Screenshot - Bewertung der Studenten von der Hochschule Frisenius

Das sagen meine Studierenden über mich

Seit diesem Jahr leite ich eine Lehrveranstaltung an der Hochschule Fresenius. Es geht bei der Vorlesung um das Fach Mergers & Acquisitions. Hinter diesem Fachbegriff verstecken sich unter anderem meine zwei Spezialgebiete Unternehmensumwandlungen und -Käufe von Unternehmen.

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Realitätscheck: Steuern bei einer GmbH

Realitätscheck: Wieviel Steuern zahlen Sie bei einer GmbH wirklich?

In Businessplänen sehe ich oft Zahlen, die vollkommen in der Luft hängen und Unternehmer damit vor ein steuerliches Problem stellen: Die Zahlungen, die dann wirklich auf die Firma zukommen, bringen dann in den Folgejahren die Ernüchterung. Im schlimmsten Fall muss dann aufgrund falscher „Wunsch-Kalkulationen“ Insolvenz angemeldet werden.

Die Gründe für eine GmbH sind meist zweierlei: Ein erfolgreicher Einzelunternehmer will den Vorteil beschränkter Haftung in seiner Rechtsform unterbringen oder es steht überhaupt eine Neugründung an.

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Unternehmensumwandlung mit Video

Wann kann ich die Steuerfreiheit bei einer Unternehmensumwandlung nutzen?

Die Umwandlung Ihres Unternehmens kann aus steuerlichen Gründen oft sinnvoll sein. Denn es gilt: Die meisten steuerlichen Vorteile können durch eine Umwandlung erbracht werden. Das liegt daran, dass eine Umwandlung unter bestimmten Voraussetzungen eben steuerfrei ist.

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Minderheitsgesellschafter in einer GmbH

So sichern Sie sich Mitbestimmungsrechte als GmbH-Minderheitsgesellschafter?

Ihnen gehören Anteile an einer GmbH? Oder Sie wollen gerade Anteile kaufen und in eine GmbH investieren? Werden Sie in Zukunft den Großteil der Anteile besitzen? Wenn nein, sollten Sie unbedingt Ihren Vertrag prüfen. Andernfalls droht es Ihnen, nur „Passagier“ im eigenen Unternehmen zu sein. Zudem laufen Sie Gefahr nachteiliger Sozialversicherungszahlungen.

Sie fragen sich jetzt vielleicht: Wieso kann ich nicht mitentscheiden, ich habe doch meine Anteile? Wieso bin ich als Unternehmer, der mitinvestiert oder sogar mitgegründet hat, nicht mehr sozialversicherungsfrei?

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Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Ein-Mann-GmbH: Worauf Sie bei der Gründung achten sollten

Sie wollen Ihre Geschäfts-Idee mithilfe einer eigenen Firma verwirklichen, scheuen sich aber vor Haftungsrisiken? Sie wollen jedoch viele Partner und Kunden beeindrucken, wofür die Bezeichnung „GmbH“ von Vorteil sein kann? Dann kann eine Ein-Mann-GmbH Ihre Lösung sein!

Durch eine Ein-Mann-GmbH können Sie als Gründer Ihren Geschäfts-Traum verwirklichen, ohne das volle Haftungsrisiko zu tragen. Zudem kommt Ihnen mit diesem Unternehmens-Modell eine größere Außenwirkung zugute, die sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken kann.

Welche weiteren Vorteile sich für Sie als Gründer einer Ein-Mann-GmbH ergeben und worauf Sie achten sollten, will ich Ihnen in dem folgenden Beitrag näher bringen.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Eine Ein-Mann-GmbH, oder auch Ein-Personen-GmbH genannt, ist ein Unternehmen, das von einer Person gegründet wurde, welche gleichzeitig den alleinigen Geschäftsführer sowie den einzigen Gesellschafter und einzigen Mitarbeiter darstellt. Gesetzlich ergeben sich dabei keine Unterschiede zu anderen Formen der GmbH.

Es kann sich zudem um eine Ein-Mann-GmbH handeln, wenn drei Jahre nach der Gründung alle Anteile der Firma einer Person zufallen. Dies ist oft der Fall, wenn Sie z.B. Ihre GmbH gründen, aber Ihnen jemand bei der Finanzierung für das Stammkapital hilft und dafür Anteile erhält. Nach 3 Jahren zahlen Sie das geliehene Geld zurück und kaufen somit die Anteile der GmbH zurück. Damit sind Sie der alleinige Gesellschafter, Geschäftsführer und Mitarbeiter der GmbH.

Was brauche ich, um eine GmbH alleine zu gründen?

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH kann dann erfolgen, wenn Sie die Hälfte des Stammkapitals in Bargeld oder in Sachwerten aufbringen können. Für den Rest reicht eine Sicherung von Ihnen als Gesellschafter aus.

In Zahlen ausgedrückt: Das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH beträgt 25.000€. Davon müssen Sie als Gründer zumindest die Hälfte des Geldes direkt bei der Anmeldung einzahlen. Diese 12.500€ können Sie dabei bar oder in Form von Sachwerten (wie zum Beispiel anhand eines Autos, Grundstückes, Haus, etc.) erstatten.

Was genau ein Sachwert ist und wie Sie diesen am besten für Ihre GmbH-Gründung nutzen, hab ich für Sie detailliert zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf folgenden Link: So kann Ihr Auto Ihre GmbH mitfinanzieren 

Gibt es Erleichterungen für Ein-Mann-GmbHs bei der Gründung?

