Vorteile der GmbH: Von diesen 4 Punkten profitieren Sie wirklich

Sie sind erfolgreicher Einzelunternehmer oder Inhaber einer Personengesellschaft und möchten sich durch eine Umwandlung die Vorteile einer GmbH sichern? Oder spielen Sie schon länger mit dem Gedanken einer GmbH-Gründung und kennen die genauen Vorteile (noch) nicht?

Achtung: Einige der häufig angepriesenen Vorteile haben einen Haken und in Wirklichkeit profitieren Sie wenig bis gar nicht.

Genau das wissen aber viele Unternehmer nicht und entscheiden sich vorschnell für die Gründung einer GmbH. Nach einiger Zeit folgt dann häufig das “böse Erwachen”, wenn die erhofften Vorteile nicht wie erwartet eintreten.

Um Sie vor diesem Schicksal zu bewahren, räume ich in diesem Artikel mit häufigen Mythen rund um die Vorteile der Gmbh auf und erkläre Ihnen, wie Sie wirklich profitieren.

Hier ein Schnell-Überblick des Beitrags:

Dieser Beitrag wurde am 9. Oktober 2021 aktualisiert.

Vorteile der GmbH: Bei diesen 2 Punkten handelt es sich nur um Mythen

Bei vielen Diskussionen unter Firmeninhabern und auch in Online-Artikeln werden meistens folgende zwei Punkte als Hauptvorteile der GmbH angeführt: Die Besteuerung und die Haftungsbeschränkung.

Warum es sich hier allerdings um Mythen handelt, lesen Sie im nächsten Abschnitt:

Mythos 1: Gewinne werden bei der GmbH immer nur mit 30 % besteuert

Viele Einzelunternehmer oder Inhaber von Personengesellschaften kennen das Problem: Alle Gewinne werden immer mit dem persönlichen Steuersatz von 42 oder in manchen Fällen sogar 45 % besteuert.

Die GmbH verspricht hier Abhilfe: Die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer machen zusammen nur etwa 30 % aus.

Viele Unternehmer wissen allerdings nicht, dass diese 30 % nur für Gewinne gelten, die in der Gesellschaft bleiben.

Wenn die Gewinne ausgeschüttet werden, kommt noch die Kapitalertragssteuer hinzu. Ihre Steuerlast erhöht sich dann auf 48 %.

Unterm Strich ist dieser Steuersatz dann sogar höher als bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft.

Wenn Sie mehr Details zur Besteuerung von GmbHs erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen Blogbeitrag “Realitätscheck: Wieviel Steuern zahlen Sie bei einer GmbH wirklich?”. Der Beitrag enthält auch ein leicht verständliches Fallbeispiel in dem ich alle Steuern Schritt-für-Schritt vorrechne.

Mythos 2: Die Haftung ist bei der GmbH immer auf die Einlage beschränkt

Auch diese Aussage ist nur teilweise richtig: Ja, grundsätzlich ist die Haftung bei der GmbH auf Ihren Anteil beschränkt.

Aber: Diese Haftungsbeschränkung gilt erst im sechsten Jahr nach der Gründung bzw. Umwandlung.

Bis dahin gilt für Sie eine persönliche Nachhaftung. Sollte Ihre Gesellschaft während dieser Frist in finanzielle Schwierigkeiten geraten, haften Sie wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft.

Vorteile der GmbH: Von diesen 4 Punkten profitieren Sie wirklich

Obwohl sich zwei der am häufigsten genannten Vorteile der GmbH bei genauem Hinsehen als Mythen herausstellen, gibt es dennoch mehrere Gründe, warum die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann.

Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon zusammengefasst:

Vorteil 1: Ihnen stehen alle 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge offen

Als Inhaber einer GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen und aus 5 unterschiedlichen Wegen wählen:

1. Sie investieren in einen Pensionsfonds: Wie bei einem “klassischen” Fonds wird Ihr Geld hier breit gestreut und von einem Fondsmanager verwaltet.

2. Sie legen Ihr Geld bei einer Pensionskasse an: Dieser Weg ähnelt dem Pensionsfonds. Allerdings werden Ihre Ersparnisse hier risikoärmer angelegt.

3. Sie schließen eine Direktversicherung ab: Bei diesem Weg erhalten Sie wie bei einer Lebensversicherung einen festen Zinssatz und gehen kaum Risiken ein.

4. Ihre GmbH erteilt Ihnen eine Pensionszusage: Hier verpflichtet sich Ihr Unternehmen Ihnen nach Ihrer Pensionierung eine Rente zu zahlen. Die Höhe der Rente können Sie selbst bestimmen.

5. Sie sorgen über die Unterstützungskasse vor: Diese Option ist der Pensionszusage sehr ähnlich. Es gibt nur einen Unterschied: Hier überwacht die Unterstützungskasse, ob ausreichend Vermögen angespart wird und ob die Rente auch tatsächlich gezahlt werden kann.

Wenn Sie mehr zu diesen 5 Wegen wissen möchten, empfehle ich Ihnen meinen detaillierten Blogbeitrag zum Thema: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen

Wichtig: Bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft (KG, oHG, GmbH & Co. KG oder GbR) ist das nicht möglich. Sie können keinen dieser Wege nutzen und müssen anderwertig für Ihre Rente vorsorgen.

Vorteil 2: Steuerschonende Nachfolgeregelungen können direkt in der Satzung verankert werden

Auch wenn Sie derzeit noch eher am Anfang Ihrer unternehmerischen Tätigkeit stehen, ist dieser Vorteil bereits jetzt für Sie attraktiv.

Denn mit der Nachfolgeplanung sollten Sie im Idealfall bereits Jahrzehnte vor der eigentlichen Übergabe beginnen, um alle Freibeträge mehrmals nutzen zu können.

Einige Erbschaftsteuer-Freibeträge können nämlich nach einer 10-jährigen Pause erneut in Anspruch genommen werden.

Die GmbH bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Sie können im Gesellschaftsvertrag bestimmen, wer Ihre Anteile erhalten soll und können Ihre Beteiligung auch Schritt-für-Schritt übergeben.

Vorteil 3: GmbH ist ideales “Vehikel” für die Vermögensverwaltung

Wenn Sie sich als Unternehmer ein beträchtliches Vermögen erarbeitet haben, kann sich die (zumindest teilweise) Auslagerung an eine vermögensverwaltende GmbH für Sie lohnen.

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Paralell zu Ihrer “operativen” Gesellschaft gründen Sie eine GmbH, deren einziger Zweck die Verwaltung Ihrer Beteiligungen, Immobilien oder anderem Vermögen ist.

Durch diese Auslagerung sichern Sie sich mehrere Vorteile:

  • Körperschaftsteuer-Kürzung: Halten Sie mindestens eine Beteiligung von 10% an einer anderen Gesellschaft, sind Gewinne aus dieser Beteiligung von der Körperschaftssteuer befreit (siehe § 8b KStG). Dadurch reduzieren Sie Ihre Steuerlast um 15%.
  • Gewerbesteuer-Kürzung: Halten Sie eine Beteiligung von mindestens 15% an einer anderen Gesellschaft, müssen Sie keine Gewerbesteuer auf die Gewinne bezahlen (siehe § 9 GewStG). Je nach Bundesland ist das eine Steuerersparnis von etwa 14 bis 17 Prozent.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH können Sie Ihre Steuern auf Beteiligungs-Gewinne also um 20 % (wenn Sie die Gewinne ausschütten) bzw. 40 % (wenn die Gewinne im Unternehmen verbleiben) senken.

Eine detaillierte Erklärung der vermögensverwaltenden GmbH und welchen Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Artikel zusammengefasst: Vermögensverwaltende GmbH: Sparen Sie damit wirklich Steuern?

Vorteil 4: Gesteigertes Image und bessere Bonität

Um eine GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von mindestens 25.000 €. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken.

Sie können beispielsweise bessere Zahlungskonditionen erhalten oder können mit Lieferanten “von Angesicht zu Angesicht” verhandeln.

Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer. Das Resultat: Ihre Chance, dass ein Kreditantrag genehmigt wird steigt und in der Regel profitieren Sie auch von besseren Konditionen.

Auch die Einrichtung eines Kontokorrentkredits ist für GmbHs meistens einfacher.

Fazit: Fallen Sie bei GmbH-Vorteilen nicht auf häufige Mythen herein

“Eine GmbH ist steuerlich viel besser, denn damit bezahle ich nur 30 % Steuern” oder “Bei der GmbH bin ich auf der sicheren Seite, weil ich nur mit meinem einbezahlten Kapital hafte” – wenn Sie meinen Artikel aufmerksam gelesen haben, wissen Sie dass diese Sätze nur teilweise richtig sind.

Denn in der Praxis kann es durchaus passieren, dass Sie mit einer Gmbh steuerlich schlechter als mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft fahren. Auch die Haftungsbeschränkung kann wie oben erklärt durchbrochen werden.

Von 4 Vorteilen profitieren Sie allerdings immer:

  • Sie können die 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge nutzen
  • Sie erhöhen Ihr Image bei Geschäftspartner und Ihre Bonität bei Banken durch das einbezahlte Stammkapital
  • Sie können die Nachfolge direkt in der Satzung regeln und so Streitigkeiten vermeiden
  • Sie können Ihr Vermögen steuerschonend verwalten, wenn Sie dafür eine eigene Gesellschaft gründen

Der “Preis” für diese Vorteile ist allerdings ein höherer Verwaltungsaufwand, höhere laufende Kosten und mehrere Tausend Euro an Gründungsausgaben.

Meine Empfehlung lautet daher: Bevor Sie eine entgültige Entscheidung treffen, sollten Sie sich unbedingt von einem erfahrenen Steuerberater alle Vor- und Nachteile genau erklären lassen.

Denn mit den Informationen aus diesem Beitrag haben Sie sich lediglich ein solides Grundwissen erarbeitet. Welche Vorteile in der Praxis wirklich für Sie relevant sind und ob sich die GmbH unterm Strich für Sie lohnt, kann nur ein Steuerberater beurteilen.

Falls Sie noch Fragen zu den Vorteilen der GmbH haben oder an einer umfassende Beratung interessiert sind, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Ein-Mann-GmbH: Für wen ist sie sinnvoll? Worauf müssen Sie achten?

Sie wollen Ihre Geschäftsidee mithilfe einer eigenen Firma verwirklichen, scheuen sich aber vor Haftungsrisiken? Oder möchten Sie Geschäftspartner und Kunden mit dem Zusatz “GmbH” beeindrucken? Dann kann eine Ein-Mann-GmbH Ihre Lösung sein!

Durch eine Ein-Mann-GmbH können Sie als Gründer Ihren Geschäfts-Traum verwirklichen und sich attraktive Vorteile wie ein gesteigertes Image oder unterschiedliche Wege der betrieblichen Altersvorsorge sichern.

Aber Vorsicht: Die Ein-Mann-GmbH hat nicht nur Vorteile. Sie müssen beispielsweise mit mehreren Tausend Euro an Umwandlungskosten rechnen und auch die oft erwähnte Haftungsbeschränkung kann “durchbrochen” werden.

Wann eine Ein-Mann-Gmbh für Sie sinnvoll ist und wann Sie mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft besser beraten sind, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 8. Oktober 2021 aktualisiert.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Eine Ein-Mann-GmbH, oder auch Ein-Personen-GmbH genannt, ist ein Unternehmen, das von einer Person gegründet wurde, welche gleichzeitig der alleinig Geschäftsführer sowie der einzige Gesellschafter ist.

