Gewerbliche-Infizierung-Symbolbild

Vermögensverwaltung (Teil 5): Gewerbliche Infizierung

Sie haben sich durch jahrelange Arbeit und kluge Investitionen ein beträchtliches Vermögen angespart? Die Verwaltung Ihrer Immobilien, Aktien oder anderer Beteiligungen übernehmen Sie dabei selbst?

Achtung: Wenn Sie beim Kauf von bzw. Verkauf von Häusern, Wohnungen, Grundstücken oder Beteiligungen gewisse Grenzen überschreiten, werden Sie vom Finanzamt steuerlich anders eingestuft.

Im Steuerrecht gibt es nämlich den Tatbestand der gewerblichen Infizierung.

Kurz gesagt verändert diese gewerbliche Infizierung wie Ihre vermögensverwaltenden Tätigkeiten, also zum Beispiel der Verkauf einer Immobilie oder der Kauf von Beteiligungen, besteuert werden.

Aber wie wird diese gewerbliche Infizierung ausgelöst?

Und: Welche Auswirkungen hat das konkret?

Die Antworten auf diese Fragen habe ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag zusammengefasst.

Was ist eine gewerbliche Infizierung?

Eine gewerbliche Infizierung macht aus Ihrer privaten Vermögensverwaltung eine unternehmerische Tätigkeit.

Die „Infizierung“ ist also eine oder auch mehrere Aktivitäten, die Sie in den Augen des Finanzamts zu einem Unternehmer machen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie tatsächlich unternehmerisch tätig sind.

Das Finanzamt vergleicht einfach Ihre Aktivitäten mit gewissen Kriterien und wenn Sie diese Punkte erfüllen, gilt Ihre private Vermögensverwaltung als eigenes Unternehmen.

Das Resultat: Ihre private Vermögensverwaltung wird steuerlich wie ein Unternehmen behandelt. Sie müssen ab der Feststellung der Infizierung eine Bilanz erstellen und Gewerbesteuer bezahlen.

Wie wird eine gewerbliche Infizierung ausgelöst?

Hier gibt es 3 mögliche Auslöser:

#1 Infizierung durch eine echte oder unterstellte unternehmerische Tätigkeit:

Verhalten Sie sich im Rahmen Ihrer Vermögensverwaltung wie ein Unternehmer, werden Sie vom Finanzamt auch als solcher behandelt.

Wie eine tatsächliche unternehmerische Tätigkeit genau definiert ist und wann diese Tätigkeit angenommen wird, habe ich Ihnen in diesem Beitrag übersichtlich zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/vermoegensverwaltung-teil-3-tatsaechliche-unternehmer-taetigkeit/

#2 Sie sind zu mehr als 10% an einer anderen, gewerblich tätigen Gesellschaft beteiligt

Haben Sie Beteiligungen an GmbHs kann es sich aus Sicht der Vermögensverwaltung lohnen, Ihren Anteil zu reduzieren.

#3: Sie halten gemeinsam mit Ihrem Ehepartner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts und Ihr Partner ist selbst gewerblich tätig

Bei der gewerblichen Tätigkeit spielt auch die Tätigkeit Ihres Ehepartners eine Rolle. Ist die erwähnte Voraussetzung erfüllt, gelten Sie als gewerblich infiziert.

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Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie im Detail erfahren möchten, wie Sie eine gewerbliche Infizierung vermeiden können und welchen Spielraum Sie hier haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und wie Sie hier konkret Steuern sparen können.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Unterstellte-unternehmerische-Taetigkeit

Vermögensverwaltung (Teil 4): Unterstellte unternehmerische Tätigkeit

In diesem Beitrag erkläre ich Ihnen, was eine unterstellte unternehmerische Tätigkeit ist und welche Auswirkungen das für Ihre Vermögensverwaltung hat.

Was ist eine unterstellte unternehmerische Tätigkeit?

Vom Finanzamt wird Ihnen eine unternehmerische Tätigkeit unterstellt, wenn Sie 4 oder mehr Immobilien kaufen und genau diese Immobilien innerhalb von 5 Jahren wieder verkaufen.

Dabei handelt es sich um keine Straftat, sondern Sie werden ab sofort einfach wie ein Unternehmen besteuert.

Die Argumentation dahinter: Dieses Transaktions-Volumen ist für eine private Vermögensverwaltung unrealistisch und passt eher zu einem gewerblichen Unternehmen, dass mit Immobilien handelt.

Was noch dazukommt: Oft erzielen Sie mit diesen Verkäufen einen hohen Gewinn. Diese Gewinnerzielungs-Absicht verstärkt aus der Sicht des Finanzamts die unterstellte unternehmerische Tätigkeit.

Wichtig: Eine unterstellte unternehmerische Tätigkeit kann nur beim Kauf oder Verkauf von Immobilien angenommen werden. Beim Handel mit Beteiligungen oder anderen Wertpapieren ist eine unterstellte unternehmerische Tätigkeit nicht möglich.

Spezialfall: Immobilien im Ausland

Auch ein Kauf oder Verkauf von Immobilien im Ausland zählt zur unternehmerischen Tätigkeit hinzu. Das gilt auch, wenn diese Immobilien aufgrund eines Doppelbesteuerungs-Abkommens gar nicht in Deutschland steuerpflichtig sind.

Keine unterstellte unternehmerische Tätigkeit bei Scheidung oder finanziellen Schwierigkeiten

Müssen Sie Ihre Immobilien wegen einer Scheidung oder zum Ausgleich von Schulden verkaufen, werden diese Objekte vom Finanzamt nicht bei der Bestimmung einer eventuellen unternehmerischen Tätigkeit mitgezählt.

Welche Auswirkungen hat eine unterstellte unternehmerische Tätigkeit für Sie?

Wird vom Finanzamt eine unternehmerische Tätigkeit festgestellt, löst das für Sie 2 Pflichten aus.

1. Bilanzierungspflicht: Wie jedes Unternehmen müssen auch Sie eine Bilanz erstellen und werden vom Finanzamt wie ein gewerblicher Betrieb

2. Gewerbesteuerpflicht: Als Unternehmen müssen Sie auch Gewerbesteuer zahlen.

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Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Testament-fuer-Unternehmer-Symbolbild

Testament für Unternehmer: Diese 4 Punkte müssen enthalten sein

Sie sind Unternehmer und überlegen, ob Sie zur Absicherung für den Ernstfall ein Testament aufsetzen sollten? Macht das überhaupt Sinn oder verursacht die Erstellung eines solchen Unternehmertestaments nur unnötige Kosten?

Gibt es Punkte, auf die Unternehmer hier besonders achten müssen?

Als Steuerberater in Hamburg berate ich meine Mandanten fast täglich zu diesen oder ähnlichen Fragen. Ich habe mich nämlich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert.

In diesen Beratungsgesprächen spüre ich oft, das viele Unternehmer in diesem Bereich unsicher sind und fast keine Erfahrungswerte haben. Deshalb habe ich in den letzten Wochen die häufigsten Fragen meiner Mandanten zum Thema „Testament“ gesammelt.

Diese Fragen verwende ich jetzt als Grundgerüst für diesen Artikel. In 7 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

  • Wie sich ein Unternehmertestament von einem „normalen“ Testament unterscheidet
  • Welche 4 Punkte in jedem Unternehmertestament enthalten sein müssen
  • Was passiert, wenn Sie kein Testament haben

Keine Sorge: Dieser Artikel ist speziell für Unternehmer und kein juristischer Fachartikel. Sie erhalten leicht verständliche Antworten auf Ihre Fragen und müssen sich nicht durch komplizierte Fachsprache „durchkämpfen“.

Wie unterscheidet sich das Testament eines Unternehmers vom Testament eines Angestellten?

Hier gibt es vor allem einen bedeutenden Unterschied: Als Unternehmer müssen Sie in Ihrem Testament sicherstellen, dass die Nachfolge Ihrer Firma nach Ihren Wünschen geregelt ist. Zusätzlich dazu bestimmen Sie auch, wie Ihr Privatvermögen aufgeteilt werden soll.

Bei einem Angestellten fällt die Regelung der Unternehmensnachfolge weg. Hier muss nur die Verteilung des Privatvermögens bestimmt werden.

Diese 4 Punkte müssen in jedem Unternehmertestament enthalten sein

1. Bestand des Unternehmens sichern: In Ihrem Testament müssen Sie einen Nachfolger festlegen, der Ihr Unternehmen weiterführen kann. Das heißt: Diese Person muss über die Erfahrung und das betriebswirtschaftliche Wissen verfügen, die zur Führung eines Betriebs notwendig sind.

Machen Sie hier einen Fehler und bestimmen den falschen Erben zu Ihrem Nachfolger, ist der Fortbestand Ihres Unternehmens gefährdet.

2. Nachfolgenden Erben finanziell schonen: Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen durch Pensionszusagen, Abfindungsansprüche oder ähnliche Verpflichtungen belastet ist. Besonders in der ersten Phase nach der Übergabe können diese Zahlungen Ihren Nachfolger gefährden.

Versuchen Sie deshalb, diese Verpflichtungen zu reduzieren oder vollständig auszuschließen.

3. Andere Erben richtig entschädigen: Um Familienstreitigkeiten zu verhindern, müssen Ihre Erben, die keinen Anteil am Unternehmen erhalten, eine Ausgleichszahlung erhalten.

Tun Sie das nicht, kann das jahrelange Gerichtsprozesse nachsichziehen und Ihren Nachfolger von seiner eigentlichen Arbeit ablenken.

4. Mit geschicktem Vermögenstransfer Steuerlast minimieren: Vermögens-Übertragungen sind in Deutschland erbschaftsteuerpflichtig. Ohne steueroptimierte Planung bezahlt Ihr Erbe hier Tausende oder sogar Zehntausende Euro. Mit geschickten Optimierungen können Sie diese Steuerlast jedoch stark reduzieren.

Der Haken: Um Ihr gesamtes Spar-Potential voll ausschöpfen zu können, müssen Sie mit den Planungen bereits Jahre im Voraus beginnen. Meine Empfehlung ist sogar, mindestens 10 Jahre vor einem möglichen Ernstfall zu starten.

Wann dieser Ernstfall sein wird, wissen Sie jedoch so gut wie nie. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie deshalb so früh wie möglich beginnen.

Was passiert, wenn Sie kein Testament haben?

Haben Sie kein Testament, wird Ihr Erbe mit der gesetzlichen Erbfolge geregelt (siehe §§ 19241936 BGB).

Kurz zusammengefasst bedeutet das für Sie: Sie legen Ihren Nachfolger nicht selbst fest, sondern jeder Erbe bekommt einen Anteil an Ihrem Unternehmen. In der Praxis führt das häufig zu Konflikten.

Manche Erben wollen aktiv am Unternehmen mitarbeiten, während andere schnell ihre Anteile verkaufen möchten. In einer solchen Situation ist es schwierig, die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten und um Familienstreitigkeiten zu beenden, wird die Firma nach langem hin und her an einen Fremden Investor verkauft.

Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Unternehmen in Ihrem Sinn fortgeführt wird, müssen Sie in einem Testament Ihren Nachfolger festlegen.

Keine Sorge: Die anderen Erben gehen in einem solchen Fall nicht leer aus, sondern erhalten eine finanzielle Entschädigung.

Ein Unternehmertestament schlägt daher zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie regeln Ihre Unternehmensnachfolge nach Ihren Wünschen und verhindern Erb-Streitigkeiten.

Fazit: Testament ist wichtiger, aber oft vernachlässigter Teil der Unternehmensnachfolge

Für den geregelten Fortbestand Ihres Unternehmens ist ein Testament unbedingt nötig. Denn ohne Testament können Sie Ihren Nachfolger nicht selbst bestimmen und Ihr Unternehmen wird unter all Ihren Erben aufgeteilt.

Konkret müssen Sie in Ihrem Testament …

… eine geeignete Person als Nachfolger festlegen und auf die Führung Ihres Unternehmens vorbereiten

… Ihren Nachfolger von Verpflichtungen wie Abfindungsansprüche oder Pensionszusage entlasten

… Ihre anderen Erben richtig entschädigen und Familienstreitigkeiten verhindern

… den Vermögenstransfer Jahrzehnte im Voraus planen und so Steuern reduzieren

Diese Empfehlungen sind für meine Mandanten meistens logisch und in der Praxis auch relativ einfach zu gestalten.

Dennoch hat nur etwa 1 von 100 Unternehmern in Deutschland diese Punkte rechtlich „sauber“ umgesetzt.

Das Resultat: Die Unternehmensnachfolge läuft chaotisch ab, es kommt zu Streitigkeiten zwischen den Erben und die Firma geht im schlimmsten Fall einige Jahre nach der Übergabe pleite.

Mein Rat an Sie lautet daher: Schieben Sie die Erstellung Ihres Testaments nicht weiter auf. Das kostet zwar Geld, aber durch diese Investition sparen Ihre Nachfolger Steuern und es kommt zu weniger Familien-Konflikten.

Unterm Strich zahlt sich daher die Erstellung eines Testaments (fast) immer aus.

Sie haben weitere Fragen zum Unternehmertestament?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Unternehmertestament haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie jetzt konkret achten müssen und wie Sie Ihr Testament aufsetzen sollten.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Vermoegensverwaltende-GmbH-Symbolbild

Vermögensverwaltende GmbH: Sparen Sie damit wirklich Steuern?

Sie sind Unternehmer und haben sich über die Jahre ein beträchtliches Vermögen erarbeitet? Oder stehen Sie erst am Beginn Ihrer unternehmerischen Laufbahn und möchten sich mit geschickten Beteiligungen in den nächsten Jahrzehnten Ihr Vermögen Schritt-für-Schritt vermehren?

In beiden Fällen möchten Sie wahrscheinlich nicht, dass Ihre Gewinne aus Beteiligungen oder Anleihen durch eine hohe Besteuerung förmlich „aufgefressen“ werden.

Diese Sorge ist durchaus begründet: Ohne langfristige Planung, werden alle Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz von 42 oder sogar 45% besteuert. In diesem Fall geht fast die Hälfte Ihres zusätzlichen Einkommens direkt an den Staat.

Aber wie können Sie diese hohe Steuerlast senken?

Besonders, wenn Sie Unternehmensbeteiligungen besitzen, kann sich in diesem Fall eine vermögensverwaltende GmbH für Sie lohnen. Mit dieser Sonderform der Vermögensverwaltung können Sie nämlich Ihren effektiven Steuersatz auf Beteiligungs-Gewinne um 20-40% senken.

Wie Sie hier vorgehen und ab welchem Vermögen sich eine solche vermögensverwaltende GmbH für Sie lohnt, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Blogbeitrag. Zusätzlich erfahren Sie, welchen häufigen Fehler Sie nicht begehen dürfen und bei welchen Steuern Sie konkret sparen.

Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?

Eine vermögensverwaltende GmbH ist eine GmbH, die aussschließlich für die Verwaltung von Beteiligungen zuständig ist.

Im Gegensatz zu einer „normalen“ GmbH, ist diese vermögensverwaltende GmbH nicht als klassisches Unternehmen (= operativ) tätig.

Nur wenn Sie sich strikt an diese Regeln halten, profitieren Sie von den attraktiven Steuererleichterungen.

Sobald Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH normale Geschäfte betreiben, verlieren Sie allerdings dieses Steuer-Privileg und müssen ganz normal Steuern zahlen.

Wenn Sie mit Ihrer vermögensverwaltenden GmbH nur Immobilien-Vermögen verwalten möchten, können Sie eine sogenannte Immobilien GmbH gründen.

Wie Sie mit dieser Spezialform der GmbH die Besteuerung der Mieteinkünfte auf nur 15% beschränken können, erfahren Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/immobilien-gmbh/

Ab welchem Vermögen lohnt sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH?

Als Faustregel gilt: Ist Ihr Vermögen größer als 500.000 Euro, werden Sie wahrscheinlich von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren.

Denn bei einer vermögensverwaltenden GmbH fallen neben Gründungskosten auch laufende Kosten für die Buchhaltung und den Jahresabschluss an. Erst ab zirka 500.000 Euro rentiert sich dieser zusätzliche Aufwand.

Aber auch bei niedrigerem Vermögen, können Sie von der Gründung einer solchen GmbH profitieren. Das ist jedoch von Einzelfall zu Einzelfall verschieden. Für eine seriöse Beratung ist deshalb immer eine genaue Steuerberater-Analyse erforderlich.

Wichtig: Wenn Sie gerade am Beginn Ihres langfristigen Vermögensaufbaus stehen, kann sich die Gründung einer vermögensverwaltenden GmbH schon jetzt für Sie lohnen.

Warum das so ist und warum eine spätere Überführung Ihres Privatvermögens in eine vermögensverwaltende GmbH problematisch sein kann, erfahren Sie weiter unten in diesem Beitrag.

Wie profitiere ich konkret von einer vermögensverwaltenden GmbH?

Körperschaftssteuer-Kürzung: Halten Sie mindestens eine Beteilung von 10% an einer anderen Gesellschaft, sind Gewinne aus dieser Beteiligung von der Körperschaftssteuer befreit (siehe § 8b KStG). Dadurch reduzieren Sie Ihre Steuerlast um 15%.

Gewerbesteuer-Kürzung: Halten Sie eine Beteiligung von mindestens 15% an einer anderen Gesellschaft, müssen Sie keine Gewerbesteuer auf die Gewinne bezahlen (siehe § 9 GewStG). Je nach Bundesland ist das eine Steuerersparnis von etwa 14 bis 17 Prozent.

Kurz zusammengefasst heißt das für Sie: Damit sich eine Beteiligung aus steuerlicher Sicht für Sie lohnt, muss Sie mindestens 10% des Stammkapitals betragen. Dann sparen Sie einen Teil der Körperschaftssteuer.

Ab einer Beteiligung von 15% wird zusätzlich noch die Gewerbesteuer gekürzt und Sie schöpfen alle Steuervorteile voll aus. Verbleiben die Gewinne in der GmbH, werden diese Gewinne damit gar nicht besteuert und können zur Gänze wieder reinvestiert werden.

Zahlen Sie die Gewinne aus, werden sie mit 25% Kapitalertragssteuer versteuert.

Zum Vergleich: Halten Sie die Beteiligungen in Ihrem Privatvermögen, werden die Erträge mit Ihrem persönlichen Steuersatz (in Ihrem Fall wahrscheinlich 42 oder 45%) besteuert.

Mit einer vermögensverwaltenden GmbH sparen Sie demnach zwischen zirka 20% (wenn Sie die Gewinne auszahlen) bis zu mehr als 40% (wenn die Gewinne einbehalten werden) an Steuern auf Ihre Beteiligungs-Gewinne.

Zu kurzfristig geplant: Das ist der häufigste Fehler bei einer vermögensverwaltenden GmbH

Wie oben bereits erwähnt, macht eine vermögensverwaltende GmbH nur bei relativ großen Vermögen von zirka 500.000 Euro Sinn.

Aber: Auch am Beginn des Vermögens-Aufbaus kann es sich lohnen, bereits mit einer vermögensverwaltenden GmbH zu starten und das Vermögen nicht erst zu einem späteren Zeitpunkt in eine GmbH zu überführen.

Denn eine spätere Einbringung Ihres Privatvermögens in eine GmbH wird mit einem sehr hohen Gesamtsteuersatz versteuert. Inklusive Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Abgeltungssteuer und Solidaritätszuschlag kommen Sie auf eine Besteuerung von mehr als 50%.

Setzen Sie hingegen von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH entfällt diese teure Einbringung.

Der häufigste Fehler bei der vermögensverwaltenden GmbH ist demnach, nicht weit genug in die Zukunft zu planen und nur die jetzige Vermögenssituation zu berücksichtigen.

Frei nach dem Motto: „Mein Vermögen ist zu gering und eine vermögensverwaltende GmbH lohnt sich nicht. Wenn mein Vermögen in der Zukunft steigt, kann ich ja immer noch eine vermögensverwaltende GmbH gründen und meine Beteiligungen übertragen.“

Das in diesem Einbringungs-Fall aber mehr als 50% an Steuern anfallen und die Hälfte Ihres Vermögens an den Staat geht, vergessen allerdings die Meisten.

Fazit: Vermögensverwaltende GmbH ist ideal für langfristigen Vermögensaufbau

Wenn Sie über ein Beteiligungs-Vermögen von mehr als 500.000 Euro verfügen oder Ihr Vermögen schrittweise aufbauen möchten, können Sie mit einer vermögensverwaltenden GmbH langfristig Steuern auf Ihre Erträge senken.

Besonders, wenn die Gewinne einbehalten und reinvestiert werden, profitieren Sie von dieser Steueroptimierungs-Form. Durch die Befreiung von Körperschafts- und Gewerbesteuer sind Ihre Gewinne in diesem Fall nämlich steuerfrei.

In der Praxis wird diese Gestaltungsform leider zu wenig genutzt und nur bei großen Vermögen empfohlen.

Meine Erfahrung hat allerdings gezeigt, dass eine vermögensverwaltende GmbH auch für kleinere, stark anwachsende Vermögen geeignet ist. Wenn Sie hier von Anfang an auf eine vermögensverwaltende GmbH setzen, sparen Sie sich eine hohe Besteuerung bei einer späteren Einbringung.

Sie haben weitere Fragen zur vermögensverwaltenden GmbH?

Dieser Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie hätten gerne detailliertere Informationen oder möchten wissen, ob Sie von einer vermögensverwaltenden GmbH profitieren können? Ich stehe Ihnen gerne als aktiver Ansprechpartner bereit.

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Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Vermoegensverwaltung-Teil-2

Vermögensverwaltung (Teil 2): 4 Fälle, die zur Gewerblichkeit führen

Ab wann ist die Verwaltung Ihrer Immobilien, Ihrer Aktien oder Ihres sonstigen Vermögens bilanzierungspflichtig und von der Gewerbesteuer betroffen?

Die kurze Antwort: Sobald vom Gesetzgeber eine Gewerblichkeit festgestellt wurde, gilt Ihre Vermögensverwaltung als gewerblich. Dann wird für Sie Gewerbesteuer fällig und Sie müssen eine Bilanz erstellen.

Aber: Was führt eigentlich konkret zu einer Gewerblichkeit?

Diese Frage beantworte ich Ihnen in diesem Beitrag.

Diese 4 Fälle führen zur Gewerblichkeit Ihrer Vermögensverwaltung

Damit Ihre Vermögensverwaltung als gewerblich angesehen wird, muss immer ein Grund vorliegen. Konkret sind hier folgende 4 Gründe denkbar:

  1. Sie sind tatsächlich unternehmerich tätig
  2. Sie sind unterstellt unternehmerisch tätig
  3. Sie sind gewerblich infiziert
  4. Sie setzen auf eine gewerblich geprägte GmbH & Co. KG oder eine GmbH

In meinen nächsten Videos in dieser Serie stelle ich Ihnen diese 4 Gründe noch im Detail vor.

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Sie haben weitere Fragen zur Gewerblichkeit?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Vermögensverwaltung haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welche Auswirkungen eine Gewerblichkeit haben kann.

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Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Vermoegensverwaltung-Unternehmer-Taetigkeit

Vermögensverwaltung (Teil 3): Tatsächliche Unternehmer-Tätigkeit

Ab wann geht das Finanzamt bei der Vermögensverwaltung von einer tatsächlichen unternehmerischen Tätigkeit aus?

Diese Frage beantworte ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag.

Welches Verhalten löst bei der Vermögensverwaltung eine tatsächliche unternehmerische Tätigkeit aus?

Ob eine tatsächliche unternehmerische Tätigkeit vorliegt, entscheidet sich vor allem an diesen 2 Faktoren:

Unternehmerrisiko: Wenn Ihre Tätigkeit eine Chance auf einen Gewinn und ein Risiko eines Verlustes haben, spricht man von einem Unternehmerrisiko.

Unternehmerinitiave: Noch bedeutender als das Unternehmerrisiko ist die Unternehmerinitiative. Diese Initiative liegt vor wenn Sie:

  • eine unternehmerische Außendarstellung haben
  • aktiv werben
  • Kunden haben
  • sich wie andere Unternehmer verhalten, also zum Beispiel auf Geschäftsreisen gehen, Geschäftsessen abhalten, etc.

Wenn Sie diese Merkmale erfüllen, sind Sie mit Ihrer Vermögensverwaltung unternehmerisch tätig.

Das gilt allerdings nur, wenn Sie Ihre Vermögensverwaltung von Ihrem eigentlichen Unternehmen ausgelagert haben.

Verwaltung Sie Ihr Vermögen in Ihrem „normalen“, operativ tätigen Unternehmen, ist die Vermögensverwaltung automatisch immer eine tatsächliche unternehmerische Tätigkeit.

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Ihr Thomas Breit

Vermoegensverwaltung-privat-gewerblich

Vermögensverwaltung (Teil 1): Privat oder gewerblich?

Sie sind Unternehmer und haben sich durch jahrelange harte Arbeit ein beträchtliches Vermögen aus Immobilien, Aktien, Anleihen oder anderen Vermögensgegenständen erarbeitet?

Dieses Vermögen wird über die nächsten Jahre weiter anwachsen und Sie fragen sich, ab wann Käufe oder Verkäufe eine gewerbliche Besteuerung auslösen?

Und: Welche konkreten Auswirkungen hat eine gewerbliche Besteuerung im Gegensatz zu Ihrer bisherigen, privaten Besteuerung?

Diese Fragen werden mir im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit als Steuerberater in Hamburg immer wieder gestellt. Die Antworten dazu erhalten Sie leicht verständlich in diesem Beitrag.

Was ist eine Gewerblichkeit?

Eine Gewerblichkeit ist dann vorhanden, wenn Sie im Rahmen Ihrer Vermögensverwaltung unternehmerisch tätig sind.

Welches Verhalten konkret eine Gewerblichkeit auslöst, erfahren Sie in den nächsten Beiträgen dieser Serie.

Welche Auswirkungen hat eine Gewerblichkeit?

Bilanzierungspflicht: Wir vom Finanzamt eine Gewerblichkeit festgestellt, müssen Sie für Ihre vermögensverwaltende Tätigkeit eine Bilanz erstellen. Für Sie bedeutet das mehr Verwaltungsaufwand und höhere Steuerberatungskosten.

Gewerbesteuerpflicht: Die Gewerbesteuer betrifft alle Gewerbebetriebe und ist von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Wie die Gewerbesteuer in unterschiedlichen Bundesländern berechnet wird, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/gewerbesteuer-bundesweit-welches-bundesland-bezahlt-am-wenigsten/

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Ihr Thomas Breit

Gewinnausschuettung-Symbolbild

Die 3 größten Fehler bei der GmbH-Gewinnausschüttung [einfach erklärt]

Sie sind Inhaber oder Gesellschafter einer GmbH? Dann steht Ihnen ein Anteil am Unternehmensgewinn zu.

Doch wie läuft die tatsächliche Ausschüttung der Gewinne ab? Sind dazu irgendwelche Gesellschats-Beschlüsse notwendig oder können Sie sich Ihren Anteil einfach auszahlen lassen?

Und: Wie wird die Auszahlung eigentlich besteuert?

Als Steuerberater in Hamburg beschäftige ich mich fast täglich mit diesen Fragen. Denn: Meine Mandaten sind hier häufig unsicher und fragen mich um Rat.

Aus diesem Grund kenne ich die häufigsten Fragen, die Unternehmer zur Gewinnausschüttung haben und möchte sie in diesem Blogbeitrag leicht verständlich beantworten.

In weniger als 10 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

  • Was der Unterschied zwischen Gewinnausschüttung und Gewinnverteilung ist
  • Wie Gewinnausschüttungen versteuert werden
  • Welche 3 häufigen Fehler bei der Gewinnausschüttung von Unternehmern begangen werden

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnausschüttung und Gewinnverteilung?

Gewinnverteilung: Hier wird der Gewinn unter den Gesellschaftern aufgeteilt. Die Grundlage dafür bildet meistens der Unternehmensanteil.

Halten Sie beispielsweise 50% der Unternehmensanteile, steht Ihnen 50% des Gewinns zu.

Im Gesellschaftsvertrag kann aber auch eine sogenannte disquotale Gewinnverteilung festgeschrieben werden. Dann kann mittels Beschluss ein anderes Ausschüttungsverhältnis festgelegt werden.

Mit einem Beispiel könnte das folgendermaßen aussehen: Sie und Ihr Geschäftspartner halten jeweils 50% am gemeinsamen Unternehmen.

Da Ihre Arbeit in diesem Jahr ausschlaggebend für den hohen Gewinn war, fassen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner den Beschluss, die Erträge im Verhältnis 75% zu 25% aufzuteilen.

Eine disquotale Verteilung der Gewinne kann aber auch aus steuerlichen Gründen erfolgen.

Wichtig: Bei der Gewinnverteilung wird lediglich festgelegt, wie die Gewinne unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden und nicht, wie die Gewinne verwendet werden.

Gewinnausschüttung: Entscheiden sich die Gesellschafter dazu, sich die Gewinne auszahlen zu lassen, kommt die Gewinnausschüttung ins Spiel.

Für diese Ausschüttung wird ein von der Mehrheit befürworteter Gewinnausschüttungsbeschluss benötigt.

Erst dann können die Gewinne an die einzelnen Gesellschafter ausgezahlt werden.

Ohne Gewinnausschüttungsbeschluss verbleiben die Gewinne in der Gesellschaft. In der Fachsprache wird das auch Gewinn-Thesaurierung genannt.

Wie wird die Gewinnausschüttung bei einer GmbH versteuert?

Bei der Gewinnausschüttung einer GmbH sind grundsätzlich 2 Varianten denkbar:

Variante 1: Versteuerung mit Kapitalertragssteuer

Hier werden Ihre Gewinnanteile bei der Auszahlung pauschal mit einem Steuersatz von 25% versteuert (siehe § 43a EStG).

Zu diesen 25% kommt noch der Solidaritätszuschlag und unter Umständen auch die Kirchensteuer dazu. Mit diesen beiden kommen Sie, je nach Höhe der Kirchensteuer, auf einen Steuersatz von 26,3 % bis zirka 28%.

Variante 2: Versteuerung mit dem persönlichen Steuersatz (Teileinkünfteverfahren)

Beim Teileinkünfteverfahren wird Ihr Gewinnanteil nicht mit der Kapitalertragssteuer, sondern mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert.

Aber: Nur 60% Ihres Anteils sind bei dieser Variante tatsächlich steuerpflichtig. Die restlichen 40% werden nicht besteuert.

Voraussetzung für das Teileinkünfteverfahren ist jedoch, dass Sie entweder zu 25% an der GmbH beteiligt sind oder eine Beteiligung von mindestens 1% besitzen und gleichzeitig im Unternehmen tätig sind.

Wichtig: Sie können nicht von Jahr zu Jahr zwischen diesen beiden Varianten wechseln. Beantragen Sie das Teileinkünfteverfahren bleibt es bis auf Widerruf gültig.

Welche dieser 2 Varianten für Sie die beste ist, kann Ihnen wahrscheinlich nur Ihr Steuerberater beantworten.

Diese 3 Fehler werden GmbHs bei der Gewinnausschüttung häufig zum Verhängnis

Fehler 1: Fehlende Gewinnausschüttungsbeschlüsse

Vor allem bei kleineren und mittelgroßen GmbHs werden häufig Gewinne ohne Gewinnausschüttungsbeschluss ausgeschüttet. Achtung: Auch wenn Sie alleine alle Anteile an Ihrer GmbH halten, wird ein solcher Beschluss benötigt.

In solchen Fällen ist dieser Beschluss zwar nur Formsache, wird aber in der Praxis häufig vergessen. Die Folge: Sie machen sich mit einer verdeckten Gewinnausschüttung strafbar und können schlimmstenfalls sogar im Gefängnis landen.

Was eine verdeckte Gewinnausschüttung genau ist und mit welchen 3 Wegen Sie sie vermeiden können, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/verdeckte-gewinnausschuettung-so-machen-sich-gesellschaften-und-gesellschafter-strafbar/

Fehler 2: Falsche Ausschüttungsreihenfolge

Wenn Sie das Teileinkünfteverfahren anwenden, müssen Sie sich an folgenden Grundsatz halten: Eine Ausschüttung der steuerfreien Gewinne, ist erst dann möglich, wenn alle steuerpflichtigen Erträge ausgezahlt wurden.

Halten Sie sich nicht an diese gesetzlich vorgegebene Reihenfolge, müssen Sie wahrscheinlich eine Strafe zahlen.

Fehler 3: Fehlender Ausschüttungsplan

Haben sich über Jahre hinweg hohe Gewinne angesammelt, die noch nicht ausgezahlt wurden, sollten Sie einen Ausschüttungsplan anfertigen.

In diesem Ausschüttungsplan legen Sie fest, über welchen Zeitraum (zum Beispiel 5 oder 10 Jahre) Sie die Gewinne ausschütten, um die Besteuerung möglichst niedrig zu halten.

Schütten Sie die angesammelten Gewinne auf einmal aus, ist Ihre Besteuerung in der Regel höher als mit einer geplanten Ausschüttung über mehrere Jahre.

Ein solcher Ausschüttungsplan macht aber nur Sinn, wenn Sie die Gewinne tatsächlich auszahlen wollen.

Sollen die Gewinne weiter in der GmbH bleiben, benötigen Sie auch keinen Ausschüttungsplan

Fazit: Planung verhindert Strafen und zu hohe Steuern bei der Gewinnausschüttung

Um Ihre Steuerlast so niedrig wie möglich zu halten und Strafen für eine verdeckte Gewinnausschüttung oder ähnliche Vergehen zu vermeiden, muss eine Gewinnausschüttung genau geplant werden.

Besonders bei hohen Gewinnen oder einer komplizierten Eigentümer-Struktur mit mehreren Gesellschaftern lohnt es sich, einen Steuerberater um Rat zu fragen. Denn Ihnen als Unternehmer fehlt wahrscheinlich die benötigte Ausbildung und Erfahrung, um die Gewinnausschüttung rechtlich „sauber“ durchzuführen.

Aber auch für Inhaber von kleinen und mittelgroßen GmbHs ist Hilfe vom Steuerberater der einzig wirklich gangbare Weg.

Ohne Experten-Hilfe begehen Sie nämlich sehr schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung und können im Gefängnis landen.

Sie haben weitere Fragen zur Gewinnausschüttung?

Die Informationen aus diesem Beitrag haben Ihre größten „Fragezeichen“ bei der Gewinnausschüttung beseitigt, Sie hätten aber gerne noch detailliertere Informationen? Konkret möchten Sie wissen, was für Sie persönlich der beste Weg der Gewinnausschüttung ist?

Gerne können Sie mich zu diesen oder anderen Fragen kontaktieren.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Entnahmen-Fazit

Entnahmen & Besteuerung (Teil 6): Fazit

In diesem Beitrag fasse ich meine Serie über Entnahmen und deren Besteuerung für Sie zusammen und zähle Ihnen auf, wie Sie mit geschickten Privatentnahmen Ihre Steuern gestalten können.

Entnahmen & Besteuerung: Kurzzusammenfassung der Serie

Entnahmen und deren Besteuerung (Teil 1): Allgemeines

In diesem Beitrag erkläre ich folgende grundlegende Punkte:

  • Bei welchen Unternehmen können überhaupt private Entnahmen getätigt werden?
  • Barentnahmen, Sachentnahmen und Leistungsentnahmen: Die 3 Arten der Entnahme erklärt

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/entnahmen-und-deren-besteuerung-teil-1-allgemeines/

Entnahmen & Besteuerung (Teil 2): Barentnahmen

In Teil 2 meiner Serie erfahren Sie, folgende Details zu Barentnahmen:

  • Was ist eine Barentnahme?
  • Welche steuerlichen Auswirkungen hat eine Barentnahme?

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/entnahmen-besteuerung-teil-2-barentnahmen/

Entnahmen & Besteuerung (Teil 3): Leistungs- und Sachentnahmen

Wenn Sie häufig Gegenstände aus Ihrem Betrieb entnehmen oder Leistungen für sich selbst erbringen, sollten Sie diesen Beitrag lesen. Sie erfahren:

  • Was sind Leistungs- und Sachentnahmen?
  • Wie wirken sich Leistungs- und Sachentnahmen auf Ihre Steuerlast aus?

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/entnahmen-besteuerung-teil-3-leistungs-und-sachentnahmen/

Entnahmen & Besteuerung (Teil 4): Entnahme von Gegenständen ohne Besteuerung

Anschließend an Teil 3 erfahren Sie in diesem Beitrag, wie Sie in diesem Beitrag, wie Sie Gegenstände entnehmen können, ohne eine Besteuerung auszulösen.

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/entnahmen-besteuerung-teil-4-entnahme-von-gegenstaenden-ohne-besteuerung/

Entnahmen & Besteuerung (Teil 5): Auswirkungen auf den Wert des Unternehmens

Wenn Sie über den Verkauf Ihres Unternehmens nachdenken, ist dieser Teil für Sie hochinteressant. Sie erfahren:

  • Wie wirken sich Entnahmen auf den Wert Ihres Unternehmens aus?
  • Wie wird der Wert eines Unternehmens überhaupt berechnet?

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/entnahmen-besteuerung-teil-5-auswirkungen-auf-den-wert-des-unternehmens/

Wie können Sie konkret von der Steuergestaltung mit geschickten Entnahmen profitieren?

Steuerbeschränkung für nicht entnommene Gewinne auf 28,75%: Entnehmen Sie Ihren Gewinn nicht, sondern lassen ihn in Ihrem Unternehmen, beschränken Sie die Besteuerung für diesen Teil des Gewinnes auf 28,75%.

Höhere Bonität und niedrigere Zinsen durch einbehaltene Gewinne: Neben der Steuerbeschränkung hat die Einbehaltung der Gewinne noch einen Nebeneffekt: Sie erhöhen damit Ihr Eigenkapital. Ein höheres Eigenkapital bedeutet in der Regel eine höhere Bonität und niedrigere Zinsen bei Banken.

Girokontozinsen sind voll abzugsfähig: Diese Zinsen bei Ihrem Girokonto sind nur dann voll abzugsfähig, wenn Ihre jährlichen Privatentnahmen niedriger als Ihr Gewinn ist.

Sie hätten gerne eine genauere Erklärung zum Thema? Klicken Sie einfach auf Play!

Dieser kurze Beitrag hat Ihr Interesse geweckt und Sie wollen ein wenig mehr zu dem Thema hören? Dann brauchen Sie einfach nur auf Play zu klicken, um mein kurzes Erklärvideo zu starten:

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Sie möchten mehr über Entnahmen erfahren?

Sie haben meine Serie über Privatentnahmen jetzt fertig gelesen und möchten noch detailliertere Informationen zum Thema? Konkret möchten Sie wissen, wie Sie mit Privatentnahmen Ihre individuelle Steuerlast senken können?

Diese Fragen kann man leider nicht pauschal in einem Blogbeitrag beantworten. Eine seriöse Antwort ist nämlich nur nach einer genauen Analyse Ihrer Situation möglich.

Wenn Sie Intersse an einer solchen Analyse haben, stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Vorratsgesellschaft-Symbolbild

GmbH-Vorratsgesellschaft: In diesen 2 Situationen macht dieser Weg Sinn

Sie sind Einzelunternehmer und überlegen, Ihren Betrieb in eine GmbH oder eine GmbH & Co. KG umzugründen? Sie haben sich bereits über unterschiedliche Gründungs-Szenarien informiert und sind dabei auf eine GmbH-Vorratsgesellschaft gestoßen?

Doch ist eine solche Gesellschaft wirklich sinnvoll oder handelt es sich bloß um einen „Trick“ von Notaren, um zusätzlichen Umsatz zu generieren?

Als Steuerberater in Hamburg mit jahrelanger Erfahrung in der Unternehmensumwandlung kann ich Ihnen bereits vorab sagen: Eine Vorratsgesellschaft ist sicher nicht für jeden Unternehmer geeignet und in vielen Fällen hinausgeschmissenes Geld.

Aber: In einigen wenigen Fällen kann eine GmbH-Vorratsgesellschaft durchaus Vorteile für Ihr Unternehmen bringen. Diese Spezialfälle sind leider nur den wenigsten Unternehmern und Steuerberatern bekann. Deshalb geht hier viel Potential verloren.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: Sie erfahren, was eine Vorratsgesellschaft ist und in welchen 2 Situationen sie nützlich ist. Außerdem erkläre ich Ihnen, welchen Fehler Unternehmen häufig beim Kauf von Vorratsgesellschaften begehen und wie Sie diesen Fehler vermeiden.

Was ist eine GmbH-Vorratsgesellschaft?

Als Vorratsgesellschaft bezeichnet man eine „leere“ GmbH, die bereits im Handelsregister eingetragen ist.

Diese GmbH hat bereits eine Steuernummer und eine Umsatzsteuer-ID. Sonst befinden sich keine Vermögensgegenstände in der Gesellschaft und die GmbH geht auch keiner Geschäftstätigkeit nach.

Die GmbH existiert quasi nur auf dem Papier.

Oft werden solche Vorratsgesellschaften von Notaren gegründet und bei Bedarf an Mandanten verkauft.

Der Vorteil: Eine Vorratsgesellschaft ist schon „einsatzbereit“ und man genießt sofort alle Vorteile einer GmbH, wie zum Beispiel die beschränkte Haftung, Steuervorteile oder Möglichkeiten zur Altersvorsorge.

Würde man die GmbH hingegen komplett neu gründen, würde es in der Regel einige Wochen dauern, bis die Gründung formal erledigt und die GmbH „einsatzbereit“ ist.

Diese „Gründungsbeschleunigung“ mit einer Vorratsgesellschaft kostet in der Regel um die 3.000 Euro.

In welchen 2 Situationen macht eine Vorratsgesellschaft Sinn?

Situation 1: Schnelle Gründung notwendig

Möchten Sie Ihr Unternehmen möglichst schnell und unkompliziert umgründen, bietet sich eine Vorratsgesellschaft an.

Sie umgehen Wartezeiten und da Sie bereits eine Umsatzsteuer-ID haben, können Sie sofort die Geschäftstätigkeit aufnehmen und Rechnungen stellen.

So sparen Sie unterm Strich einige Wochen an Wartezeit und kommen schneller in den Genuss der GmbH-Vorteile.

Situation 2: Unkomplizierte Gründung aus dem Ausland

Ausländische Unternehmer stehen manchmal vor dem Problem, kein Konto bei einer deutschen Bank eröffnen zu können. Ohne deutsches Konto gibt es allerdings keinen „Ort“, um das benötigte Stammkapital von 25.000 Euro einzahlen zu können und die GmbH kann nicht gegründet werden.

Mit einer Vorrats-GmbH kann dieses Problem umgangen werden. Sie erwerben einfach eine bereits existierende GmbH und erhalten zum Vorratsgesellschafts-Kauf das Geschäftskonto dazu.

Dies betrifft aber vorrangig Personen aus Risiko-Gebieten wie dem Iran oder dem Irak. Für deutsche Unternehmer hat dieser Grund deshalb in den meisten Fällen nur wenig Relevanz.

Eine mögliche Ausnahme: Sie möchten gemeinsam mit einem ausländischen Geschäftspartner ein Unternehmen gründen und separat Stammkapital einzahlen. In einem solchen Fall kann es ebenfalls zu den oben erwähnten Komplikationen kommen.

Vorsicht bei der Haftung: Das ist der häufigste Fehler bei der Vorratsgesellschaft

In der Praxis werden Vorratsgesellschaften nicht nur von Notaren, sondern auch von dubiosen Unternehmen verkauft.

Diese Unternehmen kaufen beispielsweise insolvente GmbHs auf, transferieren die Wertgegenstände aus der GmbH und verkaufen diese bereits seit Jahren aktive Gesellschaft als Vorratsgesellschaft.

Auf den ersten Blick ist es oft sogar schwierig, eine solche „Masche“ von einer echten Vorratsgesellschaft zu unterscheiden.

Aber: Auch wenn die vermeintliche Vorratsgesellschaft „leer“ erscheint, können noch Altlasten wie Steuerverfahren oder andere illegale Machenschaften vorhanden sein. Sobald Sie die Gesellschaft übernommen haben, haften Sie im Rahmen der Geschäftsführerhaftung persönlich für diese illegalen Aktivitäten.

Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie von diesen Machenschaften wussten oder nicht.

Mein Rat: Kaufen Sie eine Vorratsgesellschaft wirklich nur von einem Notar. Nur so haben Sie die Garantie, dass die GmbH unbelastet ist und Sie nicht für Schulden oder illegale Machenschaften verantwortlich gemacht werden können.

Fazit: GmbH-Vorratsgesellschaft ideal für schnelle und einfache Gründung

Möchten sie Ihr Einzelunternehmen oder Ihre Personengesellschaft schnell in eine GmbH umgründen, ist eine Vorratsgesellschaft für Sie ideal. Sie „überspringen“ die Wartezeit bei der Gründung, erhalten eine GmbH mit Steuer- sowie UID-Nummer und können sofort Ihre Geschäftstätigkeit aufnehmen.

Auch für eine GmbH-Gründung aus dem Ausland kann sich eine Vorratsgesellschaft auszahlen, da Staatsbürger von Risiko-Gebieten oftmals kein Konto in Deutschland eröffnen können. Somit haben diese Personen keinen „Ort“, wo sie das benötigte Stammkapital einzahlen können und die GmbH-Gründung ist unmöglich.

Mit einer Vorratsgesellschaft können diese Beschränkungen umgangen werden.

In den meisten anderen Situationen ist eine Vorratsgesellschaft allerdings nicht nötig und stellt nur unnötige Zusatzkosten bei der Gründung dar.

Sie möchten mehr zur Vorratsgesellschaft wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zur Vorratsgesellschaft haben oder gerne wissen möchten, ob sich eine Vorratsgesellschaft auch für Sie lohnen könnte, stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311) E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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