Auto als Sachwert

Wissen für GmbH Inhaber: Worauf Sie bei Autos achten müssen

Sie haben gerade eine GmbH gegründet und fragen sich, ob Sie Ihr Privatauto an Ihre GmbH übertragen sollen? Können Sie hier irgendwelche Steuervorteile beanspruchen oder handelt es sich dabei um eine “Steuerfalle”, die Sie vermeiden müssen?

Meine kurze Antwort: Bei einer Einbringung des eigenen Autos in die GmbH überwiegen in der Regel die Nachteile.

Warum das so ist, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Außerdem erkläre ich Ihnen, mit welcher Optimierung Sie wirklich sparen und warum Ihr nächster Firmenwagen aus steuerlicher Sicht ein Elektroauto sein sollte.

Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2021 aktualisiert.

Privates Auto in die GmbH einbringen: Warum sollten Sie es vermeiden?

Die Einbringung Ihres Privatvermögens in die GmbH wird mit etwa 50 % versteuert. Sie müssen nämlich Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer und den Solidaritätszuschlag bezahlen.

Aufgrund dieser hohen Besteuerung sollten Sie immer nur das Privatvermögen in Ihre GmbH einbringen, von dem Sie auch wirklich langfristig profitieren.

Nach mehr als 15 Jahren als Steuerberater kann ich Ihnen sagen: Bei einem Auto ist das (bis auf eine einzige Ausnahme) nie der Fall.

GmbH Gründung mit Sachwerten: In dieser Ausnahmesituation kann die Einbringung sinnvoll sein

Bei einer sogenannten Sachgründung können Sie eine GmbH gründen, ohne das benötigte Stammkapital von 25.000 Euro in bar einzahlen zu müssen.

Stattdessen können Sie einen Sachwert (also zum Beispiel Ihr Auto) in die GmbH einbringen.

Aber Achtung: Wenn sich im Insolvenzfall herausstellt, dass Ihr Auto nicht dem in der Bilanz angesetzten Wert entspricht, haften Sie für den Differenzbetrag zwischen Wertansatz und tatsächlichem Verkaufspreis mit Ihrem Privatvermögen.

Das bedeutet: Wenn der Wert Ihres Autos in der Bilanz mit 25.000 Euro angesetzt ist und der Masseverwalter es im Zuge eines Insolvenzverfahrens nur für 15.000 Euro verkaufen kann, haften Sie für den Unterschied von 10.000 Euro persönlich.

Ob Sie Ihr Auto als Sachwert für die Gründung einer GmbH einsetzen, ist deshalb von Ihrer eigenen Risikobereitschaft abhängig.

In welcher Situation eine Sachgründung für Sie empfehlenswert ist, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-was-ist-eine-sachgruendung-gefahr-oder-chance/

Steuervorteile beim Firmenwagen-Kauf: Was ist der Investitionsabzugsbetrag?

Der Investitionsabzugsbetrag bietet Ihnen die Möglichkeit, Ihr Firmenauto bereits vor dem Kauf zu 60% abzuschreiben:

  • In der sogenannten Planungsphase (höchstens 3 Jahre vor dem Kauf) können Sie 40% der voraussichtlichen Investitionshöhe abschreiben.
  • Wenn Sie das Auto nach diesen 3 Jahren gekauft haben, können Sie weitere 20% des Kaufpreises sofort abschreiben.

Um den Investitionsabzugsbetrag tatsächlich nutzen zu können, müssen Sie sich aber an 2 Regeln halten:

  • Sie müssen das Auto zu mindestens 90% betrieblich nutzen
  • Das Auto muss mindestens 1 Jahr in Ihrem Unternehmen bleiben

Zusätzlich muss ihr Unternehmen eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Ihr Eigenkapital darf nicht mehr als 235.000€ betragen (beim Bilanzieren).
  • Ihr Gewinn darf nicht mehr als 100.000€ betragen (bei einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung).

Firmenauto privat nutzen: Müssen Sie ein Fahrtenbuch führen?

Um den Investitionsabzugsbetrag nutzen zu können, müssen Sie als Geschäftsführer einer GmbH kein Fahrtenbuch führen. Ihr Firmenwagen gilt immer als 100% betriebliches Wirtschaftsgut.

Dasselbe gilt für Firmenwagen Ihrer Mitarbeiter. Auch hier können Sie immer den Investitionsabzugsbetrag beanspruchen, ohne ein Fahrtenbuch führen zu müssen.

Nur als Einzelunternehmer oder Gesellschafter einer Personengesellschaft (KG, oHG oder GbR) müssen Sie mit einem Fahrtenbuch nachweisen, dass Sie das Auto zu mindestens 90% betrieblich nutzen.

Wegen dieser 3 steuerlichen Vorteile sollte Ihr nächster Firmenwagen ein Elektroauto sein

1. Vorteil: Sie erhalten eine Kaufprämie von 9.000 Euro pro Elektroauto

Beim Kauf eines Elektroautos erhalten Sie 6.000 Euro Umweltbonus und eine Innovationsprämie von 3.000 Euro.

Den Antrag können Sie ganz einfach online stellen.

Wichtig: Sie erhalten beide Zahlungen auch, wenn Sie das Fahrzeug leasen.

2. Vorteil: Sie zahlen bis zu 10 Jahre keine KFZ Steuer

Die KFZ Steuer wird anhand des Hubraums und der Emissionswerte des Autos berechnet. Für die drei in Deutschland beliebtesten (Verbrenner)-Dienstwagen müssen Sie hier mit folgenden jährlichen Kosten rechnen:

  • VW Passat: 100 bis 300 Euro (je nach Modell)
  • VW Golf: 100 bis 220 Euro (je nach Modell)
  • Audi A4: 90 bis 300 Euro (je nach Modell)

Bei einem Elektroauto fallen diese Kosten komplett weg.

3. Vorteil: Ihre Mitarbeiter zahlen bei einer privaten Nutzung 75% weniger Steuern

Wenn Ihre Mitarbeiter den Dienstwagen auch privat nutzen, wird bei einem Auto mit Verbrennungsmotor jedes Monat 1% des Kaufpreises zum Gehalt hinzugerechnet und muss somit versteuert werden.

Bei einem Elektroauto werden hingegen nur 0,25% des Kaufpreises zum Gehalt dazugerechnet und versteuert.

Zusätzlich zu diesen steuerlichen Vorteilen profitieren Sie natürlich auch von allen anderen Vorzügen moderner Elektroautos, wie zum Beispiel niedrigen laufenden Kosten.

Fazit: Bei Autos gibt es für GmbH-Inhaber viel steuerliches Sparpotential

Ihr privates Auto in die GmbH einzubringen ist aus steuerlicher Sicht meistens keine gute Idee. Sie müssen diese Einbringung nämlich mit ca. 50% besteuern.

Die viel besseren steuerlichen Optimierungsmöglichkeiten sind:

  • Sie kaufen über die GmbH einen Firmenwagen und nutzen den Investitionsabzugsbetrag
  • Sie setzen auf ein Elektroauto und sichern sich 9.000 Euro Kaufprämie sowie weitere steuerliche Vorteile

Sie haben nach diesem Beitrag noch weitere Fragen zu Firmenautos? Oder möchten Sie auf den Euro genau wissen, wie Sie beim nächsten Firmenwagen-Kauf dank des Investitionsabzugsbetrags profitieren?

All diese Fragen kann ich Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch in meiner Steuerkanzlei beantworten.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Verdeckte Gewinnausschüttung

Verdeckte Gewinnausschüttung: So machen sich Gesellschaften und Gesellschafter strafbar

Wissen Sie, was eine sogenannte verdeckte Gewinnausschüttung ist? Oder anders gefragt: Haben Sie persönlich schon Geld oder Leistungen von Ihrer GmbH erhalten, die eine fremde Person nicht erhalten hätte?

Wenn Sie auf die zweite Frage mit “Ja” geantwortet haben, dann könnten Sie sich bereits strafbar gemacht haben.

Unvorhergesehene Begünstigungen, wie zum Beispiel eine verdeckte Gewinnausschüttung, sind nämlich gesetzlich verboten und werden vom Finanzamt bestraft.

Für Gesellschafter wie auch Gesellschaften ist es wichtig, die nötigen Vorkehrungen gegen solche Geschäfte zu treffen.

Aus diesem Grund möchte ich Ihnen im folgenden Beitrag erklären:

Dieser Beitrag wurde am 28. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist eine verdeckte Gewinnausschüttung?

Die verdeckte Gewinnausschüttung (kurz: vGA) ist im Körperschaftssteuergesetz festgehalten und betrifft außernatürliche Ausschüttungen des Unternehmensgewinnes, die Gesellschaftern zukommen.

Kurz gesagt: Um eine vGA handelt es sich, wenn ein Gesellschafter auf Kosten der Firma Vorteile erhält (z.B. zu hohe Miets- oder Gehaltzahlungen), die eine fremde Person nicht bekommen würde (siehe § 8 Abs. 3 KStG).

In der Regel ist der Geschäftsführer für eine verdeckte Gewinnausschüttung verantwortlich. Konkret muss mindestens eines der folgenden 3 Kriterien erfüllt sein:

  1. Die Vermögensmehrung der Gesellschaft wird verhindert.
  2. Das Vermögen der Gesellschaft wird unrechtmäßig gemindert.
  3. Für die Zahlung bzw. Leistung liegt kein im Vorhinein geschlossener schriftlicher Vertrag vor.

Zugegeben: Für Sie klingt diese Definition vermutlich etwas abstrakt. Deshalb möchte ich Ihnen diese Regeln jetzt mit leicht verständlichen Praxisbeispielen erklären.

Verdeckte Gewinnausschüttung: 6 häufige Fälle einfach erklärt

Ein Großteil aller verdeckten Gewinnausschüttungen passiert unabsichtlich. Viele Unternehmer wissen schlichtweg nicht, dass bestimmte Vereinbarungen verboten sind.

Damit Ihnen das nicht passiert, habe ich die sechs häufigsten Fehler zusammengefasst:

1. Sie verkaufen Ihrer Gesellschaft einen Gegenstand zu einem überhöhten Preis

Achtung: Wenn Sie einen Teil Ihres Vermögens an Ihre Gmbh übertragen, muss der Wert dem ungefähren Marktwert entsprechen.

Ansonsten geht der Gesetzgeber davon aus, dass Sie sich auf Kosten Ihrer GmbH bereichtert haben.

