Checkliste fuer GmbH Kauf

Ihre Checkliste für den erfolgreichen GmbH-Kauf

Sie sind Unternehmer und wollen eine GmbH kaufen? Sie haben allerdings noch nie eine andere Firma übernommen und suchen deshalb nach einer Richtschnur, an die Sie sich halten können?

Keine Sorge, Sie sind nicht der erste Geschäftsmann, der beim Firmenkauf unsicher ist. Von der Verhandlung des Kaufpreises bis zu den rechtlichen Details müssen Sie auf viele verschiedene Dinge achten. Ohne Erfahrung ist man da sehr schnell überfordert.

Aus diesem Grund habe ich Ihnen in meinem neuen Beitrag eine Checkliste zusammengestellt, welche Ihnen die GmbH-Geschäftsübernahme erleichtern soll. In der Checkliste in diesem Beitrag sind die wichtigsten Punkte beim GmbH kauf übersichtlich zusammengefasst.

Mit dieser Checkliste ist die GmbH-Übernahme ein Klacks

Diese 7 Punkte dürfen Sie vor dem Kaufabschluss keinesfalls vergessen:

1. Punkt: Sauberes Auditing der Ertrags- und Vermögenslage

Bevor Sie eine GmbH übernehmen, müssen Sie als Käufer deren Ertrags- und Vermögenslage genau kennen.

Das bedeutet: Sie müssen wissen, welche Gewinne, Verluste oder Schulden Sie mit einem Kauf der Firma übernehmen. Dafür ist ein sauberes Auditing (= Prüfung) nötig, welche Ihnen Ein- und Überblick über die Finanzen des Kaufobjektes gibt.

2. Punkt: Befreiung von Pensionsverpflichtungen

Bevor Sie eine GmbH kaufen, müssen Sie als zukünftiger Inhaber die Firma von möglichen Pensionsverpflichtungen Ihres Vorgängers enthaften. Andernfalls kann es Ihnen passieren, dass Sie Pensionszahlungen an Mitarbeiter begleichen müssen, die sie nicht selbst vereinbart haben.

Um dieses Szenario zu verhindern, sollten Sie auf die Hilfe von Experten zurückgreifen. Ich persönlich arbeite dabei gerne mit den Profis der DGbAV (=Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung) zusammen.

3. Punkt: Prüfung von Pensionszusagen von Mitarbeitern

Als dritten Schritt sollten Sie bei einer GmbH-Geschäftsübernahme überprüfen, ob auch wirklich alle Pensionszusagen an Mitarbeiter gedeckt sind.

Denn sind die Pensionszusagen nicht gedeckt, können Sie die vereinbarten Pensionen nicht zahlen.

4. Punkt: Festlegung des Bewertungsverfahrens

Sie müssen gemeinsam mit dem Verkäufer festlegen, mit welchem Verfahren Sie die GmbH bewerten. Diese Bewertung ist die Basis für die Preisverhandlung und ist deshalb für Sie als Käufer besonders wichtig.

Sie unter anderem folgende 4 Bewertungsmethoden zur Auswahl:

  • Das Ertragswertverfahren
  • Das Substanzwertverfahren
  • Das IDW S1-Verfahren
  • Das EBIT-Multiplikationsverfahren

Die Bewertung mit dem Ertragswertverfahren kann zu einem ganz anderen Ergebnis als eine Bewertung mittels Substandzwertverfahren führen. Genaueres zu den Methoden der Unternehmensbewertung erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen 

5. Punkt: Beurteilung des Kaufpreises

Ist ein Bewertungsverfahren erst einmal festgesetzt, wird mit diesem der Wert der zu kaufenden GmbH ermittelt. Das Ergebnis dieser Berechnung muss natürlich ebenfalls von Ihnen kritisch unter die Lupe genommen werden.

Damit Sie dabei nicht auf eine irreführende Unternehmensbewertung hereinfallen und einen zu hohen Preis zahlen, habe ich für Sie die 3 häufigsten „Schummeltricks“ von Verkäufern unter anderem hier zusammengefasst: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

6. Punkt: Aufsetzen der Exit-Klauseln

Nachdem der Kaufpreis feststeht, sollten Sie nun den Ausstieg des derzeitigen GmbH-Inhabers genau planen. Dabei hilft eine sogenannte „Exit-Klausel“.

Was genau eine Exit-Klausel ist und wie sie Streitigkeiten verhindern kann, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

7. Punkt: Regelung des Kaufablaufes

Als letzten Punkt auf Ihrer praktischen Checkliste steht die Regelung des Kaufablaufes. Damit meine ich die Festlegung der zeitlichen und finanziellen Stufen während des Kaufes.

Dabei stehen Ihnen unter anderem folgende 2 Wege zur Auswahl:

  1. Ein Earn-out
    Bei einem Earn-out findet der Kauf wie auch die Übergabe an Sie als Käufer sofort statt. Der genaue Preis ist allerdings teilweise von der zukünftigen finanziellen Entwicklung der GmbH abhängig.
    Wie ein Earn-out genau funktioniert habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf
  2. Put & Call-Option
    Bei der Put & Call-Option findet zunächst kein Kauf statt. Stattdessen wird eine gesellschaftliche Verknüpfung (= „joint venture“) vorgenommen.
    Das heißt: Es gibt meist eine Probezeit von mehreren Jahren, bevor die Firma tatsächlich an Sie als Interessenten verkauft wird.

Diese 3 Profis brauchen Sie für eine erfolgreiche Übernahme

Die Checkliste sollte von Ihnen nur als grobe Richtlinie verstanden werden. Zusätzlich zu diesen Anweisungen benötigen Sie aber auch ein erfahrenes Team an Ihrer Seite, welches Sie zu Ihrem Vorteil berät.

Dieses notwendige Team für Käufer setzt sich in der Regel aus 3 Profis zusammen:

  1. einem Rechtsanwalt
  2. einem Unternehmensberater (idealerweise mit Steuerberaterzulassung)
  3. einem Steuerberater

Nur mit diesen 3 Experten haben Sie die besten Voraussetzungen, um eine GmbH-erfolgreich zu übernehmen.

Daran erkennen Sie eine geglückte GmbH-Geschäftsübernahme

Sie haben die Checkliste befolgt und wollen einen Beweis dafür, alles richtig gemacht zu haben? Sie wollen Ihren Erfolg auf irgendeine Weise belegen können?

Sollte dies der Fall sein, verrate ich Ihnen 3 Anzeichen, an welchen Sie eine erfolgreiche Geschäftsübernahme erkennen können:

  1. Anzeichen: Alle beteiligten Parteien sind mit dem Ausgang des Handels zufrieden.
  2. Anzeichen: Die Existenz des Verkäufers wie auch Ihre eigene ist durch die Übernahme gesichert.
  3. Anzeichen: Der Kaufpreis war angemessen, weder zu hoch, noch zu niedrig.

Treffen diese drei Anzeichen auf Sie zu, kann ich Sie nur beglückwünschen: Sie haben bei der Übernahme viel richtig gemacht.

Sollte dies nicht der Fall sein und noch Streitigkeiten zwischen Ihnen und dem Verkäufer herrschen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt, wie Sie am besten vorgehen sollten.

So regeln Sie die Geschäftsübernahme bei Streitigkeiten

Die effizienteste und sparsamste Methode, Streitigkeiten bei der Übernahme zu regeln, ist eine Mediation. Aus dieser ergibt sich dann ein sogenannter „Schiedsspruch„, welcher die Trennung wie auch den Unternehmenswert zu regeln hilft.

Aber Achtung: Dieser Schiedsspruch ist nicht verbindlich. Beide Parteien können daher immer noch den juristischen Weg wählen und vor Gericht gehen. Dort trifft dann ein Schiedsgericht ein verbindliches Ergebnis, welches den Unternehmenswert als auch die Trennung regelt.

