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Presseschau: Meine Experten-Tipps zum Steuern sparen in der Krise

Die COVID-19 Pandemie bietet Ihnen als Arbeitgeber aber auch als Arbeitnehmer neue Möglichkeiten, die Steuerlast zu drücken oder fällige Zahlungen zumindest aufzuschieben. Doch die gibt es nur, wenn man sie kennt und geltend macht. In der 24 Ausgabe des kfz-betrieb Magazin für Management und Handel wurde ich zu Steuertipps für Arbeitgeber und Arbeitnehmer befragt.

Damit auch Sie als treue Leserin oder treuer Leser meines Blogs von diesen Tipps profitieren, fasse ich Ihnen meine 5 Steuertipps aus dem Artikel kurz zusammen und stelle Ihnen den Link zum ausführlichen Beiträgen zur Verfügung.

Außerdem verlinke ich auch noch auf weitere Beiträge zum Thema Steuern sparen in meinem Blog, die Sie interessieren könnten.

Meine 5 Tipps, um die Steuerlast in der Krise zu drücken

#1 Tipp: Fällige Lohnsteuerzahlungen aufschieben lassen

Hierfür müssen Sie einen Antrag auf Vollstreckungsaufschub an das Finanzamt stellen. Der Effekt ist hier der gleiche wie bei einer Stundung: Das Geld muss später gezahlt werden.

Aber: Irgendwann muss das Geld bezahlt werden und dafür muss man die entsprechende Liquidität vorhalten.

#2 Tipp: Vorausgezahlte Umsatzsteuer zurückholen

Falls ein Kunde etwa aufgrund einer Insolvenz seine Rechnung nicht zahlen kann, Sie jedoch bereits die Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt haben, können Sie diese zurückholen.

Wenn die Rechnung nicht innerhalb von sechs Monaten bezahlt worden ist, kann die Umsatzsteuer als nicht einbringbar angesehen werden und Sie bekommen diese wieder gutgeschrieben.

#3 Tipp: Forderungsverzicht bei in Not geratenen Partnern

Ist ein wichtiger Geschäftspartner aufgrund der Coronakrise in seiner Existenz bedroht, und Sie möchten ihn in Form eines Forderungsverzicht unter die Arme greifen, sind zwei Dinge zu beachten.

  1. Ein Forderungsverzicht ist keine Schenkung. Wenn die Zahlungsverpflichtung wegfällt, weil Ihr Gegenüber die Forderung nicht mehr bezahlt haben möchte, dann müssen Sie die einstige Betriebsausgabe als Ertrag neutralisieren.
  2. Im Falle eines Forderungsverzichts müssen Sie auch die Vorsteuer korrigieren.

#4 Tipp: Steuerfreie Prämie für verdiente Mitarbeiter

Als Arbeitgeber können Sie Ihren Beschäftigten in diesem Jahr Boni oder Prämien bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei auszahlen oder als Sachlohn gewähren. Dabei gibt es keine Beschränkung auf bestimmte Branchen.

Die 1.500 Euro werden nicht auf das Grundgehalt angerechnet, sondern in Form einer Sonderzahlung ausbezahlt. Diese Sonderzahlung wird im Rahmen der Lohnabrechnung gemacht. Hierfür gibt es eine extra geschaffene Lohnart, die steuer- und sozialversicherungfrei ist.

#4 Tipp: Homeoffice mit Bescheinigung steuerlich geltend machen

Zahlreiche Arbeitnehmer wurden aufgrund der COVID-19 Pandemie ins Homeoffice geschickt. Dabei kann die Arbeit von zu Hause durchaus zusätzliche Kosten verursachen – etwa für anteilige Miete, Strom und Heizung. Die Kosten, die Ihnen als Arbeitnehmer durch das Homeoffice anfallen, können Sie steuerlich absetzen.

Dafür benötigen Sie eine Bescheinigung von Ihrem Arbeitgeber. Falls Sie die Kosten ohne Bestätigung geltend machen, schickt das Finanzamt meist ein Formular, das Sie vom Arbeitgeber ausfüllen lassen müssen. In diesen Formular bestätigt Ihr Arbeitgeber, dass Sie auch oder zeitweise sogar ausschließlich zu Hause gearbeitet haben.

Sie möchten den gesamten kfz-betrieb-Artikel zum Thema Steuern sparen in der Krise lesen? Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/wp-content/uploads/2020/10/KB_024.2020_040-042_Steuern_sparen_Krise_jvm.pdf

Mehr zum Thema Steuern sparen auf meinem Blog

Sie möchten mehr zum Thema Steuern sparen wissen? In meinem Blogbeitrag Coronavirus: Mit diesen 4 Steuermaßnahmen schützen Sie jetzt Ihr Unternehmen zeige ich Ihnen 4 Möglichkeiten, mit denen Sie jetzt Ihr Unternehmen schützen können.

Wie Sie allgemein die Steuerlast Ihres Unternehmens reduzieren können, erfahren Sie in diesen Beiträgen:

Die 4 besten Steuergestaltungs-Möglichkeiten für kleine GmbHs [einfach erklärt]

6 häufig ungenutzte Wege, um als Unternehmer Steuern zu sparen

 

Sollten Sie weitere Fragen zur Steuerentlastung haben oder eine professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen als kompetenter Steuerberater in Hamburg gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 33 11) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular (hier klicken!). Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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Presseschau: Meine Experten-Meinung in StartingUp

Vor kurzem durfte ich für das Magazin StartingUp einen Gastartikel zum Thema „Gründen als Familiengesellschaft“ schreiben. Damit auch Sie als treue Leserin oder treuer Leser meines Blogs vom Inhalt dieses Gastbeitrags profitieren können, möchte ich den Artikel hier kurz für Sie zusammenfassen.

Wenn Sie sich noch tiefer in die Themen Familiengesellschaft oder Unternehmensgründung einlesen möchten, habe ich für Sie an relevanten Stellen Links zu beliebten Beiträgen aus meinem Blog eingefügt.

Diese Vorteile 4 bietet die Familiengesellschaft

Die Familiengesellschaft ist in der Regel keine operative Gesellschaft, sondern arbeitet rein vermögensverwaltend. Folglich liegt im Gesellschaftsvertrag der Schwerpunkt auf der Nachfolgeregelung.

In den meisten Fällen ist daher die Familiengesellschaft nicht das Start-Up selbst, sondern ist als zukunftssichernde Holding. Sie gründet das Start-Up als operative Tochtergesellschaft.

Für die Gründung einer Familiengesellschaft sprechen grundsätzliche vier Vorteil:

  1. Sicherung des Vermögens vor Zersplitterung im Erb- oder Scheidungsfall
  2. Einfache Übergabe der Gesellschaft an die nächsten Generation
  3. Gemeinsame Regelung des Erbfalls und der Unternehmensnachfolge
  4. Keine schenkung- oder erbschaftsteuerliche Regelung für Wertzuwachs

Eine genaue Erklärung zu diesen Punkten und wie Sie konkret profitieren, können Sie im StartingUp-Artikel nachlesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.starting-up.de/gruenden/rechtsformen/familiengesellschaft.html

Der Klassiker: Die Familien-GmbH

Die Gründung einer Familiengesellschaft ist in unterschiedlichen Konstellationen und Rechtsformen möglich. Sie reichen von GmbH über GbR und KG bis hin zur GmbH & Co. KG und KGaA.

Eine häufig gewählte Form ist die Familien-GmbH. Hier entfällt die Gewerbesteuerpflicht auf Ertrag des eigenen Grundbesitzes. Von Vorteil ist auch die erbrechtliche Regelung von nur einem Vermögensgegenstand.

Falls Sie mehr über die Vor- und Nachteile einer Familien-GmbH wissen möchten, können Sie diese in meinem Blogbeitrag „Familien-GmbH: Was ist das und wie profitieren Sie davon?“ nachlesen.

Wichtig: Damit später weder Gläubiger noch Schwiegerkinder oder auch geschiedene Ehepartner auf das Vermögen zugreifen können, müssen die Gesellschafter der Familien-GmbH spezielle Regelungen in ihren Vertrag festhalten. Im Detail können Sie diese Regelungen in meinem Blogbeitrag zum Thema Familien GmbH nachlesen.

Familiengesellschaft als Finanzierungs-Hilfe für Start-ups

Sie haben eine brillante Idee für Ihr Start-Up, können aber nicht das nötige Startkapital für eine Unternehmensgründung aufbringen?

Banken geben Start-Ups in der Regel keine Kredite in den ersten drei Jahren, was oftmals regulatorische Gründe – Stichwort KWG Kreditwesengesetz und Basel III – hat. Eine Familiengesellschaft erleichtert Ihnen den Finanzierungsaufbau, da bereits Kapital oder Vermögen in der Familiengesellschaft besteht. Zusätzlich wird die Bonität höher bewertet, weil es mehrere Gesellschafter gibt und die Nachfolge geregelt ist.

Welche Alternative oder Ergänzung zu Eigenmitteln der Familie bestehen können Sie im Artikel des StartingUp Magazin nachlesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.starting-up.de/gruenden/rechtsformen/familiengesellschaft.html

Steuern und Reporting mit digitalen Strukturen

Bereits in der Gründungsphase ist die regelkonforme Abbildung und Abwicklung von steuerlichen Anforderungen wichtig. Damit Sie sich und Ihr Unternehmen vor dem Vorwurf einer versuchten Steuerhinterziehung schützen können. Dies ermöglicht ein Tax Compliance Management System (Tax CMS). Zusätzlich lässt sich in diesem Tax CMS ein internes Kontrollsystem (IKS) einbinden, das betriebswirtschaftliche Strukturen abbildet. So können Sie bereits in der Gründungsphase effiziente Prozesse anlegen.

