Videodreh Thomas Breit mit Tetje

Videodreh mit Tetje Mierendorf

Wir sind weiter fleißig dabei Videos zu kreieren, um Ihnen allerlei Themen rund um die Steuerberatung verständlich zu machen. Der letzte Dreh war dabei ein klein wenig anders. Denn statt meines langjährigen Interview-Partners York Lange, führte dieses Mal Tetje Mierendorf durch das Gespräch.

Das besondere dabei: Tetje hat vor vielen Jahren gemeinsam mit mir das Abitur gemacht. Nun haben sich unsere Wege erneut gekreuzt und wir haben uns für einen Videodreh zusammengesetzt. Auch diese Videos werden wir wieder in den folgenden Wochen auf YouTube und hier im Blog veröffentlichen.

Die Themen diesmal waren:

Abgesehen vom professionellen Videodreh haben Tetje und ich uns in den Pausen über die „alten Zeiten“ ausgetauscht und bei diesem gemeinsamen Rückblick in die Vergangenheit natürlich viel Spaß gehabt.

Sie haben Fragen?

Wenn Sie weiterführende Fragen rund um das Thema Steuerberatung haben, dann kontaktieren Sie mich einfach. Sie können mich und mein Experten-Team jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Vermögensverwaltende GmbH

Vermögensverwaltende GmbH: Sparen Sie damit wirklich Steuern?

Sie sind Unternehmer und haben sich über die Jahre ein beträchtliches Vermögen erarbeitet? Oder stehen Sie erst am Beginn Ihrer unternehmerischen Laufbahn und möchten sich mit geschickten Beteiligungen in den nächsten Jahrzehnten Ihr Vermögen Schritt-für-Schritt vermehren?

In beiden Fällen könnte eine vermögensverwaltende GmbH für Sie interessant sein. Mit dieser Spezialform der GmbH können Sie verhindern, dass Ihre Gewinne aus Beteiligungen oder Anleihen durch eine hohe Besteuerung förmlich “aufgefressen” werden.

Denn ohne langfristige Planung werden alle Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz von 42 oder sogar 45% besteuert. In diesem Fall geht fast die Hälfte Ihres zusätzlichen Einkommens direkt an den Staat. Mit einer vermögensverwaltenden GmbH können Sie diese Steuern um 20-40 % senken. Aber wie funktioniert das genau?

Das beantworte ich Ihnen in diesem Beitrag. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 23. November 2022 aktualisiert.

Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?

Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine GmbH, die ausschließlich für die Verwaltung von Beteiligungen zuständig ist. Im Gegensatz zu einer “normalen” GmbH, ist diese vermögensverwaltende GmbH nicht als klassisches Unternehmen (= operativ) tätig. Nur wenn Sie sich strikt an diese Regeln halten, profitieren Sie von den attraktiven Steuererleichterungen.

Sobald Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH normale Geschäfte betreiben, verlieren Sie dieses Steuer-Privileg und müssen ganz normal Steuern zahlen.

Rein rechtlich gesehen gibt es allerdings keinen Unterschied zwischen einer vermögensverwaltenden und einer “normalen” GmbH. Alle Anforderungen (Mindestkapital, Gesellschaftsvertrag, etc.) die für jede andere GmbH gelten, gelten auch für die vermögensverwaltende GmbH (siehe GmbHG).

Welche Spezialformen der vermögensverwaltenden GmbH gibt es?

Obwohl alle vermögensverwaltenden GmbHs grundsätzlich den gleichen Zweck verfolgen, kann zwischen zwischen zwei Sonderformen unterschieden werden:

Spezialform 1: Die Immobilien GmbH

Wenn Sie mit Ihrer vermögensverwaltenden GmbH nur Immobilien-Vermögen verwalten, spricht man auch von einer sogenannten Immobilien GmbH.

Wichtig: Um alle Steuervorteile beanspruchen zu können, darf die GmbH weder gewerblich mit Immobilien handeln noch Immobilien vermieten, die sich nicht im Besitz der GmbH befinden.

Halten Sie sich allerdings an alle Vorschriften, entfällt für Ihre Mieteinnahmen die gesamte Gewerbesteuer in Höhe von 15 %. Sie zahlen daher “nur” noch 15 % Körperschaftssteuer und (falls die Gewinne ausbezahlt werden) 25 % Kapitalertragssteuer.

Welchen Sonderfall Sie bei der Immobilien GmbH auf jeden Fall kennen sollten und wie viel Geld Sie tatsächlich sparen, zeige ich Ihnen mit leicht verständlichen Erklärungen und einem Fallbeispiel in einem eigenen Beitrag: Immobilien GmbH: So senken Sie die Besteuerung Ihrer Mieteinkünfte auf nur 15%

Spezialform 2: Die Familien GmbH

Eine Familien-GmbH ist eine vermögensverwaltende GmbH an der nicht nur Sie, sondern auch andere Familienmitglieder beteiligt sind.

Der große Vorteil: Sie sichern sich alle Steuervorteile und können zusätzlich die Erbfolge mithilfe des Gesellschaftsvertrags der GmbH regeln.

Durch eine Familien GmbH haben Sie alle Vermögenswerte im Blick und müssen erbrechtlich nur die Verhältnisse eines Vermögensgegenstandes (nämlich die GmbH) klären. Würden sich alle Beteiligungen, Immobilien und weitere Anlagen in Ihrem Privatbesitz befinden, müsste die Vererbung aller Vermögenswerte einzeln geregelt werden.

Genaue Erklärungen zu allen Vorteilen der Familien-GmbH habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: Familien-GmbH: Was ist das und wie profitieren Sie davon?

Ab welchem Vermögen lohnt sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH?

Als Faustregel gilt: Ist Ihr Vermögen größer als 500.000 Euro und haben Sie ein hohes laufendes Einkommen, werden Sie wahrscheinlich von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren.

Denn bei einer vermögensverwaltenden GmbH fallen neben Gründungskosten auch laufende Kosten für die Buchhaltung und den Jahresabschluss an. Erst ab zirka 500.000 Euro rentiert sich dieser zusätzliche Aufwand.

Aber auch bei niedrigerem Vermögen, können Sie von der Gründung einer solchen GmbH profitieren. Das ist jedoch von Einzelfall zu Einzelfall verschieden. Für eine seriöse Beratung ist deshalb immer eine genaue Steuerberater-Analyse erforderlich.

Wichtig: Wenn Sie gerade am Beginn Ihres langfristigen Vermögensaufbaus stehen, kann sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH schon jetzt für Sie lohnen.

Warum das so ist und warum eine spätere Überführung Ihres Privatvermögens in eine vermögensverwaltende GmbH problematisch sein kann, erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Wie profitiere ich konkret von einer vermögensverwaltenden GmbH?

1. Körperschaftssteuer-Kürzung: Halten Sie mindestens eine Beteiligung von 10% an einer anderen Gesellschaft, sind Gewinne aus dieser Beteiligung von der Körperschaftssteuer befreit (siehe § 8b KStG). Dadurch reduzieren Sie Ihre Steuerlast um 15%.

2. Gewerbesteuer-Kürzung: Halten Sie eine Beteiligung von mindestens 15% an einer anderen Gesellschaft, müssen Sie keine Gewerbesteuer auf die Gewinne bezahlen (siehe § 9 GewStG). Je nach Bundesland ist das eine Steuerersparnis von etwa 14 bis 17 Prozent.

Kurz zusammengefasst heißt das für Sie: Damit sich eine Beteiligung aus steuerlicher Sicht für Sie lohnt, muss Sie mindestens 10% des Stammkapitals betragen. Dann sparen Sie einen Teil der Körperschaftssteuer.

Ab einer Beteiligung von 15% wird zusätzlich noch die Gewerbesteuer gekürzt und Sie schöpfen alle Steuervorteile voll aus. Verbleiben die Gewinne in der GmbH, werden diese Gewinne damit gar nicht besteuert und können zur Gänze wieder reinvestiert werden. Zahlen Sie die Gewinne aus, werden sie mit 25% Kapitalertragssteuer versteuert.

Zum Vergleich: Halten Sie die Beteiligungen in Ihrem Privatvermögen, werden die Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz (in Ihrem Fall wahrscheinlich 42 oder 45%) besteuert.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH sparen Sie demnach zwischen zirka 20% (wenn Sie die Gewinne auszahlen) bis zu mehr als 40% (wenn die Gewinne einbehalten werden) an Steuern auf Ihre Beteiligungs-Gewinne.

Zu kurzfristig geplant: Das ist der häufigste Fehler bei einer vermögensverwaltenden GmbH

Wie oben bereits erwähnt, macht eine vermögensverwaltende GmbH nur bei relativ großen Vermögen von zirka 500.000 Euro Sinn.

Aber: Auch am Beginn des Vermögens-Aufbaus kann es sich lohnen, bereits mit einer vermögensverwaltenden GmbH zu starten und das Vermögen nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt in eine GmbH zu überführen.

Denn eine spätere Einbringung Ihres Privatvermögens in eine GmbH wird mit einem sehr hohen Gesamtsteuersatz versteuert. Inklusive Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag kommen Sie auf eine Besteuerung von mehr als 50%. Setzen Sie hingegen von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH entfällt diese teure Einbringung.

Der häufigste Fehler bei der vermögensverwaltenden GmbH ist demnach, nicht weit genug in die Zukunft zu planen und nur die jetzige Vermögenssituation zu berücksichtigen.

Frei nach dem Motto: “Mein Vermögen ist zu gering und eine vermögensverwaltende GmbH lohnt sich nicht. Wenn mein Vermögen in der Zukunft steigt, kann ich ja immer noch eine vermögensverwaltende GmbH gründen und meine Beteiligungen übertragen.”

Das in diesem Einbringungs-Fall aber mehr als 50% an Steuern anfallen und die Hälfte Ihres Vermögens an den Staat geht, vergessen allerdings die Meisten.

Alle Details zur vermögensverwaltenden GmbH im Video erklärt

Sie möchten gerne noch mehr zur vermögensverwaltenden GmbH erfahren? Oder möchten Sie nochmals eine Zusammenfassung der wichtigsten Punkte aus diesem Artikel hören?

In beiden Fällen ist mein Video zur vermögensverwaltenden GmbH für Sie genau richtig. Im Video spreche ich mit meinem “Sparrings-Partner” York über alle Details und wann diese Spezialform der GmbH für Sie sinnvoll ist. Klicken Sie einfach auf Play!

Vermögenswaltende GmbH - So sparen Sie damit Steuern

Fazit: Vermögensverwaltende GmbH ist ideal für langfristigen Vermögensaufbau

Wenn Sie über ein Beteiligungs-Vermögen von mehr als 500.000 Euro verfügen oder Ihr Vermögen schrittweise aufbauen möchten, können Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH langfristig Steuern auf Ihre Erträge senken.

Besonders, wenn die Gewinne einbehalten und reinvestiert werden, profitieren Sie von dieser Steueroptimierungs-Form. Durch die Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer sind Ihre Gewinne in diesem Fall nämlich steuerfrei.

In der Praxis wird diese Gestaltungsform leider zu wenig genutzt und nur bei großen Vermögen empfohlen.

Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass eine vermögensverwaltende GmbH auch für kleinere, stark anwachsende Vermögen geeignet ist. Wenn Sie hier von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH setzen, sparen Sie sich eine hohe Besteuerung bei einer späteren Einbringung.

Sie haben weitere Fragen zur vermögensverwaltenden GmbH?

Dieser Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie hätten gerne detailliertere Informationen oder möchten wissen, ob Sie von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren können? Ich stehe Ihnen gerne als aktiver Ansprechpartner bereit.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), via E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder über mein Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr darüber erfahren!

Foto: © sierromero – stock.adobe.com

Wissen für Unternehmer: Unternehmensumwandlung

Wissen für Unternehmer: Alles zum Thema Unternehmensumwandlungen

Ich habe mich mit meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg unter anderem auf den Bereich der Unternehmensumwandlungen spezialisiert. Vielleicht überlegen Sie ja auch gerade Ihre Unternehmensform zu ändern? Dafür kann es diverse Gründe geben. Bevor Sie sich für eine Umwandlung entscheiden, sollten Sie sich auf jeden Fall umfassend informieren und einige wichtige steuerliche und sowie betriebswirtschaftliche Punkte beachten.

Nachfolgend möchte ich Ihnen deshalb ein paar meiner beliebtesten Beiträge rund um die Thematik Unternehmensumwandlung in übersichtlicher Form präsentieren.

Umwandlung einer oHG oder KG in eine GmbH: Was müssen Sie beachten?

Wie Sie eine oHG oder eine KG in eine GmbH umwandeln und wann das überhaupt Sinn ergibt, das erklären wir Ihnen im folgenden Artikel: Umwandlung einer oHG oder KG in eine GmbH: Was müssen Sie beachten?

Einzelunternehmen in KG umwandeln: In diesen 3 Situationen macht das Sinn

In welchen Situationen eine KG für einen Einzelunternehmer sinnvoll sein kann und welche Fehler Sie bei einer Unternehmensumwandlung in eine KG dringend vermeiden sollten, das erfahren Sie hier: Einzelunternehmen in KG umwandeln: In diesen 3 Situationen macht das Sinn

Einzelunternehmen in GmbH umwandeln: Worauf müssen Sie achten?

Sie haben ein Einzelunternehmen und überlegen dieses in eine GmbH umzuwandeln? Wir beleuchten die Vorteile und Nachteile, die dadurch für Sie entstehen könnten und wie eine Umwandlung in eine GmbH abläuft. Sie wollen mehr darüber wissen? Dann folgen Sie dem Link Einzelunternehmen in GmbH umwandeln: Worauf müssen Sie achten?

Anwachsung: Diese 3 Vorteile bietet sie Ihnen bei der Umwandlung Ihres Unternehmens

Was eine Anwachsung ist und wie Ihnen diese dabei helfen kann Ihr Unternehmen steuerschonend und mit geringem Aufwand in eine GmbH umzuwandeln, das erläutern wir Ihnen in diesem Beitrag: Anwachsung: Diese 3 Vorteile bietet sie Ihnen bei der Umwandlung Ihres Unternehmens

Wann kann ich die Steuerfreiheit bei einer Unternehmensumwandlung nutzen?

In welchen Fällen eine Unternehmensumwandlung steuerfrei sein kann, das erfahren Sie hier. Ich erkläre Ihnen mit der Hilfe eines Videos, wann das Umwandlungssteuergesetz greift und welche Vorteile für Sie daraus entstehen können. Mehr dazu finden Sie hier: Wann kann ich die Steuerfreiheit bei einer Unternehmensumwandlung nutzen?

GmbH, UG, KG, AG – Worauf Sie bei der Besteuerung achten müssen

Welche Rechtsformen es überhaupt gibt und welche steuerlichen Vorteile sowie Nachteile diese jeweils bieten, dass illustriere ich Ihnen in diesem Beitrag. Alles dazu erfahren Sie hier: GmbH, UG, KG, AG – Worauf Sie bei der Besteuerung achten müssen

Sie haben noch Fragen zur Unternehmensumwandlung?

Wenn Sie weitere Fragen rund um das Thema Unternehmensumwandlung haben, dann stehe ich Ihnen als Steuerberater in Hamburg gerne jederzeit zur Verfügung. Sie können mich und mein Team aus Experten gerne via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Foto: © marvent – stock.adobe.com

Gesellschaft bürgerlichen Rechts GbR Beitragsbild

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR): In diesen 3 Situationen macht sie Sinn

Sie haben schon von der Rechtsform “Gesellschaft bürgerlichen Rechts” oder kurz GbR gehört, wissen aber eigentlich nicht was diese Rechtsform genau ist? Könnte die GbR eine günstige Alternative zur GmbH für Sie sein? Würde eventuell sogar eine Umwandlung Ihres Unternehmens in eine GbR Sinn machen?

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg höre ich diese Fragen immer wieder. Viele Unternehmer haben schon von der Gesellschaft bürgerlichen Rechts gehört, sind bei den Details aber unsicher.

Hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen. Sie erfahren anschließend leicht verständlich:

Dieser Beitrag wurde am 21. November 2022 aktualisiert.

Was ist eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) genau?

Eine GbR ist eine Personengesellschaft bei der sich mindestens 2 Gesellschafter zusammenschließen (siehe § 705 BGB). Dabei handelt es sich um die einfachste Form der Personengesellschaft und andere Formen wie etwa die OHG oder die KG bauen auf die GbR auf. Alle Gesellschafter einer GbR haften unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen.

Das brauchen Sie, um eine GbR zu gründen

Um eine GbR gründen zu können, benötigen Sie nicht zwingend einen schriftlichen Vertrag oder Startkapital. Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts kann beispielsweise mündlich oder auch durch schlüssiges Handeln zustande kommen.

Als Steuerberater empfehle ich Ihnen aber immer einen schriftlichen Vertrag aufsetzen zu lassen. Denn kommt es zu Streitigkeiten zwischen den Gesellschaftern, kann man mit einem schriftlichen Gesellschaftsvertrag seine Interessen besser durchsetzen.

Das einzige, dass Sie also wirklich zwingend benötigen, ist ein zweiter Gesellschafter – Denn alleine können Sie keine GbR gründen.

Die Vorteile und Nachteile der GbR im Überblick

Da es sich bei der Gesellschaft bürgerlichen Rechts um eine Personengesellschaft handelt, treffen die meisten Vor- und Nachteile der anderen Personengesellschaften (z.B. oHG oder KG) auch hier zu. Die wichtigsten fasse ich Ihnen hier zusammen:

Vorteil 1: Sie müssen nur wenige Formvorschriften beachten

Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts können ohne aufwändige Gesellschafterbeschlüsse Entscheidungen treffen.

Zusätzlich müssen Sie die laufenden Ergebnisse nicht publizieren, können einfach Privatentnahmen tätigen und frei über die in der Gesellschaft verbliebenen Gewinne verfügen.

Vorteil 2: Sie profitieren von niedrigen Gründungs- und laufenden Kosten

Ihre Kosten für eine nötige Rechts-Beratung bei der Gründung sind deutlich niedriger als bei anderen Firmengründungen. Außerdem haben Sie keine Notarskosten und müssen die GbR auch nicht ins Firmenbuch eintragen lassen.

Sie sind auch nicht zur doppelten Buchführung oder Bilanzierung verpflichtet – dadurch können Sie Ihre laufenden Kosten sehr niedrig halten.

Nachteil 1: Sie haften unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen

Sollte die Gesellschaft in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können Sie unter Umständen mit Ihrem Privatvermögen haften.

Wichtig: Diese private Haftung ist unbegrenzt. Das bedeutet, dass Sie solange mit Ihrem eigenen Vermögen für die Gesellschaft haften, bis Sie als Privatperson “pleite” sind.

Nachteil 2: Sie können keinen externen Geschäftsführer einstellen

Um Geschäftsführer zu sein, müssen Sie gleichzeitig auch Teilhaber der Gesellschaft sein.

Wenn Sie sich also beispielsweise aus dem Tagesgeschäft zurückziehen und eine unbeteiligte Dritte Person zum Geschäftsführer ernennen möchten, ist das bei dieser Rechtsform nicht möglich.

In diesen 3 Situationen macht eine GbR Sinn

Bei der GbR handelt es sich um eine Rechtsform, die in der Praxis eher selten vorkommt. Meiner Meinung nach gibt es sogar nur folgende 3 Situationen, wo Sie über die Gründung einer GbR nachdenken sollten:

Situation 1: Ihre Haftungsbeschränkung ist nicht wichtig

Wie oben beschrieben haften Sie bei einer GbR immer unbeschränkt und mit Ihrem Privatvermögen. Ist Ihnen das bewusst und die Begrenzung Ihrer Haftung ist Ihnen auch nicht wichtig, kann für Sie eine GbR Sinn machen.

Situation 2: Gründung soll schnell und mit wenig Aufwand gehen

Die Gründung einer GbR dauert in der Regel nur wenige Tage und ein Gesellschaftsvertrag ist oft standardisiert.

Soll Ihre Unternehmensgründung also schnell gehen und geringe Kosten verursachen, ist eine GbR die richtige Rechtsform für Sie.

Situation 3: Sie benötigen keine betriebliche Altersvorsorge

Da Sie bei der GbR nicht angestellt sind, ist eine betriebliche Altersvorsorge nicht möglich. Darüber sollten Sie sich bei der Gründung im klaren sein.

Ist eine betriebliche Altersvorsorge für Sie von vornherein unwichtig, können Sie über die Gründung einer GbR nachdenken.

GbR vs GmbH: Das sind die Haupt-Unterschiede

Wie in der Einleitung erwähnt, werde ich von meinen Mandanten oft gefragt, ob die Gesellschaft bürgerlichen Rechts eine GmbH Alternative ist. Warum ich diese Frage immer mit “Nein” beantworte, sehen Sie anhand dieser 4 Unterschiede:

Unterschied 1: Die Haftung

Bei der GmbH ist Ihre Haftung in der Regel auf Ihre Einlage beschränkt.

Bei einer GbR haften Sie unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen.

Unterschied 2: Benötigtes Kapital

Um eine GmbH gründen zu können, benötigen Sie immer 25.000 Euro Stammkapital. Mithilfe einer Sachgründung müssen Sie diesen Betrag zwar nicht zwangsläufig in bar einzahlen, dennoch benötigen Sie gewisse Vermögenswerte um eine GmbH zu gründen.

Für die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts gibt es kein Mindestkapital. Sie können eine GbR auch bereits mit einem Euro als Kapital gründen.

Unterschied 3: Gründungskosten und Verwaltungsaufwand

Bei der GmbH-Gründung haben Sie hohe Kosten für Anwälte, Notare und die Eintragung ins Firmenbuch. Zusätzlich dazu ist Ihr laufender Verwaltungsaufwand durch teurere Jahresabschlüsse und Veröffentlichungs-Pflichten um ein Vielfaches höher als bei einer GbR.

Um eine GbR zu gründen, entfallen Kosten für einen Notar und die Eintragung ins Firmenbuch. Auch Ihre laufenden Verwaltungskosten sind bedeutend geringer als bei einer GmbH.

Unterschied 4: Die Besteuerung

Gewinne unterliegen bei einer GmbH immer der Körperschaftssteuer. Werden die Gewinne an die Gesellschafter ausgeschüttet, müssen Sie auch noch die Kapitalertragssteuer zahlen. Zusätzlich müssen Sie für eine GmbH auch immer die Gewerbesteuer bezahlen.

So kommen Sie bei der GmbH auf eine Gesamtbesteuerung von ca. 48 %, wenn Sie Ihre Gewinne ausschütten. Wenn der Jahresüberschuss im Unternehmen bleibt, beträgt der Steuersatz 30%.

Da es sich bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts um eine Personengesellschaft handelt, wird nicht die Gesellschaft selbst, sondern Sie persönlich besteuert. Ihr gesamtes Einkommen, dass Sie aus Ihrer Tätigkeit als GbR Gesellschafter beziehen, wird zu Ihrem restlichen Einkommen addiert und unterliegt der Einkommenssteuer.

Je nach Höhe des Einkommens beträgt Ihr Steuersatz wahrscheinlich 42 oder 45 %. Wichtig: Ob Sie die Gewinne ausschütten oder nicht spielt in diesem Fall keine Rolle – die Besteuerung ist immer gleich hoch.

Fazit: GbR für schnelle & einfache Gründung – Aber keine GmbH-Alternative

Eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts macht nur Sinn wenn Sie keine Altersvorsorge benötigen, die Haftungsbeschränkung unwichtig ist oder die Gründung schnell gehen muss. In allen anderen Fällen wären Sie mit einer OHG, einer KG oder einer GmbH wahrscheinlich besser beraten.

Da es sich bei der GbR um eine Personengesellschaft handelt, ist sie aber auf keinen Fall eine Alternative zur GmbH. Denn bei der GbR haften Sie unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen und auch die Besteuerung ist gänzlich anders als bei einer GmbH. Die einzig sinnvolle, günstige Alternative zur GmbH stellt die UG dar.

Weitere Informationen zu ebendieser UG und zu den anderen Rechtsformen erhalten Sie in den folgenden Blog-Beiträgen:

Sie haben noch Fragen zur GbR?

Sie haben weiterführende Fragen zur Gesellschaft bürgerlichen Rechts oder Sie möchten einfach wissen, welche Rechtsform sonst für Sie die richtige wäre? Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit per Telefon (+49 40 44 33 11), per E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr über Unternehmensumwandlungen erfahren!

Foto: © fizkes – stock.adobe.com

Immobilien GmbH

Immobilien GmbH: So senken Sie die Besteuerung Ihrer Mieteinkünfte auf nur 15%

Besitzen Sie eine oder sogar mehrere Immobilien, die Sie vermieten? Befinden sich diese Häuser oder Wohnungen in Ihrem Privatbesitz oder sind diese Teil Ihres GmbH-Vermögens? Bezahlen Sie momentan 35, 42 oder sogar 45% Steuern auf diese Mieteinkünfte und suchen nach Möglichkeiten, um diese erdrückende Abgabenlast zu reduzieren? Wenn Sie alle 3 Fragen mit “Ja” beantwortet haben, könnte eine Immobilien GmbH für Sie interessant sein.

Denn mit dieser Sonderform der GmbH senken Sie Ihre Steuern auf Mieteinkünfte auf nur 15%. Leider wissen aber nur die wenigsten Unternehmer von dieser Steuergestaltungsmöglichkeit. In der Praxis kommt sie deshalb nicht oft zum Einsatz und Immobilienbesitzer schenken Millionen von Euro an möglicher Steuerersparnis förmlich her.

Damit Ihnen das nicht passiert, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag:

Dieser Beitrag wurde am 18. November 2022 aktualisiert.

Was ist eine Immobilien GmbH?

Eine Immobilien GmbH ist eine Spezialform der vermögensverwaltenden GmbH, die ausschließlich eigene Immobilien vermietet. Sie darf dabei keinen gewerblichen Immobilienhandel betreiben. Ein gewerblicher Handel wird dann angenommen, wenn Sie in einem Zeitraum von 5 Jahren 4 oder mehrere Immobilien kaufen und wieder verkaufen.

Auch die Vermietung von Immobilien, die sich nicht im eigenen Vermögen befinden, wird vom Gesetzgeber als gewerbliche Tätigkeit angesehen. Möchten Sie die steuerlichen Vorteile nutzen, sind diese Tätigkeiten für Sie tabu.

Das Beste: Damit sich diese Form der Steuergestaltung für Sie lohnt, benötigen Sie keinen Immobilienbesitz in Millionenhöhe. Je nach Situation können schon eine, zwei oder drei Immobilien reichen, damit sich eine Umstrukturierung für Sie auszahlt.

Wie viel Geld Sie konkret sparen können, rechne ich Ihnen weiter unten in einem leicht verständlichen Fallbeispiel vor.

Keine Gewerbesteuer: Darum sparen Sie mit einer Immobilien GmbH

Bei einer Immobilien GmbH liegt rechtlich gesehen eine gewerbesteuer-befreite Vermögensverwaltung vor. So umgehen Sie die generelle Gewerbesteuer-Pflicht von GmbHs. Auf alle Einkünfte wird dann nur noch 15% Körperschaftsteuer fällig und Sie sparen sich 15% Gewerbesteuer.

Wichtig: Wie oben erwähnt, erhalten Sie die Gewerbesteuer-Kürzung nur, wenn die GmbH ausschließlich eigene Immobilien verwaltet und keinen gewerblichen Immobilienhandel betreibt.

Haben Sie Einkünfte aus dem Immobilienhandel oder der Vermietung von fremden Immobilien, verlieren Sie diesen Steuervorteil und Ihre gesamten Erträge sind gewerbesteuerpflichtig.

Immobilien GmbH am Praxis-Beispiel erklärt: So viel Geld sparen Sie wirklich

Angenommen Sie besitzen 4 verschiedene Immobilien, die jeweils 250.000 Euro wert sind. Insgesamt kommen Sie so auf einen Gesamtwert von 1.000.000 Euro. Mit einer marktüblichen Mietrendite von 4% kommen Sie so auf ein jährliches Mieteinkommen von 40.000 Euro.

Sind die Immobilien Teil Ihres Privatvermögens oder Ihrer operativen GmbH werden für diese Einkünfte 25% Gewerbesteuer fällig. Bei 40.000 Euro sind das 10.000 Euro an steuerlicher Mehrbelastung. Sind diese Wohnungen oder Häuser hingegen Teil einer Immobilien GmbH, sind sie von der Gewerbesteuer befreit. Sie sparen 10.000 Euro Steuern.

Zugegeben: Dieses Beispiel ist stark vereinfacht. Mein Ziel ist es nur, Ihnen zu zeigen, welche Steuerersparnis grundsätzlich möglich ist.

Eine genaue Kalkulation sollte immer von einem erfahrenen Steuerberater unter Rücksichtnahme Ihrer individuellen Situation durchgeführt werden.

So bringen Sie Immobilien steuerschonend in die GmbH ein

Grundsätzlich löst die Einbringung einer Immobilie immer Grunderwerbssteuer (siehe Grunderwerbsteuergesetz) aus. Allerdings gibt es eine bewährte Strategie, mit der Sie die Zahlung von Grunderwerbsteuer vermeiden können. Dazu müssen Sie die Immobilie einfach zehn Jahre lang in einer Personengesellschaft (Achtung: GbRs sind nicht möglich) halten und diese Personengesellschaft danach in eine GmbH umwandeln.

Wenn Sie so vorgehen, zahlen Sie mit der aktuellen Rechtslage (Stand: 25. November 2021) keine Grunderwerbssteuer. Da es sich bei der Einbringung um einen (fiktiven) Verkauf bzw. ein Tauschgeschäft (Immobilien gegen Anteile an der neuen GmbH) handelt, kann hier auch Einkommenssteuer ausgelöst werden.

Konkret fällt die Einkommenssteuer immer dann an, wenn Sie eine vermietete Immobilie einbringen, die Sie noch nicht länger als zehn Jahre besitzen (siehe § 23 EStG).

Haben Sie die Immobilie geerbt, wird Ihnen das Anschaffungsdatum des Vererbers angerechnet. Auch wenn Sie bis jetzt selbst in der Immobilie gewohnt haben, fällt keine Einkommenssteuer an.

Zusammengefasst bedeutet das alles für Sie: Wenn Sie bei der Einbringung möglichst wenig Steuern zahlen wollen, müssen Sie möglichst zehn Jahre im Voraus planen. Dann können Sie es schaffen, dass Sie sowohl von der Grunderwerb- als auch von der Einkommenssteuer befreit werden.

Sonderfall: Sie vermieten und betreiben gleichzeitig einen gewerblichen Immobilienhandel

Wenn Sie einen gewerblichen Immobilienhandel betreiben und zusätzlich dazu noch Immobilien vermieten, müssen Sie diese beiden Geschäftsbereiche rechtlich voneinander trennen um von den Steuervorteilen der Immobilien GmbH zu profitieren. Sie würden in diesem Fall einfach 2 GmbHs gründen: Eine für Ihren Immobilienhandel und eine für die Immobilienvermietung.

So behalten Sie die Gewerbesteuerbefreiung für Ihre Mieteinkünfte. Gibt es keine rechtliche Trennung, verlieren Sie durch die Einkünfte aus dem gewerblichen Handel sämtliche Steuervorteile und müssen auf alle Einkünfte Gewerbesteuer zahlen.

Fazit: Immobilien GmbH ist eine effektive, aber leider oft vergessene Möglichkeit der Steuergestaltung…

Mithilfe einer Immobilien GmbH reduzieren Sie den Steuersatz auf Ihre Mieteinnahmen auf 15%. Sie sind von der Gewerbesteuer befreit und zahlen auf alle Einkünfte nur noch 15% Körperschaftssteuer. Je nach Höhe Ihrer jährlichen Mieteinnahmen können Sie so schnell Zehntausende Euro an Steuern sparen.

Um die Steuervorteile einer Immobilien GmbH auch tatsächlich nutzen zu können, dürfen Sie keinen gewerblichen Immobilienhandel betreiben. Kauf und Wiederverkauf von Immobilien innerhalb von 5 Jahren und Einkünfte aus der Vermietung von fremden Immobilien sind deshalb für Sie tabu.

Halten Sie sich an diese Vorgaben und haben Mieteinkünfte aus mehreren Immobilien, wird sich eine Immobilien GmbH wahrscheinlich für Sie lohnen.

Bevor Sie sich allerdings für die Gründung entscheiden, sollten Sie sich aber immer Rat von einem erfahrenen Steuerberater holen. Denn ohne genaue Analyse Ihrer Situation ist nicht von vornherein klar, ob diese Form der Steuergestaltung auch wirklich die beste Lösung für Sie ist. Pauschale Aussagen und Empfehlungen sind hier absolut unseriös.

Sie haben weitere Fragen dazu?

Sie haben über diesen Beitrag hinaus noch Fragen haben oder möchten wissen, ob sich eine Immobilien GmbH auch für Sie auszahlt? Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), via E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder mein Kontaktformular (hier klicken!) erreichen. Als Steuerberater in Hamburg habe ich mich auf die Unternehmensumwandlung spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte über Unternehmensumwandlungen erfahren!

Foto: © sierromero – stock.adobe.com

GmbH Alternative

GmbH Alternative: 4 mögliche Rechtsformen im Überblick

Alternativen zur GmbH

Mit nur einem Euro Startkapital ein Unternehmen gründen? Das klingt für viele Einzelunternehmer und Start-ups sehr attraktiv. Eine UG (= Kurzform für Unternehmergesellschaft) macht es theoretisch möglich und ist daher eine beliebte Alternative zur GmbH.

Aber Achtung: Wenn Sie über eine Umwandlung oder eine Neugründung nachdenken und nach einer GmbH Alternative suchen, sollten Sie sich nicht vorschnell für eine UG entscheiden. Denn meiner Meinung nach gibt es 4 Rechtsformen, die für Sie geeignet sein könnten.

Welche Rechtsformen ich meine, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

Wichtig: Die hier vorgestellten Alternativen sind sowohl für GmbH-Inhaber, die weiter steuerlich optimieren möchten, als auch Einzelunternehmer oder Neugründer geeignet.

Die GmbH Alternativen im Schnellüberblick:

Dieser Beitrag wurde am 17. November 2022 aktualisiert.

GmbH Alternative 1: Die UG

Bei einer UG (= Unternehmergesellschaft) handelt es sich um eine haftungsbeschränkte Kapitalgesellschaft. Sie wurde 2008 als deutsche Antwort auf die britische Limited eingeführt und ist die kleine Schwester der GmbH, die sog. Mini-GmbH.

Zur Gründung benötigt man nur 1 Euro Stammkapital. Das ist auch der große Unterschied zur GmbH, ansonsten unterliegt die UG grundsätzlich den gleichen Gesetzen wie die GmbH (siehe § 5a GmbHG).

Die Vorteile der UG

  • Geringes Mindesthaftkapital: Rein theoretisch kann eine UG mit nur 1 Euro Haftkapital gegründet werden. Bedenken Sie jedoch, dass zusätzlich noch Notar- und Gerichtskosten zum Tragen kommen. Deshalb müssen Sie mit mind. 1000 Euro rechnen!
  • Betriebliche Altersvorsorge: Die Gründung einer UG bietet Ihnen die Möglichkeit der Altersabsicherung.
  • Einfache Regelung der Nachfolge im Gesellschaftsvertrag: Die Unternehmensnachfolge ist bei einer UG gut zu regeln, da ein „dingliches Recht“ (=betrifft die rechtliche Zuordnung von Sachen zu Personen. z.B. Eigentum) vererbt wird. Das bedeutet: Sie können bei einer UG aktiv mitbestimmen, wie etwas verteilt wird. Bei Personengesellschaften (z.B. GbR) hingegen müssen alle beteiligten Personen einverstanden sein.
  • Günstige Umwandlung in eine GmbH möglich: Wenn Sie bereits eine UG besitzen, ist es sehr billig, diese in eine GmbH umzuwandeln. Sie haben sozusagen eine Plattform für andere Kapitalgesellschaften geschaffen.

Die Nachteile der UG

  • Hoher administrativer Aufwand: Durch die UG haben Sie einen hohen administrativen Aufwand. Sie müssen mit erhöhtem Formalismus (=doppelte Buchhaltung), höheren Steuerberatungsaufwand, eigene Gehaltsabrechnung (=Zusatzkosten für Lohnbuchhalter), etc. rechnen.
  • Höhere steuerliche Gestaltung: Der Steuersatz liegt bei einer Vollausschüttung bei 49% (Körperschaft- Gewerbe- und Einkommensteuer). Bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften (z.B. die KG) liegt er höchstens bei 45%. Das heißt: Bei einer UG wird der höchstmögliche Steuersatz bereits bei kleinen Gewinnen getoppt!
  • Schlechte Bonität: Das geringe Stammkapital kann die Bonität Ihres Unternehmens beeinflussen. Ihre seriöse Außenwirkung leidet darunter und Banken sowie Vertragspartner stehen ihnen misstrauisch gegenüber.
  • Keine ultimative Haftungsbeschränkung: Die beschränkte Haftung kann durch Finanzamt oder durch Bank-Bürgschaften durchbrochen werden.

 

Mein Fazit zur UG: Meiner Erfahrung nach ist eine UG niemals eine langfristige Alternative zur GmbH. Als Einzelunternehmer oder Neugründer können Sie eine UG durchaus als Übergangslösung zur GmbH sehen. Sobald Sie aber die benötigten 25.000 Euro angespart haben, sollten Sie die UG in eine GmbH umwandeln.

Wenn Sie mehr über Unterschiede zwischen der UG und der GmbH erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen ausführlichen Artikel zum Thema: GmbH oder UG: Was ist eigentlich der Unterschied?

GmbH Alternative 2: Die KG

Die KG (= Kommanditgesellschaft) ist eine Personengesellschaft, an der mindestens zwei Gesellschafter beteiligt sind. Der sogenannte Komplementär haftet unbeschränkt mit seinem Privatvermögen, während der Kommanditist nur mit seiner Einlage haftet.

Der Komplementär ist in der Regel für die Geschäftsführung verantwortlich, während der Kommanditist häufig gar nicht im Unternehmen mitarbeitet.

Die Vorteile der KG

  • Kein Mindestkapital notwendig: Zur Gründung einer KG ist kein festgeschriebenes Kapital nötig. Theoretisch könnten Sie eine Kommanditgesellschaft auch mit nur einem Euro gründen.
  • Geringe Steuern auf einbehaltene Gewinne: Dank der sogenannten Thesaurierungsbegünstigung zahlen Sie bei einbehaltenen Gewinnen nur 28,25% Steuern (siehe § 34a EStG). Bei einem Einzelunternehmen ist das nicht möglich und alle Gewinne werden immer mit Ihrem persönlichen Steuersatz von wahrscheinlich mehr als 40% besteuert.
  • Gutes Image und Bonität: Obwohl sie bei einer KG kein Mindestkapital einzahlen müssen, hat diese Rechtsform einen guten Ruf. In der Regel genießen Sie bei Banken und Geschäftspartnern mehr Autorität als ein Einzelunternehmer oder UG.
  • Privatentnahmen sind möglich: Im Gegensatz zur GmbH oder der UG können Sie bei einer KG einfach Geld aus der Gesellschaft entnehmen. Diese Barentnahmen müssen nicht versteuert werden und gelten auch nicht als verdeckte Gewinnausschüttung.
  • Geringere Verwaltungskosten: Bei einer KG sind Ihre laufenden Kosten für die Buchhaltung und Jahresabschlüsse niedriger als bei einer GmbH.

Die Nachteile der KG

  • Keine Haftungsbeschränkung für den Komplementär: Als Geschäftsführer haften Sie für die Verbindlichkeiten der KG immer uneingeschränkt mit Ihrem Privatvermögen. Das Haftungsrisiko ist hier also definitiv höher als bei einer GmbH oder UG.
  • Mindestens 2 Gesellschafter sind zur Gründung notwendig: Für Einzelunternehmer ist es oft schwierig, eine KG zu gründen. Eine Möglichkeit wäre allerdings, dass Sie Ihre Frau oder ein anderes Familienmitglied als Kommanditist eintragen.
  • Keine Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge: Im Vergleich zur Vorsorge für Angestellte, sind Sie als Unternehmer bei der Altervorsorge großteils auf sich alleine gestellt. Beliebte Möglichkeiten zur Vorsorge wie etwa die Pensionszusage sind bei einer KG allerdings nicht möglich.

 

Mein Fazit zur KG: Wenn Sie die höheren Verwaltungskosten und die Formalismen einer GmbH vermeiden möchten, kann eine KG eine gute Alternative für Sie sein. Sie profitieren außerdem von der Möglichkeit Privatentnahmen vornehmen zu können und müssen kein Mindestkapital aufbringen.

Speziell für Einzelunternehmer, die über eine Umwandlung in eine KG nachdenken, habe ich einen eigenen Artikel verfasst. In diesem Beitrag stelle ich Ihnen drei Situationen vor, in denen eine Umwandlung sinnvoll sein kann: Einzelunternehmen in KG umwandeln: In diesen 3 Situationen macht das Sinn

GmbH Alternative 3: Die GmbH & Co. KG

Eine GmbH & Co. KG ist eine Mischform der oben vorgestellten KG und der klassischen GmbH. Rein rechtlich gesehen handelt es sich um eine KG. Es muss also mindestens einen Komplementär und einen Kommanditisten geben.

Die Rolle des Komplementärs wird aber nicht von einem Menschen, sondern von einer GmbH übernommen. Die Kommanditisten sind in der Regel aber Menschen.

Die Vorteile der GmbH & Co. KG

  • Keine Person haftet unbeschränkt mit dem Privatvermögen: Sie umgehen die unbeschränkte Haftung des Komplementärs, da diese Rolle von einer GmbH übernommen wird. Für die Gesellschafter der GmbH ist die Haftung ohnehin beschränkt.
  • Keine verdeckte Gewinnausschüttung möglich: Anders als bei einer GmbH können Sie sich hier nicht (unabsichtlich) auf Kosten der Gesellschaft bereichern (Private Verwendung des Firmenwagens). Den Tatbestand der verdeckten Gewinnausschüttung gibt es bei dieser Gesellschaftsform nicht.
  • Niedrigere Gesamtsteuerbelastung als bei einer GmbH: Wenn Sie Gewinne auszahlen, beträgt Ihre Steuerlast nur 42 bzw. 45% anstatt der 49% bei einer normalen GmbH.
  • Sie können Privatentnahmen tätigen: Wie bei der KG oder einem Einzelunternehmen können Sie einfach Geld aus der Gesellschaft entnehmen.

Die Nachteile der GmbH & Co. KG

  • Hohe Gründungskosten: Da Sie für eine GmbH und Co. KG sowohl eine GmbH als auch eine KG benötigen, müssen Sie viele Kosten (Notar, Anwalt, Steuerberater) doppelt zahlen.
  • Hohe laufende Kosten: Hier gilt das selbe Prinzip wie bei den Gründungskosten. Sowohl die laufende Buchhaltung als auch der Jahresabschluss muss doppelt gemacht werden und kostet dementsprechend mehr Geld.

 

Mein Fazit zur GmbH & Co. KG: Für Inhaber einer GmbH kann eine GmbH & Co. KG eine gute Alternative sein, die die Vorteile einer KG (keine verdeckte Gewinnausschüttung, Privatentnahmen, etc.) mit den Vorteilen der GmbH (beschränkte Haftung, gutes Image) kombiniert.

Aufgrund der hohen Kosten ist eine GmbH & Co. KG aber in der Regel keine Alternative für Neugründer.

Wenn Sie weitere Infos zur GmbH & Co. KG lesen möchten, empfehle ich Ihnen meinen umfassenden Beitrag zum Thema: GmbH & Co. KG: In diesen 3 Situationen macht sie Sinn für Ihr Unternehmen

GmbH Alternative 4: Die atypisch stille GmbH

Eine atypisch stille GmbH ist eine GmbH an der ein stiller Teilhaber beteiligt ist. Um diese Rechtsform nutzen zu können, müssen Sie also bereits eine GmbH besitzen.

Der stille Teilhaber zahlt einen vereinbarten Betrag in Ihre GmbH ein. Im Gegenzug erhält er einen Anteil am Gewinn und ist auch am Wertzuwachs der GmbH beteiligt.

Die Vorteile der atypisch stillen GmbH

  • Sie senken Ihre Gesamtbesteuerung von 49% auf 45 bzw. 42%: Eine atypisch stille GmbH wird wie eine Personengesellschaft besteuert. Wenn Sie Ihre Gewinne ausschütten, zahlen Sie nicht wie bei einer normalen GmbH 49% Steuern. Alle Gewinne werden “nur” mit Ihrem persönlichen Steuersatz von wahrscheinlich 42 oder 45% besteuert.
  • Sie erhalten schnell zusätzliches Kapital: Da die Umwandlung relativ einfach und fast ohne formelle Bestimmungen möglich ist, können Sie einen stillen Teilhaber schnell an Ihrer GmbH beteiligen.
  • Der stille Teilhaber scheint in keinen Registern auf: Anders als Gesellschafter von UGs, KGs oder GmbHs scheint ein atypisch stiller Gesellschafter nirgendwo auf. Für die Außenwelt ist er unsichtbar.

Die Nachteile der atypisch stillen GmbH

  • Sie müssen zwei Bilanzen erstellen: Da es sich aus steuerrechtlicher Sicht bei Ihrer GmbH nun um eine Personengesellschaft handelt, müssen Sie eine stark veränderte Steuerbilanz zusätzlich zur Handelsbilanz erstellen. Für Sie bedeutet das zusätzliche Kosten.
  • Die steuerrechtliche Umwandlung ist erst nach 7 Jahren steuerneutral: Aus steuerrechtlicher Sicht sollte der stille Teilhaber mindestens 7 Jahre in Ihrem Unternehmen bleiben. Wird die atypisch stille GmbH schon früher aufgelöst, ist die damalige Umwandlung nämlich steuerpflichtig und Sie zahlen Tausende Euro nach.

Mein Fazit zur GmbH atypisch still: Mit dem richtigen stillen Teilhaber kann eine atypisch stille GmbH eine gute Möglichkeit sein, um einfach an neues Kapital zu gelangen und Ihre Besteuerung zu verringern. Sie benötigen aber unbedingt den richtigen stillen Teilhaber, denn bei einer Kündigung vor Ablauf der oben erwähnten siebenjährigen Frist, müssen Sie Steuern nachzahlen.

Worauf Sie bei der atypisch stillen GmbH im Detail achten müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: Atypisch stille Beteiligung bei der GmbH: Mehr Liquidität, weniger Steuern

Fazit: Die GmbH ist nicht immer die beste Rechtsform für Ihr Unternehmen

Egal, ob Sie bereits eine GmbH besitzen oder über eine Umwandlung nachdenken: Aus steuerlicher und auch wirtschaftlicher Sicht sollten Sie immer mögliche Alternativen zur GmbH bedenken. Viele Steuerberater raten aber (leider) fast immer pauschal zu einer GmbH.

Wie ich Ihnen hoffentlich mit diesem Beitrag zeigen konnte, gibt es mit der UG, der KG, der GmbH & Co. KG und der GmbH atypisch still vier Alternativen zur “klassischen” GmbH.

Welche dieser Alternativen für Sie die richtige ist, lässt sich pauschal leider nicht beantworten. Hier ist eine genaue Analyse Ihrer Situation nötig. Bevor Sie eine Entscheidung bei der Rechtsform treffen, sollten Sie sich deshalb Hilfe von einem erfahrenen Steuerberater holen.

Sie haben noch weitere Fragen zu den GmbH Alternativen?

Wenn Sie noch weitere Fragen zu den vorgestellten Rechtsformen haben oder eine Beratung benötigen, können Sie mich gerne kontaktieren. Ich bin jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular erreichbar.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte über Unternehmensumwandlungen erfahren!

Foto: © Günter Menzl – fotolia.com

GmbH oder UG - Unterschied

GmbH oder UG: Was ist eigentlich der Unterschied?

GmbH oder UG - Die Unterschiede

Sie sind erfolgreicher Einzelunternehmer und sind jetzt bereit, den nächsten Schritt in Ihrer unternehmerischen Laufbahn zu gehen? Sie denken über einen Rechtsformwechsel nach und möchten so Ihr Image verbessern oder Ihre Haftung beschränken?

Dann stehen Sie vermutlich vor folgender Entscheidung: Sollen Sie Ihr Einzelunternehmen in eine GmbH oder eine UG umwandeln?

Welche Rechtsform ist besser? Was ist der genaue Unterschied? Keine Sorge: Viele (Jung)-Unternehmer stellen sich genau diese Fragen.

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen deshalb die 6 Haupt-Unterschiede der beiden Rechtsformen vor und gebe am Ende auch eine ganz klare Empfehlung ab. Der Beitrag im Überblick:

Dieser Beitrag wurde am 16. November 2022 aktualisiert.

Was ist eine GmbH?

Eine GmbH ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Rechtlich ist diese den Kapitalgesellschaften zuzuordnen. Anders als etwa bei einem Einzelunternehmen oder einer Personengesellschaft (KG, GbR oder oHG) stehen nicht die Personen, sondern der Kapitalanteil im Vordergrund.

Das bedeutet: Während bei Personengesellschaften die Gesellschafter in der Regel (außer Kommanditisten bei der KG) selbst mitarbeiten und unbeschränkt haften, ist eine GmbH rechtlich komplett von den Gesellschaftern getrennt.

Die Gesellschafter haften nur mit der Einlage und müssen nicht zwingend Mitarbeiten. Die Geschäftsführung kann sogar von einem Nicht-Gesellschafter übernommen werden.

Die GmbH ist deshalb eine eigene juristische Person und wird auch als solche besteuert. Bei Personengesellschaften werden hingegen immer die Gesellschafter direkt besteuert.

Mehr über die GmbH erfahren Sie hier: Gründung einer GmbH: Darauf sollten Sie achten!

Was ist eine UG?

Die Unternehmergesellschaft (=UG) zählt wie die GmbH zu den haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaften. Sie unterliegt also den gleichen Gesetzen wie eine GmbH und bietet Ihnen ähnliche Vorteile (Haftungsbeschränkung, Möglichkeit der betrieblichen Altersvorsorge, etc.).

Ein Unterschied zwischen der UG und der GmbH, dem ich jetzt schon vorgreifen möchte, ist das benötigte Mindestkapital: Eine UG können Sie bereits mit einem Euro gründen, während für eine GmbH 25.000 Euro Stammkapital benötigt werden. Aus diesem Grund wird die UG auch oft als “Mini-GmbH” bezeichnet.

Die Einführung der UG war eine direkte Antwort auf die steigende Beliebtheit der britischen Limited in Deutschland. Diese britische Rechtsform bietet ähnliche Vorteile wie die UG, ist aber spätestens seit dem Brexit keine Alternative für deutsche Unternehmen.

GmbH oder UG: Was sind die größten Unterschiede?

Obwohl es sich bei der UG laut Gesetz nur um eine “kleine” Version der GmbH handelt, gibt es in der Praxis bedeutende Unterschiede. Die wichtigsten sechs möchte ich Ihnen jetzt erklären:

Unterschied 1: Das Mindestkapital ist bei der UG niedriger

Wie oben schon erwähnt, ist der größte Unterschied zwischen der GmbH und der UG das Kapital, das zur Gründung benötigt wird:

  • Bei einer GmbH müssen Sie mindestens 25.000 Euro Stammkapital einzahlen.
  • Eine UG können Sie theoretisch schon mit einem Euro Stammkapital gründen.

Vor allem, wenn Sie die 25.000 Stammkapital (noch) nicht aufbringen können, sind die niedrigeren Anforderungen der UG ein klarer Vorteil für Sie.

Unterschied 2: Eine UG hat eine niedrigere Bonität und ein schlechteres Image

Durch das geringe Stammkapital einer UG kann die Bonität des Unternehmens beeinflusst werden. Denn: Je geringer Ihr Eigenkapital, desto risikoreicher ist ein Kredit aus Sicht der Bank.

Auch im Umgang mit Lieferanten und anderen Geschäftspartner spielt das eine Rolle: Mit den 25.000 Euro Stammkapital im Rücken sind Sie als GmbH Inhaber angesehener und können in der Regel bessere Zahlungsbedingungen vereinbaren.

Im Vergleich zur GmbH sind Sie mit einer UG hier also immer im Nachteil.

Unterschied 3: Bei UG haften Sie schneller mit Ihrem Privatvermögen

Obwohl die Haftung sowohl bei der GmbH als auch der UG normalerweise auf die Einlage beschränkt ist, können Sie dennoch mit Ihrem Privatvermögen haften.

Als Geschäftsführer bleiben Ihnen nämlich die sogenannten Durchgriffshaftungen als Haftrisiko. Das heißt, sie haften als Person persönlich für einen entstandenen Schaden, obwohl Ihre GmbH bzw. UG eine Haftungsbeschränkung besitzt.

Dies ist der Fall, bei:

  • Insolvenzverschleppung
  • Steuerhinterziehung
  • Steuerverkürzung
  • Bürgschaften gegenüber Banken
  • Nicht gerechter Verwendung bzw. Verteilung von liquiden Mitteln im Falle einer der Krise (§69 Abgabeordnung)

Unterschied 4: Bei der UG profitieren Sie von niedrigeren Gründungskosten

Neben den Vertrags- und Notarkosten müssen Sie bei Umwandlungen auch mit Beratungskosten (Rechtsanwalt und Steuerberater rechnen. Folgende Kosten sind hier realistisch:

  • Gründungskosten einer UG: ca. 400 Euro
  • Gründungskosten einer GmbH: Mehr als 3.000 Euro

Der Grund für den Unterschied ist, dass bei der UG ein vereinfachtes Verfahren angewendet und oft eine Standard-Satzung verwendet wird.

Bei der GmbH gibt es mehr Formalismen und in der Regel werden viele Punkte (Erbe, Verhältnis zwischen Gesellschaftern, etc.) individuell in der Satzung verankert.

Unterschied 5: Bei der UG ist keine Sachgründung möglich

Bei der Gründung einer GmbH muss nicht das gesamte Stammkapital von 25.000 Euro in bar eingezahlt werden. Es ist auch eine sogenannte Sachgründung möglich.

Ein Teil (oder auf Wunsch auch das gesamte Stammkapital) des Kapitals kann durch Sachwerte (Immobilien, Autos, Unternehmensbeteiligungen, etc.) aufgebracht werden.

Bei einer UG ist das nicht möglich. Das Stammkapital kann nur in bar eingezahlt werden (siehe § 5a GmbHG).

Unterschied 6: Bei einer UG müssen immer 25 % der Gewinne einbehalten werden

Um schneller ein zusätzliches “Kapitalpolster” ansparen zu können, sind Sie als UG-Inhaber verpflichtet, mindestens 25 % Ihres jährlichen Gewinns in der Gesellschaft zu lassen.

Bei einer GmbH gibt es diese Pflicht nicht und Sie könnten sich theoretisch den gesamten Gewinn auszahlen.

Das Positive: Sobald Sie in Ihrer UG 25.000 Euro angespart haben, können Sie Ihre UG für wenige Hundert Euro in eine GmbH umwandeln. Dann entfällt die 25 % Anspar-Verpflichtung.

Fazit: UG? Ja! Aber nur wenn eine spätere GmbH-Umwandlung geplant ist

Unter dem Strich bietet Ihnen eine GmbH meistens mehr Vorteile als eine UG:

  • Eine Gründung mit Sachwerten ist möglich
  • Sie genießen eine höhere Bonität und ein besseres Image
  • Sie müssen keine Gewinne einbehalten.

Dennoch ist es für viele Gründer schwierig, das benötigte Stammkapital (25.000 Euro) alleine aufzubringen.

Meine Erfahrung lautet daher: Eine UG ist eine lohnende Kompromisslösung.

Wenn Sie das benötigte Stammkapital für eine GmbH nicht aufbringen können, gründen Sie also zuerst eine UG.

Sobald Sie genügend Kapitalreserven angesammelt haben, wandeln Sie die UG günstig in eine GmbH um.

So vereinen Sie nach und nach alle Vorteile: Sie profitieren schon mit der UG von der betrieblichen Altersvorsorge, den besseren Regelungen der Unternehmensnachfolge und der Haftungsbeschränkung. Nach der Umwandlung in die GmbH kommen noch Vorteile wie eine höhere Bonität oder ein besseres Image hinzu.

Sie haben weitere Fragen zum Thema GmbH oder UG?

Falls Sie weiterführende Fragen zur Unternehmensumwandlung haben, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr zur Unternehmensumwandlung erfahren!

Foto: © Feodora – fotolia.com

Tod des Unternehmers Beitragsbild

Tod des Unternehmers: Das passiert mit Ihrem Unternehmen

Sie haben sich schon immer gefragt, was mit Ihrem Unternehmen im Falle Ihres Todes passiert? Wird es aufgelöst oder werden die Anteile beim Tod des Unternehmers an die Nachkommen weitervererbt?

Viele Unternehmer wissen die Antworten auf diese Fragen nicht und sind besorgt, dass ihr Lebenswerk vielleicht in die falschen Hände gelangt. Bereits vorab möchte ich Ihnen verraten: Ob ein Unternehmen aufgelöst oder nahtlos weitergeführt wird, hängt vor allem von der gewählten Rechtsform ab.

In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen deshalb:

Dieser Beitrag wurde am 14. November 2022 aktualisiert.

Diese Auswirkung hat der Tod des Unternehmers bei …

 

… einem Einzelunternehmen

Hier muss man zwischen zivilrechtlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen unterscheiden.

Zivilrechtlich

Zivilrechtlich kommt es darauf an, ob es sich beim verstorbenen Unternehmer um einen eingetragenen Kaufmann (kurz e.K.) handelte oder nicht. War der Verstorbene kein eingetragener Kaufmann, ist das Unternehmen zivilrechtlich “unsichtbar” und wird mit dem Tod aufgelöst. Bei einem eingetragenen Kaufmann geht das Unternehmen immer auf die Erben über.

Steuerrechtlich

Steuerrechtlich betrachtet macht es keinen Unterschied, ob man eingetragener Kaufmann war oder nicht. Die Erben haben immer 6 Monate Zeit um zu entscheiden, ob sie das Unternehmen fortführen wollen oder nicht.

Wird das Unternehmen nicht fortgeführt, gilt das Unternehmen rückwirkend mit dem letzten Lebenstag als beendet. Dann muss auch mit diesem Tag eine steuerliche Schlussbilanz gemacht werden. Wurde der Gewinn bisher nicht durch eine Bilanz ermittelt, muss auch eine Überleitungsrechnung gemacht werden.

Das Unternehmen gilt dann als beendet. Mögliche Steuerschulden fallen in die Erbmasse und müssen von den Erben beglichen werden. Allerdings fallen auch Steuerforderungen des Unternehmens in die Erbmasse. In diesem Fall können Sie als Erbe von einer möglichen Steuererstattung profitieren.

Soll das Unternehmen weitergeführt werden, müssen Sie diese Punkte nicht durchführen. Ihre Nachkommen können das Unternehmen einfach weiterführen.

… einer KG

Bei der Kommanditgesellschaft (KG) hängt die Nachfolge von der Satzung des Unternehmens ab. Denn das Gesellschaftsrecht geht dem Erbrecht in diesem Fall vor.

Für Kommanditisten gibt es 3 mögliche Situationen:

  1. Keine Nachfolge-Regelung im Gesellschaftsvertrag: Hier gehen die Anteile an die bereits an der Gesellschaft beteiligten Personen über. Als Erbe gehen Sie allerdings nicht leer aus, sondern haben Anspruch auf eine Kapitalabfindung. In der Fachsprache wird dieses Vorgehen als Anwachsung bezeichnet.
  2. Qualifizierte Nachfolgeregelung: In diesem Fall tritt eine im Gesellschaftsvertrag genannte Person Ihre Nachfolge an. Andere gesetzliche Erben haben Anspruch auf eine Kapitalabfindung.
  3. Einfache Nachfolgeregelung: Es wird im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben, dass die gesetzlichen Erben die Unternehmensanteile bekommen. Gibt es mehrere Erben, wird jeder einzelne Gesellschafter der KG.

Bei Komplementären kommt es darauf an, ob es sich um eine natürliche oder eine juristische Person handelt.

Ist der verstorbene Komplementär eine natürliche Person, gilt das Erbrecht. Das heißt, dass die Anteile auf die gesetzlichen Erben aufgeteilt werden.

Anders verhält es sich beispielsweise bei einer GmbH & Co. KG. Hier ist die GmbH die Komplementärin. Werden die Anteile an der GmbH wiederum von der KG selbst gehalten, werden die Anteile wie bei Kommanditisten verteilt.

… einer GmbH

Ähnlich wie bei der KG kommt auch die Nachfolge bei der GmbH auf die Satzung der Gesellschaft an.

Hier sind 3 Situationen denkbar:

  1. Einziehungsklausel im Gesellschaftsvertrag: Bei einer Einziehungsklausel werden die Anteile auf bereits beteiligte Gesellschafter übertragen. Die gesetzlichen Erben des verstorbenen Unternehmers haben einen Anspruch auf eine Kapitalabfindung, werden aber nicht Gesellschafter. Diese Situation ist mit der “Anwachsung” bei der KG vergleichbar.
  2. Abtretungsklausel im Gesellschaftsvertrag: Hier werden die Anteile an eine im Gesellschaftsvertrag bestimmte Person vererbt. Eine Abtretungsklausel ist damit mit der qualifizierten Nachfolgeregelung bei der KG vergleichbar.
  3. Keine Regelung im Gesellschaftsvertrag: In diesem Fall gehen die Anteile an die gesetzlichen Erben. Gibt es mehrere Erben, wird jeder von ihnen Gesellschafter der GmbH.

Überlegen Sie sich also genau, was im Falle Ihres Todes mit Ihren Anteilen passieren soll und schreiben Sie gegebenenfalls eine Regelung im Gesellschaftsvertrag fest.

So sichern Sie sich bestmöglich mit einem Unternehmertestament ab

Damit die in der Satzung der Gesellschaft festgeschriebenen Regeln beim Tod des Unternehmers auch wirklich schlagend werden, müssen Sie zusätzlich noch ein Unternehmertestament aufsetzen.

Beim Unternehmertestament müssen Sie vier Punkte beachten:

  1. Bestand des Unternehmens sichern: Als Ergänzung zur Regelung in der Satzung der Gesellschaft müssen Sie auch in Ihrem Testament einen Nachfolger festlegen, der Ihr Unternehmen weiterführt. Wichtig: Hier muss es sich um dieselbe Person handeln, Sie dürfen sich nicht widersprechen.
  2. Nachfolgende Erben finanziell schonen: Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen durch Pensionszusagen, Abfindungsansprüche oder ähnliche Verpflichtungen belastet ist. Falls ja, sollten Sie diese Verpflichtungen reduzieren.
  3. Andere Erben richtig entschädigen: Um Familienstreitigkeiten zu verhindern, müssen Ihre Erben, die keinen Anteil am Unternehmen erhalten, eine Ausgleichszahlung erhalten.
  4. Mit geschicktem Vermögenstransfer Steuerlast minimieren: Vermögens-Übertragungen sind in Deutschland erbschaftsteuerpflichtig. Ohne steueroptimierte Planung bezahlt Ihr Erbe hier Tausende oder sogar Zehntausende Euro.

Welche Details Sie bei einem Unternehmertestament beachten müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: Unternehmertestament: Diese 4 Punkte müssen enthalten sein

Auswirkungen für Ihre Erben: Erbschaftsteuer!

Gehen Ihre Anteile am Unternehmen an die gesetzlichen Erben über, sind diese erbschaftsteuerpflichtig. Sind Sie und Ihr Unternehmen nicht auf einen Übergang vorbereitet, können Ihre Erben so mit Tausenden Euro Erbschaftssteuer belastet werden. Haben Sie allerdings vorausgeplant und Ihr Unternehmen optimiert, können Sie Ihre Anteile weitergeben ohne Ihren Erben hohe Steuerzahlungen aufzubürden.

Wie Sie dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: Die Erbschaftsteuer – Vom Experten einfach erklärt

Fazit: Rechtsform, Satzung und Testament sind im Todesfall ausschlaggebend

Welche Auswirkungen der Tod des Unternehmers hat, kommt vor allem auf die Rechtsform, die Satzung des Unternehmens sowie Ihr Testament an. Im Gesellschaftsvertrag kann beispielsweise eine bestimmte Person als Nachfolger festgeschrieben werden. Es kann aber auch festgelegt werden, dass Ihre Anteile an Mit-Gesellschafter gehen und Ihre Erben lediglich eine Kapitalabfindung erhalten.

Wichtig: Alle Regelungen müssen immer synchronisiert sein. Das bedeutet, dass beispielsweise die Regelungen in der Satzung mit den Regelungen in Ihrem Testament übereinstimmen müssen.

Damit mit Ihren Anteile auch wirklich das passiert, dass Sie möchten, müssen Sie deshalb unbedingt rechtzeitig mit der Unternehmensnachfolge-Planung beginnen. Denn eine rechtlich saubere und steueroptimierte Nachfolge muss einige Jahre im Vorhinein geregelt werden.

Sie haben noch Fragen zur Planung nach dem Tod eines Unternehmers?

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema oder möchten wissen, wie Sie eine Unternehmensnachfolge am besten planen sollten? Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr zur Unternehmensnachfolge erfahren!

Foto: © Rawpixel.com – stock.adobe.com

Mehr zu diesem Thema habe ich Ihnen in einem Video zusammengefasst. Klicken Sie auf Play!

Tod des Unternehmers

Feierabendkonzert Oberhafen Bratsche

Veranstaltungs-Tipp: Feierabendkonzert im Oberhafen

Für Freunde der klassischen Musik haben wir diesmal einen ganz besonderen Event-Tipp. Am 23. November 2022 kommt es wieder zum Feierabendkonzert im Oberhafen. Der Hamburger Kammerkunstverein lädt zur Veranstaltung, bei der die Bratschistin Alla Rutter ein paar Highlights aus ihrem umfangreichen Repertoire zum Besten gibt.

Gemeinsam mit dem Pianisten Franck-Thomas Link spielt sie beim etwa einstündigen Konzert Stücke von Johann Sebastian Bach (Sonate g-moll BWV 1029), Max Reger (1. Satz aus der 1. Suite für Viola solo Op. 131d) und Robert Schumann (Märchenbilder für Klavier und Viola op. 113). Start der Veranstaltung ist um 18 Uhr. Einlass ab 17 Uhr.

Details zur Veranstaltung:

  • Beginn: 18 Uhr
    • Bar und Abendkasse öffnen bereits um 17 Uhr
    • Lounge ist ab 19 Uhr geöffnet
  • Veranstaltungs-Ort:
    • HALLE424, Stockmeyerstraße 43
    • Tor 24, 20457 Hamburg
  • Ticketpreise:
    • im Vorverkauf: 15 Euro
    • an der Abendkasse: 18 Euro

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter dem nachfolgenden Link: kammerkunst.de

Sie haben Fragen an uns?

Wenn Sie Fragen rund zum Thema Steuerberatung haben, dann vereinbaren Sie einfach einen Gesprächstermin mit mir oder einem unserer Experten. Wir stehen wir Ihnen gerne jederzeit für ein Beratungsgespräch zur Verfügung.

Arrangieren Sie einen Termin per Telefon (+49 40 443311), per E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder über unser Kontaktformular (hier klicken).

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Foto: © stock.adobe.com – SirChopin

Möglichkeiten nach der Insolvenz Beitragsbild

Nach der GmbH ist vor der GmbH? Ihre Möglichkeiten nach einer Insolvenz

Wenn Sie als Geschäftsführer ein Unternehmen in den Konkurs führen, bedeutet dies nicht automatisch auch ein Ende Ihrer Geschäftsführer-Karriere. Welche Möglichkeiten haben Sie nach einer Insolvenz?

Selbst nach der Insolvenz ist die Gründung einer neuen Firma möglich. Unter welchen Umständen Sie eine neue GmbH gründen können und was dabei zu beachten ist, will ich Ihnen daher im folgenden Beitrag näher bringen. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 15. November 2022 aktualisiert.

Sollten Sie die Insolvenz immer so lange wie möglich hinauszögern?

Davon muss ich Ihnen ganz klar abraten. Wenn Ihre Firma zahlungsunfähig ist und Sie die Insolvenz nicht innerhalb von drei Wochen anmelden, machen Sie sich wegen Insolvenzverschleppung strafbar. Unter Umständen können Sie sogar zu einer Gefängnisstrafe verurteilt werden.

Das Besorgniserregende: Viele Unternehmer kennen diese Frist nicht und wissen auch nicht so wirklich, was eine Insolvenzverschleppung ist.

Darum habe ich diesem Thema schon vor einiger Zeit einen eigenen Beitrag gewidmet. Wenn Sie mehr zur Insolvenzverschleppung erfahren möchten, klicken Sie jetzt auf diesen Link: Insolvenzverschleppung: Diese Strafen drohen Ihnen als Geschäftsführer

Möglichkeiten nach einer Insolvenz: Wann dürfen Sie als “gescheiterter” Unternehmer eine neue GmbH gründen?

Prinzipiell ist für Sie als Geschäftsführer eine Neugründung nach der Insolvenz möglich. Allerdings ist dies unter anderem davon abhängig, wie Ihre alte GmbH geführt wurde.

Sollten Sie sich nämlich in Ihrem ehemaligen Unternehmen strafbar gemacht haben, ist es Ihnen als Geschäftsführer nicht mehr erlaubt, eine neue Firma zu gründen.

Handeln Sie also entgegen dem Gesetz, dürfen Sie nie wieder die Position eines Geschäftsführers oder Gesellschafters einnehmen.

Achtung: Nicht immer begeht man als Geschäftsführer eine Straftat mit Absicht. Wie ich durch meine langjährige Arbeit als Steuerberater weiß, entstehen viele Straftaten ohne die Kenntnis des Geschäftsführers.

Wie es zu solchen Fällen kommen kann und wie Sie sich als Geschäftsführer am besten davor schützen, können Sie in meinem umfangreichen Beitrag zur GmbH Geschäftsführerhaftung nachlesen.

Trifft dies nicht auf Sie zu, steht einer neuen GmbH-Gründung an sich nichts im Wege.

Entwarnung für Gesellschafter: Strafbar machen sich regelmäßig die Geschäftsführer, nicht die Gesellschafter. Wenn Sie also ein stiller oder ein Minderheits-Gesellschafter sind, betrifft Sie die Strafbarkeit nicht.

Möglichkeiten nach einer Insolvenz: Was könnte die Gründung Ihrer neuen GmbH verhindern?

Neben der oben beschriebenen rechtmäßigen Führung Ihres Unternehmens, ist auch entscheidend, wie Sie die Insolvenz der GmbH privat finanziell trifft.

Denn obwohl die Haftung bei der GmbH grundsätzlich auf die Einlage beschränkt ist, können Sie sehr wohl auch persönlich haften. Das kann etwa der Fall sein, wenn Sie Ihre GmbH erst vor Kurzem (innerhalb der letzten fünf Jahre) gegründet haben.

Ist das der Fall, haften Sie bis zum Ablauf der fünfjährigen Frist nach wie vor mit Ihrem Privatvermögen. Eine Insolvenz der GmbH kann also schnell auch zur Privatinsolvenz führen.

Sollten Sie privat insolvent (gewesen) sein, dann ist es Ihnen verboten, für einen längeren Zeitraum hinweg privates Vermögen zu besitzen. Dies schließt auch eine GmbH mit ein. Daher können Sie im Falle einer Privatinsolvenz kein neues Unternehmen gründen.

Sie dürfen nicht einmal „richtig“ investieren: Rein theoretisch dürfen Sie GmbH-Anteile eines neuen Unternehmens kaufen, allerdings bedeutet dies, dass Ihre Anteile an der Firma (da diese zu Ihrem Vermögen zählen) der Insolvenzmasse unterworfen sind.

Das heißt: Ihre neu erworbenen GmbH-Anteile werden dafür genutzt, noch ausstehende Schulden zu begleichen.

Worauf müssen Sie bei Ihrer neuen GmbH zusätzlich achten?

Falls Sie als gescheiterter Geschäftsführer eine neue GmbH gründen dürfen, gibt es für Sie vor allem noch eines zu beachten: das gesetzliche oder auch vertragliche Wettbewerbsverbot.

Nur wenn dieses nicht verletzt wird, darf Ihre neue Firma im selben Aufgabenbereich arbeiten wie Ihre alte GmbH. Sollten Sie ohnehin in eine neue Branche wechseln wollen, spielt das Betätigungsfeld des ehemaligen Unternehmens jedoch keine Rolle.

Wie können Sie eine Insolvenz verhindern?

Der beste Schutz vor allen in diesem Artikel erwähnten Einschränkungen ist, eine Zahlungsunfähigkeit um (fast) jeden Preis zu verhindern. Sie müssen also Ihr Unternehmen auf finanziell gesunde Beine stellen. Folgende drei konkrete Maßnahmen helfen Ihnen dabei:

Budgets erstellen und Kosten besser kontrollieren

Das Budget ist die Planung der wahrscheinlichen Einnahmen und Ausgaben für ein Geschäftsjahr. Haben Sie ein genaues Budget festgelegt, sind viele Ausgaben bereits genau geplant. Dadurch ist es für fast alle Unternehmer leichter, diszipliniert vorzugehen und unnötige Ausgaben zu vermeiden.

Sie legen im Vorhinein Ihre Ziele fest und im Budget werden die Mittel festgelegt, die zum Erreichen der Ziele benötigt werden.

Halbjahresbilanzen machen und Probleme frühzeitig erkennen

Eine Halbjahresbilanz ist eine Bilanz zur Hälfte des Geschäftsjahres. Damit sehen Sie schon frühzeitig, wo Sie wirtschaftlich stehen und ob Sie eventuell in der zweiten Jahreshälfte gegensteuern müssen.

Eine Halbjahresbilanz erleichtert deshalb die Unternehmensplanung und kann auch als Tool zur Steuergestaltung verwendet werden. Denn Sie sehen, ob Sie nötige Investitionen vorziehen oder ins nächste Geschäftsjahr schieben sollten. So können Sie Ihre Steuerlast optimieren.

Mehr zum Thema Halbjahresbilanz erfahren Sie hier: Diese 3 Vorteile haben Unternehmer durch eine Halbjahresbilanz

Soll/Ist-Vergleich erstellen und Planungsfehler in Zukunft vermeiden

Bei einem Soll/Ist-Vergleich werden die tatsächlichen Zahlen aus der Bilanz oder der Gewinn-und-Verlust-Rechnung mit dem im Vorjahr kalkulierten Budget verglichen. Stimmen diese Zahlen hinten und vorne nicht zusammen, müssen Sie dringend an Ihrer Budget-Erstellung arbeiten.

Manchmal kann die Kluft mit überraschenden Ereignissen während des Geschäftsjahres erklärt werden. Oft wurde aber einfach nicht genug Zeit für die Planung und Budgetierung verwendet. Geht dann dieser Plan nicht auf, kann Ihr Unternehmen in große Schwierigkeiten geraten.

Fazit: Wer sich an das Gesetz hält, darf Geschäftsführer bleiben

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, hängt viel davon ab, unter welchen Umständen die alte GmbH insolvent ging. Sollten Sie sich als Geschäftsführer korrekt verhalten haben, besteht für Sie prinzipiell immer die Möglichkeit, erneut eine GmbH zu gründen. Bevor Sie allerdings Ihre zweite Firma zu planen beginnen, rate ich Ihnen zuvor, Ihre Möglichkeiten abzuklären. Die Gründung einer neuen GmbH kann sich – besonders wenn die vorangegangene aus finanziellen Gründen scheiterte – als schwieriger erweisen.

Die GmbH-Finanzierung und das Vertrauen von neuen Geschäftspartnern sind hier nur einige der Punkte, die auf Sie zukommen.

Weitere Informationen rund um das Thema Insolvenz finden Sie hier:

Sie haben weitere Fragen zu den Möglichkeiten nach einer Insolvenz?

Sie möchten mehr darüber wissen, welche Möglichkeiten Sie nach einer Insolvenz haben? Dann vereinbaren Sie einfach einen Termin. Sollten Sie als Geschäftsführer noch Fragen zu Ihrem Recht und der Gründung einer neuen GmbH haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr darüber erfahren!

Foto: © photoschmidt – stock.adobe.com