Als langjähriger Steuerberater kann ich Ihnen bei Streitigkeiten jedoch nur zu einem Schiedsspruch raten. Dieser sorgt in der Regel ebenfalls für eine Einigung was den Unternehmenswert und die Trennung betrifft, ohne viel zu kosten.

Sollten Sie sich allerdings genau an die Checkliste und den Rat Ihres Experten-Teams halten, müssen Sie sich hoffentlich nicht mit Streitigkeiten herumschlagen. Denn mit diesen beiden Hilfestellungen haben Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche GmbH-Geschäftsübernahme.

Fazit: Mit Checkliste & Experten Probleme bei der Übernahme vermeiden

Eine GmbH-Übernahme erfolgt in mehreren Schritten. Mit der Checkliste in diesem Beitrag habe ich diese Schritte in 7 Punkte zusammengefasst. Damit haben Sie eine grobe Richtschnur, an der Sie sich in der Regel gut orientieren können.

Wie die Übernahme jedoch im Detail abläuft, ist von Fall zu Fall verschieden. Deshalb benötigen Sie auch zwingend ein erfahrenes Experten-Team, dass Sie beim Unternehmenskauf unterstützt. Dieses Team sollte aus einem Rechtsanwalt, einem Unternehmensberater und einem Steuerberater bestehen.

Mit der Checkliste und der Auswahl Ihres Experten-Teams legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Übernahme.

Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater weiß ich, worauf bei einer GmbH-Geschäftsübernahme zu achten ist. Sollten Sie daher weitere Frage haben oder Beratung benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Sie erreichen mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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GmbH Kauf Symbolbild

Sie wollen eine GmbH kaufen? Mit diesen 5 Schritten wird die Übernahme zum Erfolg

Sie sind Unternehmer und wollen eine GmbH kaufen? Sie wissen aber nicht genau, wie Sie dabei vorgehen sollen? Sie hätten gerne einen Leitfaden, an dem Sie sich orientieren können und mit dem Sie keine wichtigen Schritte vergessen?

Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Deswegen will ich Ihnen mit den 5 Schritten aus diesem Beitrag eine ungefähre Richtlinien geben, an die Sie sich beim GmbH Kauf halten sollten. Sie erhalten eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Ihren GmbH-Kauf erleichtert.

Beachten Sie aber, dass jeder Unternehmenskauf verschieden ist und die Details immer mit einem erfahrenen Steuerberater abgeklärt werden sollten. Dieser Beitrag ersetzt also keinesfalls eine Beratung von einem Steuerberater.

1. Schritt: Die finanziellen Reserven überprüfen

Damit sich der Kauf einer GmbH für Sie als Unternehmer auch lohnt, muss besagte Firma über entsprechendes Eigenkapital verfügen. Wichtig dabei ist, dass dieses mindestens 25.000€ beträgt.

Sie wären auch mit weniger zufrieden?

Schlechte Idee, denn gegründet wird jede GmbH mit einem Stammkapital von 25.000€. Ist dieser Betrag beim Kauf nicht mehr vorhanden, heißt das, das die GmbH nicht einmal das Stammkapital halten konnte. Das spricht nicht gerade für ein erfolgreich betriebenes Unternehmen.

Also lassen Sie bitte die Finger vom Kauf einer GmbH deren Eigenkapital unter 25.000€ beträgt.

2. Schritt: Enthaftung von der Pensionsverpflichtung

Wenn Sie eine GmbH aufkaufen, ist es wichtig, diese von den Pensionsverpflichtungen des ehemaligen Inhabers zu enthaften. Sollte es offene Pensionsverpflichtungen geben, hat Ihr Vorgänger nämlich direkte Zusagen auf gewisse Pensionszahlungen für Mitarbeiter gemacht, die dann aber vom Unternehmen bezahlt werden müssen.

Das kann für Sie als neuer GmbH-Eigentümer riskant werden: Dann hat Ihre neue Firma nicht-einschätzbare Haftungsrisiken gegenüber Mitarbeitern zu tragen.

Um solche Pensionsverpflichtungen zu eliminieren, arbeite ich gerne mit den Profis der DGbAV (=Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung) zusammen.

3. Schritt: Kontrolle aller Zahlen & Fakten

Damit Sie als Unternehmer keinen Fehler beim GmbH-Kauf begehen, müssen Sie alles gründlich überprüfen – Sie müssen vor der Übernahme unbedingt alle betrieblichen Fakten kennen. Das bedeutet: Eine genaue Analyse aller Zahlen und der rechtlichen Verflechtungen Ihrer neuen GmbH.

Ein Teil dieser Prüfung ist natürlich auch die Analyse der ermittelten Unternehmensbewertung. Dafür sollten Sie wenn möglich einen Spezialisten beauftragen, welcher mit der Theorie des Kapitalmarkts bestens vertraut ist. Denn vom Verkäufer beauftragte Bewertungen spiegeln oft ein trügerisches Bild wider.

Wie Sie solche unrealistische Unternehmensbewertungen erkennen können, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/vorsicht-so-entstehen-irrefuehrende-unternehmensbewertungen/

Mit der genauen Analyse und der Hilfe eines Profis können Sie verhindern, beim GmbH-Kauf über den Tisch gezogen zu werden. Haben Sie alle Informationen über die besagte Firma kontrolliert, können Sie sich dem nächsten Schritt zuwenden:

4. Schritt: Einhaltung aller Gesetze

Bei einem GmbH-Kauf ist es natürlich notwendig, alle gesetzlichen Regelungen genau einzuhalten. Für Sie als Käufer bedeutet dies, dass Sie vor allem 3 verschiedene Gesetze beachten müssen:

  1. Die Haftung des Betriebsübernehmers (§ 75 AO)
    Eine für GmbH-Käufer besonders interessante Regelung findet sich in der Abgabenordnung § 75. Hier wird festgelegt, unter welchen Umständen Sie als neuer Besitzer der Firma für ausstehende Steuerschulden haftbar gemacht werden können. Vereinfacht gesagt, gibt Ihnen dieses Gesetz also Aufschluss darüber, wann Sie „alte“ Steuern nachzahlen müssen. Quelle: https://dejure.org/gesetze/AO/75.html (Stand: 05.08.2019)
  2. Eintritt in das Geschäft eines Einzelkaufmanns (§ 28 HGB)
    Sollte eine GmbH nicht von einem Unternehmer auf den anderen übertragen werden, sondern durch einen zweiten Teilhaber zur Gesellschaft werden, tritt § 28 des Handelsgesetzbuches in Kraft. In diesem Gesetz wird geregelt, unter welchen Bedingungen diese „neue“ Gesellschaft bzw. Sie als neuer Gesellschafter für früher entstandene Verbindlichkeiten haftbar gemacht werden können.Quelle: https://dejure.org/gesetze/HGB/28.html (Stand: 05.08.2019)
  3. Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang (§ 613a BGB)
    In § 613a des  Bürgerlichen Gesetzbuches ist festgehalten, wie Sie als neuer Inhaber der GmbH diese zu führen haben. So sind Sie als Käufer sind in der Regel dazu verpflichtet, bestehende Arbeitsverhältnisse mit dem Kauf ebenfalls zu übernehmen.
    Diese Regelung dient somit als eine Art Schutzvorschrift, dank welcher alte Arbeitsverträge beim Betriebsübergang bestehen bleiben. Für genauere Informationen zu Ihren Rechten und Pflichten gegenüber den bestehenden Mitarbeitern, habe ich einen eigenen Blogartikel verfasst. Unter folgenden Link gelangen Sie zum Beitrag: Wissen für Unternehmer: Müssen Sie bei der Betriebsübernahme alle Mitarbeiter übernehmen? Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/613a.html (Stand: 05.08.2019)

5. Schritt: Steuerschonende Vorgehensweise

Zu guter Letzt sollten Sie als Käufer auch versuchen, möglichst steuerschonend bei der Übernahme vorzugehen. Wer an dieser Stelle auf ein universelles Geheimrezept hofft, den muss ich leider enttäuschen: Jeder GmbH-Kauf erfordert seine eigene, individuelle Vorgehensweise beim Steuern-Sparen.

