Unternehmenskauf-finanzieren

Unternehmenskauf Finanzierung: Diese 3 Wege stehen Ihnen offen

Sie würden gerne Ihr Geschäft erweitern und neue, attraktive Märkte erschließen? Ihr Plan ist es, dazu eine Firma zu kaufen und die größte Hürde, die Sie jetzt noch überspringen müssen ist die Unternehmenskauf Finanzierung?

Keine Sorge: Viele Unternehmer befinden sich in genau der selben Situation.

Sollen Sie am besten alles mit vorhandenem Eigenkapital bezahlen oder können Sie auch einen Kredit aufnehmen?

In meinem Alltag als Steuerberater werde ich von meinen Klienten häufig mit diesen Fragen konfrontiert. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Unternehmer hier unsicher sind. Und das ist auch gar nichts Schlechtes. Denn ein Unternehmenskauf ist eine große Investition und muss gut geplant werden.

Bevor man überhastet die falsche Entscheidung trifft, sollte man sich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Finanzierungen beim Unternehmenskauf im Klaren sein. Genau hier möchte ich mit diesem Blogbeitrag ansetzen.

Ich erkläre Ihnen, welche drei Möglichkeiten Sie zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs grundsätzlich haben und von welchen Förderungen Sie zusätzlich profitieren könnten. Hier finden Sie eine kurze Übersicht des Beitrags:

Dieser Beitrag wurde am 13. September 2021 aktualisiert.

1. Weg: Unternehmenskauf Finanzierung mit 100% Eigenkapital

Aus der Sicht eines Steuerberaters wäre diese Variante die beste bei einem Unternehmenskauf.

So haben Sie als Unternehmer keinerlei Schulden bei Banken und sind daher auch keinem Kreditinstitut verpflichtet. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, einmal für einige Zeit nicht so rosig laufen, können Sie so nie in Rückzahlungs-Schwierigkeiten kommen.

In der Praxis ist eine gänzliche Finanzierung mit Eigenkapital aber meistens unrealistisch. Die Summen sind einfach zu hoch, um alles nur mit Eigenkapital zu bezahlen.

Haben Sie nicht genug Eigenkapital, gibt es aber mehrere Möglichkeiten, um neues Eigenkapital zu beschaffen. Sie oder Ihre Mit-Gesellschafter könnten beispielsweise zusätzliches Kapital aus der eigenen Tasche in das Unternehmen einzahlen.

Diese Option zur Eigenkapitalerhöhung ist wahrscheinlich allen Unternehmern bekannt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen aber 2 weitere Optionen vorstellen, die in der Praxis (noch) wenig verwendet werden, aber in manchen Fällen durchaus Sinn machen:

  1. Crowdfunding: Beim Crowdfunding beteiligen sich viele “kleinere” Investoren, die oft auch Privatpersonen sind, an einem Unternehmen. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei dann meistens um stille Partner. Diese Methode ist besonders für Unternehmen geeignet, die “coole” Projekte an End-Konsumenten verkaufen möchten. Denn bei diesen Projekten ist es einfacher, viele Investoren anzulocken. Die weltweit beliebteste Plattform, um eine Crowdfunding-Kampagne zu starten ist Kickstarter.
  2. Business Angels: Bei Business Angels handelt es sich um Investoren, die einem Unternehmen neben Ihrem Investment auch noch mit Ihrer Management-Erfahrung und Ihren Kontakten weiterhelfen. Man bekommt also nicht nur frisches Eigenkapital, sondern auch Know-How. Im Gegenzug versprechen sich die Business Angels eine Wertsteigerung ihres Unternehmens-Anteils. Hier finden Sie einen Überblick über Business Angels in Deutschland: https://www.business-angels.de/

Mit diesen beiden Möglichkeiten können Sie Ihr Eigenkapital aufbessern. Allerdings wird auch das in den meisten Fällen nicht ausreichen, um den gesamten Kaufpreis mit Eigenkapital zu decken. In diesem Fall können Sie auch bei einem Unternehmenskauf auf einen Kredit zurückgreifen.

Worauf Sie dabei achten müssen, erkläre ich Ihnen weiter unten in diesem Beitrag.

2. Weg: Vollständige Finanzierung durch Fremdkapital (Kredite)

Bei vielen Unternehmern ist ein Kredit sehr negativ behaftet. Dort sieht man eine Fremdfinanzierung als sprichwörtlichen “Klotz am Bein”. Durch einen hohen Kredit spiele man mit der Zukunft des Unternehmens, bekommt man da häufig zu hören.

Da ist auch sicherlich etwas Wahres dran. Einen Kredit sollten Sie nur nach sorgfältiger Überlegung abschließen. Außerdem sollte Ihre Eigenkapitalquote nie unter 20% rutschen, sonst bringen Sie Ihr Unternehmen langfristig in Gefahr.

Richtig eingesetzt können Sie aber speziell bei niedrigen Zinsen von einem Kredit profitieren. Denn ist Ihre Gesamtkapitalrendite höher als die Kreditverzinsung, steigern Sie mit diesem Kredit Ihre Eigenkapitalrendite.

Die Rendite, die Sie mit Ihrem geliehenen Geld erwirtschaften, ist also höher als Ihre Zins-Zahlungen. In der Fachsprache bezeichnet man das als Leverage Effekt.

Eine hohe Eigenkapitalrendite steigert Ihre Bonität bei Banken und macht Ihr Unternehmen auch für potentielle Investoren attraktiver.

Wichtig: Meiner Meinung nach ist eine gänzliche Finanzierung mit Fremdkapital trotz einer möglichen höheren Eigenkapitalrendite nur in seltenen Fällen eine gute Option.

Sie müssen bedenken, dass bei einem Kredit immer ein Rest-Risiko bleibt. Wenn es geschäftlich einmal nicht so gut läuft, müssen Sie Ihre Raten dennoch pünktlich bezahlen können.

Welchen Weg ich (fast) all meinen Mandanten empfehle, lesen Sie im nächsten Absatz.

3. Weg: Finanzierung durch eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital

Wie bei den ersten beiden Wegen erklärt, bieten die Finanzierungsmöglichkeiten mit Eigen bzw. Fremdkapital unterschiedliche Vor- und Nachteile:

Eigenkapital ist weniger risikoreich als ein Kredit und Sie müssen keine laufenden Rückzahlungen leisten. In der Praxis ist es allerdings häufig schwierig genügend Eigenkapital aufzubringen, um den Unternehmenskauf gänzlich auf diese Art zu finanzieren.

Durch geschickt eingesetztes Fremdkapital können Sie beim Unternehmenskauf Ihre Eigenkapitalrendite steigern, wenn die Rendite durch den Unternehmskauf höher als die Zinszahlungen ist. Dennoch bleibt bei einem Kredit immer ein gewisses Risiko und die gänzliche Fremdfinanzierung ist nicht ratsam.

Die Lösung ist denkbar einfach: Sie setzen sowohl auf Eigen- als auch auf Fremdkapital. Wie viel Prozent dabei durch einen Kredit finanziert werden und wie viele Mittel Sie selbst aufbringen, kann je nach Fall unterschiedlich sein.

Achten Sie jedoch in jedem Fall darauf, dass Ihre Eigenkapitalquote wie oben erwähnt nie unter 20% sinkt.

Das brauchen Sie für einen Kredit bei einer klassischen Bank

Für eine gute Bonität bei einer gewöhnlichen Bank müssen Sie:

  1. Schon 3 Jahre lang selbstständig sein.
  2. Gewinne verzeichnen können.
  3. Einen guten Substanzwert haben.

Erfüllen Sie diese drei Voraussetzungen bei einer klassischen Bank, erhalten Sie normalerweise den gewollten Kredit.

Das Gegenmodell: Ein Kredit bei einer FinTech-Bank

FinTech-Banken sind Ihre Alternative zu einer klassische Bank. Kredite von diesen Banken sind zwar in der Regel teurer als andere, jedoch haben diese Banken geringere Bonitäts-Anforderungen an Unternehmer.

So müssen Sie bei einer FinTech-Bank beispielsweise erst 1 Jahr lang selbstständig sein. Außerdem hilft Ihr selbst geschaffener Firmenwert (welcher von FinTech-Banken als Vermögenswert angesehen wird), Ihre Bonität bei dieser Art von Bank zu erhöhen.

Ein hoher Firmenwert kann dabei sogar fehlende Gewinne wettmachen.

Diese Sicherheiten reichen aus für gewöhnlich aus, damit Sie Ihren gewollten Kredit von einer FinTech-Bank erhalten.

Daher ist es möglich, dass Sie als Unternehmer auf der Suche nach einem Kredit bei einer FinTech-Bank mehr Glück haben, als bei einer klassischen Bank.

Hilfe bei der Unternehmenskauf Finanzierung: Von diesen Förderprogrammen könnten Sie profitieren

Als Unternehmer können Sie beim Unternehmenskauf von attraktiven Förderungen profitieren. So bietet zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) geförderte Kredite an.

Bei diesen Krediten brauchen Sie meistens nur wenige Sicherheiten und haben eine gewisse Anzahl an tilgungsfreien Jahren zu Beginn des Kredits.

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Krediten der KfW: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/

Befindet sich Ihr Unternehmenssitz in Berlin, könnte auch ein geförderter Kredit der Investitionsbank Berlin (kurz IBB) für Sie interessant sein. Ähnlich wie die KfW brauchen Sie auch hier nur wenige Sicherheiten und profitieren von tilgungsfreien Jahren. Hier finden Sie mehr Informationen zur IBB: https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/foerderprogramme-a-z/foerderprogramme-a-z.html

Auch in anderen Bundesländern gibt es solche Investitionsbanken. Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Investitionsbanken in Deutschland: https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/berater-suchen/wo-beratung-gruendung/landesfoerderinstitute/

Fazit zur Unternehmenskauf-Finanzierung: Der richtige Mix aus Eigen- und Fremdkapital macht’s

Im Idealfall sollten Sie Ihren Unternehmenskauf mit eigenen Mitteln finanzieren. In der Realität ist das allerdings meistens nicht realistisch. Die Kaufpreise sind dafür einfach zu hoch. In diesem Fall können Sie auf einen Kredit zurückgreifen.