Mein Tipp: Wenn Sie bei solchen Transaktionen ein Wertgutachten von einem Sachverständigen erstellen lassen, sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

2. Sie vermieten ein Gebäude oder ein Lager zu nicht marktkonformen Konditionen an Ihre GmbH

Bei der Vermietung eines Büros an Ihre Gesellschaft müssen Sie aufpassen: Hier gilt der gleiche Grundsatz wie beim oben erklärten Verkauf.

Die Miete muss den Marktpreisen entsprechen.

3. Sie bezahlen Ihre privaten Ausgaben mit dem GmbH-Konto und erstatten das Geld nicht zurück

Den Lebensmitteleinkauf schnell mit der Firmen- anstatt mit der eigenen Karte bezahlen? Keine gute Idee!

Um auf Nummer sicher zu gehen, sollten Sie alle privaten Ausgaben immer von Ihrem persönlichen Konto bezahlen.

Das mag zwar manchmal ein bisschen aufwändiger sein, spart aber unterm Strich viel Ärger mit dem Finanzamt.

4. Sie zahlen sich nachträglich ein hohes Jahresgehalt aus

Zu Beginn des Geschäftsjahres legen Sie erstmal ein niedriges Gehalt fest, da Sie nicht wissen, wie das Geschäftsjahr laufen wird? Sie denken, dass Sie das Gehalt im Falle eines überdurchnittlichen Jahres ohnehin noch nachträglich anpassen können?

Davon rate ich Ihnen ganz klar ab. Legen Sie gleich zu Beginn ein realistisches Gehalt fest. Denn eine nachträglich Anpassung kann sehr schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung sein.

5. Sie nutzen Ihr Firmenauto privat, ohne einen Überlassungsvertrag abzuschließen

Wenn Sie Ihr Firmenauto auch privat nutzen wollen, muss immer ein Vertrag abgeschlossen werden. Denn die private Nutzung eines Firmenautos ist ein sogenannter Sachbezug und muss auch besteuert werden.

Verwenden Sie das Firmenauto einfach so für private Fahrten, begehen Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung.

6. Sie gewähren Ihrer GmbH einen Kredit der nicht den Marktkonditionen entspricht

Hier gilt wieder dasselbe Prinzip wie beim Verkauf oder bei der Vermietung: Wenn Sie eine Gesellschafter Fremdfinanzierung vornehmen, darf der Zinssatz nicht viel höher oder niedriger als der durchschnittliche Marktzinssatz sein.

Denken Sie immer daran: Wie viel würde ein unbeteiligter Dritter verlangen bzw. bezahlen?

Welche Strafen drohen Ihnen bei einer verdeckten Gewinnausschüttung?

Eine verdeckte Gewinnausschüttung kann für Sie als (Mehrheits)-Gesellschafter bzw. Geschäftsführer und Ihre GmbH folgende Konsequenzen haben:

  1. Alle unrechtmäßigen Betriebsausgaben (zu hohe Mieten, zu hohes Gehalt, etc.) müssen rückgängig gemacht werden. Dadurch erhöht sich der Gewinn Ihres Unternehmens und Ihre Firma muss Gewerbe- und Körperschaftssteuern nachzahlen.
  2. Aus der verdeckten wird eine offene Gewinnausschüttung. Das bedeutet: Das Geld, dass Sie unrechtmäßig von Ihrem Unternehmen erhalten haben, muss mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz nachversteuert werden.

Das Worst-Case-Szenario: Ein Verfahren wegen versuchter Steuerhinterziehung

Zusätzlich zu den hohen Steuernachzahlungen kann das Finanzamt in schweren Fällen Anklage gegen Sie erheben. Der Vorwurf: Versuchte Steuerhinterziehung.

Bei einer Steuerhinterziehung (egal ob vorsätzlich oder nicht) kann Sie als Geschäftsführer eine Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren erwarten. Der Grund dafür ist die sogenannte GmbH Geschäftsführerhaftung.

Im Rahmen dieser Haftung können Sie als Geschäftsführer persönlich für Fehlverhalten wie beispielsweise einer Steuerhinterziehung oder einer Steuerverkürzung verantwortlich gemacht werden.

So werden Minderheits-Gesellschafter durch eine verdeckte Gewinnausschüttung geschädigt

Während sich der Geschäftsführer oder Mehrheits-Gesellschafter direkt strafbar machen, hat eine verdeckte Gewinnausschüttung für Minderheitsgesellschafter andere wirtschaftliche Folgen.

Im Falle einer verdeckte Gewinnausschüttung durch den Mehrheitsgesellschafter wird nämlich der zu verteilende Gewinn der GmbH vermindert. Das heißt auch, dass der Gewinn-Anteil eines Minderheits-Gesellschafters geschmälert wird.

Das heißt: Da sich der Mehrheits-Gesellschafter unerlaubterweise bereichert hat, sinkt der Gewinn-Anteil des Minderheitsgesellschafters.

Beim Aufkommen einer verdeckten Gewinnausschüttung haben Sie als Minderheitsgesellschafter jedoch Anspruch auf Schadensersatz.

Wie Sie als Minderheitsgesellschafter in solch einem Fall am besten vorgehen, sollten Sie immer mit Ihrem Rechtsanwalt besprechen. Als Steuerberater darf ich Sie hierzu nicht rechtlich beraten.

Der Haken am Schadensersatz-Anspruch: Eine verdeckte Gewinnausschüttung ist nicht immer zweifelsfrei zu beweisen. Kann dem Mehrheits-Gesellschafter nicht zweifelsfrei ein Fehlverhalten nachgewiesen werden, erhalten Sie keinen Schadensersatz.

Als Minderheitsgesellschafter sollten Sie deshalb auch Vorkehrungen treffen, damit es gar nicht erst zu einer solchen Situation kommt. Möglichkeiten hierfür erfahren Sie weiter unten in diesem Blogbeitrag.

Welche weiteren Rechte Sie als Minderheitsgesellschafter haben und wie Sie sich in Ihrem Vertrag absichern können, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/so-sichern-sie-sich-mitbestimmungsrechte-als-gmbh-minderheitsgesellschafter/

Wie können Sie eine verdeckte Gewinnausschüttung verhindern?

Als redlicher Geschäftsführer einer Gesellschaft wollen Sie teure Nachzahlungen oder Gefängnisstrafen natürlich verhindern.

Das Problem: Trotz Ihres neu erworbenen Wissens ist das Risiko, dass Sie unwissentlich eine verdeckte Gewinnausschüttung begehen, ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen weiterhin hoch.

Da ich Sie nicht einfach so “im Regen stehen lassen” möchte, stelle ich Ihnen jetzt aber drei bewährte Wege vor, mit denen Sie Ihr Risiko einer verdeckten Gewinnausschüttung stark senken können.

Weg #1: Der Fremdvergleich

Bei einem Fremdvergleich handelt es sich um ein Richtmaß, mit welchem steuerliche Verhältnisse beurteilt werden.

Wie ein Fremdvergleich genau funktioniert, verrät schon der Name: Wenn Sie mit Ihrer Gesellschaft Geschäfte abschließen wird verglichen, ob auch eine fremde Dritte Person diese Konditionen erhalten hätte.

Hier möchte ich Ihnen nochmal ein ähnliches Beispiel wie oben in Erinnerung rufen:  Sie vermieten Ihrem Unternehmen ein Lager und erhalten dafür 1.000 Euro im Monat. Würden Ihnen ein Fremder, der ein Lager mit derselben Größe anmieten möchte, den gleichen Betrag zahlen?

Würde der Fremde maximal 600 Euro bezahlen, hält Ihr Geschäft mit Ihrem Unternehmen dem Fremdvergleich nicht stand. Um keine verdeckte Gewinnausschüttung zu begehen, müssen Sie den Mietvertrag anpassen.

Weg #2: Einhaltung der Formvorschrift

Ebenso hilfreich gegen eine verdeckte Gewinnausschüttung sind Formalitäten. Das heißt für Sie als Geschäftsführer:

  • Verfassen Sie immer schriftliche Vereinbarungen
  • Setzen Sie nur auf offene, überprüfbare Übereinkommen
  • Formulieren Sie alle Inhalte so klar wie möglich

Weg #3: Das Tax CMS

Als Steuerberater empfehle ich jeder Gesellschaft ein wirksames Kontrollsystem, wie zum Beispiel ein Tax CMS.

Mit diesem System werden alle Prozesse innerhalb Ihres Unternehmens festgehalten, die Ihre redlichen Absichten belegen.

Auf diese Weise kann das Finanzamt bei Unregelmäßigkeiten nicht mehr von einer verdeckten Gewinnausschüttung, beziehungsweise versuchter Steuerhinterziehung ausgehen.

Was ein Tax CMS genau ist und welche Vorteile es Ihnen als Unternehmer einbringt, habe ich in einem anderen Blogbeitrag von mir dargelegt.

Zum Nachlesen klicken Sie bitte einfach auf den folgenden Link: So schützt die Digitalisierung Sie als Unternehmer vor Vorwürfen der Steuerhinterziehung

Fazit: Seien Sie bei Geschäften mit Ihrer GmbH sehr vorsichtig…

Immer, wenn Sie mit Ihrer Gesellschaft Verträge abschließen oder sich Geld auszahlen, sollten Ihre Alarmglocken schrillen. Denn in genau diesen Situationen rutschen viele Unternehmer (ungewusst) in eine verdeckte Gewinnausschüttung.

Auch wenn die verdeckte Gewinnausschüttung unabsichtlich passiert, drohen Ihnen empfindliche Steuernachzahlungen von mehreren Tausend Euro.

Das Positive: Mit einfachen Mitteln, wie z.B. dem Fremdvergleich oder dem internen Tax CMS, können Sie als Gesellschaft Geschäftsführer strafbare Ausschüttungen erfolgreich verhindern.

Wenn Sie wissen möchten, wie Sie die drei im Beitrag vorgestellten Wege am besten umsetzen oder wie Sie sich sonst noch vor einer verdeckten Gewinnausschüttung schützen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Sie können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Steuerbetrug-Symbolfoto

Steuerbetrug: So schnell bringen Sie zu aggressive Gestaltungsmaßnahmen ins Gefängnis

Wissen Sie eigentlich, welche Steuergestaltungs-Maßnahmen zulässig sind und ab wann das Finanzamt von einem Steuerbetrug ausgeht? Ist das überhaupt genau geregelt oder liegt hier vieles im Ermessensspielraum der jeweiligen Steuer-Beamten?

Sie sind bei diesen Fragen unsicher und schreckten daher bisher vor Steuergestaltungsmaßnahmen gänzlich zurück?

Das kann ich durchaus nachvollziehen.

Für Sie als Unternehmer sind diese Gesetze und Verordnungen wahrscheinlich ein undurchsichtiges Netz aus Juristendeutsch.

Da Sie nicht stundenlang Zeit haben, um sich in die Materie einzuarbeiten, glauben Sie, nie einen Überblick über dieses Thema zu bekommen.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: Ich erkläre Ihnen leicht verständlich und mit praktischen Beispielen alles, was Sie als Unternehmer zum Thema Steuerbetrug wissen müssen.

Sie erfahren in weniger als 10 Minuten Lesezeit:

Dieser Beitrag wurde am 27. Juli 2021 aktualisiert.

Wo beginnt für den Gesetzgeber der Steuerbetrug?

Streng genommen ist jeder unrichtige Bilanzansatz bereits ein Steuerbetrug. Im Steuerstrafrecht wird hier keine klare Grenze gezogen. Jeder ungerechtfertigte Steuervorteil wird als Steuerhinterziehung gesehen.

In der Praxis wird dieser Grundsatz aber nicht in dieser Schärfe angewandt. Wird bei einer Steuerprüfung ein Fehler entdeckt, wird ein unrichtiger Bilanzansatz oft einfach korrigiert.

Das heißt, Sie bekommen einen neuen Steuerbescheid und leisten eine Nachzahlung. Damit wäre der Fall erledigt und es kommt zu keinem Strafverfahren.

Anders sieht es aus, wenn Sie bewusst einen steuerlichen Missbrauch von Gestaltungsmöglichkeiten (nach § 42 AO) begangen haben. Bei welchen konkreten Maßnahmen ein solcher Missbrauch vorliegt, lässt sich bei Steuergestaltung innerhalb Deutschlands leider nicht pauschal sagen.

Hier kommt es immer auf den jeweiligen Fall an und wie die zuständigen Beamten die Steuergestaltung beurteilen. Wie das in der Praxis aussehen könnte, erkläre ich Ihnen weiter unten mit einem leicht verständlichem Fallbeispiel.

Bei grenzüberschreitender Gestaltung wurden mit 1.1.2020 allerdings neue Gesetze (§§138a – 138k AO) erlassen und “beliebte” Gestaltungsmaßnahmen beim Namen genannt.

Grenzübergreifende Gestaltungsmaßnahmen, wie etwa das “Verschieben” von Gewinnen in Niedrigsteuerländer, müssen jetzt dem Finanzamt gemeldet werden. Dieses entscheidet dann, ob die Maßnahmen zulässig sind oder ein Steuerbetrug vorliegt.

Je nachdem, wie erfolgreich diese neuen Gesetze sind, kann es durchaus sein, dass in der Zukunft auch eine Meldepflicht für innerdeutsche Steuergestaltung eingeführt wird.

Vorsicht vor der Geschäftsführerhaftung: Welche Strafen drohen Ihnen bei Steuerbetrug?

Als Geschäftsführer sind Sie gesetzlich dazu verpflichtet sämtliche Geschäfte “mit der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes” durchzuführen (§ 43 GmbHG).

Das bedeutet: Wenn Sie Ihre Sorgfaltspflicht verlezten, haften Sie für mögliche Schäden persönlich und wenn Sie “nur” ein angestellter Geschäftsführer sind, kann die GmbH von Ihnen Schadenersatz fordern.

Welche Strafen Ihnen konkret blühen, hängt vor allem vom genauen Tatbestand ab. Unter anderem sind hier zwei Szenarien denkbar:

Szenario 1: Steuerhinterziehung

Werden wegen eines Betrugsverdachts Ermittlungen gegen Sie eingeleitet, geht das Finanzamt pauschal immer von einer Steuerhinterziehung aus. Denn wie oben erklärt ist jeder unrichtige Bilanzansatz zunächst eine versuchte Steuerhinterziehung.

Auch, wenn Sie Ihre Steuern nicht in voller Höhe oder zu spät überweisen, begehen Sie eine Steuerhinterziehung.

Erhärten sich die Vorwürfe und Sie können keine Informationen vorweisen, die Sie entlasten, kommt es in der Praxis sehr häufig zu einer Verurteilung.

Mögliches Strafmaß bei der Steuerhinterziehung: Geldstrafen von bis zu 50.000 Euro. Bei schwerwiegender Hinterziehung eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren.

Szenario 2: Steuerverkürzung

Eine Steuerverkürzung ist die abgeschwächte Form der Steuerhinterziehung. Wenn sich im Ermittlungsverfahren herausstellt, dass Sie nur leicht fahrlässig gehandelt haben, können Sie nur noch wegen Steuerverkürzung verurteilt werden (§ 378 AO).

Eine weitere Erleichterung: Eine Steuerverkürzung ist “nur” eine Ordnungswidrigkeit und keine Straftat. Sie werden zwar höchstwahrscheinlich eine Geldstrafe zahlen müssen, aber das Urteil wird nicht in Ihrer Strafakte vermerkt.

Mögliches Strafmaß bei der Steuerverkürzung: Geldstrafe von bis zu 50.000 Euro.

Zu schnell und zu viel: So begehen Unternehmen häufig unabsichtlich Steuerbetrug (mit Fallbeispiel)

Grundsätzlich ist Steuergestaltung immer ein Drahtseilakt. Idealerweise nutzt man gesetzliche Spielräume aus, ohne dabei die Grenze zur Illegalität zu überschreiten. Hier muss man deshalb sehr behutsam vorgehen.

Genau hier kommt es zum meiner Meinung nach häufigsten Fehler in der Steuergestaltung: Viele Unternehmer gestalten einfach mit zu vielen Maßnahmen in zu kurzen Zeiträumen.

Dann geht das Finanzamt von einem sogenannten Gesamtplan aus. Hier wird angenommen, dass die einzelnen Gestaltungsmaßnahmen ergriffen wurden, um einen Gesamtplan zur Steuerersparnis umzusetzen.

Am besten erkläre ich Ihnen diese Gesamtplan-Rechtssprechung anhand eines praktischen Fallbeispiels:

Angenommen Sie sind Einzelunternehmer und möchten Ihren Betrieb in eine GmbH & Co. KG umwandeln.

Als Einzelunternehmer besitzen Sie Gewerbeimmobilien und bei Beendigung Ihres Einzelunternehmens würden diese Gebäude als stille Reserven besteuert.

Um diese Besteuerung zu verhindern, überführen Sie Ihre Gewerbeimmobilien in Ihre neue GmbH & Co. KG.

Erst danach schließen Sie Ihr Einzelunternehmen und haben die Besteuerung von stillen Reserven vermieden.

All das passiert in einem Zeitraum von wenigen Monaten.

Durch die Fülle an Maßnahmen (Transfer der Immobilien, Schließung des Einzelunternehmens, etc.) innerhalb dieser kurzen Zeitspanne wird der Gesetzgeber hier mit ziemlicher Sicherheit einen Gesamtplan feststellen.

Dann blüht Ihnen ein Finanzstrafverfahren.

Damit kein Gesamtplan angenommen wird, müssten die Gestaltungsmaßnahmen in diesem Fall vermutlich auf einen Zeitraum von 2 Jahren aufgeteilt werden.

Als Faustregel zum Gesamtplan können Sie sich folgendes merken: Je höher der Steuer-Betrag, den Sie durch die Maßnahmen sparen, desto länger müssen die einzelnen Schritte zeitlich auseinander liegen.

Internes Kontrollsystem und Tax CMS: So schützen Sie sich und Ihr Unternehmen vor Strafverfahren

Wie bereits weiter oben erklärt, machen Sie sich durch den Missbrauch von Gestaltungsmaßnahmen strafbar.

Hier gibt es jedoch eine Ausnahme: Haben Sie ein Internes Kontrollsystem (kurz IKS) oder ein Tax CMS, können Sie Steuer-Korrekturen ohne Strafverfahren durchführen.

Diese Besserstellung ist für Unternehmen ein großer Anreiz, um solche Systeme einzuführen.

Denn der Vorteil liegt auf der Hand: Verstoßen Ihre Gestaltungsmaßnahmen gegen das Gesetz, kommen Sie mit einem Tax CMS oder IKS vermutlich mit einer einfachen Steuernachzahlung davon.

Ohne Kontrollsysteme haben Sie hingegen ein Strafverfahren am Hals. Werden Sie verurteilt, drohen Ihnen hohe Geldstrafen und im schlimmsten Fall sogar ein Gefängnisaufenthalt.

Meine Empfehlung: Möchten Sie sich und Ihr Unternehmen bestmöglich schützen, benötigen Sie in Ihrem Unternehmen auf jeden Fall ein IKS oder ein Tax CMS.

Fazit: Digitale Kontrollsysteme reduzieren Ihr Steuerbetrugs – Risiko

Für eine ordnungsgemäße Steuergestaltung benötigen Sie viel Fachwissen, Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Gehen Sie unvorsichtig vor, begehen Sie schnell strafbaren Steuerbetrug.

Besonders wichtig ist, dass Sie nicht zu viele Maßnahmen in zu kurzer Zeit umsetzen. Dann wird vom Gesetzgeber nämlich ein verbotener Gesamtplan festgestellt und Ihnen droht ein Strafverfahren.

Zusätzlich zur genauen Planung Ihres Gestaltungs-Maßnahmen, sollten Sie ein Internes Kontrollsystem (kurz IKS) oder ein Tax CMS in Ihrem Unternehmen einführen. Denn werden Ihre Maßnahmen einmal tatsächlich als Missbrauch eingestuft, kommen Sie mit Kontrollsystemen wahrscheinlich mit einer Steuernachzahlung davon.

Sonst droht Ihnen ein Strafverfahren.

Zum Abschluss möchte ich Ihnen noch folgendes mit auf den Weg geben: Führen Sie Steuergestaltungs-Maßnahmen nie selbst durch. Holen Sie immer einen erfahrenen Steuerberater mit ins Boot.

Denn nur ein erfahrener Steuerberater weiß, welche Maßnahmen wirklich für Ihr Unternehmen geeignet sind und worauf bei der Umsetzung zu achten ist.

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu Steuergestaltungs-Maßnahmen haben oder gerne Kontrollsysteme in Ihrem Unternehmen einführen möchten, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular kontaktieren.

Ich habe mich unter anderem auf die Einführung von Tax CMS und Internen Kontrollsystemen spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Anwachsung: Diese 2 Vorteile bietet sie Ihnen bei der Umwandlung Ihres Unternehmens

Sie sind Inhaber einer Personengesellschaft wie zum Beispiel einer GbR oder einer oHG und möchten Ihren Betrieb in eine GmbH umwandeln? Sie haben in diesem Zusammenhang schon von einer Anwachsung gehört, wissen aber nicht, ob das tatsächlich eine lohnende Option bei der Unternehmensumwandlung ist?

Als Steuerberater in Hamburg habe ich bereits Dutzende Unternehmer in genau dieser Situation beraten. Die zahlreichen Vorteile einer GmbH wie die beschränkte Haftung, die zusätzlichen Möglichkeiten bei der Altersvorsorge und der Prestige-Gewinn klingen für fast jeden Inhaber verlockend.

Aber wie wandeln Sie Ihre jetzige Gesellschaft steuerschonend und mit geringem Aufwand in eine GmbH um?

Eine Möglichkeit, die sogenannte Anwachsung, stelle ich Ihnen in diesem Blogbeitrag vor.

Ich erkläre Ihnen Schritt-für-Schritt und leicht verständlich:

Dieser Beitrag wurde am 27. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist eine Anwachsung?

Zu einer Anwachsung kommt es, wenn einer oder mehrere Teilhaber aus einer Gesellschaft ausscheiden. Der Anteil dieses Gesellschafters wird dann auf die anderen Gesellschafter aufgeteilt. Genau diese Aufteilung wird Anwachsung bezeichnet.

Als Gegenleistung für die Anwachsung erhält der ausscheidende Gesellschafter eine Entschädigung, für das von ihm investierte Kapital (siehe auch § 738 BGB).

Der Gesellschafter muss dabei keine natürliche Person sein. Eine Anwachsung ist auch zwischen zwei Gesellschaften (in der Fachsprache auch juristische Personen genannt) möglich.

Wichtig: Eine Anwachsung ist nur bei Personengesellschaften (also KGs, oHGs, GbRs und GmbH & Co. KGs) möglich.

Die Anwachsung bei der Unternehmensumwandlung [mit Fallbeispiel erklärt]

Nehmen Sie an, dass Sie zusammen mit einem Geschäftspartner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) besitzen. Diese GbR möchten Sie jetzt in eine GmbH umwandeln.

Mit einer Anwachsung läuft die Umwandlung nun folgendermaßen ab:

1. Sie gründen parallel zu Ihrer GbR eine GmbH, an der Sie und Ihr Geschäftspartner beteiligt sind.

2. Diese GmbH wird Mitgesellschafterin Ihrer GbR. Die GbR hat jetzt demzufolge 3 Gesellschafter: Sie, Ihren Geschäftspartner und die GmbH.

3. Sie und Ihr Geschäftspartner treten aus der GbR aus. Damit ist die GmbH die letzte verbleibende Gesellschafterin der GbR.

4. Da Sie und Ihr Geschäftspartner aus der GbR ausgetreten sind, wachsen alle Anteile der GmbH an. Die GmbH besitzt jetzt das gesamte GbR-Vermögen.

5. Die GmbH tritt jetzt in die Fußstapfen der GbR und die GbR existiert nicht mehr.

Damit haben Sie Ihr Ziel erreicht: Ihr Unternehmen ist jetzt eine GmbH und die Unternehmensumwandlung ist abgeschlossen.

Achtung: Vermeiden Sie die “Steuerfalle” Betriebsaufgabe

Gehen Sie nicht genau nach diesem Muster vor, können Sie unabsichtlich eine sogenannte Betriebsaufgabe Ihrer GbR auslösen. In diesem Fall geht die GbR nicht in der GmbH auf, sondern wird ohne Nachfolge-Unternehmen beendet.

Für Sie bedeutet das eine hohe Steuerlast. Denn bei einer Betriebsaufgabe gehen alle Wirtschaftsgüter automatisch in Ihren Privatbesitz über. Ist der jetzige Marktwert dieser Wirtschaftsgüter höher als der Buchwert, entsteht ein fiktiver “Verkaufsgewinn” den Sie versteuern müssen.

Bei einer Anwachsung müssen Sie deshalb immer eine Betriebsaufgabe verhindern. Mein Rat lautet daher: Holen Sie sich bei der Unternehmensumwandlung mittels Anwachsung immer Hilfe von einem erfahrenen Steuerberater.

Gesamtrechtsnachfolge und Steuerneutralität: Das sind die 3 größten Vorteile

1. Gesamtrechtsnachfolge: Alle Rechte und Pflichten des alten Unternehmens gehen “nahtlos” auf die neue Gesellschaft über

Da bei der Anwachsung ein Unternehmen in der neuen Gesellschaft “aufgeht”, laufen alle Verträge der alten Gesellschaft weiter. Für Sie ist das in der Regel ein großer Vorteil.

Denn würden die Verträge nicht weiterlaufen, müssten sie alle von Ihrem Rechtsanwalt neu aufgesetzt und eventuell mit Ihren Geschäftspartnern sogar neu ausverhandelt werden.

Durch den nahtlosen Übergang ersparen Sie sich deshalb viel Zeit, Nerven und vor allem Geld.

2. Keine Steuern, wenn Sie die Anwachsung “sauber” durchführen

Bei einer Unternehmensumwandlung müssen Sie die oben angeführten Schritte penibel einhalten. Dann gilt für die Anwachsung § 20 UmwStG und Ihre Unternehmensumwandlung kann in der Regel steuerneutral durchgeführt werden.

Halten Sie diese Schritte nicht ein, nimmt das Finanzamt eine Betriebsaufgabe nach § 16 EStG an und Sie müssen die Anwachsung wie einen Unternehmensverkauf versteuern.

3. Unkomplizierter und niedrigere Kosten als eine Verschmelzung

Obwohl Sie sich bei der Anwachsung an die oben beschriebenen Schritte halten müssen, ist dieser Vorgang (fast) immer günstiger und schneller als eine Verschmelzung.

Denn bei einer Verschmelzung muss die Steuerbefreiung immer beantragt werden. In der Praxis wird leider oft auf diesen Antrag vergessen und die Verschmelzung wird wie ein normaler Verkauf versteuert.

Zusätzlich dazu müssen Sie auch wegen höherem Formaufwand (Notarielle Beurkundung, Erstellung eines Verschmelzungsberichts, Erstellung einer Verschmelzungsprüfung) mit einer längeren Dauer und Beratungskosten von mehreren Tausend Euro rechnen.

Der Spezialfall bei der Anwachsung: Die GmbH & Co. KG

Die GmbH & Co. KG ist durch ihre besondere Gesellschaftsstruktur ein Sonderfall. Anders als etwa bei einer GbR oder einer oHG sind (in der Regel) nicht nämlich nicht nur natürliche Personen an der Gesellschaft beteiligt.

Bei einer GmbH & Co. KG ist bereits immer eine GmbH als vollhaftender Komplementär beteiligt. Sie und mögliche Geschäftspartner sind Kommanditisten.

Wenn Sie und Ihre Partner nun einfach wie im obigen Beispiel aus der GmbH & Co. KG austreten, wird dieser Vorgang als einfaches Anwachsungsmodell bezeichnet. Ihre Anteile gehen an die GmbH und von der GmbH & Co. KG ist nur noch die GmbH übrig.

Anders als bei einer KG, oHG oder KG ist dieser Ablauf allerdings nicht steuerneutral.

Der Grund: Beim Austritt werden Ihre stillen Reserven aufgedeckt und müssen mit Ihrem Einkommensteuersatz versteuert werden. Je nach Höhe Ihrer stillen Reserven müssen Sie hier mit Kosten von Tausenden Euro rechnen.

Ihre Alternative zum einfachen Anwachsungsmodell ist das erweiterte Anwachsungsmodell. Dank eines in der Theorie relativ einfachen “Tricks” ist die erweiterte Anwachsung steuerfrei. Um diesen Trick umzusetzen müssen Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Sie führen bei der Komplementär GmbH der GmbH & Co. KG eine Kapitalerhöhung durch und legen Ihre Anteile an der GmbH & Co. KG so in die GmbH ein.
  2. Für das von Ihnen eingezahlte Kapital erhalten Sie Anteile an der GmbH.

Das Resultat: Ihre durchgeführte Anwachsung ist jetzt laut § 20 UmwStG steuerneutral.

Fazit: Anwachsung ist eine gute Alternative bei der Unternehmensumwandlung

Wenn Sie Ihre GbR, oHG, KG oder GmbH & Co. KG steuerschonend und ohne großen Verwaltungsaufwand in eine GmbH umwandeln möchten, ist eine Umwandlung mittels Anwachsung in der Regel eine gute Option.

Durch die sogenannte Gesamtrechtsnachfolge laufen alle Verträge normal weiter und müssen nicht angepasst, neu aufgesetzt oder gar neu ausverhandelt werden. Zusätzlich kann eine Anwachsung steuerneutral durchgeführt werden.

Das heißt, dass für die Umwandlung keine Steuerzahlung fällig wird.

Trotz dieser Vorteile sollten Sie Ihre individuelle Situation immer vom einem erfahrenen Steuerberater prüfen lassen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass für Ihr Unternehmen eine andere Art der Umwandlung besser geeignet ist.

Pauschal zu behaupten, dass eine Anwachsung für Sie immer die beste Lösung wäre, ist definitiv zu kurz gegriffen.

Sie haben weitere Fragen zur Anwachsung?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Anwachsung haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie bei dieser Form der Unternehmensumwandlung konkret achten müssen und wie Sie konkret vorgehen, um sich alle Vorteile zu sichern.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Steuergestaltung-GmbH

Steuergestaltung: Die besten Möglichkeiten für große & kleine GmbHs

Welche Möglichkeiten zur Steuergestaltung haben Sie eigentlich als GmbH-Inhaber? Machen Optimierungen nur für große Unternehmen mit Millionen-Gewinnen Sinn? Oder können auch kleinere GmbHs Ihre Steuerlast reduzieren?

Nach mehr als 15 Jahren als Steuerberater in Hamburg kenne ich die Unsicherheiten vieler Unternehmer zu diesen oder ähnlichen Fragen nur zu gut.

In diesem Beitrag möchte ich deshalb die häufigsten Fragen meiner Mandanten zur Steuergestaltung leicht verständlich und ohne sperriges “Juristendeutsch” erklären.

Eins möchte ich Ihnen gleich vorweg verraten: Steuergestaltung ist sowohl für große GmbHs mit Millionen-Gewinnen als auch für kleinere GmbHs mit Gewinnen im fünf- oder sechsstelligen Bereich sinnvoll.

Die konkreten Steuergestaltungs-Maßnahmen für große & kleine GmbHs unterscheiden sich allerdings stark. Warum das so ist, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel.

In diesem umfangreichen Beitrag lernen Sie:

Dieser Beitrag wurde am 26. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist Steuergestaltung?

Vereinfacht gesagt ist Steuergestaltung eine Tätigkeit mit dem Ziel Ihre Steuerlast zu reduzieren, ohne dabei geltende Gesetze (z.B. Einkommensteuergesetz, Körperschaftssteuergesetz, Gewerbesteuergesetz oder das GmbH-Gesetz) zu verletzen.

Hier ist vorallem Fachwissen und viel Erfahrung notwendig, denn zwischen legaler Steuergestaltung und illegalem Steuerbetrug sind die Grenzen oft fließend.

Damit Sie wissen, wo Sie mit Ihren Steuergestaltungs-Maßnahmen ansetzen können, müssen Sie allerdings zuerst wissen, wie die Steuern bei einer GmbH berechnet werden.

Wie wird die Steuerlast bei GmbHs berechnet?

Bei GmbHs wird zur Steuerberechnung immer der Gewinn eines Geschäftsjahres als Grundlage herangezogen. Dieser Gewinn errechnet sich aus der Differenz Ihrer Einnahmen und Ausgaben.

Vom Gewinn werden dann immer 15 % Körperschaftssteuer und zirka 15 % Gewerbesteuer abgezogen. Zirka 15 % deshalb, weil die Gewerbesteuer in Deutschland nicht einheitlich, sondern von Bundesland zu Bundesland verschieden ist.

Wird der Gewinn an die Gesellschafter der GmbH ausbezahlt, werden zusätzlich noch 25 % Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig.

Insgesamt kommen Sie bei ausgeschütteten Gewinnen auf eine Besteuerung von etwa 49 %.

Wie die einzelnen Steuern bei einer GmbH im Detail berechnet werden und welche Rolle das Geschäftsführergehalt bei der Besteuerung spielt, habe ich Ihnen in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

In diesem Beitrag rechne ich ein praktisches Beispiel Schritt-für-Schritt und leicht verständlich für Sie durch: https://www.steuerberatung-breit.de/realitaetscheck-wieviel-steuern-zahlen-sie-bei-einer-gmbh-wirklich/

Wie kann man mit Gestaltungsmaßnahmen die Steuerlast reduzieren?

Je höher Ihr Gewinn ausfällt, desto höher ist auch Ihre Steuerlast.

Genau hier setzt man mit Gestaltungsmaßnahmen an: Diese Methoden haben das Ziel, Ihren zu versteuernden Gewinn so klein wie möglich zu halten.

Da große GmbHs in der Regel höhere Gewinne verzeichnen, ist auch mehr Optimierungspotential vorhanden. Hier kann es sich lohnen, mithilfe von Unternehmensumwandlungen eine vermögensverwaltende GmbH oder eine Holding aufzusetzen.

Bewährte Strategien für kleine GmbHs sind beispielsweise das Ausnutzen von Sonderregelungen wie etwa dem Investitionsabzugsbetrag (dazu weiter unten mehr) oder dem geschickten “Verschieben” von Ausgaben.

Durch buchhalterische Maßnahmen kann man etwa einen Großteil der Ausgaben für die Aufbewahrung von Geschäftsdokumenten in nur einem Geschäftsjahr gewinnmindernd geltend machen. Eine detaillierte Erklärung hierzu finden Sie ebenfalls im nächsten Abschnitt.

 

Diese 4 Möglichkeiten der Steuergestaltung sind für alle GmbHs geeignet

1. Nutzen Sie den Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht Ihnen bis zu 40 % der Kosten für geplante Anschaffungen bereits 3 Jahre vor dem Kauf steuerlich geltend zu machen. Das heißt: Planen Sie, in 3 Jahren einen Firmen PKW zu kaufen, dürfen Sie 40 % des vorraussichtlichen Kaufpreises bereits jetzt gewinnmindernd einsetzen.

Was noch dazukommt: Am Ende der 3 Jahre können Sie weitere 20 % des Kaufpreises sofort von Ihrem Gewinn abziehen.

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie also 60 % der Anschaffungskosten sofort steuerlich geltend machen, obwohl diese Kosten noch gar nicht entstanden sind.

Aber Achtung: Damit Sie den Investitionsabzugsbetrag auch tatsächlich nutzen dürfen, muss Ihre GmbH 2 Voraussetzungen erfüllen:

  1. Ihre Eigenkapital darf nicht größer als 235.000 Euro sein
  2. Ihr Gewinn darf 100.000 Euro nicht übersteigen

Zusätzlich müssen Sie den geplanten Gegenstand dann auch tatsächlich kaufen. Bloßes Planen und Abziehen der vorraussichtlichen Ausgaben ohne einen Kauf ist nicht möglich.

Mehr Informationen zum Investitionsabzugsbetrag und ein detailliertes Erklär-Video, finden Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/steuerfoerderungen-teil-1-was-ist-eigentlich-der-investitionsabzugsbetrag/

2. Bilden Sie eine Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen

Laut EStG §6 dürfen für Kosten, die bei der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen entstehen, Rückstellungen gebildet werden.

Unter diese abzugsfähigen Kosten fallen beispielsweise Ausgaben für das Einscannen der Dokumente, anteilige Mietkosten für den Raum und auch Kosten für einen eventuell benötigten Server.

Wichtig: Diese Rückstellung wird in der Regel gleich für mehrere Jahre gebildet. Sie gibt Ihnen also die Möglichkeit, zukünftige Ausgaben bereits jetzt gewinnmindernd geltend zu machen.

Eine solche Rückstellung ist also hervorragend dazu geeignet, um Aufwände von einer Periode in die nächste zu “schieben”.

3. Schreiben Sie “Ladenhüter” ab

Verkaufen Sie Saisonware und der Wert Ihrer Produkte reduziert sich nach einiger Zeit wesentlich, können Sie diesen Wertverlust steuerlich geltend machen. Dazu müssen Sie aber nachweisen können, dass der Wert Ihrer Waren tatsächlich dauerhaft gesunken ist.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, können Sie steuerlich einen niedrigeren Warenwert ansetzen und den Verlust abschreiben.

Dadurch reduzieren Sie Ihren Gewinn und Sie sparen Steuern.

4. Wandeln Sie Ihre “normale” GmbH in eine atypisch stille GmbH um

Bis zu einem Gewinn von 260.533 Euro zahlen Sie bei einer atypisch stillen GmbH nur 42 % Steuern auf Ihre Gewinne. Im Vergleich zu den 49 % bei einer “normalen” GmbH sparen Sie so also 7 % an Steuern.

Aber: Eine atypisch stille Gesellschaft lohnt sich nur, wenn Sie auch den richtigen stillen Gesellschafter an Bord holen. “Atypisch” bedeutet in diesem Fall nämlich, dass der stille Teilhaber am Wachstum des Firmenwerts profitiert und Mitunternehmerrechte erhält.

Die Unternehmensumwandlung sollte also gut überlegt sein. Zerstreiten Sie sich nämlich mit Ihrem stillen Teilhaber, kann er sich auf unerwünschte Weise in Ihre Unternehmensführung einmischen. In diesem Fall macht dieser Nachteil wahrscheinlich Ihre Steuervorteile zunichte.

Detaillierte Informationen zur atypisch stillen GmbH und worauf Sie hier keinesfalls vergessen dürfen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst.

Klicken Sie auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-atypisch-still-mehr-liquiditaet-weniger-steuern/

Zwei Bonus-Tipps für Sie im Video einfach erklärt

Zusätzlich zu den Tipps aus diesem Beitrag hätten Sie gerne noch weitere Möglichkeiten, wie Sie als Unternehmer Steuern gestalten können? Dann ist mein Video zum Thema Steuergestaltung für Sie genau richtig.

In diesem Video erkläre ich Ihnen meine Top 6 Möglichkeiten der Steuergestaltung für GmbHs. Sie erhalten also zu den 4 Tipps aus diesem Artikel noch 2 Bonus-Tipps dazu.

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Diese 2 steuerlichen Umgestaltungen sind besonders für größere GmbHs geeignet

1. Lagern Sie Immobilien, Beteiligungen und andere Anlagen an eine vermögensverwaltende GmbH aus

Befinden sich Ihre Mietwohnungen, Häuser, Aktien oder andere Vermögenswerte in Ihrem Privatvermögen oder in Ihrer operativen GmbH? Dann könnten Sie von einer Umstrukturierung profitieren.

Denn wenn Sie Ihr Vermögen an eine sogenannte vermögensverwaltende GmbH übertragen, können Sie Ihren Steuersatz für Gewinne aus diesem Vermögen um 20-40 % senken.

Bei dieser speziellen Gesellschaftsform profitieren Sie nämlich von Gewerbe- und Körperschaftssteuerkürzungen. Nur bei der Gewinn-Ausschüttung werden noch 25% Körperschaftssteuer fällig. Verbleiben die Gewinne im Unternehmen, sind alle Einkünfte sogar komplett steuerfrei.

Da für die Gründung und laufende Verwaltung einer vermögensverwaltenden GmbH Kosten anfallen, lohnt sich die Gründung allerdings erst ab einem Vermögen von 500.000 Euro.

Worauf Sie bei vermögensverwaltenden GmbHs im Detail achten und welchen Fehler Sie unbedingt vermeiden müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen detaillierten Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/vermoegensverwaltende-gmbh-sparen-sie-damit-wirklich-steuern/

2. Bündeln Sie all Ihre Unternehmen mithilfe einer Holding-Struktur

Als Inhaber von mehreren Unternehmen kann es sich für Sie steuerlich lohnen, eine Holding zu gründen. Diese Holding (auch als Mutter bezeichnet) wird Eigentümerin Ihrer bestehenden Unternehmen und sie bildet sozusagen einen Schirm, unter dem all Ihre Firmen zusammengefasst werden.

Ihre bestehenden Unternehmen sind von nun an Tochtergesellschaften der Holding-Mutter.

Das hat folgende Vorteile:

  • Gemeinsame Besteuerung aller Gewinne und Verluste
  • Steuerfreie Ausschüttungen von Töchtergesellschaften an die Muttergesellschaft
  • Imagefördernde Außenwirkung
  • Verhinderung von verdeckten Gewinnausschüttungen
  • Verhinderung einer Zersplitterung der Unternehmens-Gruppe im Todesfall

Wie bei der vermögensverwaltenden GmbH ist allerdings auch die Gründung und laufende Buchführung einer Holding mit hohen Kosten verbunden. Eine Gründung ist deshalb erst ab Gewinnen von mindestens 200.000 Euro empfehlenswert.

Neben dem Gewinn gibt es mit einer möglichen “Mutter-Tochter-Abhängigkeit” noch einen weiteren Punkt, den Sie beachten müssen.

Was damit genau gemeint ist und welche Details Sie bei der Holding-Gründung beachten müssen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/holding-wann-ist-sie-von-vorteil-und-wann-eine-gefahr-fuer-ihre-gmbhs/

Von diesen Mitteln zur Steuergestaltung rate ich Ihnen ab

Privates Auto als Betriebs-PKW nutzen: Nutzen Sie Ihr Privatauto auch für Fahrten im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer Ihrer GmbH, können Sie alle für diese Fahrten anfallenden Kosten gewinnmindernd geltend machen.

Dazu müssen Sie allerdings ein Fahrtenbuch führen und alle Fahrten genau dokumentieren.

Das Problem dabei: Das Fahrtenbuch wird fast immer vom Finanzamt beanstandet. Sie werden sich immer rechtfertigen müssen, welche Fahrt tatsächlich betrieblich war und wo Sie geschummelt haben könnten. Im schlimmsten Fall kann das Fahrtenbuch vom Finanzamt sogar abgelehnt werden und Sie verlieren all Ihre Steuervorteile.

Dann sind Sie gezwungen jeden Monat 1% des ursprünglichen Neupreises des PKWs als Einnahme anzusetzen und so Ihren steuerpflichtigen Gewinn zu erhöhen.

Vermietung des eigenen Arbeitszimmers an die GmbH: Hier würden Sie ein Zimmer Ihres privaten Hauses oder Ihrer Wohnung als Büro an Ihre GmbH vermieten. Ihr Unternehmen bezahlt dann an Sie Miete für diesen Raum und das senkt den zu versteuernden Gewinn Ihres Unternehmens.

Das Problem dabei: Damit wird Ihre private Immobilie für den an die GmbH vermieteten Teil steuerverhaftet. Verkaufen Sie Ihre Wohung oder Ihr Haus, muss dieser Anteil am Erlös versteuert werden. Im Endeffekt läuft dieses Vorgehen somit oft auf ein Null-Summen-Spiel hinaus und Sie sparen nicht wirklich.

Die 2 größten Fehler, die Unternehmer bei der Steuergestaltung begehen

Fehler 1: Sie planen zu kurzfristig

Sie glauben, dass Ihr Vermögen zu gering ist, um auch wirklich von vermögensverwaltenden GmbHs oder Holdings zu profitieren? Für Ihre derzeitige Situation stimmt das wahrscheinlich. Aber wie kann es in der Zukunft aussehen?

Wenn Sie davon ausgehen, dass Ihr Vermögen in einigen Jahren stark anwachsen wird, kann es sich schon jetzt für Sie lohnen, steuerschonende Strukturen zu schaffen.

Denn damit profitieren Sie sofort von allen Vorteilen und Ihr Vermögenszuwachs ist ab diesem Zeitpunkt steuerlich bestmöglich optimiert.

Fehler 2: Sie setzen zu viele Maßnahmen zu schnell um

Der größte Fehler, den Sie nach dem Lesen dieses Beitrags begehen können, ist zu viele meiner Vorschläge direkt umzusetzen.

Denn wenn Sie innerhalb kurzer Zeit Umstrukturierungen vornehmen, den Investitionsabzugsbetrag nutzen, Rückstellungen bilden und Ladenhüter abschreiben, geht das Finanzamt von einem sogenannten Gesamtplan aus.

Laut §42 AO ist dieser Gesamtplan allerdings nicht zulässig und stellt einen sogenannten Gestaltungsmissbrauchs dar. Damit machen Sie sich wegen Steuerbetrug strafbar.

Gehen Sie bei der Steuergestaltung deshalb auf keinen Fall zu aggressiv vor. Erstellen Sie mit Ihrem Steuerberater einen genauen Plan, den Sie Schritt-für-Schritt über mindestens zwei Jahre abarbeiten.

Fazit: Steuergestaltung ist für alle GmbHs mit Gewinnen möglich

Das nur große Unternehmen von Maßnahmen zur Steuergestaltung profitieren, ist ein Mythos. Das einzige, was zur Steuergestaltung zwingend notwendig ist, ist ein Gewinn. Ansonsten ist keine Steueroptimierung möglich.

Eines ist jedoch klar: Viele aufwendigere Umgestaltungen, wie beispielsweise Holdinggesellschaften oder eine Aufteilung der verschiedenen Unternehmensbereiche auf unterschiedliche Rechtsformen (vermögensverwaltende GmbH), zahlen sich erst bei Gewinnen im Millionenbereich aus.

Sind Ihre Gewinne im fünf- oder sechsstelligen Bereich sind diese Tipps besser für Sie geeignet:

  • Den Investitionsabzugsbetrag nutzen und so geplante Ausgaben bereits jetzt steuerlich geltend machen
  • Rückstellungen für zukünftige Kosten (Mietkosten, Heizkosten, Serverkosten, etc.) der Unterlagen-Aufbewahrung bilden
  • Ladenhüter, die nach der Saison dauerhafte Wertverluste verzeichnen, abschreiben
  • Ihre “normale” GmbH in eine atypisch stille GmbH umwandeln und so Ihren Steuersatz von 49 % auf 42 % reduzieren

Welche dieser Methoden konkret für Sie die richtige ist, kann aber immer nur ein Steuerberater nach einer Analyse Ihres Unternehmens beurteilen. Dieser Artikel soll Ihnen lediglich als Hilfestellung dienen.

Sollten Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu den vorgestellten Methoden haben oder Hilfe bei der Umsetzung benötigen, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © contrastwerkstatt – stock.adobe.com

Realitätscheck: Steuern bei einer GmbH

Realitätscheck: Wieviel Steuern zahlen Sie bei einer GmbH wirklich?

In Businessplänen sehe ich oft Zahlen, die vollkommen in der Luft hängen und Unternehmer damit vor ein Problem mit den GmbH Steuern stellen: Die Zahlungen, die dann wirklich auf die Firma zukommen, bringen dann in den Folgejahren die Ernüchterung. Im schlimmsten Fall muss dann aufgrund falscher „Wunsch-Kalkulationen“ Insolvenz angemeldet werden.

Die Gründe für eine GmbH sind meist zweierlei: Ein erfolgreicher Einzelunternehmer will den Vorteil beschränkter Haftung in seiner Rechtsform unterbringen oder es steht überhaupt eine Neugründung an.

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Sachgruendung: Gefahren und Chancen

Wissen für Unternehmer: Was ist eine GmbH Sachgründung? Gefahr oder Chance?

Ihnen fehlt derzeit das nötige Bargeld, um Ihr Einzelunternehmen in eine GmbH umzuwandeln? Sie hätten aber Sachwerte, wie Grundstücke, Beteiligungen oder auch Autos, die Sie in Ihr neues Unternehmen einbringen könnten? Dann könnte die sogenannte GmbH Sachgründung eine echte Option für Sie sein.

Diese Sachgründung ermöglicht Ihnen, das zum Gründen einer GmbH benötigte Kapital von 25.000 Euro zur Gänze in Sachwerten einzubringen. In diesem Fall muss also kein Bargeld in die Gesellschaft eingezahlt werden.

Doch ist das wirklich eine gute Idee? Lauern hier versteckte Gefahren, wie etwa private Haftungsrisiken?

Die kurze Antwort: Grundsätzlich können Sie in bestimmten Situationen von einer Sachgründung profitieren. Allerdings können Sie unter Umständen tatsächlich mit Ihrem Privatvermögen haften, wenn gewisse Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

Welche Voraussetzungen ich meine und welche Vor- bzw. Nachteile eine Sachgründung bietet, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag.

Dieser Beitrag wurde am 22. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist eine Sachgründung bei der GmbH?

Bei einer Sachgründung bringen Sie das zur Gründung benötigte Kapital von 25.000 Euro zur Gänze mit Sachwerten (Auto, Maschinen, Grundstücke, Beteiligungen, etc.) auf.

Was ist der Unterschied zwischen einer Sachgründung und einer “normalen” Bargründung?

Der Unterschied liegt primär darin, wie das Stammkapital in die GmbH eingezahlt wird:

  • Bei einer Bargründung wird das benötigte Kapital von 25.000 Euro in bar an die Gesellschaft überwiesen.
  • Bei einer Sachgründung übertragen Sie einen Teil Ihrer Vermögensgegenstände an die Gesellschaft.

Wann ist eine Sachgründung für Sie empfehlenswert?

Pflicht bei jeder Sachgründung: Der Sachgründungsbericht

Wenn Sie sich für die Sachgründung entscheiden, müssen Sie dem Amtsgericht einen Sachgründungsbericht vorlegen. Darin benennen Sie das Haftkapital und erklären den Wert Ihrer Vermögensgegenstände.

Wichtig: Sie können nicht einfach irgendeinen Wert festlegen, sondern müssen den Wert begründen können. Sie müssen beispielsweise angeben, wann Sie einen Vermögensgegenstand gekauft haben und welches Bewertungsverfahren Sie angewendet haben. Mögliche Verfahren wären der Zeitwert (also der Wert, den der Gegenstand jetzt gerade hat) oder auch der Wiederbeschaffungswert (der Betrag, der für einen gleichwertigen Gegenstand bezahlt werden müsste).

Dokumente, die Sie dem Sachgründungsbericht auf jeden Fall beilegen sollten sind:

  • Rechnungen bzw. Kaufverträge aller eingebrachten Gegenstände
  • Ein Gutachten eines Sachverständigen, um einer möglichen Anzweiflung des Gerichts zuvorzukommen.

Die Erstellung eines solchen Sachgründungsberichts ist verpflichtend (§ 5 GmbHG) und ohne Sachgründungsbericht wird das Amtsgericht die Gründung ablehnen.

In der Regel werden Ihre Angaben bei Sachgründungen sehr genau geprüft. Hier sollten Sie wirklich nicht “flunkern”, sondern im Zweifel lieber einen etwas niedrigeren Wert festsetzen.

Mein Experten Tipp: Setzen Sie auf Vermögensgegenstände, deren Wert sich einfach belegen lässt

Um langwierige Prüfungen des Sachgründungsberichts und teure Gutachtungskosten zu vermeiden, empfehle ich Ihnen (falls möglich) nur Vermögensgegenstände einzubringen, deren Wert sich ohne großen Aufwand nachweisen lässt. Dazu gehören beispielsweise Wertpapiere oder auch Autos.

Die Übertragung von einzigartigen Sammlerstücken sollten Sie wenn möglich vermeiden, da hier immer ein Gutachten benötigt wird. Zusätzlich dazu können hier auch zwei voneinander unabhängige Gutachter komplett andere Werte ermitteln. Streitereien und Diskussionen mit dem Gericht, dass den Sachgründungsbericht prüft, sind hier vorprogrammiert.

Was sind die Vorteile einer Sachgründung?

Vorteil 1: Sie benötigen kein Bargeld

Es können Gegenstände bzw. ganze Unternehmenseinheiten eingebracht werden, die Ihr Unternehmen nutzen kann. Für die meisten Unternehmer, die über eine Sachgründung nachdenken, ist das wahrscheinlich der Hauptvorteil.

Vorteil 2: Chance auf eine 8-monatige Rückwirkung

Sie können eine Unternehmensumwandlung, die beispielsweise am 30.8. erfolgt ist, rückwirkend auf den 1.1. datieren. So können Sie die Kosten für eine erneute Bilanzerstellung vermeiden oder sich Steuervorteile bei der Körperschafts- und Gewerbesteuer sichern.

Was sind die Gefahren einer Sachgründung?

Gefahr 1: Sie können im Insolvenzfall persönlich haften

Falls sich im Insolvenzfall herausstellt, dass der Wert der Vermögensgegenstände doch nicht dem in der Einbringung festgesetzten Wert entspricht, haften Sie für den Unterschied mit Ihrem persönlichen Vermögen. Am besten erkläre ich Ihnen das anhand eines kurzen praktischen Beispiels:

Nehmen wir an, dass der Wert der von Ihnen in die neu gegründete GmbH eingebrachten Vermögensgegenstände mit 100.000 Euro festgesetzt wurde. Einige Jahre später schlittert das Unternehmen leider in die Zahlungsunfähigkeit und ein Insolvenzverwalter wird mit dem Verkauf der vorhandenen Vermögensgegenstände beauftragt.

Obwohl der Wert der Vermögensgegenstände mit 100.000 Euro festgesetzt wurde, kann der Vermögensverwalter nur Verkaufserlöse von insgesamt 60.000 Euro erzielen.

Da Sie als Gesellschafter persönlich für die Werthaltigkeit der Vermögensgegenstände haften, müssen Sie den Unterschied von 40.000 Euro nun persönlich in bar nachzahlen.

Gefahr #2: Sie haben höhere Gründungskosten

Die zusätzlichen Steuerberatungskosten für eine Sachgründung beginnen bei 500 Euro (netto), die Notarkosten beginnen bei 500 Euro (netto) und die Kosten für das Amtsgericht beginnen bei 400 Euro (brutto). Der Preis kann sich natürlich – je nach Einzelfall – verändern.

Gefahr #3: Ihre Haftungsbeschränkung kann erst nach 5 Jahren beginnen

Wenn Sie ein vollständiges Unternehmen als Sachwert für die Gründung verwenden, profitieren Sie erst nach einer fünfjährigen Wartefrist von der Haftungsbeschränkung.

Gefahr #4: Die Gründung wird wegen Fehler im Sachgründungsbericht abgelehnt

Wie weiter oben erklärt, wird der Wert der angegebenen Vermögenswerte genau geprüft. Auch wenn Sie alle verwendeten Bewertungsverfahren angegeben und Gutachten beigefügt werden, können die angesetzten Werte vom Gericht beanstandet werden.

Denn wird die Gründung bis zur Berichtigung der Angaben abgelehnt. Diese Änderungen können Sie zwar in der Regel schnell durchführen, aber dennoch kosten sie Zeit und Nerven.

Fazit: Die Sachgründung ist nur eine Alternative, wenn Sie Gefahren vermeiden

Wie Sie sehen, können Sie dank der Sachgründung auch mit geringem verfügbaren “Barem” eine Kapitalgesellschaft bzw. Ihr Unternehmen gründen. Zusätzlich können Sie durch die Sachgründung Vermögensgegenstände in Ihr Unternehmen einbringen und davon profitieren.

Wenn Sie allerdings nicht sehr gewissenhaft vorgehen und keine werthaltigen Vermögensgegenstände einbringen, können Sie im Fall von wirtschaftlichen Schwierigkeiten oder einer Insolvenz schnell mit Ihrem Privatvermögen haften. Auch Vermögensgegenstände, deren Wert sich nur mit aufwändigen Gutachten nachweisen lässt, sollten Sie eher nicht als Sachwert in die GmbH einbringen.

Sollten Sie noch weitere Fragen zu Sachgründungen haben oder bei Ihrer Unternehmensumwandlung Hilfe benötigen, stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und ich rechne Ihnen im Detail vor, ob sich eine Umwandlung auch wirklich langfristig für Sie lohnt.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Sergey Nivens – Fotolia

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Neues Video jetzt online: Wie sieht der Arbeitsalltag in unserer Kanzlei aus?

Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag in unserer Steuerberatungs-Kanzlei aus? Von welchen Möglichkeiten und Chancen können Sie als Mitarbeiter profitieren? Mit welchen Kollegen würden Sie zusammenarbeiten und welche Fähigkeiten bringen sie mit?

Wenn Sie sich schonmal diese oder ähnliche Fragen gestellt haben, sollten Sie sich auf jeden Fall mein neues Video “#Stelldichein mit York bei Thomas Breit Steuerberatung” ansehen.

In diesem Video begleitet uns York einen Tag lang bei unserer Arbeit und Sie erhalten spannende Einblicke in unseren Alltag.

Was ist die Idee hinter dem Video?

Die Idee ist eigentlich ganz einfach: York blickt als “Mitarbeiter für einen Tag” hinter die Kulissen unserer Kanzlei, interviewt seine neuen Kollegen zur Arbeit und hält die Ergebnisse mit der Kamera fest.

Das Ergebnis ist ein unterhaltsamer Imagefilm, in dem auch die (scheinbar) offensichtlichen Fragen gestellt und von mir und meinem Team authentisch beantwortet werden.

Sie sind neugierig geworden und möchten das Video jetzt ansehen? Klicken Sie einfach auf Play!

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Sie haben weitere Fragen?

Sie möchten gerne mehr über unsere Kanzlei erfahren oder sich bei uns bewerben? Dann informieren Sie sich am besten auf unserer Jobs-Seite über die Karriere-Möglichkeiten bei Steuerberatung Thomas Breit.

Derzeit suchen wir Verstärkung für unsere Teams “Steuern” und “Projekt” sowie für den Assistenzbereich. Ich würde mich über Ihre Bewerbung freuen!

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Vor- und Nachteile einer Holding

Holding GmbH: Wann ist sie von Vorteil und wann eine Gefahr für Ihre Firmen?

Für viele Unternehmer klingt es zunächst verführerisch: mit einer Holding GmbH mehrere Firmen auf einmal zu kontrollieren. Doch ist es wirklich so einfach? Überwiegen immer die Vorteile einer Holding oder gibt es auch Nachteile, die Sie als Inhaber beachten müssen?

Nach mehr als 15 Jahren als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass sich um das Thema “Holding” viele Mythen ranken. Fast alle Unternehmer haben schon davon gehört. Aber wer profitiert wirklich davon?

Da mir meine Mandanten in Beratungsgesprächen häufig die gleichen Fragen zur Holding stellen, habe ich diese Fragen gesammelt und beantworte sie leicht verständlich in diesem Blogbeitrag.

Dieser Beitrag wurde am 13. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist eine Holding genau?

Eine Holding (oft auch als „Mutter“ bezeichnet) kann eine Personen- oder Kapitalgesellschaft sein und hält Gesellschaftsanteile von Kapitalgesellschaften. Diese werden dann gemeinhin als „Tochtergesellschaften“ bezeichnet.

Was die Mutter-Tochter-Beziehung einer Holding angeht, so gibt es vier verschiedene Modelle:

1.     Die Finanzholding

Diese Art der Holding definiert sich durch eine Beteiligung an Ihren Tochtergesellschaften, die sie verwaltet. Die Finanzholding übt dabei keinen Einfluss auf die Führung ihrer Töchter aus, sondern nimmt lediglich ihre Rechte als Anteilshabende wahr (z.B. bei Gesellschafterversammlungen, der Satzungsgestaltung etc.).

2.     Die Führungsholding

Die Führungsholding hingegen besitzt zumindest die einfache Mehrheit an ihren Tochtergesellschaften und gibt somit den Ton an. Die Töchter sind von dieser Art der Holding abhängig und werden von ihr wirtschaftseinheitlich geleitet.

3.     Holding, die Leistung an ihre Töchter erbringt

Es gibt auch Holdings, die Dienste für ihre Tochtergesellschaften leisten. So kann eine Holding zum Beispiel die Buchführung, Beratung etc. einzelner Tochter-GmbHs übernehmen.

4.     Holding mit einem eigenen Geschäft

Neben diesen Leistungen an Tochtergesellschaften kann eine Holding auch ein eigenes Geschäft führen. Ein Beispiel: Die eine Tochter-GmbH stellt Autos her, die andere Navigationssysteme. Die Holding selbst jedoch produziert Autoreifen. Weder das Geschäft der beiden Töchter noch das Geschäft der Holding stehen in unmittelbaren Zusammenhang miteinander. Alle drei Firmen könnten ihr Geschäft auch ohne das Geschäft der anderen erbringen. Die Funktion der Holding liegt dennoch bei der Steuerung der gemeinsamen Gewinne und Verluste zum Vorteil der Gruppe.

Welche 7 Vorteile bringt Ihnen eine Holding GmbH?

Sollten Sie als Inhaber bzw. Geschäftsführer bereits mehr als eine GmbH besitzen (oder deren Mehrheit halten), bringt Ihnen sich die Gründung einer Holding viele Vorteile. Die wichtigsten 7 Vorteile stelle ich Ihnen jetzt vor.

Vorteil #1: 95% steuerfreie Gewinnausschüttungen

Wenn eine Holding gegründet wird geschieht dies oft aus steuerlichen Gründen. Das liegt daran, dass die Gewinnausschüttungen von GmbH-Töchtern zu 95% steuerfrei an die Holding gehen. Das trifft auf alle Holdings zu, die über keinen Gewinnabführungsvertrag verfügen.

Dagegen geht mit Gewinnabführungsvertrag der Gewinn einer Tochter zunächst zu 100% steuerfrei an die Holding. Diese übernimmt die Besteuerung und die Verrechnung mit etwaigen Verlusten aus der Gruppe.

Achtung: Der Gewinnabführungsvertrag klingt zwar verlockend, kann allerdings auch Probleme mit sich bringen. Sollte sich nämlich eine Tochter in finanziellen Schwierigkeiten befinden, können deren Verluste die Mutter (aufgrund der Verrechnung mit anderen Gewinnen) gefährden.

Die Holding ist automatisch Steuerschuldner für den Umsatz der gesamten Gruppe. Welche Konsequenzen eine solche Mutter-Tochter-Abhängigkeit für Ihre Firmen haben kann, verrate ich Ihnen weiter unten in diesem Artikel.

Vorteil #2: Gemeinsame Besteuerung aller Gewinne und Verluste

Wenn man sich dieser letztgenannten Gefahr für die Mutter jedoch genau überlegt und seine Unternehmensgruppe risikoarm führt, kann daraus ein steuerlicher Vorteil erwachsen. Das heißt: Alle Gewinne und Verluste der Gesellschaften werden zusammengerechnet, bevor die Steuer davon abgezogen wird (siehe §291 AktG).

Ein Beispiel: A GmbH macht 100.000€ Gewinn und B GmbH macht 100.000€ Verlust. Würden beide einzeln versteuert werden, müsste die A GmbH Steuern zahlen. Nur die B GmbH würde aufgrund der Verluste keine Steuern zahlen. Gibt es aber eine Holding C GmbH, die von beiden 100% besitzt, so werden Gewinn der A GmbH und Verlust der B GmbH zusammengeführt und es werden insgesamt keine Steuern fällig.

Dank einer Holding werden also die Gewinne und Verluste der einzelnen Gesellschaften nicht mehr länger isoliert betrachtet.

Vorteil #3: Vermögensaufbau statt Gewinnausschüttung

Hiermit meine ich die sogenannte Thesaurierung. Keine Sorge, dieser Begriff klingt komplizierter als er ist: Gemeint ist mit Thesaurierung, dass Gewinne am Ende des Geschäftsjahres nicht ausgeschüttet werden, sondern innerhalb der Firma bleiben. Eine Holding ermöglicht Ihnen als Inhaber demnach neue Strategien für den Vermögensaufbau Ihrer Unternehmen.

Vorteil #4: Trennung der Risiken

Durch eine Holding können Sie die Risiken von Teilbetrieben auf verschiedene Tochter-GmbHs aufteilen. Das minimiert das Risiko auf die ganze Gruppe. Wäre es nur eine Firma mit mehreren Abteilungen, dann könnte ein schuldenmachender Bereich die anderen mit in finanzielle Probleme reiten.

Sollte also eine Tochtergesellschaft in Schieflage geraten, sind die anderen Unternehmen bei einer Holding davon nicht betroffen. Dennoch werden die Ergebnisse aller Firmen in der Holding über einen GAV zusammengehalten.

Vorteil #5: Imagefördernde Außenwirkung

Die Gründung einer Holding verschafft Ihnen als Inhaber bzw. Geschäftsführer zudem ein besseres Firmenimage. So können all Ihre Tochter-GmbHs von der positiven Außenwirkung der Holding profitieren.

Vorteil #6: Verhinderung einer verdeckten Gewinnausschüttung

Eine Holding behält den Überblick über alle Tochtergesellschaften. Auf diese Weise können steuerliche Risiken – wie zum Beispiel eine verdeckte Gewinnausschüttung – minimiert werden. Sie als Inhaber der Holding können unter anderem die Gewinne aller GmbHs zu 95% steuerfrei ausschütten oder damit Verluste einzelner Teilbetriebe ausgleichen.

Sollten Sie mehr zu verdeckten Gewinnausschüttungen erfahren wollen, empfehle ich Ihnen anderen Beitrag aus meinem Blog. Klicken Sie dazu einfach auf den folgenden Link: Verdeckte Gewinnausschüttung: So machen sich Gesellschaften und Gesellschafter strafbar

Vorteil #7: Verhinderung einer Zersplitterung im Falle eines plötzlichen Todesfalls

Eine Holding eröffnet Ihnen die Möglichkeit mehrere Unternehmen unter einem gemeinsamen Schirm zu bündeln. Das hat nicht nur steuerliche Vorteile, sondern wirkt sich auch positiv auf die Unternehmensnachfolge im plötzlichen Todesfall aus.

Denn sind Ihre Unternehmen nicht gebündelt, können sie im Fall Ihres Todes willkürlich unter Ihren Erben aufgeteilt werden. Das ist gleichbedeutend mit einer Zersplitterung Ihrer Unternehmen.

Mit einer Holding können Sie genau das verhindern. Ihre Unternehmen befinden sich als Töchter in einer gemeinsamen Muttergesellschaft und es wird vermieden, dass die Unternehmen von verschiedenen Personen kontrolliert werden.

Wenn Sie plötzlich versterben und sich Ihre Unternehmen gebündelt in einer Holding befinden, werden einfach die Anteile an der Holding vererbt und die Unternehmen verbleiben unter einem gemeinsamen Schirm.

Ein Nachteil der Holding: Mutter-Tochter-Abhängigkeit

Nach so vielen Vorteilen einer Holding muss ich Sie an dieser Stelle auch auf deren Gefahren hinweisen. Der größte Nachteil einer Holding ist die Abhängigkeit der Tochtergesellschaften.

Das bedeutet: Sollte die Existenz Ihrer Holding einmal bedroht sein, teilen die Töchter deren Schicksal. Selbst wenn die anderen GmbHs hohe Gewinne erzielen und gut am Markt positioniert sind, gehen sie mit der Muttergesellschaft unter.

Im Gegensatz zum Holding-Konstrukt, wären bei mehreren Schwestergesellschaften, die aber keiner Organschaft gehören, nicht alle GmbHs automatisch mitgefährdet, wenn eine in Schieflage gerät.

Weitere Gefahren ergeben sich bei der Gründung und Führung einer Holding. Diese habe ich bereits detailliert in einem anderen Artikel aus meinem Blog zusammengefasst. Zum Nachlesen klicken Sie bitte auf diesen Link: Gründung einer Holding: Diese 5 Punkte müssen Sie unbedingt beachten

Hier noch einmal im Überblick, welche 5 Punkte Sie bei einer Holding-Gründung zu beachten haben:

  1. Fünfjährige Mindestdurchführung der Ergebnisabführungsverträge
  2. Rechtsunsicherheiten bei Rechtsanwendungsfehlern
  3. Wegfall der Verlustnutzung
  4. Drohender Verlust der Organschaft durch Bilanzierungsfehler
  5. Falsch berechnete Mehrheiten

Alle Vorteile und Nachteile einer Holding im Video erklärt

Sie möchten gerne weitere Informationen zur Holding? Dann sollten Sie sich auf jeden Fall mein Video zur Holding ansehen. In diesem Video spreche ich mit meinem Interviewpartner York noch genauer über die Unterschiede zwischen den Holding-Varianten und den Gewinnabführungsvertrag.

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Fazit: Eine Holding bietet Inhabern mehrerer GmbHs meistens Vorteile

Sollten Sie mehrere GmbHs besitzen, erhalten Sie durch die Gründung einer Holding sowohl steuerliche als auch verwaltungstechnische Vorteile. Wichtig für Sie als Inhaber ist jedoch, dass Ihnen keine gravierenden Fehler unterlaufen. Denn sollte die Existenz Ihrer Holding gefährdet sein, trifft dies im selben Maße auch auf Ihre anderen Kapitalgesellschaften zu.

Ich empfehle Ihnen daher, die Vor- und Nachteile einer Holding genau abzuwägen, bevor Sie diese gründen. Am besten beraten Sie sich mit Ihrem Steuerberater Hamburg und rechnen mit diesem alle möglichen Szenarien durch.

Sollten Sie noch weitere Fragen zur Holding und deren Vor- und Nachteilen haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

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Mein neues YouTube Format: Komplexes Steuerwissen im Gespräch erklärt

Was sind die Vor- und Nachteile von Holdings? Was müssen Sie als GmbH Geschäftsführer bei Ihrem Gehalt beachten? Wann macht für Einzelunternehmer eine Umwandlung in eine GmbH Sinn?

Wenn Sie sich diese oder ähnliche Fragen schon öfter gestellt haben, aber zu wenig Zeit haben um sich alle meine detaillierten Blogbeiträge durchzulesen, ist mein neues Format auf YouTube für Sie genau richtig.

Was ist die Idee hinter unserem neuen Format?

Unser Ziel ist es, umfangreiche steuerliche Themen möglichst einfach zu erklären. Um das zu schaffen, habe ich mir York als Gesprächspartner mit an Bord geholt. In unserem Gespräch versetzt sich York in die Situation eines Unternehmers und stellt mir genau die Fragen, die auch wahrscheinlich Ihnen unter den Nägeln brennen.

Mein neues Format ist also kein Gespräch unter Steuer-Fachmännern sondern unser Versuch, Ihnen komplexe Themen wie die Holding oder die Unternehmensumwandlung näherzubringen. Dabei stellt York mir auch die (scheinbar) offensichtlichen Fragen, die Sie Ihrem Steuerberater bis jetzt noch nicht stellen konnten oder wollten.

Welche Videos können Sie sich schon ansehen?

Unsere drei beliebtesten Videos sind:

GmbH-Inhaber: Alles, was Sie zum Geschäftsführergehalt wissen müssen

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Einzelunternehmen zur GmbH umwandeln

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Vor- und Nachteile einer Holding

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Sie haben weitere Fragen?

Sie möchten gerne mehr zu den in unseren Videos behandelten Themen wissen? Oder ist bei Ihnen eine wichtige Frage offen geblieben und Sie hätten gerne eine detaillierte Antwort? In beiden Fällen können Sie gerne Kontakt zu mir aufnehmen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit