Stiller Teilhaber: Ideal für frisches Kapital oder teurer Fehler?

Sie sind Unternehmer und um Ihre Firma zu vergrößern benötigen Sie mehr Kapital? Sie möchten dafür aber keinen Bankkredit aufnehmen und fragen sich, ob ein stiller Teilhaber eine gute Alternative für Sie sein kann?

Meine persönliche Meinung: Ja, einen stillen Teilhaber an Bord zu holen, kann eine gute Idee sein. Aber nur, wenn Sie alle Vor- bzw. Nachteile kennen und wissen, worauf Sie sich einlassen.

Genau diese Entscheidungsgrundlage möchte ich Ihnen mit diesem Blogbeitrag in die Hand geben. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist ein stiller Teilhaber?

Ein stiller Teilhaber ist ein Gesellschafter Ihres Unternehmens und beteiligt sich mit einer Vermögenseinlage (Geld, Sach- oder Dienstleistungen) (§230, Abs. 1 HGB).

Wie hoch die Einlage ist, kann vertraglich vereinbart werden. Zusätzlich dazu muss der Vertrag unbedingt eine ordentliche (fristgemäße) und außerordentliche (fristlose) Kündigungsregelung enthalten.

Stiller Teilhaber und “normaler” Gesellschafter: Was sind die Unterschiede?

1. Unterschied: Die Eintragung der Partnerschaft

Im Gegensatz zu einem “normalen” Gesellschafter scheint der stille Teilhaber nirgends auf.

Er muss weder in einem öffentlichen Register noch in der Bilanz aufgeführt werden.

2. Unterschied: Die Beteiligung am Gewinn, Verlust und Vermögenszuwachs der Gesellschaft

Ein gewöhnlicher Gesellschafter ist am Gewinn, Verlust und an der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt.

Ein stiller Teilhaber ist normalerweise nur am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Er muss durch Verluste keinen Wertverlust seiner Einlage befürchten, profitiert dafür aber auch nicht von Wertsteigerungen (§232, Abs. 2 HGB).

Wichtig: Im Vertrag kann auch vereinbart werden, dass der stille Teilhaber an den Verlusten und am Wertzuwachs beteiligt ist. Dann handelt es sich aber nicht um eine normale stille Gesellschaft, sondern um eine sogenannte atypische stille Gesellschaft.

In welcher Situation diese Spezialform für Sie geeignet ist, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-atypisch-still-mehr-liquiditaet-weniger-steuern/

3. Unterschied: Kontroll- und Mitspracherechte

Im Gegensatz zu einem normalen Gesellschafter hat ein stiller Teilhaber in der Regel keine Mitspracherechte in der Gesellschaft. Er kann also selbst keine Entscheidungen treffen und hat auch keine Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung.

Ein Stiller Teilhaber ist berechtigt den Jahresabschluss zu prüfen. Er hat allerdings nicht das Recht, laufende Geschäfte (z.B. Verträge) zu prüfen. Diese Rechte haben nur gewöhnliche Gesellschafter.

Die Ausnahme ist wie beim 2. Unterschied die atypische stille Gesellschaft. In diesem Fall erhält der stille Teilhaber umfassende Mitsprache- und Kontrollrechte.

4. Unterschied: Behandlung im Falle einer Insolvenz

Im Insolvenzfall ist ein stiller Teilhaber ein Gläubiger Ihres Unternehmens und kann die vollständige Rückzahlung seiner Einlage fordern.

Ein gewöhnlicher Gesellschafter hat dieses Recht allerdings nicht und im Falle einer Insolvenz ist seine Einlage verloren.

Stiller Teilhaber: Sie profitieren von diesen 7 Vorteilen

1) Mehr Eigenkapital: Durch einen stillen Gesellschafter erhöht sich Ihr Eigenkapital. Denn die Einlagen des stillen Teilhabers sind wie Eigenkapital auszuweisen.

2) Finanzierung ohne Bankkredit: Sie können Ihr Unternehmen ganz ohne Kredit von der Bank finanzieren. Bei einer Kreditfinanzierung würden Zinsen anfallen und zwar unabhängig von der Gewinnsituation des Unternehmens. Der stille Gesellschafter hingegen erhält nur bei einem positiven Betriebsergebnis einen Gewinnanteil.

3) Geringes Rückzahlungsrisiko: Das Rückzahlungsrisiko für Sie ist gering, da der stille Gesellschafter ohne Entschädigung und ohne Erhalt von Sicherheiten das Risiko des Totalverlusts trägt. Aber Vorsicht: Die Zinsen sind hierbei höher als bei einem reinen Kredit.

4) Schwacher Mitgesellschafter: Bei einem stillen Teilhaber handelt es sich um einen schwachen Mitgesellschafter, der keine Mitspracherechte hat und von dem Sie sich leichter wieder trennen können.

5) Wahl der Beteiligung: Sie können entscheiden, ob Sie den stillen Teilhaber am Firmenwert der Gesellschaft beteiligen oder nicht.

6) Steuervergünstigung bei atypisch stiller Gesellschaft: Wenn der stille Gesellschafter auch am Firmenwert beteiligt ist, dann wird die Gesellschaft  immer – egal welche Rechtsform nach außen hin besteht – wie eine Personengesellschaft besteuert. Das bedeutet:

  • Die Einkommensteuer wird durch die Gewerbesteuerbelastung gemindert.
  • Es gibt keine Besteuerung der Gewinnausschüttung.
  • Die Besteuerung ist bis zu 18% günstiger als bei einer GmbH, obwohl nach außen hin eine GmbH vorhanden sein kann. (Da der stille Teilhaber verschwiegen werden kann, gibt es eine eigene Handelsbilanz und eine eigene Steuerbilanz.)

7) Perfekt geeignet für die Nachfolgeplanung: Eine stille Gesellschaft bietet sich vor allem für die Nachfolgeplanung an. Die Erben sind zunächst nur schwache Gesellschafter im Unternehmen, können aber starke Gesellschafter zu einem vorgegebenen Zeitpunkt werden.

Darüber hinaus können Sie Ihr steueroptimiertes „privates“ Vermögen im Rahmen einer Familienlösung speichern und über die stille Gesellschaft verteilen bzw. über die Nachfolgeplanung verschenken oder vererben.

Die 3 Nachteile eines stillen Teilhabers: Darauf müssen Sie achten

1) Vorsicht bei AG: Bei allen Gesellschaften kann der stille Teilhaber verschwiegen werden. Aber Vorsicht bei Aktiengesellschaften (= kurz AG). Hier muss die stille Gesellschaft im Handelsregister eingetragen werden.

2) Verfahren zur Bestimmung des Firmenwertes schriftlich fixieren: Mögliche Regelungen über die Bestimmung eines Verfahrens zur Bestimmung des Unternehmenswert sollten ganz konkret im Gesellschaftsvertrag mit dem stillen Gesellschafter aufgeführt werden.

Somit verhindern Sie später aufkommende Streitigkeiten über das zuvor angewandte Verfahren. Immerhin gibt es mindestens 20 verschiedene Verfahren, die alle zu einem anderen Wert führen.

3) Erstellung von 2 Bilanzen: Bei einer stillen Gesellschaft müssen Sie zwei Bilanzen erstellen: Zum einen die Handelsbilanz entsprechend der handelsrechtlichen Rechtsform, z.B. GmbH.

Zum anderen muss die Steuerbilanz erstellt werden. Die Gesellschaft wird dabei, wie oben erwähnt, immer wie eine Personengesellschaft besteuert.

Stiller Teilhaber: So können Sie den Vertrag wieder kündigen

Sie haben sich mit dem stillen Teilhaber zerstritten? Oder möchten Sie Ihr Unternehmen verkaufen und um einen Käufer zu finden, müssen Sie den stillen Teilhaber “loswerden”?

Anders als bei anderen Gesellschaftern können Sie sich von einem stillen Teilhaber sehr schnell wieder trennen. Dazu müssen Sie einfach den Vertrag kündigen.

Aber Vorsicht: Wenn Sie einen atypisch stillen Gesellschafter kündigen, liegt eine steuerliche Umwandlung vor!

Die steuerlich nur wegen der stillen Beteiligung als Personengesellschaft zu beurteilende GmbH wird nun steuerlich wieder zur “normalen” GmbH.

Mein Tipp zur Kündigung: Lösen Sie den Vertrag nur auf, wenn Sie nicht mehr auf das Geld des stillen Teilhabers angewiesen sind. Ansonsten müssen Sie seinen Anteil wahrscheinlich mit einem (kurzfristigen) Bankkredit finanzieren und können Mehrkosten von Tausenden Euro haben.

Fazit: Stille Teilhaberschaft macht Finanzierung ohne Bank möglich

Wie Sie sehen, kann eine stille Teilhaberschaft mehr Vor- als Nachteile bringen: Vom erhöhten Eigenkapital bis hin zur Steuervergünstigung. Der größte Vorteil aber liegt wohl in der Finanzierung ohne Bankkredit.

Sie müssen Zinsen bzw. Gewinnanteile nur an den stillen Teilhaber auszahlen, wenn Ihr Unternehmen auch tatsächlich Gewinne abwirft.

Auch für die Nachfolgeplanung im Unternehmen kann eine stille Teilhaberschaft die optimale Lösung sein: Zuerst beteiligen Sie Ihre Kinder als “schwache” Gesellschafter und können ihnen im Lauf der Zeit immer mehr Rechte übertragen.

Falls Sie noch weitere Fragen zu stillen Teilhabern haben oder wissen möchten, wie Sie bei der Umsetzung Schritt-für-Schritt vorgehen müssen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmenskauf-Symbolbild

Wie Sie ein Unternehmen kaufen und erst später dafür bezahlen

Sie sind Unternehmer und am Kauf einer anderen Firma interessiert? Wissen Sie, wie der Kauf aus steuerlicher Sicht idealerweise ablaufen sollte?

Ist es besser den gesamten Betrag sofort zu bezahlen, oder macht auch eine über mehrere Jahre aufgeteilte Zahlung Sinn?

Aus meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass viele Unternehmer beim Kauf eines anderen Betriebs unsicher sind. Hier geht es immer um sehr viel Geld und ein Fehler kann Sie schnell Tausende Euro kosten.

In vielen Fällen ist es schlichtweg nicht möglich, den gesamten Kaufpreis eines Unternehmens auf einen Schlag zu bezahlen.

Eine häufige Frage lautet dann: Ist der Kauf eines Unternehmens für mich überhaupt möglich?

Die Antwort darauf: Ja, ein Unternehmenskauf ist auch in diesem Fall möglich. Aus Sicht des Käufers ist es sogar besser, den Kauf auf mehrere Etappen aufzuteilen.

Wie eine solche Aufteilung am besten ablaufen sollte, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Ich erkläre Ihnen Schritt-für-Schritt und leicht verständlich, welche Methoden in der Praxis zur Anwendung kommen und worauf Sie achten müssen.

In diesen 3 Schritten sollte ein Unternehmenskauf ablaufen

Als Steuerberater in Hamburg hat sich bei mir der Unternehmenskauf in folgenden 3 Schritten als eine sehr gute Lösung bewährt:

Schritt 1: Beteiligung zu einem kleinen Anteil

Zuerst sollten Sie sich mit einem kleinen Anteil von 1 bis 5 % (auch Zwergenanteil genannt) am Unternehmen beteiligen. So erzeugen Sie bereits einen Mitunternehmerstatus und eine zukünftige Wertsteigerung nach Ihrem Erst-Einstieg erhöht Ihren Kaufpreis nicht.

Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an, deshalb erkläre ich Ihnen dieses Prinzip am besten anhand eines praktischen Beispiels:

Angenommen Sie beteiligen sich mit einem kleinen Anteil an einem Unternehmen, dass Sie kaufen möchten. Zu diesem Zeitpunkt ist der Betrieb 1.000.000 Euro wert.

Bevor Sie das Unternehmen endgültig kaufen, arbeiten Sie 3 Jahre lang im Unternehmen mit und bereiten alles für eine geordnete Übergabe des Unternehmens vor.

Während dieser Zeit laufen die Geschäfte sehr gut und das Unternehmen ist nach diesen 3 Jahren nicht mehr 1.000.000 Euro, sondern 1.500.000 Euro wert.

Da Sie bereits Mitunternehmer sind, ist dieser Wertzuwachs für den Kaufpreis nicht relevant.

Hätten Sie die Übernahme allerdings nur vorbereitet, ohne am Unternehmen mit einem kleinen Anteil beteiligt zu sein, müssten Sie den Wertzuwachs während dieser Zeit “mitbezahlen”.

Als Käufer ist es für Sie deshalb meistens von Vorteil, wenn Sie schon vor der eigentlichen Übernahme mit einem kleinen Anteil beteiligt sind.

Schritt 2: Aufstockung der Beteiligung durch eine Put & Call-Option nach 3-5 Jahren

Mit einer Put & Call Option sichern Sie sich das Recht zu, einen festgeschriebenen Anteil am Unternehmen kaufen zu können. So können Sie Ihren Zwergenanteil nach einigen Jahren aufstocken.

Der Vorteil für Sie: Sie sind nicht dazu verpflichtet diese Option auch tatsächlich ausüben zu müssen.

Merken Sie während Ihrer “Probezeit”, dass Sie das Unternehmen doch nicht kaufen möchten, können Sie die Option verstreichen lassen und aus dem Unternehmen aussteigen.

Schritt 3: Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren

Nach 10 Jahren sollten Sie das Unternehmen ganz übernehmen und den ausstehenden Kaufpreis auf einmal bezahlen.

So können Sie die finanzielle Last des Unternehmenskaufs vom Ersteinstieg in die Zukunft verschieben und müssen erst nach Ablauf dieser 10 Jahre einen Großteil des Kaufpreises überweisen.

Bis dahin sollte die Unternehmensnachfolge abgeschlossen sein und der Betrieb bereits profitabel unter Ihrer Führung laufen.

Alternative zum “normalen” Unternehmenskauf: Die Verschmelzung

Eine andere Möglichkeit für einen zeitlich aufgeteilten Unternehmenskauf bietet Ihnen eine sogenannte Verschmelzung.

Hier werden einerseits Ihr eigenes Unternehmen und auch das Unternehmen, das Sie kaufen möchten, in eine Holding-Gesellschaft eingebracht. Die Anteile an dieser Holding werden zunächst unter Ihnen und dem Inhaber des anderen Unternehmens aufgeteilt.

Sie können aber schon das andere Unternehmen als Geschäftsführer übernehmen und die Übernahme vorbereiten. Nach einer vertraglich vereinbarten Zeitspanne übernehmen Sie dann alle Anteile an der Holding und sind somit Eigentümer beider Unternehmen.

Wichtig: Bei einer Verschmelzung sollten Sie immer eine gemeinsame Probezeit und eine Exit-Lösung festlegen.

Merken Sie während der Probezeit, dass eine Übernahme doch keinen Sinn macht, können Sie die beiden Unternehmen mithilfe einer festgelegten Exit-Lösung einfach voneinander trennen.

Viele Rechtsanwälte und Steuerberater verzichten aber auf eine solche vertraglich festgelegte Exit-Lösung. Das führt dazu, dass bei einer Auflösung der Holding während der Probezeit rechtliche Komplikationen entstehen und die beteiligten Unternehmen in der Schwebe hängen.

Eine Probezeit und eine Exit-Lösung sollte deshalb immer im Vorhinein vertraglich vereinbart werden.

Fazit: Ein Unternehmenskauf ist auch in Etappen möglich

Als Unternehmer müssen Sie beim Kauf eines anderen Betriebs nicht zwingend den gesamten Kaufpreis sofort bezahlen. Aus Käufer-Sicht macht es sogar Sinn, die Zahlung auf mehrere Etappen aufzuteilen und in die Zukunft zu schieben.

Zwei Kauf-Varianten, die in der Praxis häufig eingesetzt werden sind:

  • 3 Stufiger Ablauf: Beteiligung mit einem kleinen Anteil (1-5 %), Aufstockung der Anteile mit Put & Call Option nach 3-5 Jahren und Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren.
  • Eine Verschmelzung von zwei Unternehmen mithilfe einer Holdinggesellschaft und Übernahme der gesamten Holding-Anteile nach einer Probezeit

Wenn Sie auf eine dieser Optionen zurückgreifen wollen, benötigen Sie aber unbedingt die Hilfe eines erfahrenen Steuerberaters. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen nur verdeutlichen, was aus Sicht eines Unternehmers möglich wäre.

Welches Vorgehen für Sie tatsächlich am besten ist, kann nur ein Steuerberater nach einer genauen Analyse Ihrer Situation beurteilen. Pauschal zu sagen, welche Übernahmeform für Sie am besten ist, wäre nicht seriös.

Wenn Sie Interesse an einer solchen Analyse haben und ich Sie Schritt-für-Schritt beim Unternehmenskauf begleiten soll, können Sie mich gerne kontaktieren.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular erreichen.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Top-4-Beitraege-Unternehmensverkauf

Geballtes Wissen für Unternehmer (Teil 4): Meine 4 besten Tipps zum Unternehmensverkauf aus dem Jahr 2019

Sie sind erfahrener Unternehmer und gerade dabei, Ihre Unternehmensnachfolge zu planen? Weil keines Ihrer Kinder Ihren Betrieb übernehmen möchte, denken Sie darüber nach, Ihr Unternehmen zu verkaufen?

Sie möchten Ihr Lebenswerk aber nicht an den erstbesten Interessenten “verscherbeln”, sondern einen Käufer finden, der einen angemessenen Preis bezahlt und Ihr Unternehmen erfolgreich weiterführt?

Laut meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg gibt es in diesem Bereich viele Unsicherheiten. Jeder möchte seine Firma in gute Hände abgeben, aber nur wenige Unternehmer haben während Ihrer Laufbahn bereits eine Firma verkauft.

Sie haben deshalb keinerlei Erfahrungswerte und suchen einen erfahrenen Partner, auf den sie sich verlassen können.

Ich habe mich auf die Beratung von Unternehmern bei der Unternehmensnachfolge spezialisiert schon viele Unternehmer in ähnlichen Situationen beraten.

In der Vergangenheit wurde ich neben der Käufer-Suche auch oft zu den ungefähren Beratungs- und Anwaltskosten sowie häufigen Verkaufs-Fehlern von anderen Unternehmern gefragt.

Diese und weitere häufige Fragen habe ich im vergangenen Jahr mit ausführlichen Blogbeiträgen beantwortet. Mein Ziel dabei: Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen beim Thema Unternehmensverkauf möglichst vielen Unternehmern zugänglich machen.

Für Sie habe ich meine 4 besten Tipps aus allen Unternehmensverkauf-Beiträgen in diesem Artikel übersichtlich zusammengefasst. Außerdem verlinke ich auch immer auf den dazupassenden, detaillierten Artikel.

Die 4 besten Tipps für den Verkauf Ihres Unternehmens

Tipp 1: So finden Sie einen seriösen Käufer 

Am Beginn eines geplanten Unternehmensverkaufs steht häufig die Suche nach einem passenden Käufer. Dieser Käufer sollte im Idealfall:

  • Ihre ungefähre Preisvorstellung teilen
  • Dem geplanten Übergabezeitpunkt zustimmen und
  • Ihr Übergangsszenario akzeptieren.

Nur: Wo finden Sie einen solchen Käufer?

Eins gleich vorweg: Einen idealen Käufer findet man leider nur in den seltensten Fällen über Nacht. Realistischerweise müssen Sie 5 bis 10 Jahre einplanen, um einen Käufer zu finden, der den 3 oben genannten Kriterien entspricht.

Häufig verlassen sich Unternehmer hier auf Ihr aufgebautes Netzwerk oder verkaufen das Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter.

Wahrscheinlich werden Sie aber auch Angebote von Hedge- oder Vermögensverwaltungsfonds erhalten. Da diese Investoren aber immer die höchstmögliche Rendite erzielen möchten, sind diese Angebote aber nur in den seltensten Fällen für Sie rentabel.

Welche Fehler Sie bei der Käufer-Suche noch vermeiden sollten und welche Möglichkeiten Ihnen beim Verkauf offen stehen, erkläre ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-1-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen/

Tipp 2: So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler 

Für viele Unternehmer kommt der Verkauf Ihrer Firma nur einmal am Ende Ihrer unternehmerischen Laufbahn vor. Deshalb hat man keine Erfahrungswerte und muss sich erst in die Verkaufs-Thematik einarbeiten.

Ein guter Startpunkt ist hier, andere Unternehmensverkäufe zu analysieren und aus den Fehlern anderer zu lernen.

Damit Sie sich diese Informationen nicht mühsam zusammensuchen müssen, habe ich 4 klassische Verkaufs-Fehler von Unternehmern für Sie zusammengefasst. Meiner Erfahrung nach werden vor allem diese Fehler immer wieder begangen:

  • Die Regelung der Sanierungsklausel vergessen
  • Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten
  • Keine Festlegung von Exit-Klauseln
  • Zu späte Regelung des Verkaufes

Warum diese Fehler beim Unternehmensverkauf so verheerend sind und wie Sie sie mit konkreten Maßnahmen verhindern können, lesen Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-1-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen/

Tipp 3: Das müssen Sie beim Unternehmensverkauf ins Ausland beachten 

Sie befinden sich gerade auf der Suche nach einem seriösen Käufer für Ihr Unternehmen und haben eine Anfrage aus dem Ausland erhalten? Oder zieht sich die Suche in die Länge und Sie möchten auch ausländische Interessenten ansprechen?

Nur: Aus rechtlicher Sicht gibt es hier mehrere Punkte, auf die Sie achten müssen.

  1. Risikobeurteilung des potentiellen Käufers:
    • Nur Interessenten aus politisch stabilen Ländern
    • Nur Interessenten mit einer Bürgschaft
    • Vertrauen Sie im Zweifel Ihrem Bauchgefühl
  2. Verkaufsvertrag richtig aufsetzen:
    • Legen Sie Deutschland als Gerichtsstand fest
    • Schützen Sie sich mit einer Sanierungsklausel vor Steuernachzahlungen
    • Regeln Sie Ihre Rechte und Pflichten gegenüber Ihren Arbeitnehmern
    • Legen Sie fest, ob alle Verbindlichkeiten vom Käufer mitübernommen werden
  3. Steuerlast beim Verkauf optimieren:
    • Nutzen Sie die Fünftelregelung
    • Sind Sie älter als 55 haben Sie beim Verkauf Anspruch auf einen vergünstigten Steuersatz

 

Wie Sie diese 3 Punkte im Detail regeln und so den Verkauf Ihres Unternehmens reibungslos abwickeln, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/steuern-kaeuferwahl-vertraege-das-muessen-sie-beim-unternehmensverkauf-ins-ausland-beachten/

Tipp 4: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen 

Meiner Erfahrung nach lassen sich Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf auf 5 Haupt-Posten aufteilen:

  1. Kosten bei der Finanzierung
  2. Kosten für die Unternehmensbewertung
  3. Kosten für das Auditing (=Prüfung) der Geschäftsunterlagen
  4. Amtsgerichtskosten
  5. Kosten für Notar & Rechtsanwalt

Ohne genaue Planung und Vorauskalkulation können diese Kosten schnell aus dem Ruder laufen. Einer meiner Mandanten ließ beispielsweise 33 unterschiedliche Unternehmensbewertungen erstellen, da ihm der Interessent in den Verhandlungen vorwarf, dass der Verkaufspreis zu hoch angesetzt war.

Das Ganze kostete ihm schlussendlich 350.000€.

In einer solchen Situation ist es allerdings immer besser, die Verhandlungen schon vor diesem “Bewertungswahnsinn” abzubrechen und einen anderen Käufer zu suchen.

Das ist allerdings nur möglich, wenn Sie früh genug mit den Verkaufs-Planungen beginnen. Starten Sie zu spät, können Sie sich diesen “Luxus” nicht leisten und müssen so lange mit diesem Interessenten verhandeln, bis Sie eine Einigung erzielen.

Unterm Strich kostet Sie das Nerven, wertvolle Lebenszeit und Sie werden vermutlich als Verlierer aus diesen Verhandlungen hervorgehen.

Wie Sie Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf möglichst gering halten erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Blogbeitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-1-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen/

Fazit: Planung als Schlüssel zum erfolgreichen Unternehmensverkauf

Beim Unternehmensverkauf ist eine umfassende und vor allem rechtzeitige Planung entscheidend. Egal, ob Sie einen seriösen Käufer suchen, häufige Fehler anderer Unternehmer vermeiden möchten oder Ihre Verkaufs-Kosten reduzieren wollen: Ohne Strategie und ausreichende Vorlaufzeit wird es für Sie schwierig, meine Tipps aus diesem Beitrag umzusetzen.

Deshalb müssen Sie mindestens 5 Jahre vor dem geplanten Verkauf mit Ihren Planungen beginnen. Tun Sie das nicht, müssen Sie sich vielleicht mit dem erstbesten Angebot zufriedengeben und können Ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten nicht voll ausschöpfen.

Wenn Sie nicht genau wissen, womit Sie bei Ihren Planungen beginnen müssen und wie Sie Ihre optimale Verkaufs-Strategie festlegen, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und schon viele Unternehmer beim erfolgreichen Verkauf Ihres Betriebs begleitet.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Geballtes Wissen für Unternehmer (Teil 2): Meine beliebtesten Beiträge zum Thema Unternehmenskauf

Spielen Sie mit dem Gedanken ein Unternehmen zu kaufen? Sie erhoffen sich, durch den Kauf neue Märkte erschließen zu können oder möchten “Zugriff” auf wertvolle Kundenbeziehungen bekommen?

Als Steuerberater in Hamburg kann ich diese Gründe sehr gut nachvollziehen. Auch viele meiner Mandanten möchten Ihr Geschäftsfeld erweitern und mit dem Kauf eines anderen Unternehmens den Grundstein dazu legen.

Jedoch ist die Unsicherheit beim Thema “Unternehmenskauf” nach wie vor groß. Viele Unternehmer wissen nicht, worauf Sie achten müssen und welche Punkte Sie keinesfalls vergessen dürfen.

Deshalb habe ich mir letztes Jahr das Ziel gesetzt, häufige Fragen meiner Mandanten zu diesem Thema mit ausführlichen Blogbeiträgen zu beantworten. So möchte ich möglichst vielen Unternehmern beim Kauf eines Betriebs weiterhelfen.

Die Beiträge wurden von meinen Lesern sehr gut aufgenommen und die Resonanz via E-Mail und Telefon hat den Erfolg meiner Strategie bestätigt. In diesem Beitrag fasse ich deshalb die besten Beiträge zum Thema Unternehmnskauf übersichtlich zusammen und verlinke auch jeweils auf die ausführlichen Artikel.

Meine Top Beiträge aus 2019 im Bereich “Unternehmenskauf”

Platz 4: Kundendaten digitalisieren: Diese 3 Vorteile und Risiken beschert es beim Unternehmensverkauf

Stellen Sie sich vor, Sie haben beim Unternehmenskauf die Wahl zwischen 2 Unternehmen: Unternehmen A und Unternehmen B. Nach einer genauen Analyse der Bilanz und dem zukünftigen Potential sind beide Unternehmen für Sie als Käufer in etwa gleich attraktiv.

Unternehmen A hat jedoch bereits alle Kundendaten digitalisiert und in eine Datenbank eingetragen. Bei Unternehmen B sind diese Daten teilweise in unübersichtlichen Excel-Listen notiert oder überhaupt nur als Ausdrucke vorhanden.

Ist dieser kleine Unterschied, Grund genug, Unternehmen A den Vorzug zu geben?

Als Steuerberater kann ich Ihnen sagen: Definitiv ja!

Durch die digitalisierten Daten haben Sie nämlich 3 entscheidende Vorteile. Welche Vorteile das sind und wie Sie als Käufer konkret von diesen Punkten profitieren, erfahren Sie in meinem ausführlichen Blogbeitrag zum Thema Unternehmenskauf und Digitalisierung.

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/kundendaten-digitalisieren/

Platz 3: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen 

Seien wir ehrlich: Beim Verkauf der eigenen Firma würde wahrscheinlich jeder Unternehmer sein Lebenswerk im bestmöglichen Licht darstellen wollen.

Für Sie als Interessenten bedeutet das daher: Wenn Sie während der Verhandlungen eine vom Verkäufer in Auftrag gegebene Unternehmensbewertung erhalten, ist Vorsicht geboten.

Denn durch diverse Tricks, wie etwa dem Verschweigen von Risiken oder der Erstellung von zu optimistischen Prognosen, kann der Unternehmenswert künstlich in die Höhe getrieben werden.

Wie Sie als Käufer solche Tricks erkennen und welche Punkte eine Unternehmensbewertung wirklich seriös machen, erfahren Sie in meinem ausführlichen Beitrag zum Thema Bewertungen beim Unternehmenskauf.

Ich erkläre Ihnen leicht verständlich, welche Bewertungsverfahren in der Praxis verwendet werden und mit welchen 3 Tricks das Ergebnis häufig “aufgehübscht” wird.

Platz 2: GmbH Übernahme – Wann ist es das Wagnis wert?

Sie haben Interesse daran, in der Zukunft eine GmbH zu kaufen oder befinden sich vielleicht schon mitten in den Verhandlungen? Ihnen fehlt aber die nötige Erfahrung und Sie sind etwas unsicher?

Am liebsten hätten Sie eine Art Checkliste, die Sie Schritt-für-Schritt abarbeiten können und so keine wichtigen Punkte vergessen?

Damit sind Sie nicht allein. Viele meiner Mandanten haben Fragen zum Thema GmbH-Kauf und hätten gerne etwas, das ihnen die einzelnen Schritte bei der Übernahme erleichtert.

Deshalb habe ich für Sie eine ausführliche Checkliste mit folgenden 5 Schritten erstellt:

  • 1. Schritt: Die finanziellen Reserven überprüfen
  • 2. Schritt: Enthaftung von der Pensionsverpflichtung
  • 3. Schritt: Kontrolle aller Zahlen & Fakten
  • 4. Schritt: Einhaltung aller Gesetze
  • 5. Schritt: Steuerschonende Vorgehensweise

Worauf Sie bei diesen Schritten im Detail achten müssen und wie Sie diese Liste Schritt-für-Schritt abarbeiten, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in meinem ausführlichen Beitrag zur GmbH-Übernahme.

Hier klicken, um zum Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-uebernahme-wann-ist-es-das-wagnis-wert/

Platz 1: Die Vor- und Nachteile der Earn-Out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Sie sind am Kauf eines Unternehmens interessiert, fürchten sich aber vor zähen Preisverhandlungen, die Sie förmlich “aufreiben”? Deshalb suchen Sie nach Möglichkeiten, um diese Verhandlungen einfacher und im besten Fall sogar als Win-Win Situation für beide Seiten gestalten zu können?

Denn viele Unternehmensübernahmen scheitern nach anfangs guten Gesprächen beim Thema “Preis”.

Mit einer sogenannten Earn-Out-Klausel können Sie genau das verhindern und einen für beide Seiten akzeptablen Preis festlegen. Denn mithilfe eines “Earn-Outs” können Sie den finalen Kaufpreis vom Unternehmenserfolg nach der Übernahme abhängig machen.

Das heißt: Direkt nach der Übernahme wird nur ein Teil des Kaufpreises fällig. Der weitere Teil ist abhängig vom finanziellen Erfolg.

Ist die Übernahme für Sie als Käufer profitabel, wird nach einem bestimmten Zeitraum eine im Vorhinein festgelegte Nachzahlung fällig. Stellt sich die Übernahme als unprofitabler “Flop” heraus, fällt diese Nachzahlung niedriger aus.

Wann die Nachzahlung genau fällig wird, wie hoch die Zahlung ist und wie der Erfolg konkret bemessen wird, kann in der Earn-Out-Klausel festgelegt werden.

Welche Vorteile Sie als Käufer durch eine solche Earn-Out-Klausel haben und welche Tricks Verkäufer bei diesen Klauseln häufig einsetzen, erkläre ich Ihnen in diesem beleibten Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/die-vor-und-nachteile-der-earn-out-klausel-beim-unternehmenskauf/

Fazit: Planung und kompetente Beratung als Schlüssel zur erfolgreichen Übernahme

Meine 5 beliebtesten Beiträge zum Thema Unternehmenskauf eint vor allem eins: Um die beschriebenen Vorteile auch wirklich voll ausnutzen zu können, muss eine Übernahme gut geplant werden.

Idealerweise sollte diese Planung in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Steuerberater durchgeführt werden. Denn der Kauf eines Unternehmens ist immer komplex und von Ihrer individuellen Situation, dem gekauften Unternehmen sowie weiteren Faktoren abhängig.

Sollten Sie noch keinen Steuerberater an Ihrer Seite haben und Hilfe benötigen beim Kauf eines Unternehmens benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei aufsuchen. Außerdem stehe ich Ihnen jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) zur Verfügung.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmensverkauf-Rente-Symbolbild

Normaler Unternehmensverkauf oder Verkauf gegen eine Rente: Darauf sollten Sie setzen

Sie sind gerade dabei, den Verkauf Ihres Unternehmens zu planen? Sie haben davon gehört, dass Sie Ihre Firma auch gegen eine Rente anstatt einer sofortigen Gesamt-Summe verkaufen können?

Bestimmt Fragen Sie sich jetzt, welche Variante die bessere ist. Auch in meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg kommen immer wieder Unternehmer mit dieser Frage auf mich zu.

Deshalb möchte ich Ihnen die häufigsten Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente in diesem Beitrag beantworten.

Sie erfahren, wie der Verkauf gegen eine Rente genau funktioniert, wie lange Sie diese Rente bekommen und was die steuerlichen Unterschiede zu einem “normalen” Verkauf sind.

Zum Schluss erhalten Sie außerdem eine grundsätzliche Empfehlung von mir. Ich erkläre Ihnen, ob Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe oder gegen eine Rente verkaufen sollten.

Wie funktioniert der Unternehmensverkauf gegen eine Rente genau?

Hier wird die Verkaufssumme nicht sofort, sondern aufgeteilt über mehrere Jahre bezahlt. In der Regel erhalten Sie dann eine monatliche Rente, die Ihnen Ihr Nachfolger bezahlen muss.

Diese Rente bemisst sich immer am Betrag, den Sie beim Verkauf als Gesamt-Summe erhalten hätten. Sprich: Der gesamte Verkaufserlös ist die Basis für die Renten-Berechnung.

Wie eine solche Rente genau berechnet wird, können Sie in diesem Artikel des Instituts für Wissen in der Wirtschaft nachlesen: https://www.iww.de/mbp/experten-berichten-aus-der-praxis/der-praktische-fall-geschaeftsveraeusserung-gegen-leibrente-vergleich-zwischen-sofort-und-zuflussbesteuerung-f57187

Ich muss Sie allerdings warnen: Die genaue Berechnung ist kompliziert und Sie benötigen wirtschaftliches Fachwissen, um die Kalkulation wirklich zu verstehen.

Um den Rest dieses Beitrags zu verstehen, brauchen Sie dieses detaillierte Wissen aus dem anderen Artikel hingegen nicht.

Wie lange bekommen Sie diese Rente?

Die genaue Länge der Rentenzahlung kommt auf die Vereinbarung im Kaufvertrag an.

Die Rente muss Ihnen aber mindestens 25 Jahre lang nach Abschluss des Vertrags ausgezahlt werden, denn nur so wird sie dem Versorgungsgedanken des Gesetzgebers gerecht. Grundgedanke ist nämlich, Ihre laufende Versorgung in der Zukunft sicherzustellen.

Würde die Rente beispielsweise bereits 10 Jahre nach dem Verkauf enden, wäre diese laufende Versorgung nicht gewährleistet.

Alternativ kann auch vereinbart werden, dass die Rente bis zu Ihrem Tod gezahlt wird. Dann bestimmt logischerweise Ihr Tod, wie lange diese Rentenzahlungen geleistet werden müssen. Eine genaue Anzahl an Jahren wird nicht festgelegt.

So unterscheidet sich der Renten-Verkauf steuerlich von einem “normalen” Verkauf

Verkaufen Sie Ihr Unternehmen für eine Gesamt-Summe, wird dieser Betrag immer sofort besteuert. Deshalb spricht man in der Fachsprache auch von einer Sofortbesteuerung. Hier können Sie von einem attraktiven Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG profitieren.

Mit diesem Freibetrag reduziert sich Ihr zu versteuernder Gewinn beim Unternehmensverkauf.

Abgesehen von diesem Beitrag haben Sie aber nur einen sehr geringen steuerlichen Gestaltungsspielraum.

Beim Unternehmensverkauf gegen eine Rente haben Sie hingegen die Wahl: Sie können Ihren Verkaufserlös entweder sofort besteuern oder eine sogenannte Zuflussbesteuerung nutzen.

Vereinfacht gesagt werden Ihre monatlichen Raten bei der Zuflussbesteuerung erst versteuert, wenn die Summe der bereits bezahlten Raten den Buchwert des Betriebsvermögens übersteigt.

Im Normalfall dauert es deshalb Jahrzehnte, bis Ihre monatliche Renten-Zahlungen besteuert werden. Sobald die Grenze erreicht ist, werden Ihre Raten jährlich zusammen mit Ihrem sonstigen Einkommen besteuert.

Deshalb haben Sie hier größere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten als bei einem “normalen” Verkauf.

Bei der Zuflussbesteuerung können Sie allerdings den oben erwähnten Freibetrag nicht nutzen. Sie “erkaufen” sich mehr oder weniger die zusätzlichen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Verzicht auf den Freibetrag.

Meine Empfehlung: Verkaufen Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe und nicht gegen eine Rente

Ein Unternehmnsverkauf gegen eine Rente kann aus rein steuerlicher Sicht durchaus Sinn machen. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können Sie so eine attraktivere Steuerprogression ausnutzen.

Aber: Sie wissen nie, ob Ihr Nachfolger das Unternehmen erfolgreich weiterführt und auch wirklich Ihre Rente zahlen kann. Denn geht das Unternehmen insolvent, ist es möglich, dass Sie nicht alle Raten erhalten.

In diesem Fall bleiben Sie auf einem Teil Ihres Verkaufspreises sitzen und müssen Ihre Ansprüche vielleicht in einem langwierigen Insolvenzverfahren durchsetzen. Das kostet Zeit und Nerven.

Deshalb rate ich Unternehmern immer dazu, Ihre Firma sofort für eine Gesamt-Summe zu verkaufen.

So erhalten Sie den gesamten Verkaufspreis sofort und müssen nicht hoffen, dass Ihr Nachfolger die Rente auch zahlen kann.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente oder benötigen Hilfe bei der Unternehmensnachfolge? Dann stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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Expertenmeinung-Unternehmensnachfolge-IKZ

Kleine Presseschau: Meine Experten-Meinung in der IKZ zum Thema Unternehmensnachfolge

In den letzten Wochen wurde ich in einem Artikel der prestigeträchtigen Haustechnik-Branchenzeitschrift IKZ zu meiner Meinung bei Notfällen in der Unternehmensnachfolge gefragt.

In diesem Beitrag fasse ich Ihnen diesen Beitrag kurz zusammen und stelle Ihnen den Link zum ausführlichen Beiträgen zur Verfügung. Außerdem verlinke ich auch noch auf themenverwandte Beiträge in meinem Blog, die Sie interessieren könnten.

Ernstfälle in der Unternehmensnachfolge: Meine Expertenmeinung in der IKZ

Angenommen Sie liegen nach einem schweren Autounfall auf der Intensivstation. Ihre Überlebenschancen sind gut, aber bis Sie wieder arbeitsfähig sind, werden noch etliche Monate vergehen.

Was passiert in der Zwischenzeit mit Ihrem Unternehmen? Sind Ihre Mitarbeiter ohne Sie als Inhaber komplett handlungsunfähig?

Als Unternehmer müssen Sie die Antworten auf diese Fragen kennen. Nur so kann Ihr Unternehmen im Notfall weiterbestehen. Unter anderem sollten Sie diese Punkte beachten:

  • Generalvollmacht für Ehepartner
  • Testament und Patientenverfügung im Safe
  • Zugang zu geschäftlichen Kern-Informationen

Worauf Sie bei den einzelnen Punkten genau achten müssen, können Sie im IKZ-Artikel nachlesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wie-shk-betriebe-auch-im-notfall-handlungsfaehig-bleiben/

Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge auf meinem Blog

Damit Sie erst gar nicht in eine Notfall-Situation kommen, sollten Sie Ihre Unternehmensnachfolge schon Jahre vor Ihrem geplanten Ruhestand planen.

Wie Sie dabei am besten vorgehen, können Sie in diesen Beiträgen nachlesen:

Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab

Digitalisierung für KMU: Ihre Vorteile & 8 konkrete Umsetzungs-Tipps

GmbH und Erben: So regeln Sie die Nachfolge nach Ihren Wünschen

 

Sollten Sie weitere Fragen zur Unternehmsnachfolge haben oder eine professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen als kompetenter Steuerberater in Hamburg gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 33 11) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular (hier klicken!). Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Irreführende Unternehmensbewertungen

Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

Sie möchten eine Firma kaufen und wollen vor der entgültigen Kaufentscheidung eine Unternehmensbewertung bei einem Steuerberater anfertigen lassen? Sie wissen allerdings nicht, welche Daten und Methoden dabei verwendet werden und ob sich der Steuerberater auch wirklich auskennt?

Sie haben Angst, wegen einer fehlerhaften Unternehmensbewertung in das falsche Unternehmen zu investieren und am Ende vor einem Schuldenhaufen zu stehen?

Diese Sorge ist berechtigt. Denn ein Unternehmen kann durch verschiedene Verfahren bewertet werden, von welchen manche ein trügerisches Bild der bewerteten Firma vermitteln. Außerdem haben nicht alle Steuerberater ausreichend Fachwissen, um realistische Unternehmensbewertungen zu erstellen.

Worauf Sie als Käufer bei der Unternehmensbewertung achten müssen und wie Sie sich vor Fehlinvestitionen schützen, habe ich Ihnen daher in diesem Beitrag zusammengefasst. Sie erfahren die Ursachen für unrealistische Unternehmensbewertungen, die 2 unterschiedlichen Bewertungs-Methoden und welche Schummeltricks häufig von Verkäufern bei der Unternehmensbewertung eingesetzt werden.

Die Ursache für irreführende Bewertungen: Ahnungslosigkeit “normaler” Steuerberater

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass jeder Steuerberater dem anderen gleicht. Tatsache ist, dass es auch in unserem Metier verschiedene Schwerpunkte gibt und sich nicht jeder Steuerberater gleich gut bei allen Fachgebieten auskennt.

Daher passiert es bei der Unternehmensbewertung häufig, dass ein Berater konsultiert wird, welcher mit der nötigen Vorgehensweise nicht vertraut ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, damit will ich nicht sagen, dass manche Kollegen unfähig wären. Allerdings wissen gerade bei der Unternehmensbewertung viele Steuerberater nicht, welches Verfahren genau angewandt werden muss.

So gebrauchen viele Kollegen das vereinfachte Ertragswertverfahren für die Bewertung ohne dabei zu wissen, dass:

  • es nicht das einzige Verfahren ist,
  • es kein rechtlich und/oder betriebswirtschaftlich anerkanntes Verfahren ist.

Deshalb sollten Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen erfahrenen Unternehmensberater setzen. Nur dieser weiß, welche Verfahren zur Auswahl stehen und welche davon für den zu bewertenden Fall geeignet sind.

Unternehmensberater kennen sich mit der Theorie über den Kapitalmarkt gut genug aus und wissen über die Wechselwirkungen von Risiko, Rendite, Kauf- und Verkaufserwartungen Bescheid.

Daher mein Tipp an Unternehmer: Vertrauen Sie nicht allein auf ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaft, sondern suchen Sie sich einen Unternehmensberatungs-Fachmann.

Diese 2 Methoden gibt es für die Unternehmensbewertung

Prinzipiell gibt es bei der Unternehmensbewertung 2 Methoden. Diese unterscheiden sich voneinander wie folgt:

1. Methode: Das Ertragswertverfahren

Zusammengefasst erfolgt die Unternehmensbewertung mit dem Ertragswertverfahren anhand der Berechnung zukünftiger Gewinne. Die Theorie dabei ist simpel:

Die Gewinne der letzten 5 Jahre einer Firma werden genommen, um die (wahrscheinlichen) Gewinne der zukünftigen Jahre damit zu berechnen. Da diese zukünftigen Gewinne möglichst genau der Realität entsprechen sollen, werden sie um den Faktor Risiko und Verzinsung gekürzt.

Das bedeutet: Für jedes Jahr in der Zukunft wird gesondert das Risiko sowie die Verzinsung einer Bundesanleihe (die in Deutschland 0,5% im Jahr entspricht) ermittelt. Für diese Berechnung wird in der Regel das CAPM angewendet.

CAPM steht für Capital Asset Pricing Model und ist ein Modell für die Risikobewertung von Unternehmen. Wie genau dieses Verfahren funktioniert habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Sind einmal die zukünftigen Gewinne durch das ermittelte Risiko und die Verzinsung geschmälert, stellt die resultierende Summe den Unternehmenswert dar.

2. Methode: Das Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren ermittelt den Unternehmenswert anhand der Bewertung bilanzierter Vermögensgegenstände zu Zeitwerten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Es wird das materiell fassbare Vermögen (=die Substanz) einer Firma bewertet.

Zu einem bestimmte Stichtag werden dabei die einzelnen Vermögensgegenstände sowie die Schulden eines Unternehmens ermittelt. Dafür wirft man einen Blick in die Firmenbilanz und bewertet das Vermögen mithilfe des derzeitigen Marktwertes.

So schnell werden 2 Methoden zu 20

Ich weiß, zwei Auswahlmöglichkeiten für die Vorgehensweise bei der Unternehmensbewertung klingt wenig. Allerdings gibt es bei diesen Methoden jeweils über Unterteilungen, sodass es in Wahrheit rund 20 verschiedene Wege gibt, ein Unternehmen zu bewerten.

Das bedeutet: 20 Unternehmensbewertungen können 20 verschiedene Ergebnisse liefern. Jedes davon ist korrekt, bringt allerdings andere Aspekte mit in die Bewertung ein. Daher fällt es Käufern oft schwer, die richtigen Schlussfolgerungen aus einer Unternehmensbewertung zu ziehen.

In dem folgenden Absatz will ich Ihnen daher helfen, ein besseres Gespür für Unternehmensbewertungen zu bekommen. Nur wenn Sie wissen, worauf Sie als Käufer achten müssen, können Sie auch die richtige Entscheidung treffen.

So erkennen Sie risikoreiche Unternehmensbewertungen

Prinzipiell gilt für Käufer: Basiert eine Unternehmensbewertungen hauptsächlich auf der Bemessung von bilanzierten Vermögensgegenständen handelt es sich für Sie um einen relativ sicheren Deal. Der prognostizierte Firmenwert ist in diesem Fall nämlich zum Großteil durch Anlage- und Umlaufvermögen gedeckt.

Wird zur Bewertung jedoch ein selbstgeschaffener Firmenwert (=Prognosen von zukünftigen Gewinnen) herangezogen, gehen Sie als Käufer ein Risiko ein. Aber lassen Sie es mich an einem praktischen Beispiel verdeutlichen:

Beispiel 1: Großes Vermögen als Basis einer sicheren Bewertung

Nehmen wir an, Sie wollen eine Firma kaufen und bekommen von dieser eine Unternehmensbewertung. Aus dieser Bewertung können Sie erkennen, dass die Firma:

  • mittelmäßige zukünftige Gewinne erwartet
  • und sehr viele Anlagen und Umlaufvermögen besitzt.

Der Firmenwert (also die zukünftigen Ertragserwartungen) dieses Unternehmens wird auf 0,1 Millionen Euro angesetzt. Das bilanzierte Vermögen beträgt 0,9 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von 1 Million Euro.

Für Sie als Käufer stellt dieses Beispiel ein sicheres Geschäft dar. Der Unternehmenswert (und damit auch der Kaufpreis) wird durch das bilanzierte Vermögen beinahe vollkommen gedeckt. Meist handelt es sich in einem solchen Fall um Firmen mit hohem Warenbestand wie beispielsweise Speditionen, Zeltebauer, etc.

Beispiel 2: So beeinflussen hohe Gewinn-Prognosen die Unternehmensbewertung

In unserem zweiten Beispiel verhält es sich genau umgekehrt. Die Bewertung der Firma lässt erkennen, dass:

  • hohe zukünftige Gewinne erwartet werden
  • und es wenig Anlage- und Umlaufvermögen gibt.

Der Firmenwert beträgt laut Gutachten 2 Millionen Euro, während das bilanzierte Vermögen 3 Millionen Euro ausmacht. Daraus folgt ein Unternehmenswert von 5 Millionen Euro.

Sollten Sie diese Firma tatsächlich kaufen, setzen Sie sich als Unternehmer einem Risiko aus. Der Unternehmenswert wird nämlich zu einem großen Teil aus sehr guten Gewinnen in der Zukunft hergeleitet und beinhaltet nur wenig bilanzierte Anlagen. Dies ist übrigens oft der Fall bei IT-Firmen oder Start-Up-Unternehmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Je höher die zukünftigen Gewinne im Verhältnis zum Anlage- und Umlaufvermögen bei einer Unternehmensbewertung sind, desto riskanter ist das Geschäft.

3 häufige Schummeltricks von Verkäufern

Wie Sie sehen, ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist auch die Einstellung Ihres Verkäufers.

Während nämlich viele irreführende Unternehmensbewertung auf den zuständigen Steuerberater zurückzuführen sind, gibt es auch welche, die von den Verkäufern absichtlich beeinflusst wurden. Die 3 beliebtesten Tricks für eine bessere Unternehmensbewertung sind:

  1. Die geringe Abzinsung zukünftiger Erträge
  2. Die Erstellung zu guter Prognosen
  3. Das Verschweigen von Risiken

Sich vor diesen 3 Schummeltricks als Käufer zu schützen ist schwer. Was Sie allerdings tun können, ist zum Beispiel eine Earn-Out-Klausel in Ihren Kaufvertrag aufzunehmen. Was genau eine Earn-Out-Klausel ist und wie sie Käufer vor zu hohen Kosten bewahrt, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Fazit: Setzen Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen Unternehmensberater

Ich weiß, das war nun viel Information auf einmal. Allerdings ist der Kauf einer Firma eine wichtige Angelegenheit, bei der Sie wirklich alle Faktoren bedenken müssen. Daher ist es für Sie als Käufer notwendig, genau zu wissen, worin Sie investieren.

Klarheit über die wirtschaftliche Aufstellung des zu kaufenden Objektes liefert Ihnen die Unternehmensbewertung. Sie zeigt Ihnen, welche finanziellen Reserven Ihre zukünftige Firma hat und wie viel Geld sie wirklich wert ist.

Damit Sie als Käufer bei der Bewertung allerdings nicht über den Tisch gezogen werden, brauchen Sie einen Experten. Als ehemaliger Unternehmensberater mit über 500 Fällen weiß ich, dass nur ein Unternehmensberater Schummeltricks aufdecken und Sie vor Fehlinvestitionen bewahren kann.

Ein gewöhnlicher Steuerberater besitzt in der Regel nicht die nötigen Kenntnisse, um eine irreführende Unternehmensbewertung zu erkennen.

Als weitere Schutzmaßnahme vor zu hohen Kosten können Sie als Käufer auch die Vorteile einer Earn-Out-Klausel nutzen. Auf diese Weise werden prognostizierte Gewinne nur dann bezahlt, wenn sie auch wirklich eintreten.

Sollten Sie mehr über das Thema der Unternehmensbewertung erfahren wollen oder professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Earn-out-Klausel

Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf

Eine Frage an Sie als Unternehmer: Handeln Sie gerne einen vorteilhaften Preis aus? Ja? Nun, damit sind Sie nicht der Einzige. Gerade bei großen Summen (wie z.B. beim Kauf und Verkauf von Firmen) können dadurch schnell Streitigkeiten entstehen. Damit beide Seiten dennoch in den Handel einwilligen, gibt es die sogenannte Earn-out-Klausel.

Das Earn-out-Modell hilft Unternehmern, das Ziel vor Augen zu behalten und Kompromisse einzugehen. Wie genau sie das anstellt und welche Vor- bzw. Nachteile dabei für Käufer und Verkäufer entstehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Beitrag zusammengefasst. Ich konnte Ihr Interesse wecken? Gut! Lesen Sie weiter, um nachfolgend zu erfahren, wie die Earn-out-Klausel Unternehmenskäufe fairer gestaltet.

Dieser Beitrag wurde am 30. August 2022 aktualisiert.

Was ist eine Earn-out-Klausel überhaupt?

Eine Earn-out-Klausel definiert in einem Kaufvertrag einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend klingen, ist jedoch ganz einfach: Je nachdem wie gut das gekaufte Unternehmen läuft, muss der Käufer an den ehemaligen Inhaber eine entsprechend hohe Nachzahlung leisten.

Keine Earn-out-Klausel gleicht dabei einer anderen, da Käufer und Verkäufer individuell alle Parameter festlegen. So bestimmen Sie gemeinsam beispielsweise:

  • den Zeitpunkt der Nachzahlung
  • die Höhe der Nachzahlung
  • die Bemessung des Erfolgs (z.B. anhand des Umsatzerlöses, Gewinns, etc.)
  • die Stichtage der Bemessung
  • und vieles mehr.

Wichtig für Käufer wie auch Verkäufer sind bei der Gestaltung der Earn-out-Klausel Floor und Cap. Dabei handelt es sich um die Unter- und die Obergrenze des zu zahlenden Anteils. Auf diese Weise lässt sich die Nachzahlung gut berechnen, sodass vor allem auf den Käufer keine bösen Überraschungen warten.

Welche Vorteile hat die Earn-out-Klausel?

Wollten Sie schon einmal eine Ware kaufen oder verkaufen und mussten mühsam um den Preis feilschen? Konnten Sie sich am Ende einigen oder fiel das Geschäft aufgrund der Differenzen ins Wasser?

Genau dieses Szenario soll eine Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen verhindern. Dank ihr kommen nämlich Käufer wie auch Verkäufer auf einen gemeinsamen Nenner und können trotz abweichenden Vorstellungen einen Handel erzielen. Besonders bei Start-up-Unternehmen bietet sich diese Sondervereinbarung an. Warum? Das kann ich Ihnen am besten anhand eines typischen Beispiels demonstrieren:

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein geniales Produkt entwickelt, von dessen Erfolg Sie zu 100% überzeugt sind. Leider fehlen Ihnen aber die nötigen finanziellen Mittel, um Ihre Firma und Ware gut auf dem Markt zu positionieren. Daher wollen Sie Ihr Unternehmen an einen erfahrenen Geschäftsmann verkaufen.

Da Sie bereits ahnen, dass Ihr Produkt mit finanzieller Unterstützung durchstarten wird, verlangen Sie für den Kauf mehr als den derzeitigen Unternehmenswert. Ihrem Geschäftspartner erscheint dieser Preis allerdings zu hoch, da nicht gewiss ist, ob das entwickelte Produkt auch wirklich so erfolgreich sein wird. Also was tun?

Hier kommt die Earn-out-Klausel ins Spiel: Sie schafft es, das Erfolgspotential einer Firma in den Verkaufsvertrag miteinzubeziehen, ohne dabei den Käufer einem zu hohen Risiko auszusetzen. Gut aufgesetzt stellt die Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen daher eine Win-win-Situation dar.

Earn-out-Klausel: Welche Gefahren birgt sie für beide Parteien?

Ich weiß, das klingt alles zu schön um wahr zu sein: Eine Klausel, dank welcher sich Käufer und Verkäufer ganz ohne Gezanke beim Preis einigen können. Und in Wahrheit entspricht die Earn-out-Klausel auch oft nicht dieser Bilderbuch-Vorstellung. Sowohl Käufer als auch Verkäufer können nämlich diese an sich faire Vereinbarung zu ihren Gunsten manipulieren:

Die Tricks der Käufer

Damit die Nachzahlung nicht allzu hoch ausfällt, greifen Käufer des öfteren auf raffinierte Tricks zurück. Beispielsweise können sie absichtlich hohe Kosten erzeugen und somit den Gewinn der Firma möglichst klein halten. Oder aber sie beginnen erst spät mit der Vermarktung des gekauften Produktes, sodass der Erfolg zeitversetzt (nach dem außer Kraft treten der Earn-out-Klausel) einsetzt.

Durch Tricks wie diese halten Käufer den nachzuzahlenden Betrag gering und spielen der Earn-out-Klausel wie auch dem Verkäufer einen Streich. Umgekehrt haben allerdings auch die Verkäufer die Möglichkeit, den vereinbarten Anteil des Kaufpreises in die Höhe zu treiben:

Die Tricks der Verkäufer

Nicht selten ist es der Fall, dass beispielsweise der Käufer des Start-up-Unternehmens den ehemaligen Inhaber als Angestellten in der Firma behält. Auf diese Weise kann dieser sein Know-how nutzen, um den Erfolg des Unternehmens voranzutreiben.

Als Teil der Firma können allerdings die ehemaligen Inhaber (also die Verkäufer) möglicherweise auch Einfluss auf die Geschäfte nehmen und die Gewinne überproportional steigern. Allein schon das Wissen, dass die Earn-out-Klausel vom Erfolg des Unternehmens abhängig ist, sorgt oft für eine erhöhte Arbeitsmotivation seitens der Verkäufer.

Aus diesem Grund sollten sowohl Käufer als auch Verkäufer beim Aufsetzen des Unternehmenskaufvertrages inklusive Earn-out-Klausel behutsam vorgehen. Am besten lassen Sie das Abkommen von einem erfahrenen Experten kontrollieren, um bösen Überraschungen zu entgehen.

Das sollten Verkäufer und Käufer auf jeden Fall bedenken

Ganz gleich auf welcher Seite Sie stehen, sprich ob Käufer oder Verkäufer: Sie sollten sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt wie auch Steuerberater über die genaue Gestaltung der Earn-out-Klausel beraten lassen. Die folgenden Ratschläge und Infos ersparen Ihnen daher keinen Termin bei einem Experten! Sie sollen Ihnen lediglich dabei helfen, einen besseren Einblick in die Materie zu erlangen:

Das sollten Verkäufer wissen

Damit Sie auch wirklich Ihren zustehenden Anteil am Kaufpreis erhalten, ist es für Sie als ehemaligen Inhaber wichtig, die neue Führung der Firma überprüfen zu können. Das bedeutet für die Vertragserstellung: Achten Sie darauf, dass sich Ihr Verkäufer dazu verpflichtet, Ihnen Einblick in den Jahresabschluss, Vermarktungsstrategie etc. zu geben. Nur so können Sie sicher gehen, dass wirklich alle Umsatzchancen genutzt wurden und das jeweilige Produkt wie versprochen beworben wurde.

Sollten Sie nach dem Verkauf im Unternehmen bleiben, rate ich Ihnen zudem sich das Earn-out nicht in Form von Gehalt auszahlen zu lassen. Ansonsten entfallen darauf Steuern, welche Ihren Anteil des Kaufpreises spürbar schmälern. Daher empfehle ich Ihnen bei einem Unternehmenskaufvertrag, immer einen Experten zu Rate zu ziehen. Dieser kann sichergehen, dass Sie keine hohen Steuerzahlungen erwarten.

Das sollten Käufer wissen

Ich will Sie nicht anlügen, ein kleines Restrisiko bleibt für beide Seiten bestehen. Dies ist für Käufer der Fall, wenn die gekaufte Firma wirklich den vom Verkäufer prognostizierten Erfolg in der vereinbarten Zeit abliefert. Dann zahlen Sie nämlich unterm Strich mehr, als wenn Sie sich (ohne Earn-out-Klausel) direkt auf die Preisvorstellungen des Verkäufers eingelassen hätten. Sollte dies nicht der Fall sein, konnten Sie hingegen einen guten Kaufpreis aushandeln, ganz ohne lange Diskussionen.

Fazit: Eine Earn-out-Klausel macht Einigung im Kaufsprozess leichter

Dank der Earn-out-Klausel profitieren nicht mehr nur die Käufer von dem weiteren Erfolg der Firma. Auch die Verkäufer müssen sich nicht mehr ärgern, wenn Ihr Unternehmen nach der Übernahme plötzlich durchstartet: Sie kriegen Ihren fairen Anteil von dem Gewinn. Dabei birgt dieser Kompromiss bei gründlicher Vertragsgestaltung für beide Seiten so gut wie kein Risiko: Es werden gemeinsam Ziele und nachzuzahlende Beträge festgesetzt, sodass es keine bösen Überraschungen am Ende gibt. Auf diese Weise kann das Potential einer Firma in den Vertragsverhandlungen gewürdigt werden, ohne dabei ein zu großes Wagnis einzugehen.

Apropos Vertragsverhandlungen: Mit dem Earn-out-Modell verkürzen Sie Diskussionen aufgrund von abweichenden Vorstellungen und kommen stattdessen auf einen gemeinsamen Nenner. Somit sparen Sie Zeit und vor allem auch Nerven, denn das Ziel des Käufers wie auch Verkäufers ist dasselbe: Der Fortschritt der Firma.

Damit Sie beim Unternehmenskauf mit Earn-out-Klausel steuerlich nicht den Kürzeren ziehen, sollte Ihr Vertrag unbedingt von einem Experten geprüft werden. Kleine Details reichen oft schon aus und schon wird Ihr Anteil des Kaufpreises durch die Steuer minimiert.

Sie haben weitere Fragen zur Earn-out-Klausel?

Sollten Sie eine weiterführende Beratung zum Earn-out-Modell benötigen oder sich einfach informieren wollen, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich jederzeit gerne via Telefon (+49 40 44 33 11), via E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder über das Kontaktformular erreichen.

Herzlich,
Ihr Thomas Breit

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Familienmitglieder vom Firmenerbe ausschliessen

Bestimmte Familienmitglieder vom Firmenerbe ausschließen – geht das?

Sie sind Unternehmer und haben mehrere nahe Angehörige, die Ihre Firma nach Ihrem Tod übernehmen könnten? Sie möchten aber, dass nur einer der möglichen Erben übernimmt? Wollen Sie wissen, wie Sie um eine Auszahlung an die anderen Familienmitglieder legal “herumkommen” könnten?

Unter bestimmten Voraussetzungen geht das. Ich gestehe aber auch: Sie sollten es lieber nicht tun. Denn gesetzlich müssen die nicht berücksichtigten Erben es unterlassen, den zustehenden Pflichtteilergänzungsanspruch (diesen Begriff erkläre ich weiter unter ganz genau) einzufordern. Und auf persönlicher Ebene ist diese Variante meist nicht empfehlenswert. Es gibt “schönere” Lösungen…

In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen leicht verständlich, welche Möglichkeiten Sie haben Ihr “Firmenerbe” nur an bestimmte Personen zu vererben und ich zeige Ihnen elegante Lösungen auf, die den Familienfrieden auch noch nach Ihrem Ableben sichern.

Zuerst die Ausgangssituation vieler Unternehmer

Viele deutsche Unternehmer stellen sich genau die gleichen Fragen: Sollen Sie das Unternehmen Ihrem Wunsch-Nachfolger übertragen, so lange Sie noch da sind? Muss dann noch eine Abfindung an die übrigen Erben ausbezahlt werden?

Wenn Sie Ihr Unternehmen nur einem Ihrer nächsten Angehörigen zu Lebzeiten übergeben, haben Sie laut Gesetz 2 Möglichkeiten:

  1. Pflichtteilsverzicht der übrigen Erben gegen eine Abfindung
  2. Übertragung des Unternehmens ohne Abfindung

Für Sie als Unternehmer macht es wenig Unterschied, für welche der beiden Möglichkeiten Sie sich entscheiden. Wie Sie es gestalten erkläre ich Ihnen nun im Folgenden ausführlich.

Pflichtteil & Erbanspruch – Was heißt das eigentlich?

Bevor ich Ihnen die beiden Möglichkeiten zur Unternehmensübergabe zu Lebzeiten genauer erkläre, möchte ich noch ein paar wichtige Begriffe an einem Beispiel erklären:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten zwei Söhne. Einer dieser Söhne arbeitet schon lange in Ihrem Unternehmen mit und ist bestens damit vertraut. Dem zweiten Sohn ist der Betrieb völlig fremd, weil er sich beruflich in einem anderen Bereich verwirklicht hat.

Sie werden sich vermutlich wünschen, dass der Sohn, der schon bei Ihnen im Unternehmen ist, dieses nach Ihrem Tod übernimmt.

Nach dem Gesetz haben aber beide Söhne das gleiche Recht auf die Firma. Das heißt, der unternehmensfremde Sohn muss in irgendeiner Art auf seinen Anspruch verzichten, damit der andere alleine übernehmen kann.

Wenn es um den Nachlass geht, haben Ihre Erben grundsätzlich 3 verschiedene Arten von Ansprüchen:

  1. Erbanspruch
  2. Pflichtteilsanspruch
  3. Pflichtteilsergänzungsanspruch

Würde der unternehmensfremde Sohn auf seinen Erbanspruch verzichten, verzichtet er automatisch auch auf einen möglichen Pflichtteils- oder Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Verzichtet er aber nur auf den Pflichtteil, hat er immer noch Anspruch auf seinen gesetzlichen Erbteil.

Erbanspruch

Der Erbanspruch ergibt sich aus der gesetzlichen Erbfolge. Diese regelt, wer wie viel bekommt. Bei unserem Beispiel wäre das der Teil, der jedem Sohn persönlich per Gesetz zusteht.

Pflichtteilsanspruch

Wenn Sie möchten, könnten Sie einen der Söhne testamentarisch enterben. Diesem würde dann aber trotzdem noch die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zustehen. Das wäre dann sein so genannter Pflichtteil.

Der Pflichtteil ist das Mindestbeteiligungsrecht Ihrer Erben am Nachlass. Dieser wird ihnen nicht automatisch zugesprochen, sondern muss eingefordert werden. Den Pflichtteilsanspruch gibt es, damit Ihre nächsten Angehörigen (=Kinder, Enkel, Urenkel) und Ehegatten nicht gänzlich vom Erbe ausgeschlossen werden können.

Bei der Unternehmensübernahme kann das schwerwiegende Folgen für die Zukunft der Firma haben. Die Pflichtteile müssen nämlich aus dem Unternehmen selbst finanziert werden und könnten den ganzen Bestand gefährden.

Pflichtteilsergänzungsanspruch

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch kann dann eingefordert werden, wenn Sie als Erblasser zu Lebzeiten die Firma verschenken würden. Die Firma ist Teil Ihres Nachlasses, der ja allen Erben gemeinsam zusteht. Wenn Sie Ihr Unternehmen aber zu Lebzeiten an Ihren Wunschnachfolger verschenken, schmälern Sie den Nachlass.

Das heißt gleichzeitig, dass Sie den Pflichtteil all Ihrer Erben verringert haben. Mit dem Pflichtteilsergänzungsanspruch kann ein benachteiligter Erbe diesen Teil nachfordern.

So funktioniert der Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Sie können einen so genannten Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung mit Ihrem Sohn vereinbaren, der Ihr Unternehmen nicht übernehmen wird. So muss er nicht völlig leer ausgehen. Dieser Sohn bekommt dann eine Entschädigung dafür, dass er auf die Anteile am Unternehmen verzichtet, die ihm laut Gesetz zustehen würden.

Auf diese Abfindung muss Ihr Sohn dann Schenkungssteuer zahlen.

Wie Sie Ihre Erb-Angelegenheit steuerlich am besten regeln, können Sie in meinem Blogbeitrag unter diesem Link nachlesen: Bitte klicken Sie hier.

Sie möchten keine Abfindung zahlen?

Das Gesetz erlaubt es Ihnen, das Unternehmen schon zu Lebzeiten an Ihren mitarbeitenden Sohn zu übertragen. Durch diese Aktion würden Sie den anderen Sohn automatisch “enterben”.

Der enterbte Sohn hätte dann aber Anspruch auf den Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Dieser Pflichtteilsergänzungsanspruch wird nicht automatisch ausbezahlt, sondern muss vom Enterbten eingefordert werden. Dieser Anspruch ist nur 10 Jahre nach Übertragung gültig. In dieser Zeit schmilzt er von Jahr zu Jahr. Er verringert sich jedes Jahr um ein Zehntel. Das bedeutet, nach 8 Jahren würde er nur mehr zwei Zehntel bekommen (10-8=2).

Für den anderen Sohn ist das eine sehr unsichere Angelegenheit. Denn der Pflichtteilsergänzungsanspruch richtet sich gegen den, der das Unternehmen bekommen hat. Auch das könnte schwerwiegende Folgen für den Fortbestand des Unternehmens haben.

Rein rechtlich gesehen wäre das eine Möglichkeit Ihre Unternehmensnachfolge zu klären. Das ginge theoretisch sogar hinter dem Rücken des “enterbten” Sohnes. Auf persönlicher Ebene könnte das aber im Desaster enden.

Fazit

Ich rate meinen Klienten immer, die erste der beiden genannten Möglichkeiten zu wählen. Eine Schenkung hinter dem Rücken der anderen Beteiligten führt nur zu Missstimmung und Unsicherheit.

Stellen Sie sich lieber noch während Ihrer Karriere als Unternehmer darauf ein, einen Pflichtteil auszuzahlen. Da Pflichtteile in bar ausbezahlt werden müssen, ist die beste Vorsorge einfach im Laufe der Jahre die entsprechende Geldsumme auf die Seite zu legen. Dafür bietet sich zum Beispiel eine Familien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft an.

Sie möchten genauer wissen, wie Sie Ihr Unternehmen schon zu Lebzeiten ordentlich übertragen können? Kontaktieren Sie mich gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Bild: (c) Den – stock.adobe.com

Falsche Beratung bei der Unternehmensnachfolge

Falsche Beratung bei der Unternehmensnachfolge: Dieser Fehler kostete einen Mandanten 150.000€

Mit diesem Artikel will ich Ihnen als Unternehmer keine Angst einjagen, sondern Sie viel mehr vor finanziellem Schaden schützen. Die falsche Beratung bei der Unternehmensnachfolge kann Sie nämlich Tausende an Euros kosten.

Im folgenden Blogbeitrag will ich Ihnen daher an einem realen Beispiel zeigen,

  • welchen Fehler viele Mandanten bei der Steuerberaterwahl begehen,
  • welche Konsequenzen das haben kann
  • und was eine gute Steuerberatung in der Unternehmensnachfolge auszeichnet.

Häufigster Irrglaube von Mandanten: Jeder Steuerberater weiß gleich viel

Im April 2018 wurde ich von einem neuen Mandanten kontaktiert, welcher nach 4 Jahren der falschen Beratung schließlich meine Hilfe aufsuchte. Sein ehemaliger Steuerberater brachte ihn mit Unwissenheit und Kurzsichtigkeit in ernste Gefahr.

Sie fragen sich, wie es so weit kommen konnte? Ganz einfach: Viele Unternehmer (wie auch dieser Mandant) begehen bei der Wahl Ihres Steuerberaters den Fehler, sich auf die Berufsbezeichnung “Steuerberater” blindlings zu verlassen.

Was dabei die Wenigsten wissen ist: Nur weil jemand Steuerberater von Beruf ist, heißt das nicht automatisch, dass er über das nötige Fachwissen für Ihr Anliegen verfügt.

Genau wie bei Rechtsanwälten oder Ärzten, muss man sich nämlich auch bei Steuerberatern einen Spezialisten für das jeweilige Gebiet suchen. Denn steuerliches Allgemeinwissen reicht schon lange nicht mehr für eine kompetente Beratung aus.

Von dieser Behauptung nehme ich mich selbst natürlich nicht aus: Auch ich bin Spezialist für bestimmte Angelegenheiten und in anderen Teilbereichen, die der Beruf Steuerberater ebenfalls abdeckt, gibt es kompetentere KollegInnen. Die Ehrlichkeit liegt darin, sich selbst nicht zu überschätzen und den Kunden im Bedarfsfall zum bestmöglichen Ansprechpartner zu vermitteln.

In diesem speziellen Fall, über den ich hier berichten möchte, handelte es sich um eine Beratung zur Unternehmensnachfolge des Mandanten. Der Steuerberater, an den er sich damit wandte, überschätzte leider sein eigenes Können und unterschätzte gleichzeitig die steuerlichen Folgen seiner Ratschläge.

So kann Sie der falsche Steuerberater 150.000€ & Ihre Zukunft kosten

Als wäre ein Schaden von insgesamt 150.000€ noch nicht genug, brachte die fatale Beratung des verantwortlichen Steuerberaters auch die Zukunftspläne meines Mandanten in Gefahr:

Er erkannte nicht die steuerliche Verstrickungen des Falles und gab seinem Klienten falsche Ratschläge bezüglich dessen Sozialversicherung. Daraufhin legte sich besagter Mandant eine private Rente an, obwohl er in Wahrheit in die gesetzliche Rente einzahlen musste.

Das Ergebnis: Aufgrund einer Sozialversicherungsprüfung musste er 38.000€ an die gesetzliche Rentenversicherung nachreichen. Somit zahlte er mehr als 5 Jahre lang die Rente doppelt und konnte nicht alles an Rentenbeiträgen steuerlich absetzen.

Seine komplette Alters-Einkommensplanung wurde dadurch über den Haufen geworfen. Übrig blieb nur jede Menge rausgeschmissenes Geld.

Nicht zu vergessen: Zusätzlich brachten die fatalen Ratschläge des Steuerberaters meinen Mandanten auch in die Gefahr der versuchten Steuerhinterziehung. Dass damit nicht zu spaßen ist, zeigt dieser Artikel aus meinem Blog: Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers: Steuerhinterziehung 

Fachwissen & Erfahrung zeichnen Ihren Steuerberater für die Unternehmensnachfolge aus

Damit Sie nicht auch auf einen unqualifizierten Steuerberater hereinfallen, müssen Sie bei der Auswahl auf folgende 2 Dinge achten:

  1. Fachwissen
    Gerade bei der Unternehmensnachfolge brauchen Sie einen Steuerberater, der das Steuer- und Zivilrecht in und auswendig kennt. Nur so kann er auch die richtige Lösung für Ihr Problem finden.
  2. Erfahrung
    Zusätzlich zum Fachwissen sollte Ihr Steuerberater auch über die nötige Erfahrung in seiner Branche verfügen. Damit meine ich nicht nur den Umgang mit Mandanten, sondern auch die Gestaltung einzelner Fälle.

Erfüllt Ihr Steuerberater diese beiden Voraussetzungen, kann er Ihre Lage präzise erfassen und konstruktive Optionen aufzeigen.

Das darf Ihr Steuerberater bei der Unternehmensnachfolge keinesfalls vergessen

Viele Unternehmer begehen den Fehler, zu spät nach dem richtigen Nachfolger zu suchen. Damit Sie aber Ihre Rente sichern und auch noch in der Pension ein bequemes Leben führen können, braucht es eine gute Nachfolgeplanung.

Insgesamt gibt es 5 Wege, um Ihre eigene und die Zukunft der Firma abzusichern (nachzulesen in diesem Blogbeitrag: Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab).

Wichtig dabei ist, dass Sie und Ihr Steuerberater nicht die gesetzlichen Sperrfristen im Einkommen-, Erbschaft- und Schenkungssteuerrrecht missachten.

Fazit: Achten Sie auf die Spezialisierung Ihres Steuerberaters

Sie wollen sich auf Ihren Steuerberater verlassen können und keine 150.000€ oder mehr verlieren? Dann brauchen Sie einen Berater, der sich auf Ihr Anliegen spezialisiert hat.

Es braucht Fachwissen und jahrelange Erfahrung, um komplexe Geflechte an Ausnahmen, Rückausnahmen und Grundsätzen zu erkennen, und Sie dementsprechend beraten zu können.

Gefährliches Halbwissen bei der Unternehmensnachfolge kann Sie nämlich nicht nur eine enorme Summe an Geld kosten, sondern auch Ihre gesamte Zukunft bedrohen.

Sollten Sie also Fragen zu Ihrer persönlichen Unternehmensnachfolge haben, stehe ich Ihnen als Spezialist gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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