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Testament für Unternehmer: Diese 4 Punkte müssen enthalten sein

Sie sind Unternehmer und überlegen, ob Sie zur Absicherung für den Ernstfall ein Testament aufsetzen sollten? Macht das überhaupt Sinn oder verursacht die Erstellung eines solchen Unternehmertestaments nur unnötige Kosten?

Gibt es Punkte, auf die Unternehmer hier besonders achten müssen?

Als Steuerberater in Hamburg berate ich meine Mandanten fast täglich zu diesen oder ähnlichen Fragen. Ich habe mich nämlich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert.

In diesen Beratungsgesprächen spüre ich oft, das viele Unternehmer in diesem Bereich unsicher sind und fast keine Erfahrungswerte haben. Deshalb habe ich in den letzten Wochen die häufigsten Fragen meiner Mandanten zum Thema „Testament“ gesammelt.

Diese Fragen verwende ich jetzt als Grundgerüst für diesen Artikel. In 7 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

  • Wie sich ein Unternehmertestament von einem „normalen“ Testament unterscheidet
  • Welche 4 Punkte in jedem Unternehmertestament enthalten sein müssen
  • Was passiert, wenn Sie kein Testament haben

Keine Sorge: Dieser Artikel ist speziell für Unternehmer und kein juristischer Fachartikel. Sie erhalten leicht verständliche Antworten auf Ihre Fragen und müssen sich nicht durch komplizierte Fachsprache „durchkämpfen“.

Wie unterscheidet sich das Testament eines Unternehmers vom Testament eines Angestellten?

Hier gibt es vor allem einen bedeutenden Unterschied: Als Unternehmer müssen Sie in Ihrem Testament sicherstellen, dass die Nachfolge Ihrer Firma nach Ihren Wünschen geregelt ist. Zusätzlich dazu bestimmen Sie auch, wie Ihr Privatvermögen aufgeteilt werden soll.

Bei einem Angestellten fällt die Regelung der Unternehmensnachfolge weg. Hier muss nur die Verteilung des Privatvermögens bestimmt werden.

Diese 4 Punkte müssen in jedem Unternehmertestament enthalten sein

1. Bestand des Unternehmens sichern: In Ihrem Testament müssen Sie einen Nachfolger festlegen, der Ihr Unternehmen weiterführen kann. Das heißt: Diese Person muss über die Erfahrung und das betriebswirtschaftliche Wissen verfügen, die zur Führung eines Betriebs notwendig sind.

Machen Sie hier einen Fehler und bestimmen den falschen Erben zu Ihrem Nachfolger, ist der Fortbestand Ihres Unternehmens gefährdet.

2. Nachfolgenden Erben finanziell schonen: Prüfen Sie vorab, ob Ihr Unternehmen durch Pensionszusagen, Abfindungsansprüche oder ähnliche Verpflichtungen belastet ist. Besonders in der ersten Phase nach der Übergabe können diese Zahlungen Ihren Nachfolger gefährden.

Versuchen Sie deshalb, diese Verpflichtungen zu reduzieren oder vollständig auszuschließen.

3. Andere Erben richtig entschädigen: Um Familienstreitigkeiten zu verhindern, müssen Ihre Erben, die keinen Anteil am Unternehmen erhalten, eine Ausgleichszahlung erhalten.

Tun Sie das nicht, kann das jahrelange Gerichtsprozesse nachsichziehen und Ihren Nachfolger von seiner eigentlichen Arbeit ablenken.

4. Mit geschicktem Vermögenstransfer Steuerlast minimieren: Vermögens-Übertragungen sind in Deutschland erbschaftsteuerpflichtig. Ohne steueroptimierte Planung bezahlt Ihr Erbe hier Tausende oder sogar Zehntausende Euro. Mit geschickten Optimierungen können Sie diese Steuerlast jedoch stark reduzieren.

Der Haken: Um Ihr gesamtes Spar-Potential voll ausschöpfen zu können, müssen Sie mit den Planungen bereits Jahre im Voraus beginnen. Meine Empfehlung ist sogar, mindestens 10 Jahre vor einem möglichen Ernstfall zu starten.

Wann dieser Ernstfall sein wird, wissen Sie jedoch so gut wie nie. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten Sie deshalb so früh wie möglich beginnen.

Was passiert, wenn Sie kein Testament haben?

Haben Sie kein Testament, wird Ihr Erbe mit der gesetzlichen Erbfolge geregelt (siehe §§ 19241936 BGB).

Kurz zusammengefasst bedeutet das für Sie: Sie legen Ihren Nachfolger nicht selbst fest, sondern jeder Erbe bekommt einen Anteil an Ihrem Unternehmen. In der Praxis führt das häufig zu Konflikten.

Manche Erben wollen aktiv am Unternehmen mitarbeiten, während andere schnell ihre Anteile verkaufen möchten. In einer solchen Situation ist es schwierig, die Kontrolle über das Unternehmen zu behalten und um Familienstreitigkeiten zu beenden, wird die Firma nach langem hin und her an einen Fremden Investor verkauft.

Legen Sie Wert darauf, dass Ihr Unternehmen in Ihrem Sinn fortgeführt wird, müssen Sie in einem Testament Ihren Nachfolger festlegen.

Keine Sorge: Die anderen Erben gehen in einem solchen Fall nicht leer aus, sondern erhalten eine finanzielle Entschädigung.

Ein Unternehmertestament schlägt daher zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie regeln Ihre Unternehmensnachfolge nach Ihren Wünschen und verhindern Erb-Streitigkeiten.

Fazit: Testament ist wichtiger, aber oft vernachlässigter Teil der Unternehmensnachfolge

Für den geregelten Fortbestand Ihres Unternehmens ist ein Testament unbedingt nötig. Denn ohne Testament können Sie Ihren Nachfolger nicht selbst bestimmen und Ihr Unternehmen wird unter all Ihren Erben aufgeteilt.

Konkret müssen Sie in Ihrem Testament …

… eine geeignete Person als Nachfolger festlegen und auf die Führung Ihres Unternehmens vorbereiten

… Ihren Nachfolger von Verpflichtungen wie Abfindungsansprüche oder Pensionszusage entlasten

… Ihre anderen Erben richtig entschädigen und Familienstreitigkeiten verhindern

… den Vermögenstransfer Jahrzehnte im Voraus planen und so Steuern reduzieren

Diese Empfehlungen sind für meine Mandanten meistens logisch und in der Praxis auch relativ einfach zu gestalten.

Dennoch hat nur etwa 1 von 100 Unternehmern in Deutschland diese Punkte rechtlich „sauber“ umgesetzt.

Das Resultat: Die Unternehmensnachfolge läuft chaotisch ab, es kommt zu Streitigkeiten zwischen den Erben und die Firma geht im schlimmsten Fall einige Jahre nach der Übergabe pleite.

Mein Rat an Sie lautet daher: Schieben Sie die Erstellung Ihres Testaments nicht weiter auf. Das kostet zwar Geld, aber durch diese Investition sparen Ihre Nachfolger Steuern und es kommt zu weniger Familien-Konflikten.

Unterm Strich zahlt sich daher die Erstellung eines Testaments (fast) immer aus.

Sie haben weitere Fragen zum Unternehmertestament?

Wenn Sie noch mehr Fragen zum Unternehmertestament haben, können Sie mich gerne in meiner Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen zeigen, worauf Sie jetzt konkret achten müssen und wie Sie Ihr Testament aufsetzen sollten.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmervollmacht: Darum ist sie für jeden GmbH-Inhaber Pflicht

Was passiert eigentlich, wenn Sie Ihr Unternehmen wegen eines Unfalls oder einer plötzlichen Erkrankung, wie beispielsweise einem Schlaganfall, von einem Tag auf den anderen nicht mehr führen können? Wer übernimmt rechtlich gesehen Ihre Geschäfte, bis Sie sich erholt haben?

Gehen alle Rechte und Pflichten automatisch auf Ihre Frau oder Ihre Kinder über?

Diese oder ähnliche Fragen werden mir in meinem Alltag oft von meinen Mandanten gestellt. Als Steuerberater in Hamburg habe ich mich nämlich unter anderem auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert.

Neben einer geregelten Übergabe in Form eines Verkaufs oder einer Vererbung an die Kinder, möchten viele Unternehmer wissen, wie sie für unvorhersehbare Ereignisse vorsorgen können.

Viele haben schon von unterschiedlichen Vollmachten gehört, wissen aber nicht wirklich, was diese Vollmachten genau regeln und die Unsicherheiten sind hier sehr groß.

Genau hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen: In den letzten Wochen habe ich die häufigsten Fragen meiner Mandanten zu diesem Thema gesammelt und jetzt als „Grundgerüst“ für diesen Artikel verwendet.

In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • Was eine Unternehmervollmacht ist
  • Welche rechtlichen Aspekte durch eine Unternehmervollmacht geregelt werden
  • Was passiert, wenn es im Notfall keine Unternehmervollmacht gibt

Keine Sorge: Dieser Artikel richtet sich speziell an Unternehmer und ist somit auch für Nicht-Juristen verständlich.

Was ist eine Unternehmervollmacht?

Mit einer Unternehmervollmacht legen Sie fest, was mit Ihrem Unternehmen geschehen soll, wenn Sie Ihre Firma auf längere Zeit nicht selbst führen können.

Sie wählen einen Bevollmächtigten aus, der für Sie Ihre Geschäfte übernimmt und in Ihrem Sinne fortführt. Damit auch wirklich Ihre Wünsche umgesetzt werden, können Sie auch genaue Handlungsanweisungen für den Bevollmächtigten erstellen.

Sie können diese bevollmächtigte Person frei wählen und sind an keine Vorgaben gebunden. In der Regel sind diese Personen entweder enge Verwandte (Ehepartner, Eltern, Kinder, etc.) oder langjährige, vertrauenswürdige Mitarbeiter.

Führen Sie Ihr Unternehmen gemeinsam mit Ihrer Ehefrau, können Sie sich auch gegenseitig diese umfangreichen Vollmachten ausstellen.

Wichtig: Überlegen Sie in jedem Fall genau, wem Sie eine Vollmacht ausstellen. Denn diese Person hat im Ernstfall (fast) freie Hand in der Unternehmensführung und kann unter anderem Kredite aufnehmen, Grundstücke verkaufen oder die Steuererklärung unterschreiben.

Die bevollmächtigte Person muss deshalb in jedem Fall vertrauenswürdig sein. Sonst kann schnell großer wirtschaftlicher Schaden entstehen.

Wie erteile ich eine Unternehmervollmacht?

Eine Unternehmervollmacht sollten Sie immer schriftlich und in Zusammenarbeit mit einem Rechtsanwalt erteilen.

Nur so haben Sie die Sicherheit, dass die Vollmacht im Ernstfall auch gültig ist.

Diese 3 Vollmachten werden in einer Unternehmervollmacht zusammengefasst

Eine Unternehmervollmacht betrifft nicht nur Ihren Betrieb, sondern auch Ihr Privatleben. Genau genommen werden 3 Vollmachten zusammengefasst, die unterschiedliche Auswirkungen auf Ihr Unternehmen und Ihr Privatleben haben.

1. Generalvollmacht

In der Generalvollmacht legen Sie eine Person fest, die für Sie die Geschäfte Ihrer Firma übernimmt.

Eine Generalvollmacht ist die umfangreichste Vollmacht und bietet noch mehr Berechtigungen als eine Prokura.

Mit einer Generalvollmacht darf man beispielsweise:

  • Die Eintragung ins Handelsregister unterschreiben
  • Den Jahresabschluss unterschreiben
  • Prokuristen bestellen
  • Einen Insolvenz-Antrag unterschreiben
  • Grundstücke verkaufen oder belasten

2. Patientenverfügung

Mit einer Patienteverfügung legen Sie im Vorhinein fest, welche Behandlungen oder medizinische Eingriffe Sie im Falle Ihrer Handlungsunfähigkeit durchführen lassen möchten (siehe §1901a BGB).

Sie können beispielsweise festlegen, das lebensverlängernde Maßnahmen in bestimmten Fällen unterlassen werden sollen.

Anmerkung: Eine Patientenverfügung hat keinen direkten Einfluss auf Ihr Unternehmen, sondern betrifft Sie als Privatperson.

3. Betreuungsverfügung

Im Gegensatz zu einer Patientenverfügung legt eine Betreuungsverfügung nicht fest, welche Behandlungen durchgeführt werden sollen, sondern welche Personen bestimmte Entscheidungen für Sie treffen.

Sie bestimmen also Personen, die im Ernstfall entscheiden, ob eine gewisse Behandlung durchgeführt wird oder nicht. Außerdem bestimmen diese Bevollmächtigten wer Ihre Pflege übernimmt.

Anmerkung: Wie eine Patientenverfügung, regelt auch eine Betreuungsverfügung Ihr Privatleben und betrifft Ihr Unternehmen nicht direkt.

Was passiert, wenn es im Notfall keine Unternehmensvollmacht gibt?

Achtung: Es gibt keine automatische Vertretung durch enge Angehörige, wie Ehepartner, Kinder oder Eltern. Ist keine Unternehmervollmacht vorhanden, kommt es immer zu einem gerichtlichen Betreuungsverfahren.

Heißt für Ihr Unternehmen: Ohne eine im Vorhinein bestimmte, umfangreiche Unternehmervollmacht kann Ihre Firma mehrere Wochen lang handlungsunfähig sein.

Denn bis das Betreuungsverfahren abgeschlossen ist, gibt es keinen Bevollmächtigten.

Während dieser Zeit können keine Verträge abgeschlossen oder Kredite beantragt werden. Im schlimmsten Fall kann sogar niemand auf Ihr Firmenkonto zugreifen.

Vor allem bei kleineren oder mittelgroßen Betrieben reicht diese kurze Zeit schon aus, um massive finanzielle Schäden von mehreren Tausend Euro anzurichten. Für viele Unternehmen wäre das existenzbedrohend und könnte in weiterer Folge zu einer Insolvenz führen.

Fazit: Nur mit einer Unternehmensvollmacht ist Ihre Firma im Notfall handlungsfähig

Soll Ihre Firma im Notfall handlungsfähig bleiben, müssen Sie mit einer umfangreichen Unternehmervollmacht vorsorgen.

Nur mit einer Unternehmervollmacht können Sie Ihre geschäftlichen und privaten Angelegenheiten unbürokratisch nach Ihren Wünschen regeln.

Stellen Sie keine Vollmachten aus, geben Sie diese Kontrolle aus der Hand.

In der Praxis werden diese Vorsorgemaßnahmen jedoch fast nie getroffen. In vielen Fällen geht das auch eine zeitlang gut.

Aber: Kommt es wirklich unvorhergesehen zu einem Unfall oder einer schweren Erkrankung, ist das Unternehmen nicht mehr handlungsfähig.

Ohne umfangreiche Vollmachten ist Ihre Firma dann wie paralysiert und kann keine Geschäfte mehr abschließen. Dadurch entstehen Tausende Euro Schaden und vor allem bei kleineren Unternehmen kann das schnell zum Ruin führen.

Sie möchten mehr zur Unternehmervollmacht wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zur Unternehmervollmacht haben oder gerne wissen möchten, welche Punkte eine Unternehmervollmacht konkret enthalten muss, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können  Sie mich jederzeit via E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Management-Buy-Out

Unternehmensverkauf an die Mitarbeiter: Das ist der größte Fehler beim Management-Buy-Out

Sie sind Unternehmer und haben mit jahrzehntelanger Arbeit eine erfolgreiche Firma aufgebaut? Ihre Unternehmer-Laufbahn neigt sich aber jetzt dem Ende zu und Sie sind auf der Suche nach einem passenden Nachfolger?

Einer Ihrer Mitarbeiter möchte die Firma gerne übernehmen und Sie überlegen, ob Sie ihm Ihr Lebenswerk tatsächlich anvertrauen sollen?

Im Rahmen der Nachfolgeplanung ist das für Unternehmer häufig eine schwierige Situation: Als treuer Mitarbeiter versteht diese Person das alltägliche „Handwerk“ in Ihrem Betrieb.

Dennoch sind Sie sich nicht sicher, ob auch ausreichende unternehmerische Fähigkeiten vorhanden sind. Schließlich hat dieser Mitarbeiter keinerlei Erfahrung in der Unternehmensführung und muss diesen „Beruf“ erst von der Pike auf lernen.

Diese Zwickmühle kenne ich nur zu gut: Denn als Steuerberater in Hamburg habe ich mich unter anderem auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert. Auch einige meiner Mandanten haben sich in der Vergangenheit dazu entschlossen, ihr Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter zu übergeben.

Meiner Erfahrung nach wird dabei ein schwerer Fehler immer wieder begangen.

Bei einem Mandanten führte dieser Fehler sogar innerhalb von 4 Jahren zur Pleite des Unternehmens und die Firma musste Insolvenz anmelden. Was war passiert?

Das erfahren Sie weiter unten in diesem Artikel…

Zuerst möchte ich Ihnen jedoch erklären, was ein Management-Buy-Out überhaupt ist und wie er sich von einem „normalen“ Unternehmenskauf unterscheidet.

Was ist ein Management-Buy-Out?

Als Management-Buy-Out bezeichnet man den Unternehmensverkauf an einen Mitarbeiter.

Grundsätzlich läuft dieser Verkauf wie jede andere Betriebsübernahme ab: Der Betrieb wird von einem externen Unternehmensberater bewertet und der ermittelte Wert bildet die Basis für die Preisverhandlungen.

Wird eine Einigung erzielt, übernimmt der Interessent das Unternehmen sowie alle steuerrechtlichen Haftungen vom derzeitigen Inhaber.

Wie unterscheidet sich ein Management-Buy-Out von einem „normalen“ Unternehmensverkauf?

Im Großen und Ganzen unterscheidet sich ein Management-Buy-Out kaum von einem anderen Unternehmensverkauf.

Der einzige bedeutende Unterschied: Kauft ein Mitarbeiter Ihr Unternehmen, verringert seine bisherige Arbeitsleistung in der Regel Ihren Verkaufspreis.

Denn die jahrelange Mitwirkung eines Angestellten im Unternehmen wird in vielen Bewertungsverfahren berücksichtigt.

Ansonsten gelten beim Management-Buy-Out die gleichen Regeln wie bei einem Verkauf an eine betriebsfremde Person.