Wichtig: Wenn Sie der alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer sind, können Sie auch Mitarbeiter einstellen und das Unternehmen gilt weiterhin als Ein-Mann-GmbH.

Es kann sich zudem um eine Ein-Mann-GmbH handeln, wenn drei Jahre nach der Gründung alle Anteile der Firma einer Person zufallen. Dies ist oft der Fall, wenn Sie z.B. Ihre GmbH gründen, aber Ihnen jemand bei der Finanzierung für das Stammkapital hilft und dafür Anteile erhält.

Nach 3 Jahren zahlen Sie das geliehene Geld zurück und kaufen somit die Anteile der GmbH zurück. Damit sind Sie der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH.

Abgesehen von diesen Formalitäten sind alle weiteren gesetzlichen Regelungen (Mindestkapital, Veröffentlichungspflichten, etc.) dieselben wie bei einer “normalen” GmbH (siehe GmbH-Gesetz).

Was brauche ich, um eine GmbH alleine zu gründen?

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH kann dann erfolgen, wenn Sie die Hälfte des Stammkapitals in Bar oder in Sachwerten aufbringen können. Für den Rest reicht eine Sicherung von Ihnen als Gesellschafter aus.

In Zahlen ausgedrückt: Das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH beträgt 25.000 €. Davon müssen Sie als Gründer zumindest die Hälfte des Geldes direkt bei der Anmeldung einzahlen. Diese 12.500 € können Sie dabei bar oder in Form von Sachwerten (wie zum Beispiel anhand eines Autos, Grundstückes, Haus, etc.) erstatten.

Was genau ein Sachwert ist und wie Sie diesen am besten für Ihre GmbH-Gründung nutzen, hab ich für Sie detailliert zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf folgenden Link: Wissen für Unternehmer: Was ist eine GmbH Sachgründung? Gefahr oder Chance?

Zusätzlich zu diesem Stammkapital benötigen Sie weitere 2.500 bis 4.500 Euro, um die für eine Umwandlung nötigen Notars- und Amtskosten bezahlen zu können.

Die 4 wichtigsten Vorteile einer Ein-Mann-GmbH

Es gibt mehrere Gründe, warum für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann. Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon kurz zusammengefasst.

Vorteil 1: Bessere Regelung der Altersversorgung

Als Gründer einer Ein-Mann-GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen.

Welche 5 Wege Ihnen bei der Regelung der Altersversorgung dabei offenstehen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen

Wichtig: Da Sie als Inhaber eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft nicht angestellt sind, steht Ihnen die betriebliche Altersvorsorge nicht zur Verfügung.

Vorteil 2: Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen

Wenn Sie die Gewinne in der Ein-Mann-GmbH belassen, werden sie nur mit 30 % und nicht wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft mit Ihrem persönlichen Steuersatz von mehr als 40 % versteuert.

Aber Achtung: Von diesem Vorteil profitieren Sie nur, wenn die Gewinne tatsächlich in der Gesellschaft verbleiben. Sobald Sie die Gewinne ausschütten, lösen Sie eine zusätzliche Besteuerung aus. Der Steuersatz bei der Ein-Mann-GmbH erhöht sich dadurch auf 48 %.

Vorteil 3: Imageverbesserung

Um eine Ein-Mann-GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von 25.000€. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken.

Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer.

Vorteil 4: Einfachere Nachfolgeplanung

Als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH können Sie selbst die Nachfolge Ihrer Firma festlegen. Dafür sollten Sie unbedingt eine Abtretungsklausel in Ihrer Satzung verankern und ein entsprechendes Testament anlegen.

Das bedeutet, dass Ihre gesamten Anteile an eine bisher unbeteiligte Person übertragen werden, sollten Sie die Firma nicht mehr leiten können.

Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre GmbH von den von Ihnen ausgewählten Erben auch weitergeführt wird.

Die 3 größten Nachteile der Ein-Mann-GmbH

Wie bereits angedeutet, müssen Sie neben den Vorteilen auch die Nachteile einer Ein-Mann-GmbH kennen. Die 3 meiner Meinung nach wichtigsten habe ich Ihnen hier aufgelistet:

Nachteil 1: Hohe Gründungs- und laufende Kosten

Für Sie als Gründer kann eine Ein-Mann-GmbH auch Nachteile mit sich bringen. Einer davon ist die finanzielle Belastung, die auf Sie zukommt: Am Anfang steht schon die Pflicht, mindestens 12.500€ aufzubringen.

die hohen Jahresabschlusskosten oder die teuren Bilanzierungskosten.

Nachteil 2: Hoher formeller Aufwand

Da es sich bei der GmbH um eine Rechtsform mit sehr vielen Vorschriften handelt, müssen Sie trotz Ihrer beherrschenden Stellung als Gesellschafter-Geschäftsführer für viele Entscheidungen eigene Beschlüsse fassen.

Fehlen diese Beschlüsse, kann beispielsweise die Gewinnausschüttung vom Finanzamt beanstandet werden.

Nachteil 3: Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung

Bei eienr Ein-Mann-GmbH müssen Sie bei vielen Entscheidungen den sogenannten Fremdvergleich beachten.

Das bedeutet: Wenn Sie beispielsweise Ihr Geschäftsführergehalt festlegen, müssen Sie sich streng am Branchenschnitt orientieren. Sie können sich nicht ein Gehalt von einer Million Euro zahlen, wenn der durchschnittliche Geschäftsführer einer vergleichbaren Firma nur 150.000 Euro bekommt.

Zahlen Sie sich dennoch einen zu hohen Betrag, handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Die Folgen: Die GmbH muss Gewerbe- und Körperschaftssteuer nachzahlen und das Geld, dass Sie sich unrechtmäßig gezahlt haben, wird mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz nachversteuert.

Mein Rat: Setzen Sie nur in dieser Situation auf eine Ein-Mann-GmbH

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH macht nur Sinn, wenn Ihr Unternehmen auch wirklich erfolgreich ist. Daher sollten Sie sich vor der Unternehmensumwandlung fragen, ob Ihre Firma genügend Gewinn abwirft.

Damit sich für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH lohnt, sollte Ihr jährlicher Gewinn mindestens 100.000 € betragen.

Wenn Sie diese Grundvoraussetzung erfüllen, müssen Sie im zweiten Schritt die Vor- und Nachteile genau abwägen.

Das bedeutet: Sind die Vorteile durch einen Imagegewinn oder durch die betriebliche Altersvorsorge wirklich so groß, dass dadurch die höheren Kosten und die Formalismen wett gemacht werden?

Nur wenn Sie diese Frage mit “Ja” beantworten, rate ich Ihnen zu einer Ein-Mann-GmbH. Die Entscheidung, ob eine eine Ein-Mann-GmbH für Sie sinnvoll ist, ist also immer sehr individuell.

Ein pauschaler Rat wie etwa “Ab einem Gewinn von 200.000 Euro ist eine GmbH immer besser geeignet” ist nicht seriös.

Alle Details zur Ein-Mann-GmbH im Video erklärt

Sie hätten über diesen Artikel hinaus noch gerne weitere Informationen zur Ein-Mann-GmbH? Dann ist mein Video zum Thema für Sie genau richtig.

In diesem Video diskutiere ich mit meinem Gesprächspartner York über das “Für und Wider” der Ein-Mann-GmbH und wann sich eine solche Gesellschaft tatsächlich lohnt. Klicken Sie einfach auf Play!

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Fazit: Ein-Mann-GmbH nur gründen, wenn Sie wirklich davon profitieren

Eine Ein-Mann-GmbH bietet für Sie als Gründer vier große Vorteile:

  • Bessere Regelung der Altersvorsorge
  • Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen
  • Imageverbesserung
  • Einfachere Nachfolgeplanung

Allerdings steht diesen Vorteilen auch ein höheres Maß an (finanzieller und formaler) Belastung dar.

Sie müssen sich vor einer endgültigen Entscheidung deshalb immer überlegen, ob Sie unterm Strich auch wirklich von einer Ein-Mann-GmbH profitieren oder ob nicht doch der Wunsch Vater des Gedanken war.

Falls Sie Fragen zum Thema Ein-Mann-GmbH bzw. zur Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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GmbH-Finanzierung-Symbolbild

GmbH Finanzierung: Die besten Modelle bei der Gründung, Expansion und im Krisenfall

Sie möchten ein Unternehmen gründen und suchen nach Möglichkeiten der GmbH Finanzierung? Oder ist Ihre Firma bereits erfolgreich und Sie möchten durch einen Unternehmenskauf expandieren?

In all diesen Situationen und auch im Falle einer finanziellen Krise sind unterschiedliche Modelle für Sie geeignet.

Viele Unternehmer sind hier allerdings unsicher und glauben, bei der Gründung oder beim Kauf eines Unternehmens alles sofort aus der eigenen Tasche bezahlen zu müssen.

In diesem Beitrag möchte ich mit diesem Irrglauben “aufräumen” und Ihnen folgende Punkte leicht verständlich erklären:

Dieser Beitrag wurde am 14. September 2021 aktualisiert.

1. Gründung: 4 Möglichkeiten der GmbH Finanzierung im Überblick

Als GmbH Gründer müssen Sie ein Stammkapital von 25.000 Euro aufbringen. Die meiner Meinung nach 4 häufigsten Wege, die Ihnen dabei zur Verfügung stehen stelle ich Ihnen jetzt vor:

Bargründung: Bei der Bargründung zahlen Sie und mögliche Geschäftspartner das Stammkapital direkt in die GmbH ein.

Wenn Sie über ausreichende Mittel verfügen ist dieser Weg der vermutlich einfachste für Sie.

Sachgründung: Hier übertragen Sie private Vermögensgegenstände (Gebäude, Maschinen, etc.) an Ihre GmbH und bringen so das benötigte Stammkapital auf.

Worauf Sie bei einer Sachgründung achten müssen und welche Vermögensgegenstände sich besonders gut eignen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-was-ist-eine-sachgruendung-gefahr-oder-chance/

Geförderter Kredit: Um die Wirtschaft anzukurbeln, wurden in den letzten Jahren sehr viele Förderungen für Jungunternehmer eingeführt.

Ihre erste Anlaufstelle sollte hier die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) sein. Die KfW bietet viele verschiedene Möglichkeiten für Existenzgründer an und Sie profitieren von günstigen Zinsen, tilgungsfreien Jahren oder weiteren Vorteilen.

Bankkredit: Neben einem geförderten Kredit ist auch der Antrag eines “normalen” Bankkredits zur Unternehmensgründung möglich.

Da ein solcher Kredit für eine Bank eher risikoreich ist, müssen Sie ihn in der Regel mit Ihrem Privatvermögen absichern.

Sollte Ihr Unternehmen nicht wie geplant funktionieren, “wandert” dieses Privatvermögen im Falle einer Insolvenz an die Bank.

Wichtig: Da Sie sowohl bei der Bar- als auch bei der Sachgründung das Stammkapital selbst aufbringen, handelt es sich um sogenannte Selbstfinanzierungen.

Im Vergleich zu Fremdfinanzierungen (Krediten) sind diese Möglichkeiten für Sie in der Regel günstiger, da Sie keine laufenden Zinsen bezahlen müssen.

2. Expansion: So beschaffen Sie Kapital für Investitionen

Sie möchten neue Märkte erschließen, ein Unternehmen kaufen oder mehr in die Produktentwicklung investieren? Die meisten Unternehmen können solch große Summen nicht aus dem Cashflow investieren, sondern greifen auf zusätzliches Kapital zurück.

Folgende 4 Möglichkeiten bieten sich hier meiner Meinung nach besonders gut an:

Stiller Teilhaber: Ein stiller Teilhaber ist ein Gesellschafter Ihres Unternehmens und beteiligt sich mit einer Vermögenseinlage (Geld, Sach- oder Dienstleistungen) (§230, Abs. 1 HGB). Wie hoch die Einlage ist, kann vertraglich vereinbart werden.

Anders als bei einem gewöhnlichen Gesellschafter wird diese stille Teilhaberschaft in keinem Register eingetragen. Ihr neuer Partner ist für die Außenwelt praktisch “unsichtbar”.

Business-Angels, Crowd-Funding oder andere Investoren: Das Prinzip hinter dieser Möglichkeit ist denkbar einfach. Sie überzeugen eine Person, in Ihr Unternehmen zu investieren und im Gegenzug erhält der Investor einen Teil Ihrer Firma.

Business Angels bieten Ihnen zudem weitere Vorteile: Sie stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung, leiten Ihnen hilfreiche Kontakte weiter und helfen Ihnen auch bei schwierigen Entscheidungen.

Geförderter Kredit: Die KfW bietet auch für bereits etablierte Unternehmen attraktive Kredite an. Neben kleineren Anschaffungen können auch Vorhaben mit mehr als 25 Millionen Euro an Kosten gefördert werden.

Wie bei der Unternehmensgründung profitieren Sie von niedrigen Zinssätzen (ca. 1 bis 2%) und tilgungsfreien Jahren.

Bankkredit: Wenn Ihr Unternehmen bereits am Markt etabliert ist und Sie regelmäßig Gewinne verzeichnen können, ist die Finanzierung von risikoreicheren Vorhaben wie eines Unternehmenskauf auch mit einem Bankkredit möglich.

Anders als bei der Unternehmensgründung müssen Sie jetzt nicht mehr mit Ihrem Privatvermögen haften.

Damit sich ein Kredit wirklich für Sie lohnt, sollte die Rendite, die Sie mit dem geliehenen Geld erzielen höher als die Zinsen sein. Dann spricht man vom sogenannten Leverage Effekt.

 

Wenn Sie mehr zu diesen Möglichkeiten erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen detaillierten Artikel zum Thema “Unternehmskauf Finanzierung”.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, welche Voraussetzungen Sie für Bankkredite erfüllen müssen und warum eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital der meistens beste Weg für Ihr Unternehmen ist.

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/kredit-oder-eigenkapital-so-finanzieren-sie-den-unternehmenskauf-richtig/

3. Krisenfall: Einfache Kreditgewährung durch die Gesellschafter-Fremdfinanzierung

Befindet sich Ihr Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Situation, erhalten Sie von einer Bank in der Regel keine (leistbaren) Kredite mehr.

Auch eine Einzahlung aus Ihrem Privatvermögen ist häufig keine Option, da dieses Geld im Falle einer Insolvenz verloren ist und Sie einen Großteil Ihres Privatvermögens verloren haben.

Hier kommt die Gesellschafter-Fremdfinanzierung ins Spiel. Dieses Finanzierungs-Modell ist ein Kredit von einem Gesellschafter an die eigene GmbH.

Wichtig: Bei einer Fremdfinanzierung durch einen Gesellschafter spielt es keine Rolle, mit wie vielen Prozent dieser Gesellschafter am Unternehmen beteiligt ist.

Auch wenn eine Person nur mit einem kleinen Anteil von 1 oder 2% beteiligt ist, gilt ein gewährter Kredit an dieses Unternehmen als Gesellschafter-Fremdfinanzierung.

Das bedeutet: Ist eine Bank mit einem sogenannten Zwergenanteil von 1% an Ihrer GmbH beteiligt, gilt ein Kredit dieser Bank an Ihren Betrieb ebenfalls als Gesellschafter-Fremdfinanzierung. Warum das wichtig ist, erkläre ich Ihnen im nächsten Abschnitt.

GmbH Finanzierung in der Krise: So setzen Sie die Gesellschafter-Fremdfinanzierung ein

Wie oben bereits angedeutet, kann auch ein Bank-Kredit eine Gesellschafter-Fremdfinanzierung sein. Nämlich dann, wenn diese Bank mit einem kleinen Anteil an Ihrem Unternehmen beteiligt ist.

Das hat folgenden Vorteil: Sie können in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Eigenkapital Ihres Unternehmens aufbessern und die Bank kommt im Fall der Unternehmens-Insolvenz einfacher an ihr Geld.

Voraussetzung dafür ist aber eine sogenannte qualifizierte Rangrücktrittserklärung der Bank.

Mit einer qualifizierten Rangrücktrittserklärung bleibt der Kredit für die Bank nämlich eine Fremdkapital-Finanzierung. Aus Sicht Ihres Unternehmens wird aus dem Kredit jedoch Eigenkapital.

So profitieren beide Seiten: Ihr Unternehmen kann im Krisenfall das Eigenkapital mit einem Kredit aufbessern und die Bank behält trotzdem ihre Kredit-Forderung. Muss der Betrieb schlussendlich doch Insolvenz anmelden, kommt das Kreditinstitut so leichter an den ausstehenden Betrag.

Durch diese Sicherheit sind Banken eher bereit, Unternehmen im Krisenfall einen Kredit zu gewähren.

Damit diese Form der Gesellschafter-Fremdfinanzierung möglich ist, muss die Bank aber (zumindest für die Laufzeit des Kredits) mit einem kleinen Anteil an Ihrem Unternehmen beteiligt sein.

Der häufigste Fehler bei der Gesellschafter-Fremdfinanzierung: Keine qualifizierte Rangrücktrittserklärung

Gibt Ihre Bank keine qualifizierte Rangrücktrittserklärung ab, bleibt die Gesellschafter-Fremdfinanzierung aus Sicht Ihres Unternehmens Fremdkapital und kann nicht zur Erhöhung des Eigenkapitals verwendet werden.

Somit können Sie das Problem der Überschuldung nicht lösen und müssen wahrscheinlich trotz des Kredits Insolvenz anmelden.

Damit sich eine Gesellschafter-Fremdfinanzierung durch eine Bank wirklich lohnt, muss deshalb auf jeden Fall von Seiten der Bank eine qualifizierte Rangrücktrittserklärung abgegeben werden.

Oft wird das jedoch von Unternehmern mangels Erfahrung mit Gesellschafter-Fremdfinanzierung vergessen.

Fazit: Gründung, Expansion und Krise erfordern unterschiedliche Finanzierungs-Modelle

Ganz egal, ob Sie sich mit Ihrem Unternehmen noch ganz am Anfang befinden oder bereits eine Firma aufgebaut haben und weiter expandieren möchten: In jeder Situation gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zur GmbH Finanzierung.

Bei der Gründung bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Bargründung
  • Sachgründung
  • Geförderter Kredit
  • “Normaler” Bankkredit

Ist Ihr Unternehmen bereits etabliert und bereit für den nächsten Schritt (neue Produkte, Unternehmenskauf, etc.) sind folgende GmbH Finanzierungen für Sie besonders interessant:

  • Stiller Teilhaber
  • Business Angels, Crowd-Funding oder ähnliche Investoren
  • Geförderter Kredit
  • Bankkredit

Auch im Fall einer Krise gibt es mit der Gesellschafter-Fremdfinanzierung noch eine gute Möglichkeit, mit der Sie den finanziellen “Turn-Around” schaffen können.

Sie möchten mehr zu verschiedenen Finanzierungs-Möglichkeiten wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu Finanzierungen bei der Gründung, der Expansion oder im Krisenfall haben, stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmenskauf-finanzieren

Unternehmenskauf Finanzierung: Diese 3 Wege stehen Ihnen offen

Sie würden gerne Ihr Geschäft erweitern und neue, attraktive Märkte erschließen? Ihr Plan ist es, dazu eine Firma zu kaufen und die größte Hürde, die Sie jetzt noch überspringen müssen ist die Unternehmenskauf Finanzierung?

Keine Sorge: Viele Unternehmer befinden sich in genau der selben Situation.

Sollen Sie am besten alles mit vorhandenem Eigenkapital bezahlen oder können Sie auch einen Kredit aufnehmen?

In meinem Alltag als Steuerberater werde ich von meinen Klienten häufig mit diesen Fragen konfrontiert. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Unternehmer hier unsicher sind. Und das ist auch gar nichts Schlechtes. Denn ein Unternehmenskauf ist eine große Investition und muss gut geplant werden.

Bevor man überhastet die falsche Entscheidung trifft, sollte man sich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Finanzierungen beim Unternehmenskauf im Klaren sein. Genau hier möchte ich mit diesem Blogbeitrag ansetzen.

Ich erkläre Ihnen, welche drei Möglichkeiten Sie zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs grundsätzlich haben und von welchen Förderungen Sie zusätzlich profitieren könnten. Hier finden Sie eine kurze Übersicht des Beitrags:

Dieser Beitrag wurde am 13. September 2021 aktualisiert.

1. Weg: Unternehmenskauf Finanzierung mit 100% Eigenkapital

Aus der Sicht eines Steuerberaters wäre diese Variante die beste bei einem Unternehmenskauf.

So haben Sie als Unternehmer keinerlei Schulden bei Banken und sind daher auch keinem Kreditinstitut verpflichtet. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, einmal für einige Zeit nicht so rosig laufen, können Sie so nie in Rückzahlungs-Schwierigkeiten kommen.

In der Praxis ist eine gänzliche Finanzierung mit Eigenkapital aber meistens unrealistisch. Die Summen sind einfach zu hoch, um alles nur mit Eigenkapital zu bezahlen.

Haben Sie nicht genug Eigenkapital, gibt es aber mehrere Möglichkeiten, um neues Eigenkapital zu beschaffen. Sie oder Ihre Mit-Gesellschafter könnten beispielsweise zusätzliches Kapital aus der eigenen Tasche in das Unternehmen einzahlen.

Diese Option zur Eigenkapitalerhöhung ist wahrscheinlich allen Unternehmern bekannt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen aber 2 weitere Optionen vorstellen, die in der Praxis (noch) wenig verwendet werden, aber in manchen Fällen durchaus Sinn machen:

  1. Crowdfunding: Beim Crowdfunding beteiligen sich viele “kleinere” Investoren, die oft auch Privatpersonen sind, an einem Unternehmen. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei dann meistens um stille Partner. Diese Methode ist besonders für Unternehmen geeignet, die “coole” Projekte an End-Konsumenten verkaufen möchten. Denn bei diesen Projekten ist es einfacher, viele Investoren anzulocken. Die weltweit beliebteste Plattform, um eine Crowdfunding-Kampagne zu starten ist Kickstarter.
  2. Business Angels: Bei Business Angels handelt es sich um Investoren, die einem Unternehmen neben Ihrem Investment auch noch mit Ihrer Management-Erfahrung und Ihren Kontakten weiterhelfen. Man bekommt also nicht nur frisches Eigenkapital, sondern auch Know-How. Im Gegenzug versprechen sich die Business Angels eine Wertsteigerung ihres Unternehmens-Anteils. Hier finden Sie einen Überblick über Business Angels in Deutschland: https://www.business-angels.de/

Mit diesen beiden Möglichkeiten können Sie Ihr Eigenkapital aufbessern. Allerdings wird auch das in den meisten Fällen nicht ausreichen, um den gesamten Kaufpreis mit Eigenkapital zu decken. In diesem Fall können Sie auch bei einem Unternehmenskauf auf einen Kredit zurückgreifen.

Worauf Sie dabei achten müssen, erkläre ich Ihnen weiter unten in diesem Beitrag.

2. Weg: Vollständige Finanzierung durch Fremdkapital (Kredite)

Bei vielen Unternehmern ist ein Kredit sehr negativ behaftet. Dort sieht man eine Fremdfinanzierung als sprichwörtlichen “Klotz am Bein”. Durch einen hohen Kredit spiele man mit der Zukunft des Unternehmens, bekommt man da häufig zu hören.

Da ist auch sicherlich etwas Wahres dran. Einen Kredit sollten Sie nur nach sorgfältiger Überlegung abschließen. Außerdem sollte Ihre Eigenkapitalquote nie unter 20% rutschen, sonst bringen Sie Ihr Unternehmen langfristig in Gefahr.

Richtig eingesetzt können Sie aber speziell bei niedrigen Zinsen von einem Kredit profitieren. Denn ist Ihre Gesamtkapitalrendite höher als die Kreditverzinsung, steigern Sie mit diesem Kredit Ihre Eigenkapitalrendite.

Die Rendite, die Sie mit Ihrem geliehenen Geld erwirtschaften, ist also höher als Ihre Zins-Zahlungen. In der Fachsprache bezeichnet man das als Leverage Effekt.

Eine hohe Eigenkapitalrendite steigert Ihre Bonität bei Banken und macht Ihr Unternehmen auch für potentielle Investoren attraktiver.

Wichtig: Meiner Meinung nach ist eine gänzliche Finanzierung mit Fremdkapital trotz einer möglichen höheren Eigenkapitalrendite nur in seltenen Fällen eine gute Option.

Sie müssen bedenken, dass bei einem Kredit immer ein Rest-Risiko bleibt. Wenn es geschäftlich einmal nicht so gut läuft, müssen Sie Ihre Raten dennoch pünktlich bezahlen können.

Welchen Weg ich (fast) all meinen Mandanten empfehle, lesen Sie im nächsten Absatz.

3. Weg: Finanzierung durch eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital

Wie bei den ersten beiden Wegen erklärt, bieten die Finanzierungsmöglichkeiten mit Eigen bzw. Fremdkapital unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Eigenkapital ist weniger risikoreich als ein Kredit und Sie müssen keine laufenden Rückzahlungen leisten. In der Praxis ist es allerdings häufig schwierig genügend Eigenkapital aufzubringen, um den Unternehmenskauf gänzlich auf diese Art zu finanzieren.

Durch geschickt eingesetztes Fremdkapital können Sie beim Unternehmenskauf Ihre Eigenkapitalrendite steigern, wenn die Rendite durch den Unternehmskauf höher als die Zinszahlungen ist. Dennoch bleibt bei einem Kredit immer ein gewisses Risiko und die gänzliche Fremdfinanzierung ist nicht ratsam.

Die Lösung ist denkbar einfach: Sie setzen sowohl auf Eigen- als auch auf Fremdkapital. Wie viel Prozent dabei durch einen Kredit finanziert werden und wie viele Mittel Sie selbst aufbringen, kann je nach Fall unterschiedlich sein.

Achten Sie jedoch in jedem Fall darauf, dass Ihre Eigenkapitalquote wie oben erwähnt nie unter 20% sinkt.

Das brauchen Sie für einen Kredit bei einer klassischen Bank

Für eine gute Bonität bei einer gewöhnlichen Bank müssen Sie:

  1. Schon 3 Jahre lang selbstständig sein.
  2. Gewinne verzeichnen können.
  3. Einen guten Substanzwert haben.

Erfüllen Sie diese drei Voraussetzungen bei einer klassischen Bank, erhalten Sie normalerweise den gewollten Kredit.

Das Gegenmodell: Ein Kredit bei einer FinTech-Bank

FinTech-Banken sind Ihre Alternative zu einer klassische Bank. Kredite von diesen Banken sind zwar in der Regel teurer als andere, jedoch haben diese Banken geringere Bonitäts-Anforderungen an Unternehmer.

So müssen Sie bei einer FinTech-Bank beispielsweise erst 1 Jahr lang selbstständig sein. Außerdem hilft Ihr selbst geschaffener Firmenwert (welcher von FinTech-Banken als Vermögenswert angesehen wird), Ihre Bonität bei dieser Art von Bank zu erhöhen.

Ein hoher Firmenwert kann dabei sogar fehlende Gewinne wettmachen.

Diese Sicherheiten reichen aus für gewöhnlich aus, damit Sie Ihren gewollten Kredit von einer FinTech-Bank erhalten.

Daher ist es möglich, dass Sie als Unternehmer auf der Suche nach einem Kredit bei einer FinTech-Bank mehr Glück haben, als bei einer klassischen Bank.

Hilfe bei der Unternehmenskauf Finanzierung: Von diesen Förderprogrammen könnten Sie profitieren

Als Unternehmer können Sie beim Unternehmenskauf von attraktiven Förderungen profitieren. So bietet zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) geförderte Kredite an.

Bei diesen Krediten brauchen Sie meistens nur wenige Sicherheiten und haben eine gewisse Anzahl an tilgungsfreien Jahren zu Beginn des Kredits.

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Krediten der KfW: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/

Befindet sich Ihr Unternehmenssitz in Berlin, könnte auch ein geförderter Kredit der Investitionsbank Berlin (kurz IBB) für Sie interessant sein. Ähnlich wie die KfW brauchen Sie auch hier nur wenige Sicherheiten und profitieren von tilgungsfreien Jahren. Hier finden Sie mehr Informationen zur IBB: https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/foerderprogramme-a-z/foerderprogramme-a-z.html

Auch in anderen Bundesländern gibt es solche Investitionsbanken. Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Investitionsbanken in Deutschland: https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/berater-suchen/wo-beratung-gruendung/landesfoerderinstitute/

Fazit zur Unternehmenskauf-Finanzierung: Der richtige Mix aus Eigen- und Fremdkapital macht’s

Im Idealfall sollten Sie Ihren Unternehmenskauf mit eigenen Mitteln finanzieren. In der Realität ist das allerdings meistens nicht realistisch. Die Kaufpreise sind dafür einfach zu hoch. In diesem Fall können Sie auf einen Kredit zurückgreifen.

Das ist vor allem in Zeiten von niedrigen Zinsen attraktiv. Dabei müssen Sie aber immer Ihre Eigenkapitalquote im Auge behalten. Diese sollte nicht unter 20 % sinken.

Der beste Finanzierungs-Weg wird also für die meisten Unternehmer irgendwo in der Mitte liegen: Man verwendet für einen Teil des Kaufpreises Eigenkapital und greift für den Rest auf einen Kredit zurück.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmenskauf oder möchten wissen, welche Fehler Sie beim Kauf auf gar keinen Fall machen dürfen?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Geschäftsführergehalt GmbH

Für GmbH-Inhaber: Alles, was Sie zum Geschäftsführergehalt wissen müssen

Sie sind Inhaber und zugleich auch der Geschäftsführer einer GmbH? Dann erhalten Sie neben einer möglichen jährlichen Gewinnausschüttung auch monatlich ein Geschäftsführergehalt. Nur: Wie legen Sie dieses Gehalt fest?

Muss man sich hier an bestimmte branchenspezifische Richtlinien halten oder kann einfach ein beliebiger Betrag bestimmt werden? Gibt es aus steuerlicher Sicht wichtige Punkte, die man hier beachten sollte?

Sie sehen: Zum Geschäftsführergehalt gibt es mehr Fragen, als man im ersten Moment glaubt.

Auch ich als Steuerberater in Hamburg werde von meinen Mandanten regelmäßig zu diesem Thema befragt.

Neben der richtigen Höhe wird auch die betriebliche Altersvorsorge (kurz: bAV) häufig angesprochen. Denn als Unternehmer ist es aufgrund von fehlender Planungssicherheit schwieriger für das Alter vorzusorgen und viele Inhaber sind hier besonders unsicher.

All diese häufigen Fragen möchte ich mit diesem Blogbeitrag beantworten. Sie erfahren:

Keine Sorge: Sie müssen kein Steuer-Fachmann sein, um meinen Tipps folgen zu können. Ich habe großteils auf Fachbegriffe verzichtet und komplizierte Sachverhalte mit Beispielen erklärt.

Dieser Beitrag wurde am 5. August 2021 aktualisiert.

Wo wird das Geschäftsführergehalt bei der GmbH festgelegt?

Das Geschäftsführergehalt wird immer im Arbeitsvertrag des Geschäftsführers vereinbart.

Stellen Sie eine Person als GmbH-Geschäftsführer an, wird neben den Tätigkeiten, dem Urlaub und der Verschwiegenheitspflicht auch das Gehalt im Arbeitsvertrag geregelt.

Wenn Sie selbst als Inhaber der GmbH die Geschäftsführerposition übernehmen, haben Sie ebenfalls einen solchen gesonderten Geschäftsführer-Vertrag.

Sie haben damit praktisch 2 Rollen in Ihrem Unternehmen:

  1. Mehrheitsgesellschafter: Sie vertreten die Interessen der Eigenkapital-Geber und sind dafür verantwortlich, dass die Gesellschafter eine Rendite mit ihrem eingezahlten Kapital erzielen.
  2. Geschäftsführer: Sie sind für den operativen Bereich zuständig, sind für strategische Planungen verantwortlich und bestimmen somit die Entwicklung des Unternehmens.

Führen Sie beide Tätigkeiten selbst aus, kommt es in der Regel zu keinen Interessenskonflikten zwischen diesen beiden Rollen.

Bei großen GmbHs oder auch AGs kommt es aber sehr wohl häufig zu Meinungsverschiedenheiten zwischen der Geschäftsführung und den Anteilseignern.

Wie hoch sollte das Geschäftsführergehalt bei meiner GmbH sein?

Diese Frage lässt sich pauschal leider nicht beantworten. Grundsätzlich sind gesetzlich nicht dazu verpflichtet, branchenübliche Vergütungen zu zahlen und müssen sich nicht an irgendwelchen Durchschnittsgehältern orientieren.

Sie können das Geschäftsführergehalt frei wählen. Zwei Bedingungen müssen aber immer erfüllt sein:

Bedingung 1: Ihre Firma muss über ausreichend finanzielle Ressourcen verfügen

Die Grundvoraussetzung bei der Festlegung des Geschäftsführergehalts ist natürlich, dass Ihre GmbH Ihnen das Gehalt auch tatsächlich zahlen kann ohne vor dem finanziellen Ruin zu stehen.

Richtwert für Sie: 50% Ihres Unternehmensgewinns sollte immer im Unternehmen bleiben. Das Geschäftsführergehalt muss also so gewählt werden, dass diese 50% Grenze nicht unterschritten wird.

Macht Ihre GmbH beispielsweise 500.000 Euro Gewinn pro Jahr, werden Sie kein jährliches Geschäftsführergehalt von mehr 250.000 Euro zahlen können.

Bedingung 2: Sie müssen sich immer am sogenannten Fremdvergleich orientieren

Sie müssen also die Frage beantworten: Wie hoch würde das Gehalt in etwa sein, wenn ein unbeteiligter Dritter der Geschäftsführer wäre?

Bei dieser Frage gibt es natürlich nicht nur eine richtige Antwort. Beantworten Sie die Frage des Fremdvergleichs einfach ehrlich und faktenbasiert für sich selbst. Dann legen Sie eine ungefähre Spanne fest.

Als Gesellschafter-Geschäftsführer sollte Ihr Gehalt dann innerhalb dieser Spanne liegen. Wenn Sie so vorgehen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wichtig: Der Fremdvergleich bezieht sich nicht nur auf ein zu hohes Gehalt. Auch ein zu niedriges Gehalt kann vom Finanzamt beanstandet werden.

Festlegung des GmbH Geschäftsführergehalts mit Fallbeispiel erklärt

Angenommen der Jahresgewinn Ihres Unternehmens beträgt 500.000 Euro. Da mindestens 50% dieses Betrags als Restgewinn im Unternehmen verbleiben müssen, kann Ihr Geschäftsführergehalt nur maximal 250.000 Euro betragen.

Jetzt müssen Sie sich noch Gedanken zum Fremdvergleich machen: Wenn Sie einem angestellten Geschäftsführer ein Gehalt zwischen 50.000 und 80.000 Euro zahlen würden, dann sollte sich Ihr Gehalt als Gesellschafter-Geschäftsführer in dieser Spanne befinden.

Aber Achtung: Sie dürfen das Geschäftsführergehalt nicht beliebig oft ändern. Wenn sich ein niedriger Unternehmensgewinn abzeichnet ist es außerdem verboten, unter dem Jahr das Geschäftsführergehalt zu reduzieren.

Hier dürfen Sie nur Änderungen vornehmen, die auch für einen dritten Arbeitnehmer akzeptabel wären. Und dieser wäre vermutlich nicht mit einer plötzlichen Gehaltskürzung oder monatlichen Gehaltsänderungen einverstanden.

So nutzen Sie das GmbH Geschäftsführergehalt als Gestaltungsinstrument bei der betrieblichen Altersvorsorge

Die betriebliche Altersvorsorge (bAV) orientiert sich immer an Ihrem Gehalt. Der maximale bAV Betrag beläuft sich dabei auf einem Drittel Ihres Gehalts. Daraus folgt: Je höher Ihr Geschäftsführergehalt ist, desto mehr können Sie für Ihr Alter vorsorgen.

Hier kommt eine beliebte Gestaltungsmaßnahme ins Spiel: Um einen hohen Betrag für die betriebliche Altersvorsorge zu garantieren, müssen Sie ein hohes Geschäftsführergehalt in Ihrem Arbeitsvertrag festlegen.

Dieses Gehalt müssen Sie sich aber in der Realität nicht auszahlen. Sie können nämlich auf einen Teil dieses Gehalts wieder verzichten, ohne den hohen bAV-Betrag zu verlieren.

In der Realität könnte das in etwa so ablaufen:

Sie legen vorab ein Geschäftsführergehalt von 100.000 Euro fest. Der maximale bAV Betrag ist daher 33.333 Euro. Im Nachhinein verzichten Sie auf die Hälfte Ihres Gehalts und zahlen sich nur 50.000 Euro.

Für die betriebliche Altersvorsorge beträgt der Maximalbetrag aber weiterhin 33.333 Euro.

So sorgen Sie für Ihr Alter vor, ohne zu viel Geld aus Ihrer GmbH fließen zu lassen.

Alle Details zum Geschäftsführergehalt im Video erklärt

Sie hätten gerne eine persönlichere Erklärung des Geschäftsführergehalts? Dann kann ich Ihnen mein Video zu diesem Thema empfehlen.

Im Video bespreche ich mit meinem Gesprächspartner York alles, was Sie als Unternehmer zum Geschäftsführergehalt wissen müssen. Drücken Sie einfach auf Play!

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Fazit: Richtiges Geschäftsführergehalt erleichtert Unternehmern die betriebliche Altersvorsorge

Rechtlich gesehen können Sie das Geschäftsführergehalt (fast) ganz nach Ihren Wünschen bestimmen.

In der Praxis haben sich bei der Gehaltsfindung vor allem zwei Faustregel etabliert:

  • Legen Sie das Geschäftsführergehalt so fest, dass mindestens 50% Restgewinn in Ihrem Unternehmen verbleibt.
  • Legen Sie das Geschäftsführergehalt so fest, dass es einem Fremdvergleich standhält.

Wenn Sie diese zwei Bedingungen einhalten, sollte Ihr Gehalt nicht beanstandet werden.

Im Zweifel sollten Sie die Höhe Ihres Gehalts am besten mit einem erfahrenen Steuerberater besprechen. Eine gute Empfehlung ist nämlich nur nach einer eingehenden Analyse möglich.

Pauschale Aussagen sind nicht seriös und für Sie auch nicht wirklich hilfreich.

Wenn Sie Interesse an einer solchen Analyse haben und Sie das richtige Geschäftsführergehalt für Ihre GmbH finden möchten, können Sie mich gerne kontaktieren.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311) E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Gewerbesteuer – Was steckt wirklich dahinter?

Gewerbesteuer – Was ist sie genau? Wie können Sie bei ihr sparen?

Jedes Jahr verkleinert sich Ihr erzielter Unternehmensgewinn, da ein Teil davon der Gewerbesteuer zum Opfer fällt? Was ist diese Steuer überhaupt genau? Und gibt es Möglichkeiten, um bei der Gewerbesteuer zu sparen?

Obwohl sie (fast) jeder meiner Mandanten bezahlt, wissen viele Unternehmern nicht, welchen Zweck die Gewerbesteuer hat und welches Amt sie überhaupt einhebt.

Eines wissen die meisten aber ganz genau: Durch die Gewerbesteuer wird der jährliche Unternehmensgewinn um etwa 15% geschmälert. Aus diesem Grund werde ich in meiner Beratung häufig nach steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten gefragt.

Welche Möglichkeiten Ihnen hier offen stehen, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Artikel.

Ich kläre Sie über die wichtigsten Aspekte der Gewerbesteuer auf und zeige Ihnen, wie Sie dieser in bestimmten Ausnahmefällen sogar entgehen können.

Der Beitrag im Schnellüberblick:

Dieser Beitrag wurde am 3. August 2021 aktualisiert.

Was ist die Gewerbesteuer?

Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die Sie als Gewerbebetreibende an Ihre jeweilige Gemeinde zu zahlen haben. Es handelt sich dabei um eine ertragsabhängige Steuer, was bedeutet: Je nach Größe Ihres Gewinns fällt sie unterschiedlich hoch aus.

Die Gewerbesteuer zählt als Gemeindesteuer. Das heißt: Die Gemeinde, in der sich Ihr Betrieb befindet, ist für die Einziehung zuständig und behält auch das erhobene Geld.

Jede Gemeinde kann dabei durch den sogenannten Hebesatz selbst festlegen, wie viel sie von Ihrem Gewerbeertrag (= Ihr Gewinn) ausgezahlt bekommt.

Kurzer Exkurs: Der Hebesatz

Der Hebesatz ist einer von mehreren Faktoren, die zur Berechnung der Gewerbesteuer eingesetzt werden. Er multipliziert den Steuermessbetrag Ihres Gewinns und berechnet somit die endgültige Höhe Ihrer Gemeindesteuer.

Den Hebesatz kann jede Gemeinde individuell gestalten und damit aktiv entscheiden, welchen Betrag Sie als Gewerbebetreibender zu zahlen haben.

Seit 2004 gilt in Deutschland: Der Hebesatz jeder Gemeinde muss mindestens 200% betragen. Dieser Prozentsatz trifft allerdings eher auf kleinere Gebiete zu, während in Großstädten wie Hamburg, Köln oder München ein Hebesatz von bis zu 490% herrscht.

Wie wird die Gewerbesteuer berechnet?

Woraus sich Ihre Gewerbesteuer zusammensetzt, hängt von mehreren Faktoren ab. Die Ermittlung des genauen Betrags ist jedoch bei jeder Gemeinde gleich:

  1. Ihr Gewerbeertrag (= Ihr Gewinn) wird berechnet.
  2. Dieser wird mit einer Steuermesszahl von 3,5% multipliziert.
  3. Der dabei entstehende Steuermessbetrag wird in einem letzten Schritt mit dem individuellen Hebesatz multipliziert.
  4. Die Endsumme ist Ihre zu zahlende Gewerbesteuer.

Achtung: Bei Nicht-Kapitalgesellschaften (z.B. bei Einzelunternehmen, KGs oder oHGs) müssen Sie von Ihrem Gewerbeertrag einen Freibetrag von 24.500€ abziehen. Erst danach wird die resultierende Summe mit der Steuermesszahl und dem Hebesatz multipliziert (siehe § 11 GewStG).

Das heißt: Sollte Ihr Gewinn weniger als 24.500€ betragen, müssen Sie keine Gewerbesteuer zahlen.

Keine Sorge, diese Rechnung sieht auf den ersten Blick komplizierter aus als sie ist. Sie als Gewerbebetreibender brauchen sich nur folgende Faustregel zu merken: Im Durchschnitt haben Sie mit einer Gewerbesteuer von 15% Ihres Gewinnes zu rechnen.

Gewerbesteuer Berechnung mit Fallbeispielen erklärt

Aufgrund des oben erwähnten Freibetrags, sind hier zwei Szenarien möglich. Als Hebesatz habe ich bei beiden Fallbeispielen den Hebesatz Hamburgs (= 470%) ausgewählt.

1. Gewerbesteuerberechnung einer GmbH

Jahresgewinn: 100.000 Euro

Zu versteuernder Gewinn: 100.000 Euro

Gewerbesteuermessbetrag: 100.000 Euro x 3,5% = 3.500 Euro

Multiplikation mit dem Hebesatz: 3.500 Euro x 470% = 16.450 Euro

Zu zahlende Gewerbesteuer: 16.450 Euro (ca. 16,5% des Gewinns)

2. Gewerbesteuerberechnung eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft

Jahresgewinn: 100.000 Euro

Zu versteuernder Gewinn: 100.000 Euro – 24.500 Euro Freibetrag = 75.500 Euro

Gewerbesteuermessbetrag: 75.500 Euro x 3,5% = 2.642,50 Euro

Multiplikation mit dem Hebesatz: 2.642,50 Euro x 470% = 12.419,75 Euro

Zu zahlende Gewerbesteuer: 12.419,75 Euro (ca. 12,5 % des Gewinns)

Wie können Sie bei der Gewerbesteuer sparen?

Möglichkeit 1 Steuergestaltung

Wie die obigen Fallbeispiele zeigen, ist die Basis für die Gewerbesteuerberechnung immer ihr Gewinn.

Um Ihre Gewerbesteuer zu reduzieren ist eine logische Herangehensweise Ihren zu versteuernden Gewinn durch geschickte Steuergestaltung so niedrig wie möglich zu halten. Einige Ihrer Möglichkeiten sind:

  • Den Investitionsabzugsbetrag zu nutzen und geplante Investitionen bereits vor dem Kauf um bis zu 60% abzuschreiben
  • “Ladenhüter” abzuschreiben und  zumindest steuerlich vom dauerhaften Wertverlust profitieren
  • Rückstellungen für zukünftige Kosten (Mietkosten, Heizkosten, Serverkosten, etc.) der Unterlagen-Aufbewahrung bilden

Wie Sie diese Maßnahmen in der Praxis umsetzen und so Ihren zu versteuernden Gewinn senken können, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem umfassenden Artikel: https://www.steuerberatung-breit.de/die-4-besten-steuergestaltungs-moeglichkeiten-fuer-kleine-gmbhs-einfach-erklaert/

Möglichkeit 2: Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH

Ihr privates Vermögen befindet sich derzeit in Ihrem Unternehmen und alle laufenden Erträge unterliegen der Gewerbesteuer?

Mit einer sogenannten vermögensverwaltenden GmbH können Sie das ändern!

Sie übertragen einfach Ihr Vermögen an diese neu gegründete GmbH und bezahlen keine Gewerbesteuer mehr.

Wichtig: Die vermögensverwaltende GmbH darf nicht gewerblich tätig sein und kann wirklich nur Ihr Vermögen verwalten.

Alle Details zur vermögensverwaltenden GmbH und ab welchem Vermögen sich die Gründung für Sie lohnt, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/die-4-besten-steuergestaltungs-moeglichkeiten-fuer-kleine-gmbhs-einfach-erklaert/

Möglichkeit 3: Auswahl des Firmenstandorts

Zugegeben: Diese Möglichkeit ist wahrscheinlich nur vor der Firmengründung für Sie interessant.

Aber theoretisch können Sie durch die geschickte Auswahl des Standorts viel sparen. Der niedrigste Hebesatz liegt bei 200%, während in vielen wirtschaftlichen Zentren 400 oder sogar 500% draufgeschlagen werden.

Durch eine Übersiedlung in eine Gemeinde mit einem Hebesatz von 200% könnten Sie also mehr als die Hälfte sparen.

In der Praxis sieht das Ganze jedoch oft anders aus: Die Gemeinden mit den niedrigen Hebesätzen liegen häufig fernab der wirtschaftlichen Zentren und eine Übersiedlung ist alleine aus diesem Aspekt keine Option.

Zusätzlich dazu würden bei vielen Firmen die Umzugskosten alleine schon das Sparpotential auf Jahrzehnte gesehen “auffressen”.

Freie Berufe und Gewerbesteuer: Welche Ausnahmeregelung gilt hier?

Manche meiner Leser können an dieser Stelle aufatmen. Denn für alle „freien“ Berufe (wie zum Beispiel Arzt, Rechtsanwalt, Wirtschaftsprüfer und ja, auch Steuerberater) fallen keine Gewerbesteuern an.

Die Steuer betrifft nur diejenigen, die einer gewerblichen Tätigkeit (in der Regel produzierende oder verarbeitende Betriebe) nachgehen.

Vorsicht: Eine GmbH wird aber immer als gewerblicher Betrieb angesehen. Es macht dabei auch keinen Unterschied, ob es sich zum Beispiel um eine Steuerberatungs-GmbH handelt. Ihnen als GmbH-Inhaber kommt zudem auch kein Freibetrag von 24.500€ zu.

Fazit: Gewerbesteuer sparen ist schwierig, aber machbar

Die Gewerbesteuer betrifft die meisten deutschen Unternehmer und kann unterschiedliche Ausmaße annehmen. Als Faustregel müssen Sie damit rechnen, dass etwa 15% Ihres Gewinns als Gewerbesteuer fällig wird.

Trotz der ziemlich strikten Regeln gibt es Sparpotential:

  • Mithilfe von geschickter Steuergestaltung können Sie Ihren zu versteuernden Gewinn so niedrig wie möglich halten
  • Dank einer vermögensverwaltenden GmbH können Sie Erträge aus Ihrem Vermögen von der Gewerbesteuer befreien
  • In Ausnahmefällen lässt sich durch die geschickte Wahl des Firmenstandorts auch Sparpotential ausreizen

Eines muss Ihnen jedoch bewusst sein: Alle dieser Möglichkeiten sind auch mit Kosten verbunden.

Bevor Sie entscheiden einen meiner Tipps umzusetzen, müssen Sie deshalb immer alle Vor- und Nachteile genau abwiegen. Dazu sollten Sie sich auf jeden Fall Hilfe von einem Steuerberater holen. Nur ein Steuerberater kann Ihre Situation analysieren und Ihnen das für Sie beste Vorgehen empfehlen.

Sollten Sie als Unternehmer noch Fragen zur Gewerbesteuer und Ihrer Zahlpflicht haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Kevin Mayer – Fotolia.com

Auto als Sachwert

Wissen für GmbH Inhaber: Worauf Sie bei Autos achten müssen

Sie haben gerade eine GmbH gegründet und fragen sich, ob Sie Ihr Privatauto an Ihre GmbH übertragen sollen? Können Sie hier irgendwelche Steuervorteile beanspruchen oder handelt es sich dabei um eine “Steuerfalle”, die Sie vermeiden müssen?

Meine kurze Antwort: Bei einer Einbringung des eigenen Autos in die GmbH überwiegen in der Regel die Nachteile.

Warum das so ist, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Außerdem erkläre ich Ihnen, mit welcher Optimierung Sie wirklich sparen und warum Ihr nächster Firmenwagen aus steuerlicher Sicht ein Elektroauto sein sollte.

Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2021 aktualisiert.

Privates Auto in die GmbH einbringen: Warum sollten Sie es vermeiden?

Die Einbringung Ihres Privatvermögens in die GmbH wird mit etwa 50 % versteuert. Sie müssen nämlich Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer und den Solidaritätszuschlag bezahlen.

Aufgrund dieser hohen Besteuerung sollten Sie immer nur das Privatvermögen in Ihre GmbH einbringen, von dem Sie auch wirklich langfristig profitieren.

Nach mehr als 15 Jahren als Steuerberater kann ich Ihnen sagen: Bei einem Auto ist das (bis auf eine einzige Ausnahme) nie der Fall.

GmbH Gründung mit Sachwerten: In dieser Ausnahmesituation kann die Einbringung sinnvoll sein

Bei einer sogenannten Sachgründung können Sie eine GmbH gründen, ohne das benötigte Stammkapital von 25.000 Euro in bar einzahlen zu müssen.

Stattdessen können Sie einen Sachwert (also zum Beispiel Ihr Auto) in die GmbH einbringen.

Aber Achtung: Wenn sich im Insolvenzfall herausstellt, dass Ihr Auto nicht dem in der Bilanz angesetzten Wert entspricht, haften Sie für den Differenzbetrag zwischen Wertansatz und tatsächlichem Verkaufspreis mit Ihrem Privatvermögen.

Das bedeutet: Wenn der Wert Ihres Autos in der Bilanz mit 25.000 Euro angesetzt ist und der Masseverwalter es im Zuge eines Insolvenzverfahrens nur für 15.000 Euro verkaufen kann, haften Sie für den Unterschied von 10.000 Euro persönlich.

Ob Sie Ihr Auto als Sachwert für die Gründung einer GmbH einsetzen, ist deshalb von Ihrer eigenen Risikobereitschaft abhängig.

In welcher Situation eine Sachgründung für Sie empfehlenswert ist, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-was-ist-eine-sachgruendung-gefahr-oder-chance/

Steuervorteile beim Firmenwagen-Kauf: Was ist der Investitionsabzugsbetrag?

Der Investitionsabzugsbetrag bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr Firmenauto bereits vor dem Kauf zu 60% abzuschreiben:

  • In der sogenannten Planungsphase (höchstens 3 Jahre vor dem Kauf) können Sie 40% der voraussichtlichen Investitionshöhe abschreiben.
  • Wenn Sie das Auto nach diesen 3 Jahren gekauft haben, können Sie weitere 20% des Kaufpreises sofort abschreiben.

Um den Investitionsabzugsbetrag tatsächlich nutzen zu können, müssen Sie sich aber an 2 Regeln halten:

  • Sie müssen das Auto zu mindestens 90% betrieblich nutzen
  • Das Auto muss mindestens 1 Jahr in Ihrem Unternehmen bleiben

Zusätzlich muss ihr Unternehmen eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Ihr Eigenkapital darf nicht mehr als 235.000€ betragen (beim Bilanzieren).
  • Ihr Gewinn darf nicht mehr als 100.000€ betragen (bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung).

Firmenauto privat nutzen: Müssen Sie ein Fahrtenbuch führen?

Um den Investitionsabzugsbetrag nutzen zu können, müssen Sie als Geschäftsführer einer GmbH kein Fahrtenbuch führen. Ihr Firmenwagen gilt immer als 100% betriebliches Wirtschaftsgut.

Dasselbe gilt für Firmenwagen Ihrer Mitarbeiter. Auch hier können Sie immer den Investitionsabzugsbetrag beanspruchen, ohne ein Fahrtenbuch führen zu müssen.

Nur als Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft (KG, oHG oder GbR) müssen Sie mit einem Fahrtenbuch nachweisen, dass Sie das Auto zu mindestens 90% betrieblich nutzen.

Wegen dieser 3 steuerlichen Vorteile sollte Ihr nächster Firmenwagen ein Elektroauto sein

1. Vorteil: Sie erhalten eine Kaufprämie von 9.000 Euro pro Elektroauto

Beim Kauf eines Elektroautos erhalten Sie 6.000 Euro Umweltbonus und eine Innovationsprämie von 3.000 Euro.

Den Antrag können Sie ganz einfach online stellen.

Wichtig: Sie erhalten beide Zahlungen auch, wenn Sie das Fahrzeug leasen.

2. Vorteil: Sie zahlen bis zu 10 Jahre keine KFZ Steuer

Die KFZ Steuer wird anhand des Hubraums und der Emissionswerte des Autos berechnet. Für die drei in Deutschland beliebtesten (Verbrenner)-Dienstwagen müssen Sie hier mit folgenden jährlichen Kosten rechnen:

  • VW Passat: 100 bis 300 Euro (je nach Modell)
  • VW Golf: 100 bis 220 Euro (je nach Modell)
  • Audi A4: 90 bis 300 Euro (je nach Modell)

Bei einem Elektroauto fallen diese Kosten komplett weg.

3. Vorteil: Ihre Mitarbeiter zahlen bei einer privaten Nutzung 75% weniger Steuern

Wenn Ihre Mitarbeiter den Dienstwagen auch privat nutzen, wird bei einem Auto mit Verbrennungsmotor jedes Monat 1% des Kaufpreises zum Gehalt hinzugerechnet und muss somit versteuert werden.

Bei einem Elektroauto werden hingegen nur 0,25% des Kaufpreises zum Gehalt dazugerechnet und versteuert.

Zusätzlich zu diesen steuerlichen Vorteilen profitieren Sie natürlich auch von allen anderen Vorzügen moderner Elektroautos, wie zum Beispiel niedrigen laufenden Kosten.

Fazit: Bei Autos gibt es für GmbH-Inhaber viel steuerliches Sparpotential

Ihr privates Auto in die GmbH einzubringen ist aus steuerlicher Sicht meistens keine gute Idee. Sie müssen diese Einbringung nämlich mit ca. 50% besteuern.

Die viel besseren steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten sind:

  • Sie kaufen über die GmbH einen Firmenwagen und nutzen den Investitionsabzugsbetrag
  • Sie setzen auf ein Elektroauto und sichern sich 9.000 Euro Kaufprämie sowie weitere steuerliche Vorteile

Sie haben nach diesem Beitrag noch weitere Fragen zu Firmenautos? Oder möchten Sie auf den Euro genau wissen, wie Sie beim nächsten Firmenwagen-Kauf dank des Investitionsabzugsbetrags profitieren?

All diese Fragen kann ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch in meiner Steuerkanzlei beantworten.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © pathdoc – Fotolia.com

Verdeckte Gewinnausschüttung

Verdeckte Gewinnausschüttung: So machen sich Gesellschaften und Gesellschafter strafbar

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Wissen Sie, was eine sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung ist? Oder anders gefragt: Haben Sie persönlich schon Geld oder Leistungen von Ihrer GmbH erhalten, die eine fremde Person nicht erhalten hätte?

Wenn Sie auf die zweite Frage mit “Ja” geantwortet haben, dann könnten Sie sich bereits strafbar gemacht haben.

Unvorhergesehene Begünstigungen, wie zum Beispiel eine verdeckte Gewinnausschüttung, sind nämlich gesetzlich verboten und werden vom Finanzamt bestraft.

Für Gesellschafter wie auch Gesellschaften ist es wichtig, die nötigen Vorkehrungen gegen solche Geschäfte zu treffen.

Aus diesem Grund möchte ich Ihnen im folgenden Beitrag erklären:

Dieser Beitrag wurde am 28. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Die verdeckte Gewinnausschüttung (kurz: vGA) ist im Körperschaftssteuergesetz festgehalten und betrifft außernatürliche Ausschüttungen des Unternehmensgewinnes, die Gesellschaftern zukommen.

Kurz gesagt: Um eine vGA handelt es sich, wenn ein Gesellschafter auf Kosten der Firma Vorteile erhält (z.B. zu hohe Miets- oder Gehaltzahlungen), die eine fremde Person nicht bekommen würde (siehe § 8 Abs. 3 KStG).

In der Regel ist der Geschäftsführer für eine verdeckte Gewinnausschüttung verantwortlich. Konkret muss mindestens eines der folgenden 3 Kriterien erfüllt sein:

  1. Die Vermögensmehrung der Gesellschaft wird verhindert.
  2. Das Vermögen der Gesellschaft wird unrechtmäßig gemindert.
  3. Für die Zahlung bzw. Leistung liegt kein im Vorhinein geschlossener schriftlicher Vertrag vor.

Zugegeben: Für Sie klingt diese Definition vermutlich etwas abstrakt. Deshalb möchte ich Ihnen diese Regeln jetzt mit leicht verständlichen Praxisbeispielen erklären.

Verdeckte Gewinnausschüttung: 6 häufige Fälle einfach erklärt

Ein Großteil aller verdeckten Gewinnausschüttungen passiert unabsichtlich. Viele Unternehmer wissen schlichtweg nicht, dass bestimmte Vereinbarungen verboten sind.

Damit Ihnen das nicht passiert, habe ich die sechs häufigsten Fehler zusammengefasst:

1. Sie verkaufen Ihrer Gesellschaft einen Gegenstand zu einem überhöhten Preis

Achtung: Wenn Sie einen Teil Ihres Vermögens an Ihre Gmbh übertragen, muss der Wert dem ungefähren Marktwert entsprechen.

Ansonsten geht der Gesetzgeber davon aus, dass Sie sich auf Kosten Ihrer GmbH bereichtert haben.

Mein Tipp: Wenn Sie bei solchen Transaktionen ein Wertgutachten von einem Sachverständigen erstellen lassen, sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

2. Sie vermieten ein Gebäude oder ein Lager zu nicht marktkonformen Konditionen an Ihre GmbH

Bei der Vermietung eines Büros an Ihre Gesellschaft müssen Sie aufpassen: Hier gilt der gleiche Grundsatz wie beim oben erklärten Verkauf.

Die Miete muss den Marktpreisen entsprechen.

3. Sie bezahlen Ihre privaten Ausgaben mit dem GmbH-Konto und erstatten das Geld nicht zurück

Den Lebensmitteleinkauf schnell mit der Firmen- anstatt mit der eigenen Karte bezahlen? Keine gute Idee!

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie alle privaten Ausgaben immer von Ihrem persönlichen Konto bezahlen.

Das mag zwar manchmal ein bisschen aufwändiger sein, spart aber unterm Strich viel Ärger mit dem Finanzamt.

4. Sie zahlen sich nachträglich ein hohes Jahresgehalt aus

Zu Beginn des Geschäftsjahres legen Sie erstmal ein niedriges Gehalt fest, da Sie nicht wissen, wie das Geschäftsjahr laufen wird? Sie denken, dass Sie das Gehalt im Falle eines überdurchnittlichen Jahres ohnehin noch nachträglich anpassen können?

Davon rate ich Ihnen ganz klar ab. Legen Sie gleich zu Beginn ein realistisches Gehalt fest. Denn eine nachträglich Anpassung kann sehr schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung sein.

5. Sie nutzen Ihr Firmenauto privat, ohne einen Überlassungsvertrag abzuschließen

Wenn Sie Ihr Firmenauto auch privat nutzen wollen, muss immer ein Vertrag abgeschlossen werden. Denn die private Nutzung eines Firmenautos ist ein sogenannter Sachbezug und muss auch besteuert werden.

Verwenden Sie das Firmenauto einfach so für private Fahrten, begehen Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung.

6. Sie gewähren Ihrer GmbH einen Kredit der nicht den Marktkonditionen entspricht

Hier gilt wieder dasselbe Prinzip wie beim Verkauf oder bei der Vermietung: Wenn Sie eine Gesellschafter Fremdfinanzierung vornehmen, darf der Zinssatz nicht viel höher oder niedriger als der durchschnittliche Marktzinssatz sein.

Denken Sie immer daran: Wie viel würde ein unbeteiligter Dritter verlangen bzw. bezahlen?

Welche Strafen drohen Ihnen bei einer verdeckten Gewinnausschüttung?

Eine verdeckte Gewinnausschüttung kann für Sie als (Mehrheits)-Gesellschafter bzw. Geschäftsführer und Ihre GmbH folgende Konsequenzen haben:

  1. Alle unrechtmäßigen Betriebsausgaben (zu hohe Mieten, zu hohes Gehalt, etc.) müssen rückgängig gemacht werden. Dadurch erhöht sich der Gewinn Ihres Unternehmens und Ihre Firma muss Gewerbe- und Körperschaftssteuern nachzahlen.
  2. Aus der verdeckten wird eine offene Gewinnausschüttung. Das bedeutet: Das Geld, dass Sie unrechtmäßig von Ihrem Unternehmen erhalten haben, muss mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz nachversteuert werden.

Das Worst-Case-Szenario: Ein Verfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung

Zusätzlich zu den hohen Steuernachzahlungen kann das Finanzamt in schweren Fällen Anklage gegen Sie erheben. Der Vorwurf: Versuchte Steuerhinterziehung.

Bei einer Steuerhinterziehung (egal ob vorsätzlich oder nicht) kann Sie als Geschäftsführer eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren erwarten. Der Grund dafür ist die sogenannte GmbH Geschäftsführerhaftung.

Im Rahmen dieser Haftung können Sie als Geschäftsführer persönlich für Fehlverhalten wie beispielsweise einer Steuerhinterziehung oder einer Steuerverkürzung verantwortlich gemacht werden.

So werden Minderheits-Gesellschafter durch eine verdeckte Gewinnausschüttung geschädigt

Während sich der Geschäftsführer oder Mehrheits-Gesellschafter direkt strafbar machen, hat eine verdeckte Gewinnausschüttung für Minderheitsgesellschafter andere wirtschaftliche Folgen.

Im Falle einer verdeckte Gewinnausschüttung durch den Mehrheitsgesellschafter wird nämlich der zu verteilende Gewinn der GmbH vermindert. Das heißt auch, dass der Gewinn-Anteil eines Minderheits-Gesellschafters geschmälert wird.

Das heißt: Da sich der Mehrheits-Gesellschafter unerlaubterweise bereichert hat, sinkt der Gewinn-Anteil des Minderheitsgesellschafters.

Beim Aufkommen einer verdeckten Gewinnausschüttung haben Sie als Minderheitsgesellschafter jedoch Anspruch auf Schadensersatz.

Wie Sie als Minderheitsgesellschafter in solch einem Fall am besten vorgehen, sollten Sie immer mit Ihrem Rechtsanwalt besprechen. Als Steuerberater darf ich Sie hierzu nicht rechtlich beraten.

Der Haken am Schadensersatz-Anspruch: Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist nicht immer zweifelsfrei zu beweisen. Kann dem Mehrheits-Gesellschafter nicht zweifelsfrei ein Fehlverhalten nachgewiesen werden, erhalten Sie keinen Schadensersatz.

Als Minderheitsgesellschafter sollten Sie deshalb auch Vorkehrungen treffen, damit es gar nicht erst zu einer solchen Situation kommt. Möglichkeiten hierfür erfahren Sie weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Welche weiteren Rechte Sie als Minderheitsgesellschafter haben und wie Sie sich in Ihrem Vertrag absichern können, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/so-sichern-sie-sich-mitbestimmungsrechte-als-gmbh-minderheitsgesellschafter/

Wie können Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung verhindern?

Als redlicher Geschäftsführer einer Gesellschaft wollen Sie teure Nachzahlungen oder Gefängnisstrafen natürlich verhindern.

Das Problem: Trotz Ihres neu erworbenen Wissens ist das Risiko, dass Sie unwissentlich eine verdeckte Gewinnausschüttung begehen, ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen weiterhin hoch.

Da ich Sie nicht einfach so “im Regen stehen lassen” möchte, stelle ich Ihnen jetzt aber drei bewährte Wege vor, mit denen Sie Ihr Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung stark senken können.

Weg #1: Der Fremdvergleich

Bei einem Fremdvergleich handelt es sich um ein Richtmaß, mit welchem steuerliche Verhältnisse beurteilt werden.

Wie ein Fremdvergleich genau funktioniert, verrät schon der Name: Wenn Sie mit Ihrer Gesellschaft Geschäfte abschließen wird verglichen, ob auch eine fremde Dritte Person diese Konditionen erhalten hätte.

Hier möchte ich Ihnen nochmal ein ähnliches Beispiel wie oben in Erinnerung rufen:  Sie vermieten Ihrem Unternehmen ein Lager und erhalten dafür 1.000 Euro im Monat. Würden Ihnen ein Fremder, der ein Lager mit derselben Größe anmieten möchte, den gleichen Betrag zahlen?

Würde der Fremde maximal 600 Euro bezahlen, hält Ihr Geschäft mit Ihrem Unternehmen dem Fremdvergleich nicht stand. Um keine verdeckte Gewinnausschüttung zu begehen, müssen Sie den Mietvertrag anpassen.

Weg #2: Einhaltung der Formvorschrift

Ebenso hilfreich gegen eine verdeckte Gewinnausschüttung sind Formalitäten. Das heißt für Sie als Geschäftsführer:

  • Verfassen Sie immer schriftliche Vereinbarungen
  • Setzen Sie nur auf offene, überprüfbare Übereinkommen
  • Formulieren Sie alle Inhalte so klar wie möglich

Weg #3: Das Tax CMS

Als Steuerberater empfehle ich jeder Gesellschaft ein wirksames Kontrollsystem, wie zum Beispiel ein Tax CMS.

Mit diesem System werden alle Prozesse innerhalb Ihres Unternehmens festgehalten, die Ihre redlichen Absichten belegen.

Auf diese Weise kann das Finanzamt bei Unregelmäßigkeiten nicht mehr von einer verdeckten Gewinnausschüttung, beziehungsweise versuchter Steuerhinterziehung ausgehen.

Was ein Tax CMS genau ist und welche Vorteile es Ihnen als Unternehmer einbringt, habe ich in einem anderen Blogbeitrag von mir dargelegt.

Zum Nachlesen klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link: So schützt die Digitalisierung Sie als Unternehmer vor Vorwürfen der Steuerhinterziehung

Fazit: Seien Sie bei Geschäften mit Ihrer GmbH sehr vorsichtig…

Immer, wenn Sie mit Ihrer Gesellschaft Verträge abschließen oder sich Geld auszahlen, sollten Ihre Alarmglocken schrillen. Denn in genau diesen Situationen rutschen viele Unternehmer (ungewusst) in eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Auch wenn die verdeckte Gewinnausschüttung unabsichtlich passiert, drohen Ihnen empfindliche Steuernachzahlungen von mehreren Tausend Euro.

Das Positive: Mit einfachen Mitteln, wie z.B. dem Fremdvergleich oder dem internen Tax CMS, können Sie als Gesellschaft Geschäftsführer strafbare Ausschüttungen erfolgreich verhindern.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie die drei im Beitrag vorgestellten Wege am besten umsetzen oder wie Sie sich sonst noch vor einer verdeckten Gewinnausschüttung schützen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Sie können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

Steuerbetrug-Symbolfoto

Steuerbetrug: So schnell bringen Sie zu aggressive Gestaltungsmaßnahmen ins Gefängnis

Wissen Sie eigentlich, welche Steuergestaltungs-Maßnahmen zulässig sind und ab wann das Finanzamt von einem Steuerbetrug ausgeht? Ist das überhaupt genau geregelt oder liegt hier vieles im Ermessensspielraum der jeweiligen Steuer-Beamten?

Sie sind bei diesen Fragen unsicher und schreckten daher bisher vor Steuergestaltungsmaßnahmen gänzlich zurück?

Das kann ich durchaus nachvollziehen.

Für Sie als Unternehmer sind diese Gesetze und Verordnungen wahrscheinlich ein undurchsichtiges Netz aus Juristendeutsch.

Da Sie nicht stundenlang Zeit haben, um sich in die Materie einzuarbeiten, glauben Sie, nie einen Überblick über dieses Thema zu bekommen.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: Ich erkläre Ihnen leicht verständlich und mit praktischen Beispielen alles, was Sie als Unternehmer zum Thema Steuerbetrug wissen müssen.

Sie erfahren in weniger als 10 Minuten Lesezeit:

Dieser Beitrag wurde am 27. Juli 2021 aktualisiert.

Wo beginnt für den Gesetzgeber der Steuerbetrug?

Streng genommen ist jeder unrichtige Bilanzansatz bereits ein Steuerbetrug. Im Steuerstrafrecht wird hier keine klare Grenze gezogen. Jeder ungerechtfertigte Steuervorteil wird als Steuerhinterziehung gesehen.

In der Praxis wird dieser Grundsatz aber nicht in dieser Schärfe angewandt. Wird bei einer Steuerprüfung ein Fehler entdeckt, wird ein unrichtiger Bilanzansatz oft einfach korrigiert.

Das heißt, Sie bekommen einen neuen Steuerbescheid und leisten eine Nachzahlung. Damit wäre der Fall erledigt und es kommt zu keinem Strafverfahren.

Anders sieht es aus, wenn Sie bewusst einen steuerlichen Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten (nach § 42 AO) begangen haben. Bei welchen konkreten Maßnahmen ein solcher Missbrauch vorliegt, lässt sich bei Steuergestaltung innerhalb Deutschlands leider nicht pauschal sagen.

Hier kommt es immer auf den jeweiligen Fall an und wie die zuständigen Beamten die Steuergestaltung beurteilen. Wie das in der Praxis aussehen könnte, erkläre ich Ihnen weiter unten mit einem leicht verständlichem Fallbeispiel.

Bei grenzüberschreitender Gestaltung wurden mit 1.1.2020 allerdings neue Gesetze (§§138a – 138k AO) erlassen und “beliebte” Gestaltungsmaßnahmen beim Namen genannt.

Grenzübergreifende Gestaltungsmaßnahmen, wie etwa das “Verschieben” von Gewinnen in Niedrigsteuerländer, müssen jetzt dem Finanzamt gemeldet werden. Dieses entscheidet dann, ob die Maßnahmen zulässig sind oder ein Steuerbetrug vorliegt.

Je nachdem, wie erfolgreich diese neuen Gesetze sind, kann es durchaus sein, dass in der Zukunft auch eine Meldepflicht für innerdeutsche Steuergestaltung eingeführt wird.

Vorsicht vor der Geschäftsführerhaftung: Welche Strafen drohen Ihnen bei Steuerbetrug?

Als Geschäftsführer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet sämtliche Geschäfte “mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes” durchzuführen (§ 43 GmbHG).

Das bedeutet: Wenn Sie Ihre Sorgfaltspflicht verlezten, haften Sie für mögliche Schäden persönlich und wenn Sie “nur” ein angestellter Geschäftsführer sind, kann die GmbH von Ihnen Schadenersatz fordern.

Welche Strafen Ihnen konkret blühen, hängt vor allem vom genauen Tatbestand ab. Unter anderem sind hier zwei Szenarien denkbar:

Szenario 1: Steuerhinterziehung

Werden wegen eines Betrugsverdachts Ermittlungen gegen Sie eingeleitet, geht das Finanzamt pauschal immer von einer Steuerhinterziehung aus. Denn wie oben erklärt ist jeder unrichtige Bilanzansatz zunächst eine versuchte Steuerhinterziehung.

Auch, wenn Sie Ihre Steuern nicht in voller Höhe oder zu spät überweisen, begehen Sie eine Steuerhinterziehung.

Erhärten sich die Vorwürfe und Sie können keine Informationen vorweisen, die Sie entlasten, kommt es in der Praxis sehr häufig zu einer Verurteilung.

Mögliches Strafmaß bei der Steuerhinterziehung: Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro. Bei schwerwiegender Hinterziehung eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren.

Szenario 2: Steuerverkürzung

Eine Steuerverkürzung ist die abgeschwächte Form der Steuerhinterziehung. Wenn sich im Ermittlungsverfahren herausstellt, dass Sie nur leicht fahrlässig gehandelt haben, können Sie nur noch wegen Steuerverkürzung verurteilt werden (§ 378 AO).

Eine weitere Erleichterung: Eine Steuerverkürzung ist “nur” eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat. Sie werden zwar höchstwahrscheinlich eine Geldstrafe zahlen müssen, aber das Urteil wird nicht in Ihrer Strafakte vermerkt.

Mögliches Strafmaß bei der Steuerverkürzung: Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro.

Zu schnell und zu viel: So begehen Unternehmen häufig unabsichtlich Steuerbetrug (mit Fallbeispiel)

Grundsätzlich ist Steuergestaltung immer ein Drahtseilakt. Idealerweise nutzt man gesetzliche Spielräume aus, ohne dabei die Grenze zur Illegalität zu überschreiten. Hier muss man deshalb sehr behutsam vorgehen.

Genau hier kommt es zum meiner Meinung nach häufigsten Fehler in der Steuergestaltung: Viele Unternehmer gestalten einfach mit zu vielen Maßnahmen in zu kurzen Zeiträumen.

Dann geht das Finanzamt von einem sogenannten Gesamtplan aus. Hier wird angenommen, dass die einzelnen Gestaltungsmaßnahmen ergriffen wurden, um einen Gesamtplan zur Steuerersparnis umzusetzen.

Am besten erkläre ich Ihnen diese Gesamtplan-Rechtssprechung anhand eines praktischen Fallbeispiels:

Angenommen Sie sind Einzelunternehmer und möchten Ihren Betrieb in eine GmbH & Co. KG umwandeln.

Als Einzelunternehmer besitzen Sie Gewerbeimmobilien und bei Beendigung Ihres Einzelunternehmens würden diese Gebäude als stille Reserven besteuert.

Um diese Besteuerung zu verhindern, überführen Sie Ihre Gewerbeimmobilien in Ihre neue GmbH & Co. KG.

Erst danach schließen Sie Ihr Einzelunternehmen und haben die Besteuerung von stillen Reserven vermieden.

All das passiert in einem Zeitraum von wenigen Monaten.

Durch die Fülle an Maßnahmen (Transfer der Immobilien, Schließung des Einzelunternehmens, etc.) innerhalb dieser kurzen Zeitspanne wird der Gesetzgeber hier mit ziemlicher Sicherheit einen Gesamtplan feststellen.

Dann blüht Ihnen ein Finanzstrafverfahren.

Damit kein Gesamtplan angenommen wird, müssten die Gestaltungsmaßnahmen in diesem Fall vermutlich auf einen Zeitraum von 2 Jahren aufgeteilt werden.

Als Faustregel zum Gesamtplan können Sie sich folgendes merken: Je höher der Steuer-Betrag, den Sie durch die Maßnahmen sparen, desto länger müssen die einzelnen Schritte zeitlich auseinander liegen.

Internes Kontrollsystem und Tax CMS: So schützen Sie sich und Ihr Unternehmen vor Strafverfahren

Wie bereits weiter oben erklärt, machen Sie sich durch den Missbrauch von Gestaltungsmaßnahmen strafbar.

Hier gibt es jedoch eine Ausnahme: Haben Sie ein Internes Kontrollsystem (kurz IKS) oder ein Tax CMS, können Sie Steuer-Korrekturen ohne Strafverfahren durchführen.

Diese Besserstellung ist für Unternehmen ein großer Anreiz, um solche Systeme einzuführen.

Denn der Vorteil liegt auf der Hand: Verstoßen Ihre Gestaltungsmaßnahmen gegen das Gesetz, kommen Sie mit einem Tax CMS oder IKS vermutlich mit einer einfachen Steuernachzahlung davon.

Ohne Kontrollsysteme haben Sie hingegen ein Strafverfahren am Hals. Werden Sie verurteilt, drohen Ihnen hohe Geldstrafen und im schlimmsten Fall sogar ein Gefängnisaufenthalt.

Meine Empfehlung: Möchten Sie sich und Ihr Unternehmen bestmöglich schützen, benötigen Sie in Ihrem Unternehmen auf jeden Fall ein IKS oder ein Tax CMS.

Fazit: Digitale Kontrollsysteme reduzieren Ihr Steuerbetrugs – Risiko

Für eine ordnungsgemäße Steuergestaltung benötigen Sie viel Fachwissen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Gehen Sie unvorsichtig vor, begehen Sie schnell strafbaren Steuerbetrug.

Besonders wichtig ist, dass Sie nicht zu viele Maßnahmen in zu kurzer Zeit umsetzen. Dann wird vom Gesetzgeber nämlich ein verbotener Gesamtplan festgestellt und Ihnen droht ein Strafverfahren.

Zusätzlich zur genauen Planung Ihres Gestaltungs-Maßnahmen, sollten Sie ein Internes Kontrollsystem (kurz IKS) oder ein Tax CMS in Ihrem Unternehmen einführen. Denn werden Ihre Maßnahmen einmal tatsächlich als Missbrauch eingestuft, kommen Sie mit Kontrollsystemen wahrscheinlich mit einer Steuernachzahlung davon.

Sonst droht Ihnen ein Strafverfahren.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch folgendes mit auf den Weg geben: Führen Sie Steuergestaltungs-Maßnahmen nie selbst durch. Holen Sie immer einen erfahrenen Steuerberater mit ins Boot.

Denn nur ein erfahrener Steuerberater weiß, welche Maßnahmen wirklich für Ihr Unternehmen geeignet sind und worauf bei der Umsetzung zu achten ist.

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu Steuergestaltungs-Maßnahmen haben oder gerne Kontrollsysteme in Ihrem Unternehmen einführen möchten, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular kontaktieren.

Ich habe mich unter anderem auf die Einführung von Tax CMS und Internen Kontrollsystemen spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © ajr_images – stock.adobe.com

Realitätscheck: Steuern bei einer GmbH

Realitätscheck: Wieviel Steuern zahlen Sie bei einer GmbH wirklich?

In Businessplänen sehe ich oft Zahlen, die vollkommen in der Luft hängen und Unternehmer damit vor ein Problem mit den GmbH Steuern stellen: Die Zahlungen, die dann wirklich auf die Firma zukommen, bringen dann in den Folgejahren die Ernüchterung. Im schlimmsten Fall muss dann aufgrund falscher „Wunsch-Kalkulationen“ Insolvenz angemeldet werden.

Die Gründe für eine GmbH sind meist zweierlei: Ein erfolgreicher Einzelunternehmer will den Vorteil beschränkter Haftung in seiner Rechtsform unterbringen oder es steht überhaupt eine Neugründung an.

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