Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer

Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen, aber wissen nicht an wen? Sie haben Angst, von einem Käufer über den Tisch gezogen zu werden? Sie wollen Ihr Lebenswerk nicht in den Händen eines skrupellosen Finanzhais sehen, sondern an einen verantwortungsbewussten Nachfolger verkaufen?

Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Viele Unternehmer fürchten sich kurz vor dem Ruhestand noch davor, einen schwerwiegenden Fehler zu machen. Immerhin verkaufen Sie Ihr Unternehmen und sollen mit dem erzielten Preis Ihr restliches Leben finanzieren können. Den richtigen Käufer auszuwählen spielt daher eine wichtige Rolle.

Mit diesem Beitrag will ich Unternehmern beim Suchen und Finden des passenden Käufers unter die Arme greifen. Lesen Sie hier, wie Sie als Verkäufer am besten vorgehen und am Ende die richtige Entscheidung für sich und Ihre Mitarbeiter treffen:

So beginnen Sie am besten mit der Käufer-Suche

Heutzutage gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen Leute ihr Hab und Gut verkaufen können. Das Problem ist nur: Ihr Unternehmen ist nicht ein Paar alte Schuhe, die Sie problemlos auf eBay an einen Fremden versteigern. Was Sie brauchen ist ein seriöser Käufer, dem Sie vertrauen können. Doch wo finden Sie einen solchen Interessenten?

Leider gibt es nur wenige Plattformen für ausgewählte Unternehmen (wie z.B. Kanzleien), auf welchen Sie Ihre Firma zum Verkauf anbieten können. In der Regel müssen Sie sich daher selbst auf die Suche nach einem passenden Käufer begeben. Am besten beginnen Sie mit der Suche in Ihrem Geschäfts-Netzwerk oder noch besser: finden einen langjährigen Mitarbeiter, der bereit ist Ihnen Ihr Unternehmen abzukaufen.

Auf jeden Fall sollten Sie nicht zu spät nach einem Käufer Ausschau halten. Die Suche nach dem richtigen Kandidaten kann nämlich durchaus 5-10 Jahre in Anspruch nehmen. Mein Rat an Unternehmer ist daher: Denken Sie bereits mit 50-55 Jahren an Ihre Unternehmensnachfolge. Nur auf diese Weise planen Sie genug Zeit ein, um den passenden Nachfolger zu finden und ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.

Richtigen Käufer finden: Darauf kommt’s an!

Gehen wir davon aus, dass Sie einige Interessenten mit Ihrem Angebot anlocken konnten. Sie haben also die Qual der Wahl, nur woran erkennen Sie den richtigen Kandidaten für Ihre Nachfolge?

Grundsätzlich ist für Sie als Verkäufer bei der Auswahl entscheidend, ob Ihr Käufer dieselben Interessen mit Ihnen teilt. Sprich:

  • Stimmen Ihre Preisvorstellungen ungefähr überein?
  • Sind Sie sich über den Übergabezeitpunkt einig?
  • Akzeptiert der Käufer Ihr Übergangsszenario?

Sollten mehrere Kandidaten diese Kriterien erfüllen, hilft es oft sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen: Finden Sie den potentiellen Käufer sympathisch und vertrauen Sie seinen Fähigkeiten? Oder kommt Ihnen irgendetwas an seinem Auftreten suspekt vor?

Vorsicht vor Hedge- und Vermögensverwaltungsfonds

Einen wichtigen Tipp kann ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Verkaufen Sie keinesfalls Ihr Lebenswerk an Hedge-Fonds oder Vermögensverwaltungsfonds. Warum nicht, fragen Sie sich?

Ganz einfach: Hedge-Fonds und Vermögensverwaltungsfonds wollen (im Vergleich zum Kaufpreis) eine möglichst hohe Rendite erzielen. Daher kaufen sie Firmen in der Regel nur zu einem billigen Preis auf. Sie als Verkäufer ziehen bei diesem Handel den Kürzeren.

Diesen Fehler dürfen Sie nicht begehen: Angestellte mitentscheiden lassen

Ich weiß, als Unternehmer denkt man nicht nur an das eigene Wohl, sondern auch an das seiner Mitarbeiter. Viele Inhaber lassen sich daher dazu verleiten, Ihre Angestellten bei der Käuferwahl zu Rate zu ziehen.

So gut das Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern allerdings auch sein mag, Sie sind der Inhaber und damit auch für den Fortbestand Ihrer Firma verantwortlich. Im Gegensatz zu Ihren Angestellten verfügen Sie über die unternehmerischen Fähigkeiten, die Ihnen sagen worauf es ankommt.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, natürlich ist die Meinung Ihrer Mitarbeiter wichtig. Schließlich müssen diese dann mit dem Käufer in Zukunft erfolgreich zusammenarbeiten. Allerdings sollten Sie sich bei der finalen Entscheidung ausschließlich auf Ihr eigenes Gespür verlassen.

Diese Möglichkeiten stehen Ihnen beim Unternehmensverkauf offen

Sie sind sich noch nicht sicher, auf welche Weise Sie Ihr Unternehmen veräußern wollen? Sie wollen zunächst all Ihre Optionen kennen, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden?

Hier habe ich Ihnen 4 verschiedene Möglichkeiten zusammengefasst, auf welche Unternehmer bei der Nachfolge gerne zurückgreifen:

1. Die Bündelung der Anteile in einer Holding

Als Alternative zum Verkauf können Sie Ihre Anteile auch mit denen anderer Unternehmer bündeln. Gemeinsam können Sie dann eine Holding gründen, in welcher Sie sich die Aufgabenbereich aufteilen.

Welche Vorteile Ihnen die Gründung einer Holding bietet, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf diesen Link: Holding: Wann ist sie von Vorteil und wann eine Gefahr für Ihre GmbHs?

2. Das Management-Buy-Out

Eine häufig genutzte Möglichkeit ist das Management-Buy-Out (oder kurz: MBO). Dabei verkaufen Sie Ihr Unternehmen an einen Ihrer langjährigen Mitarbeiter.

Auf diese Weise können Sie sorgenfrei in den Ruhestand gehen, da Sie Ihr Unternehmen in guten Händen wissen.

3. Der Verkauf auf Rentenbasis

Sollten Sie Ihre Firma beispielsweise an die Kinder abtreten wollen, ist der Verkauf auf Rentenbasis eine beliebte Option. Hierbei bekommen Sie von Ihren Kindern den Verkaufspreis in monatlichen Raten ausgezahlt. Diese regelmäßigen Zahlungen kommen dann einer Rente gleich.

4. Der Verkauf zu einem fixen Verkaufspreis

Die klassische Variante bei der Unternehmensnachfolge ist der Verkauf zu einem Verkaufspreis. Sie setzen also den Betrag fest, um welchen Ihre Firma verkauft wird und erhalten diesen vom Käufer nach Vertragsunterzeichnung vollständig ausgezahlt.

Fazit: Zur richtigen Entscheidung mit Planung & Bauchgefühl

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, gibt es leider kein Universalrezept für das Suchen und Finden des passenden Nachfolgers. Das Wichtigste für Sie als Unternehmer ist es, rechtzeitig mit der Nachfolgeplanung anzufangen. Nur so haben Sie genug Zeit, um den richtigen Kandidaten zu finden und müssen nicht den Erstbesten nehmen.

Haben Sie einmal eine große Auswahl an Interessenten, so hilft oft das eigene Bauchgefühl weiter. Hauptsache ist, dass Ihre Erwartungen und Vorstellung mit denen des potentiellen Käufers übereinstimmen. Ist dieser Konsens gegeben, so haben Sie die besten Voraussetzungen für Ihre Unternehmensnachfolge geschaffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Tipps zum Unternehmensverkauf ein wenig weiterhelfen. Sollten Sie dennoch Fragen haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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