Der größte Fehler beim Management-Buy-Out: Falscher Mitarbeiter übernimmt die Firma

In sehr vielen Fällen verwechselt ein Unternehmensinhaber einen guten Mitarbeiter mit einem guten Unternehmer. Heißt: Nur weil ein Mitarbeiter jahrelang gute Arbeit in Ihrer Firma geleistet hat, bedeutet das nicht, dass er auch für die Unternehmensführung geeignet ist.

Laut meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg ist das der bei weitem am häufigsten begangene Fehler von Unternehmern bei einem Management Buy-Out.

Für die Führung eines Unternehmens werden nämlich in der Regel andere Kompetenzen und Erfahrungen als für einen Angestellten-Posten benötigt.

Außerdem kommt es häufig zu Konflikten mit anderen, jahrelangen Arbeitskollegen: Aus einem rein freundschaftlichen wird plötzlich ein geschäftliches Verhältnis.

Einige Mitarbeiter können das nicht akzeptieren und möchten sich von einem ehemaligem Kollegen nichts sagen lassen.

Deshalb sollten Sie sich als Unternehmer bei der Auswahl eines passenden Nachfolgers unbedingt externe Hilfe holen. Eine betriebsfremde Person kann in den meisten Fällen besser beurteilen, ob sich die Person als Inhaber eignet.

Haben Sie einen passenden Mitarbeiter ausgewählt, sollten Sie Ihn zusätzlich unternehmerisch ausbilden. Diese Ausbildung sollte dann in eine Testphase übergehen und erst dann entscheiden Sie endgültig, ob Sie Ihr Unternehmen an diese Person übergeben.

Pleite 4 Jahre nach der Übernahme: Fehler beim Management-Buy-Out mit detailliertem Fallbeispiel erklärt

Einer meiner Mandanten hat sich vor einigen Jahren dazu entschieden, sein Unternehmen an einen seiner leitenden Angestellten zu übergeben.

Vor der Übergabe verfügte das Unternehmen über ein Eigenkapital von 3 Millionen Euro, abbezahlten Immobilien-Besitz und mehr als 400.000 Euro an Barvermögen.

4 Jahre nach der Übernahme war das Unternehmen insolvent.

Außerdem war der neue Eigentümer auch privat insolvent und wurde rechtskräftig zu Geldstrafen wegen Insolvenzverschleppung und Bilanzbetrug verurteilt.

Wie konnte das passieren?

Ganz einfach: Obwohl der neue Eigentümer bereits in leitender Position beim Unternehmen tätig war, war er mit seiner neuen Rolle als Inhaber komplett überfordert.

Die Mitarbeiter konnten sich nur schwer damit abfinden, dass ein ehemaliger Kollegen plötzlich zum Chef wurde und das Betriebsklima litt spürbar darunter.

Auch die Qualität der Produkte ließ nach und zusammen mit Fehlinvestitionen in millionenhöhe waren die Eigenkapital- und Barreserven nach 4 Jahren aufgebraucht.

Um an weitere Kredite zu gelangen, fälschte er mit der Hilfe eines Wirtschaftsprüfers die Bilanz. Er dachte, dass er nur ein bisschen Zeit gewinnen muss und das Unternehmen über kurz oder lang profitabel werden wird.

Das gelang allerdings nicht und der Schwindel flog auf.

Das Ergebnis: Der Wirtschaftsprüfer verlor seine Lizenz und musste eine Geldstrafe zahlen. Wie oben erwähnt war das Unternehmen und der neue Inhaber insolvent. Oben drauf folgte noch die rechtskräftige Verurteilung wegen Bilanzbetrug und Insolvenzverschleppung.

Fazit: Management-Buy-Out? Ja, aber nur mit dem oder der Richtigen!

Grundsätzlich ist eine Betriebsübernahme durch einen langjährigen Mitarbeiter durchaus positiv: Er kennt das Unternehmen, weiß wie das Tagesgeschäft abläuft und ist in der Regel leidenschaftlich dabei.

Aber: Nicht jeder gute Mitarbeiter ist auch ein guter Unternehmer.

Deshalb sollten Sie sich bei der Auswahl eines passenden Mitarbeiters im Idealfall externe Hilfe suchen und den ausgewählten Mitarbeiter unternehmerisch ausbilden.

Ansonsten kann der Management-Buy-Out schnell in der Unternehmenspleite und mit hohen Geldstrafen enden.

Sie haben weitere Fragen zum Management-Buy-Out oder benötigen bei Ihrer Nachfolge-Planung die Hilfe eines erfahrenen Steuerberaters? Gerne können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular erreichen.

Als Steuerberater in Hamburg habe ich mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmenskauf-Symbolbild

Wie Sie ein Unternehmen kaufen und erst später dafür bezahlen

Sie sind Unternehmer und am Kauf einer anderen Firma interessiert? Wissen Sie, wie der Kauf aus steuerlicher Sicht idealerweise ablaufen sollte?

Ist es besser den gesamten Betrag sofort zu bezahlen, oder macht auch eine über mehrere Jahre aufgeteilte Zahlung Sinn?

Aus meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass viele Unternehmer beim Kauf eines anderen Betriebs unsicher sind. Hier geht es immer um sehr viel Geld und ein Fehler kann Sie schnell Tausende Euro kosten.

In vielen Fällen ist es schlichtweg nicht möglich, den gesamten Kaufpreis eines Unternehmens auf einen Schlag zu bezahlen.

Eine häufige Frage lautet dann: Ist der Kauf eines Unternehmens für mich überhaupt möglich?

Die Antwort darauf: Ja, ein Unternehmenskauf ist auch in diesem Fall möglich. Aus Sicht des Käufers ist es sogar besser, den Kauf auf mehrere Etappen aufzuteilen.

Wie eine solche Aufteilung am besten ablaufen sollte, erkläre ich Ihnen in diesem Artikel. Ich erkläre Ihnen Schritt-für-Schritt und leicht verständlich, welche Methoden in der Praxis zur Anwendung kommen und worauf Sie achten müssen.

In diesen 3 Schritten sollte ein Unternehmenskauf ablaufen

Als Steuerberater in Hamburg hat sich bei mir der Unternehmenskauf in folgenden 3 Schritten als eine sehr gute Lösung bewährt:

Schritt 1: Beteiligung zu einem kleinen Anteil

Zuerst sollten Sie sich mit einem kleinen Anteil von 1 bis 5 % (auch Zwergenanteil genannt) am Unternehmen beteiligen. So erzeugen Sie bereits einen Mitunternehmerstatus und eine zukünftige Wertsteigerung nach Ihrem Erst-Einstieg erhöht Ihren Kaufpreis nicht.

Das hört sich jetzt vielleicht verwirrend an, deshalb erkläre ich Ihnen dieses Prinzip am besten anhand eines praktischen Beispiels:

Angenommen Sie beteiligen sich mit einem kleinen Anteil an einem Unternehmen, dass Sie kaufen möchten. Zu diesem Zeitpunkt ist der Betrieb 1.000.000 Euro wert.

Bevor Sie das Unternehmen endgültig kaufen, arbeiten Sie 3 Jahre lang im Unternehmen mit und bereiten alles für eine geordnete Übergabe des Unternehmens vor.

Während dieser Zeit laufen die Geschäfte sehr gut und das Unternehmen ist nach diesen 3 Jahren nicht mehr 1.000.000 Euro, sondern 1.500.000 Euro wert.

Da Sie bereits Mitunternehmer sind, ist dieser Wertzuwachs für den Kaufpreis nicht relevant.

Hätten Sie die Übernahme allerdings nur vorbereitet, ohne am Unternehmen mit einem kleinen Anteil beteiligt zu sein, müssten Sie den Wertzuwachs während dieser Zeit „mitbezahlen“.

Als Käufer ist es für Sie deshalb meistens von Vorteil, wenn Sie schon vor der eigentlichen Übernahme mit einem kleinen Anteil beteiligt sind.

Schritt 2: Aufstockung der Beteiligung durch eine Put & Call-Option nach 3-5 Jahren

Mit einer Put & Call Option sichern Sie sich das Recht zu, einen festgeschriebenen Anteil am Unternehmen kaufen zu können. So können Sie Ihren Zwergenanteil nach einigen Jahren aufstocken.

Der Vorteil für Sie: Sie sind nicht dazu verpflichtet diese Option auch tatsächlich ausüben zu müssen.

Merken Sie während Ihrer „Probezeit“, dass Sie das Unternehmen doch nicht kaufen möchten, können Sie die Option verstreichen lassen und aus dem Unternehmen aussteigen.

Schritt 3: Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren

Nach 10 Jahren sollten Sie das Unternehmen ganz übernehmen und den ausstehenden Kaufpreis auf einmal bezahlen.

So können Sie die finanzielle Last des Unternehmenskaufs vom Ersteinstieg in die Zukunft verschieben und müssen erst nach Ablauf dieser 10 Jahre einen Großteil des Kaufpreises überweisen.

Bis dahin sollte die Unternehmensnachfolge abgeschlossen sein und der Betrieb bereits profitabel unter Ihrer Führung laufen.

Alternative zum „normalen“ Unternehmenskauf: Die Verschmelzung

Eine andere Möglichkeit für einen zeitlich aufgeteilten Unternehmenskauf bietet Ihnen eine sogenannte Verschmelzung.

Hier werden einerseits Ihr eigenes Unternehmen und auch das Unternehmen, das Sie kaufen möchten, in eine Holding-Gesellschaft eingebracht. Die Anteile an dieser Holding werden zunächst unter Ihnen und dem Inhaber des anderen Unternehmens aufgeteilt.

Sie können aber schon das andere Unternehmen als Geschäftsführer übernehmen und die Übernahme vorbereiten. Nach einer vertraglich vereinbarten Zeitspanne übernehmen Sie dann alle Anteile an der Holding und sind somit Eigentümer beider Unternehmen.

Wichtig: Bei einer Verschmelzung sollten Sie immer eine gemeinsame Probezeit und eine Exit-Lösung festlegen.

Merken Sie während der Probezeit, dass eine Übernahme doch keinen Sinn macht, können Sie die beiden Unternehmen mithilfe einer festgelegten Exit-Lösung einfach voneinander trennen.

Viele Rechtsanwälte und Steuerberater verzichten aber auf eine solche vertraglich festgelegte Exit-Lösung. Das führt dazu, dass bei einer Auflösung der Holding während der Probezeit rechtliche Komplikationen entstehen und die beteiligten Unternehmen in der Schwebe hängen.

Eine Probezeit und eine Exit-Lösung sollte deshalb immer im Vorhinein vertraglich vereinbart werden.

Fazit: Ein Unternehmenskauf ist auch in Etappen möglich

Als Unternehmer müssen Sie beim Kauf eines anderen Betriebs nicht zwingend den gesamten Kaufpreis sofort bezahlen. Aus Käufer-Sicht macht es sogar Sinn, die Zahlung auf mehrere Etappen aufzuteilen und in die Zukunft zu schieben.

Zwei Kauf-Varianten, die in der Praxis häufig eingesetzt werden sind:

  • 3 Stufiger Ablauf: Beteiligung mit einem kleinen Anteil (1-5 %), Aufstockung der Anteile mit Put & Call Option nach 3-5 Jahren und Bezahlung des Restkaufpreises nach 10 Jahren.
  • Eine Verschmelzung von zwei Unternehmen mithilfe einer Holdinggesellschaft und Übernahme der gesamten Holding-Anteile nach einer Probezeit

Wenn Sie auf eine dieser Optionen zurückgreifen wollen, benötigen Sie aber unbedingt die Hilfe eines erfahrenen Steuerberaters. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen nur verdeutlichen, was aus Sicht eines Unternehmers möglich wäre.

Welches Vorgehen für Sie tatsächlich am besten ist, kann nur ein Steuerberater nach einer genauen Analyse Ihrer Situation beurteilen. Pauschal zu sagen, welche Übernahmeform für Sie am besten ist, wäre nicht seriös.

Wenn Sie Interesse an einer solchen Analyse haben und ich Sie Schritt-für-Schritt beim Unternehmenskauf begleiten soll, können Sie mich gerne kontaktieren.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular erreichen.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Top-4-Beitraege-Unternehmensverkauf

Geballtes Wissen für Unternehmer (Teil 4): Meine 4 besten Tipps zum Unternehmensverkauf aus dem Jahr 2019

Sie sind erfahrener Unternehmer und gerade dabei, Ihre Unternehmensnachfolge zu planen? Weil keines Ihrer Kinder Ihren Betrieb übernehmen möchte, denken Sie darüber nach, Ihr Unternehmen zu verkaufen?

Sie möchten Ihr Lebenswerk aber nicht an den erstbesten Interessenten „verscherbeln“, sondern einen Käufer finden, der einen angemessenen Preis bezahlt und Ihr Unternehmen erfolgreich weiterführt?

Laut meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg gibt es in diesem Bereich viele Unsicherheiten. Jeder möchte seine Firma in gute Hände abgeben, aber nur wenige Unternehmer haben während Ihrer Laufbahn bereits eine Firma verkauft.

Sie haben deshalb keinerlei Erfahrungswerte und suchen einen erfahrenen Partner, auf den sie sich verlassen können.

Ich habe mich auf die Beratung von Unternehmern bei der Unternehmensnachfolge spezialisiert schon viele Unternehmer in ähnlichen Situationen beraten.

In der Vergangenheit wurde ich neben der Käufer-Suche auch oft zu den ungefähren Beratungs- und Anwaltskosten sowie häufigen Verkaufs-Fehlern von anderen Unternehmern gefragt.

Diese und weitere häufige Fragen habe ich im vergangenen Jahr mit ausführlichen Blogbeiträgen beantwortet. Mein Ziel dabei: Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrungen beim Thema Unternehmensverkauf möglichst vielen Unternehmern zugänglich machen.

Für Sie habe ich meine 4 besten Tipps aus allen Unternehmensverkauf-Beiträgen in diesem Artikel übersichtlich zusammengefasst. Außerdem verlinke ich auch immer auf den dazupassenden, detaillierten Artikel.

Die 4 besten Tipps für den Verkauf Ihres Unternehmens

Tipp 1: So finden Sie einen seriösen Käufer 

Am Beginn eines geplanten Unternehmensverkaufs steht häufig die Suche nach einem passenden Käufer. Dieser Käufer sollte im Idealfall:

  • Ihre ungefähre Preisvorstellung teilen
  • Dem geplanten Übergabezeitpunkt zustimmen und
  • Ihr Übergangsszenario akzeptieren.

Nur: Wo finden Sie einen solchen Käufer?

Eins gleich vorweg: Einen idealen Käufer findet man leider nur in den seltensten Fällen über Nacht. Realistischerweise müssen Sie 5 bis 10 Jahre einplanen, um einen Käufer zu finden, der den 3 oben genannten Kriterien entspricht.

Häufig verlassen sich Unternehmer hier auf Ihr aufgebautes Netzwerk oder verkaufen das Unternehmen an einen langjährigen Mitarbeiter.

Wahrscheinlich werden Sie aber auch Angebote von Hedge- oder Vermögensverwaltungsfonds erhalten. Da diese Investoren aber immer die höchstmögliche Rendite erzielen möchten, sind diese Angebote aber nur in den seltensten Fällen für Sie rentabel.

Welche Fehler Sie bei der Käufer-Suche noch vermeiden sollten und welche Möglichkeiten Ihnen beim Verkauf offenstehen, erkläre ich Ihnen in diesem ausführlichen Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-2-so-finden-sie-einen-serioesen-kaeufer/

Tipp 2: So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler 

Für viele Unternehmer kommt der Verkauf Ihrer Firma nur einmal am Ende Ihrer unternehmerischen Laufbahn vor. Deshalb hat man keine Erfahrungswerte und muss sich erst in die Verkaufs-Thematik einarbeiten.

Ein guter Startpunkt ist hier, andere Unternehmensverkäufe zu analysieren und aus den Fehlern anderer zu lernen.

Damit Sie sich diese Informationen nicht mühsam zusammensuchen müssen, habe ich 4 klassische Verkaufs-Fehler von Unternehmern für Sie zusammengefasst. Meiner Erfahrung nach werden vor allem diese Fehler immer wieder begangen:

  • Die Regelung der Sanierungsklausel vergessen
  • Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten
  • Keine Festlegung von Exit-Klauseln
  • Zu späte Regelung des Verkaufes

Warum diese Fehler beim Unternehmensverkauf so verheerend sind und wie Sie sie mit konkreten Maßnahmen verhindern können, lesen Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-3-so-vermeiden-sie-die-4-haeufigsten-fehler/

Tipp 3: Das müssen Sie beim Unternehmensverkauf ins Ausland beachten 

Sie befinden sich gerade auf der Suche nach einem seriösen Käufer für Ihr Unternehmen und haben eine Anfrage aus dem Ausland erhalten? Oder zieht sich die Suche in die Länge und Sie möchten auch ausländische Interessenten ansprechen?

Nur: Aus rechtlicher Sicht gibt es hier mehrere Punkte, auf die Sie achten müssen.

  1. Risikobeurteilung des potentiellen Käufers:
    • Nur Interessenten aus politisch stabilen Ländern
    • Nur Interessenten mit einer Bürgschaft
    • Vertrauen Sie im Zweifel Ihrem Bauchgefühl
  2. Verkaufsvertrag richtig aufsetzen:
    • Legen Sie Deutschland als Gerichtsstand fest
    • Schützen Sie sich mit einer Sanierungsklausel vor Steuernachzahlungen
    • Regeln Sie Ihre Rechte und Pflichten gegenüber Ihren Arbeitnehmern
    • Legen Sie fest, ob alle Verbindlichkeiten vom Käufer mitübernommen werden
  3. Steuerlast beim Verkauf optimieren:
    • Nutzen Sie die Fünftelregelung
    • Sind Sie älter als 55 haben Sie beim Verkauf Anspruch auf einen vergünstigten Steuersatz

 

Wie Sie diese 3 Punkte im Detail regeln und so den Verkauf Ihres Unternehmens reibungslos abwickeln, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/steuern-kaeuferwahl-vertraege-das-muessen-sie-beim-unternehmensverkauf-ins-ausland-beachten/

Tipp 4: Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen 

Meiner Erfahrung nach lassen sich Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf auf 5 Haupt-Posten aufteilen:

  1. Kosten bei der Finanzierung
  2. Kosten für die Unternehmensbewertung
  3. Kosten für das Auditing (=Prüfung) der Geschäftsunterlagen
  4. Amtsgerichtskosten
  5. Kosten für Notar & Rechtsanwalt

Ohne genaue Planung und Vorauskalkulation können diese Kosten schnell aus dem Ruder laufen. Einer meiner Mandanten ließ beispielsweise 33 unterschiedliche Unternehmensbewertungen erstellen, da ihm der Interessent in den Verhandlungen vorwarf, dass der Verkaufspreis zu hoch angesetzt war.