Falls Sie an den weiteren Vorteilen des Tax CMS oder tieferführenden Informationen zum Thema interessiert sind, kann ich Ihnen folgende Beiträge auf meinem Blog empfehlen:

Mehr zum Thema Unternehmensgründung auf meinem Blog

Um ein Unternehmen gründen zu können, reicht eine Geschäftsidee allein nicht aus. Gerade in den ersten Jahren erfordert es die nötigen finanziellen Mittel. Ebenso gibt es zahlreiche formale Stolpersteine, die zu berücksichtigen sind.

Welche Finanzierungsmöglichkeiten und deren Bedingungen es gibt und welche Formalitäten Sie beachten müssen, können Sie in diesen Beiträgen nachlesen:

So starten Sie als GmbH-Gründer durch – 3 Finanzierungsmodelle für Ihre GmbH

GmbH-Gründung: Formale Stolpersteine, die Sie beachten müssen

 

Sollten Sie weitere Fragen zur Unternehmensgründung oder eine professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen als kompetenter Steuerberater in Hamburg gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 33 11) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular. Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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Nießbrauch: Ideal für die Nachfolgeplanung oder teure Steuer-Falle?

Sie sind am Beginn Ihrer Erbschaftssteuer-Planung und haben in diesem Zusammenhang schon vom Nießbrauch gehört? Aber ist das wirklich eine steuerlich gute Option zur Eigentumsübertragung oder zahlen Sie unterm Strich drauf?

Worauf müssen Sie hier achten und welche Stolpferfallen lauern hier auf Sie?

Wenn es Ihnen wie den meisten Unternehmern geht, möchten Sie hier wahrscheinlich keine Fehler begehen und Ihr Vermögen so steuerschonend wie möglich übertragen.

Diese Einstellung kann ich sehr gut nachvollziehen. Denn ich habe mich als Steuerberater in Hamburg unter anderem auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert. Fast täglich berate ich Unternehmer bei ihren Erbschaftssteuerplanungen.

In den Gesprächen mit meinen Mandaten wird manchmal auch die Einräumung eines Nießbrauchs-Rechts angesprochen. Viele Unternehmer haben schon davon gehört und möchten wissen, ob das in ihrer Situation steuerlich sinnvoll ist.

Da hier offensichtlich ein hohes Informationsbedürfnis besteht, möchte ich die häufigsten Fragen meiner Mandanten in diesem Blogbeitrag beantworten. Sie erfahren, was ein Nießbrauch genau ist, welche Arten des Nießbrauchs es gibt und welche steuerlichen Auswirkungen ein Nießbrauch für Sie haben kann.

Keine Sorge: Hierbei handelt es sich nicht um einen rechtlichen Fachartikel, der nur für Juristen verständlich ist. Dieser Beitrag richtet sich vor allem an Unternehmer, die einen Überblick über das Nießbrauchs-Recht erhalten möchten, ohne sich stundenlang alle relevanten Gesetzestexte durchzulesen.

Was ist ein Nießbrauch?

Nießbrauch ist ein rechtlicher Fachbegriff und bezeichnet die Übertragung von Eigentum oder Nutzungs- bzw. Ertragsrechten.

Bei dieser Übertragung handelt es sich um eine Form der Schenkung und deshalb ist ein Nießbrauch schenkungssteuerpflichtig.

Wichtig: Wie bei der Erbschaftssteuer muss die beschenkte Person – also die Person, die das Eigentum, das Nutzungsrecht oder das Ertragsrecht an der Sache erhält – die Schenkungssteuer bezahlen.

Beim Nießbrauch wird zwischen 2 verschiedenen Formen unterschieden:

1. Vorbehaltsnießbrauch

Hier wird das Eigentum an einer Sache (Immobilie, Wertpapier, etc.) an die beschenkte Person übertragen, das Nutzungsrecht und das Recht an den Erträgen bleibt allerdings bei der schenkenden Person.

Da bei einem Vorbehaltsnießbrauch das Eigentum verschenkt wird, ist die steuerliche Bemessungsgrundlage für die Schenkung der Wert der geschenkten Sache. Das heißt: Erhalten Sie durch einen Vorbehaltsnießbrauch das Eigentum an einem Haus, wird die Schenkungssteuer anhand des jetzigen Werts des Hauses berechnet.

Darum zahlen Sie mit einem Vorbehaltsnießbrauch oft mehr Steuern (am Fallbeispiel erklärt)

Aus steuerlicher Sicht zahlen Sie mit einem Nießbrauch mehr Steuern, als bei einer normalen Schenkung oder einer Erbschaft. Warum das so ist, möchte ich Ihnen jetzt anhand eines praktischen Beispiels zeigen:

Thomas und Heidi Meier haben zwei Töchter. Die Familie wohnt gemeinsam in einem Sechs-Familien-Haus. Die nicht von Familie Meier bewohnten Wohnungen dieses Hauses sind vermietet.

Jetzt möchten die Eltern dieses Mehrfamilienhaus auf Ihre Töchter übertragen und sich mit einem Vorbehaltsnießbrauch ein Recht auf die Mieteinnahmen sichern. Das heißt: Das Eigentum geht auf die Töchter über, aber Thomas und Heidi erhalten weiterhin die Mieten der anderen Bewohner.

Steuerlich löst das folgende Probleme aus:

Thomas und Heidi Meier müssen die Mieteinnahmen als zusätzliches Einkommen besteuern. Da sie nicht mehr Eigentümer der Immobilie sind, können sie die Abschreibung des Hauses nicht mehr steuerlich geltend machen. Auch Instandhaltungskosten können nicht mehr von der Steuer abgesetzt werden.

Das heißt: Es gibt praktisch keine Möglichkeit, um die zu versteuernden Mieteinnahmen zu verringern und dieses zusätzliche Einkommen muss in voller Höhe versteuert werden.

Bei den beiden Töchtern ist die Situation genau anders herum. Sie müssen die Instandhaltungskosten für das Haus bezahlen und könnten als Eigentümer theoretisch auch die Abschreibung der Immobilie steuerlich geltend machen. Nur: Ohne Mieteinnahmen gibt es keinen Posten, mit dem Sie diese Beträge gegenrechnen können.

Das heißt: Ohne Mieteinnahmen können laufende Kosten und die Abschreibung nicht steuermindernd eingesetzt werden. Diese steuerlichen Vorteile gehen in diesem Fall einfach verloren.

Kurz zusammengefasst bedeutet das: Die Eltern müssen die Mieteinnahmen in voller Höhe versteuern und können keine Kosten steuerlich absetzen. Die steuerlichen Vorteile, die den Töchtern als neue Eigentümer zustehen würden, gehen ohne Verrechnungsposten einfach unter.

Steuerlich gesehen gibt es also nur „Verlierer“.

2. Zuwendungsnießbrauch

Hier wird das Nutzungsrecht und das Ertragsrecht an die beschenkte Person übertragen, das Eigentumsrecht verbleibt bei der schenkenden Person.

Beim Zuwendungsnießbrauch ist nicht der Wert der Sache, sondern die jährlichen Erträge aus den Nutzungs- und Ertragsrechten schenkungssteuerpflichtig. Die maximale steuerliche Bemessungsgrundlage beträgt das 18,6-fache der jährlichen Erträge.

Das heißt: Erhalten Sie beispielsweise im Rahmen eines Zuwendungsnießbrauchs Mieterträge, ist die maximale Bemessungsgrundlage der Schenkungssteuer das 18,6-fache der jährlichen Mieterträge.

Zuwendungsnießbrauch am praktischen Beispiel erklärt

Angenommen Sie besitzen mehrere Immobilien in teurer Wohnlage und sind seit 40 Jahren Mitglied in einem örtlichen Fitnessstudio. Um dieses Studio zu unterstützen, möchten Sie eine Ihrer Immobilien diesem Fitnessstudio als Geschäftslokal überlassen.

Mit einem Zuwendungsnießbrauch könnten Sie die Nutzungsrechte an dieser Immobilie übertragen, ohne gleichzeitig das Eigentum abgeben zu müssen.

Aber welche steuerlichen Konsequenzen hat das Ganze?

Als schenkende Person sind Sie weiterhin Eigentümer der Immobilie, können ohne Mieteinnahmen allerdings die Abschreibung nicht steuerlich geltend machen.

Im Gegenzug hat das Fitnessstudio keine Anschaffungskosten für das neue Geschäftslokal und kann daher den zu versteuernden Gewinn nicht mittels Abschreibung senken.

Sie sehen: Auch in diesem Beispiel gibt es steuerlich nur Verlierer.

Fazit: Aus steuerlicher Sicht muss man vom Nießbrauch abraten

Die Beispiele in diesem Artikel zeigen ganz klar auf, dass Sie mit einem Nießbrauch über Jahre gerechnet Ihre Steuerlast in der Regel erhöhen. Denn durch die Trennung von Nutzung- bzw. Ertragsrechten und Eigentum ensteht eine steuerliche Lose-Lose-Situation.

Konkret bedeutet das: Steuerliche Vorteile wie die Abschreibung gehen unter und laufende Ausgaben wie Instandhaltungskosten können nicht abgesetzt werden.

Viele Steuerberater ignorieren diese laufende Besteuerung allerdings und konzentrieren sich bei ihrer Beratung zum Nießbrauch zu sehr auf mögliche Vorteile durch eine Schenkung. Das ein Nießbrauch allerdings jahrzehntelange steuerliche Nachwirkungen haben kann, wissen nur die Wenigsten.

Eine Schenkung mit einem Nießbrauchsrecht muss deshalb immer steuerlich zu Ende gedacht und die zukünfitgen Auswirkungen berücksichtigt werden.

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Nießbrauch haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie jetzt konkret achten müssen und welches Vorgehen für Sie steuerlich am besten ist.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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GmbH-Betriebsaufspaltung: Darum ist sie ein unterschätztes Risiko für Firmen-Inhaber

Wussten Sie, dass Sie mit der Vermietung einer privaten Immobilie an Ihre GmbH durch eine sogenannte Betriebsaufspaltung unabsichtlich ein zweites Unternehmen „erzeugen“ können? Wahrscheinlich nicht.

Dabei kommt es durchaus häufig vor, dass Firmen-Inhaber ein privates Gebäude erwerben und an ihre GmbH als Geschäftslokal weitervermieten.

Aber welche Auswirkungen hat das auf Sie und Ihre GmbH? Haben Sie dadurch irgendwelche steuerlichen Verpflichtungen oder Haftungen?

Die kurze Antwort: Ja, von der Besteuerung über die Verwaltung bis hin zur Haftung für die Umsatzsteuer-Zahllast hat dieser Vorgang weitreichende Folgen für Sie.

Denn mit der Vermietung einer privaten Immobilie an Ihre eigene GmbH lösen Sie (in vielen Fällen unabsichtlich) eine Betriebsaufspaltung aus.

Mit dem „Rattenschwanz“ an Konsequenzen, die eine solche Betriebsaufspaltung nach sich zieht, habe ich als Steuerberater in Hamburg fast täglich zu tun.

Aus meinem Steuerberater-Alltag: Die GmbH-Betriebsaufspaltung einfach erklärt

Viele meiner Mandanten haben schon vom Risiko einer Betriebsaufspaltung gehört und möchten von mir mehr darüber erfahren. Da hier offensichtlich ein großes Informationsbedürfnis besteht, habe ich die häufigsten Fragen meiner Mandanten jetzt gesammelt und als Grundstein für diesen Artikel verwendet.

In weniger als 10 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

  • Was eine Betriebsaufspaltung ist
  • Was der Unterschied zwischen einer echten und einer unechten Betriebsaufspaltung ist
  • Mit welchen 4 Nachteilen Sie bei einer unechten Betriebsaufsspaltung zu kämpfen haben
  • Wie Sie die Nachteile der unechten Betriebsaufspaltung „abwehren“ können

Keine Sorge: Hierbei handelt es sich nicht um einen rechtlichen Fachartikel. Die Zielgruppe sind Unternehmer, die einen Überblick über die Betriebsaufspaltung erhalten und wissen möchten, welche Auswirkungen das für ihr Unternehmen hat.

Was ist eine Betriebsaufspaltung bei einer GmbH?

Bei einer Betriebsaufspaltung wird ein Unternehmen auf zwei rechtlich getrennte Unternehmen aufgespalten. Das kann entweder absichtlich, in diesem Fall spricht man in der Regel von einer echten Betriebsaufspaltung, oder unabsichtlich, auch unechte Betriebsaufspaltung genannt, erfolgen.

Der Auslöser für eine Betriebsaufspaltung ist meistens die Vermietung einer eigenen Immobilie an das eigene Unternehmen. Hier sind grundsätzlich zwei rechtliche Situationen möglich:

Echte Betriebsaufspaltung

Bei einer echten Betriebsaufspaltung wird tatsächlich ein bestehendes Unternehmen auf zwei unterschiedliche Firmen aufgeteilt. Meistens entsteht dadurch ein sogenanntes Besitz-Unternehmen und eine Betriebs-Gesellschaft.

Die Immobilien, Maschinen und anderes Anlage-Vermögen wird auf das Besitz-Unternehmen übertragen und an die Betriebs-Gesellschaft vermietet bzw. verpachtet.

Die Aufgaben der zwei unterschiedlichen Firmen sind bei einer echten Betriebsaufspaltung klar verteilt: Das Besitz-Unternehmen kümmert sich um die Vermögensverwaltung und die Betriebs-Gesellschaft ist operativ tätig.

Der Aufspaltungs-Vorgang wird immer genau geplant und führt deshalb zu keinen unvorhergesehenen negativen, steuerlichen Konsequenzen.

Unechte Betriebsaufspaltung

Anders als bei einer echten Betriebsaufspaltung kommt eine unechte Betriebsaufspaltung in der Regel unabsichtlich zustande.

Der häufigste Auslöser für eine unechte Betriebsaufspaltung ist, dass ein Mehrheitsgesellschafter eine Immobilie an die eigene GmbH vermietet.

Da dieser Gesellschafter über die Immobilie und die GmbH eine sogenannte beherrschende Stellung hat und die Immobilie für die GmbH eine wesentliche Betriebsgrundlage ist, wird aus dieser Immobilienvermietung ein Unternehmen.

Das heißt: Auch wenn der Gesellschafter die Immobilie als Privatperson an die GmbH vermietet, wird dadurch aus steuerlicher Sicht ein fiktives Unternehmen „erzeugt“.

Der Gesellschafter wird also ungewollt Inhaber eines Besitz-Unternehmens und hat jetzt mit 4 Nachteilen zu kämpfen.

Diese 4 Nachteile haben Sie durch eine unechte Betriebsaufspaltung

1. Die Miete Ihrer Gewerbeimmobilie ist gewerbesteuerpflichtig

Das durch die Betriebsaufspaltung entstandene fiktive Besitz-Unternehmen wird vom Finanzamt wie ein echtes Unternehmen behandelt.

Das bedeutet, dass die Miete, die Ihre GmbH an Sie überweist gewerbesteuerpflichtig ist. Ihnen geht also ein Teil Ihrer Einnahmen verloren.

2. Sie müssen für das fiktive Unternehmen eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder Bilanz erstellen

Wie jedes „normale“ Unternehmen hat auch Ihr fiktives Besitz-Unternehmen gewisse buchhalterische Pflichten.

Sie müssen mindestens eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder, wenn Sie gewisse Umsatzgrenzen überschreiten, sogar eine Bilanz erstellen.

Für Sie bedeutet das mehr Verwaltungsaufwand und höhere Steuerberater-Kosten.

3. Sie verlieren die erweiterte Steuerkürzung und das Recht auf steuerfreien Verkauf

Mit der sogenannten erweiterten Kürzung (siehe §9 Nr. 1 S.2 GewStG) können Sie normalerweise Ihre Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer reduzieren. Mit der erweiterten Kürzung können beispielsweise Erträge, die Sie durch die Verwaltung und Nutzung Ihrer eigenen Immobilien erzielen, von der Gewerbesteuer ausgenommen werden.

Bei einer unechten Betriebsaufspaltung ist die erweiterte Kürzung allerdings nicht zulässig und Sie müssen alle Beträge voll versteuern.

Zusätzlich dazu können Sie nach einer unechten Betriebsaufspaltung Ihre Immobilie nicht steuerfrei verkaufen. Privatpersonen können nämlich Immobilien nach einer 10-jährigen Behaltefrist verkaufen, ohne dass dafür Einkommenssteuer fällig wird (siehe §23 EStG).

Da Ihre Immobilienverwaltung nach einer unechten Betriebsaufspaltung wie ein Unternehmen behandelt wird, können Sie diesen Steuervorteil nicht nutzen und müssen den Verkaufserlös immer voll versteuern.

4. Sie haften als Privatperson für die Umsatzsteuer Ihrer GmbH

Umsatzsteuerlich bilden das Besitz-Unternehmen (also das fiktive Unternehmen, dass Ihre Immobilien besitzt) und die Betriebs-Gesellschaft (Ihre operative GmbH) eine sogenannte Organschaft. Das heißt, dass es sich umsatzsteuerrechtlich um ein Unternehmen handelt.

Für Sie als Inhaber der Immobilie und Mehrheitsgesellschafter der GmbH hat das weitreichende Folgen: Sie werden damit nämlich zum Schuldner der gesamten Umsatzsteuer. Kommt Ihre GmbH beispielsweise in Zahlungsschwierigkeiten und kann die Umsatzsteuer-Zahllast nicht begleichen, haften Sie als Privatperson dafür.

Wie können Sie die Nachteile einer unechten GmbH-Betriebsaufspaltung vermeiden?

Die Nachteile der Gewerbesteuerpflicht, der Einnahmen-Überschuss-Rechnung bzw. der Bilanzierungspflicht und des Verlusts der steuerlichen Vorteile können Sie leider nicht abwenden.

Aber Sie können sich vor der privaten Umsatzsteuer-Haftung Ihrer GmbH schützen.

Die rechtlich „sauberste“ Lösung ist hier die Umwandlung des fiktiven Besitz-Unternehmens in eine GmbH & Co. KG. Mit dieser Umwandlung haften nicht mehr Sie persönlich, sondern die neu gegründete GmbH & Co. KG für die Umsatzsteuer-Zahllast.

Zusätzlich zur finanziellen Absicherung bei Umsatzsteuer-Schwierigkeiten vermeiden Sie durch die Umwandlung in eine GmbH & Co. KG Komplikationen bei einer späteren Betriebsübergabe oder einer Vererbung an Ihre Kinder.

Fazit: Unechte Betriebsaufspaltung ist als Haftungsrisiko bei Firmen-Inhabern fast nie „auf dem Schirm“

Aus unternehmerischer Sicht ist eine unechte Betriebsaufspaltung ein hohes Risiko für Ihr Unternehmen. Konkret verursacht eine unechte Betriebsaufspaltung folgende Nachteile:

  • Ihre Immobilienverwaltung wird gewerbesteuerpflichtig
  • Sie müssen für Ihre Immobilienverwaltung eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung oder eine Bilanz erstellen
  • Sie verlieren attraktive Steuervorteile wie die erweiterte Kürzung und das Recht auf steuerfreien Verkauf
  • Sie haften für die Umsatzsteuer-Zahllast Ihrer GmbH

Ein zusätzliches Problem: GmbH-Inhaber wissen oft nicht, dass die Vermietung einer Immobilie an die eigene GmbH diesen „Rattenschwanz“ an Nachteilen mit sich zieht. Das böse Erwachen folgt oft erst später und dann muss der Steuerberater so viele steuerliche Vorteile wie möglich retten.

Wenn Sie planen, Ihre Immobilie an Ihr eigenens Unternehmen zu vermieten, sollten Sie vorher auf jeden Fall mit Ihrem Steuerberater darüber sprechen. So können Sie Ihre Steuern mit Weitsicht planen und werden über alle langfristigen Folgen aufgeklärt.

Sie haben weitere Fragen?

Die Informationen aus diesem Beitrag haben Ihre größten „Fragezeichen“ bei der Betriebsaufspaltung beseitigt, Sie hätten aber gerne noch detailliertere Informationen? Konkret möchten Sie wissen, ob auch Sie von einer unechten Betriebsaufspaltung betroffen sind?

Gerne können Sie mich zu diesen oder anderen Fragen kontaktieren.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Kapitalherabsetzung bei der GmbH: In diesen 3 Situationen ist sie sinnvoll

Sie sind Inhaber einer GmbH und möchten sich gerne einen Teil Ihres Eigenkapitals auszahlen lassen? Oder möchten Sie vergangene Verluste der Gesellschaft ausgleichen und dafür einen Teil des Eigenkapitals verwenden?

Sie haben in diesem Zusammenhang schon von einer Kapitalherabsetzung gehört, wissen aber nicht, welche Formvorschriften Sie hier einhalten müssen?

Diese Situation kann ich gut nachvollziehen. Als erfolgreicher Unternehmer sind Sie wahrscheinlich kein Steuerexperte und haben noch dazu wenig Zeit, um sich selbst in die Thematik einzulesen.

Sie möchten sich nicht durch komplizierte Gesetzestexte in Juristen-Deutsch kämpfen, sondern suchen nach einem leicht verständlichen Überblick.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen.

Aus meinem Steuerberater-Alltag: Die häufigsten Fragen zur Kapitalherabsetzung einfach erklärt

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg werde ich von meinen Mandanten immer wieder zur Kapitalherabsetzung befragt. Die häufigsten Fragen aus diesen Gesprächen habe ich mir jetzt notiert und als „Grundgerüst“ für diesen Artikel verwendet.

In weniger als 10 Minuten Lesezeit erkläre ich Ihnen leicht verständlich und ohne komplizierte Fachbegriffe:

  • Was eine Kapitalherabsetzung ist
  • Welche Formen der Kapitalherabsetzung es gibt
  • Welche 3 Vorteile Ihnen eine Kapitalherabsetzung bieten kann
  • Welches Mitspracherecht Ihre Gläubiger bei einer Kapitalherabsetzung haben

Was ist eine Kapitalherabsetzung?

Bei einer Kapitalherabsetzung verringern Sie das Eigenkapital Ihrer GmbH.

Je nach Art der Kapitalherabsetzung wird der reduzierte Betrag an die Gesellschafter ausgeschüttet oder zur „Bereinigung“ von früheren Verlusten verwendet.

Eine Kapitalherabsetzung ist nur mit einem Gesellschafterbeschluss möglich. In der Regel muss also die Mehrheit der Gesellschafter einer Kapitalherabsetzung zustimmen.

Zusätzlich darf bei einer Kapitalherabsetzung das gesetzliche Mindestkapital von 25.000 Euro nicht unterschritten werden.

Welche Formen der Kapitalherabsetzung gibt es?

Bei einer Kapitalherabsetzung sind grundsätzlich 2 verschiedene Formen möglich:

1. Ordentliche Kapitalherabsetzung

Möchten Sie den Herabsetzungsbetrag an die Gesellschafter ausschütten, ist das nur mit einer ordentlichen Kapitalherabsetzung möglich. Bei dieser Art der Kapitalherabsetzung müssen Sie sich an sehr strenge Formvorschriften halten.

Die ordentliche Kapitalherabsetzung muss:

  • Mit einer 3/4 Mehrheit der Gesellschafter beschlossen werden
  • Von einem Notar beglaubigt werden
  • Im Bundesanzeiger veröffentlicht werden
  • Im Handelsregister eingetragen werden

Zusätzlich dazu gilt eine Sperrfrist von einem Jahr. Das heißt, dass Sie nach dem Beschluss der Kapitalherabsetzung ein Jahr warten müssen, um das Kapital reduzieren zu dürfen.

Sie sehen: Wenn Sie sich einen Teil des Eigenkapitals auszahlen lassen möchten, ist eine genaue Planung nötig. Spontane Reduktionen des Eigenkapitals sind höchstens mit einem Gewinnvorschuss, nicht jedoch mit einer Auszahlung des Eigenkapitals möglich.

2. Vereinfachte Kapitalherabsetzung

Bei einer vereinfachten Kapitalherabsetzung müssen Sie weniger Formvorschriften einhalten. Hier ist nur ein Gesellschafterbeschluss notwendig. Die Veröffentlichungs- und Eintragungspflichten der ordentlichen Kapitalherabsetzung entfallen.

Im Gegenzug können Sie den reduzierten Betrag allerdings nur für bestimmte Zwecke (Verlustausgleich oder Ausgleich von Wertminderungen) verwenden. Eine Auszahlung des reduzierten Betrags an die Gesellschafter ist bei einer vereinfachten Kapitalherabsetzung nicht möglich.

Diese 3 Vorteile bietet Ihnen eine Kapitalherabsetzung

1. Steuerfreie Ausschüttung Ihres Eigenkapitals: Werden die herabgesetzten Beträge an die Gesellschafter ausgeschüttet, ist diese Auszahlung in der Regel steuerfrei.

Denn dieses Eigenkapital wurde bereits voll versteuert und löst normalerweise weder für die GmbH noch für die Gesellschafter eine Steuerpflicht aus.

2. Sie können wieder vom Investitionsabzugsbetrag profitieren: Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie bereits vor dem Kauf eines Firmenautos, einer Maschine oder einer ähnlichen Anschaffung einen Teil der voraussichtlichen Kosten steuerlich geltend machen.

So reduzieren Sie Ihren zu versteuernden Gewinn und zahlen weniger Steuern.

Sie können den Investitionsabzugsbetrag aber nur nutzen, wenn Ihr Eigenkapital kleiner als 235.000 Euro ist (siehe §7g EStG). Sind Sie über dieser Grenze, kann es sich aus steuerlicher Sicht für Sie lohnen, Ihr Eigenkapital zu reduzieren und so wieder vom Investitionsabzugsbetrag profitieren zu können.

Wie der Investitionsabzugsbetrag im Detail abläuft und worauf Sie achten müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag über die 4 besten Steuergestaltungsmöglichkeiten für kleine GmbHs zusammengefasst.

3. Sie können vergangene Verluste ausgleichen: Haben Sie aus vorherigen Jahren noch einen Verlustvortrag, den Sie saldieren möchten, können Sie hierfür Ihr Kapital reduzieren.

So bereinigen Sie Ihre Bilanz, ohne dass Sie neues Kapital in die Gesellschaft einzahlen müssen. Besonders beim Unternehmensverkauf oder der Umwandlung Ihrer Firma ist dieses Vorgehen sinnvoll.

Gläubigerschutz: Dieses Mitspracherecht haben Ihre Kreditgeber bei der ordentlichen Kapitalherabsetzung

Zeitgleich mit der Veröffentlichung der Kapitalherabsetzung im Bundesanzeiger, müssen auch alle Gläubiger von der geplanten ordentlichen Kapitalherabsetzung informiert werden. Denn für die Kreditgeber stellt die Verringerung Ihres Eigenkapitals ein Risiko dar und erhöht die Chance, dass Sie den Kreditbetrag nicht mehr zurückbezahlen können.

Stimmt ein Gläuber der Kapitalherabsetzung nicht zu, müssen Sie eine Sicherheitsleistung zahlen (siehe §58 GmbHG). Wie hoch diese Sicherheitsleistung ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und hängt unter anderem von der höhe Ihres Kredits ab.

Ihre Gläubiger können somit eine ordentliche Kapitalherabsetzung nicht verhindern, sondern lediglich eine Sicherheitszahlung von Ihnen verlangen.

Fazit: Kapitalherabsetzung ist häufig vergessene Steueroptimierungs-Methode

Mit einer Kapitalherabsetzung können Sie Eigenkapital an die Gesellschafter Ihrer GmbH ausschütten oder vergangene Verluste begleichen. Zusätzlich dazu können Sie durch eine geschickte Verringerung unter die Eigenkapital-Grenze von 235.000 Euro kommen und den Investitionsabzugsbetrag wieder nutzen.

Aber Achtung: Bei Kapitalherabsetzungen gelten sehr strenge Formvorschriften. Sie muss per Gesellschafterbeschluss bestimmt, notariell beglaubigt und veröffentlich werden.