Das ist vor allem in Zeiten von niedrigen Zinsen attraktiv. Dabei müssen Sie aber immer Ihre Eigenkapitalquote im Auge behalten. Diese sollte nicht unter 20 % sinken.

Der beste Finanzierungs-Weg wird also für die meisten Unternehmer irgendwo in der Mitte liegen: Man verwendet für einen Teil des Kaufpreises Eigenkapital und greift für den Rest auf einen Kredit zurück.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmenskauf oder möchten wissen, welche Fehler Sie beim Kauf auf gar keinen Fall machen dürfen?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © motortion – stock.adobe.com

Unternehmertestament-Symbolbild

Unternehmertestament: Diese 4 Punkte müssen enthalten sein

Sie sind Unternehmer und überlegen, ob Sie zur Absicherung für den Ernstfall ein Testament aufsetzen sollten? Macht das überhaupt Sinn oder verursacht die Erstellung eines solchen Unternehmertestaments nur unnötige Kosten?

Meine kurze Antwort: Ja, jeder Firmeninhaber benötigt ein Unternehmertestament. Nur so ist im Ernstfall der Fortbestand Ihres Betriebs gesichert.

In meinen Beratungsgesprächen spüre ich aber oft, das viele Unternehmer hier unsicher sind und fast keine Erfahrungswerte haben. Welche Punkte müssen enthalten sein? Was passiert, wenn Sie kein Testament haben?

Diese und weitere Fragen rund um das Unternehmertestament beantworte ich leicht verständlich in diesem Beitrag. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 18. August 2021 aktualisiert.

Was ist ein Unternehmertestament?

Rein rechtlich gesehen ist ein Unternehmertestament das gleiche wie ein gewöhnliches Testament, mit dem Privatpersonen ihr Erbe regeln (siehe § 1922 BGB).

In diesem Testament bestimmen Sie, wer im Falle Ihres Todes Ihr Vermögen (Immobilien, Firmenanteile, Bargeld, etc.) erbt. Enge Verwandte (Ihre Kinder, Ehegatte und im Fall der Kinderlosigkeit Ihre Eltern) können Sie allerdings fast nie vom Erbe ausschließen.

Diesen Personen steht der sogenannte Pflichtteil zu. Der Pflichtteil muss mindestens 50% des gesetzlichen Erbanspruchs betragen.

Ein Ausschluss Ihrer engsten Verwandten ist nur in Extremsituationen (Verwandter bedroht Sie mit Mord oder wurde in der Vergangenheit zu einer Haftstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt) möglich. (siehe auch §2333 BGB und § 2338 BGB).

Wie unterscheidet sich das Testament eines Unternehmers vom Testament eines Angestellten?

Hier gibt es vor allem einen bedeutenden Unterschied: Als Unternehmer müssen Sie in Ihrem Testament sicherstellen, dass die Nachfolge Ihrer Firma nach Ihren Wünschen geregelt ist. Zusätzlich dazu bestimmen Sie auch, wie Ihr Privatvermögen aufgeteilt werden soll.

Bei einem Angestellten fällt die Regelung der Unternehmensnachfolge weg. Hier muss nur die Verteilung des Privatvermögens bestimmt werden.

Diese 4 Punkte müssen in jedem Unternehmertestament enthalten sein

1. Bestand des Unternehmens sichern: In Ihrem Testament müssen Sie einen Nachfolger festlegen, der Ihr Unternehmen weiterführen kann. Das heißt: Diese Person muss über die Erfahrung und das betriebswirtschaftliche Wissen verfügen, die zur Führung eines Betriebs notwendig sind.

Machen Sie hier einen Fehler und bestimmen den falschen Erben zu Ihrem Nachfolger, ist der Fortbestand Ihres Unternehmens gefährdet.

2. Nachfolgenden Erben finanziell schonen: Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen durch Pensionszusagen, Abfindungsansprüche oder ähnliche Verpflichtungen belastet ist. Besonders in der ersten Phase nach der Übergabe können diese Zahlungen Ihren Nachfolger gefährden.

Versuchen Sie deshalb, diese Verpflichtungen zu reduzieren oder vollständig auszuschließen.

3. Andere Erben richtig entschädigen: Um Familienstreitigkeiten zu verhindern, müssen Ihre Erben, die keinen Anteil am Unternehmen erhalten, eine Ausgleichszahlung erhalten.

Tun Sie das nicht, kann das jahrelange Gerichtsprozesse nachsichziehen und Ihren Nachfolger von seiner eigentlichen Arbeit ablenken.

4. Mit geschicktem Vermögenstransfer Steuerlast minimieren: Vermögens-Übertragungen sind in Deutschland erbschaftsteuerpflichtig. Ohne steueroptimierte Planung bezahlt Ihr Erbe hier Tausende oder sogar Zehntausende Euro. Mit geschickten Optimierungen können Sie diese Steuerlast jedoch stark reduzieren.

Der Haken: Um Ihr gesamtes Spar-Potential voll ausschöpfen zu können, müssen Sie mit den Planungen bereits Jahre im Voraus beginnen. Meine Empfehlung ist sogar, mindestens 10 Jahre vor einem möglichen Ernstfall zu starten.

Wann dieser Ernstfall sein wird, wissen Sie jedoch so gut wie nie. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie deshalb so früh wie möglich beginnen.

Erbschaftssteuer nicht bedacht: Das ist der größte Fehler bei Testamenten

Der größte Fehler ist meiner Meinung nach, dass sich Unternehmer nur auf die Vermögensaufteilung und nicht auf die Folgen einer Erbschaft vorbereiten.

Erbschaften sind in Deutschland nämlich steuerpflichtig. Das bedeutet: Je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe des Erbes können 7 bis 50% direkt an den Fiskus wandern.

Das gilt auch, wenn Ihre Kinder kein Bargeld, sondern beispielsweise Immobilien erben. Ist die geerbte Immobilie 1.000.000 Euro Wert, können Ihre Kinder mehrere Hunderttausend Euro Steuern zahlen müssen.

Wenn sie nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, können sie zum überhasteten Verkauf der Immobilie gezwungen sein, nur um die Erbschaftsteuer bezahlen zu können.

Ein ähnliches Szenario ist auch mit Unternehmensanteilen denkbar.

Das Resultat: Ihr Erbe zerfällt. Die Erben verlieren die Kontrolle über das Unternehmen und Immobilien werden verkauft. Von Ihrem Lebenswerk ist dann nicht mehr viel übrig.

Im Rahmen Ihrer Nachfolgeplanung müssen Sie sich und Ihre Erben deshalb auf jeden Fall auf diese Erbschaftsteuer vorbereiten. Wie Sie dabei Schritt-für-Schritt vorgehen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/erbschaftssteuer-optimieren-vermoegen-richtig-definieren-und-tausende-euro-sparen/

Was passiert, wenn Sie kein Testament haben?

Haben Sie kein Testament, wird Ihr Erbe mit der gesetzlichen Erbfolge geregelt (siehe §§ 19241936 BGB).

Kurz zusammengefasst bedeutet das für Sie: Sie legen Ihren Nachfolger nicht selbst fest, sondern jeder Erbe bekommt einen Anteil an Ihrem Unternehmen. In der Praxis führt das häufig zu Konflikten.

Manche Erben wollen aktiv am Unternehmen mitarbeiten, während andere schnell ihre Anteile verkaufen möchten. In einer solchen Situation ist es schwierig, die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten und um Familienstreitigkeiten zu beenden, wird die Firma nach langem hin und her an einen Fremden Investor verkauft.

Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Unternehmen in Ihrem Sinn fortgeführt wird, müssen Sie in einem Testament Ihren Nachfolger festlegen.

Keine Sorge: Die anderen Erben gehen in einem solchen Fall nicht leer aus, sondern erhalten eine finanzielle Entschädigung.

Ein Unternehmertestament schlägt daher zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie regeln Ihre Unternehmensnachfolge nach Ihren Wünschen und verhindern Erb-Streitigkeiten.

Fazit: Unternehmertestament ist wichtiger, aber oft vernachlässigter Teil der Nachfolgeplanung

Für den geregelten Fortbestand Ihres Unternehmens ist ein Testament unbedingt nötig. Denn ohne Testament können Sie Ihren Nachfolger nicht selbst bestimmen und Ihr Unternehmen wird unter all Ihren Erben aufgeteilt.

Konkret müssen Sie in Ihrem Testament …

… eine geeignete Person als Nachfolger festlegen und auf die Führung Ihres Unternehmens vorbereiten

… Ihren Nachfolger von Verpflichtungen wie Abfindungsansprüche oder Pensionszusage entlasten

… Ihre anderen Erben richtig entschädigen und Familienstreitigkeiten verhindern

… den Vermögenstransfer Jahrzehnte im Voraus planen und so Steuern reduzieren

Diese Empfehlungen sind für meine Mandanten meistens logisch und in der Praxis auch relativ einfach zu gestalten.

Dennoch hat nur etwa 1 von 100 Unternehmern in Deutschland diese Punkte rechtlich “sauber” umgesetzt.

Das Resultat: Die Unternehmensnachfolge läuft chaotisch ab, es kommt zu Streitigkeiten zwischen den Erben und die Firma geht im schlimmsten Fall einige Jahre nach der Übergabe pleite.

Mein Rat an Sie lautet daher: Schieben Sie die Erstellung Ihres Testaments nicht weiter auf. Das kostet zwar Geld, aber durch diese Investition sparen Ihre Nachfolger Steuern und es kommt zu weniger Familien-Konflikten.

Unterm Strich zahlt sich daher die Erstellung eines Testaments (fast) immer aus.

Sie haben weitere Fragen zum Unternehmertestament?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Unternehmertestament haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie jetzt konkret achten müssen und wie Sie Ihr Testament aufsetzen sollten.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Proxima Studio – stock.adobe.com

Familien-GmbH

Familien-GmbH: Was ist das und wie profitieren Sie davon?

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Immer mehr Unternehmer häufen in Deutschland ein beträchtliches Vermögen an. Daher kann es sinnvoll sein, Ehefrau und Kinder bereits zu Lebzeiten am Vermögen teilhaben zu lassen. Eine Familien-GmbH macht genau das möglich …

Sie haben schon von dieser Spezialform der GmbH gehört und möchten wissen, ob auch Sie davon profitieren können? Gibt es wirklich nur Vorteile? Oder auch Nachteile, die Sie beachten müssen?

All diese Fragen zur Familien-GmbH beantworte ich Ihnen in diesem Artikel. Sie lernen:

Dieser Beitrag wurde am 2. August 2021 aktualisiert.

Was ist eine Familien-GmbH?

Die Familien-GmbH ist eine Variante der GmbH.

Auch wenn für die Familiengesellschaft die gleichen Regeln gelten wie für die klassische GmbH, dient sie nur zu einem einzigen Zweck:

Das Vermögen der Familie zu verwalten und dieses über die Erbfolge geregelt zu verteilen. Sie ist daher eine Form der vermögensverwaltenden GmbH, an der in der Regel mehrere Familienmitglieder beteiligt sind.

Wie läuft das Ganze ab?

Sie als Inhaber Ihres Vermögens bringen die Vermögenswerte in die Gesellschaft ein.

Anschließend übertragen Sie Gesellschaftsanteile durch Schenkung oder Erbschaft auf Ehefrau und Kinder oder andere Familienangehörige.

Aber Achtung: Damit später weder Gläubiger noch Schwiegerkinder oder die womöglich geschiedene Frau auf das Vermögen zugreifen können, müssen Sie spezielle Regelungen im Gesellschaftsvertrag der Familien-GmbH festhalten.

Diese Regelungen gewähren Ihnen als Vermögensinhaber dauerhaften Einfluss auf das Vermögen.

Welche Vorteile bietet eine Familien-GmbH?

1) Keine Gewerbesteuer auf Ertrag des eigenen Grundbesitzes: Wenn Sie mit der Familien-GmbH ausschließlich den eigenen Grundbesitz und das Kapitalvermögen halten, entsteht neben der 15%-gen Körperschaftssteuer keine Gewerbesteuer auf den Ertrag des eigenen Grundbesitzes (§9 Nr. 1, S. 2 GewStG). Und dass, obwohl die Gesellschaft ja gewerblich ist. Das heißt: Sie haben einen Gewerbebetrieb ohne Gewerbesteuer.

2) Vermögenswerte auf einem Blick: Die Familien-GmbH eignet sich hervorragend, um all Ihre Vermögenswerte im Blick zu behalten.

3) Erbrechtliche Regelung von nur einem Vermögensgegenstand: Die GmbH hält unterschiedliche Vermögensgegenstände. Sie können nun mit der Familiengesellschaft einen Vermögensgegenstand der GmbH erbrechtlich regeln. Das bedeutet: Sie regeln im Testament über die Erbfolge der GmbH einen Vermögensgegenstand, auch wenn die GmbH selbst tausende Vermögensgegenstände hält. Würden die 1.000 Gegenstände im Privatvermögen gehalten werden, könnte ihnen rein theoretisch passieren, dass Sie (bis zu) 1.000 Regelungen über jeden einzelnen Vermögensgegenstand treffen müssen.

4) Verhinderung von Zerschlagung: Mithilfe der Familien-GmbH können Sie verhindern, dass das auf die Nachfolgegeneration übertragene Vermögen durch Erbfälle, Scheidungen etc. zerschlagen wird.

5) Steuerfreie Gewinnausschüttungen möglich: Unter bestimmten Umständen und Anträgen können Gewinnausschüttungen aus einer ausländischen Beteiligung steuerfrei gestellt werden (§3 Nr. 41 lit. a EStG, R 8.1. KStR zu §8 KStG).

Aber Achtung: Um von diesen Vorteilen profitieren zu können, müssen Sie den richtigen Unternehmenszweck in der Satzung festgelegt haben.

Es muss ganz klar hervorgehen, dass die Familien-GmbH für die Verwaltung und das Halten des eigenen Vermögens, insbesondere des eigenen Grundbesitzes, gegründet wurde.

Welche Nachteile von Familien-GmbHs müssen Sie kennen?

1) Veröffentlichungspflicht: Da die Familien-GmbH den gleichen Regeln folgt wie die klassische GmbH, sind Sie zur Veröffentlichung des Jahresabschlusses verpflichtet. Dies könnte ein Nachteil für Sie sein, wenn Sie nicht wollen, dass Fremde Einsicht auf Ihr Vermögen erhalten.

2) Hohe Abschlusskosten: Die Kosten des Jahresabschlusses belaufen sich auf gleicher Höhe wie bei der klassischen GmbH und sind damit relativ hoch.

Fazit: Dank der Familien GmbH bestimmen nur Sie, was mit Ihrem Vermögen passiert

Wie Sie sehen, kann die Familien-GmbH für Unternehmer die ideale Lösung zur Verwaltung des Familienvermögens sein.

Sie ermöglicht Ihnen, die Vermögenswerte dauerhaft in der Familie zu halten. Durch spezielle im Gesellschaftsvertrag von Ihnen aufgesetzte Regeln, bestimmen Sie, was mit Ihrem Vermögen passiert.

Zusätzlich sparen Sie sich die Gewerbesteuer auf Ihren Grundbesitz und können mit dieser Variante der GmbH eine mögliche Zerschlagung des Vermögens durch Erben, Schwiegerkinder etc. verhindern.

Wenn Sie eine Familien-GmbH zur Vermögensverwaltung in Betracht ziehen, sollten Sie sich aber unbedingt Rat vom Profi holen.

Denn die Familiengesellschaft vereint nicht nur Gesellschafts-, Erb- und Familienrecht, sondern auch das Steuerrecht.

Sollten Sie tiefergehende Fragen zu diesem Thema haben oder eine ausführliche Beratung wünschen, können Sie sich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular an mich wenden.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Rui Vale de Sousa – fotolia.com

Stiller Teilhaber: Ideal für frisches Kapital oder teurer Fehler?

Sie sind Unternehmer und um Ihre Firma zu vergrößern benötigen Sie mehr Kapital? Sie möchten dafür aber keinen Bankkredit aufnehmen und fragen sich, ob ein stiller Teilhaber eine gute Alternative für Sie sein kann?

Meine persönliche Meinung: Ja, einen stillen Teilhaber an Bord zu holen, kann eine gute Idee sein. Aber nur, wenn Sie alle Vor- bzw. Nachteile kennen und wissen, worauf Sie sich einlassen.

Genau diese Entscheidungsgrundlage möchte ich Ihnen mit diesem Blogbeitrag in die Hand geben. Sie erfahren:

Dieser Beitrag wurde am 29. Juli 2021 aktualisiert.

Was ist ein stiller Teilhaber?

Ein stiller Teilhaber ist ein Gesellschafter Ihres Unternehmens und beteiligt sich mit einer Vermögenseinlage (Geld, Sach- oder Dienstleistungen) (§230, Abs. 1 HGB).

Wie hoch die Einlage ist, kann vertraglich vereinbart werden. Zusätzlich dazu muss der Vertrag unbedingt eine ordentliche (fristgemäße) und außerordentliche (fristlose) Kündigungsregelung enthalten.

Stiller Teilhaber und “normaler” Gesellschafter: Was sind die Unterschiede?

1. Unterschied: Die Eintragung der Partnerschaft

Im Gegensatz zu einem “normalen” Gesellschafter scheint der stille Teilhaber nirgends auf.

Er muss weder in einem öffentlichen Register noch in der Bilanz aufgeführt werden.

2. Unterschied: Die Beteiligung am Gewinn, Verlust und Vermögenszuwachs der Gesellschaft

Ein gewöhnlicher Gesellschafter ist am Gewinn, Verlust und an der Wertsteigerung des Unternehmens beteiligt.

Ein stiller Teilhaber ist normalerweise nur am Gewinn des Unternehmens beteiligt. Er muss durch Verluste keinen Wertverlust seiner Einlage befürchten, profitiert dafür aber auch nicht von Wertsteigerungen (§232, Abs. 2 HGB).

Wichtig: Im Vertrag kann auch vereinbart werden, dass der stille Teilhaber an den Verlusten und am Wertzuwachs beteiligt ist. Dann handelt es sich aber nicht um eine normale stille Gesellschaft, sondern um eine sogenannte atypische stille Gesellschaft.

In welcher Situation diese Spezialform für Sie geeignet ist, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-atypisch-still-mehr-liquiditaet-weniger-steuern/

3. Unterschied: Kontroll- und Mitspracherechte

Im Gegensatz zu einem normalen Gesellschafter hat ein stiller Teilhaber in der Regel keine Mitspracherechte in der Gesellschaft. Er kann also selbst keine Entscheidungen treffen und hat auch keine Stimmrechte in der Gesellschafterversammlung.

Ein Stiller Teilhaber ist berechtigt den Jahresabschluss zu prüfen. Er hat allerdings nicht das Recht, laufende Geschäfte (z.B. Verträge) zu prüfen. Diese Rechte haben nur gewöhnliche Gesellschafter.

Die Ausnahme ist wie beim 2. Unterschied die atypische stille Gesellschaft. In diesem Fall erhält der stille Teilhaber umfassende Mitsprache- und Kontrollrechte.

4. Unterschied: Behandlung im Falle einer Insolvenz

Im Insolvenzfall ist ein stiller Teilhaber ein Gläubiger Ihres Unternehmens und kann die vollständige Rückzahlung seiner Einlage fordern.

Ein gewöhnlicher Gesellschafter hat dieses Recht allerdings nicht und im Falle einer Insolvenz ist seine Einlage verloren.

Stiller Teilhaber: Sie profitieren von diesen 7 Vorteilen

1) Mehr Eigenkapital: Durch einen stillen Gesellschafter erhöht sich Ihr Eigenkapital. Denn die Einlagen des stillen Teilhabers sind wie Eigenkapital auszuweisen.

2) Finanzierung ohne Bankkredit: Sie können Ihr Unternehmen ganz ohne Kredit von der Bank finanzieren. Bei einer Kreditfinanzierung würden Zinsen anfallen und zwar unabhängig von der Gewinnsituation des Unternehmens. Der stille Gesellschafter hingegen erhält nur bei einem positiven Betriebsergebnis einen Gewinnanteil.

3) Geringes Rückzahlungsrisiko: Das Rückzahlungsrisiko für Sie ist gering, da der stille Gesellschafter ohne Entschädigung und ohne Erhalt von Sicherheiten das Risiko des Totalverlusts trägt. Aber Vorsicht: Die Zinsen sind hierbei höher als bei einem reinen Kredit.

4) Schwacher Mitgesellschafter: Bei einem stillen Teilhaber handelt es sich um einen schwachen Mitgesellschafter, der keine Mitspracherechte hat und von dem Sie sich leichter wieder trennen können.

5) Wahl der Beteiligung: Sie können entscheiden, ob Sie den stillen Teilhaber am Firmenwert der Gesellschaft beteiligen oder nicht.

6) Steuervergünstigung bei atypisch stiller Gesellschaft: Wenn der stille Gesellschafter auch am Firmenwert beteiligt ist, dann wird die Gesellschaft  immer – egal welche Rechtsform nach außen hin besteht – wie eine Personengesellschaft besteuert. Das bedeutet:

  • Die Einkommensteuer wird durch die Gewerbesteuerbelastung gemindert.
  • Es gibt keine Besteuerung der Gewinnausschüttung.
  • Die Besteuerung ist bis zu 18% günstiger als bei einer GmbH, obwohl nach außen hin eine GmbH vorhanden sein kann. (Da der stille Teilhaber verschwiegen werden kann, gibt es eine eigene Handelsbilanz und eine eigene Steuerbilanz.)

7) Perfekt geeignet für die Nachfolgeplanung: Eine stille Gesellschaft bietet sich vor allem für die Nachfolgeplanung an. Die Erben sind zunächst nur schwache Gesellschafter im Unternehmen, können aber starke Gesellschafter zu einem vorgegebenen Zeitpunkt werden.

Darüber hinaus können Sie Ihr steueroptimiertes „privates“ Vermögen im Rahmen einer Familienlösung speichern und über die stille Gesellschaft verteilen bzw. über die Nachfolgeplanung verschenken oder vererben.

Die 3 Nachteile eines stillen Teilhabers: Darauf müssen Sie achten

1) Vorsicht bei AG: Bei allen Gesellschaften kann der stille Teilhaber verschwiegen werden. Aber Vorsicht bei Aktiengesellschaften (= kurz AG). Hier muss die stille Gesellschaft im Handelsregister eingetragen werden.

2) Verfahren zur Bestimmung des Firmenwertes schriftlich fixieren: Mögliche Regelungen über die Bestimmung eines Verfahrens zur Bestimmung des Unternehmenswert sollten ganz konkret im Gesellschaftsvertrag mit dem stillen Gesellschafter aufgeführt werden.

Somit verhindern Sie später aufkommende Streitigkeiten über das zuvor angewandte Verfahren. Immerhin gibt es mindestens 20 verschiedene Verfahren, die alle zu einem anderen Wert führen.

3) Erstellung von 2 Bilanzen: Bei einer stillen Gesellschaft müssen Sie zwei Bilanzen erstellen: Zum einen die Handelsbilanz entsprechend der handelsrechtlichen Rechtsform, z.B. GmbH.

Zum anderen muss die Steuerbilanz erstellt werden. Die Gesellschaft wird dabei, wie oben erwähnt, immer wie eine Personengesellschaft besteuert.

Stiller Teilhaber: So können Sie den Vertrag wieder kündigen

Sie haben sich mit dem stillen Teilhaber zerstritten? Oder möchten Sie Ihr Unternehmen verkaufen und um einen Käufer zu finden, müssen Sie den stillen Teilhaber “loswerden”?

Anders als bei anderen Gesellschaftern können Sie sich von einem stillen Teilhaber sehr schnell wieder trennen. Dazu müssen Sie einfach den Vertrag kündigen.

Aber Vorsicht: Wenn Sie einen atypisch stillen Gesellschafter kündigen, liegt eine steuerliche Umwandlung vor!

Die steuerlich nur wegen der stillen Beteiligung als Personengesellschaft zu beurteilende GmbH wird nun steuerlich wieder zur “normalen” GmbH.

Mein Tipp zur Kündigung: Lösen Sie den Vertrag nur auf, wenn Sie nicht mehr auf das Geld des stillen Teilhabers angewiesen sind. Ansonsten müssen Sie seinen Anteil wahrscheinlich mit einem (kurzfristigen) Bankkredit finanzieren und können Mehrkosten von Tausenden Euro haben.

Fazit: Stille Teilhaberschaft macht Finanzierung ohne Bank möglich

Wie Sie sehen, kann eine stille Teilhaberschaft mehr Vor- als Nachteile bringen: Vom erhöhten Eigenkapital bis hin zur Steuervergünstigung. Der größte Vorteil aber liegt wohl in der Finanzierung ohne Bankkredit.

Sie müssen Zinsen bzw. Gewinnanteile nur an den stillen Teilhaber auszahlen, wenn Ihr Unternehmen auch tatsächlich Gewinne abwirft.

Auch für die Nachfolgeplanung im Unternehmen kann eine stille Teilhaberschaft die optimale Lösung sein: Zuerst beteiligen Sie Ihre Kinder als “schwache” Gesellschafter und können ihnen im Lauf der Zeit immer mehr Rechte übertragen.

Falls Sie noch weitere Fragen zu stillen Teilhabern haben oder wissen möchten, wie Sie bei der Umsetzung Schritt-für-Schritt vorgehen müssen, können Sie mich gerne kontaktieren.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © franz massard – fotolia.com

betriebsaufgabe-beitragsbild

Betriebsaufgabe: Alternative zum Verkauf oder Kostenfalle?

Sie sind Unternehmer und möchten nach jahrzehntelanger, harter Arbeit bald Ihren wohlverdienten Ruhestand genießen? Sie sind sich aber nicht sicher, ob Sie Ihren Betrieb verkaufen können und überlegen, ob eine Betriebsaufgabe für Sie eine gangbare Alternative sein könnte?

Mit dieser Situation sind Sie nicht allein.

Vorallem, wenn Ihr Betrieb eng mit Ihrem guten Namen verbunden ist, kann sich ein Verkauf schwierig gestalten. Nach der jahrelangen, erfolglosen Suche nach einem Nachfolger sind viele Unternehmer entnervt und überlegen, den Betrieb einfach zuzusperren.

Aber welche konkreten Auswirkungen hat eine solche Betriebsaufgabe? Müssen Sie Steuern nachzahlen oder können Sie Ihren Betrieb einfach von einem Tag auf den nächsten “dicht” machen?

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg bekomme ich diese oder ähnliche Fragen immer wieder zuhören. Meist kommen diese Fragen von Unternehmern, die schon jahrelang erfolglos nach einem Nachfolger suchen.

Diese Suche hat meistens viel Zeit, Nerven und vor allem Geld gekostet.

Dennoch lohnt es sich in den meisten Fällen weiterhin nach anderen Optionen zu suchen und das Unternehmen nicht einfach zu beenden. Warum das so ist, erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel.

Was ist eine Betriebsaufgabe?

Eine Betriebsaufgabe ist die Beendigung eines Unternehmens. Nach einer Betriebsaufgabe stellen Sie alle wirtschaftlichen Aktivitäten ein und die Rechtsform erlischt.

In der Praxis kann es grundsätzlich zwei verschiedene Auslöser für eine Betriebsaufgabe geben:

1. Das Unternehmen wird durch eine willentliche Entscheidung des Inhabers aufgegeben

Schließen Sie Ihr Unternehmen wegen ausbleibender Gewinne oder weil Sie keinen Nachfolger finden können, spricht man von einer Betriebsaufgabe durch willentliche Entscheidung.

Diese Form der Betriebsaufgabe kommt in der Praxis am häufigsten vor.

2. Das Unternehmen wird durch die Entziehung aller wesentlichen Betriebsgrundlagen (Maschinen, Gebäude, etc.) beendet

Diese Art der Betriebsaufgabe kann bei Immobilien- oder anderen vermögensverwaltenden Gesellschaften vorkommen.

Werden beispielsweise alle Häuser, Wohnungen oder Grundstücke aus einer Immobilien-GmbH in eine andere Gesellschaft übetragen, verliert diese Immobiliengesellschaft ihre wesentlichen Betriebsgrundlagen. Das führt zum Ende des Unternehmens und ist somit eine Betriebsaufgabe.

Welche steuerlichen Auswirkungen hat eine Betriebsaufgabe?

Wird Ihr Unternehmen beendet, gehen alle Wirtschaftgüter (Maschinen, Fahrzeuge, etc.) automatisch in Ihr Eigentum über. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei um einen Verkauf zum derzeitigen Marktwert des jeweiligen Wirtschaftsguts.

Übersteigt dieser Marktwert den Buchwert entsteht ein (fiktiver) steuerpflichtiger Gewinn. Auch wenn es diesen Gewinn in der Realität gar nicht gibt, müssen Sie darauf Steuern bezahlen.

Bei einer Betriebsaufgabe kann es deshalb passieren, dass Ihnen nach dem Ende Ihres Unternehmens noch mehrere Tausend Euro an Steuern drohen.

Diese Steuerzahlung ist für Sie doppelt bitter: Denn Sie zahlen Steuern auf einen Gewinn, von dem Sie nur auf dem Papier profitieren. Echte Zahlungen an Sie fließen dabei nicht. Es kann Ihnen sogar passieren, dass Sie einen Teil Ihrer Wirtschaftsgüter zwischenlagern müssen und so zusätzliche Kosten für Sie anfallen.

Außerdem müssen Sie eine Aufgabebilanz erstellen lassen. Auch dafür fallen Kosten an.

Sie sehen: Eine Betriebsaufgabe ist keine einfache und günstige Lösung, um Ihr Unternehmen zu beenden. Im schlimmsten Fall kommen Tausende Euro an Steuern, Verwaltungs- oder anderen Kosten für Sie zusammen.

Für mich ist eine Betriebsaufgabe deshalb nie ein gangbarer Weg und sollte immer vermieden werden.

Das sind Ihre 4 besten Alternativen zur Betriebsaufgabe

1. Vererbung: Für viele Unternehmer ist die Vererbung die bevorzugte Alternative bei der Unternehmensnachfolge. Da hier in der Regel Ihre Kinder oder andere nahe Verwandte Ihren Betrieb übernehmen, ist die Übergabe bei dieser Nachfolge-Form relativ unkompliziert.

Sie müssen nicht jahrelang nach einem Nachfolger suchen, sondern können Ihre Kinder schon früh auf die Übernahme vorbereiten.

Um Ihre Steuerlast zu minimieren, müssen Sie dennoch früh genug mit den Planungen beginnen. Nur so können Sie alle Freibeträge optimal ausnutzen. Mehr Informationen zur Vererbung können Sie in diesem detaillierten Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-und-erben-so-regeln-sie-die-nachfolge-nach-ihren-wuenschen/

2. Verkauf: Möchte keines Ihrer Kinder den Betrieb übernehmen, ist für viele Unternehmer der Verkauf die naheliegenste Option. Doch worauf müssen Sie hier achten? Und wie finden Sie einen passenden Käufer?

Besonders die zweite Frage ist für viele Unternehmer ein schier unlösbares Problem. Deshalb habe ich schon vor einiger Zeit einen leicht verständlichen Beitrag zur Käufer-Suche verfasst.

Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-2-so-finden-sie-einen-serioesen-kaeufer/

3. Management Buy-Out: Ein Management Buy-Out ist der Unternehmensverkauf an einen Mitarbeiter. Anders als bei einem “normalen” Verkauf wird der Betrieb hier nicht an eine betriebsfremde Person, sondern an eine langjährige Führungskraft veräußert.

Worauf Sie hier im Detail achten müssen, habe ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-an-die-mitarbeiter-das-ist-der-groesste-fehler-beim-management-buy-out/

4. Verschmelzung: Bei einer Verschmelzung wird Ihre Firma von einem anderen Unternehmen “geschluckt”. Sie erhalten als Gegenleistung keinen Verkaufspreis, sondern Anteile an der aufnehmenden Gesellschaft.

So können Sie weiterhin am Wertzuwachs Ihres ehemaligen Unternehmens mitverdienen und genießen zudem noch attraktive Steuervorteile. In der Praxis macht dieses Vorgehen besonders in 3 Situationen Sinn.

Welche Situationen das sind? Alle Details können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-verschmelzung-statt-verkauf-in-diesen-3-situationen-macht-das-sinn/

Fazit: Betriebsaufgabe ist keine sinnvolle Alternative zum Verkauf oder der Vererbung

Betriebsaufgaben lösen bei Ihnen für fiktive Verkaufsgewinne eine Steuerpflicht aus, ohne dass tatsächlich Geld an Sie fließt. Das heißt: Sie zahlen bei einer Betriebsaufgabe Steuern auf Gewinne, von denen Sie selbst nicht profitieren.

Aus Ihrer Sicht ist eine Betriebsaufgabe deshalb immer ein Verlustgeschäft, dass vermieden werden muss.

Eine Betriebsaufgabe ist wirklich nur dann eine Alternative, wenn Sie sämtliche andere Optionen ausgeschöpft haben.

Sie haben weitere Fragen zur Betriebsaufgabe?

Wenn Sie noch mehr Fragen zur Betriebsaufgabe haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welche Alternative für Sie in Frage kommen könnte.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © goodluz – stock.adobe.com

Share-Deal-oder-Asset-Deal-Symbolbild

Share Deal oder Asset Deal: Darauf sollten Sie beim GmbH-Kauf setzen

YouTube entsperren

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Sie sind Unternehmer und möchten mit dem Kauf einer anderen Firma neue Märkte erschließen, attraktive Geschäftsbeziehungen übernehmen oder sich die freie Verwendung eines Patents sichern?

Sie wissen allerdings noch nicht, wie Sie bei der Übernahme vorgehen sollen und wie Sie die Details regeln?

Sie haben schon von Share und Asset Deals gehört, wissen aber nicht so wirklich, was damit genau gemeint ist?

In dieser Situation sind Sie nicht alleine. Viele Unternehmer möchten gerne eine andere Firma übernehmen, haben allerdings noch keine Erfahrungswerte und wissen nicht, worauf sie achten müssen.

Als Steuerberater in Hamburg habe ich schon Hunderte Unternehmer wie Sie in genau dieser Situation beraten. Manche Fragen werden dabei in fast jedem Gespräch gestellt. Auch Fragen zu Share Deals und Asset Deals sind ein sehr häufiger Gesprächspunkt.

Genau diese häufigen Fragen habe ich jetzt gesammelt und als “Grundgerüst” für diesen Beitrag verwendet.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was ein Share Deal ist
  • Wann ein Share Deal für Sie geeignet ist
  • Was ein Asset Deal ist
  • Wann ein Asset Deal für Sie geeignet ist

Was ist ein Share Deal?

Bei einem Share Deal (zu Deutsch: Anteils-Kauf) kaufen Sie die Anteile eines Unternehmens und übernehmen so die Kontrolle.

Eine solche Übernahme hat keine Auswirkungen auf laufende Geschäftsbeziehungen wie Lieferanten- oder Kreditverträge. Diese Verträge werden nicht ungültig, sondern laufen in der Regel ganz normal weiter.

Zusätzlich dazu übernehmen Sie alle Rechte und Verpflichtungen des Vorgängers. Das heißt: Sie haften ab dem Zeitpunkt der Übernahme für alle Geschäfte. Diese Haftung gilt auch rückwirkend und Sie können auch für Strafbestände verantwortlich gemacht werden, die vor der Übernahme passiert sind.

In welcher Situation ist ein Share Deal sinnvoll?

In der Regel ist ein Share Deal für den Käufer und auch für den Verkäufer einfacher durchzuführen. Das Unternehmen wird praktisch im Ganzen übernommen und es müssen keine Einzelrechnungen für Anlagegegenstände ausgestellt werden.

Außerdem werden so keine Umsatzsteuerkorrekturen oder zusätzliche Buchungen benötigt.

Ein Share Deal ist also vor allem dann sinnvoll, wenn Sie den Verwaltungsaufwand bei der Übernahme so gering wie möglich halten möchten.

Zusätzlich dazu müssen laufende Verträge nicht angepasst oder neu ausverhandelt werden.

Kurz zusammengefasst bedeutet ein Share Deal für Sie: Eine schnelle und unkomplizierte Übernahme, bei der die Geschäftsbeziehungen des gekauften Unternehmens in der Regel normal weiterlaufen. Sie übernehmen allerdings ab dem Übernahmezeitpunkt die komplette Haftung.

Was ist ein Asset Deal?

Im Gegensatz zu einem Share Deal kauft man bei einem Asset Deal (zu Deutsch: Wirtschaftsgüter-Kauf) keine Unternehmensanteile, sondern Vermögensgegenstände des Unternehmens. Diese Vermögensgegenstände können bestimmte Maschinen, Gebäude, Fahrzeuge oder ganze Standorte sein.

Bei einem Asset Deal ist Ihre Haftung auf den Wert der Vermögensgegenstände begrenzt.

In welcher Situation ist ein Asset Deal sinnvoll?

Da Sie bei einem Asset Deal genau festlegen können, welche Vermögensgegenstände Sie kaufen, bietet Ihnen ein Asset Deal mehr Kontrollmöglichkeiten als ein Share Deal.

Sie müssen das Unternehmen nicht als Ganzes kaufen, sondern können bestimmte Standorte oder Sparten übernehmen.

Dieser Vorteil kann in bestimmten Situationen natürlich auch ein Nachteil sein. Wenn Sie Tausende Vermögensgegenstände vor dem Kauf sichten und bewerten müssen, bedeutet das einen hohen bürokratischen Aufwand.

Gleichzeitig reduzieren Sie durch diese genaue Analyse aber auch das Risiko eines Fehlkaufs.

Wenn Sie die Arbeitsverträge der derzeitigen Mitarbeiter übernehmen möchten, ist außerdem eine genaue Prüfung dieser Verträge notwendig.

Kurz zusammengefasst bedeutet ein Asset Deal für Sie: Mehr Kontrollmöglichkeiten, da Sie die zu kaufenden Vermögensgegenstände selbst bestimmen können. Gleichzeitig ist aber ihr Verwaltungsaufwand höher, da Sie alle Gegenstände genau prüfen müssen.

Fazit: Individuelle Situation bestimmt den passenden “Deal”

Ob ein Share oder ein Asset Deal die bessere Wahl für Sie ist, hängt vor allem von Ihrer Situation ab.

Als grobe Orientierung gilt: Möchten Sie die Übernahme schnell und mit möglichst wenig Verwaltungsaufwand erledigen, ist wahrscheinlich ein Share Deal die beste Variante für Sie.

Möchten Sie selbst bestimmen, welche Vermögensgegenstände Sie kaufen, kann ein Asset Deal die bessere Wahl für Sie sein.

Aber: Ohne genaue Analyse Ihrer Situation kann niemand mit Sicherheit sagen, welche Kauf-Variante die beste für Sie ist. Diese Frage kann nur ein Steuerberater beantworten, der sich intensiv mit Ihrer Situation befasst hat. Pauschale Aussagen sind hier nicht seriös.

Sie haben weitere Fragen?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Unternehmenskauf haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und wie Sie bei Share oder Asset Deals am besten vorgehen.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © kues1 – stock.adobe.com

Unternehmervollmacht-Symbolbild

Unternehmervollmacht: Darum ist sie für jeden GmbH-Inhaber Pflicht

Was passiert eigentlich, wenn Sie Ihr Unternehmen wegen eines Unfalls oder einer plötzlichen Erkrankung, wie beispielsweise einem Schlaganfall, von einem Tag auf den anderen nicht mehr führen können? Wer übernimmt rechtlich gesehen Ihre Geschäfte, bis Sie sich erholt haben?

Gehen alle Rechte und Pflichten automatisch auf Ihre Frau oder Ihre Kinder über?

Diese oder ähnliche Fragen werden mir in meinem Alltag oft von meinen Mandanten gestellt. Als Steuerberater in Hamburg habe ich mich nämlich unter anderem auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert.

Neben einer geregelten Übergabe in Form eines Verkaufs oder einer Vererbung an die Kinder, möchten viele Unternehmer wissen, wie sie für unvorhersehbare Ereignisse vorsorgen können.

Viele haben schon von unterschiedlichen Vollmachten gehört, wissen aber nicht wirklich, was diese Vollmachten genau regeln und die Unsicherheiten sind hier sehr groß.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: In den letzten Wochen habe ich die häufigsten Fragen meiner Mandanten zu diesem Thema gesammelt und jetzt als “Grundgerüst” für diesen Artikel verwendet.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was eine Unternehmervollmacht ist
  • Welche rechtlichen Aspekte durch eine Unternehmervollmacht geregelt werden
  • Was passiert, wenn es im Notfall keine Unternehmervollmacht gibt

Keine Sorge: Dieser Artikel richtet sich speziell an Unternehmer und ist somit auch für Nicht-Juristen verständlich.

Was ist eine Unternehmervollmacht?

Mit einer Unternehmervollmacht legen Sie fest, was mit Ihrem Unternehmen geschehen soll, wenn Sie Ihre Firma auf längere Zeit nicht selbst führen können.

Sie wählen einen Bevollmächtigten aus, der für Sie Ihre Geschäfte übernimmt und in Ihrem Sinne fortführt. Damit auch wirklich Ihre Wünsche umgesetzt werden, können Sie auch genaue Handlungsanweisungen für den Bevollmächtigten erstellen.

Sie können diese bevollmächtigte Person frei wählen und sind an keine Vorgaben gebunden. In der Regel sind diese Personen entweder enge Verwandte (Ehepartner, Eltern, Kinder, etc.) oder langjährige, vertrauenswürdige Mitarbeiter.

Führen Sie Ihr Unternehmen gemeinsam mit Ihrer Ehefrau, können Sie sich auch gegenseitig diese umfangreichen Vollmachten ausstellen.

Wichtig: Überlegen Sie in jedem Fall genau, wem Sie eine Vollmacht ausstellen. Denn diese Person hat im Ernstfall (fast) freie Hand in der Unternehmensführung und kann unter anderem Kredite aufnehmen, Grundstücke verkaufen oder die Steuererklärung unterschreiben.

Die bevollmächtigte Person muss deshalb in jedem Fall vertrauenswürdig sein. Sonst kann schnell großer wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Wie erteile ich eine Unternehmervollmacht?

Eine Unternehmervollmacht sollten Sie immer schriftlich und in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt erteilen.

Nur so haben Sie die Sicherheit, dass die Vollmacht im Ernstfall auch gültig ist.

Diese 3 Vollmachten werden in einer Unternehmervollmacht zusammengefasst

Eine Unternehmervollmacht betrifft nicht nur Ihren Betrieb, sondern auch Ihr Privatleben. Genau genommen werden 3 Vollmachten zusammengefasst, die unterschiedliche Auswirkungen auf Ihr Unternehmen und Ihr Privatleben haben.

1. Generalvollmacht

In der Generalvollmacht legen Sie eine Person fest, die für Sie die Geschäfte Ihrer Firma übernimmt.

Eine Generalvollmacht ist die umfangreichste Vollmacht und bietet noch mehr Berechtigungen als eine Prokura.

Mit einer Generalvollmacht darf man beispielsweise:

  • Die Eintragung ins Handelsregister unterschreiben
  • Den Jahresabschluss unterschreiben
  • Prokuristen bestellen
  • Einen Insolvenz-Antrag unterschreiben
  • Grundstücke verkaufen oder belasten

2. Patientenverfügung

Mit einer Patienteverfügung legen Sie im Vorhinein fest, welche Behandlungen oder medizinische Eingriffe Sie im Falle Ihrer Handlungsunfähigkeit durchführen lassen möchten (siehe §1901a BGB).

Sie können beispielsweise festlegen, das lebensverlängernde Maßnahmen in bestimmten Fällen unterlassen werden sollen.

Anmerkung: Eine Patientenverfügung hat keinen direkten Einfluss auf Ihr Unternehmen, sondern betrifft Sie als Privatperson.

3. Betreuungsverfügung

Im Gegensatz zu einer Patientenverfügung legt eine Betreuungsverfügung nicht fest, welche Behandlungen durchgeführt werden sollen, sondern welche Personen bestimmte Entscheidungen für Sie treffen.

Sie bestimmen also Personen, die im Ernstfall entscheiden, ob eine gewisse Behandlung durchgeführt wird oder nicht. Außerdem bestimmen diese Bevollmächtigten wer Ihre Pflege übernimmt.

Anmerkung: Wie eine Patientenverfügung, regelt auch eine Betreuungsverfügung Ihr Privatleben und betrifft Ihr Unternehmen nicht direkt.

Was passiert, wenn es im Notfall keine Unternehmensvollmacht gibt?

Achtung: Es gibt keine automatische Vertretung durch enge Angehörige, wie Ehepartner, Kinder oder Eltern. Ist keine Unternehmervollmacht vorhanden, kommt es immer zu einem gerichtlichen Betreuungsverfahren.

Heißt für Ihr Unternehmen: Ohne eine im Vorhinein bestimmte, umfangreiche Unternehmervollmacht kann Ihre Firma mehrere Wochen lang handlungsunfähig sein.

Denn bis das Betreuungsverfahren abgeschlossen ist, gibt es keinen Bevollmächtigten.

Während dieser Zeit können keine Verträge abgeschlossen oder Kredite beantragt werden. Im schlimmsten Fall kann sogar niemand auf Ihr Firmenkonto zugreifen.

Vor allem bei kleineren oder mittelgroßen Betrieben reicht diese kurze Zeit schon aus, um massive finanzielle Schäden von mehreren Tausend Euro anzurichten. Für viele Unternehmen wäre das existenzbedrohend und könnte in weiterer Folge zu einer Insolvenz führen.

Fazit: Nur mit einer Unternehmensvollmacht ist Ihre Firma im Notfall handlungsfähig

Soll Ihre Firma im Notfall handlungsfähig bleiben, müssen Sie mit einer umfangreichen Unternehmervollmacht vorsorgen.

Nur mit einer Unternehmervollmacht können Sie Ihre geschäftlichen und privaten Angelegenheiten unbürokratisch nach Ihren Wünschen regeln.

Stellen Sie keine Vollmachten aus, geben Sie diese Kontrolle aus der Hand.

In der Praxis werden diese Vorsorgemaßnahmen jedoch fast nie getroffen. In vielen Fällen geht das auch eine zeitlang gut.

Aber: Kommt es wirklich unvorhergesehen zu einem Unfall oder einer schweren Erkrankung, ist das Unternehmen nicht mehr handlungsfähig.

Ohne umfangreiche Vollmachten ist Ihre Firma dann wie paralysiert und kann keine Geschäfte mehr abschließen. Dadurch entstehen Tausende Euro Schaden und vor allem bei kleineren Unternehmen kann das schnell zum Ruin führen.

Sie möchten mehr zur Unternehmervollmacht wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zur Unternehmervollmacht haben oder gerne wissen möchten, welche Punkte eine Unternehmervollmacht konkret enthalten muss, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können  Sie mich jederzeit via E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © goodluz – stock.adobe.com

Management-Buy-Out

Unternehmensverkauf an die Mitarbeiter: Das ist der größte Fehler beim Management-Buy-Out

Sie sind Unternehmer und haben mit jahrzehntelanger Arbeit eine erfolgreiche Firma aufgebaut? Ihre Unternehmer-Laufbahn neigt sich aber jetzt dem Ende zu und Sie sind auf der Suche nach einem passenden Nachfolger?

Einer Ihrer Mitarbeiter möchte die Firma gerne übernehmen und Sie überlegen, ob Sie ihm Ihr Lebenswerk tatsächlich anvertrauen sollen?

Im Rahmen der Nachfolgeplanung ist das für Unternehmer häufig eine schwierige Situation: Als treuer Mitarbeiter versteht diese Person das alltägliche “Handwerk” in Ihrem Betrieb.

Dennoch sind Sie sich nicht sicher, ob auch ausreichende unternehmerische Fähigkeiten vorhanden sind. Schließlich hat dieser Mitarbeiter keinerlei Erfahrung in der Unternehmensführung und muss diesen “Beruf” erst von der Pike auf lernen.

Diese Zwickmühle kenne ich nur zu gut: Denn als Steuerberater in Hamburg habe ich mich unter anderem auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert. Auch einige meiner Mandanten haben sich in der Vergangenheit dazu entschlossen, ihr Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter zu übergeben.

Meiner Erfahrung nach wird dabei ein schwerer Fehler immer wieder begangen.

Bei einem Mandanten führte dieser Fehler sogar innerhalb von 4 Jahren zur Pleite des Unternehmens und die Firma musste Insolvenz anmelden. Was war passiert?

Das erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel…

Zuerst möchte ich Ihnen jedoch erklären, was ein Management-Buy-Out überhaupt ist und wie er sich von einem “normalen” Unternehmenskauf unterscheidet.

Was ist ein Management-Buy-Out?

Als Management-Buy-Out bezeichnet man den Unternehmensverkauf an einen Mitarbeiter.

Grundsätzlich läuft dieser Verkauf wie jede andere Betriebsübernahme ab: Der Betrieb wird von einem externen Unternehmensberater bewertet und der ermittelte Wert bildet die Basis für die Preisverhandlungen.

Wird eine Einigung erzielt, übernimmt der Interessent das Unternehmen sowie alle steuerrechtlichen Haftungen vom derzeitigen Inhaber.

Wie unterscheidet sich ein Management-Buy-Out von einem “normalen” Unternehmensverkauf?

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich ein Management-Buy-Out kaum von einem anderen Unternehmensverkauf.

Der einzige bedeutende Unterschied: Kauft ein Mitarbeiter Ihr Unternehmen, verringert seine bisherige Arbeitsleistung in der Regel Ihren Verkaufspreis.

Denn die jahrelange Mitwirkung eines Angestellten im Unternehmen wird in vielen Bewertungsverfahren berücksichtigt.

Ansonsten gelten beim Management-Buy-Out die gleichen Regeln wie bei einem Verkauf an eine betriebsfremde Person.

Der größte Fehler beim Management-Buy-Out: Falscher Mitarbeiter übernimmt die Firma

In sehr vielen Fällen verwechselt ein Unternehmensinhaber einen guten Mitarbeiter mit einem guten Unternehmer. Heißt: Nur weil ein Mitarbeiter jahrelang gute Arbeit in Ihrer Firma geleistet hat, bedeutet das nicht, dass er auch für die Unternehmensführung geeignet ist.

Laut meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg ist das der bei weitem am häufigsten begangene Fehler von Unternehmern bei einem Management Buy-Out.

Für die Führung eines Unternehmens werden nämlich in der Regel andere Kompetenzen und Erfahrungen als für einen Angestellten-Posten benötigt.

Außerdem kommt es häufig zu Konflikten mit anderen, jahrelangen Arbeitskollegen: Aus einem rein freundschaftlichen wird plötzlich ein geschäftliches Verhältnis.

Einige Mitarbeiter können das nicht akzeptieren und möchten sich von einem ehemaligem Kollegen nichts sagen lassen.

Deshalb sollten Sie sich als Unternehmer bei der Auswahl eines passenden Nachfolgers unbedingt externe Hilfe holen. Eine betriebsfremde Person kann in den meisten Fällen besser beurteilen, ob sich die Person als Inhaber eignet.

Haben Sie einen passenden Mitarbeiter ausgewählt, sollten Sie Ihn zusätzlich unternehmerisch ausbilden. Diese Ausbildung sollte dann in eine Testphase übergehen und erst dann entscheiden Sie endgültig, ob Sie Ihr Unternehmen an diese Person übergeben.

Pleite 4 Jahre nach der Übernahme: Fehler beim Management-Buy-Out mit detailliertem Fallbeispiel erklärt

Einer meiner Mandanten hat sich vor einigen Jahren dazu entschieden, sein Unternehmen an einen seiner leitenden Angestellten zu übergeben.

Vor der Übergabe verfügte das Unternehmen über ein Eigenkapital von 3 Millionen Euro, abbezahlten Immobilien-Besitz und mehr als 400.000 Euro an Barvermögen.

4 Jahre nach der Übernahme war das Unternehmen insolvent.

Außerdem war der neue Eigentümer auch privat insolvent und wurde rechtskräftig zu Geldstrafen wegen Insolvenzverschleppung und Bilanzbetrug verurteilt.

Wie konnte das passieren?

Ganz einfach: Obwohl der neue Eigentümer bereits in leitender Position beim Unternehmen tätig war, war er mit seiner neuen Rolle als Inhaber komplett überfordert.

Die Mitarbeiter konnten sich nur schwer damit abfinden, dass ein ehemaliger Kollegen plötzlich zum Chef wurde und das Betriebsklima litt spürbar darunter.

Auch die Qualität der Produkte ließ nach und zusammen mit Fehlinvestitionen in millionenhöhe waren die Eigenkapital- und Barreserven nach 4 Jahren aufgebraucht.

Um an weitere Kredite zu gelangen, fälschte er mit der Hilfe eines Wirtschaftsprüfers die Bilanz. Er dachte, dass er nur ein bisschen Zeit gewinnen muss und das Unternehmen über kurz oder lang profitabel werden wird.

Das gelang allerdings nicht und der Schwindel flog auf.

Das Ergebnis: Der Wirtschaftsprüfer verlor seine Lizenz und musste eine Geldstrafe zahlen. Wie oben erwähnt war das Unternehmen und der neue Inhaber insolvent. Oben drauf folgte noch die rechtskräftige Verurteilung wegen Bilanzbetrug und Insolvenzverschleppung.

Fazit: Management-Buy-Out? Ja, aber nur mit dem oder der Richtigen!

Grundsätzlich ist eine Betriebsübernahme durch einen langjährigen Mitarbeiter durchaus positiv: Er kennt das Unternehmen, weiß wie das Tagesgeschäft abläuft und ist in der Regel leidenschaftlich dabei.

Aber: Nicht jeder gute Mitarbeiter ist auch ein guter Unternehmer.

Deshalb sollten Sie sich bei der Auswahl eines passenden Mitarbeiters im Idealfall externe Hilfe suchen und den ausgewählten Mitarbeiter unternehmerisch ausbilden.

Ansonsten kann der Management-Buy-Out schnell in der Unternehmenspleite und mit hohen Geldstrafen enden.

Sie haben weitere Fragen zum Management-Buy-Out oder benötigen bei Ihrer Nachfolge-Planung die Hilfe eines erfahrenen Steuerberaters? Gerne können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular erreichen.

Als Steuerberater in Hamburg habe ich mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Drobot Dean – stock.adobe.com

Unternehmenskauf-Symbolbild

Wie Sie ein Unternehmen kaufen und erst später dafür bezahlen

Sie sind Unternehmer und am Kauf einer anderen Firma interessiert? Wissen Sie, wie der Kauf aus steuerlicher Sicht idealerweise ablaufen sollte?

Ist es besser den gesamten Betrag sofort zu bezahlen, oder macht auch eine über mehrere Jahre aufgeteilte Zahlung Sinn?

Aus meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass viele Unternehmer beim Kauf eines anderen Betriebs unsicher sind. Hier geht es immer um sehr viel Geld und ein Fehler kann Sie schnell Tausende Euro kosten.

In vielen Fällen ist es schlichtweg nicht möglich, den gesamten Kaufpreis eines Unternehmens auf einen Schlag zu bezahlen.

Eine häufige Frage lautet dann: Ist der Kauf eines Unternehmens für mich überhaupt möglich?

Die Antwort darauf: Ja, ein Unternehmenskauf ist auch in diesem Fall möglich. Aus Sicht des Käufers ist es sogar besser, den Kauf auf mehrere Etappen aufzuteilen.

Wie eine solche Aufteilung am besten ablaufen sollte, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Ich erkläre Ihnen Schritt-für-Schritt und leicht verständlich, welche Methoden in der Praxis zur Anwendung kommen und worauf Sie achten müssen.

In diesen 3 Schritten sollte ein Unternehmenskauf ablaufen

Als Steuerberater in Hamburg hat sich bei mir der Unternehmenskauf in folgenden 3 Schritten als eine sehr gute Lösung bewährt:

Schritt 1: Beteiligung zu einem kleinen Anteil

Zuerst sollten Sie sich mit einem kleinen Anteil von 1 bis 5 % (auch Zwergenanteil genannt) am Unternehmen beteiligen. So erzeugen Sie bereits einen Mitunternehmerstatus und eine zukünftige Wertsteigerung nach Ihrem Erst-Einstieg erhöht Ihren Kaufpreis nicht.

Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an, deshalb erkläre ich Ihnen dieses Prinzip am besten anhand eines praktischen Beispiels:

Angenommen Sie beteiligen sich mit einem kleinen Anteil an einem Unternehmen, dass Sie kaufen möchten. Zu diesem Zeitpunkt ist der Betrieb 1.000.000 Euro wert.

Bevor Sie das Unternehmen endgültig kaufen, arbeiten Sie 3 Jahre lang im Unternehmen mit und bereiten alles für eine geordnete Übergabe des Unternehmens vor.

Während dieser Zeit laufen die Geschäfte sehr gut und das Unternehmen ist nach diesen 3 Jahren nicht mehr 1.000.000 Euro, sondern 1.500.000 Euro wert.

Da Sie bereits Mitunternehmer sind, ist dieser Wertzuwachs für den Kaufpreis nicht relevant.

Hätten Sie die Übernahme allerdings nur vorbereitet, ohne am Unternehmen mit einem kleinen Anteil beteiligt zu sein, müssten Sie den Wertzuwachs während dieser Zeit “mitbezahlen”.

Als Käufer ist es für Sie deshalb meistens von Vorteil, wenn Sie schon vor der eigentlichen Übernahme mit einem kleinen Anteil beteiligt sind.

Schritt 2: Aufstockung der Beteiligung durch eine Put & Call-Option nach 3-5 Jahren

Mit einer Put & Call Option sichern Sie sich das Recht zu, einen festgeschriebenen Anteil am Unternehmen kaufen zu können. So können Sie Ihren Zwergenanteil nach einigen Jahren aufstocken.

Der Vorteil für Sie: Sie sind nicht dazu verpflichtet diese Option auch tatsächlich ausüben zu müssen.

Merken Sie während Ihrer “Probezeit”, dass Sie das Unternehmen doch nicht kaufen möchten, können Sie die Option verstreichen lassen und aus dem Unternehmen aussteigen.

Schritt 3: Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren

Nach 10 Jahren sollten Sie das Unternehmen ganz übernehmen und den ausstehenden Kaufpreis auf einmal bezahlen.

So können Sie die finanzielle Last des Unternehmenskaufs vom Ersteinstieg in die Zukunft verschieben und müssen erst nach Ablauf dieser 10 Jahre einen Großteil des Kaufpreises überweisen.

Bis dahin sollte die Unternehmensnachfolge abgeschlossen sein und der Betrieb bereits profitabel unter Ihrer Führung laufen.

Alternative zum “normalen” Unternehmenskauf: Die Verschmelzung

Eine andere Möglichkeit für einen zeitlich aufgeteilten Unternehmenskauf bietet Ihnen eine sogenannte Verschmelzung.

Hier werden einerseits Ihr eigenes Unternehmen und auch das Unternehmen, das Sie kaufen möchten, in eine Holding-Gesellschaft eingebracht. Die Anteile an dieser Holding werden zunächst unter Ihnen und dem Inhaber des anderen Unternehmens aufgeteilt.

Sie können aber schon das andere Unternehmen als Geschäftsführer übernehmen und die Übernahme vorbereiten. Nach einer vertraglich vereinbarten Zeitspanne übernehmen Sie dann alle Anteile an der Holding und sind somit Eigentümer beider Unternehmen.

Wichtig: Bei einer Verschmelzung sollten Sie immer eine gemeinsame Probezeit und eine Exit-Lösung festlegen.

Merken Sie während der Probezeit, dass eine Übernahme doch keinen Sinn macht, können Sie die beiden Unternehmen mithilfe einer festgelegten Exit-Lösung einfach voneinander trennen.

Viele Rechtsanwälte und Steuerberater verzichten aber auf eine solche vertraglich festgelegte Exit-Lösung. Das führt dazu, dass bei einer Auflösung der Holding während der Probezeit rechtliche Komplikationen entstehen und die beteiligten Unternehmen in der Schwebe hängen.

Eine Probezeit und eine Exit-Lösung sollte deshalb immer im Vorhinein vertraglich vereinbart werden.

Fazit: Ein Unternehmenskauf ist auch in Etappen möglich

Als Unternehmer müssen Sie beim Kauf eines anderen Betriebs nicht zwingend den gesamten Kaufpreis sofort bezahlen. Aus Käufer-Sicht macht es sogar Sinn, die Zahlung auf mehrere Etappen aufzuteilen und in die Zukunft zu schieben.

Zwei Kauf-Varianten, die in der Praxis häufig eingesetzt werden sind:

  • 3 Stufiger Ablauf: Beteiligung mit einem kleinen Anteil (1-5 %), Aufstockung der Anteile mit Put & Call Option nach 3-5 Jahren und Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren.
  • Eine Verschmelzung von zwei Unternehmen mithilfe einer Holdinggesellschaft und Übernahme der gesamten Holding-Anteile nach einer Probezeit

Wenn Sie auf eine dieser Optionen zurückgreifen wollen, benötigen Sie aber unbedingt die Hilfe eines erfahrenen Steuerberaters. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen nur verdeutlichen, was aus Sicht eines Unternehmers möglich wäre.

Welches Vorgehen für Sie tatsächlich am besten ist, kann nur ein Steuerberater nach einer genauen Analyse Ihrer Situation beurteilen. Pauschal zu sagen, welche Übernahmeform für Sie am besten ist, wäre nicht seriös.

Wenn Sie Interesse an einer solchen Analyse haben und ich Sie Schritt-für-Schritt beim Unternehmenskauf begleiten soll, können Sie mich gerne kontaktieren.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular erreichen.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © deagreez – stock.adobe.com

Top-4-Beitraege-Unternehmensverkauf

Geballtes Wissen für Unternehmer (Teil 4): Meine 4 besten Tipps zum Unternehmensverkauf aus dem Jahr 2019

Sie sind erfahrener Unternehmer und gerade dabei, Ihre Unternehmensnachfolge zu planen? Weil keines Ihrer Kinder Ihren Betrieb übernehmen möchte, denken Sie darüber nach, Ihr Unternehmen zu verkaufen?

Sie möchten Ihr Lebenswerk aber nicht an den erstbesten Interessenten “verscherbeln”, sondern einen Käufer finden, der einen angemessenen Preis bezahlt und Ihr Unternehmen erfolgreich weiterführt?

Laut meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg gibt es in diesem Bereich viele Unsicherheiten. Jeder möchte seine Firma in gute Hände abgeben, aber nur wenige Unternehmer haben während Ihrer Laufbahn bereits eine Firma verkauft.

Sie haben deshalb keinerlei Erfahrungswerte und suchen einen erfahrenen Partner, auf den sie sich verlassen können.

Ich habe mich auf die Beratung von Unternehmern bei der Unternehmensnachfolge spezialisiert schon viele Unternehmer in ähnlichen Situationen beraten.

In der Vergangenheit wurde ich neben der Käufer-Suche auch oft zu den ungefähren Beratungs- und Anwaltskosten sowie häufigen Verkaufs-Fehlern von anderen Unternehmern gefragt.

Diese und weitere häufige Fragen habe ich im vergangenen Jahr mit ausführlichen Blogbeiträgen beantwortet. Mein Ziel dabei: Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen beim Thema Unternehmensverkauf möglichst vielen Unternehmern zugänglich machen.

Für Sie habe ich meine 4 besten Tipps aus allen Unternehmensverkauf-Beiträgen in diesem Artikel übersichtlich zusammengefasst. Außerdem verlinke ich auch immer auf den dazupassenden, detaillierten Artikel.

Die 4 besten Tipps für den Verkauf Ihres Unternehmens

Tipp 1: So finden Sie einen seriösen Käufer 

Am Beginn eines geplanten Unternehmensverkaufs steht häufig die Suche nach einem passenden Käufer. Dieser Käufer sollte im Idealfall:

  • Ihre ungefähre Preisvorstellung teilen
  • Dem geplanten Übergabezeitpunkt zustimmen und
  • Ihr Übergangsszenario akzeptieren.

Nur: Wo finden Sie einen solchen Käufer?

Eins gleich vorweg: Einen idealen Käufer findet man leider nur in den seltensten Fällen über Nacht. Realistischerweise müssen Sie 5 bis 10 Jahre einplanen, um einen Käufer zu finden, der den 3 oben genannten Kriterien entspricht.

Häufig verlassen sich Unternehmer hier auf Ihr aufgebautes Netzwerk oder verkaufen das Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter.

Wahrscheinlich werden Sie aber auch Angebote von Hedge- oder Vermögensverwaltungsfonds erhalten. Da diese Investoren aber immer die höchstmögliche Rendite erzielen möchten, sind diese Angebote aber nur in den seltensten Fällen für Sie rentabel.

Welche Fehler Sie bei der Käufer-Suche noch vermeiden sollten und welche Möglichkeiten Ihnen beim Verkauf offenstehen, erkläre ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-2-so-finden-sie-einen-serioesen-kaeufer/

Tipp 2: So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler 

Für viele Unternehmer kommt der Verkauf Ihrer Firma nur einmal am Ende Ihrer unternehmerischen Laufbahn vor. Deshalb hat man keine Erfahrungswerte und muss sich erst in die Verkaufs-Thematik einarbeiten.

Ein guter Startpunkt ist hier, andere Unternehmensverkäufe zu analysieren und aus den Fehlern anderer zu lernen.

Damit Sie sich diese Informationen nicht mühsam zusammensuchen müssen, habe ich 4 klassische Verkaufs-Fehler von Unternehmern für Sie zusammengefasst. Meiner Erfahrung nach werden vor allem diese Fehler immer wieder begangen:

  • Die Regelung der Sanierungsklausel vergessen
  • Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten
  • Keine Festlegung von Exit-Klauseln
  • Zu späte Regelung des Verkaufes

Warum diese Fehler beim Unternehmensverkauf so verheerend sind und wie Sie sie mit konkreten Maßnahmen verhindern können, lesen Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-3-so-vermeiden-sie-die-4-haeufigsten-fehler/

Tipp 3: Das müssen Sie beim Unternehmensverkauf ins Ausland beachten 

Sie befinden sich gerade auf der Suche nach einem seriösen Käufer für Ihr Unternehmen und haben eine Anfrage aus dem Ausland erhalten? Oder zieht sich die Suche in die Länge und Sie möchten auch ausländische Interessenten ansprechen?

Nur: Aus rechtlicher Sicht gibt es hier mehrere Punkte, auf die Sie achten müssen.

  1. Risikobeurteilung des potentiellen Käufers:
    • Nur Interessenten aus politisch stabilen Ländern
    • Nur Interessenten mit einer Bürgschaft
    • Vertrauen Sie im Zweifel Ihrem Bauchgefühl
  2. Verkaufsvertrag richtig aufsetzen:
    • Legen Sie Deutschland als Gerichtsstand fest
    • Schützen Sie sich mit einer Sanierungsklausel vor Steuernachzahlungen
    • Regeln Sie Ihre Rechte und Pflichten gegenüber Ihren Arbeitnehmern
    • Legen Sie fest, ob alle Verbindlichkeiten vom Käufer mitübernommen werden
  3. Steuerlast beim Verkauf optimieren:
    • Nutzen Sie die Fünftelregelung
    • Sind Sie älter als 55 haben Sie beim Verkauf Anspruch auf einen vergünstigten Steuersatz

 

Wie Sie diese 3 Punkte im Detail regeln und so den Verkauf Ihres Unternehmens reibungslos abwickeln, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/steuern-kaeuferwahl-vertraege-das-muessen-sie-beim-unternehmensverkauf-ins-ausland-beachten/

Tipp 4: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen 

Meiner Erfahrung nach lassen sich Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf auf 5 Haupt-Posten aufteilen:

  1. Kosten bei der Finanzierung
  2. Kosten für die Unternehmensbewertung
  3. Kosten für das Auditing (=Prüfung) der Geschäftsunterlagen
  4. Amtsgerichtskosten
  5. Kosten für Notar & Rechtsanwalt

Ohne genaue Planung und Vorauskalkulation können diese Kosten schnell aus dem Ruder laufen. Einer meiner Mandanten ließ beispielsweise 33 unterschiedliche Unternehmensbewertungen erstellen, da ihm der Interessent in den Verhandlungen vorwarf, dass der Verkaufspreis zu hoch angesetzt war.

Das Ganze kostete ihm schlussendlich 350.000€.

In einer solchen Situation ist es allerdings immer besser, die Verhandlungen schon vor diesem “Bewertungswahnsinn” abzubrechen und einen anderen Käufer zu suchen.

Das ist allerdings nur möglich, wenn Sie früh genug mit den Verkaufs-Planungen beginnen. Starten Sie zu spät, können Sie sich diesen “Luxus” nicht leisten und müssen so lange mit diesem Interessenten verhandeln, bis Sie eine Einigung erzielen.

Unterm Strich kostet Sie das Nerven, wertvolle Lebenszeit und Sie werden vermutlich als Verlierer aus diesen Verhandlungen hervorgehen.

Wie Sie Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf möglichst gering halten erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Blogbeitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-1-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen/

Fazit: Planung als Schlüssel zum erfolgreichen Unternehmensverkauf

Beim Unternehmensverkauf ist eine umfassende und vor allem rechtzeitige Planung entscheidend. Egal, ob Sie einen seriösen Käufer suchen, häufige Fehler anderer Unternehmer vermeiden möchten oder Ihre Verkaufs-Kosten reduzieren wollen: Ohne Strategie und ausreichende Vorlaufzeit wird es für Sie schwierig, meine Tipps aus diesem Beitrag umzusetzen.

Deshalb müssen Sie mindestens 5 Jahre vor dem geplanten Verkauf mit Ihren Planungen beginnen. Tun Sie das nicht, müssen Sie sich vielleicht mit dem erstbesten Angebot zufriedengeben und können Ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten nicht voll ausschöpfen.

Wenn Sie nicht genau wissen, womit Sie bei Ihren Planungen beginnen müssen und wie Sie Ihre optimale Verkaufs-Strategie festlegen, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und schon viele Unternehmer beim erfolgreichen Verkauf Ihres Betriebs begleitet.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © WavebreakmediaMicro – stock.adobe.com