Welche Versicherungen sind wie steuerlich absetzbar? (inkl. Video)

Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob Sie Ihre Versicherungen steuerlich absetzen können?

In diesem Beitrag will ich Ihnen diese Frage kurz und knapp beantworten. Lesen Sie hier, wie Versicherungen Ihre Steuerlast senken können:

Diese beiden Versicherungen sind steuermindernd

Prinzipiell gibt es 2 Versicherungen, welche eine steuermindernde Auswirkung auf Ihr zu versteuerndes Einkommen haben:

1. Die Rentenversicherung

Die Rentenversicherung ist bis zu der Summe von 23.000€ absetzbar. Sind Sie allerdings verheiratet, verdoppelt sich dieser Betrag.

Somit könnten Sie insgesamt 46.000€ der Rentenversicherung steuerlich absetzen.

2. Die Krankenversicherung

Bei der Krankenversicherung wird es etwas kniffliger. Hier kommt es darauf an, wie genau Sie versichert sind.

Sind Sie zum Beispiel privat krankenversichert, gibt es kein Limit für den Betrag, welchen Sie steuerlich absetzen können.

Aber Achtung: Das bedeutet nicht, dass der gesamte Zahlbetrag Ihrer Krankenversicherung absetzbar ist. Extraleistungen, wie zum Beispiel homöopathische Leistungen oder Zahnersatz, zählen nämlich nicht zu Ihren abzugsfähigen Beiträgen.

Für alle restlichen Versicherungen gilt: bis zu 2.400€ absetzbar

Alles, was weder zur Renten- noch zur Krankenversicherung zählt, ist nur begrenzt absetzbar. In der Regel liegt dabei der absetzbare Betrag zwischen 1.800€ und 2.400€.

Sie bevorzugen eine persönliche Erklärung? Klicken Sie einfach auf Play!

Sollten Sie diese Informationen zur steuerlichen Auswirkung Ihrer Versicherungen noch einmal wiederholen wollen, habe ich für Sie ein kurzes Erklärvideo vorbereitet. Klicken Sie einfach auf Play, um von mir persönlich alles  geschildert zu bekommen:

Sie wollen mehr zu diesem Thema erfahren?

Sie haben über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zur Absetzbarkeit von Versicherungen? Dann können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater kann ich Ihnen zeigen, wie Versicherungen (aber auch andere Faktoren) eine steuermindernde Auswirkung auf Ihr zu versteuerndes Einkommen haben.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Macht eine Ein-Mann-GmbH für Sie Sinn? Hier finden Sie es heraus!

Sie sind Einzelunternehmer und spielen mit dem Gedanken eine Ein-Mann-GmbH zu gründen? Sie fragen sich, ob eine GmbH für Sie auch wirklich sinnvoll ist? Sie sind sich nicht sicher, ob Sie alle Voraussetzungen für die erfolgreiche Gründung einer GmbH erfüllen?

Damit sind Sie nicht alleine. Viele Einzelunternehmer möchten gerne Ihre Haftung beschränken, wissen aber nicht, ob sie alle wichtigen Voraussetzungen für eine GmbH-Gründung erfüllen.

In diesem Blogbeitrag will ich Ihnen als langjähriger Steuerberater helfen, eine Antwort auf Ihre Fragen zur GmbH-Gründung zu finden. Ich zeige Ihnen, für welche Einzelunternehmer eine GmbH sinnvoll ist und welche lieber die Finger von dieser Rechtsform lassen sollten.

Der ideale Gründer einer Ein-Mann-GmbH: Ein erfolgreicher Einzelunternehmer

Als Einzelunternehmer sind Sie Alleineigentümer Ihrer Firma und möchten dies auch in Zukunft so handhaben? Sie haben große Geschäftsideen, setzen diese aber aus Angst vor Ihrer unbeschränkten persönlichen Haftung nicht in die Tat um?

Wenn diese Beschreibung auf Sie zutrifft, sind Sie ein geeigneter Kandidat für eine Ein-Mann-GmbH. Denn bei einer GmbH ist Ihre Haftung im Gegensatz zu einem Einzelunternehmen beschränkt.

Als Inhaber einer Ein-Mann-GmbH haften Sie nämlich nicht mit Ihrem Privatvermögen. Stattdessen wird ausschließlich Ihr Gesellschaftsvermögen von mindestens 25.000€ für etwaige Gläubiger verwendet. Die 25.000 Euro stellen dabei das mindest Stammkapital einer GmbH dar.

Wenn Ihre Firma also jemals in finanzielle Schwierigkeiten gerät, schützt Sie als Unternehmer eine Ein-Mann-GmbH vor einem möglichen Verlust Ihres privaten Besitzes.

Das bedeutet: Sie als Gründer und Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH können kalkulierte Risiken eingehen, ohne dabei mit Ihrem Privatvermögen haften zu müssen. Welche weiteren Vorteile auf Sie als Einzelunternehmer von der Gründung einer GmbH haben, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Ihre Vorteile durch die Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Es gibt mehrere Gründe, warum für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH von Vorteil sein kann. Im Folgenden habe ich Ihnen die 4 wichtigsten davon kurz zusammengefasst:

  1. Bessere Regelung der Altersversorgung
    Als Gründer einer Ein-Mann-GmbH sind Sie Chef und Angestellter zugleich. Auf diese Weise können Sie Ihre Altersvorsorge komplett selbst in die Hand nehmen.
    Welche 5 Wege Ihnen bei der Regelung der Altersversorgung dabei offenstehen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen
  2. Steuerliche Optimierung
    Apropos Altersversorgung: Sowohl das Gehalt, welches Sie sich als Geschäftsführer auszahlen lassen, als auch die Altersvorsorge können zur Steuerminderung Ihrer GmbH beitragen. Genaueres dazu erfahren Sie in diesem Beitrag: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen
  3. Imageverbesserung
    Um eine Ein-Mann-GmbH zu gründen, benötigen Sie ein Stammkapital von 25.000€. Diese hohe Summe verleiht Ihrer Firma ein gutes Image und kann sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken. Auch bei Banken genießen Sie in der Regel eine höhere Bonität als ein bloßer Einzelunternehmer.
  4. Bessere Nachfolgeplanung
    Als alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer einer Ein-Mann-GmbH können Sie selbst die Nachfolge Ihrer Firma festlegen. Dafür sollten Sie unbedingt eine Abtretungsklausel in Ihrer Satzung verankern und ein entsprechendes Testament anlegen.
    Warum diese Vorkehrungen nötig sind, erkläre ich in einem anderen Beitrag meines Blogs. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link um zu diesem Beitrag zu gelangen: Ein-Mann-GmbH: Worauf Sie bei der Gründung achten sollten 

Finger weg von einer Ein-Mann-GmbH bei niedrigen Gewinnen

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH macht nur Sinn, wenn Ihr Unternehmen auch wirklich erfolgreich ist. Daher sollten Sie sich vor der Unternehmensumwandlung fragen, ob Ihre Firma genügend Gewinn abwirft.

Damit sich für einen Einzelunternehmer die Gründung einer GmbH lohnt, sollte Ihr jährlicher Gewinn mindestens 100.000€ betragen. Besser wäre natürlich, Ihr Unternehmen würde mehr als diese Minimum erbringen.

Der Grund für diese Bedingung ist ganz einfach: Die Gründung und Führung einer GmbH ist teuer. Welche Kosten dabei genau auf Sie zukommen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Diese Kosten kommen bei einer GmbH-Gründung auf Sie zu

Um als Einzelunternehmer eine Ein-Mann-GmbH gründen und betreiben zu können, braucht es viel Geld. Denn besitzen Sie als Unternehmer nicht die nötigen finanziellen Mittel, kommt Ihnen eine GmbH einfach zu teuer. Bei einer GmbH kommen nämlich unter anderem folgende 3 Kosten auf Sie zu:

  • Kosten von 2.500€-4.500€ an Notar und Amtsgericht (im Falle einer Umwandlung)
  • höhere Jahressabschlusskosten (als beispielsweise bei einem Einzelunternehmen)
  • Kosten für die laufende Betreuung (z.B. Lohn für Inhaber etc.)

Fazit: Ein-Mann-GmbH ideal für Einzelunternehmer mit Gewinnen von mehr als 100.000€

Damit für Sie eine als Einzelunternehmer eine GmbH überhaupt Sinn macht, sollte Ihr Unternehmensgewinn mindestens 100.000€ betragen.

Nur mit dieser Voraussetzungen lohnt es sich, über eine Unternehmensumwandlung zu einer GmbH nachzudenken. Ansonsten kommt Ihnen die Gründung einer GmbH zu teuer.

Diese Empfehlung ist allerdings nur ein grober Richtwert. Ob die Unternehmensumwandlung zu einer GmbH für Sie wirklich Sinn macht, kann nur ein kompetenter Steuerberater beurteilen.

Er kann Ihnen die genauen Vorteile und Nachteile für Ihre individuelle Situation aufzeigen.

Meine Empfehlung lautet daher: Bevor Sie eine entgültige Entscheidung treffen, sollten Sie sich unbedingt von einem erfahrenen Steuerberater beraten lassen.

Falls Sie noch Fragen zum Thema der Ein-Mann-GmbH haben oder selbst Beratung bei der Unternehmensumwandlung in Anspruch nehmen wollen, freue ich mich über einen Besuch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei.

Zudem können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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Das brauchen Sie für eine Bank-Finanzierung (inkl. Video)

Sie suchen nach einem Weg, Ihre neue Geschäftsidee finanzieren zu können? Das Einzige, was Ihnen zum Durchstarten noch fehlt, ist das nötige Geld?

In diesem kurzen Beitrag zeige ich Ihnen 2 Wege, um als Unternehmer eine Finanzierung zu erhalten: Bei einer klassischen Bank und einer FinTech-Bank. Lesen Sie hier, welche Voraussetzungen Sie für einen Kredit bei beiden Geldinstitutionen erfüllen müssen:

Das brauchen Sie für einen Kredit bei einer klassischen Bank

Für eine hohe Bonität bei einer gewöhnlichen Bank müssen Sie:

  1. Schon 3 Jahre lang selbstständig sein.
  2. Gewinne verzeichnen können.
  3. Einen guten Substanzwert haben.

Erfüllen Sie diese drei Voraussetzungen bei einer klassischen Bank, erhalten Sie normalerweise den gewollten Kredit.

Das Gegenmodell: Ein Kredit bei einer FinTech-Bank

FinTech-Banken sind Ihre Alternative zu einer klassische Bank. Kredite von diesen Banken sind zwar in der Regel teurer als andere, jedoch haben diese Banken geringere Bonitäts-Anforderungen an Unternehmer.

So müssen Sie bei einer FinTech-Bank beispielsweise erst 1 Jahr lang selbstständig sein. Außerdem hilft Ihr selbst geschaffener Firmenwert (welcher von FinTech-Banken als Vermögenswert angesehen wird), Ihre Bonität bei dieser Art von Bank zu erhöhen.

Ein hoher Firmenwert kann dabei sogar fehlende Gewinne wettmachen.

Diese Sicherheiten reichen aus für gewöhnlich aus, damit Sie Ihren gewollten Kredit von einer FinTech-Bank erhalten.

Daher ist es möglich, dass Sie als Unternehmer auf der Suche nach einem Kredit bei einer FinTech-Bank mehr Glück haben, als bei einer klassischen Bank.

Das ging Ihnen zu schnell? Hier habe ich Ihnen noch einmal alles in einem Video zusammengefasst!

Sie wollen das Thema Finanzierung von mir persönlich erklärt bekommen? Klicken Sie einfach auf Play um dieses Video zu starten!

Sie möchten mehr Infos zu Ihren Möglichkeiten bei Finanzierungen?

Sie wollen erfahren, welche andere Alternativen es noch für Unternehmer bei der Finanzierung gibt? Dann können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg aufsuchen.

Als ehemaliger Unternehmensberater und erfahrener Steuerberater habe ich bereits vielen Mandanten bei Finanzierungsfragen weitergeholfen.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

 

Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

Sie wollen Ihr Lebenswerk möglichst stressfrei und zu einem angemessenen Preis verkaufen, wissen aber nicht genau welche Gefahren beim Verkauf lauern?

Sie haben Angst einen schweren Fehler zu begehen und am Ende vielleicht für die Schulden Ihres Nachfolgers gerade stehen zu müssen?

Damit Ihnen dieses Horror-Szenario erspart bleibt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag die 4 häufigsten Fehler von Unternehmern beim Verkauf ihrer Firma. Sie erfahren, wie es zu diesen Fehlern kommt und wie Sie sie vermeiden können.

Fehler #1: Auf die Regelung der Sanierungsklausel vergessen

Die Sanierungsklausel (nachzulesen im Einkommensteuergesetz: §§3a EstG) schützt Sie als Verkäufer vor einem Verlust Ihrer Steuerersparnis. Aber welchen Zweck hat die Sanierungsklausel überhaupt?

Kurz gesagt legt die Sanierungsklausel fest, dass Ihr Nachfolger 5 Jahre lang keine Sanierung der Firma vornehmen darf. Andernfalls könnte das Finanzamt von Ihnen (als ehemaligem Geschäftsführer) Steuernachzahlungen verlangen, während der neue Käufer von der Steuerfreiheit der Sanierung profitiert.

Wird auf die Regelung der Sanierungsklausel vergessen, so bedeutet das: Sie als Verkäufer sind schadensersatzpflichtig und müssen die entstehende Nachsteuer im Sanierungsfall bezahlen.

Der Grund für diesen häufig begangenen Fehler sind meist Rechtsanwälte ohne ausreichende Steuerkompetenz. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht die Fähigkeiten von Rechtsanwälten infrage stellen.

Vielmehr will ich Ihnen sagen, dass es für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf mehrere Experten braucht.

Um genau zu sein brauchen Sie als Verkäufer nämlich mind. 2 Spezialisten:

  1. Einen Rechtsanwalt
  2. Einen guten Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung.

Dieses Duo hilft Ihnen, den Verkaufsvertrag zu Ihren Gunsten zu gestalten und von einer spürbaren Steuerersparnis zu profitieren.

Fehler #2: Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten

Wussten Sie, dass Ihre Angestellten das Recht haben, über die Übergangsbedingungen informiert zu werden? Ihre Mitarbeiter müssen über die Aufhebung oder Fortführung ihres Arbeitsverhältnisses selbst entscheiden können. Um dies tun zu können, brauchen sie von Ihnen alle relevanten Informationen.

Das bedeutet für Sie als Verkäufer:  Sie müssen Ihre Mitarbeiter über die genauen Bedingungen des Führungswechsels aufklären. Erst daran anschließend können die Arbeitnehmer den vereinbarten Konditionen zustimmen. Übrigens: Die neuen Konditionen dürfen für die Mitarbeiter nicht schlechter ausfallen als vor dem Wechsel.

Nicht zu vergessen: Sollten Ihre Angestellten den Bedingungen der Unternehmensfortführung nicht zustimmen, müssen Sie ihnen ein Abfindungsgebot machen.

Werden diese Pflichten gegenüber den Mitarbeitern nicht sauber eingehalten, kann dies zu Ärger mit Arbeitnehmern sowie mit dem Käufer führen. Genau solche Streitigkeiten gilt es beim einem Unternehmensverkauf zu vermeiden. Denn dadurch verzögert sich der Verkauf und es entstehen unnötige Kosten.

Das Verhindern dieses Fehlers erreichen Sie als Verkäufer ganz einfach, indem Sie auf den Ratschlag dieser 2 Spezialisten vertrauen:

  1. Einer Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt auf Gesellschafts- und Arbeitsrecht.
  2. Eines Unternehmensberaters mit Steuerberaterzulassung.

Nur mit diesem Team an Ihrer Seite übersehen Sie kein wichtiges Detail in den Mitarbeiter-Verträgen und kommen allen Pflichten nach.

Fehler #3: Keine Festlegung von Exit-Klauseln

Legen Sie als Verkäufer  keine Exit-Klausel fest, haben Sie unter Umständen mit finanziellen Nachteilen zu kämpfen: In der Regel ist nämlich der Verkaufspreis eines Unternehmens nicht festgeschrieben, sondern von den zukünftigen Erfolgen der Firma abhängig. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, bekommen auch Sie als Verkäufer weniger Geld für Ihr Unternehmen.

Stellen Sie sich also vor, Sie verkaufen Ihr Lebenswerk und der neue Inhaber kommt in finanzielle Schwierigkeiten. Wollen Sie dann auf Geld verzichten, nur weil Ihr Nachfolger seiner Aufgabe nicht gewachsen war? Vermutlich nicht.

Damit Sie als ehemaliger Inhaber in einem solchen Fall nicht den Kürzeren ziehen und Ihre Firma womöglich noch retten können, müssen Sie deren Rückfall an Sie genau regeln. Das bedeutet: Sie müssen eine Exit-Lösung in Ihren Verkaufsvertrag aufnehmen. Ein guter Rechtsanwalt sowie ein Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung sind für diese Aufgabe genau die richtigen Experten.

5 beliebte Ansätze für Exit-Lösungen wären zum Beispiel:

  • Schiedsgerichte
    Schiedsgerichte ist eine Sonderstelle bei Gericht, dessen Ziel es ist, Differenzen zwischen zwei Parteien zu lösen. Das Ergebnis eines Schiedsgerichtes, ganz gleich ob es sich dabei um den Unternehmenswert oder die Trennung an sich handelt, ist bindend.
  • Schiedssprüche
    Schiedssprüche können dabei helfen, Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer zu vermeiden. Sie haben allerdings keine rechtliche Bindung.
  • Schiedsgutachten
    Ein Schiedsgutachten kann die Höhe des Unternehmenswertes (welcher auch ausschlaggebend für den Verkaufspreis ist) festlegen. Dieser Wert ist  dann bindend.
  • Put&Call-Optionen
    Eine Put&Call-Option gibt dem Käufer wie auch dem Verkäufer das Recht, das Unternehmen zu einem (im Voraus bestimmten) Fixpreis zu kaufen, bzw. zu verkaufen.
  • Earn-out-Klauseln
    Vereinfacht ausgedrückt definiert eine Earn-out-Klausel einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird.Die genauen Vor- und Nachteile für Sie als Verkäufer habe ich Ihnen in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Daher mein Rat als Experte: Vertrauen Sie nicht allein auf das freundschaftliche Verhältnis zwischen Ihnen und dem Käufer. Gehen Sie lieber sicher, dass Sie vertraglich auf alle potentiellen Auswirkungen des Handels vorbereitet sind.

Fehler #4: Zu späte Regelung des Verkaufes

Ein häufig begangener Fehler ist die zu späte Regelung des Verkaufes. Viele Unternehmer gehen davon aus, dass sie mit der Käufer-Suche bis kurz vor den geplanten Ruhestand warten können.

Tatsache ist jedoch, dass Unternehmer die Suche nach einem Nachfolger mit spätestens 55 Jahren beginnen müssen. Andernfalls geraten Sie als Inhaber unter Zeitdruck und müssen sich mit dem zufriedengeben, was Sie auf die Schnelle noch bekommen.

Der Grund, warum viele Unternehmer diesen Fehler begehen ist simpel: Sie rechnen nicht mit Komplikationen. Stattdessen gehen sie davon aus, dass gleich beim ersten Anlauf alles klappt.

In Wahrheit braucht es allerdings Zeit, den richtigen Käufer zu finden und mit diesem handelseinig zu werden. Wie Sie als Verkäufer dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Blogartikel zusammengefasst: Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer 

Beginnen Sie zu spät mit der Regelung des Unternehmensverkaufes, ist die Folge meist ein niedriger Verkaufspreis. Denn wird die Zeit am Ende zu knapp, sind Sie froh, überhaupt noch einen Abnehmer für Ihre Firma gefunden zu haben. Ganz gleich ob Sie weit unter dem Unternehmenswert verkaufen oder nicht.

Fazit: Zeitmanagement & Experten bewahren Sie vor Fehlern

Sie sehen: Beim Unternehmensverkauf müssen Sie viele verschiedene Punkte achten. Die Liste mit möglichen Fehlern ist lang und für einen Laien kaum zu durchschauen. Deshalb müssen Sie unbedingt die folgenden 2 Punkte berücksichtigen:

  1. Beginnen Sie mit spätestens 55 Jahren mit der Suche nach einem geeigneten Käufer. Denn gutes Zeitmanagement ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmensverkauf.
  2. Lassen Sie sich von erfahrenen Rechtsanwälten und Unternehmensberatern mit Steuerberaterzulassung beraten. Nur diese Experten haben das nötige Fachwissen, um Ihnen beim Unternehmensverkauf helfen zu können.

Haben Sie all diese Voraussetzungen für einen gelungenen Unternehmensverkauf getroffen, können schwerwiegende Fehler in der Regel vermieden werden. Auf diese Weise gehen Sie sorgenfrei in den Ruhestand, können weiterhin einen hohen Lebensstandard genießen und wissen Ihr Lebenswerk in guten Händen.

Sollten Sie noch Fragen zur Unternehmensnachfolge haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen. Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater habe ich mich unter anderem auf Unternehmensverkäufe spezialisiert. Ich würde mich freuen, auch Ihnen weiterhelfen zu dürfen.

Kontaktieren Sie mich ganz einfach via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

Sie möchten eine Firma kaufen und wollen vor der entgültigen Kaufentscheidung eine Unternehmensbewertung bei einem Steuerberater anfertigen lassen? Sie wissen allerdings nicht, welche Daten und Methoden dabei verwendet werden und ob sich der Steuerberater auch wirklich auskennt?

Sie haben Angst, wegen einer fehlerhaften Unternehmensbewertung in das falsche Unternehmen zu investieren und am Ende vor einem Schuldenhaufen zu stehen?

Diese Sorge ist berechtigt. Denn ein Unternehmen kann durch verschiedene Verfahren bewertet werden, von welchen manche ein trügerisches Bild der bewerteten Firma vermitteln. Außerdem haben nicht alle Steuerberater ausreichend Fachwissen, um realistische Unternehmensbewertungen zu erstellen.

Worauf Sie als Käufer bei der Unternehmensbewertung achten müssen und wie Sie sich vor Fehlinvestitionen schützen, habe ich Ihnen daher in diesem Beitrag zusammengefasst. Sie erfahren die Ursachen für unrealistische Unternehmensbewertungen, die 2 unterschiedlichen Bewertungs-Methoden und welche Schummeltricks häufig von Verkäufern bei der Unternehmensbewertung eingesetzt werden.

Die Ursache für irreführende Bewertungen: Ahnungslosigkeit „normaler“ Steuerberater

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass jeder Steuerberater dem anderen gleicht. Tatsache ist, dass es auch in unserem Metier verschiedene Schwerpunkte gibt und sich nicht jeder Steuerberater gleich gut bei allen Fachgebieten auskennt.

Daher passiert es bei der Unternehmensbewertung häufig, dass ein Berater konsultiert wird, welcher mit der nötigen Vorgehensweise nicht vertraut ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, damit will ich nicht sagen, dass manche Kollegen unfähig wären. Allerdings wissen gerade bei der Unternehmensbewertung viele Steuerberater nicht, welches Verfahren genau angewandt werden muss.

So gebrauchen viele Kollegen das vereinfachte Ertragswertverfahren für die Bewertung ohne dabei zu wissen, dass:

  • es nicht das einzige Verfahren ist,
  • es kein rechtlich und/oder betriebswirtschaftlich anerkanntes Verfahren ist.

Deshalb sollten Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen erfahrenen Unternehmensberater setzen. Nur dieser weiß, welche Verfahren zur Auswahl stehen und welche davon für den zu bewertenden Fall geeignet sind.

Unternehmensberater kennen sich mit der Theorie über den Kapitalmarkt gut genug aus und wissen über die Wechselwirkungen von Risiko, Rendite, Kauf- und Verkaufserwartungen Bescheid.

Daher mein Tipp an Unternehmer: Vertrauen Sie nicht allein auf ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaft, sondern suchen Sie sich einen Unternehmensberatungs-Fachmann.

Diese 2 Methoden gibt es für die Unternehmensbewertung

Prinzipiell gibt es bei der Unternehmensbewertung 2 Methoden. Diese unterscheiden sich voneinander wie folgt:

1. Methode: Das Ertragswertverfahren

Zusammengefasst erfolgt die Unternehmensbewertung mit dem Ertragswertverfahren anhand der Berechnung zukünftiger Gewinne. Die Theorie dabei ist simpel:

Die Gewinne der letzten 5 Jahre einer Firma werden genommen, um die (wahrscheinlichen) Gewinne der zukünftigen Jahre damit zu berechnen. Da diese zukünftigen Gewinne möglichst genau der Realität entsprechen sollen, werden sie um den Faktor Risiko und Verzinsung gekürzt.

Das bedeutet: Für jedes Jahr in der Zukunft wird gesondert das Risiko sowie die Verzinsung einer Bundesanleihe (die in Deutschland 0,5% im Jahr entspricht) ermittelt. Für diese Berechnung wird in der Regel das CAPM angewendet.

CAPM steht für Capital Asset Pricing Model und ist ein Modell für die Risikobewertung von Unternehmen. Wie genau dieses Verfahren funktioniert habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Sind einmal die zukünftigen Gewinne durch das ermittelte Risiko und die Verzinsung geschmälert, stellt die resultierende Summe den Unternehmenswert dar.

2. Methode: Das Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren ermittelt den Unternehmenswert anhand der Bewertung bilanzierter Vermögensgegenstände zu Zeitwerten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Es wird das materiell fassbare Vermögen (=die Substanz) einer Firma bewertet.

Zu einem bestimmte Stichtag werden dabei die einzelnen Vermögensgegenstände sowie die Schulden eines Unternehmens ermittelt. Dafür wirft man einen Blick in die Firmenbilanz und bewertet das Vermögen mithilfe des derzeitigen Marktwertes.

So schnell werden 2 Methoden zu 20

Ich weiß, zwei Auswahlmöglichkeiten für die Vorgehensweise bei der Unternehmensbewertung klingt wenig. Allerdings gibt es bei diesen Methoden jeweils über Unterteilungen, sodass es in Wahrheit rund 20 verschiedene Wege gibt, ein Unternehmen zu bewerten.

Das bedeutet: 20 Unternehmensbewertungen können 20 verschiedene Ergebnisse liefern. Jedes davon ist korrekt, bringt allerdings andere Aspekte mit in die Bewertung ein. Daher fällt es Käufern oft schwer, die richtigen Schlussfolgerungen aus einer Unternehmensbewertung zu ziehen.

In dem folgenden Absatz will ich Ihnen daher helfen, ein besseres Gespür für Unternehmensbewertungen zu bekommen. Nur wenn Sie wissen, worauf Sie als Käufer achten müssen, können Sie auch die richtige Entscheidung treffen.

So erkennen Sie risikoreiche Unternehmensbewertungen

Prinzipiell gilt für Käufer: Basiert eine Unternehmensbewertungen hauptsächlich auf der Bemessung von bilanzierten Vermögensgegenständen handelt es sich für Sie um einen relativ sicheren Deal. Der prognostizierte Firmenwert ist in diesem Fall nämlich zum Großteil durch Anlage- und Umlaufvermögen gedeckt.

Wird zur Bewertung jedoch ein selbstgeschaffener Firmenwert (=Prognosen von zukünftigen Gewinnen) herangezogen, gehen Sie als Käufer ein Risiko ein. Aber lassen Sie es mich an einem praktischen Beispiel verdeutlichen:

Beispiel 1: Großes Vermögen als Basis einer sicheren Bewertung

Nehmen wir an, Sie wollen eine Firma kaufen und bekommen von dieser eine Unternehmensbewertung. Aus dieser Bewertung können Sie erkennen, dass die Firma:

  • mittelmäßige zukünftige Gewinne erwartet
  • und sehr viele Anlagen und Umlaufvermögen besitzt.

Der Firmenwert (also die zukünftigen Ertragserwartungen) dieses Unternehmens wird auf 0,1 Millionen Euro angesetzt. Das bilanzierte Vermögen beträgt 0,9 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von 1 Million Euro.

Für Sie als Käufer stellt dieses Beispiel ein sicheres Geschäft dar. Der Unternehmenswert (und damit auch der Kaufpreis) wird durch das bilanzierte Vermögen beinahe vollkommen gedeckt. Meist handelt es sich in einem solchen Fall um Firmen mit hohem Warenbestand wie beispielsweise Speditionen, Zeltebauer, etc.

Beispiel 2: So beeinflussen hohe Gewinn-Prognosen die Unternehmensbewertung

In unserem zweiten Beispiel verhält es sich genau umgekehrt. Die Bewertung der Firma lässt erkennen, dass:

  • hohe zukünftige Gewinne erwartet werden
  • und es wenig Anlage- und Umlaufvermögen gibt.

Der Firmenwert beträgt laut Gutachten 2 Millionen Euro, während das bilanzierte Vermögen 3 Millionen Euro ausmacht. Daraus folgt ein Unternehmenswert von 5 Millionen Euro.

Sollten Sie diese Firma tatsächlich kaufen, setzen Sie sich als Unternehmer einem Risiko aus. Der Unternehmenswert wird nämlich zu einem großen Teil aus sehr guten Gewinnen in der Zukunft hergeleitet und beinhaltet nur wenig bilanzierte Anlagen. Dies ist übrigens oft der Fall bei IT-Firmen oder Start-Up-Unternehmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Je höher die zukünftigen Gewinne im Verhältnis zum Anlage- und Umlaufvermögen bei einer Unternehmensbewertung sind, desto riskanter ist das Geschäft.

3 häufige Schummeltricks von Verkäufern

Wie Sie sehen, ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist auch die Einstellung Ihres Verkäufers.

Während nämlich viele irreführende Unternehmensbewertung auf den zuständigen Steuerberater zurückzuführen sind, gibt es auch welche, die von den Verkäufern absichtlich beeinflusst wurden. Die 3 beliebtesten Tricks für eine bessere Unternehmensbewertung sind:

  1. Die geringe Abzinsung zukünftiger Erträge
  2. Die Erstellung zu guter Prognosen
  3. Das Verschweigen von Risiken

Sich vor diesen 3 Schummeltricks als Käufer zu schützen ist schwer. Was Sie allerdings tun können, ist zum Beispiel eine Earn-Out-Klausel in Ihren Kaufvertrag aufzunehmen. Was genau eine Earn-Out-Klausel ist und wie sie Käufer vor zu hohen Kosten bewahrt, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Fazit: Setzen Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen Unternehmensberater

Ich weiß, das war nun viel Information auf einmal. Allerdings ist der Kauf einer Firma eine wichtige Angelegenheit, bei der Sie wirklich alle Faktoren bedenken müssen. Daher ist es für Sie als Käufer notwendig, genau zu wissen, worin Sie investieren.

Klarheit über die wirtschaftliche Aufstellung des zu kaufenden Objektes liefert Ihnen die Unternehmensbewertung. Sie zeigt Ihnen, welche finanziellen Reserven Ihre zukünftige Firma hat und wie viel Geld sie wirklich wert ist.

Damit Sie als Käufer bei der Bewertung allerdings nicht über den Tisch gezogen werden, brauchen Sie einen Experten. Als ehemaliger Unternehmensberater mit über 500 Fällen weiß ich, dass nur ein Unternehmensberater Schummeltricks aufdecken und Sie vor Fehlinvestitionen bewahren kann.

Ein gewöhnlicher Steuerberater besitzt in der Regel nicht die nötigen Kenntnisse, um eine irreführende Unternehmensbewertung zu erkennen.

Als weitere Schutzmaßnahme vor zu hohen Kosten können Sie als Käufer auch die Vorteile einer Earn-Out-Klausel nutzen. Auf diese Weise werden prognostizierte Gewinne nur dann bezahlt, wenn sie auch wirklich eintreten.

Sollten Sie mehr über das Thema der Unternehmensbewertung erfahren wollen oder professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

Dafür brauchen Sie eine Unternehmensbewertung (inkl. Video)

Wissen Sie, wann Sie eine Unternehmensbewertung machen lassen sollten? Ich habe schon viele Beratungsgespräche über diese Thema geführt. Die meisten Unternehmer wissen nicht, in welchen Situationen eine Unternehmensbewertung gemacht werden sollte.

In diesem Beitrag will ich Ihnen daher kurz und bündig erklären, wofür Sie diese brauchen:

Zweck einer Unternehmensbewertung: Vermögen berechnen

Wie der Name schon verrät, ist der Zweck einer Unternehmensbewertung, den Wert Ihrer Firma festzustellen.

Aber Achtung: Unternehmensbewertung ist nicht gleich Verkaufspreis.

Es handelt sich hier nämlich ausschließlich um eine Bewertung, die sich auf ein laufendes Unternehmen bezieht. Dessen Vermögen soll mittels der Unternehmensbewertung berechnet werden.

Für diese Situationen brauchen Sie eine Unternehmensbewertung

Die Definition der Unternehmensbewertung klärt allerdings immer noch nicht die Frage: Wofür brauchen Sie die Bewertung überhaupt?

Die Antwort darauf ist simpel. Eine Unternehmensbewertung nutzt Ihnen in folgenden 5 Fällen:

  1. Scheidung
  2. Eheschließung
  3. Tod
  4. Einwanderung in ein Land
  5. Bankkredit

Besonders praktisch für Kredite bei FinTech-Banken

Sollten Sie einen Bankkredit bei einer FinTech-Bank beantragen wollen, bietet sich eine Unternehmensbewertung besonders gut an. Fintech-Banken sehen Ihren selbstgeschaffenen Firmenwert nämlich als Vermögen an.

Die Unternehmensbewertung kann Ihnen also helfen, einen Kredit bei einer FinTech-Bank (nicht bei einer klassischen!) zu bekommen.

Sollte Ihnen das alles zu schnell gegangen sein, habe ich in diesem kurzen Video noch einmal alle Informationen für Sie zusammengefasst. Klicken Sie einfach auf Play:

Sie möchten mehr Infos zur Unternehmensbewertung?

Sie wollen erfahren, wie Ihnen eine Unternehmensbewertung genau weiterhelfen kann? Dann können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg aufsuchen.

Als ehemaliger Unternehmensberater und erfahrener Steuerberater habe ich mich unter anderem auf dieses Thema spezialisiert.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer

Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen, aber wissen nicht an wen? Sie haben Angst, von einem Käufer über den Tisch gezogen zu werden? Sie wollen Ihr Lebenswerk nicht in den Händen eines skrupellosen Finanzhais sehen, sondern an einen verantwortungsbewussten Nachfolger verkaufen?

Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Viele Unternehmer fürchten sich kurz vor dem Ruhestand noch davor, einen schwerwiegenden Fehler zu machen. Immerhin verkaufen Sie Ihr Unternehmen und sollen mit dem erzielten Preis Ihr restliches Leben finanzieren können. Den richtigen Käufer auszuwählen spielt daher eine wichtige Rolle.

Mit diesem Beitrag will ich Unternehmern beim Suchen und Finden des passenden Käufers unter die Arme greifen. Lesen Sie hier, wie Sie als Verkäufer am besten vorgehen und am Ende die richtige Entscheidung für sich und Ihre Mitarbeiter treffen:

So beginnen Sie am besten mit der Käufer-Suche

Heutzutage gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen Leute ihr Hab und Gut verkaufen können. Das Problem ist nur: Ihr Unternehmen ist nicht ein Paar alte Schuhe, die Sie problemlos auf eBay an einen Fremden versteigern. Was Sie brauchen ist ein seriöser Käufer, dem Sie vertrauen können. Doch wo finden Sie einen solchen Interessenten?

Leider gibt es nur wenige Plattformen für ausgewählte Unternehmen (wie z.B. Kanzleien), auf welchen Sie Ihre Firma zum Verkauf anbieten können. In der Regel müssen Sie sich daher selbst auf die Suche nach einem passenden Käufer begeben. Am besten beginnen Sie mit der Suche in Ihrem Geschäfts-Netzwerk oder noch besser: finden einen langjährigen Mitarbeiter, der bereit ist Ihnen Ihr Unternehmen abzukaufen.

Auf jeden Fall sollten Sie nicht zu spät nach einem Käufer Ausschau halten. Die Suche nach dem richtigen Kandidaten kann nämlich durchaus 5-10 Jahre in Anspruch nehmen. Mein Rat an Unternehmer ist daher: Denken Sie bereits mit 50-55 Jahren an Ihre Unternehmensnachfolge. Nur auf diese Weise planen Sie genug Zeit ein, um den passenden Nachfolger zu finden und ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.

Richtigen Käufer finden: Darauf kommt’s an!

Gehen wir davon aus, dass Sie einige Interessenten mit Ihrem Angebot anlocken konnten. Sie haben also die Qual der Wahl, nur woran erkennen Sie den richtigen Kandidaten für Ihre Nachfolge?

Grundsätzlich ist für Sie als Verkäufer bei der Auswahl entscheidend, ob Ihr Käufer dieselben Interessen mit Ihnen teilt. Sprich:

  • Stimmen Ihre Preisvorstellungen ungefähr überein?
  • Sind Sie sich über den Übergabezeitpunkt einig?
  • Akzeptiert der Käufer Ihr Übergangsszenario?

Sollten mehrere Kandidaten diese Kriterien erfüllen, hilft es oft sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen: Finden Sie den potentiellen Käufer sympathisch und vertrauen Sie seinen Fähigkeiten? Oder kommt Ihnen irgendetwas an seinem Auftreten suspekt vor?

Vorsicht vor Hedge- und Vermögensverwaltungsfonds

Einen wichtigen Tipp kann ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Verkaufen Sie keinesfalls Ihr Lebenswerk an Hedge-Fonds oder Vermögensverwaltungsfonds. Warum nicht, fragen Sie sich?

Ganz einfach: Hedge-Fonds und Vermögensverwaltungsfonds wollen (im Vergleich zum Kaufpreis) eine möglichst hohe Rendite erzielen. Daher kaufen sie Firmen in der Regel nur zu einem billigen Preis auf. Sie als Verkäufer ziehen bei diesem Handel den Kürzeren.

Diesen Fehler dürfen Sie nicht begehen: Angestellte mitentscheiden lassen

Ich weiß, als Unternehmer denkt man nicht nur an das eigene Wohl, sondern auch an das seiner Mitarbeiter. Viele Inhaber lassen sich daher dazu verleiten, Ihre Angestellten bei der Käuferwahl zu Rate zu ziehen.

So gut das Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern allerdings auch sein mag, Sie sind der Inhaber und damit auch für den Fortbestand Ihrer Firma verantwortlich. Im Gegensatz zu Ihren Angestellten verfügen Sie über die unternehmerischen Fähigkeiten, die Ihnen sagen worauf es ankommt.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, natürlich ist die Meinung Ihrer Mitarbeiter wichtig. Schließlich müssen diese dann mit dem Käufer in Zukunft erfolgreich zusammenarbeiten. Allerdings sollten Sie sich bei der finalen Entscheidung ausschließlich auf Ihr eigenes Gespür verlassen.

Diese Möglichkeiten stehen Ihnen beim Unternehmensverkauf offen

Sie sind sich noch nicht sicher, auf welche Weise Sie Ihr Unternehmen veräußern wollen? Sie wollen zunächst all Ihre Optionen kennen, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden?

Hier habe ich Ihnen 4 verschiedene Möglichkeiten zusammengefasst, auf welche Unternehmer bei der Nachfolge gerne zurückgreifen:

1. Die Bündelung der Anteile in einer Holding

Als Alternative zum Verkauf können Sie Ihre Anteile auch mit denen anderer Unternehmer bündeln. Gemeinsam können Sie dann eine Holding gründen, in welcher Sie sich die Aufgabenbereich aufteilen.

Welche Vorteile Ihnen die Gründung einer Holding bietet, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf diesen Link: Holding: Wann ist sie von Vorteil und wann eine Gefahr für Ihre GmbHs?

2. Das Management-Buy-Out

Eine häufig genutzte Möglichkeit ist das Management-Buy-Out (oder kurz: MBO). Dabei verkaufen Sie Ihr Unternehmen an einen Ihrer langjährigen Mitarbeiter.

Auf diese Weise können Sie sorgenfrei in den Ruhestand gehen, da Sie Ihr Unternehmen in guten Händen wissen.

3. Der Verkauf auf Rentenbasis

Sollten Sie Ihre Firma beispielsweise an die Kinder abtreten wollen, ist der Verkauf auf Rentenbasis eine beliebte Option. Hierbei bekommen Sie von Ihren Kindern den Verkaufspreis in monatlichen Raten ausgezahlt. Diese regelmäßigen Zahlungen kommen dann einer Rente gleich.

4. Der Verkauf zu einem fixen Verkaufspreis

Die klassische Variante bei der Unternehmensnachfolge ist der Verkauf zu einem Verkaufspreis. Sie setzen also den Betrag fest, um welchen Ihre Firma verkauft wird und erhalten diesen vom Käufer nach Vertragsunterzeichnung vollständig ausgezahlt.

Fazit: Zur richtigen Entscheidung mit Planung & Bauchgefühl

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, gibt es leider kein Universalrezept für das Suchen und Finden des passenden Nachfolgers. Das Wichtigste für Sie als Unternehmer ist es, rechtzeitig mit der Nachfolgeplanung anzufangen. Nur so haben Sie genug Zeit, um den richtigen Kandidaten zu finden und müssen nicht den Erstbesten nehmen.

Haben Sie einmal eine große Auswahl an Interessenten, so hilft oft das eigene Bauchgefühl weiter. Hauptsache ist, dass Ihre Erwartungen und Vorstellung mit denen des potentiellen Käufers übereinstimmen. Ist dieser Konsens gegeben, so haben Sie die besten Voraussetzungen für Ihre Unternehmensnachfolge geschaffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Tipps zum Unternehmensverkauf ein wenig weiterhelfen. Sollten Sie dennoch Fragen haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Giuseppe Porzani – stock.adobe.com

Unternehmensverkauf (Teil 1): Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Träumen auch Sie schon von Ihrem erfolgreichen Unternehmensverkauf und dem wohlverdienten Ruhestand? Davon, einen seriösen Käufer zu finden, der Ihr Lebenswerk erfolgreich weiterführt und Ihre treuen Mitarbeiter gut behandelt? Und dabei erzielen Sie auch noch einen Verkaufspreis von dem Sie bequem leben können?

Von diesem Szenario träumen wohl alle Unternehmer, die ihr Unternehmen verkaufen und sich zur Ruhe setzen wollen.

Bevor es so weit ist, müssen Sie sich allerdings mit der Realität auseinander setzen. Und die sieht oft so aus: Streiterein bei der Unternehmensbewertung, jahrelange Verhandlungen mit Interessenten und Stress ohne Ende.

Das passierte auch einem meiner Klienten: Uneinigkeit mit dem potenziellen Käufer über den Verkaufspreis haben ihn schlussendlich ruiniert. Mehr zu diesem Fall erfahren Sie weiter unten.

Wie Sie ein solches Horror-Szenario beim Unternehmensverkauf vermeiden, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag. Ich beschreibe für Sie leicht verständlich, wodurch gefährlich hohe Kosten beim Unternehmensverkauf entstehen können und wie Sie sich als Verkäufer davor schützen.

Diese Kosten entstehen beim Unternehmensverkauf

Viele Unternehmer nehmen an, dass beim Unternehmensverkauf der Käufer alle Kosten tragen muss. Das ist aber nicht richtig: Auch Sie als Verkäufer müssen sich beteiligen.

Genauer gesagt hat der Verkäufer beim Unternehmensverkauf 5 verschiedenen Kostenpositionen zu tragen:

  1. Kosten bei der Finanzierung
  2. Kosten für die Unternehmensbewertung
  3. Kosten für das Auditing (=Prüfung) der Geschäftsunterlagen
  4. Amtsgerichtskosten
  5. Kosten für Notar & Rechtsanwalt

Den größten Teil dieser Kosten verursacht in der Regel die Unternehmensbewertung. Zusammengerechnet mit den anderen Faktoren kann dann ein Betrag von bis zu 500.000€ entstehen. Wie solch ein hoher Betrag für Sie als Verkäufer zustande kommen kann, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Durch Unternehmensverkauf in die Pleite? Verkaufs-Kosten am Praxisbeispiel erklärt

Prinzipiell ist die Höhe der Kosten immer von beiden Parteien abhängig: dem Käufer wie auch dem Verkäufer. Was genau ich damit meine und inwiefern die Unternehmensbewertung dabei eine Rolle spielt, zeige ich Ihnen an einem realen Beispiel:

Einer meiner Mandanten wollte sein Unternehmen verkaufen. Um einen angemessen Preis für sein Lebenswerk zu erhalten, ließ er es zunächst bewerten. Das Problem dabei: sein Interessent empfand den berechneten Unternehmenswert als zu hoch. Er hatte Angst, am Ende zu viel für die Firma zu zahlen.

Das Ergebnis dieser verzwickten Geschichte: Es wurden insgesamt 33 Unternehmensbewertungen vorgenommen. Aus diesen Bewertungen entstanden 33 unterschiedliche Ergebnisse – Unternehmenswerte von 11-170 Millionen Euro.

