Unternehmensbeteiligung

Unternehmensbeteiligung für Mitarbeiter: Die 3 besten Beteiligungsmodelle im Überblick

Sie wollen Ihr Unternehmen vergrößern, haben aber nicht genug Bares, um Ihren Mitarbeitern hohe Vergütungen zu zahlen? Um das auszugleichen denken Sie darüber nach, Schlüsselkräfte an Ihrem Unternehmen zu beteiligen?

Grundsätzlich ist das eine gute Idee: Sie “schonen” die Liquidität Ihrer Firma und können dennoch talentierte Kräfte halten oder anlocken.

Doch welche Beteiligungsmodelle für Mitarbeiter gibt es überhaupt? Wie unterscheiden sich diese Optionen? Worauf sollten Sie setzen?

Diese und weitere Fragen rund um Unternehmensbeteiligungen für Mitarbeiter beantworte ich Ihnen Schritt-für-Schritt in diesem Blogbeitrag. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 25. Oktober 2021 aktualisiert.

Was ist eine Unternehmensbeteiligung?

Eine Unternehmensbeteiligung ist jeder Vorgang, bei dem ein bisher unbeteiligter Dritter zu einem Teilhaber des Unternehmens wird.

Häufig handelt es sich dabei um einen Kauf von Anteilen. Sprich: Sie investieren 50.000 Euro in eine GmbH und erhalten dafür einen prozentualen Anteil am Unternehmen. Auch für Mitarbeiter ist dieser Weg denkbar.

In der Regel investiert aber ein Angestellter bei einer Mitarbeiterbeteiligung nicht direkt in die Firma, sondern verzichtet über einen längeren Zeitraum auf einen Teil des Gehalts und bekommt dafür später Unternehmensanteile.

Welche Beteiligungsmodelle sind für Mitarbeiter sinnvoll?

Laut meiner mehr als 20 jährigen Erfahrung als Unternehmens- und Steuerberater gibt es vor allem 3 Modelle, die in der Praxis eingesetzt werden:

Modell 1: Die stille Beteiligung

In diesem Fall werden Mitarbeiter zu stillen Teilhabern in Ihrem Unternehmen.

Das bedeutet folgendes: Wie andere Gesellschafter sind sie mit einem Kapitalanteil am Unternehmen beteiligt. Der entscheidende Unterschied ist aber, dass diese stillen Teilhaber (in der Regel) kein Mitspracherecht in der Firma haben und nicht vom Wertzuwachs des Unternehmens profitieren.

Erhöht sich der Wert Ihrer Firma beispielsweise von 500.000 Euro auf eine Million Euro, steigt die Einlage des stillen Gesellschafters nicht mit, sondern bleibt auf dem selben Niveau.

Was dem stillen Gesellschafter allerdings sehr wohl zusteht, ist eine Beteiligung am Unternehmensgewinn. Diesen Anteil erhält er normalerweise proportional zu seinem Anteil an der GmbH. Sprich: Hält er 5 % der Anteile, erhält er 5 % des Gewinns.

Wenn Sie mehr zur stillen Beteiligung und den Vor- und Nachteilen für Sie als Unternehmer erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen detaillierten Beitrag zum Thema: Stiller Teilhaber: Ideal für frisches Kapital oder teurer Fehler?

Modell 2: Beteiligung durch echte Optionen (ESOP)

Bei diesem Modell (auch Employee Stock Option Plan oder kurz ESOP genannt), erhalten Ihre Mitarbeiter die Option, sich zu einem festgelegten Zeitpunkt am Unternehmen zu beteiligen.

Am besten erkläre ich Ihnen das Prinzip anhand eines kurzen Beispiels:

Nehmen Sie an, dass Sie eine Ihrer Schlüsselkräfte, Frau Meier, unbedingt an Ihre Firma binden möchten, Ihr aber (noch) kein hohes Gehalt zahlen können.

Folgende Vorgehensweise ist nun denkbar: Sie vereinbaren mit Frau Meier, dass Ihr Gehalt in den nächsten fünf Jahren nicht steigt. Nach Ablauf dieser fünf Jahre erhält sie aber im Gegenzug das Recht, sich sehr günstig am Unternehmen zu beteiligen.

Sie vereinbaren mit Ihr, dass sie bis zu 5 % der Unternehmensanteile zur Hälfte des zukünftigen Werts kaufen kann.

In diesem Szenario müssen Sie unbedingt vertraglich regeln, was passiert, wenn Frau Meier das Unternehmen doch vor Ablauf der 5 Jahre verlassen sollte.

In der Praxis wird die Ausübung der Optionsrechte deshalb häufig mit der Beschäftigung im Unternehmen verknüpft.

Bei einem verfrühten “Exit” kann Frau Meier die Rechte mit entsprechenden Abschlägen an das Unternehmen zurückverkaufen.

Wichtig: Bei diesem Modell verkaufen Sie als Geschäftsführer Ihren Mitarbeitern Gesellschaftsanteile. Sie erhalten dadurch langfristiges Eigenkapital. Ihre Mitarbeiter hingegen erhalten Anspruch auf Gewinnausschüttung und eine Beteiligung am Wertzuwachs Ihres Unternehmens.

Mitarbeiter werden zu Gesellschaftern und haben dadurch ein Stimmrecht. Dieses Stimmrecht wird nach dem Unternehmensanteil, das der Mitarbeiter besitzt, bemessen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Anteile Ihre Mitarbeiter besitzen, desto größer ist ihr Mitspracherecht innerhalb des Unternehmens.

Als Unternehmer müssen Sie sich deshalb bewusst sein, dass Sie mit diesem Modell ein Stück weit die volle Kontrolle über Ihre Firma abgeben.

Modell 3: Beteiligung durch virtuelle Optionen (VSOP)

Virtuelle Optionen (auch als Virtual Stock Option Plan oder VSOP bezeichnet) unterscheiden sich in einem entscheidenden Punkt von “echten” Optionen: Als Unternehmer geben Sie nur einen fiktiven Teil Ihrer Firma ab und behalten rechtlich gesehen die volle Kontrolle.

Das funktioniert folgendermaßen: Angenommen ein Mitarbeiter erhält im Rahmen eines VSOP 25 % der virtuellen Anteile Ihres Unternehmens.

Ihm stehen ab diesem Zeitpunkt 25 % des Unternehmensgewinns und im Fall eines Unternehmensverkaufs 25 % des Verkaufspreises zu.

Allerdings halten Sie gesellschaftsrechtlich nach wie vor 100 % der Anteile. Der Mitarbeiter ist zwar am Gewinn und eventuell an einem Verkaufserlös beteiligt, hat aber keinerlei Mitsprecherechte im Unternehmen.

Wie bei echten Optionen muss hier vertraglich klar geregelt werden, was passiert, wenn der Mitarbeiter das Unternehmen vorzeitig verlässt.

Vor allem bei Start-Ups, die als Ziel einen lukrativen “Exit” (also einen Verkauf) haben, hat sich dieses Modell in den letzten Jahren etabliert.

In welchen 5 Situationen ist eine Unternehmensbeteiligung sinnvoll?

Die große Frage ist nun, wann sich diese Maßnahmen für Sie lohnen. Sie als Geschäftsführer müssen also wissen: Macht es in meiner Situation Sinn, meinen Mitarbeitern eine Unternehmensbeteiligung zu bieten?

Dazu habe ich Ihnen 5 Punkte aufgeschrieben, wann es meiner Meinung nach sinnvoll ist:

  1. Unternehmensvergrößerung/Start-up: Wenn Sie Ihr Unternehmen vergrößern möchten, aber momentan nicht über ausreichend Bargeld verfügen, um Ihre Mitarbeiter zu zahlen, bietet sich die Unternehmensbeteiligung an. Durch die Einsparung des Mitarbeitergehalts schaffen Sie Liquidität. Dadurch verbessern Sie Ihre Bonität bei der Bank und steigern Ihre Kreditwürdigkeit.
  2. Unternehmens-Krise: Wenn es Ihrem Unternehmen schlecht geht, Sie aber Ihre Arbeitskräfte behalten wollen, können Sie die Unternehmensbeteiligung nutzen. Ihre Angestellten können so (zumindest für eine Zeit lang) auf einen Teil des Gehalts verzichten und im Gegenzug Anteile erhalten.
  3. Motivation der Mitarbeiter: Motivierte und gut gelaunte Mitarbeiter tragen zum Erfolg des Unternehmens bei. Nutzen Sie die Unternehmensbeteiligung zur Mitarbeitermotivation. Im Idealfall schaffen Sie so einen Kreislauf: Ihre Mitarbeiter sind motivierter, erwirtschaften deshalb mehr Umsatz, sind deshalb noch motivierter und so weiter.
  4. Börsengang: Sie möchten an die Börse gehen? Wussten Sie, dass Unternehmensanteile Ihrer Mitarbeiter Ihnen die Finanzierung des Börsengangs erleichtern?
    Dies möchte ich Ihnen an einem kleinen Beispiel erläutern: Geschäftsführer A. möchte an die Börse gehen. Er schlägt seinen Mitarbeitern vor, auf 10% Ihres Gehaltes zu verzichten. Dafür erhalten die Mitarbeiter Anteile am Unternehmen. Der Chef kann sich seinen Börsengang leisten und die Mitarbeiter sind bestrebt, trotz kleinem Gehalt, noch mehr zu leisten, da sie nun Anteile am Unternehmen besitzen.
  5. Management-Buy-Out (kurz: MBO): Dieser Fall kommt eher selten vor. Ein Management-Buy-Out bietet sich allerdings an, wenn Sie in den Ruhestand gehen und Ihr Unternehmen in die Hände Ihrer langjährigen Geschäftsführung legen möchten.

Wann ist von einer Unternehmensbeteiligung abzuraten?