Da bei einer Ein-Mann-GmbH mehr Arbeit einer Person zukommt und auch eine geringere Leistungsfähigkeit und Finanzkraft erwartet wird, gab es ursprünglich eine Sonderregelung für die Gründer. Diese sollte den Einstieg in das Unternehmen für die Einzelperson erleichtern (zum Beispiel durch die Einführung einer notariell beglaubigten Errichtungserklärung anstelle eines komplizierten Gesellschaftsvertrages).

Dank der letzten GmbH-Reform erübrigt sich jedoch diese Sonderregelung. Denn mit der Einführung der sogenannten haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (auch als UG bezeichnet), kann eine sogenannte „Mini-GmbH“ bereits mit nur 1€ gegründet werden.

Die Möglichkeit einer haftungsbeschränkten UG bietet der Einzelperson daher einen erleichterten Start und einfachere Gründungs-Bedingungen. Sollten Sie sich für die genauen Unterschiede zwischen einer Ein-Mann-GmbH und einer haftungsbeschränkten UG interessieren, habe ich diese für Sie im folgenden Beitrag kurz zusammengefasst: Ein Personen-GmbH und UG: Vor- und Nachteile im Vergleich 

Ignorieren Sie aber vor lauter Freude über die geringen Gründungskosten bitte nicht die Nachteile der UG, die ich Ihnen im oben verlinkten Beitrag ebenfalls genauer erläutert habe.

Die wichtigsten Vorteile einer Ein-Mann-GmbH

Als Vorteil kann angesehen werden, dass Sie alle Entscheidungen treffen und auf keine Absprachen mit anderen Gesellschaftern angewiesen sind. Zu diesen Entscheidungen zählt auch die Festlegung Ihres angemessenen GF-Gehaltes.

Zudem stehen Ihnen die 5 Wege der Altersvorsorge offen, bei denen Sie bestimmen können, auf welche Weise Ihre Pension gesichert wird. Sowohl das GF-Gehalt, als auch die Altersvorsorge können dabei zur Steuerminderung Ihrer GmbH beitragen.

Um welche Wege der Altersvorsorge es sich genau dabei handelt, erfahren Sie in diesem Beitrag: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen 

Die größten Nachteile der Ein-Mann-GmbH

Für Sie als Gründer kann eine Ein-Mann-GmbH auch Nachteile mit sich bringen. Einer davon ist die finanzielle Belastung, die auf Sie zukommt: Am Anfang steht schon die Pflicht, mindestens 12.500€ aufzubringen.

Zudem fallen auch noch weitere Kosten an wie zum Beispiel für die Gründungsformalitäten beim Notar (ca. 1.200€), die hohen Jahresabschlusskosten oder die teuren Bilanzierungskosten.

Auch von der beschränkten Haftung dürfen Sie sich als Gründer nicht in die Irre führen lassen. Denn sollten Sie Ihr Stammkapital durch eine eigene Bürgschaft aufbringen, haften Sie im Falle einer Insolvenz erst wieder mit Ihrem Privatvermögen. „GmbH“ bedeutet daher für Sie als Gründer keine ultimative Haftungsbeschränkung.

Worauf dürfen Sie bei Ihrer Ein-Mann-GmbH nie vergessen?

Für Sie als Gründer einer Ein-Mann-GmbH ist es vor allem wichtig, Ihre Nachfolge genau zu regeln. Da sie der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer sind, können nur Sie diese festlegen.

Um die Existenz Ihres Unternehmens in jedem Fall zu sichern, sollten Sie als Geschäftsführer und Gesellschafter eine Abtretungsklausel in der Satzung verankern. Das bedeutet, dass Ihre gesamten Anteile an eine bisher unbeteiligte Person übertragen werden, sollten Sie die Firma nicht mehr leiten können.

Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre GmbH von den von Ihnen ausgewählten Erben auch weitergeführt wird.

Dabei sollten Sie nicht vergessen, auch Ihr Testament auf diesen Wunsch entsprechend abgestimmt werden muss. Dieses steht nämlich noch über der Satzung Ihrer GmbH, wodurch bei Widersprüchlichkeiten mit der Satzung im Endeffekt das Gericht die Nachfolge entscheidet.

Fazit: Ein-Mann-GmbH nur gründen, wenn das Unternehmens-Risiko hoch ist

Eine Ein-Mann-GmbH bietet für Sie als Gründer mehrere Vorteile mit sich, stellt allerdings auch ein höheres Maß an (finanzieller und formaler) Belastung dar.

Der Hauptgrund, warum Sie zur GmbH gegenüber der Einzelunternehmung tendieren sollten, muss aber immer die Risikoabwägung sein. Besteht kein hohes Risiko, bringt die Haftungsbeschränkung nichts und es bleibt fast nur die bessere Außenwirkung. Ob die vier Buchstaben am Ende Ihres Firmennamens den Formalismus und Mehraufwand wert sind, müssen Sie gut überdenken.

Falls Sie Fragen zum Thema Ein-Mann-GmbH bzw. zur Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Foto: © Elnur – Fotolia.com

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers: Insolvenzverschleppung

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 1): Insolvenzverschleppung

Wussten Sie, dass Sie als Geschäftsführer einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) unter gewissen Umständen mit Ihrem persönlichen Vermögen haften? Sie können im schlimmsten Fall sogar ins Gefängnis „wandern“. Und zwar dann, wenn eine Insolvenzverschleppung vorliegt!

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich möchte Sie mit diesem Blogbeitrag in keinster Weise davon abhalten, Verantwortung als Geschäftsführer Ihrer Firma zu übernehmen. Ganz im Gegenteil: Ich will Sie vielmehr in die Lage versetzen, dieser Verantwortung korrekt nachzugehen.

Daher möchte ich Sie vor der Gefahr der Insolvenzverschleppung warnen. Denn oft wird die beschränkte Haftung aus dem Namen der GmbH falsch verstanden. Sie ist nämlich kein „Freifahrtschein“, dessen Haftung bei der Einlage der GmbH endet.

Sie als Geschäftsführer haben die Pflicht, diese GmbH in den Fahrwassern des Marktes korrekt und wirtschaftlich sicher zu führen. Gelingt Ihnen das nicht, müssen Sie dies rechtzeitig melden. Sonst haften Sie in Deutschland tatsächlich mit Ihrem Privatvermögen und sogar mit Ihrer Freiheit.

Wie es dazu kommen kann und vor allem wie Sie sich vor diesem schlimmsten aller Fälle schützen, möchte ich Ihnen in diesem Beitrag leicht verständlich erläutern.

Was ist eine Insolvenzverschleppung?

Eine Insolvenzverschleppung liegt dann vor, wenn Sie länger als 3 Wochen die Insolvenzreife Ihrer GmbH verschweigen. Konkret heißt das: Wenn Sie länger als 3 Wochen keinen Insolvenzantrag stellen, obwohl Sie wissen, dass Ihr Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet ist.

Gleichzeitig ist es nicht mehr möglich, für Ihr Unternehmen eine begründete positive Fortführungsprognose zu erstellen. Sie wissen also, dass Sie es nicht mehr retten können.

Haben Sie diesen Zustand in Ihrem Unternehmen erreicht, dann müssen Sie innerhalb von 3 Wochen einen Insolvenzantrag stellen. Andernfalls handeln Sie strafbar – im strafrechtlichen und im zivilrechtlichen Sinne. Daran führt also kein Weg vorbei.

Was heißt zahlungsunfähig? Was heißt überschuldet?

Die Insolvenzordnung definiert in §17 und §19, was Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung in Detail vor dem Gesetz bedeuten.

Zahlungsunfähigkeit = Wenn Ihr Unternehmen nicht in der Lage ist, die fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Sie wird in der Regel angenommen, wenn Sie die Zahlungen eingestellt haben.

(Hier der Link zum Gesetzestext: https://dejure.org/gesetze/InsO/17.html)

Überschuldung = Wenn das Vermögen Ihres Unternehmens die Summe Ihrer Schulden nicht mehr deckt. Eine Ausnahme besteht, wenn die Fortführung des Unternehmens nach den Umständen überwiegend als wahrscheinlich angesehen wird (Stichwort: Fortführungsprognose).

Das heißt: Ist Ihr Unternehmen zwar im Moment überschuldet, Sie erwarten in den nächsten Tagen aber eine Zahlung, die Ihre Überschuldung beendet und Sie haben viele weitere Auftragszusagen für die Zukunft bereits erhalten, dann könnte eine positive Fortführungsprognose bestehen. In diesem Fall müssten Sie keinen Antrag auf Insolvenz stellen. Liegt das nicht vor, dann sind Sie vor dem Gesetz dazu verpflichtet. Sonst liegt eine Insolvenzverschleppung vor.

(Hier der Link zum Gesetzestext: https://dejure.org/gesetze/InsO/19.html)

Ist es die Pflicht eines Geschäftsführers die Insolvenz zu vermeiden?

Falls ich Sie jetzt verunsichert habe: Es ist nicht Ihre Pflicht als Geschäftsführer die Insolvenz zu vermeiden. Der deutsche Staat geht ohnehin davon aus, dass Sie das Unternehmen, das Sie leiten, nicht mit Vorsatz in die Pleite führen.

Aber der deutsche Staat verlangt von Ihnen, dass Sie im Fall der Fälle den Schaden so gering wie möglich halten und Sie daher innerhalb von 3 Wochen, die nahende Insolvenz melden oder eine entsprechend positive Fortführungsprognose vorweisen.

Kommen Sie dieser Pflicht nicht nach, geht der Staat davon aus, dass Sie die Situation noch schlimmer gemacht haben. Und daher wird bis auf Ihr Privatvermögen zurückgegriffen, um die Gläubiger zu bedienen. Zudem „interessiert“ sich auch der Staatsanwalt für Sie.

Wie hart kann es Sie als Geschäftsführer im Falle einer Insolvenzverschleppung treffen?

Der Staat nimmt diese Art der Wirtschaftsverbrechen sehr ernst. Schließlich „spielen“ Sie nicht nur mit Ihrer eigenen Firma. Eine Insolvenzverschleppung kann auch schwerwiegende Auswirkungen auf andere Betriebe haben.

Hat ein Produktionsbetrieb einen Großauftrag an sie geliefert und Sie können die Ware nicht bezahlen, gefährden Sie weit über Ihr Unternehmen hinaus andere Firmen, andere Arbeitsplätze und damit den Wohlstand und die Sicherheit anderer Menschen.

Daher haften Sie als Geschäftsführer in einem solchen Fall zivilrechtlich mit Ihrem gesamten Privatvermögen. Darüber hinaus droht Ihnen ein Berufsverbot. Sie dürfen also nie wieder Geschäftsführer eines Unternehmens werden. Und es drohen Ihnen in schwerwiegenden Fällen sogar bis zu drei Jahren Haft.

Oft treffen diese Regelungen auch ehrliche Geschäftsführer. Denn „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“ und das Gesetz bestraft hier auch die Fahrlässigkeit. Die Kriminalstatistik zeigt, dass es im Jahr 2017 ganze 6.437 Fälle von Insolvenzverschleppung gab. Gleichzeitig hatte es in Deutschland mit 20.200 Insolvenzen die wenigsten Firmenpleiten seit 1994 gegeben.

Quellen: polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamts ( https://www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2017/BKATabellen/bkaTabellenFaelle.html?nn=96600) und Presseaussendung von creditreform.de (https://www.creditreform.de/nc/aktuelles/news-list/details/news-detail/insolvenzen-in-deutschland-jahr-2017.html)

Fazit: Beschränkte Haftung ist kein „Freifahrtschein“

Die Statistik zeigt eindeutig, dass die Gefahr der Insolvenzverschleppung für Geschäftsführer eine reale ist. Jede dritte Insolvenz im Jahr 2017 stellte einen Fall für den Staatsanwalt dar.

Da mit Sicherheit nicht davon auszugehen ist, dass jeder dritte betroffene Geschäftsführer mit Vorsatz handelte, kann es nur an fehlender Information und Aufklärung durch den Steuerberater liegen.

Mein Ziel mit diesem Beitrag war es, Sie etwas mehr über die Gefahren eines Geschäftsführers trotz beschränkter Haftung aufzuklären. Wie Sie sehen, ist eine solche Beschränkung keinesfalls ein „Freifahrtschein“.

Bei der Leitung eines Unternehmens gilt es, die richtige Rechtsform zu wählen und dieses Unternehmen entsprechend zu lenken. Die sorgfältige Aufklärung über die Rechte und Pflichten sollte daher bei der Unternehmensnachfolgeplanung, bei einer Unternehmensumwandlung und bei jedem Wechsel des Geschäftsführers hohe Priorität genießen.

Sollten Sie zu diesem Thema weiterführende Fragen an mich haben oder meine Beratung wünschen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Kaspars Grinvalds – Fotolia.com

oHG oder KG in GmbH umwandeln

oHG oder KG in GmbH umwandeln: Was müssen Sie beachten?

Sie wollen Ihre oHG oder KG in eine GmbH umwandeln, wissen aber nicht, ob sich das lohnt oder worauf Sie in Ihrer Situation achten müssen? In diesem Beitrag gehen wir den Fragen nach, die Sie sich wahrscheinlich jetzt gerade stellen werden:

  • Wann lohnt sich eine Umwandlung in eine GmbH?
  • Was müssen Sie bei der Umwandlung beachten?
  • Welche Stolpersteine könnten auf Sie zukommen?
  • Wie sollte eine gelungene Umwandlung ablaufen?
  • Wie lange dauert eine solche Umwandlung?

Wenn Sie sich gerade genau diese Fragen stellen, dann sind die folgenden Ausführungen genau das Richtige für Sie.

Wann lohnt sich eine Umwandlung in eine GmbH?

In den meisten Fällen streben Sie als Unternehmer eine Umwandlung an, weil Sie sich davon vor allem steuerliche Vorteile erwarten. Diese müssen allerdings durch diese Umwandlung nicht zwingend eintreten.

Um das zu erklären, schildere ich Ihnen kurz die Ausgangssituation: Eine oHG ist laut Handeslrecht eine Personengesellschaft und laut Steuerrecht eine Mitunternehmerschaft. Von daher wird die oHG nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) besteuert.

Eine KG ist eine Sonderform der oHG. Allerdings haftet mindestens eine Person mit seiner Einlage nur beschränkt. Das ist der Kommanditist, der auch Teilhafter genannt wird.

Für die Umwandlung gelten für eine oHG und eine KG daher genau das gleiche Prozedere und dieselben Überlegungen.

Eine GmbH dagegen ist eine Kapitalgesellschaft. Sie wird nach dem Körperschaftsteuergesetz (KStG) besteuert.

Beide Gesellschaften sind handelsrechtliche Gesellschaften und unterliegen den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, eine GmbH in Deutschland (kurz GmbHd) zudem auch noch dem GmbH-Gesetz.

Vollziehen Sie nun eine Umwandlung, findet durch den Umstieg von Einkommensteuer zu Körperschaftsteuer praktisch ein „Regimewechsel“ in der Besteuerung statt. Wenn Sie sich dadurch Steuern sparen, müssen Sie auch die erhöhten Regelungen und den erhöhten Formalismus beachten. Auch diese ziehen unter Umständen für Sie höhere Kosten nach sich.

Ob diese die Steuervorteile den höheren Kosten noch positiv gegenüberstehen, müssen Sie sich im Detail ausrechen. Sie dürfen bei einem solchen Wechsel nicht kurzfristig denken und müssen auch die Behaltenspflichten von bis zu 7 Jahren beachten.

Was müssen Sie bei der Umwandlung beachten?

Kommen Sie zum Entschluss, dass die Umwandlung für Sie mehr Vor- als Nachteile birgt, dann müssen Sie konzeptionelle Überlegungen für Ihr Vorhaben anstellen.

Dafür möchte ich Ihnen hier 7 Fragen unverzichtbare Fragen in die Hand geben:

  1. Wollen Sie die Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz oder nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch durchführen?
  2.  Planen Sie eine Einzelrechtsnachfolge oder eine Gesamtrechtsnachfolge?
  3.  Wollen Sie die Steuerneutralität nutzen oder die Umwandlung besteuern lassen? Das kann nämlich Sinn machen, wenn Sie noch nicht genutzte Verlustvorträge in der Umwandlung nutzen möchten.
  4.  Wie gestalten Sie die künftige Erbregelung? Bei einer Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft gilt nicht mehr die Erbfolgeregelung aus dem Gesellschaftsvertrag der oHG.
  5.  Wie verfahren Sie mit den bestehenden Mitarbeitern? Diese sind laut §613a BGB geschützt. Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-muessen-sie-bei-der-betriebsuebernahme-alle-mitarbeiter-uebernehmen/
  6.  Die Steuerverpflichtungen gehen auf die neue Gesellschaft über. Haben Sie Ihre Zahlungen genau berechnet?
  7.  Wie verfahren Sie mit Darlehen und Verbindlichkeiten der oHG? Diese müssen Sie nämlich nicht zwingend auf die neue Gesellschaft übertragen. Die mögliche Steuerneutralität geht nach Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) auch nicht verloren, weil sie nicht als wesentliche Betriebsgrundlagen anzusehen sind.
  8.  Wie hoch ist das neue „Eigenkapital“?

Welche Stolpersteine könnten auf Sie zukommen?

Eine Unternehmensumwandlung ist ein unternehmerisch schwerwiegender Entschluss. Wie oben erwähnt, findet praktisch ein „Regimewechsel“ statt. Ohne ausreichende Planung, kann es leicht zu Stolpersteinen auf Ihrem Weg kommen.

Die häufigsten Stolpersteine bei der Umwandlung einer oHG in eine GmbH möchte ich Ihnen hier zusammentragen:

  1. Wenn kein positives Eigenkapital vorhanden ist, haben Sie nicht die Möglichkeit einer steuerneutralen Umwandlung.
  2. Die Bestimmung der Anteile an der neuen GmbH unter den einzelnen Gesellschaftern birgt Konfliktpotenzial. Daran hängt auch direkt die Bestimmung des Unternehmenswert. Das kann zu erheblichen Differenzen führen.
  3. Haben Sie in den vergangenen 7 Jahren bereits eine Umwandlung durchgeführt, so kann noch eine Umwandlungssperre vorliegen.
  4. Das Rückwirkungsverbot und die Umqualifizierung von Entnahmen in Gehalt im Umfang des Umwandlungszeitraums können tiefgreifende Konsequenzen haben.
  5. Entnahmen im Rückwirkungszeitraum können bedeuten, dass eine steuerneutrale Umwandlung gar nicht mehr möglich ist, weil Sie durch die Entnahme das Eigenkapital geschmälert haben. Diese Schmälerung des Eigenkapitals muss dann durch steuerpflichtige vermögensmäßige Zuschreibungen bis hin zur Entsprechung des Unternehmenswerts bei der neuen Gesellschaft wieder ausgeglichen werden.

Wie sollte die Umwandlung ablaufen und wie lange dauert sie?

Sie kennen nun die Kernfragen und die Stolpersteine. Jetzt möchten Sie sicherlich wissen, wie so eine Umwandlung überhautp abläuft.

In meiner 18-jährigen Beratungstätigkeit hat sich ein 5-Stufen-Plan als ideale Abfolge herausgestellt. Diese Stufen durchlaufen Sie als Unternehmer dann in der Regel in 1-4 Monaten.

Stufe 1: Ziele der Umwandlung definieren.

Stufe 2: Erstellung eines Steuerkonzepts und eines betriebswirtschaftlichen Konzepts mit mehr als einem Lösungsansatz.

Stufe 3: Besprechung der Lösungsansätze mit allen beteiligten Entscheidungsträgern.

Stufe 4: Detaillierte Ausarbeitung des Konzepts mit dem gewählten Lösungsansatz.

Stufe 5: Durchführung und Begleitung der Umwandlung.

Fazit: Nur wer Umwandlung plant schöpft die Möglichkeiten auch aus

Wie Sie sehen, ist eine Unternehmensumwandlung nichts vor dem Sie zurückschrecken sollten, wenn eine GmbH für Sie langfristig Vorteile bringt.

Allerdings gibt es viele Details über die Sie ohne Konzept stolpern könnten. Dann wird die Umwandlung unter Umständen viel zu teuer oder scheitert im schlimmsten Fall sogar.

Die entsprechende Beratung kann auf diesem Weg viel Kosten und Mühen für Unternehmer sparen. Zudem wird die Belastung für die Entscheidungsträger verringert, da Sicherheit durch Kenntnis der Konsequenzen einer Entscheidung die Abwägung viel einfacher macht.

Mein Ziel war es, Ihnen mit diesem Beitrag aufzuzeigen, wie Sie Ihre mögliche Umwandlung einer oHG oder einer KG in eine GmbH angehen können. Sollten Sie zu diesem Thema weiterführende Fragen an mich haben oder meine Beratung wünschen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Fotocredit: ©luismolinero – fotolia.com

 

5 spezielle Regeln für eine Familien-GmbH

Diese 5 speziellen Regeln braucht jede Familien-GmbH

Wussten Sie, dass eine Familien-GmbH Ihr Vermögen nicht automatisch zwischen Ihnen und Ihren Liebsten hält? Was passiert, wenn Ihre Ex-Frau plötzlich Ansprüche erhebt? Was machen Sie, wenn Schwiegerkinder plötzlich versuchen, auf das Vermögen zuzugreifen? Was, wenn Gläubiger aus fremden Geschäftsfeldern Forderungen stellen?

Die Familien-GmbH ist ein beliebtes Mittel, um das Vermögen für Sie und die Ihren zusammen zu halten. Um dazu mehr zu erfahren, können Sie auch diesen Blogbeitrag über die Vor- und Nachteile dieser Rechtsform nachlesen: Klicken Sie hier!

Allerdings funktioniert die Familien-GmbH nur, wenn Sie diese 5 speziellen Regeln im Gesellschaftsvertrag festhalten!

Regel Nr. 1:  Alle brauchen einen Ehevertrag!

Das mag durchaus unromantisch klingen, es ist aber notwendig. Sie als Gesellschafter und auch Ihre Kinder müssen sich verpflichten, einen Ehevertrag abzuschließen.

Dieser muss zwischen Gütertrennung und modifizierter Zugewinngemeinschaft unterscheiden. Zudem muss der Vertrag diese Punkte genau regeln und unkündbar sein. Einzige Ausnahme bilden außerordentliche Kündigungsrechte, die aber genau festgelegt werden.

Nur mit einem solchen Ehevertrag regeln Sie in den Grundzügen, dass kein Ex-Partner später einmal berechtigte Ansprüche erheben kann.

Regel Nr. 2: Bestimmen Sie immer die Abtretungs- oder Einziehungsregelung für den Fall „X“

Eine Abtretung entspricht einer sogenannten qualifizierten Nachfolge. Das heißt: Die Gesellschaftsanteile eines Gesellschafters werden bei dessen Abtretung durch den Fall „X“ auf einen zu diesem Zeitpunkt nicht Beteiligten übertragen.

Dieser Fall „X“ kann zum Beispiel das „in Rente gehen“ sein. Dann erhält der scheidende Gesellschafter eine Abfindung und ein neuer Gesellschafter (z.B. Sohn oder Tochter) wird in die Familien-GmbH aufgenommen.

Eine Einziehung entspricht einer Fortführungsklausel. Das heißt: Die Anteile des scheidenden Gesellschafters werden durch den Fall „X“ (z.B.: „in Rente gehen“) auf einen oder mehrere verbleibende Gesellschafter übertragen.

Auch in diesem Fall erhält der scheidende Gesellschafter eine Abfindung, wie Sie im Gesellschaftsvertrag vereinbart wird.

Regel Nr. 3: Bestimmen Sie die Abfindung

Die Abfindung muss – egal ob Abtretung oder Einziehung – genau geregelt werden. Dabei müssen Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Wie wird die Abfindung berechnet?
  • Wird Sie inklusive oder exklusive immateriellem Firmenwert berechnet?
  • Wird die Abfindung auf einmal oder in mehreren Beträgen ausgezahlt? (Möglich sind bis zu 10 Jahresbeträge)

Für den Fall von Forderungsfällen

Um sich vor Forderungen jeglicher Art in der Zukunft zu schützen, empfehle ich Ihnen zudem die Abfindung im Gesellschaftsvertrag über den Buchwert und nicht über den Unternehmenswert zu regeln.

Während der Buchwert den in der Bilanz erfassten Vermögen und Schulden des Unternehmens entspricht, kann der Unternehmenswert ein Vielfaches des Reingewinns ausmachen. Wie Sie den Unternehmenswert berechnen können, können Sie in diesem Beitrag nachlesen: Zur Unternehmenswertberechnung – hier klicken!

Setzen Sie Ihre Abfindungsregelung am besten nach diesem Motto auf: „Wer geht, verliert. Wer bleibt, gewinnt.“

Regel Nr. 4: Bestimmen Sie das Schiedsverfahren

„Das kommt doch in den besten Familien vor“, lautet eine Volksweisheit. Und wie viele Volksweisheiten beinhaltet auch diese einen wahren Kern. In meiner Beratung habe ich schon viele Streitfälle gesehen. Und immer, wenn auf alle Eventualitäten im Vorhinein eingegangen wurde, gingen diese für den Unternehmer glimpflich aus.

Wurden diese Fragen stattdessen auf den sprichwörtlichen „St. Nimmerleinstag“ verschoben, dann war es oft zu spät. Die Folge: Langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren. Diese klärten nicht nur den Vermögensverbleib, sondern verschlangen auch beträchtliche Teile dieses Vermögens.

Für den Fall künftiger Meinungsverschiedenheiten sollten Sie also unbedingt einen Schiedsspruch, ein Schiedsgutachten oder ein Schiedsgericht für einzelne Punkte bestimmen.

Damit sorgen Sie für eine schnelle Lösung und niedrige Kosten (keine Anwälte, keine Prozesskosten). Gleichzeitig haben Sie durch die schnelle Lösung auch sofort wieder den Kopf frei, um sich auf Ihre Aufgaben und Ziele zu konzentrieren.

Regel Nr. 5: Stimmen Sie den Gesellschaftsvertrag mit dem Testament ab

Bei einer GmbH geht das Testament bzw. das Erbrecht dem Gesellschaftsvertrag der GmbH vor. Daher müssen Sie im Testament regeln, dass der Gesellschaftsvertrag zur Geltung kommt.

Widersprechen Sie sich im Testament und im Gesellschaftsvertrag, so muss häufig richterlich entschieden werden. Haben Sie gar kein Testament greift die gesetzliche Erbfolge. Diese steht vermutlich sogar mit Sicherheit Ihren Wunschregelungen entgegen und das Chaos ist perfekt…

Übrigens: Auch bei einer GmbH atypisch still, müssen Sie unbedingt die Erbfolge ohne Widerspruch zum Gesellschaftsvertrag in einem Testament regeln. Nur vor dem Steuerrecht gilt diese Form als Personengesellschaft. Im Erbrecht wird es jedoch wie eine GmbH behandelt.

Fazit: Regeln Sie lieber jetzt, sonst zahlen Sie vielleicht später…

Wie Sie sehen, ist es für solide Unternehmer nicht so einfach, das Verdiente auch im Kreise der Familie zu halten. Familienstreits, Trennungen oder einfach nur Verluste aus Dritt-Geschäften können schnell zu Forderungen führen, die nicht in Ihrem Interesse sind.

Mit der Familien-GmbH gehen Sie als Unternehmer schon den ersten richtigen Schritt. Ohne die oben genannten 5 speziellen Regelungen, bleibt Ihr Schutz dadurch aber unzureichend.

Ich rate Ihnen daher, sich ausführlich zum Thema Familien-GmbH und Nachfolgeregelung beraten zu lassen. Die Fehlerquellen sind vielfältig und liegen oft im Detail.

Sollten Sie zu diesem Thema weiterführende Fragen an mich haben oder meine Beratung wünschen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Foto: © candy1812 – Fotolia.com

Familien-GmbH: Vater mit seinen 2 Soehnen

Familien-GmbH: Was ist das und wie profitieren Sie davon?

Immer mehr Unternehmer häufen in Deutschland ein beträchtliches Vermögen an. Daher kann es sinnvoll sein, Ehefrau und Kinder bereits zu Lebzeiten am Vermögen teilhaben zu lassen.

Denken auch Sie darüber nach, ihre Familienmitglieder an Ihrem Vermögen zu beteiligen?

Eine Familien-GmbH macht es möglich…

Was man darunter genau versteht und welche Vor- und Nachteile so eine Familiengesellschaft für Sie und Ihr Vermögen bringen kann, habe ich für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

#1: Was versteht man unter einer Familien-GmbH?

Die Familien-GmbH ist eine Variante der GmbH.

Auch wenn für die Familiengesellschaft die gleichen Regeln gelten wie für die klassische GmbH, dient sie nur zu einem einzigen Zweck:

Das Vermögen der Familie zu verwalten und dieses über die Erbfolge geregelt zu verteilen.

Wie läuft das Ganze ab?

Sie als Inhaber Ihres Vermögens bringen die Vermögenswerte in die Gesellschaft ein.

Anschließend übertragen Sie Gesellschaftsanteile durch Schenkung oder Erbschaft auf Ehefrau und Kinder oder andere Familienangehörige.

Aber Achtung: Damit später weder Gläubiger noch Schwiegerkinder oder die womöglich geschiedene Frau auf das Vermögen zugreifen können, müssen Sie spezielle Regelungen im Gesellschaftsvertrag der Familien-GmbH festhalten.

Diese Regelungen gewähren Ihnen als Vermögensinhaber dauerhaften Einfluss auf das Vermögen.

#2: Familien-GmbH bringt 5 Vorteile und nur 2 Nachteile

Vorteile

1) Keine Gewerbesteuer auf Ertrag des eigenen Grundbesitzes: Wenn Sie mit der Familien-GmbH ausschließlich den eigenen Grundbesitz und das Kapitalvermögen halten, entsteht neben der 15%-gen Körperschaftssteuer keine Gewerbesteuer auf den Ertrag des eigenen Grundbesitzes (§9 Nr. 1, S. 2 GewStG). Und dass, obwohl die Gesellschaft ja gewerblich ist. Das heißt: Sie haben einen Gewerbebetrieb ohne Gewerbesteuer.

2) Vermögenswerte auf einem Blick: Die Familien-GmbH eignet sich hervorragend, um all Ihre Vermögenswerte im Blick zu behalten.

3) Erbrechtliche Regelung von nur 1 Vermögensgegenstand: Die GmbH hält unterschiedliche Vermögensgegenstände. Sie können nun mit der Familien-GmbH einen Vermögensgegenstand der GmbH erbrechtlich regeln. Das bedeutet: Sie regeln im Testament über die Erbfolge der GmbH einen Vermögensgegenstand, auch wenn die GmbH selbst tausende Vermögensgegenstände hält. Würden die 1000 Gegenstände im Privatvermögen gehalten werden, könnte ihnen rein theoretisch passieren, dass Sie (bis zu) 1000 Regelungen über jeden einzelnen Vermögensgegenstand treffen müssen.

4) Verhinderung von Zerschlagung: Mithilfe der Familien-GmbH können Sie verhindern, dass das auf die Nachfolgegeneration übertragene Vermögen durch Erbfälle, Scheidungen etc. zerschlagen wird.

5) Steuerfreie Gewinnausschüttungen möglich: Unter bestimmten Umständen und Anträgen können Gewinnausschüttungen aus einer ausländischen Beteiligung steuerfrei gestellt werden (§3 Nr. 41 lit. a EStG, R 8.1. KStR zu §8 KStG).

Aber Achtung: Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, müssen Sie den richtigen Unternehmenszweck in der Satzung festgelegt haben.

Es muss ganz klar hervorgehen, dass die Familien-GmbH für die Verwaltung und das Halten des eigenen Vermögens, insbesondere des eigenen Grundbesitzes, gegründet wurde.

Nachteile

1) Veröffentlichungspflicht: Da die Familien-GmbH den gleichen Regeln folgt wie die klassische GmbH, sind Sie zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses verpflichtet. Dies könnte ein Nachteil für Sie sein, wenn Sie nicht wollen, dass Fremde Einsicht auf Ihr Vermögen erhalten.

2) Hohe Abschlusskosten: Die Kosten des Jahresabschlusses belaufen sich auf gleicher Höhe wie bei der klassischen GmbH und sind damit relativ hoch.

Fazit: Nur Sie bestimmen, was mit Ihrem Vermögen passiert

Wie Sie sehen, kann die Familien-GmbH für Unternehmer die ideale Lösung zur Verwaltung des Familienvermögens sein.

Sie ermöglicht Ihnen, die Vermögenswerte dauerhaft in der Familie zu halten. Durch spezielle im Gesellschaftsvertrag von Ihnen aufgesetzte Regeln, bestimmen Sie, was mit Ihrem Vermögen passiert.

Zusätzlich sparen Sie sich die Gewerbesteuer auf Ihren Grundbesitz und können mit dieser Variante der GmbH eine mögliche Zerschlagung des Vermögens durch Erben, Schwiegerkinder etc. verhindern.

Wenn Sie eine Familien-GmbH zur Vermögensverwaltung in Betracht ziehen, sollten Sie sich aber unbedingt Rat vom Profi holen.

Denn die Familiengesellschaft vereint nicht nur Gesellschafts-, Erb- und Familienrecht, sondern auch das Steuerrecht.

Sollten Sie tiefergehende Fragen zu diesem Thema haben oder eine ausführliche Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular an mich wenden.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Rui Vale de Sousa – fotolia.com

Welche Rechtsform eignet sich fuer Freiberufler

Einzelunternehmen oder Ein-Personen-GmbH: Welche Rechtsform macht für Freiberufler Sinn?

Freiberufler genießen Vorteile, die für andere Gewerbetreibende nicht gelten: Sie müssen keine doppelte Buchführung führen und benötigen kein Mindesthaftpflichtkapital.

Zu den Freiberuflern zählen im steuerrechtlichen Sinne Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare, Patentanwälte, Architekten, Steuerberater, Heilpraktiker, Journalisten, Übersetzer und ähnliche Berufsgruppen (Quelle: Einkommensteuergesetz §18, https://www.gesetze-im-internet.de/estg/__18.html, 02.07.2018).

Trotz der genannten Vorteile denken viele an die Gründung einer Kapitalgesellschaft.

Sind Sie auch Freiberufler und spielen mit dem Gedanken einer GmbH oder ähnlichem? Sie fragen sich aber, welche Rechtsform, wann für Sie als Freiberufler Sinn macht?

In diesem Beitrag habe ich für Sie verschiedene Rechtsformen vergleichend zusammengefasst.

#1: Einzelunternehmen

Wann kann das Einzelunternehmen für einen Freiberufler sinnvoll sein?

  • Flexibler Zahlungsverkehr: Bei einem Einzelunternehmen können Sie ganz einfach ohne aufwändigen Formalismus Geld entnehmen.
  • Keine Buchführungspflicht: Einzelunternehmer sind nicht dazu verpflichtet, Ihre Unternehmensgewinne nach den Grundsätzen der doppelten Buchhaltung zu erfassen.
  • Umsatzsteuerschuld erst bei Zahlungseingang fällig: Die Umsatzsteuer müssen Sie als Einzelunternehmer erst bei Zahlungseingang zahlen und nicht schon bei Rechnungsstellung, egal wie viel Umsatz Sie machen.
  • Keine Veröffentlichungspflicht: Sie müssen für ein Einzelunternehmen keine Vermögens- bzw. Ertragswerte in Form des Jahresabschlusses elektronisch beim Bundesanzeiger veröffentlichen.

Wann macht das Einzelunternehmen keinen Sinn?

Schadensrisiko übersteigt die betriebliche Haftpflicht: Wenn das Schadensrisiko zu groß ist und Ihre Versicherung nicht zahlt, sollten Sie sich für eine andere Rechtsform entscheiden.

#2: Ein-Personen-GmbH

Wann kann die Ein-Personen-GmbH für einen Freiberufler sinnvoll sein?

  • Betriebliche Haftpflicht unzureichend: Wenn Sie als Freiberufler fürchten müssen, dass Ihre betriebliche Haftpflicht einmal nicht ausreichen könnte. Diese Befürchtung trifft vor allem: Ingenieure, Architekten, Rechtsanwälte und Steuerberater.
  • Bessere Regelung der Altersvorsorge: Sie möchten Ihre Altersvorsorge besser regeln? Dann wäre die Ein-Personen-GmbH die optimale Variante für Freiberufler. Sie ermöglicht Ihnen 5 Wege der Altersabsicherung. Diese 5 Wege beschreibe ich demnächst in einem eigenen Beitrag.

Wann ist die Ein-Personen-GmbH nicht sinnvoll?

  • Keine Lust auf doppelte Buchführung: Wenn Sie sich gegen Buchführungs- bzw. Bilanzierungspflichten sträuben, macht eine Ein-Personen-GmbH für Sie keinen Sinn.
  • Keine Lust auf administrativen Mehraufwand: Eine GmbH bedeutet einen höheren administrativen Aufwand (Geschäftsberichte, Buchführung, Gesellschaftsversammlungen etc.). Wenn Sie den nicht in Kauf nehmen möchten, ist von einer Ein-Personen-GmbH abzuraten.
  • Keine Lust auf Veröffentlichung: Wenn Sie Ihr Betriebsvermögen bzw. die betrieblichen Erträge nicht veröffentlichen wollen, ist die Ein-Personen-GmbH nicht zu empfehlen.

Fazit: GmbH und Einzelunternehmen sind für Freiberufler möglich, UG bitte nie

Möglicherweise vermissen Sie in diesem Vergleich die Unternehmergesellschaft (=UG)?

Diese Rechtsform habe ich bewusst weggelassen, weil sie aufgrund ihres schlechten Images keine gute Alternative für den Freiberufler darstellt.

Je nach Situation und persönlichen Vorlieben kann für den einen das Einzelunternehmen, für den anderen die Ein-Personen-GmbH attraktiver sein.

Wenn Sie den administrativen Aufwand möglichst gering halten wollen und dafür die fehlende Haftungsbeschränkung in Kauf nehmen, kann das Einzelunternehmen sinnvoller sein.

Wollen Sie hingegen nicht länger mit Ihrem Privatvermögen haften und gleichzeitig von einer besseren Altersvorsorge profitieren, empfiehlt sich die Ein-Mann-GmbH.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesem Beitrag einen kleinen Einblick in diese 2 Rechtsformen geben. Dadurch sollten Sie einen ersten Eindruck gewinnen, welche Variante möglicherweise für Sie und Ihre Unternehmenssituation Sinn machen kann.

Sollten Sie zu einer dieser Rechtsformen noch offene Fragen haben oder weiterführende Beratung benötigen, so können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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