Das Ganze kostete meinem Mandanten 350.000€. Er musste dafür all sein Vermögen aufbrauchen, sodass seine Firma pleite ging.

Am Ende profitierte nur der Käufer von dieser Uneinigkeit: Er kaufte die Firma günstig vom Insolvenzverwalter ab.

Die Lehre, die wir aus diesem Beispiel ziehen können ist folgende: Beharren Sie nicht zu hartnäckig auf Ihrer Wunschvorstellung.

Sollte das Kaufangebot begründeter Weise inakzeptabel sein, rate ich Ihnen die Verkaufsgespräche sofort abzubrechen. Widmen Sie sich lieber wieder dem Tagesgeschäft. Ewige Streitereien sind bei einem Unternehmensverkauf sinnlos.

Wenn beide Parteien zu beharrlich auf Ihrer Vorstellung bestehen, müssen sie das meist nicht nur mit Geld bezahlen. Auch psychisch müssen Sie als Verkäufer oft „draufzahlen“.

Ihr Unternehmensverkauf kann Sie auch Nerven & Lebenszeit kosten

Denn abgesehen vom möglichen finanziellen Super-GAU, müssen Sie sich als Verkäufer häufig auch noch mit weiteren Problemen herumschlagen:

  • Stress
  • strapazierte Nerven
  • verschwendete Lebenszeit
  • enttäuschte Hoffnungen

Ich weiß, das klingt vielleicht harmlos, aber stellen Sie sich folgendes vor:

Sie wollen Ihre Firma verkaufen und den Rest Ihres Lebens (mit einer ansehnlichen Rente) genießen. Die Verhandlungen mit Ihrem Käufer dauern nun schon Jahre. Sowohl der gebotene Kaufpreis, als auch die geforderten Bedingungen ändern sich mit jedem Gespräch. Mittlerweile wissen Sie als Verkäufer schon gar nicht mehr, worauf Sie sich wirklich verlassen können.

Dieses Szenario habe ich mir leider nicht aus dem Hut gezogen. Verkaufsverhandlungen können in der Tat bis zu 5 Jahre lang andauern. Das bedeutet für Sie als Inhaber: 5 Jahre voller Stress und Unsicherheit, ohne einen Fortschritt in den Verhandlungen zu erzielen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf?

Pauschal kann ich Ihnen nicht sagen, welcher der ideale Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf ist. Einen Anhaltspunkt liefert aber die Beantwortung der Frage: Kommen Sie mit dem möglichen Mindest-Verkaufspreis bis an Ihr Lebensende aus?

Lautet die Antwort darauf „ja“, so können Sie getrost Ihre Firma verkaufen – somit haben sie einen guten Zeitpunkt gefunden.

Lautet die Antwort „nein“, so sollten Sie mit dem Unternehmensverkauf noch warten.

Auf jeden Fall sollten Sie aber als Inhaber früh genug vorausplanen. Kalkulieren Sie so, dass der Verkaufspreis spätestens wenn Sie 60 oder 67 Jahre alt sind, für Ihr restliches Leben ausreicht.

Worauf Sie bei der Nachfolgeplanung außerdem achten sollten, habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf den folgenden Link: Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab 

Fazit: Mit Gespür und Verhandlungsgeschick zum Erfolg

Bei einem Unternehmensverkauf kommt es stets auf die Einigkeit beider Parteien an. Sowohl Käufer als auch Verkäufer müssen bereit sein, Kompromisse einzugehen. Ansonsten werden bei den Verhandlungen nur Ihre Nerven strapaziert und Zeit verschwendet. Im schlimmsten Fall müssen Sie dann doch wieder einen neuen Käufer suchen.

Gehen Sie als Verkäufer daher clever vor, indem Sie bereits vorab die entgegenkommenden von den sturen Interessenten trennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei Letzteren zu einem positiven Kaufabschluss kommen, ist äußerst gering.

Mit diesem Beitrag möchte ich erfahrene Unternehmer wie Sie vor einer negativen Erfahrung so kurz vor dem Ruhestand bewahren.Wenn Sie also beim Unternehmensverkauf geschickt vorgehen, können Sie die anfallenden Kosten gering halten und von einem möglichst großen Gewinn profitieren.

Sollten Sie weitere Beratung zur Unternehmensnachfolge benötigen, stehe ich Ihnen auch gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © photoschmidt – stock.adobe.com

Frage an Privatpersonen: Müssen Sie Ihre Belege wirklich aufbewahren?

Sie haben zuhause einen Berg voller Belege und fragen sich, ob Sie diese noch brauchen? Sie wollen am liebsten einmal ausmisten, haben aber Angst wichtige Belege dabei wegzuschmeißen?

Viele Privatpersonen sind sich bezüglich Ihrer Rechte und Pflichten unsicher. In diesem Beitrag will ich Ihnen daher zeigen, wann Sie sich von lästigen Zetteln gesetzlich trennen dürfen und wann nicht:

Verdienen Sie mehr als 500.000€ pro Jahr? Dann aufbewahren!

Sollten Sie ein jährliches, positives Einkommen von mehr als 500.000€ haben, dann müssen Sie Ihre Belege aufbewahren. Doch was meine ich eigentlich mit dem positivem Einkommen?

Ein positives Einkommen ist nicht der Saldo aus allen Einkünften die Sie haben, sondern wirklich nur aus den positiven. Beim positiven Einkommen können Sie also mögliche Verluste nicht gegenrechnen.

Beträgt dieses positive Einkommen mehr als 500.000€, so ist es Ihre Pflicht als Privatperson, alle Belege 6 Jahre lang aufzubewahren.

Sollten Sie nicht so viel verdienen, können Sie Ihre Belege schon früher entsorgen. Wann genau erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Keine Aufbewahrungspflicht bei positiven Einkommen unter 500.000€

Verdienen Sie weniger als 500.000€ pro Jahr, brauchen Sie Ihre Belege in der Regel nur für die Einkommenssteuererklärung. Nachdem Ihre Steuererklärung vom Finanzamt überprüft wurde, können Sie mit Ihren Belegen tun was Sie wollen.

Voraussetzung dafür ist lediglich, dass folgende Schritte erledigt wurden:

  1. Sie reichen die Einkommenssteuererklärung ein.
  2. Das Finanzamt fordert die Belege ein.
  3. Sie reichen alle Belege beim Finanzamt ein.
  4. Danach können Sie diese bei Bedarf vernichten.

Der Sonderfall: Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse

Eine Ausnahme gibt es jedoch bei Personen, die unter 500.000€ pro Jahr verdienen: Wenn Sie haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse (z.B. wenn Sie in einem fremden Haushalt waschen, kochen, putzen etc.) geltend gemacht haben. Dann müssen Sie Ihre Belege nämlich insgesamt 2 Jahre lang aufbewahren.

Ein wichtiger Hinweis noch: Bei haushaltsnahen Beschäftigungsverhältnissen muss die Bezahlung immer über Überweisungen ablaufen. Bargeld darf für die Entlohnung nicht verwendet werden.

Das ging Ihnen zu schnell? Hier habe ich noch einmal alles in einem kurzen Video zusammengefasst

Ich weiß, das waren jetzt viele Informationen auf einmal. Sollten Sie das Ganze daher noch einmal rekapitulieren wollen, stelle ich Ihnen hier ein kurzes Erklärungsvideo zur Verfügung.

Klicken Sie einfach auf Play und lassen Sie sich die Aufbewahrungspflicht von Belegen von mir persönlich erklären:

Sie wollen mehr über Ihre Pflichten & Rechte erfahren?

Als langjähriger Steuerberater helfe ich sowohl Unternehmern wie auch Privatpersonen bei steuerlichen Angelegenheiten weiter. Sollten Sie daher über meinen Beitrag hinaus noch Fragen haben, würde ich mich über einen Besuch in meiner  Steuerberatungskanzlei in Hamburg freuen.

Für eine Terminvereinbarung können Sie mich jederzeit telefonisch (+49 40 44 03 03), via E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder über mein Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

 

Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Möchten Sie Ihr Unternehmen verkaufen? Oder gedenken Sie eine Umwandlung Ihrer Firma vorzunehmen? Für beide Vorhaben sollten Sie als Unternehmer den Wert Ihrer Firma genau kennen. Dafür gibt es verschiedene Berechnungs-Modelle. Ich zeige Ihnen in diesem Beitrag das sogenannte CAPM (=Capital Asset Pricing Model). Es hilft Inhabern, Käufern oder Investoren zu erkennen, wie gut ein Unternehmen auf dem Markt aufgestellt ist.

In diesem Blogbeitrag will ich Ihnen daher zeigen,

  • worum es sich genau bei dem CAPM handelt,
  • wie es im Detail funktioniert
  • und wie es Ihnen bei der Unternehmensbewertung weiterhilft.

Ich will Sie nicht anlügen, der folgende Artikel ist keine leichte Kost, aber er wird Ihnen beim Verkauf oder der Umwandlung Ihres Unternehmens helfen. Nur keine Scheu, lesen Sie weiter und finden Sie heraus, wie viel Ihre Firma wirklich wert ist:

Was ist das CAPM eigentlich?

CAPM ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Capital Asset Pricing Model„. Durch das CAPM wird das Risiko eines Unternehmens in Prozent wiedergegeben. Dabei kann es weder 0% noch 100% geben. Das durchschnittliche Risiko von deutschen Unternehmen beträgt rund 4,5%. Mithilfe des CAPM können Sie als Inhaber also berechnen, wie hoch Ihr eigenes Risiko ist.

Warum gibt es das CAPM überhaupt?

Bevor das CAPM entwickelt wurde, waren für Unternehmer die Verhältnisse zwischen Gewinnen, Verlusten, Renditen und Risiken völlig unbekannt. Erst in den 50er Jahren entwickelte man die Theorie, dass der Prozentsatz der Rendite gleich dem des Risikos ist.

Das heißt: 2% Rendite pro Jahr = 2% Risiko pro Jahr. Oder 15% Rendite pro Jahr = 15% Risiko pro Jahr. Aber was ist, wenn sich ein anderer Investor statt den 15% auch mit 9% Rendite pro Jahr zufrieden geben würde? Wäre dann das Risiko auch nur 9%? Nein, denn das Risiko ist abhängig vom Unternehmen selbst und nicht von der Rendite. Also ganz gleich ob Sie 15% oder 9% Rendite ausgezahlt bekommen, das Risiko bleibt gleich.

Da diese einfache Theorie von „Rendite=Risiko“ in der Praxis nicht anwendbar war, entstand in den 60er Jahren daher das CAPM. Es übernimmt den „Rendite=Risiko-Grundgedanken“, spaltet aber das Risiko in 2 Teile:

  1. die risikolose Rendite (welche für jedes Unternehmen auf dem Markt gilt und 0,5% pro Jahr beträgt)
  2. das unternehmensspezifische Risiko (welches nur auf dieses individuelle Unternehmen zutrifft)

Das bedeutet: Durch das CAPM können Sie als Unternehmer herausfinden, wie hoch das individuelle Risiko Ihrer Firma ist und wie viel Gewinn Sie voraussichtlich machen werden. Mit diesem Wissen können Sie dann Ihr Unternehmen bewerten und Investoren einen vernünftigen Preis anbieten.

Lassen Sie mich das Ganze an einem Beispiel demonstrieren: Ein Investor will 1 Million Euro in Ihre Firma investieren – das ist ein hohes Risiko für ihn. Für diese große Summe erwartet er sich auch eine hohe Rendite, welche er jedes Jahr von Ihnen ausgezahlt bekommt. Das CAPM hilft dem Inhaber und dem Investor zu bestimmen, welchen Gewinn der Investor von 1 Million bekommen sollte. Sprich: Wie viel der Investor für sein Geld zurück bekommt.

Der Einsatz des CAPM ist aber nicht nur bei Investitionen von Nutzen. Auch wenn Sie Ihr Unternehmen verkaufen oder eine Umwandlung durchführen wollen, hilft es Ihnen bei der Errechnung der Rendite-Erwartung. Mit dem CAPM können Sie daher nicht nur den Wert Ihrer Firma bestimmen, sondern auch Ihren Verkaufspreis rechtfertigen.

Wie funktioniert das CAPM?

Die Grundlage des CAPM bildet eine einfache Formel: Erwartete Rendite = risikoloser Zinssatz + β × (Marktrendite – risikoloser Zins)

Das mag auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, ist jedoch leichter zu erfassen, wenn man jeden einzelnen Teil der Formel kennt.

  • Der risikolose Zinssatz ist beispielsweise der Zinsertrag von risikofreien Anlageformen wie z.B. sichere Staatsanleihen. Das bedeutet: Bei diesen Geldanlagen besteht in der Regel die Sicherheit, dass Zinsen pünktlich ausgezahlt werden können.
  • Der β-Faktor gibt hingegen an, wie stark Ihr Unternehmen auf Marktschwankungen reagiert. Dabei erfasst β das sogenannte systematische Risiko. Dieses Risiko können beispielsweise Finanzkrisen oder Kriege sein, also wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, die alle Firmen auf dem Markt betreffen.
  • Als letzter Bestandteil der Formel bleibt nur mehr die Marktrendite. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viel Gewinn von den jeweiligen Anlagen am Markt zu erwarten ist.

Ich weiß, das war jetzt viel Theorie auf einmal. Um das CAPM in der Praxis zu erklären, wende ich in diesem Video die Formel an einem Zahlen-Beispiel an. Klicken Sie einfach auf Play, um das CAPM von mir hier genauer erklärt zu bekommen:

Der große Makel des CAPM: Seine Altersschwäche

Die Tatsache, dass das Capital Asset Pricing Model aus den 60er Jahren stammt, ist auch gleichzeitig sein größter Makel. In den letzten Jahrzehnten kamen ganz neue betriebswirtschaftliche Erkenntnisse ans Tageslicht. Diese haben die Risikobewertung grundlegend verändert. Das CAPM blieb trotz dieser Erfahrungen unverändert und ist somit nicht mehr zeitgemäß. Die darin enthaltenen Risiken sind für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts zu schematisch.

Fazit: CAPM macht überschaubares Risiko sichtbar

Das CAPM hilft Ihnen als Unternehmer, den Wert Ihres Unternehmens besser einschätzen zu können. Es bietet eine (auf den zweiten Blick) relativ einfache Formel, um die Risiken für Ihre Firma mit Zahlen darzustellen. Diese Berechnung können Sie als Inhaber nutzen, um sich gegen übertriebene Rendite-Erwartungen von Käufern oder Investoren zu wehren.

Vereinfacht gesagt dient Ihnen das CAPM also als Argumentationshilfe, mit welcher Sie den wahren Wert Ihrer Firma belegen können. Schwarz auf weiß.

Ich weiß, das Thema dieses Blogbeitrags ist etwas schwer zu verdauen. Sollten Sie daher Beratung zum CAPM oder generell zur Unternehmensbewertung benötigen, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular jederzeit erreichen.

Herzlich,

Ihr Thomas Breit

Foto: © stokkete – stock.adobe.com