Nicht immer ist die Beteiligung der Mitarbeiter am eigenen Unternehmen empfehlenswert. Mit den falschen Beweggründen können Sie Ihre Angestellten verlieren oder sogar geklagt werden.

Eines dieser verkehrten Motive ist die Bereicherung an Mitarbeitern. Geht es Ihnen um die finanzielle Ausbeutung Ihrer Angestellten, provozieren Sie dadurch lediglich Kündigungen oder sogar Klagen.

Ebenfalls gefährlich kann die Mitarbeiterbeteiligung in einer Unternehmenskrise werden: Geht es der Firma einmal schlecht, sinkt auch die Motivation der beteiligten Angestellten.

Die Folge: Frustration und erhöhtes Konfliktpotential innerhalb des eigenen Unternehmens.

Zusätzlich dazu ist eine Unternehmensbeteiligung nie geeignet, wenn Sie sich nicht verändern und sich keine Nebengesellschafter ins Boot nehmen wollen.

Wie werden Unternehmensbeteiligungen besteuert?

Bei einer stillen Beteiligung müssen die Gewinnanteile des (neuen) stillen Gesellschafters als zusätzliches Einkommen mit seinem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Auch bei echten bzw. virtuellen Optionen müssen alle nach dem Ausüben der Optionen erhaltenen Gewinnanteile mit Ihrem persönlichen Steuersatz versteuert werden.

Zusätzlich dazu ist auch der Erhalt der Optionen selbst steuerpflichtig, da es sich ebenfalls um zusätzliches Einkommen handelt.

Wann die Besteuerung erfolgt, hängt von Ihnen als Arbeitgeber ab. Dabei ist es egal, ob es sich um ein börsennotiertes (= durch Börsenkurs bewerteter Unternehmenswert) oder um ein nicht börsenorientiertes Unternehmen handelt.

Der Zeitpunkt der Besteuerung muss im Einzelfall ermittelt werden. Laufend, jährlich oder nach Ausübung der Option. Erst mit dieser Entscheidung wird die Besteuerung fällig.

Steuerstundung bei der Mitarbeiterbeteiligung: Alle Details im Video erklärt

Seit Juli 2021 gibt es (wieder) die Möglichkeit mithilfe des § 19a EStG eine steuerliche Ausnahmeregelung bei der Unternehmensbeteiligung in Anspruch zu nehmen.

Meiner Meinung nach verfehlt diese neue Regelung allerdings das Ziel der erleichterten Beteiligung und die Vorteile existieren nur auf dem Papier.

Warum das so ist erkläre ich Ihnen in einem eigenen Video. Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit: Unternehmensbeteiligung als Chance für Mitarbeiter und Unternehmer

Die Unternehmensbeteiligung ist vor allem eins: Ein Geben und Nehmen. Im Idealfall wird niemand benachteiligt.

Sowohl das Unternehmen selbst als auch die Mitarbeiter haben die Chance, von einer Unternehmensbeteiligung zu profitieren. Als Unternehmer schonen Sie die Liquidität der Firma und als Mitarbeiter werden Sie zu einem Miteigentümer.

In der Praxis ist eine solche Beteiligung in vielen Fällen (Unternehmensvergrößerung, Unternehmenskrise, Börsengang oder MBO) sinnvoll.  Welches der in diesem Beitrag vorgestellten Modelle für Sie das richtige ist, besprechen Sie am besten mit Ihrem Steuerberater.

Mein Ziel mit diesem Beitrag war es nur, Ihnen einen Überblick über das Thema Unternehmensbeteiligung zu geben. Ich hoffe, Ihnen damit einen ersten Eindruck verschafft zu haben, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Falls Sie noch weitere Fragen zu Unternehmensbeteiligungen für Mitarbeiter haben oder wissen möchten, wie Sie bei der Umsetzung Schritt-für-Schritt vorgehen müssen, können Sie mich natürlich gerne kontaktieren.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © vetkit  – fotolia.com

Gewinnausschuettung-Symbolbild

Die 3 größten Fehler bei der GmbH-Gewinnausschüttung [einfach erklärt]

Sie sind Inhaber oder Teilhaber einer GmbH? Dann steht Ihnen ein Anteil am Unternehmensgewinn zu. Doch wie läuft die GmbH-Gewinnausschüttung eigentlich ab?

Sind dazu irgendwelche Gesellschafts-Beschlüsse notwendig oder können Sie sich Ihren Anteil einfach auszahlen lassen? Und: Wie wird die Auszahlung eigentlich besteuert?

Als Steuerberater in Hamburg beschäftige ich mich fast täglich mit diesen Fragen. Denn: Meine Mandaten sind hier häufig unsicher und fragen mich um Rat.

Aus diesem Grund kenne ich die häufigsten Fragen, die Unternehmer zur Gewinnausschüttung haben und möchte sie in diesem Blogbeitrag leicht verständlich beantworten. In weniger als 10 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

Dieser Beitrag wurde am 22. Oktober 2021 aktualisiert.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnausschüttung und Gewinnverteilung?

In der Praxis erlebe ich häufig, dass diese beiden Begriffe von meinen Mandanten als Synonyme verwendet werden. Aus steuerrechtlicher Sicht stimmt das allerdings nicht.

Deshalb fasse ich Ihnen kurz zusammen, wie sich die beiden Begriffe unterscheiden:

Die Gewinnverteilung: Betrifft nur die Aufteilung der Gewinne

Hier wird der Unternehmensgewinn unter den Gesellschaftern aufgeteilt. Die Grundlage dafür bildet meistens der Unternehmensanteil.

Halten Sie beispielsweise 50% der Unternehmensanteile, steht Ihnen 50% des Jahresgewinns zu.

Im Gesellschaftsvertrag kann aber auch eine sogenannte disquotale Gewinnverteilung festgeschrieben werden. Dann kann mittels Beschluss ein anderes Ausschüttungsverhältnis festgelegt werden.

Mit einem Beispiel könnte das folgendermaßen aussehen: Sie und Ihr Geschäftspartner halten jeweils 50% am gemeinsamen Unternehmen.

Da Ihre Arbeit in diesem Jahr ausschlaggebend für den hohen Gewinn war, fassen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner den Beschluss, die Erträge im Verhältnis 75% zu 25% aufzuteilen.

Eine disquotale Verteilung der Gewinne kann aber auch aus steuerlichen Gründen erfolgen.

Wichtig: Bei der Gewinnverteilung wird lediglich festgelegt, wie die Gewinne unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden und nicht, wie die Gewinne verwendet werden.

Die Gewinnausschüttung: Betrifft die Auszahlung von aufgeteilten Gewinnen

Entscheiden sich die Gesellschafter dazu, sich die Gewinne auszahlen zu lassen, kommt die GmbH-Gewinnausschüttung ins Spiel.

Für diese Ausschüttung wird ein von der Mehrheit der Teilhaber befürworteter Gewinnausschüttungsbeschluss benötigt.

Erst dann können die Gewinne an die einzelnen Gesellschafter ausgezahlt werden.

Ohne Gewinnausschüttungsbeschluss verbleiben die Gewinne in der Gesellschaft. In der Fachsprache wird das auch Gewinn-Thesaurierung genannt.

Wichtig: Die Ausschüttung von Gewinnen löst eine zusätzliche Besteuerung aus. Sie erhalten also nicht Ihren gesamten Gewinnanteil auf Ihr Konto, sondern müssen einen Teil an den Staat “abgeben”.

Wie wird die Gewinnausschüttung bei einer GmbH versteuert?

Bei der Gewinnausschüttung einer GmbH sind grundsätzlich 2 Varianten denkbar:

Variante 1: Versteuerung mit Kapitalertragssteuer

Hier werden Ihre Gewinnanteile bei der Auszahlung pauschal mit einem Steuersatz von 25 % versteuert (siehe § 43a EStG).

Zu diesen 25 % kommt noch der Solidaritätszuschlag und unter Umständen auch die Kirchensteuer dazu. Mit diesen beiden kommen Sie, je nach Höhe der Kirchensteuer, auf einen Steuersatz von 26,375 % bis zirka 28%.

Allerdings steht Ihnen bei dieser Variante ein Freibetrag von 801 Euro (für Verheiratete 1602 Euro) zu.

Anhand eines einfachen Beispiels bedeutet das folgendes:

Angenommen Ihr Gewinnanteil beträgt 20.000 Euro.

Da Sie kein Mitglied einer Religionsgemeinschaft sind entfällt für Sie die Kirchensteuer und Sie zahlen “nur” die Kapitalertragssteuer inkl. Solidaritätszuschlag von 26,375 %.

Sie sind verheiratet und können den Freibetrag von 1602 Euro nutzen.

Die Berechnung läuft folgendermaßen ab:

Gewinnanteil: 20.000 Euro

– Freibetrag: 1.602 Euro

Zu versteuernde Gewinnausschüttung: 18.398 Euro

Steuersatz: 26,375 %

Steuerlast: 4.852,47 Euro

Ausgeschütteter Gewinn nach Steuern: 15.147,53 Euro

Variante 2: Versteuerung mit dem persönlichen Steuersatz (Teileinkünfteverfahren)

Beim Teileinkünfteverfahren wird Ihr Gewinnanteil nicht mit der Kapitalertragssteuer, sondern mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert.

Voraussetzung für das Teileinkünfteverfahren ist, dass Sie entweder zu 25% an der GmbH beteiligt sind oder eine Beteiligung von mindestens 1% besitzen und gleichzeitig im Unternehmen tätig sind.

Beim Teileinkünfteverfahren sind nur 60% Ihres Anteils bei dieser Variante tatsächlich steuerpflichtig. Die restlichen 40% werden nicht besteuert.

Zusätzlich dazu können Sie Werbungskosten, die Ihnen beim Erwirtschaften des Gewinns entstanden sind voll steuermindernd ansetzen. Diese Werbungskosten können beispielsweise Reisekosten, Kosten für Arbeitsmittel oder auch Zinszahlungen sein.

Dafür können Sie allerdings den oben erwähnten Freibetrag von 801 Euro hier nicht nutzen.

Anhand eines einfachen Beispiels bedeutet das folgendes:

Aus hier werden wie beim obigen Beispiel 20.000 Euro ausgeschüttet. Ihr persönlicher Steuersatz beträgt 42 %.

Im letzten Jahr sind Ihnen 2.000 Euro an Werbungskosten entstanden, die Sie jetzt gewinnmindern ansetzen können.

Mit dem Teileinkünfteverfahren ergibt das folgende Kalkulation:

Gewinnausschüttung: 20.000 Euro

60 % davon sind steuerpflichtig: 12.000 Euro

– Werbungskosten: 2.000 Euro

Zu versteuernde Gewinnausschüttung: 10.000 Euro

Steuerlast: 4.200 Euro

Ausgeschütteter Gewinn nach Steuern: 15.800 Euro

 

Fazit: In diesem Fall würden Sie mit dem Teileinkünfteverfahren besser fahren. Ihre Steuerlast beträgt hier nur 4.200 Euro, während sie bei der ersten Variante 4.852,47 Euro beträgt.

Welche dieser 2 Varianten allerdings für Sie die beste ist, kann Ihnen wahrscheinlich nur Ihr Steuerberater beantworten. Hier kommt es nämlich auf Ihren persönlichen Steuersatz, Ihre durchschnittlichen Werbungskosten und weitere Faktoren an.

Wichtig: Sie können nicht von Jahr zu Jahr zwischen diesen beiden Varianten wechseln. Beantragen Sie das Teileinkünfteverfahren bleibt es bis auf Widerruf gültig.

Diese 3 Fehler werden GmbHs bei der Gewinnausschüttung häufig zum Verhängnis

Fehler 1: Fehlende Gewinnausschüttungsbeschlüsse

Vor allem bei kleineren und mittelgroßen GmbHs werden häufig Gewinne ohne Gewinnausschüttungsbeschluss ausgeschüttet. Achtung: Auch wenn Sie alleine alle Anteile an Ihrer GmbH halten, wird ein solcher Beschluss benötigt.

In solchen Fällen ist dieser Beschluss zwar nur Formsache, wird aber in der Praxis häufig vergessen. Die Folge: Sie machen sich mit einer verdeckten Gewinnausschüttung strafbar und können schlimmstenfalls sogar im Gefängnis landen.

Was eine verdeckte Gewinnausschüttung genau ist und mit welchen 3 Wegen Sie sie vermeiden können, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/verdeckte-gewinnausschuettung-so-machen-sich-gesellschaften-und-gesellschafter-strafbar/

Fehler 2: Falsche Ausschüttungsreihenfolge

Wenn Sie das Teileinkünfteverfahren anwenden, müssen Sie sich an folgenden Grundsatz halten: Eine Ausschüttung der steuerfreien Gewinne, ist erst dann möglich, wenn alle steuerpflichtigen Erträge ausgezahlt wurden.

Halten Sie sich nicht an diese gesetzlich vorgegebene Reihenfolge, müssen Sie wahrscheinlich eine Strafe zahlen.

Fehler 3: Fehlender Ausschüttungsplan

Haben sich über Jahre hinweg hohe Gewinne angesammelt, die noch nicht ausgezahlt wurden, sollten Sie einen Ausschüttungsplan anfertigen.

In diesem Ausschüttungsplan legen Sie fest, über welchen Zeitraum (zum Beispiel 5 oder 10 Jahre) Sie die Gewinne ausschütten, um die Besteuerung möglichst niedrig zu halten.

Schütten Sie die angesammelten Gewinne auf einmal aus, ist Ihre Besteuerung in der Regel höher als mit einer geplanten Ausschüttung über mehrere Jahre.

Ein solcher Ausschüttungsplan macht aber nur Sinn, wenn Sie die Gewinne tatsächlich auszahlen wollen.

Sollen die Gewinne weiter in der GmbH bleiben, benötigen Sie auch keinen Ausschüttungsplan.

Fazit: Planung verhindert Strafen und zu hohe Steuern bei der GmbH-Gewinnausschüttung

Um Ihre Steuerlast so niedrig wie möglich zu halten und Strafen für eine verdeckte Gewinnausschüttung oder ähnliche Vergehen zu vermeiden, muss eine Gewinnausschüttung genau geplant werden.

Besonders bei hohen Gewinnen oder einer komplizierten Eigentümer-Struktur mit mehreren Gesellschaftern lohnt es sich, einen Steuerberater um Rat zu fragen. Denn Ihnen als Unternehmer fehlt wahrscheinlich die benötigte Ausbildung und Erfahrung, um die Gewinnausschüttung rechtlich “sauber” durchzuführen.

Aber auch für Inhaber von kleinen und mittelgroßen GmbHs ist Hilfe vom Steuerberater der einzig wirklich gangbare Weg.

Ohne Experten-Hilfe begehen Sie nämlich sehr schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung und können im Gefängnis landen.

Sie haben weitere Fragen zur Gewinnausschüttung?

Die Informationen aus diesem Beitrag haben Ihre größten “Fragezeichen” bei der Gewinnausschüttung beseitigt, Sie hätten aber gerne noch detailliertere Informationen? Konkret möchten Sie wissen, was für Sie persönlich der beste Weg der Gewinnausschüttung ist?

Gerne können Sie mich zu diesen oder anderen Fragen kontaktieren.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © motortion – stock.adobe.com

Vermoegensverwaltende-GmbH-Symbolbild

Vermögensverwaltende GmbH: Sparen Sie damit wirklich Steuern?

Sie sind Unternehmer und haben sich über die Jahre ein beträchtliches Vermögen erarbeitet? Oder stehen Sie erst am Beginn Ihrer unternehmerischen Laufbahn und möchten sich mit geschickten Beteiligungen in den nächsten Jahrzehnten Ihr Vermögen Schritt-für-Schritt vermehren?

In beiden Fällen könnte eine vermögensverwaltende GmbH für Sie interessant sein.

Mit dieser Spezialform der GmbH können Sie verhindern, dass Ihre Gewinne aus Beteiligungen oder Anleihen durch eine hohe Besteuerung förmlich “aufgefressen” werden.

Denn ohne langfristige Planung werden alle Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz von 42 oder sogar 45% besteuert. In diesem Fall geht fast die Hälfte Ihres zusätzlichen Einkommens direkt an den Staat.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH können Sie diese Steuern um 20-40 % senken. Aber wie funktioniert das genau?

Das beantworte ich Ihnen in diesem Beitrag. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 21. Oktober 2021 aktualisiert.

Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?

Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine GmbH, die aussschließlich für die Verwaltung von Beteiligungen zuständig ist.

Im Gegensatz zu einer “normalen” GmbH, ist diese vermögensverwaltende GmbH nicht als klassisches Unternehmen (= operativ) tätig.

Nur wenn Sie sich strikt an diese Regeln halten, profitieren Sie von den attraktiven Steuererleichterungen.

Sobald Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH normale Geschäfte betreiben, verlieren Sie dieses Steuer-Privileg und müssen ganz normal Steuern zahlen.

Rein rechtlich gesehen gibt es allerdings keinen Unterschied zwischen einer vermögensverwaltenden und einer “normalen” GmbH.

Alle Anforderungen (Mindestkapital, Gesellschaftsvertrag, etc.) die für jede andere GmbH gelten, gelten auch für die vermögensverwaltende GmbH (siehe GmbHG).

Welche Spezialformen der vermögensverwaltenden GmbH gibt es?

Obwohl alle vermögensverwaltenden GmbHs grundsätzlich den gleichen Zweck verfolgen, kann zwischen zwischen zwei Sonderformen unterschieden werden:

Spezialform 1: Die Immobilien GmbH

Wenn Sie mit Ihrer vermögensverwaltenden GmbH nur Immobilien-Vermögen verwalten, spricht man auch von einer sogenannten Immobilien GmbH.

Wichtig: Um alle Steuervorteile beanspruchen zu können, darf die GmbH weder gewerblich mit Immobilien handeln noch Immobilien vermieten, die sich nicht im Besitz der GmbH befinden.

Halten Sie sich allerdings an alle Vorschriften, entfällt für Ihre Mieteinnahmen die gesamte Gewerbesteuer in Höhe von 15 %.

Sie zahlen daher “nur” noch 15 % Körperschaftssteuer und (falls die Gewinne ausbezahlt werden) 25 % Kapitalertragssteuer.

Welchen Sonderfall Sie bei der Immobilien GmbH auf jeden Fall kennen sollten und wie viel Geld Sie tatsächlich sparen, zeige ich Ihnen mit leicht verständlichen Erklärungen und einem Fallbeispiel in einem eigenen Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/immobilien-gmbh/

Spezialform 2: Die Familien GmbH

Eine Familien-GmbH ist eine vermögensverwaltende GmbH an der nicht nur Sie, sondern auch andere Familienmitglieder beteiligt sind.

Der große Vorteil: Sie sichern sich alle Steuervorteile und können zusätzlich die Erbfolge mithilfe des Gesellschaftsvertrags der GmbH regeln.

Durch eine Familien GmbH haben Sie alle Vermögenswerte im Blick und müssen erbrechtlich nur die Verhältnisse eines Vermögensgegenstandes (nämlich die GmbH) klären.

Würden sich alle Beteiligungen, Immobilien und weitere Anlagen in Ihrem Privatbesitz befinden, müsste die Vererbung aller Vermögenswerte einzeln geregelt werden.

Genaue Erklärungen zu allen Vorteilen der Familien-GmbH habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/familien-gmbh-was-ist-das-und-wie-profitieren-sie-davon/

Ab welchem Vermögen lohnt sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH?

Als Faustregel gilt: Ist Ihr Vermögen größer als 500.000 Euro und haben Sie ein hohes laufendes Einkommen, werden Sie wahrscheinlich von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren.

Denn bei einer vermögensverwaltenden GmbH fallen neben Gründungskosten auch laufende Kosten für die Buchhaltung und den Jahresabschluss an. Erst ab zirka 500.000 Euro rentiert sich dieser zusätzliche Aufwand.

Aber auch bei niedrigerem Vermögen, können Sie von der Gründung einer solchen GmbH profitieren. Das ist jedoch von Einzelfall zu Einzelfall verschieden. Für eine seriöse Beratung ist deshalb immer eine genaue Steuerberater-Analyse erforderlich.

Wichtig: Wenn Sie gerade am Beginn Ihres langfristigen Vermögensaufbaus stehen, kann sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH schon jetzt für Sie lohnen.

Warum das so ist und warum eine spätere Überführung Ihres Privatvermögens in eine vermögensverwaltende GmbH problematisch sein kann, erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Wie profitiere ich konkret von einer vermögensverwaltenden GmbH?

1. Körperschaftssteuer-Kürzung: Halten Sie mindestens eine Beteiligung von 10% an einer anderen Gesellschaft, sind Gewinne aus dieser Beteiligung von der Körperschaftssteuer befreit (siehe § 8b KStG). Dadurch reduzieren Sie Ihre Steuerlast um 15%.

2. Gewerbesteuer-Kürzung: Halten Sie eine Beteiligung von mindestens 15% an einer anderen Gesellschaft, müssen Sie keine Gewerbesteuer auf die Gewinne bezahlen (siehe § 9 GewStG). Je nach Bundesland ist das eine Steuerersparnis von etwa 14 bis 17 Prozent.

Kurz zusammengefasst heißt das für Sie: Damit sich eine Beteiligung aus steuerlicher Sicht für Sie lohnt, muss Sie mindestens 10% des Stammkapitals betragen. Dann sparen Sie einen Teil der Körperschaftssteuer.

Ab einer Beteiligung von 15% wird zusätzlich noch die Gewerbesteuer gekürzt und Sie schöpfen alle Steuervorteile voll aus. Verbleiben die Gewinne in der GmbH, werden diese Gewinne damit gar nicht besteuert und können zur Gänze wieder reinvestiert werden.

Zahlen Sie die Gewinne aus, werden sie mit 25% Kapitalertragssteuer versteuert.

Zum Vergleich: Halten Sie die Beteiligungen in Ihrem Privatvermögen, werden die Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz (in Ihrem Fall wahrscheinlich 42 oder 45%) besteuert.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH sparen Sie demnach zwischen zirka 20% (wenn Sie die Gewinne auszahlen) bis zu mehr als 40% (wenn die Gewinne einbehalten werden) an Steuern auf Ihre Beteiligungs-Gewinne.

Zu kurzfristig geplant: Das ist der häufigste Fehler bei einer vermögensverwaltenden GmbH

Wie oben bereits erwähnt, macht eine vermögensverwaltende GmbH nur bei relativ großen Vermögen von zirka 500.000 Euro Sinn.

Aber: Auch am Beginn des Vermögens-Aufbaus kann es sich lohnen, bereits mit einer vermögensverwaltenden GmbH zu starten und das Vermögen nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt in eine GmbH zu überführen.

Denn eine spätere Einbringung Ihres Privatvermögens in eine GmbH wird mit einem sehr hohen Gesamtsteuersatz versteuert. Inklusive Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag kommen Sie auf eine Besteuerung von mehr als 50%.

Setzen Sie hingegen von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH entfällt diese teure Einbringung.

Der häufigste Fehler bei der vermögensverwaltenden GmbH ist demnach, nicht weit genug in die Zukunft zu planen und nur die jetzige Vermögenssituation zu berücksichtigen.

Frei nach dem Motto: “Mein Vermögen ist zu gering und eine vermögensverwaltende GmbH lohnt sich nicht. Wenn mein Vermögen in der Zukunft steigt, kann ich ja immer noch eine vermögensverwaltende GmbH gründen und meine Beteiligungen übertragen.”

Das in diesem Einbringungs-Fall aber mehr als 50% an Steuern anfallen und die Hälfte Ihres Vermögens an den Staat geht, vergessen allerdings die Meisten.

Alle Details zur vermögensverwaltenden GmbH im Video erklärt

Sie möchten gerne noch mehr zur vermögensverwaltenden GmbH erfahren? Oder möchten Sie nochmals eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus diesem Artikel hören?

In beiden Fällen ist mein Video zur vermögensverwaltenden GmbH für Sie genau richtig.

Im Video spreche ich mit meinem “Sparrings-Partner” York über alle Details und wann diese Spezialform der GmbH für Sie sinnvoll ist. Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit: Vermögensverwaltende GmbH ist ideal für langfristigen Vermögensaufbau

Wenn Sie über ein Beteiligungs-Vermögen von mehr als 500.000 Euro verfügen oder Ihr Vermögen schrittweise aufbauen möchten, können Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH langfristig Steuern auf Ihre Erträge senken.

Besonders, wenn die Gewinne einbehalten und reinvestiert werden, profitieren Sie von dieser Steueroptimierungs-Form. Durch die Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer sind Ihre Gewinne in diesem Fall nämlich steuerfrei.

In der Praxis wird diese Gestaltungsform leider zu wenig genutzt und nur bei großen Vermögen empfohlen.

Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass eine vermögensverwaltende GmbH auch für kleinere, stark anwachsende Vermögen geeignet ist. Wenn Sie hier von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH setzen, sparen Sie sich eine hohe Besteuerung bei einer späteren Einbringung.

Sie haben weitere Fragen zur vermögensverwaltenden GmbH?

Dieser Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie hätten gerne detailliertere Informationen oder möchten wissen, ob Sie von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren können? Ich stehe Ihnen gerne als aktiver Ansprechpartner bereit.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © sierromero – stock.adobe.com

Gewinnverteilung-KG-Symbolbild

Gewinnverteilung bei der KG: Das sind die größten Stolperfallen

Sie überlegen, Ihr Einzelunternehmen in eine KG umzuwandeln, möchten aber vorher mehr über die Gewinnverteilung wissen?

Sie sind Inhaber oder Minderheits-Gesellschafter einer KG und erhalten jedes Jahr einen Gewinnanteil, wissen aber gar nicht wie dieser Anteil berechnet wird?

Sie hätten gerne eine leicht verständliche Erklärung, die auch für Sie als Nicht-Juristen verständlich ist und Ihnen einen groben Überblick gibt?

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: Als Steuerberater in Hamburg berate ich fast täglich Mandanten zu diesen oder ähnlichen Fragen. Diese Mandanten sind vielbeschäftigte Unternehmer und haben in der Regel nicht die Zeit, sich stundenlang in diese Thematik einzulesen.

Über die Jahre habe ich deshalb eine leicht verständliche Zusammenfassung der wichtigsten Punkte erstellt und als Grundgerüst für diesen Beitrag verwendet.

In 7 Minuten Lesezeiten erfahren Sie:

Dieser Beitrag wurde am 9. Oktober 2021 aktualisiert.

Wie funktioniert die Gewinnverteilung bei einer KG?

Bei der Gewinnverteilung einer KG werden die Gewinne unter den an der Gesellschaft beteiligten Komplementären und Kommanditisten aufgeteilt. Wie genau diese Gewinne verteilt werden, kann im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden.

Ist im Gesellschaftsvertrag keine Vereinbarung festgeschrieben, kommt die Gewinnverteilung laut Gesetz zur Anwendung.

Opion 1: Gewinnverteilung nach Regelung im Gesellschaftsvertrag

Hier können Sie frei entscheiden, wie die Gewinne verteilt werden. Sie können beispielsweise festlegen, dass der Kapitalanteil nicht berücksichtigt wird. Ein Komplementär ohne Kapitalanteil kann auf diesem Weg dennoch einen Anteil am Jahresgewinn erhalten.

Die Mehrheit der Gesellschafter muss jedoch mit der festgelegten Verteilung einverstanden sein. Auch eine Änderung der Gewinnverteilungs-Regeln ist möglich und kann durch eine Anpassung des Gesellschaftsvertrags vorgenommen werden.

Option 2: Gewinnverteilung laut Gesetz

Jedem Gesellschafter steht als “Basis” eine 4 prozentige Vergütung auf seinen Kapitalanteil zu (siehe §121 HGB). Erst nachdem jeder Gesellschafter diesen Betrag erhalten hat und das Jahresgehalt des Komplementärs abgezogen wurde, wird der restliche Gewinn anteilsmäßig verteilt (siehe § 168 HGB).

Reicht der Gewinn für eine 4 prozentige Vergütung der Kapitalanteile nicht aus, wird der Prozentsatz verringert.

Wichtig: Laut Gesetz wird auch ein möglicher Verlust anteilsmäßig unter den Gesellschaftern aufgeteilt. Das heißt: Gesellschafter mit einem höheren Anteil am Gesamtkapital der KG “begleichen” einen höheren Anteil an den Verlusten.

Die Gewinnverteilung der KG laut Gesetz am praktischen Beispiel erklärt

Die gesetzliche Gewinnverteilung klingt für Sie wahrscheinlich sehr theoretisch und ist nur schwer zu durchblicken. Deshalb erkläre ich Ihnen alle Schritte am besten mit einem praktischen Beispiel:

Die Muster KG hat im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 200.000 Euro verzeichnet. An der Muster KG sind 3 Gesellschafter beteiligt: Gesellschafter A (Komplementär), Gesellschafter B (Kommanditist) und Gesellschafter C (Kommanditist).