Das Ganze kostete ihm schlussendlich 350.000€.

In einer solchen Situation ist es allerdings immer besser, die Verhandlungen schon vor diesem „Bewertungswahnsinn“ abzubrechen und einen anderen Käufer zu suchen.

Das ist allerdings nur möglich, wenn Sie früh genug mit den Verkaufs-Planungen beginnen. Starten Sie zu spät, können Sie sich diesen „Luxus“ nicht leisten und müssen so lange mit diesem Interessenten verhandeln, bis Sie eine Einigung erzielen.

Unterm Strich kostet Sie das Nerven, wertvolle Lebenszeit und Sie werden vermutlich als Verlierer aus diesen Verhandlungen hervorgehen.

Wie Sie Ihre Kosten beim Unternehmensverkauf möglichst gering halten erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Blogbeitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensverkauf-teil-1-mit-diesen-kosten-muessen-sie-rechnen/

Fazit: Planung als Schlüssel zum erfolgreichen Unternehmensverkauf

Beim Unternehmensverkauf ist eine umfassende und vor allem rechtzeitige Planung entscheidend. Egal, ob Sie einen seriösen Käufer suchen, häufige Fehler anderer Unternehmer vermeiden möchten oder Ihre Verkaufs-Kosten reduzieren wollen: Ohne Strategie und ausreichende Vorlaufzeit wird es für Sie schwierig, meine Tipps aus diesem Beitrag umzusetzen.

Deshalb müssen Sie mindestens 5 Jahre vor dem geplanten Verkauf mit Ihren Planungen beginnen. Tun Sie das nicht, müssen Sie sich vielleicht mit dem erstbesten Angebot zufriedengeben und können Ihre steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten nicht voll ausschöpfen.

Wenn Sie nicht genau wissen, womit Sie bei Ihren Planungen beginnen müssen und wie Sie Ihre optimale Verkaufs-Strategie festlegen, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Ich habe mich auf die Unternehmensnachfolge spezialisiert und schon viele Unternehmer beim erfolgreichen Verkauf Ihres Betriebs begleitet.

Bei Fragen können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Geballtes Wissen für Unternehmer (Teil 2): Meine 5 beliebtesten Beiträge zum Thema Unternehmenskauf

Spielen Sie mit dem Gedanken ein Unternehmen zu kaufen? Sie erhoffen sich, durch den Kauf neue Märkte erschließen zu können oder möchten „Zugriff“ auf wertvolle Kundenbeziehungen bekommen?

Als Steuerberater in Hamburg kann ich diese Gründe sehr gut nachvollziehen. Auch viele meiner Mandanten möchten Ihr Geschäftsfeld erweitern und mit dem Kauf eines anderen Unternehmens den Grundstein dazu legen.

Jedoch ist die Unsicherheit beim Thema „Unternehmenskauf“ nach wie vor groß. Viele Unternehmer wissen nicht, worauf Sie achten müssen und welche Punkte Sie keinesfalls vergessen dürfen.

Deshalb habe ich mir letztes Jahr das Ziel gesetzt, häufige Fragen meiner Mandanten zu diesem Thema mit ausführlichen Blogbeiträgen zu beantworten. So möchte ich möglichst vielen Unternehmern beim Kauf eines Betriebs weiterhelfen.

Die Beiträge wurden von meinen Lesern sehr gut aufgenommen und die Resonanz via E-Mail und Telefon hat den Erfolg meiner Strategie bestätigt. In diesem Beitrag fasse ich deshalb die besten 5 Beiträge zum Thema Unternehmnskauf übersichtlich zusammen und verlinke auch jeweils auf die ausführlichen Artikel.

Meine Top 5 Beiträge aus 2019 im Bereich „Unternehmenskauf“

Platz 5: Achtung bei Betriebsübernahme: Sie haften strafrechtlich für illegale Fehltritte Ihres Vorgängers 

Wussten Sie, dass Sie nach dem Kauf eines Unternehmens auch für illegale Vorgänge vor der Übernahme strafrechtlich belangt werden können?

Denn mit der Übernahme eines Betriebs treten Sie ohne entsprechende Vorbereitung die vollumfängliche Haftung für alle Aktivitäten Ihres Vorgängers an. Ihnen kann dann im schlimmsten Fall Bilanzbetrug oder auch Steuerbetrug vorgeworfen werden. Bei einer Verurteilung können Sie für diese Anklagepunkten sogar im Gefängnis landen.

Deshalb müssen Sie vor dem Kauf eines Unternehmens unbedingt prüfen, ob es Unregelmäßigkeiten oder Hinweise auf illegale Tätigkeiten in diesem Unternehmen gibt. Wie Sie dabei im Detail vorgehen und welche Punkte Sie auf jeden Fall prüfen müssen, erkläre ich Ihnen in meinem umfangreichen Blogbeitrag zur Haftung bei der Betriebsübernahme.

In diesem Beitrag erfahren Sie außerdem, wie Sie Ihre Haftung bei der Betriebsübernahme beschränken und wie Ihnen ein Tax CMS in solch einem Fall helfen kann.

Hier klicken, um zum detaillierten Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/achtung-bei-betriebsuebernahme-sie-haften-strafrechtlich-fuer-illegale-fehltritte-ihres-vorgaengers/

Platz 4: Digitalisierung von Kundendaten (Teil 1): Diese 3 Vorteile beschert es beim Unternehmenskauf 

Stellen Sie sich vor, Sie haben beim Unternehmenskauf die Wahl zwischen 2 Unternehmen: Unternehmen A und Unternehmen B. Nach einer genauen Analyse der Bilanz und dem zukünftigen Potential sind beide Unternehmen für Sie als Käufer in etwa gleich attraktiv.

Unternehmen A hat jedoch bereits alle Kundendaten digitalisiert und in eine Datenbank eingetragen. Bei Unternehmen B sind diese Daten teilweise in unübersichtlichen Excel-Listen notiert oder überhaupt nur als Ausdrucke vorhanden.

Ist dieser kleine Unterschied, Grund genug, Unternehmen A den Vorzug zu geben?

Als Steuerberater kann ich Ihnen sagen: Definitiv ja!

Durch die digitalisierten Daten haben Sie nämlich 3 entscheidende Vorteile. Welche Vorteile das sind und wie Sie als Käufer konkret von diesen Punkten profitieren, erfahren Sie in meinem ausführlichen Blogbeitrag zum Thema Unternehmenskauf und Digitalisierung.

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/digitalisierung-von-kundendaten-diese-3-vorteile-beschert-es-beim-unternehmensverkauf/

Platz 3: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen 

Seien wir ehrlich: Beim Verkauf der eigenen Firma würde wahrscheinlich jeder Unternehmer sein Lebenswerk im bestmöglichen Licht darstellen wollen.

Für Sie als Interessenten bedeutet das daher: Wenn Sie während der Verhandlungen eine vom Verkäufer in Auftrag gegebene Unternehmensbewertung erhalten, ist Vorsicht geboten.

Denn durch diverse Tricks, wie etwa dem Verschweigen von Risiken oder der Erstellung von zu optimistischen Prognosen, kann der Unternehmenswert künstlich in die Höhe getrieben werden.

Wie Sie als Käufer solche Tricks erkennen und welche Punkte eine Unternehmensbewertung wirklich seriös machen, erfahren Sie in meinem ausführlichen Beitrag zum Thema Bewertungen beim Unternehmenskauf.

Ich erkläre Ihnen leicht verständlich, welche Bewertungsverfahren in der Praxis verwendet werden und mit welchen 3 Tricks das Ergebnis häufig „aufgehübscht“ wird.

Platz 2: Sie wollen eine GmbH kaufen? Mit diesen 5 Schritten wird die Übernahme zum Erfolg 

Sie haben Interesse daran, in der Zukunft eine GmbH zu kaufen oder befinden sich vielleicht schon mitten in den Verhandlungen? Ihnen fehlt aber die nötige Erfahrung und Sie sind etwas unsicher?

Am liebsten hätten Sie eine Art Checkliste, die Sie Schritt-für-Schritt abarbeiten können und so keine wichtigen Punkte vergessen?

Damit sind Sie nicht allein. Viele meiner Mandanten haben Fragen zum Thema GmbH-Kauf und hätten gerne etwas, das ihnen die einzelnen Schritte bei der Übernahme erleichtert.