Viele Steuerberater kennen hier nicht alle wichtigen Details. Deshalb wird diese Methode in der Praxis häufig nicht angewandt oder übersehen.

Sie haben weitere Fragen?

Dieser Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie hätten gerne detailliertere Informationen oder möchten wissen, wie Sie bei einer Kapitalherabsetzung konkret vorgehen müssen? Gerne stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner zur Verfügung.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Einzelunternehmen in KG umwandeln: In diesen 3 Situationen macht das Sinn

Sie möchten Ihre Firma weiterentwickeln und Ihr erfolgreiches Einzelunternehmen in eine KG umwandeln? Sie wissen aber noch nicht genau, wie sich dieser Rechtsformwechsel auf Ihr Unternehmen auswirkt und worauf Sie achten müssen?

Als Steuerberater in Hamburg mit Spezialisierung auf Unternehmensumwandlung kann ich Ihre Situation sehr gut nachvollziehen. Fast täglich berate ich erfolgreiche deutsche Unternehmer zu steuerlichen Vor- und Nachteilen, rechtlichen Auflagen oder ähnlichen Themen rund um die Umwandlung.

Am Beginn meiner Beratung denken viele Einzelunternehmer leider nur an die Umwandlung in eine GmbH, nicht jedoch an eine KG. Dabei können Sie als Unternehmer mit einer Kommanditgesellschaft manchmal sogar besser aussteigen als mit einer GmbH.

Bei einer KG profitieren Sie nämlich in einigen Situation von ähnlichen steuerlichen oder Image-Vorteilen wie bei einer GbmH, ohne laufend 25.000 Euro Stammkapital in der Gesellschaft „binden“ zu müssen.

Welche Situationen das sind? Das erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

Zusätzlich dazu erkläre ich Ihnen leicht verständlich und ohne umständliches „Juristendeutsch“:

  • Was die Hauptunterschiede zwischen einer KG und einem Einzelunternehmen sind
  • In welchen 3 Situationen eine KG für Sie als Unternehmer sinnvoll ist
  • Welche Fehler Sie bei der Unternehmensumwandlung vermeiden müssen

KG im Vergleich zum Einzelunternehmen: Was sind die Hauptunterschiede?

Eintragung im Handelsregister und Bilanzierungspflicht: Bei der Gründung einer KG müssen Sie diese Gesellschaft im Handelsregister eintragen lassen. Außerdem sind Sie dazu verpflichtet, Ihren Jahresabschluss mittels Bilanz zu erstellen. Kurz gesagt bedeuten diese Auflagen für Sie einen höheren Verwaltungsaufwand und mehr Kosten als bei einem Einzelunternehmen.

Mindestens 2 Gesellschafter: Für die Gründung einer KG benötigen Sie mindestens einen Komplementär und einen Kommanditisten. Der Komplementär haftet wie ein Einzelunternehmer unbeschränkt und mit seinem Privatvermögen, während die Haftung des Kommanditisten auf die Einlage beschränkt ist.

Aufgrund dieser Risikoverteilung übernimmt der Komplementär in der Regel die Geschäftsführung und der Kommanditist eine passive Investorenrolle.

Beschränkte Haftung möglich: Für einen Kommanditisten ist die Beteiligung an einer KG sehr attraktiv. Man profitiert vom Unternehmenswachstum, bekommt jährlich einen Anteil des Gewinns und im Falle einer Unternehmenspleite kann der Staat in der Regel nicht auf das eigene Privatvermögen zugreifen.

In diesen 3 Situationen profitieren Sie als Unternehmer von einer KG

Nach mehr als 20 Jahren als Steuerberater haben sich für mich drei Situationen herauskristallisiert, die besonders für die Umwandlung in eine KG sprechen:

Situation 1: Sie behalten oft Gewinne ein und möchten Ihre Steuern auf 28,25% begrenzen

Dank der sogenannten Thesaurierungsbegünstigung (siehe § 34a EStG) bezahlen Sie bei der KG auf einbehaltene Gewinne nur 28,25% Steuern. Zahlen Sie sich pro Jahr nur einen kleinen Teil des Gewinns aus und verwenden den restlichen Gewinnanteil für Investitionen oder als Barreserve, können Sie damit Tausende Euro an Steuern sparen.

Als Einzelunternehmer müssen Sie hingegen alle Einkünfte immer voll mit Ihrem persönlichen Durschnittssteuersatz von oft mehr als 40% versteuern.

Situation 2: Sie möchten Ihr Image bei Geschäftspartnern steigern oder Ihre Bonität bei Banken erhöhen

Gesellschaften genießen in der Regel einen besseren Ruf als Einzelunternehmen. Rechtsformen wie die KG oder die GmbH vermitteln eine gewisse Autorität und Sicherheit, die Sie als Einzelunternehmer nicht haben.

Ob das immer angebracht ist, sei dahingestellt.

Fakt ist jedoch: In Verhandlungen mit Banken oder bei der Anbahnung neuer Geschäfte profitieren Sie nach einer Unternehmensumwandlung von einem Imagegewinn. Oft wird Ihre Bonität höher eingestuft und Sie können Geschäftspartnern „auf Augenhöhe“ begegnen.

Situation 3: Sie suchen nach einer Möglichkeit, um Ihre Unternehmensnachfolge einfacher zu regeln

Bei einer KG können Sie die Unternehmensnachfolge im Gesellschaftsvertrag regeln. Sie können beispielsweise genau festlegen, welcher Ihrer Erben Anteile am Unternehmen erhalten soll. Außerdem können Sie mit mehreren KGs Ihre operative Firma und Ihren Immobilienbesitz voneinander trennen.

Mit einer solchen Trennung müssen Sie auf Ihre Immobiliengewinne keine Gewerbesteuer bezahlen.

Sind Sie Einzelunternehmer, ist eine solche einfache Nachfolgeplanung nicht möglich und die Aufteilung Ihres Unternehmens muss in einem notariell beglaubigten Testament vorgenommen werden.

Für Sie bedeutet das mehr Aufwand und höhere Kosten.

Einzelunternehmen in KG umwandeln: Diese Fehler müssen Sie vermeiden

  • Falsche Anträge für die Steuerneutralität: Bei einer Unternehmensumwandlung in eine KG können Sie eine sogenannte Steuerneutralität beantragen. Damit ist die Umwandlung für Sie steuerfrei und eventuell aufgedeckte stille Reserven werden nicht besteuert.Häufig werden diese Anträge jedoch falsch gestellt und eine steuerneutrale Umwandlung ist nicht möglich.
  • Kapitalkonten fehlen oder sind falsch angelegt: Für Ihre Kapitaleinlage und verrechnete Gewinne bzw. Verluste benötigen Sie in einer KG mindestens 2 Kapitalkonten. Gewähren Sie Ihrer Gesellschaft ein Darlehen oder bilden Sie Rücklagen, müssen zusätzlich dazu noch weitere Kapitalkonten gebildet werden.Vielen Einzelunternehmern ist das nicht bewusst, da bisher ein Kapitalkonto ausgereicht hat.

Fazit: KG ist sinnvolle Umwandlungs-Alternative für Einzelunternehmer

Wenn Sie als Einzelunternehmer mit Ihrer Firma den nächsten „Entwicklungsschritt“ machen möchten, kann eine Unternehmensumwandlung in eine KG durchaus eine gute Alternative für Sie sein.

Konkret haben sich nach mehr als 20 Jahren als Steuerberater folgende 3 Situationen als gute Möglichkeit für die Umwandlung in eine KG herausgestellt:

  • Sie möchten Gewinne in der Gesellschaft behalten und die Thesaurierungsbegünstigung ausnutzen
  • Sie möchten Ihr Image bei Banken oder Geschäftspartnern verbessern
  • Sie möchten Ihre Nachfolgeplanung unkompliziert regeln

Leider sehen viele andere Steuerberater diese Vorteile nicht und raten pauschal immer zur Umwandlung in eine GmbH. Durch die höheren Kosten und dem gestiegenen Verwaltungsaufwand ist eine GmbH aber nicht immer ratsam.

Sie möchten mehr zur Unternehmensumwandlug oder der KG wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zur Unternehmensumwandlung für Einzelunternehmer haben oder gerne wissen möchten, ob eine KG die richtige Rechtsform für Sie ist, stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311) E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Betriebsaufgabe: Alternative zum Verkauf oder Kostenfalle?

Sie sind Unternehmer und möchten nach jahrzehntelanger, harter Arbeit bald Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen? Sie sind sich aber nicht sicher, ob Sie Ihren Betrieb verkaufen können und überlegen, ob eine Betriebsaufgabe für Sie eine gangbare Alternative sein könnte?

Mit dieser Situation sind Sie nicht allein.

Vorallem, wenn Ihr Betrieb eng mit Ihrem guten Namen verbunden ist, kann sich ein Verkauf schwierig gestalten. Nach der jahrelangen, erfolglosen Suche nach einem Nachfolger sind viele Unternehmer entnervt und überlegen, den Betrieb einfach zuzusperren.

Aber welche konkreten Auswirkungen hat eine solche Betriebsaufgabe? Müssen Sie Steuern nachzahlen oder können Sie Ihren Betrieb einfach von einem Tag auf den nächsten „dicht“ machen?

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg bekomme ich diese oder ähnliche Fragen immer wieder zuhören. Meist kommen diese Fragen von Unternehmern, die schon jahrelang erfolglos nach einem Nachfolger suchen.

Diese Suche hat meistens viel Zeit, Nerven und vor allem Geld gekostet.

