Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

Sie wollen Ihr Lebenswerk möglichst stressfrei und zu einem angemessenen Preis verkaufen, wissen aber nicht genau welche Gefahren beim Verkauf lauern?

Sie haben Angst einen schweren Fehler zu begehen und am Ende vielleicht für die Schulden Ihres Nachfolgers gerade stehen zu müssen?

Damit Ihnen dieses Horror-Szenario erspart bleibt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag die 4 häufigsten Fehler von Unternehmern beim Verkauf ihrer Firma. Sie erfahren, wie es zu diesen Fehlern kommt und wie Sie sie vermeiden können.

Fehler #1: Auf die Regelung der Sanierungsklausel vergessen

Die Sanierungsklausel (nachzulesen im Einkommensteuergesetz: §§3a EstG) schützt Sie als Verkäufer vor einem Verlust Ihrer Steuerersparnis. Aber welchen Zweck hat die Sanierungsklausel überhaupt?

Kurz gesagt legt die Sanierungsklausel fest, dass Ihr Nachfolger 5 Jahre lang keine Sanierung der Firma vornehmen darf. Andernfalls könnte das Finanzamt von Ihnen (als ehemaligem Geschäftsführer) Steuernachzahlungen verlangen, während der neue Käufer von der Steuerfreiheit der Sanierung profitiert.

Wird auf die Regelung der Sanierungsklausel vergessen, so bedeutet das: Sie als Verkäufer sind schadensersatzpflichtig und müssen die entstehende Nachsteuer im Sanierungsfall bezahlen.

Der Grund für diesen häufig begangenen Fehler sind meist Rechtsanwälte ohne ausreichende Steuerkompetenz. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht die Fähigkeiten von Rechtsanwälten infrage stellen.

Vielmehr will ich Ihnen sagen, dass es für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf mehrere Experten braucht.

Um genau zu sein brauchen Sie als Verkäufer nämlich mind. 2 Spezialisten:

  1. Einen Rechtsanwalt
  2. Einen guten Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung.

Dieses Duo hilft Ihnen, den Verkaufsvertrag zu Ihren Gunsten zu gestalten und von einer spürbaren Steuerersparnis zu profitieren.

Fehler #2: Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten

Wussten Sie, dass Ihre Angestellten das Recht haben, über die Übergangsbedingungen informiert zu werden? Ihre Mitarbeiter müssen über die Aufhebung oder Fortführung ihres Arbeitsverhältnisses selbst entscheiden können. Um dies tun zu können, brauchen sie von Ihnen alle relevanten Informationen.

Das bedeutet für Sie als Verkäufer:  Sie müssen Ihre Mitarbeiter über die genauen Bedingungen des Führungswechsels aufklären. Erst daran anschließend können die Arbeitnehmer den vereinbarten Konditionen zustimmen. Übrigens: Die neuen Konditionen dürfen für die Mitarbeiter nicht schlechter ausfallen als vor dem Wechsel.

Nicht zu vergessen: Sollten Ihre Angestellten den Bedingungen der Unternehmensfortführung nicht zustimmen, müssen Sie ihnen ein Abfindungsgebot machen.

Werden diese Pflichten gegenüber den Mitarbeitern nicht sauber eingehalten, kann dies zu Ärger mit Arbeitnehmern sowie mit dem Käufer führen. Genau solche Streitigkeiten gilt es beim einem Unternehmensverkauf zu vermeiden. Denn dadurch verzögert sich der Verkauf und es entstehen unnötige Kosten.

Das Verhindern dieses Fehlers erreichen Sie als Verkäufer ganz einfach, indem Sie auf den Ratschlag dieser 2 Spezialisten vertrauen:

  1. Einer Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt auf Gesellschafts- und Arbeitsrecht.
  2. Eines Unternehmensberaters mit Steuerberaterzulassung.

Nur mit diesem Team an Ihrer Seite übersehen Sie kein wichtiges Detail in den Mitarbeiter-Verträgen und kommen allen Pflichten nach.

Fehler #3: Keine Festlegung von Exit-Klauseln

Legen Sie als Verkäufer  keine Exit-Klausel fest, haben Sie unter Umständen mit finanziellen Nachteilen zu kämpfen: In der Regel ist nämlich der Verkaufspreis eines Unternehmens nicht festgeschrieben, sondern von den zukünftigen Erfolgen der Firma abhängig. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, bekommen auch Sie als Verkäufer weniger Geld für Ihr Unternehmen.

Stellen Sie sich also vor, Sie verkaufen Ihr Lebenswerk und der neue Inhaber kommt in finanzielle Schwierigkeiten. Wollen Sie dann auf Geld verzichten, nur weil Ihr Nachfolger seiner Aufgabe nicht gewachsen war? Vermutlich nicht.

Damit Sie als ehemaliger Inhaber in einem solchen Fall nicht den Kürzeren ziehen und Ihre Firma womöglich noch retten können, müssen Sie deren Rückfall an Sie genau regeln. Das bedeutet: Sie müssen eine Exit-Lösung in Ihren Verkaufsvertrag aufnehmen. Ein guter Rechtsanwalt sowie ein Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung sind für diese Aufgabe genau die richtigen Experten.

5 beliebte Ansätze für Exit-Lösungen wären zum Beispiel:

  • Schiedsgerichte
    Schiedsgerichte ist eine Sonderstelle bei Gericht, dessen Ziel es ist, Differenzen zwischen zwei Parteien zu lösen. Das Ergebnis eines Schiedsgerichtes, ganz gleich ob es sich dabei um den Unternehmenswert oder die Trennung an sich handelt, ist bindend.
  • Schiedssprüche
    Schiedssprüche können dabei helfen, Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer zu vermeiden. Sie haben allerdings keine rechtliche Bindung.
  • Schiedsgutachten
    Ein Schiedsgutachten kann die Höhe des Unternehmenswertes (welcher auch ausschlaggebend für den Verkaufspreis ist) festlegen. Dieser Wert ist  dann bindend.
  • Put&Call-Optionen
    Eine Put&Call-Option gibt dem Käufer wie auch dem Verkäufer das Recht, das Unternehmen zu einem (im Voraus bestimmten) Fixpreis zu kaufen, bzw. zu verkaufen.
  • Earn-out-Klauseln
    Vereinfacht ausgedrückt definiert eine Earn-out-Klausel einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird.Die genauen Vor- und Nachteile für Sie als Verkäufer habe ich Ihnen in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Daher mein Rat als Experte: Vertrauen Sie nicht allein auf das freundschaftliche Verhältnis zwischen Ihnen und dem Käufer. Gehen Sie lieber sicher, dass Sie vertraglich auf alle potentiellen Auswirkungen des Handels vorbereitet sind.

Fehler #4: Zu späte Regelung des Verkaufes

Ein häufig begangener Fehler ist die zu späte Regelung des Verkaufes. Viele Unternehmer gehen davon aus, dass sie mit der Käufer-Suche bis kurz vor den geplanten Ruhestand warten können.

Tatsache ist jedoch, dass Unternehmer die Suche nach einem Nachfolger mit spätestens 55 Jahren beginnen müssen. Andernfalls geraten Sie als Inhaber unter Zeitdruck und müssen sich mit dem zufriedengeben, was Sie auf die Schnelle noch bekommen.

Der Grund, warum viele Unternehmer diesen Fehler begehen ist simpel: Sie rechnen nicht mit Komplikationen. Stattdessen gehen sie davon aus, dass gleich beim ersten Anlauf alles klappt.

In Wahrheit braucht es allerdings Zeit, den richtigen Käufer zu finden und mit diesem handelseinig zu werden. Wie Sie als Verkäufer dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Blogartikel zusammengefasst: Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer 

Beginnen Sie zu spät mit der Regelung des Unternehmensverkaufes, ist die Folge meist ein niedriger Verkaufspreis. Denn wird die Zeit am Ende zu knapp, sind Sie froh, überhaupt noch einen Abnehmer für Ihre Firma gefunden zu haben. Ganz gleich ob Sie weit unter dem Unternehmenswert verkaufen oder nicht.

Fazit: Zeitmanagement & Experten bewahren Sie vor Fehlern

Sie sehen: Beim Unternehmensverkauf müssen Sie viele verschiedene Punkte achten. Die Liste mit möglichen Fehlern ist lang und für einen Laien kaum zu durchschauen. Deshalb müssen Sie unbedingt die folgenden 2 Punkte berücksichtigen:

  1. Beginnen Sie mit spätestens 55 Jahren mit der Suche nach einem geeigneten Käufer. Denn gutes Zeitmanagement ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmensverkauf.
  2. Lassen Sie sich von erfahrenen Rechtsanwälten und Unternehmensberatern mit Steuerberaterzulassung beraten. Nur diese Experten haben das nötige Fachwissen, um Ihnen beim Unternehmensverkauf helfen zu können.

Haben Sie all diese Voraussetzungen für einen gelungenen Unternehmensverkauf getroffen, können schwerwiegende Fehler in der Regel vermieden werden. Auf diese Weise gehen Sie sorgenfrei in den Ruhestand, können weiterhin einen hohen Lebensstandard genießen und wissen Ihr Lebenswerk in guten Händen.

Sollten Sie noch Fragen zur Unternehmensnachfolge haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen. Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater habe ich mich unter anderem auf Unternehmensverkäufe spezialisiert. Ich würde mich freuen, auch Ihnen weiterhelfen zu dürfen.

Kontaktieren Sie mich ganz einfach via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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