Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf

Eine Frage an Sie als Unternehmer: Handeln Sie gerne einen vorteilhaften Preis aus? Ja? Nun, damit sind Sie nicht der Einzige. Gerade bei großen Summen (wie z.B. beim Kauf und Verkauf von Firmen) können dadurch schnell Streitigkeiten entstehen.

Damit beide Seiten dennoch in den Handel einwilligen, gibt es die sogenannte Earn-out-Klausel. Sie hilft Unternehmern, das Ziel vor Augen zu behalten und Kompromisse einzugehen. Wie genau sie das anstellt und welche Vor- bzw. Nachteile dabei für Käufer und Verkäufer enstehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Beitrag zusammengefasst. Ich konnte Ihr Interesse wecken? Gut! Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren, wie die Earn-out-Klausel Unternehmenskäufe fairer gestaltet:

Was ist eine Earn-out-Klausel überhaupt?

Eine Earn-out-Klausel definiert in einem Kaufvertrag einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend klingen, ist jedoch ganz einfach: Je nachdem wie gut das gekaufte Unternehmen läuft, muss der Käufer an den ehemaligen Inhaber eine entsprechend hohe Nachzahlung leisten.

Keine Earn-out-Klausel gleicht dabei einer anderen, da Käufer und Verkäufer individuell alle Parameter festlegen. So bestimmen sie gemeinsam beispielsweise:

  • den Zeitpunkt der Nachzahlung
  • die Höhe der Nachzahlung
  • die Bemessung des Erfolgs (z.B. anhand des Umsatzerlöses, Gewinns, etc.)
  • die Stichtage der Bemessung
  • und vieles mehr.

Wichtig für Käufer wie auch Verkäufer sind bei der Gestaltung der Earn-out-Klausel Floor und Cap. Dabei handelt es sich um die Unter- und die Obergrenze des zu zahlenden Anteils. Auf diese Weise lässt sich die Nachzahlung gut berechnen, sodass vor allem auf den Käufer keine bösen Überraschungen warten.

Welche Vorteile hat die Earn-out-Klausel?

Wollten Sie schon einmal eine Ware kaufen oder verkaufen und mussten mühsam um den Preis feilschen? Konnten Sie sich am Ende einigen oder fiel das Geschäft aufgrund der Differenzen ins Wasser?

Genau dieses Szenario soll eine Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen verhindern. Dank ihr kommen nämlich Käufer wie auch Verkäufer auf einen gemeinsamen Nenner und können trotz abweichenden Vorstellungen einen Handel erzielen. Besonders bei Start-up-Unternehmen bietet sich diese Sondervereinbarung an. Warum? Das kann ich Ihnen am besten anhand eines typischen Beispiels demonstrieren:

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein geniales Produkt entwickelt, von dessen Erfolg Sie zu 100% überzeugt sind. Leider fehlen Ihnen aber die nötigen finanziellen Mittel, um Ihre Firma und Ware gut auf dem Markt zu positionieren. Daher wollen Sie Ihr Unternehmen an einen erfahrenen Geschäftsmann verkaufen.

Da Sie bereits ahnen, dass Ihr Produkt mit finanzieller Unterstützung durchstarten wird, verlangen Sie für den Kauf mehr als den derzeitigen Unternehmenswert. Ihrem Geschäftspartner erscheint dieser Preis allerdings zu hoch, da nicht gewiss ist, ob das entwickelte Produkt auch wirklich so erfolgreich sein wird. Also was tun?

Hier kommt die Earn-out-Klausel ins Spiel: Sie schafft es, das Erfolgspotential einer Firma in den Verkaufsvertrag miteinzubeziehen, ohne dabei den Käufer einem zu hohen Risiko auszusetzen. Gut aufgesetzt stellt die Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen daher eine Win-win-Situation dar.

Welche Gefahren birgt sie für beide Parteien?

Ich weiß, das klingt alles zu schön um wahr zu sein: Eine Klausel, dank welcher sich Käufer und Verkäufer ganz ohne Gezanke beim Preis einigen können. Und in Wahrheit entspricht die Earn-out-Klausel auch oft nicht dieser Bilderbuch-Vorstellung. Sowohl Käufer als auch Verkäufer können nämlich diese an sich faire Vereinbarung zu ihren Gunsten manipulieren:

Die Tricks der Käufer

Damit die Nachzahlung nicht allzu hoch ausfällt, greifen Käufer des öfteren auf raffinierte Tricks zurück. Beispielsweise können sie absichtlich hohe Kosten erzeugen und somit den Gewinn der Firma möglichst klein halten. Oder aber sie beginnen erst spät mit der Vermarktung des gekauften Produktes, sodass der Erfolg zeitversetzt (nach dem außer Kraft treten der Earn-out-Klausel) einsetzt.

Durch Tricks wie diese halten Käufer den nachzuzahlenden Betrag gering und spielen der Earn-out-Klausel wie auch dem Verkäufer einen Streich. Umgekehrt haben allerdings auch die Verkäufer die Möglichkeit, den vereinbarten Anteil des Kaufpreises in die Höhe zu treiben:

Die Tricks der Verkäufer

Nicht selten ist es der Fall, dass beispielsweise der Käufer des Start-up-Unternehmens den ehemaligen Inhaber als Angestellten in der Firma behält. Auf diese Weise kann dieser sein Know-how nutzen, um den Erfolg des Unternehmens voranzutreiben.

Als Teil der Firma können allerdings die ehemaligen Inhaber (also die Verkäufer) möglicherweise auch Einfluss auf die Geschäfte nehmen und die Gewinne überproportional steigern. Allein schon das Wissen, dass die Earn-out-Klausel vom Erfolg des Unternehmens abhängig ist, sorgt oft für eine erhöhte Arbeitsmotivation seitens der Verkäufer.

Aus diesem Grund sollten sowohl Käufer als auch Verkäufer beim Aufsetzen des Unternehmenskaufvertrages inklusive Earn-out-Klausel behutsam vorgehen. Am besten lassen Sie das Abkommen von einem erfahrenen Experten kontrollieren, um bösen Überraschungen zu entgehen.

Das sollten Verkäufer und Käufer auf jeden Fall bedenken

Ganz gleich auf welcher Seite Sie stehen, sprich ob Käufer oder Verkäufer: Sie sollten sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt wie auch Steuerberater über die genaue Gestaltung der Earn-out-Klausel beraten lassen. Die folgenden Ratschläge und Infos ersparen Ihnen daher keinen Termin bei einem Experten! Sie sollen Ihnen lediglich dabei helfen, einen besseren Einblick in die Materie zu erlangen:

Mein Tipp an Verkäufer

Damit Sie auch wirklich Ihren zustehenden Anteil am Kaufpreis erhalten, ist es für Sie als ehemaligen Inhaber wichtig, die neue Führung der Firma überprüfen zu können. Das bedeutet für die Vertragserstellung: Achten Sie darauf, dass sich Ihr Verkäufer dazu verpflichtet, Ihnen Einblick in den Jahresabschluss, Vermarktungsstrategie etc. zu geben. Nur so können Sie sicher gehen, dass wirklich alle Umsatzchancen genutzt wurden und das jeweilige Produkt wie versprochen beworben wurde.

Sollten Sie nach dem Verkauf im Unternehmen bleiben, rate ich Ihnen zudem sich das Earn-out nicht in Form von Gehalt auszahlen zu lassen. Ansonsten entfallen darauf Steuern, welche Ihren Anteil des Kaufpreises spürbar schmälern. Daher empfehle ich Ihnen bei einem Unternehmenskaufvertrag, immer einen Experten zu Rate zu ziehen. Dieser kann sichergehen, dass Sie keine hohen Steuerzahlungen erwarten.

Das sollten Käufer wissen

Ich will Sie nicht anlügen, ein kleines Restrisiko bleibt für beide Seiten bestehen. Dies ist für Käufer der Fall, wenn die gekaufte Firma wirklich den vom Verkäufer prognostizierten Erfolg in der vereinbarten Zeit abliefert. Dann zahlen Sie nämlich unterm Strich mehr, als wenn Sie sich (ohne Earn-out-Klausel) direkt auf die Preisvorstellungen des Verkäufers eingelassen hätten. Sollte dies nicht der Fall sein, konnten Sie hingegen einen guten Kaufpreis aushandeln, ganz ohne lange Diskussionen.

Fazit: Earn-out macht Einigung im Kaufsprozess leichter

Dank der Earn-out-Klausel profitieren nicht mehr nur die Käufer von dem weiteren Erfolg der Firma. Auch die Verkäufer müssen sich nicht mehr ärgern, wenn Ihr Unternehmen nach der Übernahme plötzlich durchstartet: Sie kriegen Ihren fairen Anteil von dem Gewinn.

Dabei birgt dieser Kompromiss bei gründlicher Vertragsgestaltung für beide Seiten so gut wie kein Risiko: Es werden gemeinsam Ziele und nachzuzahlende Beträge festgesetzt, sodass es keine bösen Überraschungen am Ende gibt. Auf diese Weise kann das Potential einer Firma in den Vertragsverhandlungen gewürdigt werden, ohne dabei ein zu großes Wagnis einzugehen.

Apropos Vertragsverhandlungen: Mit der Earn-out-Klausel verkürzen Sie Diskussionen aufgrund von abweichenden Vorstellungen und kommen stattdessen auf einen gemeinsamen Nenner. Somit sparen Sie Zeit und vor allem auch Nerven, denn das Ziel des Käufers wie auch Verkäufers ist dasselbe: Der Fortschritt der Firma.

Damit Sie beim Unternehmenskauf mit Earn-out-Klausel steuerlich nicht den Kürzeren ziehen, sollte Ihr Vertrag unbedingt von einem Experten geprüft werden. Kleine Details reichen oft schon aus und schon wird Ihr Anteil des Kaufpreises durch die Steuer minimiert. Sollten Sie daher Beratung zu diesem Thema benötigen, oder sich einfach informieren wollen, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular jederzeit erreichen.

Herzlich,

Ihr Thomas Breit

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Blogbeitrag Gueterstandsschaukel - Erbschaftssteuer Teil 5

Was ist die Güterstandsschaukel im Erbrecht?

Der Güterstand von deutschen Eheleuten ist grundsätzlich als Zugewinngemeinschaft definiert. Das bedeutet, dass das Vermögen beiden Ehepartner gemeinsam gehört. Jedoch wird getrennt betrachtet, wer wie viel davon eingebracht hat.

Sollte nun einer der beiden Eheleute sterben, muss dessen Anteil am ehelichen Vermögen herausgerechnet werden. Es muss also der Teil bestimmt werden, den er in das gemeinsame Vermögen eingebracht hat.

Was hat das nun mit einer Schaukel zu tun?

Wenn einer von zwei Eheleuten stirbt und das Ehepaar zu Lebzeiten viel Bargeld zusammengetragen hat, hätte der hinterbliebene Ehepartner hohe Summen an Erbschaftssteuer zu zahlen.

Um dem zu entgehen, gibt es im deutschen Erbrecht die Möglichkeit, die so genannte Güterstandsschaukel anzuwenden.

Das ist eine Art Vertrag, bei dem Sie vom Güterstand des Zugewinns in den der Gütertrennung wechseln und gleich wieder zurück. Deswegen heißt es auch Schaukel – hin und wieder zurück. Das alles ist bei nur einem Notarbesuch möglich.

Durch die kurzfristige Gütertrennung kommen Sie um die gesetzlich vorgeschriebene Aufteilung von Erbvermögen herum. Sie müssen Ihren Zugewinn also nicht versteuern. Dieser beeinflusst auch nicht Ihre persönlichen Freibeträge.

Um das Ganze für Sie leichter verständlich zu machen, habe ich ein Video aufgenommen, in dem ich die Güterstandsschaukel anhand eines Beispiels erkläre:

Erfahren Sie mehr zum Thema Erbschaft

Als Steuerberater habe ich mich unter anderem auf die Themen Unternehmensnachfolge und Erbschaftsteuer spezialisiert. Wenn Sie über meinen Beitrag hinaus noch Fragen haben, oder das Thema einfach genau besprechen möchten, besuchen Sie mich gerne in meiner  Steuerberatungskanzlei in Hamburg.

Rufen Sie mich an (+49 40 44 03 03), schreiben mir eine E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder schicken Sie mein Kontaktformular (hier klicken!) ab.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Familienmitglieder vom Firmenerbe ausschliessen

Bestimmte Familienmitglieder vom Firmenerbe ausschließen – geht das?

Sie sind Unternehmer und haben mehrere nahe Angehörige, die Ihre Firma nach Ihrem Tod übernehmen könnten? Sie möchten aber, dass nur einer der möglichen Erben übernimmt? Wollen Sie wissen, wie Sie um eine Auszahlung an die anderen Familienmitglieder legal „herumkommen“ könnten?

Unter bestimmten Voraussetzungen geht das. Ich gestehe aber auch: Sie sollten es lieber nicht tun. Denn gesetzlich müssen die nicht berücksichtigten Erben es unterlassen, den zustehenden Pflichtteilergänzungsanspruch (diesen Begriff erkläre ich weiter unter ganz genau) einzufordern. Und auf persönlicher Ebene ist diese Variante meist nicht empfehlenswert. Es gibt „schönere“ Lösungen…

In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen leicht verständlich, welche Möglichkeiten Sie haben Ihr „Firmenerbe“ nur an bestimmte Personen zu vererben und ich zeige Ihnen elegante Lösungen auf, die den Familienfrieden auch noch nach Ihrem Ableben sichern.

Zuerst die Ausgangssituation vieler Unternehmer

Viele deutsche Unternehmer stellen sich genau die gleichen Fragen: Sollen Sie das Unternehmen Ihrem Wunsch-Nachfolger übertragen, so lange Sie noch da sind? Muss dann noch eine Abfindung an die übrigen Erben ausbezahlt werden?

Wenn Sie Ihr Unternehmen nur einem Ihrer nächsten Angehörigen zu Lebzeiten übergeben, haben Sie laut Gesetz 2 Möglichkeiten:

  1. Pflichtteilsverzicht der übrigen Erben gegen eine Abfindung
  2. Übertragung des Unternehmens ohne Abfindung

Für Sie als Unternehmer macht es wenig Unterschied, für welche der beiden Möglichkeiten Sie sich entscheiden. Wie Sie es gestalten erkläre ich Ihnen nun im Folgenden ausführlich.

Pflichtteil & Erbanspruch – Was heißt das eigentlich?

Bevor ich Ihnen die beiden Möglichkeiten zur Unternehmensübergabe zu Lebzeiten genauer erkläre, möchte ich noch ein paar wichtige Begriffe an einem Beispiel erklären:

Stellen Sie sich vor, Sie hätten zwei Söhne. Einer dieser Söhne arbeitet schon lange in Ihrem Unternehmen mit und ist bestens damit vertraut. Dem zweiten Sohn ist der Betrieb völlig fremd, weil er sich beruflich in einem anderen Bereich verwirklicht hat.

Sie werden sich vermutlich wünschen, dass der Sohn, der schon bei Ihnen im Unternehmen ist, dieses nach Ihrem Tod übernimmt.

Nach dem Gesetz haben aber beide Söhne das gleiche Recht auf die Firma. Das heißt, der unternehmensfremde Sohn muss in irgendeiner Art auf seinen Anspruch verzichten, damit der andere alleine übernehmen kann.

Wenn es um den Nachlass geht, haben Ihre Erben grundsätzlich 3 verschiedene Arten von Ansprüchen:

  1. Erbanspruch
  2. Pflichtteilsanspruch
  3. Pflichtteilsergänzungsanspruch

Würde der unternehmensfremde Sohn auf seinen Erbanspruch verzichten, verzichtet er automatisch auch auf einen möglichen Pflichtteils- oder Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Verzichtet er aber nur auf den Pflichtteil, hat er immer noch Anspruch auf seinen gesetzlichen Erbteil.

Erbanspruch

Der Erbanspruch ergibt sich aus der gesetzlichen Erbfolge. Diese regelt, wer wie viel bekommt. Bei unserem Beispiel wäre das der Teil, der jedem Sohn persönlich per Gesetz zusteht.

Pflichtteilsanspruch

Wenn Sie möchten, könnten Sie einen der Söhne testamentarisch enterben. Diesem würde dann aber trotzdem noch die Hälfte des gesetzlichen Erbteils zustehen. Das wäre dann sein so genannter Pflichtteil.

Der Pflichtteil ist das Mindestbeteiligungsrecht Ihrer Erben am Nachlass. Dieser wird ihnen nicht automatisch zugesprochen, sondern muss eingefordert werden. Den Pflichtteilsanspruch gibt es, damit Ihre nächsten Angehörigen (=Kinder, Enkel, Urenkel) und Ehegatten nicht gänzlich vom Erbe ausgeschlossen werden können.

Bei der Unternehmensübernahme kann das schwerwiegende Folgen für die Zukunft der Firma haben. Die Pflichtteile müssen nämlich aus dem Unternehmen selbst finanziert werden und könnten den ganzen Bestand gefährden.

Pflichtteilsergänzungsanspruch

Der Pflichtteilsergänzungsanspruch kann dann eingefordert werden, wenn Sie als Erblasser zu Lebzeiten die Firma verschenken würden. Die Firma ist Teil Ihres Nachlasses, der ja allen Erben gemeinsam zusteht. Wenn Sie Ihr Unternehmen aber zu Lebzeiten an Ihren Wunschnachfolger verschenken, schmälern Sie den Nachlass.

Das heißt gleichzeitig, dass Sie den Pflichtteil all Ihrer Erben verringert haben. Mit dem Pflichtteilsergänzungsanspruch kann ein benachteiligter Erbe diesen Teil nachfordern.

So funktioniert der Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Sie können einen so genannten Pflichtteilsverzicht gegen Abfindung mit Ihrem Sohn vereinbaren, der Ihr Unternehmen nicht übernehmen wird. So muss er nicht völlig leer ausgehen. Dieser Sohn bekommt dann eine Entschädigung dafür, dass er auf die Anteile am Unternehmen verzichtet, die ihm laut Gesetz zustehen würden.

Auf diese Abfindung muss Ihr Sohn dann Schenkungssteuer zahlen.

Wie Sie Ihre Erb-Angelegenheit steuerlich am besten regeln, können Sie in meinem Blogbeitrag unter diesem Link nachlesen: Bitte klicken Sie hier.

Sie möchten keine Abfindung zahlen?

Das Gesetz erlaubt es Ihnen, das Unternehmen schon zu Lebzeiten an Ihren mitarbeitenden Sohn zu übertragen. Durch diese Aktion würden Sie den anderen Sohn automatisch „enterben“.

Der enterbte Sohn hätte dann aber Anspruch auf den Pflichtteilsergänzungsanspruch.

Dieser Pflichtteilsergänzungsanspruch wird nicht automatisch ausbezahlt, sondern muss vom Enterbten eingefordert werden. Dieser Anspruch ist nur 10 Jahre nach Übertragung gültig. In dieser Zeit schmilzt er von Jahr zu Jahr. Er verringert sich jedes Jahr um ein Zehntel. Das bedeutet, nach 8 Jahren würde er nur mehr zwei Zehntel bekommen (10-8=2).

Für den anderen Sohn ist das eine sehr unsichere Angelegenheit. Denn der Pflichtteilsergänzungsanspruch richtet sich gegen den, der das Unternehmen bekommen hat. Auch das könnte schwerwiegende Folgen für den Fortbestand des Unternehmens haben.

Rein rechtlich gesehen wäre das eine Möglichkeit Ihre Unternehmensnachfolge zu klären. Das ginge theoretisch sogar hinter dem Rücken des „enterbten“ Sohnes. Auf persönlicher Ebene könnte das aber im Desaster enden.

Fazit

Ich rate meinen Klienten immer, die erste der beiden genannten Möglichkeiten zu wählen. Eine Schenkung hinter dem Rücken der anderen Beteiligten führt nur zu Missstimmung und Unsicherheit.

Stellen Sie sich lieber noch während Ihrer Karriere als Unternehmer darauf ein, einen Pflichtteil auszuzahlen. Da Pflichtteile in bar ausbezahlt werden müssen, ist die beste Vorsorge einfach im Laufe der Jahre die entsprechende Geldsumme auf die Seite zu legen. Dafür bietet sich zum Beispiel eine Familien- und Vermögensverwaltungsgesellschaft an.

Sie möchten genauer wissen, wie Sie Ihr Unternehmen schon zu Lebzeiten ordentlich übertragen können? Kontaktieren Sie mich gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Erbschaftssteuer (Teil 3): Wie wird das Betriebsvermögen begünstigt?

In meiner Steuerberatungskanzlei bekomme ich von Mandanten oft dieselben 2 Fragen gestellt: Wie wird mein Betriebsvermögen eigentlich begünstigt? Und führt das nie zu einer Erbschaft- oder Schenkungssteuer?

Um Klarheit zu schaffen, will ich Ihnen daher in diesem Beitrag eine kurze Einführung in die Begünstigung Ihres Betriebsvermögens geben:

Zuallererst: Nicht Ihr gesamtes Betriebsvermögen wird begünstigt

Wirft man einen Blick in das Erbschaftssteuergesetz, so steht dort geschrieben, dass es für das „begünstigte Vermögen“ anfällt. Das bedeutet: Das Erbschaftssteuerrecht begünstigt nicht das Betriebsvermögen in Ihrer Bilanz. Stattdessen fällt es nur auf den Teil Ihres Vermögens an, den Sie zwingend brauchen, um Ihre Einnahmen zu haben.

Diesen Teil misst das Erbschaftssteuerrecht nach tatsächlichen Verhältnissen. Daher können Sie diesen begünstigten Anteil (leider) auch nicht durch Bilanzierungen in die Höhe treiben.

Alles, was Sie nicht zwingend brauchen, wird also nicht begünstigt.

So berechnen Sie den begünstigten Teil Ihres Betriebsvermögens

Um herauszufinden, welcher Anteil Ihres Betriebsvermögens nun wirklich begünstigt wird, müssen Sie wie folgt vorgehen:

  • Sie nehmen Ihre Bilanz.
  • Sie sortieren einzelne Vermögensgegenstände aus.
  • Sie kategorisieren diese mit „begünstigt“ oder „nicht begünstigt“.

Alles was in die Kategorie „begünstigt“ fällt, ist der Saldo, der schließlich auch begünstigt wird.

Dabei haben Sie die Möglichkeit, den Saldo mit 85% oder mit 100% begünstigen zu lassen. Das wäre dann Ihr sachlicher Freibetrag.

Das ging Ihnen zu schnell? Hier habe ich alles noch einmal persönlich zusammengefasst

In meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg haben ich mich unter anderem auf die Themen Erbschaftsteuer und Nachfolgeplanung  spezialisiert. Ich hoffe daher, Ihnen mit diesem Video weitergeholfen zu haben.

Sie haben noch ein paar Fragen dazu?

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

 

Falsche Beratung bei der Unternehmensnachfolge: Dieser Fehler kostete einen Mandanten 150.000€

Mit diesem Artikel will ich Ihnen als Unternehmer keine Angst einjagen, sondern Sie viel mehr vor finanziellem Schaden schützen. Die falsche Beratung bei der Unternehmensnachfolge kann Sie nämlich Tausende an Euros kosten.

Im folgenden Blogbeitrag will ich Ihnen daher an einem realen Beispiel zeigen,

  • welchen Fehler viele Mandanten bei der Steuerberaterwahl begehen,
  • welche Konsequenzen das haben kann
  • und was eine gute Steuerberatung in der Unternehmensnachfolge auszeichnet.

Häufigster Irrglaube von Mandanten: Jeder Steuerberater weiß gleich viel

Im April 2018 wurde ich von einem neuen Mandanten kontaktiert, welcher nach 4 Jahren der falschen Beratung schließlich meine Hilfe aufsuchte. Sein ehemaliger Steuerberater brachte ihn mit Unwissenheit und Kurzsichtigkeit in ernste Gefahr.

Sie fragen sich, wie es so weit kommen konnte? Ganz einfach: Viele Unternehmer (wie auch dieser Mandant) begehen bei der Wahl Ihres Steuerberaters den Fehler, sich auf die Berufsbezeichnung „Steuerberater“ blindlings zu verlassen.

Was dabei die Wenigsten wissen ist: Nur weil jemand Steuerberater von Beruf ist, heißt das nicht automatisch, dass er über das nötige Fachwissen für Ihr Anliegen verfügt.

Genau wie bei Rechtsanwälten oder Ärzten, muss man sich nämlich auch bei Steuerberatern einen Spezialisten für das jeweilige Gebiet suchen. Denn steuerliches Allgemeinwissen reicht schon lange nicht mehr für eine kompetente Beratung aus.

Von dieser Behauptung nehme ich mich selbst natürlich nicht aus: Auch ich bin Spezialist für bestimmte Angelegenheiten und in anderen Teilbereichen, die der Beruf Steuerberater ebenfalls abdeckt, gibt es kompetentere KollegInnen. Die Ehrlichkeit liegt darin, sich selbst nicht zu überschätzen und den Kunden im Bedarfsfall zum bestmöglichen Ansprechpartner zu vermitteln.

In diesem speziellen Fall, über den ich hier berichten möchte, handelte es sich um eine Beratung zur Unternehmensnachfolge des Mandanten. Der Steuerberater, an den er sich damit wandte, überschätzte leider sein eigenes Können und unterschätzte gleichzeitig die steuerlichen Folgen seiner Ratschläge.

So kann Sie der falsche Steuerberater 150.000€ & Ihre Zukunft kosten

Als wäre ein Schaden von insgesamt 150.000€ noch nicht genug, brachte die fatale Beratung des verantwortlichen Steuerberaters auch die Zukunftspläne meines Mandanten in Gefahr:

Er erkannte nicht die steuerliche Verstrickungen des Falles und gab seinem Klienten falsche Ratschläge bezüglich dessen Sozialversicherung. Daraufhin legte sich besagter Mandant eine private Rente an, obwohl er in Wahrheit in die gesetzliche Rente einzahlen musste.

Das Ergebnis: Aufgrund einer Sozialversicherungsprüfung musste er 38.000€ an die gesetzliche Rentenversicherung nachreichen. Somit zahlte er mehr als 5 Jahre lang die Rente doppelt und konnte nicht alles an Rentenbeiträgen steuerlich absetzen.

Seine komplette Alters-Einkommensplanung wurde dadurch über den Haufen geworfen. Übrig blieb nur jede Menge rausgeschmissenes Geld.

Nicht zu vergessen: Zusätzlich brachten die fatalen Ratschläge des Steuerberaters meinen Mandanten auch in die Gefahr der versuchten Steuerhinterziehung. Dass damit nicht zu spaßen ist, zeigt dieser Artikel aus meinem Blog: Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 2): Steuerhinterziehung 

Fachwissen & Erfahrung zeichnen Ihren Steuerberater für die Unternehmensnachfolge aus

Damit  Sie nicht auch auf einen unqualifizierten Steuerberater hereinfallen, müssen Sie bei der Auswahl auf folgende 2 Dinge achten:

  1. Fachwissen
    Gerade bei der Unternehmensnachfolge brauchen Sie einen Steuerberater, der das Steuer- und Zivilrecht in und auswendig kennt. Nur so kann er auch die richtige Lösung für Ihr Problem finden.
  2. Erfahrung
    Zusätzlich zum Fachwissen sollte Ihr Steuerberater auch über die nötige Erfahrung in seiner Branche verfügen. Damit meine ich nicht nur den Umgang mit Mandanten, sondern auch die Gestaltung einzelner Fälle.

Erfüllt Ihr Steuerberater diese beiden Voraussetzungen, kann er Ihre Lage präzise erfassen und konstruktive Optionen aufzeigen.

Das darf Ihr Steuerberater bei der Unternehmensnachfolge keinesfalls vergessen

Viele Unternehmer begehen den Fehler, zu spät nach dem richtigen Nachfolger zu suchen. Damit Sie aber Ihre Rente sichern und auch noch in der Pension ein bequemes Leben führen können, braucht es eine gute Nachfolgeplanung.

Insgesamt gibt es 5 Wege, um Ihre eigene und die Zukunft der Firma abzusichern (nachzulesen in diesem Blogbeitrag: Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab).

Wichtig dabei ist, dass Sie und Ihr Steuerberater nicht die gesetzlichen Sperrfristen im Einkommen-, Erbschaft- und Schenkungssteuerrrecht missachten.

Fazit: Achten Sie auf die Spezialisierung Ihres Steuerberaters

Sie wollen sich auf Ihren Steuerberater verlassen können und keine 150.000€ oder mehr verlieren? Dann brauchen Sie einen Berater, der sich auf Ihr Anliegen spezialisiert hat.

Es braucht Fachwissen und jahrelange Erfahrung, um komplexe Geflechte an Ausnahmen, Rückausnahmen und Grundsätzen zu erkennen, und Sie dementsprechend beraten zu können.

Gefährliches Halbwissen bei der Unternehmensnachfolge kann Sie nämlich nicht nur eine enorme Summe an Geld kosten, sondern auch Ihre gesamte Zukunft bedrohen.

Sollten Sie also Fragen zu Ihrer persönlichen Unternehmensnachfolge haben, stehe ich Ihnen als Spezialist gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Minerva Studio – stock.adobe.com

GmbH-Anteile aufteilen Symbolbild

So teilen Sie Ihre GmbH gerecht und steuerschonend unter Ihren Kindern auf

Sie sind Unternehmer und möchten Ihren Betrieb an Ihre Kinder vererben? Sie wissen aber nicht genau, wie Sie Ihre GmbH gerecht und steuerschonend unter Ihren Nachkommen aufteilen?

Mit dieser Situation sind Sie nicht alleine. Jedes Jahr finden sich tausende deutsche Unternehmer in dieser Situation wieder. Deshalb erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag, worauf Sie bei der Aufteilung Ihres Unternehmens achten müssen und wie Sie dabei am steuerschonendsten vorgehen.

Vorab lassen sich 2 grundsätzliche Punkte bei der Unternehmensaufteilung festhalten:

  1. Je früher Sie sich über die Aufteilung Ihrer GmbH unter Ihren Kindern Gedanken machen, desto besser.
  2. Rein steuerlich gesehen ist die Aufteilung einer GmbH auf Ihre Kinder immer ratsam, da jedes Kind über einen eigenen steuerlichen Freibetrag verfügt. Dieser Freibetrag kann bei Erbschaften und Schenkungen geltend gemacht werden.

Erbschaft oder Schenkung: Wie regle ich die Nachfolge steuerlich am besten?

Der bereits oben erwähnte steuerliche Freibetrag bei Erbschaften und Schenkungen beträgt 400.000 Euro pro Kind. Wenn Sie Ihre GmbH also auf 3 Kinder aufteilen, verfügen diese zusammengenommen über einen Freibetrag von 1.200.000 Euro.

Bei Schenkungen kann dieser Freibetrag mehrmals geltend gemacht werden.  Nach dem Ablauf einer Frist von 10 Jahren haben Ihre Kinder wieder einen Freibetrag von 400.000 Euro zur Verfügung. Durch eine schrittweise Schenkung der Unternehmensanteile über mehrere Jahrzehnte können Ihre Kinder also mehrmals von ihren Freibeträgen profitieren.

Diese mehrfache Geltendmachung des Freibetrags ist bei einer Erbschaft nicht möglich. Ihre Kinder profitieren nur einmal von ihrem Freibetrag.

Ob Sie die Unternehmensaufteilung mittels Erbschaft oder Schenkung durchführen sollten, hängt deshalb vom Wert Ihres Unternehmens ab. Ist Ihr Unternehmen mehrere Millionen Euro wert, sparen Sie mit einer schrittweisen Schenkung über mehrere Jahrzehnte tausende Euro an Steuern.

Ist der Wert Ihres Unternehmens jedoch unter dem zusammengerechneten Freibetrag Ihrer Kinder, gibt es keinen steuerlichen Unterschied zwischen einer Erbschaft und einer Schenkung.

Mehr Tipps zum Sparen bei der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen.

Wo muss die Aufteilung der GmbH-Anteile festgeschrieben werden?

Soll die Aufteilung nicht nach der gesetzlichen Erbfolge erfolgen, müssen Sie das in Ihrem Testament festschreiben. Wenn Sie Ihr Unternehmen nach der gesetzlichen Erbfolge aufteilen möchten, muss das nicht ins Testament geschrieben werden. Wie die gesetzliche Erbfolge bei der Aufteilung von Unternehmensanteilen im Detail aussieht, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag (hier klicken).

Zusätzlich muss die Nachfolge auch im Gesellschaftsvertrag Ihrer GmbH verankert werden. Hier gibt es 2 Möglichkeiten bei reinen GmbHs:

  1. Abtretungsverfügung: Bei einer Abtretungsverfügung erhalten namentlich genannte Personen (in diesem Fall also Ihre Kinder) Anteile an der Gesellschaft. Erben, die in der Abtretungsverfügung nicht genannt werden, erhalten nur eine Kapitalabfindung und keine Anteile an der Gesellschaft.
  2. Einziehungsverfügung: Bei der Einziehungsverfügung gibt es nur die bereits oben erwähnte Kapitalabfindung. Die Erben bekommen keine Anteile an der Gesellschaft.

Da Sie Ihr Unternehmen unter Ihren Kindern aufteilen möchten, wird für Sie hier nur die Abtretungsverfügung in Frage kommen.

Wie sieht die Lage bei Gesellschafts-Mischformen aus?

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Was ist dann eine GmbH & Co. KG?

Nach deutschem Recht gilt die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft. Grundsätzlich sind die Schritte der Nachfolgeregelung die gleichen, wie bei der Kapitalgesellschaft.

Regeln Sie aber nichts im Gesellschaftsvertrag, sind die Rechtsfolgen bei Personengesellschaften anders, als bei Kapitalgesellschaften.

Hier liegt auch schon der Hund begraben: Wenn aus einer Personengesellschaft einer der Geschäftspartner ausscheidet (in unserem Fall durch Tod), regelt die so genannte Anwachsung die Verteilung der übrigen Geschäftsanteile. Scheiden Sie also aus der Personengesellschaft aus, werden Ihre Anteile, wegen der Anwachsung, unter den übrigen Gesellschaftern aufgeteilt. Es heißt Anwachsung, weil die Vermögenswerte der anderen Gesellschafter in Höhe des scheidenden Gesellschafters mehr werden, sie wachsen.

Wenn Sie nun Teilhaber einer GmbH & Co. KG sind und Ihre Anteile vererben, bedeutet das:

  1. Ihre GmbH-Anteile, die der GmbH & Co. KG gehören, fallen wegen der Anwachsung in die Hände der verbleibenden Gesellschafter.
  2. Ihre GmbH-Anteile, die den Kommanditisten gehören, gehen an Ihre gesetzlichen Erben.
  3. Ihre KG-Anteile, gehen an die verbleibenden Gesellschafter wegen der Anwachsung.

Ihre Erben haben wegen der Anwachsung keinen Anspruch auf Geschäftsanteile.

Aber keine Sorge, Ihre Erben gehen nicht völlig leer aus:

Sie können zwar keine Mitgesellschafter werden, haben aber Anspruch auf eine Kapitalabfindung. Sie scheiden aus der Gesellschaft aus.

Das Schlechte an diesem Szenario für Ihre Erben: Diese Kapitalabfindung wird einkommensteuerrechtlich besteuert und es ist schwer einen richtigen Unternehmenswert und somit einen richtigen Anspruch auf Kapitalabfindung zu finden.

Was passiert, wenn ein Kind die Erbschaft nicht antreten will?

Falls eines Ihrer Kinder den festgelegten Unternehmensanteil doch nicht erben will, muss das betroffene Kind das gesamte Erbe ausschließen. Eine teilweise Ausschließung der Gesellschaftsanteile ist nicht möglich. Das heißt, dass dann der nächste Pflichtteilsberechtige nachrückt und das gesamte ausgeschlossene Erbe Ihres Kindes erhält.

Fazit: Unternehmensaufteilung früh regeln und Steuern sparen

Eine gerechte und von allen Familienmitgliedern akzeptierte Unternehmensaufteilung ist nur mit einer rechtzeitigen Nachfolgeplanung möglich. Außerdem können Sie durch die baldige Planung zusätzlich noch erhebliche Steuerersparnisse genießen.

Deshalb sollten Sie mit der Unternehmensnachfolge-Planung im besten Fall schon mehrere Jahrzehnte vor der geplanten Unternehmensaufteilung beginnen.

Bei Fragen zur gesetzeskonformen und steuerschonenden Unternehmensaufteilung stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © opolja – stock.adobe.com

Creditshelf Gastbeitrag

Mein Gastbeitrag für das Unternehmen Creditshelf

Kürzlich durfte ich als Experte für Unternehmensnachfolge einen Gastbeitrag auf dem Blog des Unternehmens Creditshelf veröffentlichen.

Das Unternehmen beschäftigt sich mit individuellen Finanzierungen für kleine und mittelgroße Unternehmen. Ich wurde gebeten, einen Beitrag zu einem meiner Spezialgebiete zu schreiben. Dem Wunsch bin ich mit Freude nachgekommen.

Über das Ergebnis können Sie sich unter diesem Link ein Bild machen: Gut getimt, flexibel und steueroptimiert: So gelingt die Unternehmensnachfolge

In meinem Gastbeitrag dreht sich alles um die Unternehmensnachfolge

In meinem Beitrag erläutere ich die derzeitige Situation um die aktuelle Nachfolgesituation für KMUs in Deutschland. Außerdem erkläre ich, warum es so wichtig ist, mit der Nachfolgeplanung rechtzeitig zu beginnen.

Wussten Sie, dass Sie mit der richtigen Nachfolgeplanung bares Geld sparen können? Mit der passenden Planung Ihrer Unternehmensnachfolge ist das möglich. Aber nicht nur das, mit der richtigen Nachfolgeplanung können Sie sich als Unternehmer auf alle Eventualitäten vorbereiten und sogar Familienstreitigkeiten vermeiden.

In meinem Beitrag erfahren Sie, wie Sie die für Sie richtige Strategie zur Unternehmensnachfolge finden und warum dieses Unterfangen selten eine rein steuerliche Angelegenheit ist.

Falls Sie sich noch ausführlicher über das Thema Unternehmensnachfolge informieren möchten, könnte der folgende Beitrag aus meinem eigenen Blog für Sie sehr hilfreich sein: Es ist Zeit für Ihre Nachfolgeplanung! Meine 4 beliebtesten Blogbeiträge zur Unternehmensnachfolge aus 2018

Ich freue mich sehr über das Vertrauen, das mir von Creditshelf entgegen gebracht wurde. Dieses Unternehmen leistet einen wichtigen Beitrag zum Fortbestand von mittelständischen Unternehmen in Deutschland.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

Foto: Screenshot von https://medium.com/creditshelf/gut-getimt-flexibel-und-steueroptimiert-so-gelingt-die-unternehmensnachfolge-61d77143cb90 (am 09.05.2019)

Steuern, Käuferwahl & Verträge: Das müssen Sie beim Unternehmensverkauf ins Ausland beachten

Sie wollen Ihre Firma zu einem guten Preis verkaufen? Ein Geschäftsmann aus dem Ausland zeigt an Ihrem Angebot Interesse?

In diesem Beitrag will ich Sie als Inhaber über die Vorbereitung und (steuerrechtlichen) Folgen einer Veräußerung ins Ausland informieren. Erfahren Sie hier:

  • worauf Sie beim ausländischen Käufer achten müssen,
  • wie Sie den Verkaufsvertrag richtig gestalten,
  • welche Steuern beim Verkauf anfallen,
  • wie Sie die Steuerlast minimieren können.

Darauf müssen Sie bei der Wahl des Käufers achten

Es ist nicht leicht, das eigene Lebenswerk an eine außenstehende Person zu übergeben. Daher sollten Sie sich absolut sicher sein, dass Ihr potentieller Käufer auch der richtige Kandidat ist.

Mein Tipp als Steuerberater: Achten Sie bei Interessenten auf folgende 3 Dinge:

  1. Herkunftsland
    Konzentrieren Sie sich auf Käufer aus politisch stabilen Ländern, um Probleme mit Banken zu vermeiden. Sollte Ihr Interessent aus einem politisch kritischen Herkunftsland stammen (wie z.B. Iran, Irak, Syrien, etc.), kann Sie ein Embargo an einem erfolgreichen Unternehmensverkauf hindern.
  2. Bürgschaften
    Das Wichtigste für Sie als Verkäufer ist die Zahlungsfähigkeit Ihres Interessenten. Damit Sie am Schluss nicht mit leeren Händen dastehen, sollte Ihr Käufer Sicherheiten besitzen.
    Mein Tipp: Nur Interessenten mit Bürgschaften (wie z.B. einer Bankbürgschaft) zählen als sichere Geschäftspartner beim Unternehmensverkauf.
  3. Bauchgefühl
    Natürlich können Sie sich bei Ihrer Entscheidung nicht ausschließlich auf Ihr Bauchgefühl verlassen. Aus Erfahrung weiß ich jedoch, dass Sie dem passenden Käufer auch vertrauen können sollten.
    Immerhin übergeben Sie diesem Ihr Lebenswerk und wollen nachts nicht von Zweifeln geplagt werden.

So muss ein Verkaufsvertrag an einen ausländischen Unternehmer aussehen

Verkaufsverträge an einen ausländischen Partner werden prinzipiell in zwei Sprachen aufgesetzt: der des Käufers und der des Verkäufers.

Sie als Verkäufer müssen bei der Vertragsgestaltung zudem darauf achten, dass das Abkommen u.a. diese 4 Punkte enthält:

  1. Gerichtsstand
    Gehen Sie als Verkäufer sicher, dass der Gerichtsstand laut Vertrag Deutschland ist. Dadurch ist automatisch das deutsche Gericht bei rechtlichen Fragen zuständig.
  2. Sanierungsklausel
    Sollte Ihre Firma mit Verlustvorträgen übernommen werden, darf laut dieser Klausel der neue Inhaber 5 Jahre lang keine Sanierung vornehmen. Ansonsten könnte das Finanzamt von Ihnen (als ehemaligem Geschäftsführer) Steuernachzahlungen verlangen, während der neue Käufer von der Steuerfreiheit der Sanierung profitiert.
  3. Arbeitnehmerrechte
    Auch die Rechte und Pflichten gegenüber Ihren Angestellten sollten im Verkaufsvertrag an den neuen Inhaber gut geregelt sein. Die Sicherung der Arbeitnehmerrechte legt § 613a des Bürgerlichen Gesetzbuches (kurz: BGB) fest.
  4. Verbindlichkeiten
    In Ihrem Verkaufsvertrag sollten Sie zudem Klarheit über das Ausmaß der Übernahme schaffen. Nimmt der Käufer die Firma mitsamt allen Verbindlichkeiten (Darlehen) oder nicht?
    Wird dies nicht genau geregelt, gilt das Gesetz und der Erwerb umfasst sämtliche Verbindlichkeiten des Unternehmens.

Sollten Sie sich über die Gestaltung Ihres Vertrages oder andere Faktoren des Unternehmensverkaufes unsicher sein, können Ihnen 4 Profis weiterhelfen. Welche das genau sind erfahren Sie unter diesem Link: Unternehmensverkauf: Mit diesen 4 Profis kann Sie niemand über den Tisch ziehen

Steuerrechtliche Folgen beim Unternehmensverkauf ins Ausland

Das Wichtigste vorweg: Beim Unternehmensverkauf an einen ausländischen Interessenten fallen keine zusätzlichen Steuern an. Es gelten genau dieselben Regeln wie bei einem Verkauf im Inland.

Das bedeutet für Sie als Verkäufer: Laut dem deutschen Einkommenssteuergesetz (§ 16 EStG und § 17 EStG) wird Ihr Veräußerungsgewinn versteuert. Dieser Veräußerungsgewinn resultiert aus dem Verkaufserlös abzüglich der Veräußerungskosten und des Betriebsvermögens.

So können Sie die Steuern beim Verkauf reduzieren

Als deutscher Unternehmer profitieren Sie von zwei Besonderheiten unseres Steuerrechts:

  1. Der Fünftelregelung
    Laut § 34 Abs. 1 im Einkommenssteuergesetz können Sie außerordentliche Einkünfte (wie z.B. Ihr Veräußerungsgewinn) günstiger versteuern. Dabei wird nur auf ein Fünftel Ihres Gewinnes die Steuer erhoben wird.
    Da der Veräußerungsbetrag fiktiv auf 5 Jahre aufgeteilt ist, wird der ermittelte Steuersatz am Ende mit 5 multipliziert.
  2. Dem ermäßigten Steuersatz
    Ebenfalls im § 34 Abs. 3 des Einkommenssteuergesetz verankert, ist der ermäßigte Steuersatz für außerordentliche Einkünfte. Diese Begünstigung können Sie nach der Vollendung des 55. Lebensjahres auf einen Betrag von max. 5 Millionen Euro in Anspruch nehmen.
    Achtung: Den ermäßigten Steuersatz können Sie nur ein Mal im Leben nutzen und das auch nur nach Vollendung Ihres 55. Lebensjahres.

Fazit: Reibungsloser Verkauf dank der richtigen Vorgehensweise

Mit diesem Beitrag habe ich vor allem ein Ziel verfolgt: Ihnen zu zeigen, wie reibungslos ein Unternehmensverkauf ins Ausland sein kann.

Voraussetzung für ein solch problemloses Geschäft ist die richtige Vorgehensweise bei der Käuferwahl, der Vertragsgestaltung sowie bei der Versteuerung. Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesem Beitrag in allen drei Angelegenheiten hilfreiche Tipps geben.

Sollten Sie darüber hinaus noch weitere Informationen zum Firmenverkauf an ausländische Interessenten haben, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Beitragsbild Raus aus der GmbH Symbolbild

Raus aus der GmbH: Wie hoch ist der Preis? Wer erhält die Anteile?

Was wäre wenn Sich Ihr Geschäftspartner aus der GmbH zurück ziehen möchte? Welcher Preis ist zu zahlen? Wovon wird die Abfindung bezahlt? Wer bekommt die Geschäftsanteile?

Mussten Sie sich als Unternehmer schon einmal diese Fragen stellen?

Natürlich sind das sehr belastende Fragen, denn sie resultieren aus einer sehr unangenehmen Situation: Meist ist eine Unstimmigkeit oder sogar ein Streit zwischen den Geschäftspartnern vorausgegangen.

Gründe für einen möglichen Austritt eines Geschäftspartners aus der GmbH sind oft unterschiedliche Vorstellungen über

  • Unternehmensführung
  • Strategie
  • Ertragsverwendung
  • Marketing

Hier in diesem Blogbeitrag habe ich für Sie leicht verständlich zusammengefasst, was Sie als Unternehmer für den Ernstfall über Abfindung, Geschäftsanteile, Gesellschaftsvertrag, Unternehmenswertermittlung und Co. wissen sollten.

Wie Sie die Abfindung richtig berechnen

Im Idealfall ist die Höhe der Abfindung bei Ausscheiden eines GmbH-Gesellschafters – und auch die Form der Unternehmensbewertung – von Anfang an im Gesellschaftsvertrag geregelt.

Im schlechtesten Fall gibt es keine entsprechende Klausel im Gesellschaftsvertrag oder nur eine unzulässige Regelung über den Wert der einzelnen Anteile.

In letzter Konsequenz bestimmt immer der Marktwert den Preise. Das heißt, Sie werden sich mit möglichen Interessenten einigen müssen.

Wie können Sie als Unternehmer den Wert der Abfindung bestimmen?

Um das Ganze wirtschaftlich fair bewerten zu können, bietet sich das Ertragswertverfahren an. Dieses stellt die bereinigten Gewinne Ihres Unternehmens in Relation zum Investitionsvolumen.

Um das in einem Beispiel zu verdeutlichen: Will der Käufer eine Rendite von 5% pro Jahr erzielen und macht Ihr Unternehmen 100.000 € bereinigten Gewinn, müsste der Investor bereit sein, das Unternehmen mit 2.000.000 € zu bewerten (5% von 2 Millionen entsprechen 100.000 € bereinigten Gewinn).

Nun müssen Sie für die Abfertigungsberechnung nur den prozentuellen Anteil Ihres Geschäftspartners herausrechnen. Besitzt er beispielsweise 50% der Firma, sind diese Anteile 1.000.000 € wert.

Eine weitere und noch genauere Methode den Unternehmenswert festzustellen, wäre als Ergänzung dazu das „Capital Asset Pricing-Modell“. Mit diesem werden sogar die Zukunftsrisiken miteinberechnet.

Ich habe Ihnen dieses etwas komplizierte Modell in einem YouTube-Video erklärt:

Für eine genaue Berechnung nach diesem Modell empfehle ich aber einen professionellen Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater zu Rate zu ziehen.

Wer muss die Abfindung zahlen, wenn einer aussteigt?

Erst muss es einmal einen Käufer geben, damit eine Abfindung ausbezahlt werden kann. Der Kaufpreis wird so angesetzt, dass die vereinbarte Abfindung an den ausscheidenden Gesellschafter ausbezahlt werden kann.

Eine Abfindung wird immer von demjenigen bezahlt, der auch dann in Zukunft die abfallenden Anteile bekommen wird. Die Abfindung wird nicht von der Gesellschaft bezahlt.

Die frei werdenden Geschäftsanteile, werden also von einem neuen Gesellschafter bezahlt oder von den bestehenden Gesellschaftern übernommen und aus eigener Tasche bezahlt.

Die Geschäftsanteile, die der ausscheidende Gesellschafter hinterlässt, bekommt also auch der, der sie bezahlt – der Käufer.

Wem stehen die Anteile in erster Linie zu?

Wenn ein Gesellschafter aus welchem Grund auch immer aus Ihrer Gesellschaft aussteigen möchte, haben Sie und die restlichen Mitgesellschafter ein Vorkaufsrecht auf seine Anteile.

Das bedeutet nicht, dass sie die Anteile kaufen müssen. Das heißt nur, dass Sie als Gesellschafter das Recht hätten, zuerst zuzuschlagen.

Selbst wenn es einen externen Kaufinteressenten gibt, müssen die Gesellschafter zuerst gefragt werden. Sie können dann Ihren Wunsch äußern, ob sie kaufen wollen oder nicht.

Dann gibt es 2 Möglichkeiten:

  1. Ein oder mehrere Gesellschafter stimmen dem Kauf zu: Sie können nur zu dem Preis kaufen, den der Käufer bereit wäre zu bezahlen. Dieser Preis kann nicht unterboten werden.
  2. Die Gesellschafter lehnen ab: Erst dann können die Gesellschaftsanteile extern (also an einen anderen Käufer) verkauft werden.

Dadurch kann eine unangenehme Situation für Sie als Gesellschafter entstehen: Die Gesellschafter kommen unter Druck, weil sie nun den Preis des potenziellen Käufers zahlen müssen, was nicht unbedingt dem fairen Unternehmenswert entsprechen muss. Es kommt ganz darauf an, was der mögliche Käufer für die Anteile geboten hat. Wenn Sie kaufen möchten, müssen Sie also mitziehen.

Fazit: Experte an der Seite für die Abwicklung

Sie sehen, dass solch ein Ausstieg aus einer GmbH kein Sonntagsspaziergang ist. Sollten Sie als Unternehmer wirklich einmal in die Lage kommen, wäre es ratsam sich einen Profi an die Seite zu stellen.

Ein Experte mit tiefgreifenden Kenntnissen auf dem Sektor Unternehmensbewertung kann Ihnen helfen, den Unternehmenswert richtig zu berechnen. So können Sie vermeiden bei der Übernahme von Geschäftsanteilen zu viel zu zahlen.

Wenn Sie weitere Beratung zu diesem Thema brauchen, oder sich einfach über Ihre Möglichkeiten informieren möchten, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlich,
Ihr Thomas Breit

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Nachfolgeplanung für Unternehmer

Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab

Sie befinden sich gerade auf dem Höhepunkt Ihrer Karriere und genießen einen hohen Lebensstandard? Sie verschwenden noch keinen Gedanken an die Nachfolgeplanung und Ihren Austritt aus der Firma?

Dann begehen Sie einen fatalen Fehler: Selbst wenn Sie erst in 10 Jahren in Rente gehen, müssen Sie jetzt mit der Nachfolgeplanung Ihres Unternehmens beginnen. Nur so können Sie Ihre Rente sichern und weiterhin ein bequemes Leben führen.

Wie genau Sie Ihre Firma, sich selbst und andere absichern können, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag:

Absicherung #1: Kinder frühzeitig am Erfolg beteiligen

Sie haben das Glück, Kinder zu haben, welche an Ihrem Unternehmen interessiert sind? Dann rate ich Ihnen sie so früh wie möglich in Ihrer Firma mitarbeiten zu lassen. Mindestens 10 Jahre vor Ihrem Pensionsantritt sollten Ihre Nachkommen in das Unternehmen integriert werden.

Diese frühe Einbindung ist notwendig, damit Ihre Kinder alle wichtigen Stufen im Unternehmen durchlaufen können. Dadurch lernen sie die Verhältnisse, Wechselwirkungen und Abhängigkeiten der Unternehmensprozesse kennen und werden später Ihrer Geschäftsführerstellung gerecht.

Mein Tipp als Steuerberater: Solange Sie noch als Inhaber tätig sind, sollten Ihre Kinder ein schwaches Gesellschaftsrecht erhalten. So können Sie sicher stellen, dass Ihre Nachfolger bereits an dem Erfolg beteiligt sind und Sie Ihre Gesellschaftsanteile zu vertretbaren Konditionen an die Kinder abgeben können.

Zudem tragen Ihre Kinder durch diese Form der Absicherung bereits zur Wertsteigerung des Unternehmens bei. Das bedeutet: Dieser erzielte Erfolg bleibt für Ihre Kinder im Erbfall steuerfrei.

Wie genau Sie die Übergabe an die Kinder sonst noch (steuerlich) erleichtern können, erfahren Sie in diesem Beitrag: Erbschaftssteuer sparen: Wie Sie Ihrem Nachfolger den Weg ebnen können 

Absicherung #2: Unternehmensverkauf an die Kinder

Sie wollen Ihr Unternehmen vollständig an die Kinder abtreten und die Pension genießen? Dann rate ich Ihnen zu einem Verkauf an Ihre Nachkommen.

Bei diesem Unternehmenskauf stehen Ihren Kindern prinzipiell zwei Optionen frei:

  1. Sie zahlen den festgesetzten Betrag einmalig (sprich den Gesamtbetrag) an Sie aus.
  2. Sie überweisen Ihnen monatliche Raten.
    Diese regelmäßigen Zahlungen kommen dann einer Rente gleich.

Durch den Erwerb des Unternehmens erhalten Ihre Kinder die komplette Kontrolle über die Firma. Somit können Sie sich zur Ruhe setzen und von dem Verkaufspreis Ihren Ruhestand genießen.

Sonderfall: Ihre Kinder haben ihre Meinung geändert und wollen die Firma nicht mehr? Wie Sie in einem solchen Fall vorgehen, erfahren Sie in einem anderen Beitrag aus meinem Blog. Klicken Sie dafür einfach auf diesen Link: Unternehmensübergabe an die Kinder: Diese 3 Kostenpunkte vergessen die meisten

Absicherung #3: Rechtsformwechsel zur KGaA und Macht behalten

Sie möchten als Inhaber auch weiterhin die Macht behalten, auch wenn die Kinder schon vollwertige Gesellschafter sind? Dann empfehle ich Ihnen einen Rechtsformwechsel zur KGaA.

Anders als bei einer AG können Sie mit einer KGaA immer noch die Kontrolle behalten, selbst wenn Sie keine Vermögenseinlagen leisten. Sie eignet sich besonders gut für Familienunternehmen, da die Firma dadurch übernahmeresistent ist und eine Erbschaft steuerlich freier gestaltet werden kann.

Kurz gesagt: Mit einer KGaA bleiben Sie der Machtinhaber, während Ihre Kinder als Vermögensinhaber fungieren.

Absicherung #4: Frühzeitige Aufteilung in Besitz- und Betriebsgesellschaft

Falls Ihnen die völlige Abtretung Ihrer Rechte und Vorteile als Inhaber nicht zusagt, gibt es noch einen anderen Weg: Die frühzeitige Aufteilung in eine Besitz- und Betriebsgesellschaft.

Dabei werden Ihre Kinder nur an der Betriebsgesellschaft beteiligt. Die Einnahmen und Gewinne aus der Besitzgesellschaft gehen hingegen ausschließlich an Sie. So erhalten Sie immer noch ein Einkommen und können dennoch kürzer treten.

Achtung: Der Gewinn Ihrer Besitzgesellschaft – abhängig von der jeweiligen Rechtsform – unterliegt der Einkommen- oder Körperschaftsteuer sowie der Gewerbesteuer.

Absicherung #5: In den Aufsichtsrat und weiterhin den Ton angeben

Sie denken nicht daran, das Steuer zu übergeben? Sie wollen weiterhin das Sagen in Ihrer Firma haben?

Damit Sie als Inhaber Ihre Kontrollaufgaben nicht verlieren, können Sie in den Aufsichtsrat gehen. Das ist auch möglich, wenn sie eine GmbH führen:

Obwohl bei dieser Rechtsform ein Aufsichtsrat vom Gesetz her nicht vorgesehen ist, kann dieser dennoch installiert werden. Alles was Sie dafür tun müssen, ist einen Aufsichtsrat (mit den gleichen Befugnissen wie der einer AG) in Ihrer Satzung festzulegen.

Auf diese Weise können Sie auch noch nach der Übergabe die Entwicklung Ihrer Firma mitgestalten und Ihre Pension sichern.

Ihre Konsequenzen bei versäumter Absicherung

Sollten Sie keinen dieser 5 Wege der Absicherung wählen, können die Folgen fatal sein. Eine versäumte oder zu spät begonnene Nachfolgeplanung kann:

  • Ihre Pension gefährden
  • den Kindern ihre Zukunft im Unternehmen rauben
  • das Ende Ihres Unternehmens bedeuten

Wegen der Sperrfrist im Einkommen- wie auch im Erbschaft-/Schenkungssteuerrrecht gibt es leider keine „Notmaßnahmen“, die Sie kurzfristig einleiten können. Eine frühzeitige Nachfolgeplanung ist der einzige Weg, um diese Konsequenzen zu vermeiden.

Nur mit einer dieser 5 Absicherungen sorgen Sie für den Fortbestand Ihres Unternehmens, eine steueroptimierte und sichere Pension, eine sichere Zukunft Ihrer Kinder und, und, und.

Fazit: Nur frühzeitige Nachfolgeplanung macht Sinn

Ich wollte Ihnen mit diesem Beitrag keineswegs Angst einjagen. Im Gegenteil: Ich will Sie als erfolgreicher Inhaber vor einem fatalen Fehler bewahren.

Die frühzeitige Nachfolgeplanung wird oft unterschätzt, da die Pension noch in weiter Ferne liegt. Doch genau jetzt, am Höhepunkt Ihrer Karriere, sollten Sie über eine Absicherung Ihrer Rente und Ihrer Firma nachdenken.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen 5 Wegen der Nachfolgeregelung weiterhelfen. Sollten Sie weitere Beratung zur Unternehmensnachfolge benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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