Dennoch lohnt es sich in den meisten Fällen weiterhin nach anderen Optionen zu suchen und das Unternehmen nicht einfach zu beenden. Warum das so ist, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

Was ist eine Betriebsaufgabe?

Eine Betriebsaufgabe ist die Beendigung eines Unternehmens. Nach einer Betriebsaufgabe stellen Sie alle wirtschaftlichen Aktivitäten ein und die Rechtsform erlischt.

In der Praxis kann es grundsätzlich zwei verschiedene Auslöser für eine Betriebsaufgabe geben:

1. Das Unternehmen wird durch eine willentliche Entscheidung des Inhabers aufgegeben

Schließen Sie Ihr Unternehmen wegen ausbleibender Gewinne oder weil Sie keinen Nachfolger finden können, spricht man von einer Betriebsaufgabe durch willentliche Entscheidung.

Diese Form der Betriebsaufgabe kommt in der Praxis am häufigsten vor.

2. Das Unternehmen wird durch die Entziehung aller wesentlichen Betriebsgrundlagen (Maschinen, Gebäude, etc.) beendet

Diese Art der Betriebsaufgabe kann bei Immobilien- oder anderen vermögensverwaltenden Gesellschaften vorkommen.

Werden beispielsweise alle Häuser, Wohnungen oder Grundstücke aus einer Immobilien-GmbH in eine andere Gesellschaft übetragen, verliert diese Immobiliengesellschaft ihre wesentlichen Betriebsgrundlagen. Das führt zum Ende des Unternehmens und ist somit eine Betriebsaufgabe.

Welche steuerlichen Auswirkungen hat eine Betriebsaufgabe?

Wird Ihr Unternehmen beendet, gehen alle Wirtschaftgüter (Maschinen, Fahrzeuge, etc.) automatisch in Ihr Eigentum über. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um einen Verkauf zum derzeitigen Marktwert des jeweiligen Wirtschaftsguts.

Übersteigt dieser Marktwert den Buchwert entsteht ein (fiktiver) steuerpflichtiger Gewinn. Auch wenn es diesen Gewinn in der Realität gar nicht gibt, müssen Sie darauf Steuern bezahlen.

Bei einer Betriebsaufgabe kann es deshalb passieren, dass Ihnen nach dem Ende Ihres Unternehmens noch mehrere Tausend Euro an Steuern drohen.

Diese Steuerzahlung ist für Sie doppelt bitter: Denn Sie zahlen Steuern auf einen Gewinn, von dem Sie nur auf dem Papier profitieren. Echte Zahlungen an Sie fließen dabei nicht. Es kann Ihnen sogar passieren, dass Sie einen Teil Ihrer Wirtschaftsgüter zwischenlagern müssen und so zusätzliche Kosten für Sie anfallen.

Außerdem müssen Sie eine Aufgabebilanz erstellen lassen. Auch dafür fallen Kosten an.

Sie sehen: Eine Betriebsaufgabe ist keine einfache und günstige Lösung, um Ihr Unternehmen zu beenden. Im schlimmsten Fall kommen Tausende Euro an Steuern, Verwaltungs- oder anderen Kosten für Sie zusammen.

Für mich ist eine Betriebsaufgabe deshalb nie ein gangbarer Weg und sollte immer vermieden werden.

Das sind Ihre 4 besten Alternativen zur Betriebsaufgabe

1. Vererbung: Für viele Unternehmer ist die Vererbung die bevorzugte Alternative bei der Unternehmensnachfolge. Da hier in der Regel Ihre Kinder oder andere nahe Verwandte Ihren Betrieb übernehmen, ist die Übergabe bei dieser Nachfolge-Form relativ unkompliziert.

Sie müssen nicht jahrelang nach einem Nachfolger suchen, sondern können Ihre Kinder schon früh auf die Übernahme vorbereiten.

Um Ihre Steuerlast zu minimieren, müssen Sie dennoch früh genug mit den Planungen beginnen. Nur so können Sie alle Freibeträge optimal ausnutzen. Mehr Informationen zur Vererbung können Sie in diesem detaillierten Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-und-erben-so-regeln-sie-die-nachfolge-nach-ihren-wuenschen/

2. Verkauf: Möchte keines Ihrer Kinder den Betrieb übernehmen, ist für viele Unternehmer der Verkauf die naheliegenste Option. Doch worauf müssen Sie hier achten? Und wie finden Sie einen passenden Käufer?

Besonders die zweite Frage ist für viele Unternehmer ein schier unlösbares Problem. Deshalb habe ich schon vor einiger Zeit einen leicht verständlichen Beitrag zur Käufer-Suche verfasst.

Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-2-so-finden-sie-einen-serioesen-kaeufer/

3. Management Buy-Out: Ein Management Buy-Out ist der Unternehmensverkauf an einen Mitarbeiter. Anders als bei einem „normalen“ Verkauf wird der Betrieb hier nicht an eine betriebsfremde Person, sondern an eine langjährige Führungskraft veräußert.

Worauf Sie hier im Detail achten müssen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-an-die-mitarbeiter-das-ist-der-groesste-fehler-beim-management-buy-out/

4. Verschmelzung: Bei einer Verschmelzung wird Ihre Firma von einem anderen Unternehmen „geschluckt“. Sie erhalten als Gegenleistung keinen Verkaufspreis, sondern Anteile an der aufnehmenden Gesellschaft.

So können Sie weiterhin am Wertzuwachs Ihres ehemaligen Unternehmens mitverdienen und genießen zudem noch attraktive Steuervorteile. In der Praxis macht dieses Vorgehen besonders in 3 Situationen Sinn.

Welche Situationen das sind? Alle Details können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-verschmelzung-statt-verkauf-in-diesen-3-situationen-macht-das-sinn/

Fazit: Betriebsaufgabe ist keine sinnvolle Alternative zum Verkauf oder der Vererbung

Betriebsaufgaben lösen bei Ihnen für fiktive Verkaufsgewinne eine Steuerpflicht aus, ohne dass tatsächlich Geld an Sie fließt. Das heißt: Sie zahlen bei einer Betriebsaufgabe Steuern auf Gewinne, von denen Sie selbst nicht profitieren.

Aus Ihrer Sicht ist eine Betriebsaufgabe deshalb immer ein Verlustgeschäft, dass vermieden werden muss.

Eine Betriebsaufgabe ist wirklich nur dann eine Alternative, wenn Sie sämtliche andere Optionen ausgeschöpft haben.

Sie haben weitere Fragen zur Betriebsaufgabe?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Betriebsaufgabe haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welche Alternative für Sie in Frage kommen könnte.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Gewinnverteilung-KG-Symbolbild

Gewinnverteilung bei der KG: Das sind die größten Stolperfallen

Sie überlegen, Ihr Einzelunternehmen in eine KG umzuwandeln, möchten aber vorher mehr über die Gewinnverteilung wissen?

Sie sind Inhaber oder Minderheits-Gesellschafter einer KG und erhalten jedes Jahr einen Gewinnanteil, wissen aber gar nicht wie dieser Anteil berechnet wird?

Sie hätten gerne eine leicht verständliche Erklärung, die auch für Sie als Nicht-Juristen verständlich ist und Ihnen einen groben Überblick gibt?

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: Als Steuerberater in Hamburg berate ich fast täglich Mandanten zu diesen oder ähnlichen Fragen. Diese Mandanten sind vielbeschäftigte Unternehmer und haben in der Regel nicht die Zeit, sich stundenlang in diese Thematik einzulesen.

Über die Jahre habe ich deshalb eine leicht verständliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte erstellt und als Grundgerüst für diesen Beitrag verwendet.

In 7 Minuten Lesezeiten erfahren Sie:

  • Wie Gewinne bei einer KG verteilt werden
  • Wie die Gewinnverteilung in der Praxis abläuft
  • Warum Sonderregelungen die häufigsten Stolperfallen sind

Wie funktioniert die Gewinnverteilung bei einer KG?

Bei der Gewinnverteilung einer KG werden die Gewinne unter den an der Gesellschaft beteiligten Komplementären und Kommanditisten aufgeteilt. Wie genau diese Gewinne verteilt werden, kann im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden.

Ist im Gesellschaftsvertrag keine Vereinbarung festgeschrieben, kommt die Gewinnverteilung laut Gesetz zur Anwendung.

Gewinnverteilung nach Regelung im Gesellschaftsvertrag

Hier können Sie frei entscheiden, wie die Gewinne verteilt werden. Sie können beispielsweise festlegen, dass der Kapitalanteil nicht berücksichtigt wird. Ein Komplementär ohne Kapitalanteil kann auf diesem Weg dennoch einen Anteil am Jahresgewinn erhalten.

Die Mehrheit der Gesellschafter muss jedoch mit der festgelegten Verteilung einverstanden sein. Auch eine Änderung der Gewinnverteilungs-Regeln ist möglich und kann durch eine Anpassung des Gesellschaftsvertrags vorgenommen werden.

Gewinnverteilung laut Gesetz

Jedem Gesellschafter steht als „Basis“ eine 4 prozentige Vergütung auf seinen Kapitalanteil zu (siehe §121 HGB). Erst nachdem jeder Gesellschafter diesen Betrag erhalten hat und das Jahresgehalt des Komplementärs abgezogen wurde, wird der restliche Gewinn anteilsmäßig verteilt (siehe § 168 HGB).

Reicht der Gewinn für eine 4 prozentige Vergütung der Kapitalanteile nicht aus, wird der Prozentsatz verringert.

Wichtig: Laut Gesetz wird auch ein möglicher Verlust anteilsmäßig unter den Gesellschaftern aufgeteilt. Das heißt: Gesellschafter mit einem höheren Anteil am Gesamtkapital der KG „begleichen“ einen höheren Anteil an den Verlusten.

Die Gewinnverteilung der KG laut Gesetz am praktischen Beispiel erklärt

Die gesetzliche Gewinnverteilung klingt für Sie wahrscheinlich sehr theoretisch und ist nur schwer zu durchblicken. Deshalb erkläre ich Ihnen alle Schritte am besten mit einem praktischen Beispiel:

Die Muster KG hat im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 200.000 Euro verzeichnet. An der Muster KG sind 3 Gesellschafter beteiligt: Gesellschafter A (Komplementär), Gesellschafter B (Kommanditist) und Gesellschafter C (Kommanditist).

Das Eigenkapital der Muster KG beträgt 100.000 Euro und ist wie folgt aufgeteilt:

Gesellschafter A: 50.000 Euro

Gesellschafter B: 30.000 Euro

Gesellschafter C: 20.000 Euro

Gesellschafter A hat als geschäftsführender Komplementär ein Jahresgehalt von 60.000 Euro erhalten.

Die Gewinnverteilung läuft jetzt in 3 Schritten ab:

  1. Zuerst wird vom Jahresgewinn (200.000 Euro) das Jahresgehalt des Komplementärs (60.000 Euro) abgezogen. Somit bleiben noch 140.000 Euro übrig.
  2. Jetzt erhält jeder Gesellschafter eine 4 prozentige Vergütung seines Anteils. Das heißt: Gesellschafter A erhält 2.000 Euro (4% von 50.000 Euro), Gesellschafter B erhält 1.200 Euro (4% von 30.000 Euro) und Gesellschafter C erhält 800 Euro (4% von 20.000 Euro). Diese Vergütung (insgesamt 4.000 Euro) wird vom Restgewinn (140.000 Euro) abgezogen. Es bleiben noch 136.000 Euro für die weitere Verteilung übrig.
  3. Der restliche Gewinn von 136.000 Euro wird jetzt anteilsmäßig verteilt. Gesellschafter A hält 50% der Unternehmensanteile und bekommt 68.000 Euro, Gesellschafter B erhält für seinen 30 prozentigen Anteil 40.800 Euro und Gesellschafter C stehen für einen Anteil von 20% die restlichen 27.200 Euro zu.

Der Gewinn von 200.000 Euro wurde somit folgendermaßen aufgeteilt:

Anteil von Gesellschafter A: 130.000 Euro (= 60.000 Euro Jahresgehalt + 2.000 Euro Verzinsung + 68.000 Euro Restanteil)

Anteil von Gesellschafter B: 42.000 Euro (= 1.200 Euro Verzinsung + 40.800 Euro Restanteil)

Anteil von Gesellschafter C: 28.000 Euro (= 800 Euro Verzinsung + 27.200 Euro Restanteil)

Zugegeben: Dieses Beispiel ist etwas vereinfacht und in der Praxis ist die Verteilung durch laufenden Privatentnahmen häufig komplizierter zu berechnen. Ich möchte Ihnen hier allerdings nur die Grundlagen erklären und aufzeigen, wie die Gewinnverteilung allgemein abläuft.

Sonderregelungen im Gesellschaftsvertrag als häufigste Stolperfallen

Vor allem bei kleineren KGs ist der häufigste Fehler, dass vor der Gewinnverteilung nicht überprüft wird, ob es eine Regelung im Gesellschaftsvertrag gibt oder ob die Gewinne laut Gesetz verteilt werden.

Außerdem ist häufig nicht klar, wie sich das für die Gewinnverteilung ausschlaggebende Eigenkapital zusammensetzt.

Im Gegensatz zu einer GmbH kann es nämlich bei einer KG zusätzlich zum Kapitalkonto noch weitere Konten für Gesellschafterdarlehen oder ein Verrechnungskonto für laufende Ausgaben geben.

Ob es sich bei diesen Konten um Fremdkapital handelt oder ob sie als zusätzliches Eigenkapital den Gesellschaftsanteil erhöhen, kann individuell im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden.

Das heißt: Gewähren Sie als Gesellschafter der KG ein Darlehen, kann dieser Betrag zum Eigenkapital dazuzählen und Ihren Anteil am Gewinn erhöhen.

Werden diese Sonderregelungen bei der Gewinnverteilung nicht berücksichtigt, ist die Verteilung fehlerhaft und kann von den Gesellschaftern angefochten werden.

Mein Rat: Erklären Sie Ihrem Steuerberater genau, welche Sonderregelungen zur Gewinnverteilung im Gesellschaftsvertrag vereinbart wurden. Nur so kann er die Gewinnverteilung korrekt berechnen und jedem Gesellschafter den richtigen Anteil zuweisen.

Passen Sie hier nicht genau auf, kann es sehr schnell zu einem Rechtsstreit unter den Gesellschaftern kommen oder die Gewinnverteilung vom Staat als ungültig erklärt werden.

Fazit: Gesellschaftsvertrag prüfen und falsche Gewinnverteilung vermeiden

Die Gewinnverteilung kann bei der KG frei bestimmt und im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben. Häufig werden diese speziellen Regelungen jedoch nach einigen Jahren übersehen und der Gewinn wird falsch unter den Gesellschaftern verteilt.

Dann kommt es häufig zu Rechtsstreitigkeiten und der Gewinn muss nachträglich neu verteilt werden. Deshalb müssen Sie und auch Ihr Steuerberater alle Regelungen genau kennen.

Alternativ können Sie auch gänzlich auf eigene Regeln verzichten und den Gewinn laut Gesetz verteilen. Dann läuft die Gewinnverteilung in diesen 3 Schritten ab:

  1. Das Jahresgehalt des Komplementärs wird vom Gewinn abgezogen
  2. Jeder Gesellschafter erhält eine 4 prozentige Vergütung seines Anteils am Gesamtkapital
  3. Der verbleibende Gewinn wird anteilsmäßig aufgeteilt

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Gewinnverteilung haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und wie Sie gewünschte Sonderregelungen bereits bei der Unternehmensumwandlung umsetzen können.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Share-Deal-oder-Asset-Deal-Symbolbild

Share Deal oder Asset Deal: Darauf sollten Sie beim GmbH-Kauf setzen

Sie sind Unternehmer und möchten mit dem Kauf einer anderen Firma neue Märkte erschließen, attraktive Geschäftsbeziehungen übernehmen oder sich die freie Verwendung eines Patents sichern?

Sie wissen allerdings noch nicht, wie Sie bei der Übernahme vorgehen sollen und wie Sie die Details regeln?

Sie haben schon von Share und Asset Deals gehört, wissen aber nicht so wirklich, was damit genau gemeint ist?

In dieser Situation sind Sie nicht alleine. Viele Unternehmer möchten gerne eine andere Firma übernehmen, haben allerdings noch keine Erfahrungswerte und wissen nicht, worauf sie achten müssen.

Als Steuerberater in Hamburg habe ich schon Hunderte Unternehmer wie Sie in genau dieser Situation beraten. Manche Fragen werden dabei in fast jedem Gespräch gestellt. Auch Fragen zu Share Deals und Asset Deals sind ein sehr häufiger Gesprächspunkt.

Genau diese häufigen Fragen habe ich jetzt gesammelt und als „Grundgerüst“ für diesen Beitrag verwendet.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was ein Share Deal ist
  • Wann ein Share Deal für Sie geeignet ist
  • Was ein Asset Deal ist
  • Wann ein Asset Deal für Sie geeignet ist

Was ist ein Share Deal?

Bei einem Share Deal (zu Deutsch: Anteils-Kauf) kaufen Sie die Anteile eines Unternehmens und übernehmen so die Kontrolle.

Eine solche Übernahme hat keine Auswirkungen auf laufende Geschäftsbeziehungen wie Lieferanten- oder Kreditverträge. Diese Verträge werden nicht ungültig, sondern laufen in der Regel ganz normal weiter.

Zusätzlich dazu übernehmen Sie alle Rechte und Verpflichtungen des Vorgängers. Das heißt: Sie haften ab dem Zeitpunkt der Übernahme für alle Geschäfte. Diese Haftung gilt auch rückwirkend und Sie können auch für Strafbestände verantwortlich gemacht werden, die vor der Übernahme passiert sind.

In welcher Situation ist ein Share Deal sinnvoll?

In der Regel ist ein Share Deal für den Käufer und auch für den Verkäufer einfacher durchzuführen. Das Unternehmen wird praktisch im Ganzen übernommen und es müssen keine Einzelrechnungen für Anlagegegenstände ausgestellt werden.

Außerdem werden so keine Umsatzsteuerkorrekturen oder zusätzliche Buchungen benötigt.

Ein Share Deal ist also vor allem dann sinnvoll, wenn Sie den Verwaltungsaufwand bei der Übernahme so gering wie möglich halten möchten.

Zusätzlich dazu müssen laufende Verträge nicht angepasst oder neu ausverhandelt werden.

Kurz zusammengefasst bedeutet ein Share Deal für Sie: Eine schnelle und unkomplizierte Übernahme, bei der die Geschäftsbeziehungen des gekauften Unternehmens in der Regel normal weiterlaufen. Sie übernehmen allerdings ab dem Übernahmezeitpunkt die komplette Haftung.

Was ist ein Asset Deal?

Im Gegensatz zu einem Share Deal kauft man bei einem Asset Deal (zu Deutsch: Wirtschaftsgüter-Kauf) keine Unternehmensanteile, sondern Vermögensgegenstände des Unternehmens. Diese Vermögensgegenstände können bestimmte Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge oder ganze Standorte sein.

Bei einem Asset Deal ist Ihre Haftung auf den Wert der Vermögensgegenstände begrenzt.

In welcher Situation ist ein Asset Deal sinnvoll?

Da Sie bei einem Asset Deal genau festlegen können, welche Vermögensgegenstände Sie kaufen, bietet Ihnen ein Asset Deal mehr Kontrollmöglichkeiten als ein Share Deal.

Sie müssen das Unternehmen nicht als Ganzes kaufen, sondern können bestimmte Standorte oder Sparten übernehmen.

Dieser Vorteil kann in bestimmten Situationen natürlich auch ein Nachteil sein. Wenn Sie Tausende Vermögensgegenstände vor dem Kauf sichten und bewerten müssen, bedeutet das einen hohen bürokratischen Aufwand.

Gleichzeitig reduzieren Sie durch diese genaue Analyse aber auch das Risiko eines Fehlkaufs.

Wenn Sie die Arbeitsverträge der derzeitigen Mitarbeiter übernehmen möchten, ist außerdem eine genaue Prüfung dieser Verträge notwendig.

Kurz zusammengefasst bedeutet ein Asset Deal für Sie: Mehr Kontrollmöglichkeiten, da Sie die zu kaufenden Vermögensgegenstände selbst bestimmen können. Gleichzeitig ist aber ihr Verwaltungsaufwand höher, da Sie alle Gegenstände genau prüfen müssen.

Fazit: Individuelle Situation bestimmt den passenden „Deal“

Ob ein Share oder ein Asset Deal die bessere Wahl für Sie ist, hängt vor allem von Ihrer Situation ab.

Als grobe Orientierung gilt: Möchten Sie die Übernahme schnell und mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand erledigen, ist wahrscheinlich ein Share Deal die beste Variante für Sie.

Möchten Sie selbst bestimmen, welche Vermögensgegenstände Sie kaufen, kann ein Asset Deal die bessere Wahl für Sie sein.

Aber: Ohne genaue Analyse Ihrer Situation kann niemand mit Sicherheit sagen, welche Kauf-Variante die beste für Sie ist. Diese Frage kann nur ein Steuerberater beantworten, der sich intensiv mit Ihrer Situation befasst hat. Pauschale Aussagen sind hier nicht seriös.

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Unternehmenskauf haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und wie Sie bei Share oder Asset Deals am besten vorgehen.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Anwachsung: Diese 2 Vorteile bietet sie Ihnen bei der Umwandlung Ihres Unternehmens

Sie sind Inhaber einer Personengesellschaft wie zum Beispiel einer GbR oder einer oHG und möchten Ihren Betrieb in eine GmbH umwandeln? Sie haben in diesem Zusammenhang schon von einer Anwachsung gehört, wissen aber nicht, ob das tatsächlich eine lohnende Option bei der Unternehmensumwandlung ist?

Als Steuerberater in Hamburg habe ich bereits Dutzende Unternehmer in genau dieser Situation beraten. Die zahlreichen Vorteile einer GmbH wie die beschränkte Haftung, die zusätzlichen Möglichkeiten bei der Altersvorsorge und der Prestige-Gewinn klingen für fast jeden Inhaber verlockend.

Aber wie wandeln Sie Ihre jetzige Gesellschaft steuerschonend und mit geringem Aufwand in eine GmbH um?

Eine Möglichkeit, die sogenannte Anwachsung, stelle ich Ihnen in diesem Blogbeitrag vor.

Ich erkläre Ihnen Schritt-für-Schritt und leicht verständlich:

  • Was eine Anwachsung ist
  • Wie die Unternehmensumwandlung mit einer Anwachsung abläuft
  • Von welchen 2 Vorteilen Sie bei der Umwandlung mit einer Anwachsung profitieren können

Was ist eine Anwachsung?

Zu einer Anwachsung kommt es, wenn einer oder mehrere Teilhaber aus einer Gesellschaft ausscheiden. Der Anteil dieses Gesellschafters wird dann auf die anderen Gesellschafter aufgeteilt. Genau diese Aufteilung wird Anwachsung bezeichnet.

Als Gegenleistung für die Anwachsung erhält der ausscheidende Gesellschafter eine Entschädigung, für das von ihm investierte Kapital (siehe auch § 738 BGB).

Der Gesellschafter muss dabei keine natürliche Person sein. Eine Anwachsung ist auch zwischen zwei Gesellschaften (in der Fachsprache auch juristische Personen genannt) möglich.

Die Anwachsung bei der Unternehmensumwandlung [mit Fallbeispiel erklärt]

Nehmen Sie an, dass Sie zusammen mit einem Geschäftspartner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) besitzen. Diese GbR möchten Sie jetzt in eine GmbH umwandeln.

Mit einer Anwachsung läuft die Umwandlung nun folgendermaßen ab:

1. Sie gründen parallel zu Ihrer GbR eine GmbH, an der Sie und Ihr Geschäftspartner beteiligt sind.

2. Diese GmbH wird Mitgesellschafterin Ihrer GbR. Die GbR hat jetzt demzufolge 3 Gesellschafter: Sie, Ihren Geschäftspartner und die GmbH.

3. Sie und Ihr Geschäftspartner treten aus der GbR aus. Damit ist die GmbH die letzte verbleibende Gesellschafterin der GbR.

4. Da Sie und Ihr Geschäftspartner aus der GbR ausgetreten sind, wachsen alle Anteile der GmbH an. Die GmbH besitzt jetzt das gesamte GbR-Vermögen.

5. Die GmbH tritt jetzt in die Fußstapfen der GbR und die GbR existiert nicht mehr.

Damit haben Sie Ihr Ziel erreicht: Ihr Unternehmen ist jetzt eine GmbH und die Unternehmensumwandlung ist abgeschlossen.

Aber Achtung: Gehen Sie nicht genau nach diesem Muster vor, können Sie unabsichtlich eine sogenannte Betriebsaufgabe Ihrer GbR auslösen. In diesem Fall geht die GbR nicht in der GmbH auf, sondern wird ohne Nachfolge-Unternehmen beendet.

Für Sie bedeutet das eine hohe Steuerlast. Denn bei einer Betriebsaufgabe gehen alle Wirtschaftsgüter automatisch in Ihren Privatbesitz über. Ist der jetzige Marktwert dieser Wirtschaftsgüter höher als der Buchwert, entsteht ein fiktiver „Verkaufsgewinn“ den Sie versteuern müssen.

Bei einer Anwachsung müssen Sie deshalb immer eine Betriebsaufgabe verhindern. Mein Rat lautet daher: Holen Sie sich bei der Unternehmensumwandlung mittels Anwachsung immer Hilfe von einem erfahrenen Steuerberater.

Gesamtrechtsnachfolge und Steuerneutralität: Das sind die 2 größten Vorteile einer Unternehmensumwandlung mittels Anwachsung

1. Gesamtrechtsnachfolge: Alle Rechte und Pflichten des alten Unternehmens gehen „nahtlos“ auf die neue Gesellschaft über

Da bei der Anwachsung ein Unternehmen in der neuen Gesellschaft „aufgeht“, laufen alle Verträge der alten Gesellschaft weiter. Für Sie ist das in der Regel ein großer Vorteil.

Denn würden die Verträge nicht weiterlaufen, müssten sie alle von Ihrem Rechtsanwalt neu aufgesetzt und eventuell mit Ihren Geschäftspartnern sogar neu ausverhandelt werden.

Durch den nahtlosen Übergang ersparen Sie sich deshalb viel Zeit, Nerven und vor allem Geld.

2. Keine Steuern, wenn Sie die Anwachsung „sauber“ durchführen

Bei einer Unternehmensumwandlung müssen Sie die oben angeführten Schritte penibel einhalten. Dann gilt für die Anwachsung § 20 UmwStG und Ihre Unternehmensumwandlung kann in der Regel steuerneutral durchgeführt werden.

Halten Sie diese Schritte nicht ein, nimmt das Finanzamt eine Betriebsaufgabe nach § 16 EStG an und Sie müssen die Anwachsung wie einen Unternehmensverkauf versteuern.

Fazit: Anwachsung ist eine gute Alternative bei der Unternehmensumwandlung

Wenn Sie Ihre GbR, oHG oder KG steuerschonend und ohne großen Verwaltungsaufwand in eine GmbH umwandeln möchten, ist eine Umwandlung mittels Anwachsung in der Regel eine gute Option.

Durch die sogenannte Gesamtrechtsnachfolge laufen alle Verträge normal weiter und müssen nicht angepasst, neu aufgesetzt oder gar neu ausverhandelt werden. Zusätzlich ist kann eine Anwachsung steuerneutral durchgeführt werden.

Das heißt, dass für die Umwandlung keine Steuerzahlung fällig wird.

Trotz dieser Vorteile sollten Sie Ihre individuelle Situation immer vom einem erfahrenen Steuerberater prüfen lassen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass für Ihr Unternehmen eine andere Art der Umwandlung besser geeignet ist.

Pauschal zu behaupten, dass eine Anwachsung für Sie immer die beste Lösung wäre, ist definitiv zu kurz gegriffen.

Sie haben weitere Fragen zur Anwachsung?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Anwachsung haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie bei dieser Form der Unternehmensumwandlung konkret achten müssen und wie Sie konkret vorgehen, um sich alle Vorteile zu sichern.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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