Deshalb habe ich für Sie eine ausführliche Checkliste mit folgenden 5 Schritten erstellt:

  • 1. Schritt: Die finanziellen Reserven überprüfen
  • 2. Schritt: Enthaftung von der Pensionsverpflichtung
  • 3. Schritt: Kontrolle aller Zahlen & Fakten
  • 4. Schritt: Einhaltung aller Gesetze
  • 5. Schritt: Steuerschonende Vorgehensweise

Worauf Sie bei diesen Schritten im Detail achten müssen und wie Sie diese Liste Schritt-für-Schritt abarbeiten, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in meinem ausführlichen Beitrag zur GmbH-Übernahme.

Hier klicken, um zum Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/5-schritte-zum-erfolgreichen-gmbh-kauf/

Platz 1: Die Vor- und Nachteile der Earn-Out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Sie sind am Kauf eines Unternehmens interessiert, fürchten sich aber vor zähen Preisverhandlungen, die Sie förmlich „aufreiben“? Deshalb suchen Sie nach Möglichkeiten, um diese Verhandlungen einfacher und im besten Fall sogar als Win-Win Situation für beide Seiten gestalten zu können?

Denn viele Unternehmensübernahmen scheitern nach anfangs guten Gesprächen beim Thema „Preis“.

Mit einer sogenannten Earn-Out-Klausel können Sie genau das verhindern und einen für beide Seiten akzeptablen Preis festlegen. Denn mithilfe eines „Earn-Outs“ können Sie den finalen Kaufpreis vom Unternehmenserfolg nach der Übernahme abhängig machen.

Das heißt: Direkt nach der Übernahme wird nur ein Teil des Kaufpreises fällig. Der weitere Teil ist abhängig vom finanziellen Erfolg.

Ist die Übernahme für Sie als Käufer profitabel, wird nach einem bestimmten Zeitraum eine im Vorhinein festgelegte Nachzahlung fällig. Stellt sich die Übernahme als unprofitabler „Flop“ heraus, fällt diese Nachzahlung niedriger aus.

Wann die Nachzahlung genau fällig wird, wie hoch die Zahlung ist und wie der Erfolg konkret bemessen wird, kann in der Earn-Out-Klausel festgelegt werden.

Welche Vorteile Sie als Käufer durch eine solche Earn-Out-Klausel haben und welche Tricks Verkäufer bei diesen Klauseln häufig einsetzen, erkläre ich Ihnen in diesem beleibten Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/die-vor-und-nachteile-der-earn-out-klausel-beim-unternehmenskauf/

Fazit: Planung und kompetente Beratung als Schlüssel zur erfolgreichen Übernahme

Meine 5 beliebtesten Beiträge zum Thema Unternehmenskauf eint vor allem eins: Um die beschriebenen Vorteile auch wirklich voll ausnutzen zu können, muss eine Übernahme gut geplant werden.

Idealerweise sollte diese Planung in Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Steuerberater durchgeführt werden. Denn der Kauf eines Unternehmens ist immer komplex und von Ihrer individuellen Situation, dem gekauften Unternehmen sowie weiteren Faktoren abhängig.

Sollten Sie noch keinen Steuerberater an Ihrer Seite haben und Hilfe benötigen beim Kauf eines Unternehmens benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei aufsuchen. Außerdem stehe ich Ihnen jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) zur Verfügung.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Verkauf-von-GmbH-Anteilen-Symbolbild

Sie möchten Ihre GmbH-Anteile verkaufen? Auf diese 4 Punkte müssen Sie achten

Sie sind an einer Gesellschaft beteiligt, möchten Ihre GmbH-Anteile aber gerne verkaufen? Sie wissen jedoch nicht, worauf Sie dabei achten müssen und welche steuerlichen Bestimmungen hier gelten?

Und wie steht es um die anderen Gesellschafter? Haben diese ein Mitspracherecht oder können Sie beim Verkauf frei entscheiden?

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg werde ich von meinen Mandanten immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Viele Gesellschafter sind hier unsicher und haben Angst, beim Verkauf einen Fehler zu begehen und zu viel Steuern zu zahlen.

Deshalb habe ich die häufigsten Fragen zum Verkauf von GmbH-Anteilen gesammelt und als Grundgerüst für diesen Beitrag verwendet.

Sie erfahren, warum Sie beim Verkauf unbedingt auf den Gesellschaftsvertrag, eine mögliche Sperrminorität oder steuerliche Freibeträge achten müssen. Außerdem erkläre ich Ihnen, warum Sie sich beim Verkauf Hilfe von einem Steuerberater holen sollten.

Diese 4 Punkte müssen Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile beachten

Hier fasse ich für Sie die wichtigsten Punkte, die Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile beachten müssen, leicht verständlich zusammen:

1. Überprüfen Sie die Satzung der GmbH auf Mitsprache- oder Vorkaufsrechte

Ob die anderen Gesellschafter der GmbH ein Mitspracherecht beim Verkauf haben, wird immer in der Satzung (=Gesellschaftsvertrag) bestimmt. Ein Mitspracherecht muss immer im Voraus in dieser Satzung festgeschrieben werden.

Steht nichts von einem Mitspracherecht im Gesellschaftsvertrag, müssen Sie auch niemanden um Zustimmung bitten.

Heißt für Sie: Bevor Sie aktiv nach einem Käufer für Ihre Anteile suchen, müssen Sie den Gesellschaftsvertrag genau überprüfen.

Neben einem Mitspracherecht kann auch noch ein Vorkaufsrecht für Ihre Mit-Gesellschafter in den Satzungen festgeschrieben werden.

Haben Sie also einen passenden Käufer für Ihre Anteile gefunden, können Sie den Verkauf nicht sofort abschließen. Denn hat einer Ihrer Mit-Gesellschafter Interesse an den Anteilen, kommt dieser vorher zum Zug.

Ähnlich wie beim Mitspracherecht, muss auch ein Vorkaufsrecht im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben sein.

2. Behalten Sie eine mögliche Sperrminorität im Auge

Sind Sie Mehrheitsgesellschafter und möchten nur einen Teil Ihrer GmbH-Anteile verkaufen, sollten Sie beim Verkauf immer auf auf eine mögliche Sperrminorität achten.

Eine Sperrminorität ist ein prozentualer Anteil von Stimmen, die in der Gesellschaft zwar eine Minderheit darstellen, aber dennoch einen Beschluss verhindern kann.

Dieser Anteil kann im Gesellschaftsvertrag frei festgelegt werden.

Sprich: Wird im Gesellschaftsvertrag eine beschlussfähige Mehrheit von mindestens 75% festgelegt, kann eine Sperrminorität schon mit 26% der Anteile erlangt werden.

In diesem Fall könnte ein Gesellschafter mit einem Anteil von 26% alle Entscheidungen der GmbH blockieren und Sie wären ohne seine Zustimmung handlungsunfähig.

Möchten Sie trotz des Verkaufs von GmbH Anteilen die volle Kontrolle über Ihr Unternehmen behalten, müssen Sie deshalb unbedingt wissen, mit welcher Beteiligung eine Sperrminorität erreicht wird.

Überprüfen Sie deshalb vor dem Verkauf immer Ihren Gesellschaftsvertrag.

Worauf Sie bei der Sperrminorität noch achten müssen und was eine Sperrminorität für den geschäftsführenden Gesellschafter einer GmbH bedeutet, habe ich Ihnen in einem anderen Beitrag für Sie zusammengefasst. Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/sperrminoritaeten-der-gmbh-worauf-muessen-sie-als-gesellschafter-achten/

3. Kennen Sie die steuerlichen Bestimmungen beim Verkauf und nutzen Sie Gestaltungsspielraum aus

Erzielen Sie aus dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen einen Gewinn, könnten diese Gewinne steuerpflichtig sein.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt gewesen sind. Dann sind Ihre Verkaufsgewinne steuerpflichtig.

Aus dieser Regelung ergibt sich steuerlicher Gestaltungsspielraum: Sie könnten beispielsweise Ihre Anteile auf 0,9% reduzieren und mit dem Verkauf dieser restlichen Anteile 5 Jahre warten.

Danach wäre dieser Erlös aus dem Verkauf der 0,9% nicht mehr nach §17 EStG zu beurteilen, da Sie ja zu keinem Zeitpunkt in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt waren.

Ist Ihr Verkaufserlös geringer als Ihre Verkaufskosten plus die historischen Anschaffungskosten, können Sie diesen Verlust eventuell steuerlich geltend machen.

Aber auch hier müssen Sie eine Voraussetzung erfüllen: Sie müssen in den letzten 5 Jahren durchgehend mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt gewesen sein.

Beachten Sie den Unterschied: Bei Gewinnen reicht bereits ein Tag in den letzten 5 Jahren mit einer Beteiligung von 1% oder mehr aus, um die Steuerpflicht auszulösen. Um Verluste geltend machen zu könne, müssen Sie allerdings wirklich jeden Tag in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% beteiligt gewesen sein.

Erfüllen Sie diese Voraussetzung, können Sie mit einem Verlust aus dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen Ihr zu versteuerndes Einkommen verringern.

Zusätzlich gibt es noch eine Sonderregelung: Halten Sie einen GmbH-Anteil von weniger als 1% kürzer als 12 Monate, sind Sie nach § 22 EStG steuerpflichtig. Beim Verkauf einer Beteiligung von weniger als einem Prozent kann es sich deshalb aus steuerlicher Sicht lohnen, die Anteile länger als ein Jahr zu halten.

Denn dann zahlen Sie auf einen eventuellen Verkaufsgewinn keine Steuern.

Außerdem gilt: Sind Sie beim Zeitpunkt des Verkaufs über 55 Jahre alt, können Sie laut §34 EStG auch eine attraktive Steuertarifersparnis in Anspruch nehmen.

4. Holen Sie sich Hilfe von einem Steuerberater

Mit dem Wissen aus diesem Beitrag legen Sie den Grundstein für einen erfolgreichen Verkauf Ihrer GmbH-Anteile. Sie wissen, auf welche grundsätzlichen Dinge Sie achten müssen.

Um alle Freibeträge aber auch wirklich nutzen und den Gesellschaftsvertrag korrekt überprüfen zu können, benötigen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit die Hilfe eines Steuerberaters.

Denn ein korrekter Verkauf Ihrer GmbH-Anteile ist komplizierter als man im ersten Moment glaubt. Nur ein erfahrener Steuerberater weiß, wie Sie die Freibeträge voll ausschöpfen können und so möglichst steuerschonend vorgehen.

Fazit: Achten Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile auf die Satzung, Sperrminorität und steuerliche Freibeträge

Überprüfen Sie vor dem Verkauf Ihrer GmbH-Anteile auf jeden Fall immer den Gesellschaftsvertrag auf mögliche Mitsprache- oder Vorkaufsrechte der anderen Gesellschafter.

Verkaufen Sie nur einen Teil Ihrer Beteiligung, sollten Sie in der Satzung kontrollieren, mit welcher (Minderheits)-Beteiligung eine Sperrminorität möglich ist. Ansonsten könnten Sie Ihre GmbH unabsichtlich handlungsunfähig machen.

Um beim Verkauf möglichst steuerschonend vorzugehen, müssen Sie auch alle oben erwähnten steuerlichen Freibeträge und Sonderregelungen nutzen. So können Sie Tausende Euro an Steuern sparen.

Um bei all diesen Punkten keine folgenschweren Fehler zu begehen, sollten Sie sich beim Verkauf von GmbH-Anteilen immer Hilfe von einem Steuerberater holen. Denn als „Steuer“-Laie wissen Sie wahrscheinlich nicht worauf Sie im Detail achten müssen.

Sie haben noch weitere Fragen zum Verkauf von GmbH-Anteilen oder benötigen eine professionelle Beratung eines erfahrenen Steuerberaters?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmensverkauf-Rente-Symbolbild

Normaler Unternehmensverkauf oder Verkauf gegen eine Rente: Darauf sollten Sie setzen

Sie sind gerade dabei, den Verkauf Ihres Unternehmens zu planen? Sie haben davon gehört, dass Sie Ihre Firma auch gegen eine Rente anstatt einer sofortigen Gesamt-Summe verkaufen können?

Bestimmt Fragen Sie sich jetzt, welche Variante die bessere ist. Auch in meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg kommen immer wieder Unternehmer mit dieser Frage auf mich zu.

Deshalb möchte ich Ihnen die häufigsten Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente in diesem Beitrag beantworten.

Sie erfahren, wie der Verkauf gegen eine Rente genau funktioniert, wie lange Sie diese Rente bekommen und was die steuerlichen Unterschiede zu einem „normalen“ Verkauf sind.

Zum Schluss erhalten Sie außerdem eine grundsätzliche Empfehlung von mir. Ich erkläre Ihnen, ob Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe oder gegen eine Rente verkaufen sollten.

Wie funktioniert der Unternehmensverkauf gegen eine Rente genau?

Hier wird die Verkaufssumme nicht sofort, sondern aufgeteilt über mehrere Jahre bezahlt. In der Regel erhalten Sie dann eine monatliche Rente, die Ihnen Ihr Nachfolger bezahlen muss.

Diese Rente bemisst sich immer am Betrag, den Sie beim Verkauf als Gesamt-Summe erhalten hätten. Sprich: Der gesamte Verkaufserlös ist die Basis für die Renten-Berechnung.

Wie eine solche Rente genau berechnet wird, können Sie in diesem Artikel des Instituts für Wissen in der Wirtschaft nachlesen: https://www.iww.de/mbp/experten-berichten-aus-der-praxis/der-praktische-fall-geschaeftsveraeusserung-gegen-leibrente-vergleich-zwischen-sofort-und-zuflussbesteuerung-f57187

Ich muss Sie allerdings warnen: Die genaue Berechnung ist kompliziert und Sie benötigen wirtschaftliches Fachwissen, um die Kalkulation wirklich zu verstehen.

Um den Rest dieses Beitrags zu verstehen, brauchen Sie dieses detaillierte Wissen aus dem anderen Artikel hingegen nicht.

Wie lange bekommen Sie diese Rente?

Die genaue Länge der Rentenzahlung kommt auf die Vereinbarung im Kaufvertrag an.

Die Rente muss Ihnen aber mindestens 25 Jahre lang nach Abschluss des Vertrags ausgezahlt werden, denn nur so wird sie dem Versorgungsgedanken des Gesetzgebers gerecht. Grundgedanke ist nämlich, Ihre laufende Versorgung in der Zukunft sicherzustellen.

Würde die Rente beispielsweise bereits 10 Jahre nach dem Verkauf enden, wäre diese laufende Versorgung nicht gewährleistet.

Alternativ kann auch vereinbart werden, dass die Rente bis zu Ihrem Tod gezahlt wird. Dann bestimmt logischerweise Ihr Tod, wie lange diese Rentenzahlungen geleistet werden müssen. Eine genaue Anzahl an Jahren wird nicht festgelegt.

So unterscheidet sich der Renten-Verkauf steuerlich von einem „normalen“ Verkauf

Verkaufen Sie Ihr Unternehmen für eine Gesamt-Summe, wird dieser Betrag immer sofort besteuert. Deshalb spricht man in der Fachsprache auch von einer Sofortbesteuerung. Hier können Sie von einem attraktiven Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG profitieren.

Mit diesem Freibetrag reduziert sich Ihr zu versteuernder Gewinn beim Unternehmensverkauf.

Abgesehen von diesem Beitrag haben Sie aber nur einen sehr geringen steuerlichen Gestaltungsspielraum.

Beim Unternehmensverkauf gegen eine Rente haben Sie hingegen die Wahl: Sie können Ihren Verkaufserlös entweder sofort besteuern oder eine sogenannte Zuflussbesteuerung nutzen.

Vereinfacht gesagt werden Ihre monatlichen Raten bei der Zuflussbesteuerung erst versteuert, wenn die Summe der bereits bezahlten Raten den Buchwert des Betriebsvermögens übersteigt.

Im Normalfall dauert es deshalb Jahrzehnte, bis Ihre monatliche Renten-Zahlungen besteuert werden. Sobald die Grenze erreicht ist, werden Ihre Raten jährlich zusammen mit Ihrem sonstigen Einkommen besteuert.

Deshalb haben Sie hier größere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten als bei einem „normalen“ Verkauf.

Bei der Zuflussbesteuerung können Sie allerdings den oben erwähnten Freibetrag nicht nutzen. Sie „erkaufen“ sich mehr oder weniger die zusätzlichen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Verzicht auf den Freibetrag.

Meine Empfehlung: Verkaufen Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe und nicht gegen eine Rente

Ein Unternehmnsverkauf gegen eine Rente kann aus rein steuerlicher Sicht durchaus Sinn machen. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können Sie so eine attraktivere Steuerprogression ausnutzen.

Aber: Sie wissen nie, ob Ihr Nachfolger das Unternehmen erfolgreich weiterführt und auch wirklich Ihre Rente zahlen kann. Denn geht das Unternehmen insolvent, ist es möglich, dass Sie nicht alle Raten erhalten.

In diesem Fall bleiben Sie auf einem Teil Ihres Verkaufspreises sitzen und müssen Ihre Ansprüche vielleicht in einem langwierigen Insolvenzverfahren durchsetzen. Das kostet Zeit und Nerven.

Deshalb rate ich Unternehmern immer dazu, Ihre Firma sofort für eine Gesamt-Summe zu verkaufen.

So erhalten Sie den gesamten Verkaufspreis sofort und müssen nicht hoffen, dass Ihr Nachfolger die Rente auch zahlen kann.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente oder benötigen Hilfe bei der Unternehmensnachfolge? Dann stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

Expertenmeinung-Unternehmensnachfolge-IKZ

Kleine Presseschau: Meine Experten-Meinung in der IKZ zum Thema Unternehmensnachfolge

In den letzten Wochen wurde ich in einem Artikel der prestigeträchtigen Haustechnik-Branchenzeitschrift IKZ zu meiner Meinung bei Notfällen in der Unternehmensnachfolge gefragt.

In diesem Beitrag fasse ich Ihnen diesen Beitrag kurz zusammen und stelle Ihnen den Link zum ausführlichen Beiträgen zur Verfügung. Außerdem verlinke ich auch noch auf themenverwandte Beiträge in meinem Blog, die Sie interessieren könnten.

Ernstfälle in der Unternehmensnachfolge: Meine Expertenmeinung in der IKZ

Angenommen Sie liegen nach einem schweren Autounfall auf der Intensivstation. Ihre Überlebenschancen sind gut, aber bis Sie wieder arbeitsfähig sind, werden noch etliche Monate vergehen.

Was passiert in der Zwischenzeit mit Ihrem Unternehmen? Sind Ihre Mitarbeiter ohne Sie als Inhaber komplett handlungsunfähig?

Als Unternehmer müssen Sie die Antworten auf diese Fragen kennen. Nur so kann Ihr Unternehmen im Notfall weiterbestehen. Unter anderem sollten Sie diese Punkte beachten:

  • Generalvollmacht für Ehepartner
  • Testament und Patientenverfügung im Safe
  • Zugang zu geschäftlichen Kern-Informationen

Worauf Sie bei den einzelnen Punkten genau achten müssen, können Sie im IKZ-Artikel nachlesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wie-shk-betriebe-auch-im-notfall-handlungsfaehig-bleiben/

Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge auf meinem Blog

Damit Sie erst gar nicht in eine Notfall-Situation kommen, sollten Sie Ihre Unternehmensnachfolge schon Jahre vor Ihrem geplanten Ruhestand planen.

Wie Sie dabei am besten vorgehen, können Sie in diesen Beiträgen nachlesen:

Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab

Problemfreie Unternehmensnachfolge dank der Digitalisierung, geht denn das?

GmbH und Erben: So regeln Sie die Nachfolge nach Ihren Wünschen

 

Sollten Sie weitere Fragen zur Unternehmsnachfolge haben oder eine professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen als kompetenter Steuerberater in Hamburg gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 03 03) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular (hier klicken!). Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Unternehmenskauf-finanzieren

Kredit oder Eigenkapital: So finanzieren Sie den Unternehmenskauf richtig

Sie würden gerne Ihr Geschäft erweitern und neue, attraktive Märkte erschließen? Ihr Plan ist es, dazu ein Unternehmen zu kaufen, um so schneller in einem neuen Land oder einer anderen Branche fußzufassen?

Unter den richtigen Voraussetzungen ist der Kauf eines Unternehmens mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, um ohne lange Vorlaufzeit in einem neuen Bereich in die Gänge zu kommen.

Für viele Unternehmer stellt sich jedoch die Frage: Wie finanziere ich dieses Vorhaben?

Soll ich am besten alles mit vorhandenem Eigenkapital bezahlen oder kann ich auch einen Kredit aufnehmen?

In meinem Alltag als Steuerberater werde ich von meinen Klienten häufig mit diesen Fragen konfrontiert. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Unternehmer hier unsicher sind. Und das ist auch gar nichts Schlechtes. Denn ein Unternehmenskauf ist eine große Investition und muss gut geplant werden.

Bevor man überhastet die falsche Entscheidung trifft, sollte man sich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Finanzierungen beim Unternehmenskauf im Klaren sein. Nur so kann man eine gute Entscheidung treffen.

Genau hier möchte ich mit diesem Blogbeitrag ansetzen. Ich erkläre Ihnen, welche Möglichkeiten Sie zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs grundsätzlich haben und von welchen Förderungen Sie zusätzlich profitieren könnten.

Unternehmenskauf-Finanzierung mit Eigenkapital

Aus der Sicht eines Steuerberaters wäre diese Variante die beste bei einem Unternehmenskauf.

So haben Sie als Unternehmer keinerlei Schulden bei Banken und sind daher auch keinem Kreditinstitut verpflichtet. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, einmal für einige Zeit nicht so rosig laufen, können Sie so nie in Rückzahlungs-Schwierigkeiten kommen.

In der Praxis ist eine gänzliche Finanzierung mit Eigenkapital aber meistens unrealistisch. Die Summen sind einfach zu hoch, um alles nur mit Eigenkapital zu bezahlen.

Haben Sie nicht genug Eigenkapital, gibt es aber mehrere Möglichkeiten, um neues Eigenkapital zu beschaffen. Sie oder Ihre Mit-Gesellschafter könnten beispielsweise zusätzliches Kapital aus der eigenen Tasche in das Unternehmen einzahlen.

Diese Option zur Eigenkapitalerhöhung ist wahrscheinlich allen Unternehmern bekannt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen aber 2 weitere Optionen vorstellen, die in der Praxis (noch) wenig verwendet werden, aber in manchen Fällen durchaus Sinn machen:

  1. Crowdfunding: Beim Crowdfunding beteiligen sich viele „kleinere“ Investoren, die oft auch Privatpersonen sind, an einem Unternehmen. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei dann meistens um stille Partner. Diese Methode ist besonders für Unternehmen geeignet, die „coole“ Projekte an End-Konsumenten verkaufen möchten. Denn bei diesen Projekten ist es einfacher, viele Investoren anzulocken. Die weltweit beliebteste Plattform, um eine Crowdfunding-Kampagne zu starten ist Kickstarter.
  2. Business Angels: Bei Business Angels handelt es sich um Investoren, die einem Unternehmen neben Ihrem Investment auch noch mit Ihrer Management-Erfahrung und Ihren Kontakten weiterhelfen. Man bekommt also nicht nur frisches Eigenkapital, sondern auch Know-How. Im Gegenzug versprechen sich die Business Angels eine Wertsteigerung ihres Unternehmens-Anteils. Hier finden Sie einen Überblick über Business Angels in Deutschland: https://www.business-angels.de/

Mit diesen beiden Möglichkeiten können Sie Ihr Eigenkapital aufbessern. Allerdings wird auch das in den meisten Fällen nicht ausreichen, um den gesamten Kaufpreis mit Eigenkapital zu decken. In diesem Fall können Sie auch bei einem Unternehmenskauf auf einen Kredit zurückgreifen.

Worauf Sie dabei achten müssen, erkläre ich Ihnen im nächsten Abschnitt.

Unternehmenskauf-Finanzierung mit Fremdkapital

Bei vielen Unternehmern ist ein Kredit sehr negativ behaftet. Dort sieht man eine Fremdfinanzierung als sprichwörtlichen „Klotz am Bein“. Durch einen hohen Kredit spiele man mit der Zukunft des Unternehmens, bekommt man da häufig zu hören.

Da ist auch sicherlich etwas Wahres dran. Einen Kredit sollten Sie nur nach sorgfältiger Überlegung abschließen. Außerdem sollte Ihre Eigenkapitalquote nie unter 20% rutschen, sonst bringen Sie Ihr Unternehmen langfristig in Gefahr.

Richtig eingesetzt können Sie aber speziell bei niedrigen Zinsen von einem Kredit profitieren. Denn ist Ihre Gesamtkapitalrendite höher als die Kreditverzinsung, steigern Sie mit diesem Kredit Ihre Eigenkapitalrendite.

Die Rendite, die Sie mit Ihrem geliehenen Geld erwirtschaften, ist also höher als Ihre Zins-Zahlungen. In der Fachsprache bezeichnet man das als Leverage Effekt.

Eine hohe Eigenkapitalrendite steigert Ihre Bonität bei Banken und macht Ihr Unternehmen auch für potentielle Investoren attraktiver.

Jedoch sollten Sie immer bedenken, dass bei einem Kredit immer ein Rest-Risiko bleibt. Auch wenn es geschäftlich einmal nicht so gut, müssen Sie Ihre Raten immer bezahlen können. Dieses Risiko müssen Sie immer einkalkulieren.

Hilfe beim Unternehmenskauf: Von diesen Förderprogrammen könnten Sie profitieren

Als Unternehmer können Sie beim Unternehmenskauf von attraktiven Förderungen profitieren. So bietet zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) geförderte Kredite an.

Bei diesen Krediten brauchen Sie meistens nur wenige Sicherheiten und haben eine gewisse Anzahl an tilgungsfreien Jahren zu Beginn des Kredits.

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Krediten der KfW: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/

Befindet sich Ihr Unternehmenssitz in Berlin, könnte auch ein geförderter Kredit der Investitionsbank Berlin (kurz IBB) für Sie interessant sein. Ähnlich wie die KfW brauchen Sie auch hier nur wenige Sicherheiten und profitieren von tilgungsfreien Jahren. Hier finden Sie mehr Informationen zur IBB: https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/foerderprogramme-a-z/foerderprogramme-a-z.html

Auch in anderen Bundesländern gibt es solche Investitionsbanken. Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Investitionsbanken in Deutschland: https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/berater-suchen/wo-beratung-gruendung/landesfoerderinstitute/

Fazit zur Unternehmenskauf-Finanzierung: Der richtige Mix aus Eigen- und Fremdkapital macht’s

Im Idealfall sollten Sie Ihren Unternehmenskauf mit eigenen Mitteln finanzieren. In der Realität ist das allerdings meistens nicht realistisch. Die Kaufpreise sind dafür einfach zu hoch. In diesem Fall können Sie auf einen Kredit zurückgreifen.

Das ist vor allem in Zeiten von niedrigen Zinsen attraktiv. Dabei müssen Sie aber immer Ihre Eigenkapitalquote im Auge behalten. Diese sollte nicht unter 20 % sinken.

Der beste Finanzierungs-Weg wird also für die meisten Unternehmer irgendwo in der Mitte liegen: Man verwendet für einen Teil des Kaufpreises Eigenkapital und greift für den Rest auf einen Kredit zurück.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmenskauf oder möchten wissen, welche Fehler Sie beim Kauf auf gar keinen Fall machen dürfen?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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