Das Eigenkapital der Muster KG beträgt 100.000 Euro und ist wie folgt aufgeteilt:

Gesellschafter A: 50.000 Euro

Gesellschafter B: 30.000 Euro

Gesellschafter C: 20.000 Euro

Gesellschafter A hat als geschäftsführender Komplementär ein Jahresgehalt von 60.000 Euro erhalten.

Die Gewinnverteilung läuft jetzt in 3 Schritten ab:

  1. Zuerst wird vom Jahresgewinn (200.000 Euro) das Jahresgehalt des Komplementärs (60.000 Euro) abgezogen. Somit bleiben noch 140.000 Euro übrig.
  2. Jetzt erhält jeder Gesellschafter eine 4 prozentige Vergütung seines Anteils. Das heißt: Gesellschafter A erhält 2.000 Euro (4% von 50.000 Euro), Gesellschafter B erhält 1.200 Euro (4% von 30.000 Euro) und Gesellschafter C erhält 800 Euro (4% von 20.000 Euro). Diese Vergütung (insgesamt 4.000 Euro) wird vom Restgewinn (140.000 Euro) abgezogen. Es bleiben noch 136.000 Euro für die weitere Verteilung übrig.
  3. Der restliche Gewinn von 136.000 Euro wird jetzt anteilsmäßig verteilt. Gesellschafter A hält 50% der Unternehmensanteile und bekommt 68.000 Euro, Gesellschafter B erhält für seinen 30 prozentigen Anteil 40.800 Euro und Gesellschafter C stehen für einen Anteil von 20% die restlichen 27.200 Euro zu.

Der Gewinn von 200.000 Euro wurde somit folgendermaßen aufgeteilt:

Anteil von Gesellschafter A: 130.000 Euro (= 60.000 Euro Jahresgehalt + 2.000 Euro Verzinsung + 68.000 Euro Restanteil)

Anteil von Gesellschafter B: 42.000 Euro (= 1.200 Euro Verzinsung + 40.800 Euro Restanteil)

Anteil von Gesellschafter C: 28.000 Euro (= 800 Euro Verzinsung + 27.200 Euro Restanteil)

Zugegeben: Dieses Beispiel ist etwas vereinfacht und in der Praxis ist die Verteilung durch laufenden Privatentnahmen häufig komplizierter zu berechnen. Ich möchte Ihnen hier allerdings nur die Grundlagen erklären und aufzeigen, wie die Gewinnverteilung allgemein abläuft.

Sonderregelungen im Gesellschaftsvertrag als häufigste Stolperfallen

Vor allem bei kleineren KGs ist der häufigste Fehler, dass vor der Gewinnverteilung nicht überprüft wird, ob es eine Regelung im Gesellschaftsvertrag gibt oder ob die Gewinne laut Gesetz verteilt werden.

Außerdem ist häufig nicht klar, wie sich das für die Gewinnverteilung ausschlaggebende Eigenkapital zusammensetzt.

Im Gegensatz zu einer GmbH kann es nämlich bei einer KG zusätzlich zum Kapitalkonto noch weitere Konten für Gesellschafterdarlehen oder ein Verrechnungskonto für laufende Ausgaben geben.

Ob es sich bei diesen Konten um Fremdkapital handelt oder ob sie als zusätzliches Eigenkapital den Gesellschaftsanteil erhöhen, kann individuell im Gesellschaftsvertrag festgelegt werden.

Das heißt: Gewähren Sie als Gesellschafter der KG ein Darlehen, kann dieser Betrag zum Eigenkapital dazuzählen und Ihren Anteil am Gewinn erhöhen.

Werden diese Sonderregelungen bei der Gewinnverteilung nicht berücksichtigt, ist die Verteilung fehlerhaft und kann von den Gesellschaftern angefochten werden.

Mein Rat: Erklären Sie Ihrem Steuerberater genau, welche Sonderregelungen zur Gewinnverteilung im Gesellschaftsvertrag vereinbart wurden. Nur so kann er die Gewinnverteilung korrekt berechnen und jedem Gesellschafter den richtigen Anteil zuweisen.

Passen Sie hier nicht genau auf, kann es sehr schnell zu einem Rechtsstreit unter den Gesellschaftern kommen oder die Gewinnverteilung vom Staat als ungültig erklärt werden.

Fazit: Gesellschaftsvertrag prüfen und falsche Gewinnverteilung vermeiden

Die Gewinnverteilung kann bei der KG frei bestimmt und im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben werden. Häufig werden diese speziellen Regelungen jedoch nach einigen Jahren übersehen und der Gewinn wird falsch unter den Gesellschaftern verteilt.

Dann kommt es häufig zu Rechtsstreitigkeiten und der Gewinn muss nachträglich neu verteilt werden. Deshalb müssen Sie und auch Ihr Steuerberater alle Regelungen genau kennen.

Alternativ können Sie auch gänzlich auf eigene Regeln verzichten und den Gewinn laut Gesetz verteilen. Dann läuft die Gewinnverteilung in diesen 3 Schritten ab:

  1. Das Jahresgehalt des Komplementärs wird vom Gewinn abgezogen
  2. Jeder Gesellschafter erhält eine 4 prozentige Vergütung seines Anteils am Gesamtkapital
  3. Der verbleibende Gewinn wird anteilsmäßig aufgeteilt

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Gewinnverteilung haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und wie Sie gewünschte Sonderregelungen bereits bei der Unternehmensumwandlung umsetzen können.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © ViDi Studio – stock.adobe.com

Vorteile der GmbH: Von diesen 4 Punkten profitieren Sie wirklich

Sie sind erfolgreicher Einzelunternehmer oder Inhaber einer Personengesellschaft und möchten sich durch eine Umwandlung die Vorteile einer GmbH sichern? Oder spielen Sie schon länger mit dem Gedanken einer GmbH-Gründung und kennen die genauen Vorteile (noch) nicht?

Achtung: Einige der häufig angepriesenen Vorteile haben einen Haken und in Wirklichkeit profitieren Sie wenig bis gar nicht.

Genau das wissen aber viele Unternehmer nicht und entscheiden sich vorschnell für die Gründung einer GmbH. Nach einiger Zeit folgt dann häufig das “böse Erwachen”, wenn die erhofften Vorteile nicht wie erwartet eintreten.

Um Sie vor diesem Schicksal zu bewahren, räume ich in diesem Artikel mit häufigen Mythen rund um die Vorteile der Gmbh auf und erkläre Ihnen, wie Sie wirklich profitieren.

Hier ein Schnell-Überblick des Beitrags:

Dieser Beitrag wurde am 9. Oktober 2021 aktualisiert.

Vorteile der GmbH: Bei diesen 2 Punkten handelt es sich nur um Mythen

Bei vielen Diskussionen unter Firmeninhabern und auch in Online-Artikeln werden meistens folgende zwei Punkte als Hauptvorteile der GmbH angeführt: Die Besteuerung und die Haftungsbeschränkung.

Warum es sich hier allerdings um Mythen handelt, lesen Sie im nächsten Abschnitt:

Mythos 1: Gewinne werden bei der GmbH immer nur mit 30 % besteuert

Viele Einzelunternehmer oder Inhaber von Personengesellschaften kennen das Problem: Alle Gewinne werden immer mit dem persönlichen Steuersatz von 42 oder in manchen Fällen sogar 45 % besteuert.

Die GmbH verspricht hier Abhilfe: Die Gewerbesteuer und die Körperschaftsteuer machen zusammen nur etwa 30 % aus.

Viele Unternehmer wissen allerdings nicht, dass diese 30 % nur für Gewinne gelten, die in der Gesellschaft bleiben.

Wenn die Gewinne ausgeschüttet werden, kommt noch die Kapitalertragssteuer hinzu. Ihre Steuerlast erhöht sich dann auf 48 %.

Unterm Strich ist dieser Steuersatz dann sogar höher als bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft.

Wenn Sie mehr Details zur Besteuerung von GmbHs erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen Blogbeitrag “Realitätscheck: Wieviel Steuern zahlen Sie bei einer GmbH wirklich?”. Der Beitrag enthält auch ein leicht verständliches Fallbeispiel in dem ich alle Steuern Schritt-für-Schritt vorrechne.

Mythos 2: Die Haftung ist bei der GmbH immer auf die Einlage beschränkt

Auch diese Aussage ist nur teilweise richtig: Ja, grundsätzlich ist die Haftung bei der GmbH auf Ihren Anteil beschränkt.

Aber: Diese Haftungsbeschränkung gilt erst im sechsten Jahr nach der Gründung bzw. Umwandlung.

Bis dahin gilt für Sie eine persönliche Nachhaftung. Sollte Ihre Gesellschaft während dieser Frist in finanzielle Schwierigkeiten geraten, haften Sie wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft.

Vorteile der GmbH: Von diesen 4 Punkten profitieren Sie wirklich

Obwohl sich zwei der am häufigsten genannten Vorteile der GmbH bei genauem Hinsehen als Mythen herausstellen, gibt es dennoch mehrere Gründe, warum die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann.

Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon zusammengefasst:

Vorteil 1: Ihnen stehen alle 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge offen

Als Inhaber einer GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen und aus 5 unterschiedlichen Wegen wählen:

1. Sie investieren in einen Pensionsfonds: Wie bei einem “klassischen” Fonds wird Ihr Geld hier breit gestreut und von einem Fondsmanager verwaltet.

2. Sie legen Ihr Geld bei einer Pensionskasse an: Dieser Weg ähnelt dem Pensionsfonds. Allerdings werden Ihre Ersparnisse hier risikoärmer angelegt.

3. Sie schließen eine Direktversicherung ab: Bei diesem Weg erhalten Sie wie bei einer Lebensversicherung einen festen Zinssatz und gehen kaum Risiken ein.

4. Ihre GmbH erteilt Ihnen eine Pensionszusage: Hier verpflichtet sich Ihr Unternehmen Ihnen nach Ihrer Pensionierung eine Rente zu zahlen. Die Höhe der Rente können Sie selbst bestimmen.

5. Sie sorgen über die Unterstützungskasse vor: Diese Option ist der Pensionszusage sehr ähnlich. Es gibt nur einen Unterschied: Hier überwacht die Unterstützungskasse, ob ausreichend Vermögen angespart wird und ob die Rente auch tatsächlich gezahlt werden kann.

Wenn Sie mehr zu diesen 5 Wegen wissen möchten, empfehle ich Ihnen meinen detaillierten Blogbeitrag zum Thema: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen

Wichtig: Bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft (KG, oHG, GmbH & Co. KG oder GbR) ist das nicht möglich. Sie können keinen dieser Wege nutzen und müssen anderwertig für Ihre Rente vorsorgen.

Vorteil 2: Steuerschonende Nachfolgeregelungen können direkt in der Satzung verankert werden

Auch wenn Sie derzeit noch eher am Anfang Ihrer unternehmerischen Tätigkeit stehen, ist dieser Vorteil bereits jetzt für Sie attraktiv.

Denn mit der Nachfolgeplanung sollten Sie im Idealfall bereits Jahrzehnte vor der eigentlichen Übergabe beginnen, um alle Freibeträge mehrmals nutzen zu können.

Einige Erbschaftsteuer-Freibeträge können nämlich nach einer 10-jährigen Pause erneut in Anspruch genommen werden.

Die GmbH bietet hierfür ideale Voraussetzungen: Sie können im Gesellschaftsvertrag bestimmen, wer Ihre Anteile erhalten soll und können Ihre Beteiligung auch Schritt-für-Schritt übergeben.

Vorteil 3: GmbH ist ideales “Vehikel” für die Vermögensverwaltung

Wenn Sie sich als Unternehmer ein beträchtliches Vermögen erarbeitet haben, kann sich die (zumindest teilweise) Auslagerung an eine vermögensverwaltende GmbH für Sie lohnen.

Das Prinzip dahinter ist denkbar einfach: Paralell zu Ihrer “operativen” Gesellschaft gründen Sie eine GmbH, deren einziger Zweck die Verwaltung Ihrer Beteiligungen, Immobilien oder anderem Vermögen ist.

Durch diese Auslagerung sichern Sie sich mehrere Vorteile:

  • Körperschaftsteuer-Kürzung: Halten Sie mindestens eine Beteiligung von 10% an einer anderen Gesellschaft, sind Gewinne aus dieser Beteiligung von der Körperschaftssteuer befreit (siehe § 8b KStG). Dadurch reduzieren Sie Ihre Steuerlast um 15%.
  • Gewerbesteuer-Kürzung: Halten Sie eine Beteiligung von mindestens 15% an einer anderen Gesellschaft, müssen Sie keine Gewerbesteuer auf die Gewinne bezahlen (siehe § 9 GewStG). Je nach Bundesland ist das eine Steuerersparnis von etwa 14 bis 17 Prozent.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH können Sie Ihre Steuern auf Beteiligungs-Gewinne also um 20 % (wenn Sie die Gewinne ausschütten) bzw. 40 % (wenn die Gewinne im Unternehmen verbleiben) senken.

Eine detaillierte Erklärung der vermögensverwaltenden GmbH und welchen Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Artikel zusammengefasst: Vermögensverwaltende GmbH: Sparen Sie damit wirklich Steuern?

Vorteil 4: Gesteigertes Image und bessere Bonität

Um eine GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von mindestens 25.000 €. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken.

Sie können beispielsweise bessere Zahlungskonditionen erhalten oder können mit Lieferanten “von Angesicht zu Angesicht” verhandeln.

Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer. Das Resultat: Ihre Chance, dass ein Kreditantrag genehmigt wird steigt und in der Regel profitieren Sie auch von besseren Konditionen.

Auch die Einrichtung eines Kontokorrentkredits ist für GmbHs meistens einfacher.

Fazit: Fallen Sie bei GmbH-Vorteilen nicht auf häufige Mythen herein

“Eine GmbH ist steuerlich viel besser, denn damit bezahle ich nur 30 % Steuern” oder “Bei der GmbH bin ich auf der sicheren Seite, weil ich nur mit meinem einbezahlten Kapital hafte” – wenn Sie meinen Artikel aufmerksam gelesen haben, wissen Sie dass diese Sätze nur teilweise richtig sind.

Denn in der Praxis kann es durchaus passieren, dass Sie mit einer Gmbh steuerlich schlechter als mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft fahren. Auch die Haftungsbeschränkung kann wie oben erklärt durchbrochen werden.

Von 4 Vorteilen profitieren Sie allerdings immer:

  • Sie können die 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge nutzen
  • Sie erhöhen Ihr Image bei Geschäftspartner und Ihre Bonität bei Banken durch das einbezahlte Stammkapital
  • Sie können die Nachfolge direkt in der Satzung regeln und so Streitigkeiten vermeiden
  • Sie können Ihr Vermögen steuerschonend verwalten, wenn Sie dafür eine eigene Gesellschaft gründen

Der “Preis” für diese Vorteile ist allerdings ein höherer Verwaltungsaufwand, höhere laufende Kosten und mehrere Tausend Euro an Gründungsausgaben.

Meine Empfehlung lautet daher: Bevor Sie eine entgültige Entscheidung treffen, sollten Sie sich unbedingt von einem erfahrenen Steuerberater alle Vor- und Nachteile genau erklären lassen.

Denn mit den Informationen aus diesem Beitrag haben Sie sich lediglich ein solides Grundwissen erarbeitet. Welche Vorteile in der Praxis wirklich für Sie relevant sind und ob sich die GmbH unterm Strich für Sie lohnt, kann nur ein Steuerberater beurteilen.

Falls Sie noch Fragen zu den Vorteilen der GmbH haben oder an einer umfassende Beratung interessiert sind, freue ich mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Foto: © Rido – stock.adobe.com

Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Ein-Mann-GmbH: Für wen ist sie sinnvoll? Worauf müssen Sie achten?

Sie wollen Ihre Geschäftsidee mithilfe einer eigenen Firma verwirklichen, scheuen sich aber vor Haftungsrisiken? Oder möchten Sie Geschäftspartner und Kunden mit dem Zusatz “GmbH” beeindrucken? Dann kann eine Ein-Mann-GmbH Ihre Lösung sein!

Durch eine Ein-Mann-GmbH können Sie als Gründer Ihren Geschäfts-Traum verwirklichen und sich attraktive Vorteile wie ein gesteigertes Image oder unterschiedliche Wege der betrieblichen Altersvorsorge sichern.

Aber Vorsicht: Die Ein-Mann-GmbH hat nicht nur Vorteile. Sie müssen beispielsweise mit mehreren Tausend Euro an Umwandlungskosten rechnen und auch die oft erwähnte Haftungsbeschränkung kann “durchbrochen” werden.

Wann eine Ein-Mann-Gmbh für Sie sinnvoll ist und wann Sie mit einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft besser beraten sind, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 8. Oktober 2021 aktualisiert.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Eine Ein-Mann-GmbH, oder auch Ein-Personen-GmbH genannt, ist ein Unternehmen, das von einer Person gegründet wurde, welche gleichzeitig der alleinig Geschäftsführer sowie der einzige Gesellschafter ist.

Wichtig: Wenn Sie der alleinige Gesellschafter-Geschäftsführer sind, können Sie auch Mitarbeiter einstellen und das Unternehmen gilt weiterhin als Ein-Mann-GmbH.

Es kann sich zudem um eine Ein-Mann-GmbH handeln, wenn drei Jahre nach der Gründung alle Anteile der Firma einer Person zufallen. Dies ist oft der Fall, wenn Sie z.B. Ihre GmbH gründen, aber Ihnen jemand bei der Finanzierung für das Stammkapital hilft und dafür Anteile erhält.

Nach 3 Jahren zahlen Sie das geliehene Geld zurück und kaufen somit die Anteile der GmbH zurück. Damit sind Sie der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer der GmbH.

Abgesehen von diesen Formalitäten sind alle weiteren gesetzlichen Regelungen (Mindestkapital, Veröffentlichungspflichten, etc.) dieselben wie bei einer “normalen” GmbH (siehe GmbH-Gesetz).

Was brauche ich, um eine GmbH alleine zu gründen?

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH kann dann erfolgen, wenn Sie die Hälfte des Stammkapitals in Bar oder in Sachwerten aufbringen können. Für den Rest reicht eine Sicherung von Ihnen als Gesellschafter aus.

In Zahlen ausgedrückt: Das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH beträgt 25.000 €. Davon müssen Sie als Gründer zumindest die Hälfte des Geldes direkt bei der Anmeldung einzahlen. Diese 12.500 € können Sie dabei bar oder in Form von Sachwerten (wie zum Beispiel anhand eines Autos, Grundstückes, Haus, etc.) erstatten.

Was genau ein Sachwert ist und wie Sie diesen am besten für Ihre GmbH-Gründung nutzen, hab ich für Sie detailliert zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf folgenden Link: Wissen für Unternehmer: Was ist eine GmbH Sachgründung? Gefahr oder Chance?

Zusätzlich zu diesem Stammkapital benötigen Sie weitere 2.500 bis 4.500 Euro, um die für eine Umwandlung nötigen Notars- und Amtskosten bezahlen zu können.

Die 4 wichtigsten Vorteile einer Ein-Mann-GmbH

Es gibt mehrere Gründe, warum für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann. Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon kurz zusammengefasst.

Vorteil 1: Bessere Regelung der Altersversorgung

Als Gründer einer Ein-Mann-GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen.

Welche 5 Wege Ihnen bei der Regelung der Altersversorgung dabei offenstehen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen

Wichtig: Da Sie als Inhaber eines Einzelunternehmens oder einer Personengesellschaft nicht angestellt sind, steht Ihnen die betriebliche Altersvorsorge nicht zur Verfügung.

Vorteil 2: Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen

Wenn Sie die Gewinne in der Ein-Mann-GmbH belassen, werden sie nur mit 30 % und nicht wie bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft mit Ihrem persönlichen Steuersatz von mehr als 40 % versteuert.

Aber Achtung: Von diesem Vorteil profitieren Sie nur, wenn die Gewinne tatsächlich in der Gesellschaft verbleiben. Sobald Sie die Gewinne ausschütten, lösen Sie eine zusätzliche Besteuerung aus. Der Steuersatz bei der Ein-Mann-GmbH erhöht sich dadurch auf 48 %.

Vorteil 3: Imageverbesserung

Um eine Ein-Mann-GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von 25.000€. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken.

Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer.

Vorteil 4: Einfachere Nachfolgeplanung

Als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH können Sie selbst die Nachfolge Ihrer Firma festlegen. Dafür sollten Sie unbedingt eine Abtretungsklausel in Ihrer Satzung verankern und ein entsprechendes Testament anlegen.

Das bedeutet, dass Ihre gesamten Anteile an eine bisher unbeteiligte Person übertragen werden, sollten Sie die Firma nicht mehr leiten können.

Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre GmbH von den von Ihnen ausgewählten Erben auch weitergeführt wird.

Die 3 größten Nachteile der Ein-Mann-GmbH

Wie bereits angedeutet, müssen Sie neben den Vorteilen auch die Nachteile einer Ein-Mann-GmbH kennen. Die 3 meiner Meinung nach wichtigsten habe ich Ihnen hier aufgelistet:

Nachteil 1: Hohe Gründungs- und laufende Kosten

Für Sie als Gründer kann eine Ein-Mann-GmbH auch Nachteile mit sich bringen. Einer davon ist die finanzielle Belastung, die auf Sie zukommt: Am Anfang steht schon die Pflicht, mindestens 12.500€ aufzubringen.

die hohen Jahresabschlusskosten oder die teuren Bilanzierungskosten.

Nachteil 2: Hoher formeller Aufwand

Da es sich bei der GmbH um eine Rechtsform mit sehr vielen Vorschriften handelt, müssen Sie trotz Ihrer beherrschenden Stellung als Gesellschafter-Geschäftsführer für viele Entscheidungen eigene Beschlüsse fassen.

Fehlen diese Beschlüsse, kann beispielsweise die Gewinnausschüttung vom Finanzamt beanstandet werden.

Nachteil 3: Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung

Bei eienr Ein-Mann-GmbH müssen Sie bei vielen Entscheidungen den sogenannten Fremdvergleich beachten.

Das bedeutet: Wenn Sie beispielsweise Ihr Geschäftsführergehalt festlegen, müssen Sie sich streng am Branchenschnitt orientieren. Sie können sich nicht ein Gehalt von einer Million Euro zahlen, wenn der durchschnittliche Geschäftsführer einer vergleichbaren Firma nur 150.000 Euro bekommt.

Zahlen Sie sich dennoch einen zu hohen Betrag, handelt es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Die Folgen: Die GmbH muss Gewerbe- und Körperschaftssteuer nachzahlen und das Geld, dass Sie sich unrechtmäßig gezahlt haben, wird mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz nachversteuert.

Mein Rat: Setzen Sie nur in dieser Situation auf eine Ein-Mann-GmbH

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH macht nur Sinn, wenn Ihr Unternehmen auch wirklich erfolgreich ist. Daher sollten Sie sich vor der Unternehmensumwandlung fragen, ob Ihre Firma genügend Gewinn abwirft.

Damit sich für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH lohnt, sollte Ihr jährlicher Gewinn mindestens 100.000 € betragen.

Wenn Sie diese Grundvoraussetzung erfüllen, müssen Sie im zweiten Schritt die Vor- und Nachteile genau abwägen.

Das bedeutet: Sind die Vorteile durch einen Imagegewinn oder durch die betriebliche Altersvorsorge wirklich so groß, dass dadurch die höheren Kosten und die Formalismen wett gemacht werden?

Nur wenn Sie diese Frage mit “Ja” beantworten, rate ich Ihnen zu einer Ein-Mann-GmbH. Die Entscheidung, ob eine eine Ein-Mann-GmbH für Sie sinnvoll ist, ist also immer sehr individuell.

Ein pauschaler Rat wie etwa “Ab einem Gewinn von 200.000 Euro ist eine GmbH immer besser geeignet” ist nicht seriös.

Alle Details zur Ein-Mann-GmbH im Video erklärt

Sie hätten über diesen Artikel hinaus noch gerne weitere Informationen zur Ein-Mann-GmbH? Dann ist mein Video zum Thema für Sie genau richtig.

In diesem Video diskutiere ich mit meinem Gesprächspartner York über das “Für und Wider” der Ein-Mann-GmbH und wann sich eine solche Gesellschaft tatsächlich lohnt. Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Fazit: Ein-Mann-GmbH nur gründen, wenn Sie wirklich davon profitieren

Eine Ein-Mann-GmbH bietet für Sie als Gründer vier große Vorteile:

  • Bessere Regelung der Altersvorsorge
  • Steuerliche Optimierung bei einbehaltenen Gewinnen
  • Imageverbesserung
  • Einfachere Nachfolgeplanung

Allerdings steht diesen Vorteilen auch ein höheres Maß an (finanzieller und formaler) Belastung dar.

Sie müssen sich vor einer endgültigen Entscheidung deshalb immer überlegen, ob Sie unterm Strich auch wirklich von einer Ein-Mann-GmbH profitieren oder ob nicht doch der Wunsch Vater des Gedanken war.

Falls Sie Fragen zum Thema Ein-Mann-GmbH bzw. zur Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – Fotolia.com

Der Unterschied zwischen steuerlichem & betriebswirtschaftlichem Gewinn

Sie sind Unternehmer und fragen sich, wieso Sie jährlich zwei verschiedene Bilanzen mit einem jeweils anderen Gewinn erstellen müssen? Ist das wirklich nötig oder könnten Sie hier eventuell einsparen?

Eines gleich vorweg: Ja, aus steuerlicher Sicht ist das oft empfehlenswert und hier würden Sie wahrscheinlich an der falschen Stelle sparen.

Warum das so ist und was die genauen Unterschiede sind, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Was ist der Unterschied zwischen steuerlichem und betriebswirtschaftlichem Gewinn?

Der Hauptunterschied ist das Prinzip hinter den zwei Berechnungsweisen: Da Gewinne versteuert werden, ist es aus steuerlicher Sicht immer das Ziel, den Gewinn so niedrig wie möglich zu halten. Das ist der sogenannte steuerliche Gewinn.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Ziel genau entgegengesetzt: Ein möglichst hoher Gewinn ist das Ziel von (fast) allen Unternehmern, da sie direkt von diesem Gewinn profitieren. Auch bei Banken oder (falls Sie eine AG besitzen) Aktionären stehen Sie besser da, wenn der Gewinn so hoch wie möglich ist.

Warum wird in der Praxis zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz unterschieden?

Der Hauptgrund ist hier wieder die oben beschriebenen Gegensätze: Aus steuerlichen Gründen ist das Ansetzen der höchstmöglichen Kosten oft die beste Vorgehensweise. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das allerdings nicht immer sinnvoll und für die Berechnung des Ziel-Umsatzes sogar ein Nachteil.

Besonders deutlich wird dieser Unterschied am Beispiel der Abschreibung:

Aus steuerlicher Sicht ist es am besten, ein Anlagegut so schnell wie möglich abzuschreiben. Hier kann es beispielsweise auch Sinn machen, gewisse Anschaffungen degressiv (also mit jährlich sinkenden Abschreibungsbeträgen) abzuschreiben.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist eine möglichst gleichmäßige Abschreibung immer zu bevorzugen, da Sie bei der Berechnung Ihres Ziel-Umsatzes immer von Ihren Kosten ausgehen. Würden diese Kosten zu stark schwanken, würde das Ihren Ziel-Umsatz in aufeinanderfolgenden Jahren „durcheinanderwirbeln“ und Ihre Planung kompliziert gestalten.

Genau aus diesem Grund wird zwischen Steuer- und Handelsbilanz unterschieden. Die Steuerbilanz wird an das Finanzamt übermittelt und deshalb wollen Sie Ihren Gewinn so niedrig wie möglich halten. Die Handelsbilanz verwenden Sie für Ihre internen Planungen oder in Verhandlungen mit Banken. Deshalb ist ihr Ziel immer die Erhöhung des Gewinns und möglichst gleichmäßige Kosten.

Sie wollen mehr über das Thema erfahren? Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sie haben weitere Fragen?

Sie haben weitere Fragen zum Unterschied zwischen Steuer- und Handelsbilanz? Wie gehen Sie bei der Erstellung genau vor? Welche Gestaltungsspielräume können Sie nutzen?

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen genau zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welches Vorgehen ist empfehlen würde.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

eigenfinanzierung-beitragsbild

Höhere Liquidität & weniger Steuern: Diese zwei Gründe sprechen für eine Eigenfinanzierung

Was genau ist eigentlich eine Eigenfinanzierung? Handelt es sich hierbei bloß um ein theoretisches Konzept oder hat diese Finanzierungsart einen praktischen Nutzen für Sie als Unternehmer?

Eines gleich vorweg: Richtig eingesetzt können Sie als Firmeninhaber von einer Eigenfinanzierung profitieren.

Aber wie läuft eine solche Eigenfinanzierung in der Praxis ab? Lauern hier auch Gefahren oder können Sie sie bedenkenlos einsetzen?

Diese und weitere häufige Fragen rund um die Eigenfinanzierung beantworte ich in diesem Beitrag.

Was ist eine Eigenfinanzierung?

Eine Eigenfinanzierung liegt immer dann vor, wenn Sie als Unternehmer Ihrer eigenen Firma Ihr privates Kapital zur Verfügung stellen. Das kann entweder zusätzliches Eigenkapital in Form einer Rücklage oder zusätzliches Fremdkapital in Form eins Darlehens sein.

Die Eigenfinanzierung darf nicht mit der Selbstfinanzierung verwechselt werden. Von einer Selbstfinanzierung spricht man dann, wenn sich ein Unternehmen durch einbehaltene Gewinne finanziert.

Zwei Vorteile der Eigenfinanzierung, die jeder Unternehmer kennen sollte

Vorteil 1: Höhere Liquidität dank Darlehen oder Kapitalrücklagen

Eine Eigenfinanzierung ist ein einfaches Mittel, um Ihrem Unternehmen schnell zusätzliches Kapital zur Verfügung zu stellen. Neben einer Einzahlung als Eigenkapital ist auch ein Darlehen denkbar.

Ein zusätzlicher Vorteil: Die Zinsen, die Sie Ihrem Unternehmen für dieses Darlehen verrechnen, mindern den Gewinn und Sie können Ihre Steuerlast reduzieren. Sie dürfen aber auch keinen „astronomischen“ Zinssatz festlegen, sondern müssen sich immer am Fremdvergleich orientieren.

Dieser Fremdvergleich besagt, dass Sie nur den Zinssatz festlegen dürfen, den auch ein unbeteiligter Dritter (also beispielsweise eine Bank) festsetzen würde.

Vorteil 2: Steuerfrei Gewinnausschüttung mithilfe der Ausgliederung eines Firmenteils

Vereinfacht gesagt gehen Sie hier folgendermaßen vor: Sie übertragen Gewinnvorträge (also noch nicht verwendete Restgewinne aus den Vorjahren) von einer Mutter- an eine Tochter-Gesellschaft. Auch in diesem Fall spricht man von einer Eigenfinanzierung

In der Tochter-Gesellschaft wird der übertragene Betrag im steuerlichen Einlagekonto erfasst und kann sofort steuerfrei ausgeschüttet werden.

Von diesem Vorgehen profitieren Sie doppelt:

  1. Durch die steuerfrei Ausschüttung Ihrer Restgewinne.
  2. Da Ihre Tochtergesellschaft durch die Ausschüttung an Wert verloren hat, können Sie diesen Wertverlust bei der Muttergesellschaft steuerlich geltend machen.

Sie wollen mehr über das Thema erfahren? Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sie haben weitere Fragen?

Sie haben weitere Fragen zur Eigenfinanzierung? Oder möchten Sie wissen, ob Sie von einer Eigenfinanzierung profitieren könnten?

Vor allem die zweite Frage kann ich Ihnen nur nach einer genauen Analyse Ihrer Situation beantworten. Da hier einfach zu viele Faktoren eine Rolle spielen, wäre eine pauschale Empfehlung in diesem Blog nicht seriös.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen bei einer Erstberatung zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welches Vorgehen ich Ihnen empfehle.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Effiziente Gesellschaftsstrukturen für Unternehmer

Sie sind Unternehmer und möchten mit Ihrer Firma gerne den nächsten Schritt machen? Sie wissen aber nicht so wirklich, wo Sie den Hebel ansetzen sollen?

Dann ist mein neues Video zum Thema „effiziente Gesellschaftsstrukturen“ für Sie genau richtig. In diesem Video konzentriere ich mich ausnahmsweise nicht auf steuerliche, sondern auf betriebswirtschaftliche Aspekte von Gesellschaftsstrukturen.

Das bedeutet: Ich erkläre Ihnen, wie Sie es schaffen, den Gewinn Ihres Unternehmens langfristig zu erhöhen und welche Kalkulation hier besonders hilfreich ist.

Für wen ist eine effiziente Gesellschaftsstruktur wichtig?

Grundsätzlich profitiert natürlich jeder Unternehmer von einer im betriebswirtschaftlichen Sinne effizienten Gesellschaftsstruktur.

Besonders wichtig ist eine effiziente Struktur allerdings für Unternehmen, die (noch) nicht wirklich profitabel sind. Dann sollte das oberste Ziel sein, den Umsatz und auch den Gewinn zu erhöhen.

Erst wenn diese Grundvoraussetzung erfüllt ist, können Sie über steuerliche Optimierungen wie eine Holding oder vermögensverwaltende GmbH nachdenken.

Die Grundlage effizienter Gesellschaftsstrukturen: Die Deckungsbeitragsrechnung

Der erste Schritt zur Steigerung Ihrer Gewinne ist die Kalkulation Ihres Ziel-Umsatzes mithilfe der Deckungsbeitragsrechnung. Damit beantworten Sie die Frage: Wie viel muss ich eigentlich verkaufen, um alle meine Kosten zu decken und auch wirklich Gewinn zu machen?

Der erste Schritt ist hier die Berechnung des Deckungsbeitrags. Um den Deckungsbeitrag zu ermitteln, ziehen Sie von Ihrem Umsatz die variablen Kosten (also die Kosten, die sich mit steigender Auslastung erhöhen bzw. mit sinkender Auslastung verringern) ab.

Mit dieser Rechnung finden Sie heraus, welcher Anteil Ihres Umsatzes zur Deckung der Fixkosten übrigbleibt und wie hoch die Stückzahl bzw. Stundenanzahl sein muss, um den sogenannten „Break Even Point“ zu erreichen. An diesem „Break Even Point“ ist die Summe aller Kosten gleich hoch wie die Summe aller Erlöse.

Wenn Sie jetzt die verkaufte Stückzahl bzw. die Zahl der verrechneten Stunden erhöhen, machen Sie Gewinn.

Sie wollen mehr über das Thema erfahren? Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sie haben weitere Fragen?

Sie möchten noch mehr Details zu effizienten Gesellschaftsstrukturen erfahren? Was sind die nächsten Schritte? Wie sollten Sie Ihr Unternehmen finanzieren?

Bei diesen oder ähnlichen Fragen können Sie mich gerne in meiner Kanzlei in Hamburg aufsuchen. Denn welche konkreten Schritte ich Ihnen empfehle hängt immer von Ihrer Situation ab.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen in einer Erstberatung genau zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welches Vorgehen ich Ihnen empfehle.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Pensionszusage auflösen (9. Weg): Ihre Optionen bei keiner ausreichenden Rückdeckung

Im letzten Teil meiner Serie zur Auflösung von Pensionszusagen erkläre ich Ihnen, welche Wege möglich sind, wenn für versprochene Renten keine ausreichenden Rückdeckungen gebildet wurden.

Grundsätzlich sind hier zwei verschiedene Szenarien denkbar:

  1. Das Unternehmen kann die Renten nicht bezahlen und somit die Zusagen nicht einhalten.
  2. Das Unternehmen hat zwar keine Rückdeckungen, kann die Renten aber aus den laufenden Erträgen bezahlen.

Doch welche Regeln gelten für diese zwei Szenarien? Können die Pensionszusagen in einer finanziellen „Schieflage“ einfach so beendet werden? Und ist die Zahlung aus laufenden Erträgen wirklich eine gute Idee?

Diese Fragen beantworte ich Ihnen in diesem Beitrag.

Können Pensionszusagen beendet werden?

Ja, Pensionszusagen können in der Tat beendet werden. Da Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer dann allerdings keine Leistung erhalten, hat der Gesetzgeber hier ganz klare Regeln erstellt.

Eine Beendigung ist nur möglich, wenn die Gesellschaft finanziell nicht in der Lage ist, die Rente zu bezahlen. Das gilt nicht nur für den Zeitpunkt der Überprüfung, sondern auch für die Zukunft.

Eine Pensionszusage kann also nur beendet werden, wenn der finanzielle Ausblick des Unternehmens in den nächsten Jahren sehr schlecht ist. Und selbst dann drohen Ihnen hohe Steuer-Nachzahlungen. Denn die für die Rente gebildeten Rückstellungen müssen gewinnerhöhend aufgelöst werden.

Können Pensionszusagen auch aus laufenden Erträgen finanziert werden?

Ja, wenn die Zusagen nicht ausfinanziert wurden, ist auch eine Zahlung aus den laufenden Erträgen gesetzlich erlaubt.

Aus unternehmerischer Sicht ist das aber nie zu empfehlen. Denn damit gehen selbst hochprofitable Unternehmen ein unnötiges Risiko ein. Was passiert, wenn der Gewinn für einige Jahre doch zurückgeht? Oder wenn Sie die laufenden Erträge für Investitionen benötigen würden?

Sie sehen: Sich bei der Zahlung von zugesagten Pensionen auf laufende Erträge zu verlassen, ist nur „Planungsfaulheit“ und keine wirkliche Option für Sie.

Sie wollen mehr über das Thema erfahren? Klicken Sie einfach auf Play!

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sie haben weitere Fragen?

Mit diesem Artikel ist meine Serie zur Auflösung von Pensionszusagen beendet. Wenn Sie erst jetzt auf diese Serie gestoßen sind, empfehle ich Ihnen auch alle anderen Teile zu lesen:

  1. Vollständiger Verzicht auf die Pensionszusagen
  2. Teilverzicht auf die Pensionszusagen
  3. Auslagerung aller Ansprüche an eine Pensions-GmbH
  4. Zahlung einer Abfindung
  5. Beendigung der Ansprüche durch eine Abspaltung
  6. Auslagerung der Rentenansprüche an einen Pensionsfonds
  7. Zeitliche Begrenzung der Rente und Umstellung auf einen Kapitalwert
  8. Ausfinanzierung aller zukünftigen Zahlungen

Mit dem Wissen aus den insgesamt neun Artikel haben Sie ein solides Grundverständnis zur Auflösung von Pensionszusagen. Sollten Sie noch Fragen haben, die über meine Beiträge hinausgehen, können Sie mich natürlich gerne kontaktieren.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit