unternehmer wissen nur wenig über die Umsatzsteuer. Nachfolgend erläutern wir Ihnen deshalb die Grundlagen.

Die Umsatzsteuer hängt davon ab, ob Sie ein Unternehmer sind. Für Privatpersonen ist die Umsatzsteuer vorerst einmal irrelevant. Ein Unternehmern ist man vereinfacht gesagt in dem Moment in dem man einen Umsatz nach Außen gerichtet erbringt. Es reicht auch wenn es ein einmaliger Umsatz ist. Der Regelsatz für die Umsatzsteuer liegt bei 19%. Diesen Steuersatz können Sie entweder auf Ihren Umsatz draufschlagen oder er ist in Ihrem Umsatz enthalten.

Wann können Sie als Unternehmer weniger als den Regelsteuersatz bezahlen?

Unter gewissen Voraussetzungen müssen Sie nicht den vollen Regelsatz bezahlen. Der ermäßigte Regelsatz von 7% gilt beispielsweise für Warenlieferungen, Lebensmitteln, Bücher aber auch für Museums- oder Konzertbesuche.

Welche Möglichkeiten haben Sie, um sich von der Umsatzsteuer zu befreien?

Sie müssen entsprechenden Papiere vorweisen, die beweisen, dass dieser Umsatz steuerbefreit ist. So sind zum Beispiel Lieferungen ins Ausland steuerfrei.

Im folgenden Video erläutere ich Ihnen noch einmal, die zuvor erklärten Grundlagen er Umsatzsteuer.

Das habe ich für Sie in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Die Umsatzsteuer: Besteuerung bei Lieferung und sonstige Leistung

Die Begriffe ,,Lieferung” und ,,Sonstige Leistung” haben Sie als Unternehmer bestimmt schon einmal gehört. Sie wissen jedoch nicht genau was das ist und worin der Unterschied liegt? Die Antworten dazu erfahren Sie im Anschluss.

Was genau bedeuten die Begriffe ,,Lieferung” und ,,Sonstige Leistung”?

Bei der ,,Lieferung” handelt es sich immer um Gegenstände. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese wirklich befördert werden können oder nicht. Nehmen wir als Beispiel ,,die Beratung”, die selbst nicht greifbar ist und kann nicht im gleichen Sinne wie ein Produkt befördert werden. Die Beratung wird dann als ,,Sonstige Leistung” bezeichnet.

Welcher Unterschied besteht in der Besteuerung zwischen Lieferung und sonstige Leistung?

Die Unterscheidung dieser Bezeichnungen hat insbesondere für den Ort der Steuerpflicht Bedeutung:

  • Die Lieferung eines Gegenstandes ist immer dort steuerpflichtig, wo sie begonnen hat. Eine Ware, die also aus Deutschland geliefert wird, ist auch in Deutschland steuerpflichtig.
  • Anders ist dies bei der ,,sonstigen Leistung”: Diese ist immer dort steuerpflichtig, wo der Leistungsempfänger sitzt.

Das habe ich für Sie in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Unterschied Besteuerung zwischen Lieferung und sonstige Leistung

Die Umsatzsteuer: Versteuerung bei Lieferungen ins Ausland

Geht die Lieferung Ihrer Leistung oder Ihres Produktes ins Ausland, dann muss die Steuer auch im Empfangsland abgeführt werden. Früher wurde diese innerhalb der EU als Einfuhrumsatzsteuer bezeichnet. Heute ist das die Umsatzsteueridentifikations-Nummer, kurz auch UID-Nummer, des Leistungsempfängers. Diese UID Nummer benötigen Sie, denn damit wird eine Erwerbsbesteuerung durchgeführt.

Das habe ich für Sie in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Umsatzsteuer: Besteuerung bei Lieferung und sonstige Leistung

Die Umsatzsteuer: Was ist die Vorsteuer?

Wenn Sie als Unternehmer eine Rechnung von Ihren leistenden Unternehmern erhalten, dann bezahlen Sie mit dieser Rechnung eine Vorsteuer (VSt). Dies ist sozusagen die Umsatzsteuer von den Unternehmen, die eine Leistung an Sie erbracht haben.

Unterliegen Ihre eigenen Umsätze der Umsatzsteuer, haben Sie die Möglichkeit, zumindest einen Teil von dieser Steuer wieder zu bekommen. Dies wird auch als Vorsteuerabzug genannt. Für diese Regelung gibt es jedoch einige Ausnahmen, wie zum Beispiel Ärzte oder Kleinunternehmen.

Erfüllen Sie die Voraussetzungen müssen Sie überprüfen, ob alle ausgewiesenen Eingangsrechnungen mit Umsatzsteuer ordnungsgemäß sind. Sonst ist kein Vorsteuerabzug möglich. Die Vorsteuerabzugs-Regelung gilt für Sie generell nicht, wenn Sie zu einer dieser Ausnahmen gehören: Ärzte und Kleinunternehmer.

Das muss eine Rechnung für den Vorsteuerabzug beinhalten:

  • die Steuernummer des Leistenden
  • den richtigen Umsatzsteuerbetrag
  • den richtigen Umsatzsteuersatz

Wurden aus allen bezahlten Rechnungen in Ihrer Buchhaltung diese Voraussetzungen erfüllt, können Sie durch die Summe der Vorsteuer Ihre eigene Umsatzsteuer kürzen. Schlussendlich müssen Sie nur noch die Differenz zwischen Ihrer Umsatzsteuer und der Vorsteuer bezahlen.

Das habe ich für Sie in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Vorsteuer

Sie haben weitere Fragen zur Umsatzsteuer oder zur Vorsteuer?

Wenn Sie Fragen zu Umsatzsteuer, Mehrwertsteuer oder Vorsteuer haben oder einfach nur generelle Fragen rund um das Thema Steuerberatung, dann können Sie mich und mein Experten-Team gerne bezüglich eines kostenlosen Gesprächstermins kontaktieren. Gerne können wir Ihr Anliegen bei einem gemeinsamen Termin in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg klären.

Bei weiteren Fragen zögern Sie nicht mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Formular (hier klicken!) zu kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Beitragsbild Raus aus der GmbH Symbolbild

Raus aus der GmbH: Wie hoch ist der Preis? Wer erhält die Anteile?

Was wäre wenn sich Ihr Geschäftspartner aus der GmbH zurück ziehen möchte? Welcher Preis ist zu zahlen? Wovon wird die Abfindung bezahlt? Wer bekommt die Geschäftsanteile? Mussten Sie sich als Unternehmer schon einmal diese Fragen stellen?

Natürlich sind das sehr belastende Fragen, denn sie resultieren aus einer sehr unangenehmen Situation: Meist ist eine Unstimmigkeit oder sogar ein Streit zwischen den Geschäftspartnern vorausgegangen.

Gründe für einen möglichen Austritt eines Geschäftspartners aus der GmbH sind oft unterschiedliche Vorstellungen über

  • Unternehmensführung
  • Strategie
  • Ertragsverwendung
  • Marketing

Hier in diesem Blogbeitrag habe ich für Sie leicht verständlich zusammengefasst, was Sie als Unternehmer für den Ernstfall über Abfindung, Geschäftsanteile, Gesellschaftsvertrag, Unternehmenswertermittlung und Co. wissen sollten.

Dieser Beitrag wurde am 18. September 2022 aktualisiert.

Austritt eines GmbH Gesellschafters: Wie Sie die Abfindung richtig berechnen!

Im Idealfall ist die Höhe der Abfindung bei Ausscheiden eines Gesellschafters einer GmbH – und auch die Form der Unternehmensbewertung – von Anfang an im Gesellschaftsvertrag geregelt.

Im schlechtesten Fall gibt es keine entsprechende Klausel im Gesellschaftsvertrag oder nur eine unzulässige Regelung über den Wert der einzelnen Anteile.

In letzter Konsequenz bestimmt immer der Marktwert den Preise. Das heißt, Sie werden sich mit möglichen Interessenten einigen müssen.

Bewertung der GmbH Anteile: Wie können Sie als Unternehmer den Wert der Abfindung ermitteln?

Um das Ganze wirtschaftlich fair bewerten zu können, bietet sich das Ertragswertverfahren an. Dieses stellt die bereinigten Gewinne Ihres Unternehmens in Relation zum Investitionsvolumen.

Um das in einem Beispiel zu verdeutlichen: Will der Käufer eine Rendite von 5% pro Jahr erzielen und macht Ihr Unternehmen 100.000 € bereinigten Gewinn, müsste der Investor bereit sein, das Unternehmen mit 2.000.000 € zu bewerten (5% von 2 Millionen entsprechen 100.000 € bereinigten Gewinn). Nun müssen Sie für die Abfertigungsberechnung nur den prozentuellen Anteil Ihres Geschäftspartners heraus rechnen. Besitzt er beispielsweise 50% der Firma, sind diese Anteile 1.000.000 € wert.

Eine weitere und noch genauere Methode den Unternehmenswert festzustellen, wäre als Ergänzung dazu das “Capital Asset Pricing-Modell“. Mit diesem werden sogar die Zukunftsrisiken miteinberechnet.

Ich habe Ihnen dieses etwas komplizierte Modell in einem YouTube-Video erklärt:

Austritt aus der GmbH - Unternehmenswertberechnung

Für eine genaue Berechnung nach diesem Modell empfehle ich aber einen professionellen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater zu Rate zu ziehen.

Austritt eines GmbH Gesellschafters: Wer muss die Abfindung zahlen, wenn einer aussteigt?

Erst muss es einmal einen Käufer geben, damit eine Abfindung ausbezahlt werden kann. Der Kaufpreis wird so angesetzt, dass die vereinbarte Abfindung an den ausscheidenden Gesellschafter ausbezahlt werden kann. Eine Abfindung wird immer von demjenigen bezahlt, der auch dann in Zukunft die abfallenden Anteile bekommen wird. Die Abfindung wird nicht von der Gesellschaft bezahlt.

Die frei werdenden Geschäftsanteile, werden also von einem neuen Gesellschafter bezahlt oder von den bestehenden Gesellschaftern übernommen und aus eigener Tasche bezahlt. Die Geschäftsanteile, die der ausscheidende Gesellschafter hinterlässt, bekommt also auch der, der diese bezahlt – der Käufer.

Austritt eines GmbH Gesellschafters: Wem stehen die Anteile in erster Linie zu?

Wenn ein Gesellschafter aus welchem Grund auch immer aus Ihrer Gesellschaft aussteigen möchte, haben Sie und die restlichen Mitgesellschafter ein Vorkaufsrecht auf seine Anteile. Das bedeutet nicht, dass diese die Anteile kaufen müssen. Das heißt nur, dass Sie als Gesellschafter das Recht hätten, zuerst zuzuschlagen.

Selbst wenn es einen externen Kaufinteressenten gibt, müssen die Gesellschafter zuerst gefragt werden. Sie können dann Ihren Wunsch äußern, ob sie kaufen wollen oder nicht.

Dann gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Ein oder mehrere Gesellschafter stimmen dem Kauf zu: Sie können nur zu dem Preis kaufen, den der Käufer bereit wäre zu bezahlen. Dieser Preis kann nicht unterboten werden.
  2. Die Gesellschafter lehnen ab: Erst dann können die Gesellschaftsanteile extern (also an einen anderen Käufer) verkauft werden.

Dadurch kann eine unangenehme Situation für Sie als Gesellschafter entstehen: Die Gesellschafter kommen unter Druck, weil sie nun den Preis des potenziellen Käufers zahlen müssen, was nicht unbedingt dem fairen Unternehmenswert entsprechen muss. Es kommt ganz darauf an, was der mögliche Käufer für die Anteile geboten hat. Wenn Sie kaufen möchten, müssen Sie also mitziehen.

Fazit: Experte an der Seite für die Abwicklung

Sie sehen, dass solch ein Austritt aus einer GmbH kein Sonntagsspaziergang ist. Sollten Sie als Unternehmer wirklich einmal in die Lage kommen, wäre es ratsam sich einen Profi an die Seite zu stellen. Ein Experte mit tiefgreifenden Kenntnissen auf dem Sektor der Unternehmensbewertung kann Ihnen helfen, den Unternehmenswert richtig zu berechnen. So können Sie vermeiden bei der Übernahme von Geschäftsanteilen zu viel zu zahlen.

Sie haben weitere Fragen zum Austritt eines GmbH Gesellschafters?

Wenn Sie weitere Beratung rund um diese Thema benötigen oder sich einfach über Ihre Möglichkeiten informieren möchten, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular erreichen.

Herzlich,
Ihr Thomas Breit

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Kosten einer Digitalen Buchhaltung

Was kostet die Digitalisierung Ihrer Buchhaltung?

Heißt digitalisieren Geld verbrennen oder nicht? Ich sage: Gerade für Unternehmer stellt die digitale Transformation eine Chance dar, den Erfolg ihrer Firma wesentlich zu beeinflussen. Dabei beginnt alles bei der Buchhaltung.

Wie Sie diese umgestalten müssen, um von den Vorteilen einer Digitalisierung profitieren zu können, zeige ich Ihnen daher im folgenden Beitrag. Sie erfahren nachfolgend, was eine digitale Buchhaltung ist, was Sie für selbige benötigen, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen und welche Vorteile sich daraus ergeben.

Dieser Beitrag wurde am 15. September 2022 aktualisiert.

Was ist eine digitale Buchhaltung?

Digitale Buchhaltung bedeutet, dass Sie statt Papier-Belege nun PDFs verwenden. Das heißt für Sie: Ihre Belege werden sofort eingescannt und archiviert, sodass sie nicht mehr länger unter Tonnen von Papier untergehen. Auf diese Weise sparen Sie nicht nur Papier, Zeit und Geld, sondern tragen auch Ihren Teil zum Umweltschutz bei. Sozusagen eine Win-win-Situation.

Was Sie für eine digitale Buchhaltung brauchen?

Zu allererst ist entscheidend, dass Ihre Bankdaten in das Buchhaltungs-System eingetragen werden. Diese Aufgabe sollte Ihre Bank erledigen – nur so ist eine digitale Buchführung erst möglich. Sind Ihre Bankdaten einmal im Programm gespeichert, steht einer bis zu 99% automatischen Buchhaltung so gut wie nichts mehr im Wege.

Um Ihre Buchhaltung in Zukunft digital führen zu können, benötigen Sie nun lediglich einen Scanner und eine Cloud. Letztere erhalten Sie meist durch Ihren Steuerberater oder die Buchhaltung. Die Cloud überträgt dann alle Daten, die Sie für die Buchhaltung brauchen, an das Buchhaltungsprogramm.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Achten Sie darauf, dass Ihr Scanner große wie auch kleine Belege einscannen kann. Am besten besorgen Sie sich ein Gerät, das auch doppelseitig lesen kann. So sparen Sie zusätzliche Zeit.

Am Anfang kennen weder die Cloud, noch das Buchhaltungsprogramm die nötigen Daten für Ihre digitale Buchhaltung. Wie Sie die beiden synchronisieren, zeige ich Ihnen daher in einem Video.

Sie wollen mehr dazu erfahren? Klicken Sie einfach auf Play.

Welche Kosten fallen bei der Digitalisierung der Buchhaltung an?

Natürlich fallen bei der digitalen Transformation auch Kosten an, die für Sie als Unternehmer von Interesse sind. Ich kann Ihnen allerdings bereits jetzt sagen, dass die Digitalisierung Ihnen mehr bringen wird, als sie kostet.

Die Umstellung zur digitalen Buchhaltung erfordert zunächst einen geeigneten Scanner (ca. 350€ netto) und eine Cloud (ca. 200€ / Jahr netto) zum Archivieren und Suchen von Belegen. Zudem müssen Sie als Unternehmer bedenken, dass Ihre Buchhaltung noch 6-12 Monate lang wie bisher (mit allen Mitarbeitern) geführt werden muss. Erst nach dieser Übergangszeit ist eine zu 99% automatische Buchhaltung möglich.

Welche Vorteile ergeben sich durch eine digitale Buchhaltung?

Die Digitalisierung der Buchhaltung hilft Ihnen als Unternehmer dabei, den Gewinn durch Kosteneinsparungen zu erhöhen und Ihre Firma auf dem Markt besser zu positionieren. Kurz zusammengefasst bietet eine digitale Buchhaltung daher folgende Vorteile:

  • schnelleres Finden von Belegen & keine Lagerkosten
  • geringer Aufwand bei Betriebsprüfungen oder Abschlüssen
  • 40%-60% Einsparungen in der Verwaltung
  • bessere Zusammenarbeit mit dem Finanzamt und mehr Haftungssicherheit (siehe digitales Tax CMS)
  • mehr Gewinn und einen Wettbewerbsvorteil

Durch all diese Vorteile sparen Sie als Unternehmer Arbeitszeit und Ressourcen, wodurch Ihre Firma zum Jahresende mehr Gewinn abwirft. Jeder einzelne Euro von diesem Gewinn bedeutet gleichzeitig auch eine Erhöhung des Marktwertes Ihres Unternehmens.

Allein die Digitalisierung steigert also den Wert Ihrer Firma und zwar um das 40- bis 60-Fache der eingesparten Kosten. Wie genau das funktioniert und um welch hohe Gewinnsummen es sich dabei handeln kann, zeigt Ihnen ein weiterer Beitrag von mir. Folgen Sie dafür einfach diesem Link: Wie Sie mit digitaler Buchhaltung Ihren Unternehmenswert steigern

Mehr zum Thema Digitale Buchhaltung und Tax CMS erfahren Sie in den folgenden Artikeln:

Fazit: Reine Anschaffungskosten von ca. 1000€ stehen zigfacher Kosteneinsparung gegenüber

Für Sie als Unternehmer sind die Anschaffungskosten für eine digitale Buchhaltung niedrig. Vor allem dann, wenn man bedenkt, wie schnell Sie dieses Geld wieder durch die entstehenden Kosteneinsparungen zurückbekommen. Eine digitale Buchhaltung bedeutet Einsparungen an Arbeitszeit für Ihre Buchhaltung. Diese Mitarbeiter können nun in der freigewordenen Zeit mehr für das Unternehmen erwirtschaften. Gerade für den Bereich des Controllings eignen sich Buchhalter besonders gut.

Sie haben Fragen zum Thema Digitale Buchhaltung?

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, wie Sie die Digitalisierung bei Ihnen einführen können und welche Vorteile sie Ihnen bringen kann, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

 

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GmbH und Co. KG Symbolbild

GmbH & Co. KG: In diesen 3 Situationen macht sie Sinn für Ihr Unternehmen

Sie haben sich schon öfter gefragt, ob Sie von einem Rechtsformwechsel zu einer GmbH & Co. KG profitieren könnten? Warum gibt es so viele deutsche Unternehmer, die auf diese Rechtsform zurückgreifen? Und welche sind eigentlich die Unterschiede zu einer normalen GmbH oder einer KG? Immer wieder kommen Unternehmer mit diesen Fragen auf mich zu. In meinem Beitrag möchte ich deshalb die häufigsten Fragen zu dieser Rechtsform leicht verständlich für Sie beantworten.

Sie erfahren, was eine GmbH & Co. KG eigentlich ist, was Sie zu deren Gründung benötigen und in welchen 3 Situationen diese Rechtsform für Sie als Unternehmer Sinn macht.

Dieser Beitrag wurde am 08. September 2022 aktualisiert.

Was ist eine GmbH & Co. KG überhaupt?

Bei einer GmbH & Co. KG handelt es sich um eine Kommanditgesellschaft (kurz KG), bei welcher der vollhaftende Komplementär eine GmbH ist. Dadurch umgeht man die unbeschränkte und persönliche Haftung, die eine natürliche Person (= Mensch) als Komplementär hätte.

In der Regel sind dann alle am Unternehmen beteiligten Personen die Kommanditisten. Dadurch sind sie von der persönlichen Haftung ausgeschlossen. Durch dieses Konstrukt gibt es also normalerweise bei einer GmbH & Co. KG keine natürliche Person, die mit ihrem Privatvermögen haftet. In dieser Hinsicht ist diese Rechtsform also mit einer GmbH zu vergleichen. Denn auch die Gesellschafter einer GmbH haften nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern nur mit ihrer Einlage im Unternehmen.

Was unterscheidet eine GmbH & Co. KG von einer GmbH?

Da es sich bei einer GmbH & Co. KG um eine Personengesellschaft handelt, gibt es mehrere Unterschiede zu einer GmbH. Hier möchte ich Ihnen aber nur die zwei wichtigsten kurz vorstellen:

  1. Andere Rechtsform = andere Besteuerung: KGs werden grundsätzlich anders besteuert als GmbHs. Da eine GmbH & Co. KG eine Personengesellschaft ist, müssen Sie keine Körperschaftssteuer zahlen.
  2. Höherer Verwaltungsaufwand: Da Sie für eine GmbH & Co. KG zwei Unternehmen (1 GmbH und 1 KG) benötigen, ist der Verwaltungsaufwand in der Regel höher als bei einer GmbH.

Was unterscheidet eine GmbH & Co. KG von einer “normalen” KG?

Auch hier gibt es grundsätzlich zwei Haupt-Unterschiede:

  1. Der vollhaftende Komplementär ist keine natürliche Person: Bei einer “normalen” KG ist der Komplementär eine natürliche Person. Diese Person haftet unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen. Bei der GmbH & Co. KG ist der Komplementär eine GmbH. So umgeht man die unbeschränkte und persönliche Haftung.
  2. Man muss zwei Jahresabschlüsse machen: Da Sie bei einer GmbH & Co. KG zwei Unternehmen benötigen, müssen Sie auch zwei Jahresabschlüsse machen. Bei einer “normalen” KG müsste hingegen nur der Jahresabschluss der KG gemacht werden.

Was benötigt man, um eine GmbH & Co. KG zu gründen?

Um eine Firma mit dieser Rechtsform zu gründen, benötigen Sie zwei Dinge:

  1. Eine GmbH als Komplementär: Diese GmbH muss über ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro verfügen.
  2. Mindestens einen Kommanditisten: Dieser Kommanditist kann rein theoretisch auch nur 1 Euro in die neugegründete GmbH & Co. KG einzahlen. Kommanditisten können natürliche oder juristische Personen sein.

Wann macht eine GmbH & Co. KG Sinn?

Hier möchte ich Ihnen 3 häufige Situationen vorstellen, in denen Unternehmer von einer GmbH & Co. KG profitieren können. In der Praxis kann es durchaus noch andere mögliche Situationen geben. Diese sind aber so speziell, dass ich in diesem Beitrag nicht darauf eingehen werde.

Situation 1: Ihre Unternehmens-Gewinne werden häufig ausbezahlt

Die Gesamtsteuerbelastung bei einer GmbH & Co. KG ist niedriger als bei einer GmbH. Zahlen Sie die Unternehmensgewinne also in der Regel aus, zahlen Sie bei einer GmbH & Co. KG weniger Steuern als bei einer GmbH.

Verbleiben die Gewinne allerdings im Unternehmen, macht diese Rechtsform nur sehr wenig Sinn. In diesem Fall wäre eine GmbH wahrscheinlich die bessere Rechtsform für Sie.

Situation 2: Sie möchten Privatentnahmen tätigen können

Sie sind derzeit noch Einzelunternehmer und tätigen häufig Privatentnahmen? Sie möchten aber Ihre Haftung beschränken und denken deshalb über einen Rechtsformwechsel zu einer GmbH oder einer GmbH und Co. KG nach? Möchten Sie auch in Zukunft Privatentnahmen tätigen können, dann ist die GmbH & Co. KG Ihre einzige wirkliche Alternative.

Bei einer GmbH ist eine Privatentnahme nämlich nicht ohne weiteres möglich. Dort stellt die Gewinnausschüttung so etwas wie eine Privatentnahme dar. Eine Privatentnahme wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft gibt es aber nicht.

Situation 3: Sie haben Angst vor einer verdeckten Gewinnausschüttung

Ihr Unternehmen ist bereits eine GmbH oder steht kurz vor der Umwandlung? Dann könnten Sie im Falle einer Betriebsprüfung von einer verdeckten Gewinnausschüttung bedroht sein.

Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist eine unerlaubte Gewinnausschüttung, beispielsweise in Form der privaten Nutzung eines Firmen-PKWs. Oft geschieht das sogar unabsichtlich und Sie machen sich strafbar. Im schlimmsten Fall könnten Sie dann sogar im Gefängnis landen.

Dieses Problem haben Sie bei einer GmbH & Co. KG nicht. Denn hier gibt es keine verdeckte Gewinnausschüttung. Sie reduzieren also deutlich Ihr Risiko als Unternehmer.

Was eine verdeckte Gewinnausschüttung im Detail ist und wie sich Unternehmer konkret strafbar machen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Verdeckte Gewinnausschüttung: So machen sich Gesellschaften und Gesellschafter strafbar

Fazit: GmbH & Co. KG? Ja, aber nur wenn sie auch Sinn macht

Eine GmbH & Co. KG bietet Ihnen eine Kombination aus den Vorteilen einer GmbH und einer KG. Sie beschränken Ihre Haftung, können aber Privatentnahmen tätigen und haben eine geringere Gesamtsteuerbelastung. Allerdings müssen Sie auch 2 Jahresabschlüsse (für die GmbH und die KG extra) machen. Durch dieses Konstrukt haben Sie in der Regel auch einen höheren Verwaltungsaufwand.

Ob also eine GmbH & Co. KG für Ihr Unternehmen wirklich Sinn macht, kann ich Ihnen in diesem Beitrag leider nicht beantworten. Denn ohne Ihre Situation genau zu kennen, kann kein Steuerberater hier eine seriöse Aussage treffen. Um herauszufinden, ob sich eine Unternehmensumwandlung für Sie lohnt, müssen Sie sich daher unbedingt Rat von einem Steuerberater holen.

Sie haben noch Fragen zur GmbH & Co. KG?

Sie haben noch weitere Fragen zu diesem Thema haben oder möchten wissen, welche andere Rechtsform für Sie die richtige sein könnte? Dann können Sie gerne mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit gerne via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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GmbH laufende Kosten Beitragsbild

Rechtsformwechsel: Diese laufenden Kosten erwarten Sie bei einer GmbH

Laufende Kosen GmbH

Sie sind Einzelunternehmer oder Mehrheitsgesellschafter einer OHG oder einer KG? Sie erwägen schon seit längerer Zeit einen Rechtsformwechsel zu einer GmbH, wissen aber nicht welche laufenden Kosten hier auf Sie zukommen? Deshalb sind Sie unsicher und haben Angst, dass alle Vorteile einer GmbH durch höhere Kosten für den Jahresabschluss und Steuererklärungen “aufgefressen” werden könnten?

Als Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen sagen: Bei der Unternehmensumwandlung ist das immer eine der größten Sorgen meiner Mandanten. Die Vorteile einer GmbH wie etwa die Haftungsbeschränkung oder ein besseres Image sind diesen Unternehmern meistens bekannt. Aber mit welchen laufenden Kosten Sie nach der Unternehmensumwandlung in eine GmbH rechnen müssen, wissen nur die wenigsten.

In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen deshalb leicht verständlich, wie sich die laufenden Kosten bei einer GmbH von den Ausgaben bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften unterscheiden und warum sich eine Unternehmensumwandlung trotz höherer Kosten für Sie für lohnen könnte.

Dieser Beitrag wurde am 07. September 2022 aktualisiert.

Warum sollte ich mein Unternehmen überhaupt in eine GmbH umwandeln?

Ein Rechtsformwechsel zu einer GmbH kann aus den folgenden Gründen sinnvoll sein:

Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt

Als Einzelunternehmer oder Inhaber einer Personengesellschaft haften Sie im Ernstfall unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen. Bei einer GmbH haften Sie hingegen nur mit Ihrer Einlage. Als Unternehmer reduzieren Sie durch eine Unternehmensumwandlung also Ihr persönliches Risiko.

Eine effizientere Steuergestaltung ist möglich

Da eine GmbH anders als Personengesellschaften und Einzelunternehmer besteuert werden, haben Sie mehr steuerlichen Gestaltungsspielraum. Für größere Unternehmen kann sich zudem auch das Aufsetzen einer Holding-Struktur lohnen.

Alles Wissenswerte zur Holding habe ich für Sie in einem eigenen, ausführlichen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/holding-wann-ist-sie-von-vorteil-und-wann-eine-gefahr-fuer-ihre-gmbhs/

Die GmbH hat ein besseres Images als andere Rechtsformen

Da Sie zur GmbH-Gründung ein Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro benötigen, sind Sie automatisch angesehener als Einzelunternehmer oder Personengesellschaften. Diese kann man nämlich auch schon mit einer Kapital-Einlage von 1 Euro gründen.

Mit dem hohen Eigenkapital im Rücken werden Sie schneller als “gestandener Unternehmer” wahrgenommen und genießen mehr Vertrauen bei Kunden, Lieferanten und Banken.

Die Unternehmensnachfolge lässt sich leichter regeln

Möchten Sie die Unternehmensübergabe an Ihre Kinder oder einen anderen Nachfolger regeln, bietet Ihnen die GmbH hervorragende Möglichkeiten. Sie können alle für die Unternehmensnachfolge relevanten Punkte im Gesellschaftsvertrag niederschreiben. So haben Sie vorgesorgt und es kommt später zu keinen Streitigkeiten.

Laufende Kosten im Vergleich: So unterscheiden sich Einzelunternehmen, KG und GmbH

Als Faustregel gilt: Bei einer GmbH sind die laufenden Kosten circa 30 % höher als bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wie KGs.

Der Grund: Für GmbHs gelten strengere Buchhaltungs-, Bilanzierungs- und Jahresabschlusspflichten als für Einzelunternehmen und Personengesellschaften. Diese Pflichten erzeugen mehr Verwaltungsaufwand und in weiterer Folge auch höhere Kosten. Denn für Sie ist es wahrscheinlich nicht wirtschaftlich, all diese Punkte selbst zu übernehmen. Deshalb müssen Sie diese gegen Bezahlung an einen Steuerberater auslagern.

Die höheren Beratungskosten bei einer GmbH lassen sich grob in die folgenden drei Bereiche einteilen:

Laufende Kosten GmbH: 1. Steuererklärungen (besonders für Freiberufler)

Eine GmbH ist an mehr rechtliche Vorgaben als Einzelunternehmen oder Personengesellschaften gebunden. Für folgende Steuern müssen Sie bei einer GmbH immer Erklärungen machen:

  • Gewerbesteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Umsatzsteuer
  • Private Einkommensteuer der Gesellschafter

Sind Sie im Gegensatz dazu freiberuflicher Einzelunternehmer (z.B. Steuerberater, Architekt oder Rechtsanwalt) sind Sie von der Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer befreit.

In diesem Fall müssten Sie nur eine Umsatzsteuer- und Einkommenssteuererklärung machen. Für die meisten Freiberufler ist eine Unternehmensumwandlung in eine GmbH deshalb mit relativ großem Mehraufwand bei Steuererklärungen verbunden.

Laufende Kosten GmbH: 2. Buchhaltung

Bei einer GmbH sind Sie zur doppelten Buchführung verpflichtet. Das ist aufwendiger als eine Einnahmenüberschussrechnung, die bei vielen Einzelunternehmen und Personengesellschaften angewandt wird. Ihr Steuerberater benötigt bei der doppelten Buchführung mehr Zeit und deshalb steigen Ihre Kosten.

Laufende Kosten GmbH: 3. Jahresabschluss

Neben der Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung müssen Sie bei einer GmbH auch einen Anhang erstellen. In diesem Anhang werden bestimmte Details der Bilanz genauer erklärt. Beispielsweise wird beschrieben, welche Bewertungsmethoden angewandt wurden und welche Art der Abschreibung verwendet wurde.

Große GmbHs mit einem Jahresumsatz von mindestens 40 Millionen Euro (siehe § 267 Abs. 2 HGB) müssen zudem einen Lagebericht veröffentlichen. In diesem Bericht wird der derzeitige Stand des Unternehmens, sowie künftige Chancen- und Risiken beschrieben.

Wichtig: Neben diesen gesetzlichen Bestimmungen spielt auch Ihr Jahresumsatz und Ihre Bilanzsumme eine entscheidende Rolle bei den laufenden Kosten.

Ihr Steuerberater bestimmt Ihre Honorarnote nämlich anhand dieser 2 Beträge. Je höher ihre Bilanzsumme und Ihr Jahresumsatz, desto mehr müssen Sie bezahlen.

Fazit: Die GmbH ist teurer als andere Rechtsformen, bietet aber auch zahlreiche Vorteile

Bei einer GmbH sind Ihre laufenden Kosten etwa 30% höher als bei Personengesellschaften oder Einzelunternehmen. Diese Kosten werden unter anderem durch höhere Jahresabschluss-, Buchhaltungs- und Steuererklärungskosten verursacht. Auch die Höhe Ihres Jahresumsatzes und Ihrer Bilanzsumme spielt eine Rolle: Je höher diese 2 Beträge sind, desto mehr zahlen Sie in der Regel für Ihren Steuerberater.

Diese höheren Kosten bringen Ihnen aber auch folgende Vorteile:

  • Ihr Image bei Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern steigt
  • Ihre Haftung ist auf Ihre Einlage beschränkt
  • Ihnen stehen mehr Wege zur optimalen Steuergestaltung offen
  • Sie können die Unternehmensnachfolge vertraglich besser regeln

Ob die höheren laufenden Kosten durch diese Vorteile gerechtfertigt sind, müssen Sie schlussendlich selbst entscheiden. Sind Sie sich nicht sicher, kann Ihnen auch ein Steuerberater nach einer eingehenden Analyse Ihrer Situation sagen, ob sich ein Rechtsformwechsel in eine GmbH für Sie auszahlt.

Weitere Informationen rund um die GmbH und die Umwandlung in eine solche erhalten Sie in den folgenden Beiträgen:

Sie haben weitere Fragen zu den laufenden Kosten einer GmbH?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu den laufenden Kosten bei einer GmbH haben oder bei einem Beratungsgespräch erfahren möchten, ob sich eine Unternehmensumwandlung für Sie lohnen würde, dann stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung. Sie können Sie mich jederzeit via Kontaktformular erreichen.

Ich habe mich auf Unternehmensumwandlungen spezialisiert und helfe auch Ihnen diesbezüglich gerne weiter.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com