Allerdings können Sie auf die folgenden, grundsätzlichen Kriterien achten:

  • Auf welche Weise kaufen Sie die GmbH?
    Entweder bezahlen Sie auf einmal den vollen Kaufbetrag, oder Sie müssen in den Jahren nach der Übernahme den Kaufpreis als Rente in „Raten“ an den Verkäufer zu zahlen.
  • Ihr Verhältnis zum Verkäufer
    Es ergeben sich nämlich steuerliche Unterscheide, je nach Ihrem Verhältnis zum Verkäufer. Entscheidend für die Höhe der Steuern ist, ob Sie naher Angehöriger des Verkäufers sind oder ein fremder Dritter.
  • Gibt es Sperrfristen?
    Sollten Sie als neuer Inhaber eine Sperrfrist aus vergangenen Umstrukturierungen missachten, setzen Sie sich einem steuerlichen Risiko aus. Sperrfristen können je nach Art 3, 5 oder sogar 7 Jahre lang anhalten.
  • Ausgleich aller Steuern
    Prüfen Sie vor dem Kauf, ob alle Steuern der vergangenen Jahre abbezahlt wurden. Sonst zahlen Sie am Ende noch mehr Steuern, anstatt welche zu sparen.
  • Wurde die Sanierungsklausel eingeschränkt?
    Laut dieser Klausel dürfen Sie als neuer Inhaber 5 Jahre lang keine Sanierung des Unternehmens vornehmen. Wurde diese Regelung eingeschränkt, können mögliche Verluste der GmbH noch vor Betriebsübergabe gesichert werden.

Fazit: GmbH-Kauf erfordert Kontrolle und Rechtmäßigkeit

Wie Sie sehen, gibt es beim Kauf einer GmbH einiges zu beachten. Deshalb sollten Sie beim GmbH Kauf unbedingt auf das Know-How eines erfahrenen Steuerberaters vertrauen. Diese 5 Schritte sollen Ihnen lediglich zur Orientierung dienen, damit Sie von Anfang an wissen, worauf Sie sich beim GmbH-Kauf einlassen.

Lassen Sie als Käufer unbedingt alle Zahlen und Fakten von einem Steuerberater genau prüfen. Das gilt auch für alle rechtlichen Belange: Ist die GmbH von den Pensionsverpflichtungen befreit? Können Sie als neuer Inhaber haftbar gemacht werden? usw.

Wurde die GmbH einmal überprüft, müssen Sie sich bei der weiteren Vorgehensweise an das Gesetz halten.

Sollten Sie noch keinen Steuerberater an Ihrer Seite haben und dessen Hilfe benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei aufsuchen. Außerdem stehe ich Ihnen jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) zur Verfügung.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

Sie wollen Ihr Lebenswerk möglichst stressfrei und zu einem angemessenen Preis verkaufen, wissen aber nicht genau welche Gefahren beim Verkauf lauern?

Sie haben Angst einen schweren Fehler zu begehen und am Ende vielleicht für die Schulden Ihres Nachfolgers gerade stehen zu müssen?

Damit Ihnen dieses Horror-Szenario erspart bleibt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag die 4 häufigsten Fehler von Unternehmern beim Verkauf ihrer Firma. Sie erfahren, wie es zu diesen Fehlern kommt und wie Sie sie vermeiden können.

Fehler #1: Die Regelung der Sanierungsklausel vergessen

Die Sanierungsklausel (nachzulesen im Einkommensteuergesetz: §§3a EstG) schützt Sie als Verkäufer vor einem Verlust Ihrer Steuerersparnis. Aber welchen Zweck hat die Sanierungsklausel überhaupt?

Kurz gesagt legt die Sanierungsklausel fest, dass Ihr Nachfolger 5 Jahre lang keine Sanierung der Firma vornehmen darf. Andernfalls könnte das Finanzamt von Ihnen (als ehemaligem Geschäftsführer) Steuernachzahlungen verlangen, während der neue Käufer von der Steuerfreiheit der Sanierung profitiert.

Wird die Regelung der Sanierungsklausel vergessen, so bedeutet das: Sie als Verkäufer sind schadensersatzpflichtig und müssen die entstehende Nachsteuer im Sanierungsfall bezahlen.

Der Grund für diesen häufig begangenen Fehler sind meist Rechtsanwälte ohne ausreichende Steuerkompetenz. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht die Fähigkeiten von Rechtsanwälten infrage stellen.

Vielmehr will ich Ihnen sagen, dass es für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf mehrere Experten braucht.

Um genau zu sein brauchen Sie als Verkäufer nämlich mind. 2 Spezialisten:

  1. Einen Rechtsanwalt
  2. Einen guten Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung.

Dieses Duo hilft Ihnen, den Verkaufsvertrag zu Ihren Gunsten zu gestalten und von einer spürbaren Steuerersparnis zu profitieren.

Fehler #2: Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten

Wussten Sie, dass Ihre Angestellten das Recht haben, über die Übergangsbedingungen informiert zu werden? Ihre Mitarbeiter müssen über die Aufhebung oder Fortführung ihres Arbeitsverhältnisses selbst entscheiden können. Um dies tun zu können, brauchen sie von Ihnen alle relevanten Informationen.

Das bedeutet für Sie als Verkäufer:  Sie müssen Ihre Mitarbeiter über die genauen Bedingungen des Führungswechsels aufklären. Erst daran anschließend können die Arbeitnehmer den vereinbarten Konditionen zustimmen. Übrigens: Die neuen Konditionen dürfen für die Mitarbeiter nicht schlechter ausfallen als vor dem Wechsel.

Nicht zu vergessen: Sollten Ihre Angestellten den Bedingungen der Unternehmensfortführung nicht zustimmen, müssen Sie ihnen ein Abfindungsgebot machen.

Werden diese Pflichten gegenüber den Mitarbeitern nicht sauber eingehalten, kann dies zu Ärger mit Arbeitnehmern sowie mit dem Käufer führen. Genau solche Streitigkeiten gilt es beim einem Unternehmensverkauf zu vermeiden. Denn dadurch verzögert sich der Verkauf und es entstehen unnötige Kosten.

Das Verhindern dieses Fehlers erreichen Sie als Verkäufer ganz einfach, indem Sie auf den Ratschlag dieser 2 Spezialisten vertrauen:

  1. Einer Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt auf Gesellschafts- und Arbeitsrecht.
  2. Eines Unternehmensberaters mit Steuerberaterzulassung.

Nur mit diesem Team an Ihrer Seite übersehen Sie kein wichtiges Detail in den Mitarbeiter-Verträgen und kommen allen Pflichten nach.

Fehler #3: Keine Festlegung von Exit-Klauseln

Legen Sie als Verkäufer  keine Exit-Klausel fest, haben Sie unter Umständen mit finanziellen Nachteilen zu kämpfen: In der Regel ist nämlich der Verkaufspreis eines Unternehmens nicht festgeschrieben, sondern von den zukünftigen Erfolgen der Firma abhängig. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, bekommen auch Sie als Verkäufer weniger Geld für Ihr Unternehmen.

Stellen Sie sich also vor, Sie verkaufen Ihr Lebenswerk und der neue Inhaber kommt in finanzielle Schwierigkeiten. Wollen Sie dann auf Geld verzichten, nur weil Ihr Nachfolger seiner Aufgabe nicht gewachsen war? Vermutlich nicht.

Damit Sie als ehemaliger Inhaber in einem solchen Fall nicht den Kürzeren ziehen und Ihre Firma womöglich noch retten können, müssen Sie deren Rückfall an Sie genau regeln. Das bedeutet: Sie müssen eine Exit-Lösung in Ihren Verkaufsvertrag aufnehmen. Ein guter Rechtsanwalt sowie ein Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung sind für diese Aufgabe genau die richtigen Experten.

5 beliebte Ansätze für Exit-Lösungen wären zum Beispiel:

  • Schiedsgerichte
    Schiedsgerichte ist eine Sonderstelle bei Gericht, dessen Ziel es ist, Differenzen zwischen zwei Parteien zu lösen. Das Ergebnis eines Schiedsgerichtes, ganz gleich ob es sich dabei um den Unternehmenswert oder die Trennung an sich handelt, ist bindend.
  • Schiedssprüche
    Schiedssprüche können dabei helfen, Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer zu vermeiden. Sie haben allerdings keine rechtliche Bindung.
  • Schiedsgutachten
    Ein Schiedsgutachten kann die Höhe des Unternehmenswertes (welcher auch ausschlaggebend für den Verkaufspreis ist) festlegen. Dieser Wert ist  dann bindend.
  • Put&Call-Optionen
    Eine Put&Call-Option gibt dem Käufer wie auch dem Verkäufer das Recht, das Unternehmen zu einem (im Voraus bestimmten) Fixpreis zu kaufen, bzw. zu verkaufen.
  • Earn-out-Klauseln
    Vereinfacht ausgedrückt definiert eine Earn-out-Klausel einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird.Die genauen Vor- und Nachteile für Sie als Verkäufer habe ich Ihnen in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Daher mein Rat als Experte: Vertrauen Sie nicht allein auf das freundschaftliche Verhältnis zwischen Ihnen und dem Käufer. Gehen Sie lieber sicher, dass Sie vertraglich auf alle potentiellen Auswirkungen des Handels vorbereitet sind.

Fehler #4: Zu späte Regelung des Verkaufes

Ein häufig begangener Fehler ist die zu späte Regelung des Verkaufes. Viele Unternehmer gehen davon aus, dass sie mit der Käufer-Suche bis kurz vor den geplanten Ruhestand warten können.

Tatsache ist jedoch, dass Unternehmer die Suche nach einem Nachfolger mit spätestens 55 Jahren beginnen müssen. Andernfalls geraten Sie als Inhaber unter Zeitdruck und müssen sich mit dem zufriedengeben, was Sie auf die Schnelle noch bekommen.

Der Grund, warum viele Unternehmer diesen Fehler begehen ist simpel: Sie rechnen nicht mit Komplikationen. Stattdessen gehen sie davon aus, dass gleich beim ersten Anlauf alles klappt.

In Wahrheit braucht es allerdings Zeit, den richtigen Käufer zu finden und mit diesem handelseinig zu werden. Wie Sie als Verkäufer dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Blogartikel zusammengefasst: Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer 

Beginnen Sie zu spät mit der Regelung des Unternehmensverkaufes, ist die Folge meist ein niedriger Verkaufspreis. Denn wird die Zeit am Ende zu knapp, sind Sie froh, überhaupt noch einen Abnehmer für Ihre Firma gefunden zu haben. Ganz gleich ob Sie weit unter dem Unternehmenswert verkaufen oder nicht.

Fazit: Zeitmanagement & Experten bewahren Sie vor Fehlern

Sie sehen: Beim Unternehmensverkauf müssen Sie viele verschiedene Punkte achten. Die Liste mit möglichen Fehlern ist lang und für einen Laien kaum zu durchschauen. Deshalb müssen Sie unbedingt die folgenden 2 Punkte berücksichtigen:

  1. Beginnen Sie mit spätestens 55 Jahren mit der Suche nach einem geeigneten Käufer. Denn gutes Zeitmanagement ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmensverkauf.
  2. Lassen Sie sich von erfahrenen Rechtsanwälten und Unternehmensberatern mit Steuerberaterzulassung beraten. Nur diese Experten haben das nötige Fachwissen, um Ihnen beim Unternehmensverkauf helfen zu können.

Haben Sie all diese Voraussetzungen für einen gelungenen Unternehmensverkauf getroffen, können schwerwiegende Fehler in der Regel vermieden werden. Auf diese Weise gehen Sie sorgenfrei in den Ruhestand, können weiterhin einen hohen Lebensstandard genießen und wissen Ihr Lebenswerk in guten Händen.

Sollten Sie noch Fragen zur Unternehmensnachfolge haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen. Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater habe ich mich unter anderem auf Unternehmensverkäufe spezialisiert. Ich würde mich freuen, auch Ihnen weiterhelfen zu dürfen.

Kontaktieren Sie mich ganz einfach via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

Sie möchten eine Firma kaufen und wollen vor der entgültigen Kaufentscheidung eine Unternehmensbewertung bei einem Steuerberater anfertigen lassen? Sie wissen allerdings nicht, welche Daten und Methoden dabei verwendet werden und ob sich der Steuerberater auch wirklich auskennt?

Sie haben Angst, wegen einer fehlerhaften Unternehmensbewertung in das falsche Unternehmen zu investieren und am Ende vor einem Schuldenhaufen zu stehen?

Diese Sorge ist berechtigt. Denn ein Unternehmen kann durch verschiedene Verfahren bewertet werden, von welchen manche ein trügerisches Bild der bewerteten Firma vermitteln. Außerdem haben nicht alle Steuerberater ausreichend Fachwissen, um realistische Unternehmensbewertungen zu erstellen.

Worauf Sie als Käufer bei der Unternehmensbewertung achten müssen und wie Sie sich vor Fehlinvestitionen schützen, habe ich Ihnen daher in diesem Beitrag zusammengefasst. Sie erfahren die Ursachen für unrealistische Unternehmensbewertungen, die 2 unterschiedlichen Bewertungs-Methoden und welche Schummeltricks häufig von Verkäufern bei der Unternehmensbewertung eingesetzt werden.

Die Ursache für irreführende Bewertungen: Ahnungslosigkeit „normaler“ Steuerberater

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass jeder Steuerberater dem anderen gleicht. Tatsache ist, dass es auch in unserem Metier verschiedene Schwerpunkte gibt und sich nicht jeder Steuerberater gleich gut bei allen Fachgebieten auskennt.

Daher passiert es bei der Unternehmensbewertung häufig, dass ein Berater konsultiert wird, welcher mit der nötigen Vorgehensweise nicht vertraut ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, damit will ich nicht sagen, dass manche Kollegen unfähig wären. Allerdings wissen gerade bei der Unternehmensbewertung viele Steuerberater nicht, welches Verfahren genau angewandt werden muss.

So gebrauchen viele Kollegen das vereinfachte Ertragswertverfahren für die Bewertung ohne dabei zu wissen, dass:

  • es nicht das einzige Verfahren ist,
  • es kein rechtlich und/oder betriebswirtschaftlich anerkanntes Verfahren ist.

Deshalb sollten Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen erfahrenen Unternehmensberater setzen. Nur dieser weiß, welche Verfahren zur Auswahl stehen und welche davon für den zu bewertenden Fall geeignet sind.

Unternehmensberater kennen sich mit der Theorie über den Kapitalmarkt gut genug aus und wissen über die Wechselwirkungen von Risiko, Rendite, Kauf- und Verkaufserwartungen Bescheid.

Daher mein Tipp an Unternehmer: Vertrauen Sie nicht allein auf ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaft, sondern suchen Sie sich einen Unternehmensberatungs-Fachmann.

Diese 2 Methoden gibt es für die Unternehmensbewertung

Prinzipiell gibt es bei der Unternehmensbewertung 2 Methoden. Diese unterscheiden sich voneinander wie folgt:

1. Methode: Das Ertragswertverfahren

Zusammengefasst erfolgt die Unternehmensbewertung mit dem Ertragswertverfahren anhand der Berechnung zukünftiger Gewinne. Die Theorie dabei ist simpel:

Die Gewinne der letzten 5 Jahre einer Firma werden genommen, um die (wahrscheinlichen) Gewinne der zukünftigen Jahre damit zu berechnen. Da diese zukünftigen Gewinne möglichst genau der Realität entsprechen sollen, werden sie um den Faktor Risiko und Verzinsung gekürzt.

Das bedeutet: Für jedes Jahr in der Zukunft wird gesondert das Risiko sowie die Verzinsung einer Bundesanleihe (die in Deutschland 0,5% im Jahr entspricht) ermittelt. Für diese Berechnung wird in der Regel das CAPM angewendet.

CAPM steht für Capital Asset Pricing Model und ist ein Modell für die Risikobewertung von Unternehmen. Wie genau dieses Verfahren funktioniert habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Sind einmal die zukünftigen Gewinne durch das ermittelte Risiko und die Verzinsung geschmälert, stellt die resultierende Summe den Unternehmenswert dar.

2. Methode: Das Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren ermittelt den Unternehmenswert anhand der Bewertung bilanzierter Vermögensgegenstände zu Zeitwerten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Es wird das materiell fassbare Vermögen (=die Substanz) einer Firma bewertet.

Zu einem bestimmte Stichtag werden dabei die einzelnen Vermögensgegenstände sowie die Schulden eines Unternehmens ermittelt. Dafür wirft man einen Blick in die Firmenbilanz und bewertet das Vermögen mithilfe des derzeitigen Marktwertes.

So schnell werden 2 Methoden zu 20

Ich weiß, zwei Auswahlmöglichkeiten für die Vorgehensweise bei der Unternehmensbewertung klingt wenig. Allerdings gibt es bei diesen Methoden jeweils über Unterteilungen, sodass es in Wahrheit rund 20 verschiedene Wege gibt, ein Unternehmen zu bewerten.

Das bedeutet: 20 Unternehmensbewertungen können 20 verschiedene Ergebnisse liefern. Jedes davon ist korrekt, bringt allerdings andere Aspekte mit in die Bewertung ein. Daher fällt es Käufern oft schwer, die richtigen Schlussfolgerungen aus einer Unternehmensbewertung zu ziehen.

In dem folgenden Absatz will ich Ihnen daher helfen, ein besseres Gespür für Unternehmensbewertungen zu bekommen. Nur wenn Sie wissen, worauf Sie als Käufer achten müssen, können Sie auch die richtige Entscheidung treffen.

So erkennen Sie risikoreiche Unternehmensbewertungen

Prinzipiell gilt für Käufer: Basiert eine Unternehmensbewertungen hauptsächlich auf der Bemessung von bilanzierten Vermögensgegenständen handelt es sich für Sie um einen relativ sicheren Deal. Der prognostizierte Firmenwert ist in diesem Fall nämlich zum Großteil durch Anlage- und Umlaufvermögen gedeckt.

Wird zur Bewertung jedoch ein selbstgeschaffener Firmenwert (=Prognosen von zukünftigen Gewinnen) herangezogen, gehen Sie als Käufer ein Risiko ein. Aber lassen Sie es mich an einem praktischen Beispiel verdeutlichen:

Beispiel 1: Großes Vermögen als Basis einer sicheren Bewertung

Nehmen wir an, Sie wollen eine Firma kaufen und bekommen von dieser eine Unternehmensbewertung. Aus dieser Bewertung können Sie erkennen, dass die Firma:

  • mittelmäßige zukünftige Gewinne erwartet
  • und sehr viele Anlagen und Umlaufvermögen besitzt.

Der Firmenwert (also die zukünftigen Ertragserwartungen) dieses Unternehmens wird auf 0,1 Millionen Euro angesetzt. Das bilanzierte Vermögen beträgt 0,9 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von 1 Million Euro.

Für Sie als Käufer stellt dieses Beispiel ein sicheres Geschäft dar. Der Unternehmenswert (und damit auch der Kaufpreis) wird durch das bilanzierte Vermögen beinahe vollkommen gedeckt. Meist handelt es sich in einem solchen Fall um Firmen mit hohem Warenbestand wie beispielsweise Speditionen, Zeltebauer, etc.

Beispiel 2: So beeinflussen hohe Gewinn-Prognosen die Unternehmensbewertung

In unserem zweiten Beispiel verhält es sich genau umgekehrt. Die Bewertung der Firma lässt erkennen, dass:

  • hohe zukünftige Gewinne erwartet werden
  • und es wenig Anlage- und Umlaufvermögen gibt.

Der Firmenwert beträgt laut Gutachten 2 Millionen Euro, während das bilanzierte Vermögen 3 Millionen Euro ausmacht. Daraus folgt ein Unternehmenswert von 5 Millionen Euro.

Sollten Sie diese Firma tatsächlich kaufen, setzen Sie sich als Unternehmer einem Risiko aus. Der Unternehmenswert wird nämlich zu einem großen Teil aus sehr guten Gewinnen in der Zukunft hergeleitet und beinhaltet nur wenig bilanzierte Anlagen. Dies ist übrigens oft der Fall bei IT-Firmen oder Start-Up-Unternehmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Je höher die zukünftigen Gewinne im Verhältnis zum Anlage- und Umlaufvermögen bei einer Unternehmensbewertung sind, desto riskanter ist das Geschäft.

3 häufige Schummeltricks von Verkäufern

Wie Sie sehen, ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist auch die Einstellung Ihres Verkäufers.

Während nämlich viele irreführende Unternehmensbewertung auf den zuständigen Steuerberater zurückzuführen sind, gibt es auch welche, die von den Verkäufern absichtlich beeinflusst wurden. Die 3 beliebtesten Tricks für eine bessere Unternehmensbewertung sind:

  1. Die geringe Abzinsung zukünftiger Erträge
  2. Die Erstellung zu guter Prognosen
  3. Das Verschweigen von Risiken

Sich vor diesen 3 Schummeltricks als Käufer zu schützen ist schwer. Was Sie allerdings tun können, ist zum Beispiel eine Earn-Out-Klausel in Ihren Kaufvertrag aufzunehmen. Was genau eine Earn-Out-Klausel ist und wie sie Käufer vor zu hohen Kosten bewahrt, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Fazit: Setzen Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen Unternehmensberater

Ich weiß, das war nun viel Information auf einmal. Allerdings ist der Kauf einer Firma eine wichtige Angelegenheit, bei der Sie wirklich alle Faktoren bedenken müssen. Daher ist es für Sie als Käufer notwendig, genau zu wissen, worin Sie investieren.

Klarheit über die wirtschaftliche Aufstellung des zu kaufenden Objektes liefert Ihnen die Unternehmensbewertung. Sie zeigt Ihnen, welche finanziellen Reserven Ihre zukünftige Firma hat und wie viel Geld sie wirklich wert ist.

Damit Sie als Käufer bei der Bewertung allerdings nicht über den Tisch gezogen werden, brauchen Sie einen Experten. Als ehemaliger Unternehmensberater mit über 500 Fällen weiß ich, dass nur ein Unternehmensberater Schummeltricks aufdecken und Sie vor Fehlinvestitionen bewahren kann.

Ein gewöhnlicher Steuerberater besitzt in der Regel nicht die nötigen Kenntnisse, um eine irreführende Unternehmensbewertung zu erkennen.

Als weitere Schutzmaßnahme vor zu hohen Kosten können Sie als Käufer auch die Vorteile einer Earn-Out-Klausel nutzen. Auf diese Weise werden prognostizierte Gewinne nur dann bezahlt, wenn sie auch wirklich eintreten.

Sollten Sie mehr über das Thema der Unternehmensbewertung erfahren wollen oder professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Elnur – stock.adobe.com

Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer

Sie wollen Ihr Unternehmen verkaufen, aber wissen nicht an wen? Sie haben Angst, von einem Käufer über den Tisch gezogen zu werden? Sie wollen Ihr Lebenswerk nicht in den Händen eines skrupellosen Finanzhais sehen, sondern an einen verantwortungsbewussten Nachfolger verkaufen?

Keine Sorge, Sie sind damit nicht alleine. Viele Unternehmer fürchten sich kurz vor dem Ruhestand noch davor, einen schwerwiegenden Fehler zu machen. Immerhin verkaufen Sie Ihr Unternehmen und sollen mit dem erzielten Preis Ihr restliches Leben finanzieren können. Den richtigen Käufer auszuwählen spielt daher eine wichtige Rolle.

Mit diesem Beitrag will ich Unternehmern beim Suchen und Finden des passenden Käufers unter die Arme greifen. Lesen Sie hier, wie Sie als Verkäufer am besten vorgehen und am Ende die richtige Entscheidung für sich und Ihre Mitarbeiter treffen:

So beginnen Sie am besten mit der Käufer-Suche

Heutzutage gibt es zahlreiche Plattformen, auf denen Leute ihr Hab und Gut verkaufen können. Das Problem ist nur: Ihr Unternehmen ist nicht ein Paar alte Schuhe, die Sie problemlos auf eBay an einen Fremden versteigern. Was Sie brauchen ist ein seriöser Käufer, dem Sie vertrauen können. Doch wo finden Sie einen solchen Interessenten?

Leider gibt es nur wenige Plattformen für ausgewählte Unternehmen (wie z.B. Kanzleien), auf welchen Sie Ihre Firma zum Verkauf anbieten können. In der Regel müssen Sie sich daher selbst auf die Suche nach einem passenden Käufer begeben. Am besten beginnen Sie mit der Suche in Ihrem Geschäfts-Netzwerk oder noch besser: finden einen langjährigen Mitarbeiter, der bereit ist Ihnen Ihr Unternehmen abzukaufen.

Auf jeden Fall sollten Sie nicht zu spät nach einem Käufer Ausschau halten. Die Suche nach dem richtigen Kandidaten kann nämlich durchaus 5-10 Jahre in Anspruch nehmen. Mein Rat an Unternehmer ist daher: Denken Sie bereits mit 50-55 Jahren an Ihre Unternehmensnachfolge. Nur auf diese Weise planen Sie genug Zeit ein, um den passenden Nachfolger zu finden und ihn auf seine zukünftigen Aufgaben vorzubereiten.

Richtigen Käufer finden: Darauf kommt’s an!

Gehen wir davon aus, dass Sie einige Interessenten mit Ihrem Angebot anlocken konnten. Sie haben also die Qual der Wahl, nur woran erkennen Sie den richtigen Kandidaten für Ihre Nachfolge?

Grundsätzlich ist für Sie als Verkäufer bei der Auswahl entscheidend, ob Ihr Käufer dieselben Interessen mit Ihnen teilt. Sprich:

  • Stimmen Ihre Preisvorstellungen ungefähr überein?
  • Sind Sie sich über den Übergabezeitpunkt einig?
  • Akzeptiert der Käufer Ihr Übergangsszenario?

Sollten mehrere Kandidaten diese Kriterien erfüllen, hilft es oft sich auf das eigene Bauchgefühl zu verlassen: Finden Sie den potentiellen Käufer sympathisch und vertrauen Sie seinen Fähigkeiten? Oder kommt Ihnen irgendetwas an seinem Auftreten suspekt vor?

Vorsicht vor Hedge- und Vermögensverwaltungsfonds

Einen wichtigen Tipp kann ich Ihnen noch mit auf den Weg geben: Verkaufen Sie keinesfalls Ihr Lebenswerk an Hedge-Fonds oder Vermögensverwaltungsfonds. Warum nicht, fragen Sie sich?

Ganz einfach: Hedge-Fonds und Vermögensverwaltungsfonds wollen (im Vergleich zum Kaufpreis) eine möglichst hohe Rendite erzielen. Daher kaufen sie Firmen in der Regel nur zu einem billigen Preis auf. Sie als Verkäufer ziehen bei diesem Handel den Kürzeren.

Diesen Fehler dürfen Sie nicht begehen: Angestellte mitentscheiden lassen

Ich weiß, als Unternehmer denkt man nicht nur an das eigene Wohl, sondern auch an das seiner Mitarbeiter. Viele Inhaber lassen sich daher dazu verleiten, Ihre Angestellten bei der Käuferwahl zu Rate zu ziehen.

So gut das Verhältnis zu Ihren Mitarbeitern allerdings auch sein mag, Sie sind der Inhaber und damit auch für den Fortbestand Ihrer Firma verantwortlich. Im Gegensatz zu Ihren Angestellten verfügen Sie über die unternehmerischen Fähigkeiten, die Ihnen sagen worauf es ankommt.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, natürlich ist die Meinung Ihrer Mitarbeiter wichtig. Schließlich müssen diese dann mit dem Käufer in Zukunft erfolgreich zusammenarbeiten. Allerdings sollten Sie sich bei der finalen Entscheidung ausschließlich auf Ihr eigenes Gespür verlassen.

Diese Möglichkeiten stehen Ihnen beim Unternehmensverkauf offen

Sie sind sich noch nicht sicher, auf welche Weise Sie Ihr Unternehmen veräußern wollen? Sie wollen zunächst all Ihre Optionen kennen, bevor Sie sich für einen Weg entscheiden?

Hier habe ich Ihnen 4 verschiedene Möglichkeiten zusammengefasst, auf welche Unternehmer bei der Nachfolge gerne zurückgreifen:

1. Die Bündelung der Anteile in einer Holding

Als Alternative zum Verkauf können Sie Ihre Anteile auch mit denen anderer Unternehmer bündeln. Gemeinsam können Sie dann eine Holding gründen, in welcher Sie sich die Aufgabenbereich aufteilen.

Welche Vorteile Ihnen die Gründung einer Holding bietet, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf diesen Link: Holding: Wann ist sie von Vorteil und wann eine Gefahr für Ihre GmbHs?

2. Das Management-Buy-Out

Eine häufig genutzte Möglichkeit ist das Management-Buy-Out (oder kurz: MBO). Dabei verkaufen Sie Ihr Unternehmen an einen Ihrer langjährigen Mitarbeiter.

Auf diese Weise können Sie sorgenfrei in den Ruhestand gehen, da Sie Ihr Unternehmen in guten Händen wissen.

3. Der Verkauf auf Rentenbasis

Sollten Sie Ihre Firma beispielsweise an die Kinder abtreten wollen, ist der Verkauf auf Rentenbasis eine beliebte Option. Hierbei bekommen Sie von Ihren Kindern den Verkaufspreis in monatlichen Raten ausgezahlt. Diese regelmäßigen Zahlungen kommen dann einer Rente gleich.

4. Der Verkauf zu einem fixen Verkaufspreis

Die klassische Variante bei der Unternehmensnachfolge ist der Verkauf zu einem Verkaufspreis. Sie setzen also den Betrag fest, um welchen Ihre Firma verkauft wird und erhalten diesen vom Käufer nach Vertragsunterzeichnung vollständig ausgezahlt.

Fazit: Zur richtigen Entscheidung mit Planung & Bauchgefühl

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, gibt es leider kein Universalrezept für das Suchen und Finden des passenden Nachfolgers. Das Wichtigste für Sie als Unternehmer ist es, rechtzeitig mit der Nachfolgeplanung anzufangen. Nur so haben Sie genug Zeit, um den richtigen Kandidaten zu finden und müssen nicht den Erstbesten nehmen.

Haben Sie einmal eine große Auswahl an Interessenten, so hilft oft das eigene Bauchgefühl weiter. Hauptsache ist, dass Ihre Erwartungen und Vorstellung mit denen des potentiellen Käufers übereinstimmen. Ist dieser Konsens gegeben, so haben Sie die besten Voraussetzungen für Ihre Unternehmensnachfolge geschaffen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit diesen Tipps zum Unternehmensverkauf ein wenig weiterhelfen. Sollten Sie dennoch Fragen haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Giuseppe Porzani – stock.adobe.com

Unternehmensverkauf (Teil 1): Mit diesen Kosten müssen Sie rechnen

Träumen auch Sie schon von Ihrem erfolgreichen Unternehmensverkauf und dem wohlverdienten Ruhestand? Davon, einen seriösen Käufer zu finden, der Ihr Lebenswerk erfolgreich weiterführt und Ihre treuen Mitarbeiter gut behandelt? Und dabei erzielen Sie auch noch einen Verkaufspreis von dem Sie bequem leben können?

Von diesem Szenario träumen wohl alle Unternehmer, die ihr Unternehmen verkaufen und sich zur Ruhe setzen wollen.

Bevor es so weit ist, müssen Sie sich allerdings mit der Realität auseinander setzen. Und die sieht oft so aus: Streiterein bei der Unternehmensbewertung, jahrelange Verhandlungen mit Interessenten und Stress ohne Ende.

Das passierte auch einem meiner Klienten: Uneinigkeit mit dem potenziellen Käufer über den Verkaufspreis haben ihn schlussendlich ruiniert. Mehr zu diesem Fall erfahren Sie weiter unten.

Wie Sie ein solches Horror-Szenario beim Unternehmensverkauf vermeiden, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag. Ich beschreibe für Sie leicht verständlich, wodurch gefährlich hohe Kosten beim Unternehmensverkauf entstehen können und wie Sie sich als Verkäufer davor schützen.

Diese Kosten entstehen beim Unternehmensverkauf

Viele Unternehmer nehmen an, dass beim Unternehmensverkauf der Käufer alle Kosten tragen muss. Das ist aber nicht richtig: Auch Sie als Verkäufer müssen sich beteiligen.

Genauer gesagt hat der Verkäufer beim Unternehmensverkauf 5 verschiedenen Kostenpositionen zu tragen:

  1. Kosten bei der Finanzierung
  2. Kosten für die Unternehmensbewertung
  3. Kosten für das Auditing (=Prüfung) der Geschäftsunterlagen
  4. Amtsgerichtskosten
  5. Kosten für Notar & Rechtsanwalt

Den größten Teil dieser Kosten verursacht in der Regel die Unternehmensbewertung. Zusammengerechnet mit den anderen Faktoren kann dann ein Betrag von bis zu 500.000€ entstehen. Wie solch ein hoher Betrag für Sie als Verkäufer zustande kommen kann, erfahren Sie im nächsten Abschnitt.

Durch Unternehmensverkauf in die Pleite? Verkaufs-Kosten am Praxisbeispiel erklärt

Prinzipiell ist die Höhe der Kosten immer von beiden Parteien abhängig: dem Käufer wie auch dem Verkäufer. Was genau ich damit meine und inwiefern die Unternehmensbewertung dabei eine Rolle spielt, zeige ich Ihnen an einem realen Beispiel:

Einer meiner Mandanten wollte sein Unternehmen verkaufen. Um einen angemessen Preis für sein Lebenswerk zu erhalten, ließ er es zunächst bewerten. Das Problem dabei: sein Interessent empfand den berechneten Unternehmenswert als zu hoch. Er hatte Angst, am Ende zu viel für die Firma zu zahlen.

Das Ergebnis dieser verzwickten Geschichte: Es wurden insgesamt 33 Unternehmensbewertungen vorgenommen. Aus diesen Bewertungen entstanden 33 unterschiedliche Ergebnisse – Unternehmenswerte von 11-170 Millionen Euro.

Das Ganze kostete meinem Mandanten 350.000€. Er musste dafür all sein Vermögen aufbrauchen, sodass seine Firma pleite ging.

Am Ende profitierte nur der Käufer von dieser Uneinigkeit: Er kaufte die Firma günstig vom Insolvenzverwalter ab.

Die Lehre, die wir aus diesem Beispiel ziehen können ist folgende: Beharren Sie nicht zu hartnäckig auf Ihrer Wunschvorstellung.

Sollte das Kaufangebot begründeter Weise inakzeptabel sein, rate ich Ihnen die Verkaufsgespräche sofort abzubrechen. Widmen Sie sich lieber wieder dem Tagesgeschäft. Ewige Streitereien sind bei einem Unternehmensverkauf sinnlos.

Wenn beide Parteien zu beharrlich auf Ihrer Vorstellung bestehen, müssen sie das meist nicht nur mit Geld bezahlen. Auch psychisch müssen Sie als Verkäufer oft „draufzahlen“.

Ihr Unternehmensverkauf kann Sie auch Nerven & Lebenszeit kosten

Denn abgesehen vom möglichen finanziellen Super-GAU, müssen Sie sich als Verkäufer häufig auch noch mit weiteren Problemen herumschlagen:

  • Stress
  • strapazierte Nerven
  • verschwendete Lebenszeit
  • enttäuschte Hoffnungen

Ich weiß, das klingt vielleicht harmlos, aber stellen Sie sich folgendes vor:

Sie wollen Ihre Firma verkaufen und den Rest Ihres Lebens (mit einer ansehnlichen Rente) genießen. Die Verhandlungen mit Ihrem Käufer dauern nun schon Jahre. Sowohl der gebotene Kaufpreis, als auch die geforderten Bedingungen ändern sich mit jedem Gespräch. Mittlerweile wissen Sie als Verkäufer schon gar nicht mehr, worauf Sie sich wirklich verlassen können.

Dieses Szenario habe ich mir leider nicht aus dem Hut gezogen. Verkaufsverhandlungen können in der Tat bis zu 5 Jahre lang andauern. Das bedeutet für Sie als Inhaber: 5 Jahre voller Stress und Unsicherheit, ohne einen Fortschritt in den Verhandlungen zu erzielen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf?

Pauschal kann ich Ihnen nicht sagen, welcher der ideale Zeitpunkt für den Unternehmensverkauf ist. Einen Anhaltspunkt liefert aber die Beantwortung der Frage: Kommen Sie mit dem möglichen Mindest-Verkaufspreis bis an Ihr Lebensende aus?

Lautet die Antwort darauf „ja“, so können Sie getrost Ihre Firma verkaufen – somit haben sie einen guten Zeitpunkt gefunden.

Lautet die Antwort „nein“, so sollten Sie mit dem Unternehmensverkauf noch warten.

Auf jeden Fall sollten Sie aber als Inhaber früh genug vorausplanen. Kalkulieren Sie so, dass der Verkaufspreis spätestens wenn Sie 60 oder 67 Jahre alt sind, für Ihr restliches Leben ausreicht.

Worauf Sie bei der Nachfolgeplanung außerdem achten sollten, habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf den folgenden Link: Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab 

Fazit: Mit Gespür und Verhandlungsgeschick zum Erfolg

Bei einem Unternehmensverkauf kommt es stets auf die Einigkeit beider Parteien an. Sowohl Käufer als auch Verkäufer müssen bereit sein, Kompromisse einzugehen. Ansonsten werden bei den Verhandlungen nur Ihre Nerven strapaziert und Zeit verschwendet. Im schlimmsten Fall müssen Sie dann doch wieder einen neuen Käufer suchen.

Gehen Sie als Verkäufer daher clever vor, indem Sie bereits vorab die entgegenkommenden von den sturen Interessenten trennen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie bei Letzteren zu einem positiven Kaufabschluss kommen, ist äußerst gering.

Mit diesem Beitrag möchte ich erfahrene Unternehmer wie Sie vor einer negativen Erfahrung so kurz vor dem Ruhestand bewahren.Wenn Sie also beim Unternehmensverkauf geschickt vorgehen, können Sie die anfallenden Kosten gering halten und von einem möglichst großen Gewinn profitieren.

Sollten Sie weitere Beratung zur Unternehmensnachfolge benötigen, stehe ich Ihnen auch gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Möchten Sie Ihr Unternehmen verkaufen? Oder gedenken Sie eine Umwandlung Ihrer Firma vorzunehmen? Für beide Vorhaben sollten Sie als Unternehmer den Wert Ihrer Firma genau kennen. Dafür gibt es verschiedene Berechnungs-Modelle. Ich zeige Ihnen in diesem Beitrag das sogenannte CAPM (=Capital Asset Pricing Model). Es hilft Inhabern, Käufern oder Investoren zu erkennen, wie gut ein Unternehmen auf dem Markt aufgestellt ist.

In diesem Blogbeitrag will ich Ihnen daher zeigen,

  • worum es sich genau bei dem CAPM handelt,
  • wie es im Detail funktioniert
  • und wie es Ihnen bei der Unternehmensbewertung weiterhilft.

Ich will Sie nicht anlügen, der folgende Artikel ist keine leichte Kost, aber er wird Ihnen beim Verkauf oder der Umwandlung Ihres Unternehmens helfen. Nur keine Scheu, lesen Sie weiter und finden Sie heraus, wie viel Ihre Firma wirklich wert ist:

Was ist das CAPM eigentlich?

CAPM ist die Abkürzung für die englische Bezeichnung „Capital Asset Pricing Model„. Durch das CAPM wird das Risiko eines Unternehmens in Prozent wiedergegeben. Dabei kann es weder 0% noch 100% geben. Das durchschnittliche Risiko von deutschen Unternehmen beträgt rund 4,5%. Mithilfe des CAPM können Sie als Inhaber also berechnen, wie hoch Ihr eigenes Risiko ist.

Warum gibt es das CAPM überhaupt?

Bevor das CAPM entwickelt wurde, waren für Unternehmer die Verhältnisse zwischen Gewinnen, Verlusten, Renditen und Risiken völlig unbekannt. Erst in den 50er Jahren entwickelte man die Theorie, dass der Prozentsatz der Rendite gleich dem des Risikos ist.

Das heißt: 2% Rendite pro Jahr = 2% Risiko pro Jahr. Oder 15% Rendite pro Jahr = 15% Risiko pro Jahr. Aber was ist, wenn sich ein anderer Investor statt den 15% auch mit 9% Rendite pro Jahr zufrieden geben würde? Wäre dann das Risiko auch nur 9%? Nein, denn das Risiko ist abhängig vom Unternehmen selbst und nicht von der Rendite. Also ganz gleich ob Sie 15% oder 9% Rendite ausgezahlt bekommen, das Risiko bleibt gleich.

Da diese einfache Theorie von „Rendite=Risiko“ in der Praxis nicht anwendbar war, entstand in den 60er Jahren daher das CAPM. Es übernimmt den „Rendite=Risiko-Grundgedanken“, spaltet aber das Risiko in 2 Teile:

  1. die risikolose Rendite (welche für jedes Unternehmen auf dem Markt gilt und 0,5% pro Jahr beträgt)
  2. das unternehmensspezifische Risiko (welches nur auf dieses individuelle Unternehmen zutrifft)

Das bedeutet: Durch das CAPM können Sie als Unternehmer herausfinden, wie hoch das individuelle Risiko Ihrer Firma ist und wie viel Gewinn Sie voraussichtlich machen werden. Mit diesem Wissen können Sie dann Ihr Unternehmen bewerten und Investoren einen vernünftigen Preis anbieten.

Lassen Sie mich das Ganze an einem Beispiel demonstrieren: Ein Investor will 1 Million Euro in Ihre Firma investieren – das ist ein hohes Risiko für ihn. Für diese große Summe erwartet er sich auch eine hohe Rendite, welche er jedes Jahr von Ihnen ausgezahlt bekommt. Das CAPM hilft dem Inhaber und dem Investor zu bestimmen, welchen Gewinn der Investor von 1 Million bekommen sollte. Sprich: Wie viel der Investor für sein Geld zurück bekommt.

Der Einsatz des CAPM ist aber nicht nur bei Investitionen von Nutzen. Auch wenn Sie Ihr Unternehmen verkaufen oder eine Umwandlung durchführen wollen, hilft es Ihnen bei der Errechnung der Rendite-Erwartung. Mit dem CAPM können Sie daher nicht nur den Wert Ihrer Firma bestimmen, sondern auch Ihren Verkaufspreis rechtfertigen.

Wie funktioniert das CAPM?

Die Grundlage des CAPM bildet eine einfache Formel: Erwartete Rendite = risikoloser Zinssatz + β × (Marktrendite – risikoloser Zins)

Das mag auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, ist jedoch leichter zu erfassen, wenn man jeden einzelnen Teil der Formel kennt.

  • Der risikolose Zinssatz ist beispielsweise der Zinsertrag von risikofreien Anlageformen wie z.B. sichere Staatsanleihen. Das bedeutet: Bei diesen Geldanlagen besteht in der Regel die Sicherheit, dass Zinsen pünktlich ausgezahlt werden können.
  • Der β-Faktor gibt hingegen an, wie stark Ihr Unternehmen auf Marktschwankungen reagiert. Dabei erfasst β das sogenannte systematische Risiko. Dieses Risiko können beispielsweise Finanzkrisen oder Kriege sein, also wirtschaftliche und gesellschaftliche Veränderungen, die alle Firmen auf dem Markt betreffen.
  • Als letzter Bestandteil der Formel bleibt nur mehr die Marktrendite. Sie gibt Aufschluss darüber, wie viel Gewinn von den jeweiligen Anlagen am Markt zu erwarten ist.

Ich weiß, das war jetzt viel Theorie auf einmal. Um das CAPM in der Praxis zu erklären, wende ich in diesem Video die Formel an einem Zahlen-Beispiel an. Klicken Sie einfach auf Play, um das CAPM von mir hier genauer erklärt zu bekommen:

Der große Makel des CAPM: Seine Altersschwäche

Die Tatsache, dass das Capital Asset Pricing Model aus den 60er Jahren stammt, ist auch gleichzeitig sein größter Makel. In den letzten Jahrzehnten kamen ganz neue betriebswirtschaftliche Erkenntnisse ans Tageslicht. Diese haben die Risikobewertung grundlegend verändert. Das CAPM blieb trotz dieser Erfahrungen unverändert und ist somit nicht mehr zeitgemäß. Die darin enthaltenen Risiken sind für die Wirtschaft des 21. Jahrhunderts zu schematisch.

Fazit: CAPM macht überschaubares Risiko sichtbar

Das CAPM hilft Ihnen als Unternehmer, den Wert Ihres Unternehmens besser einschätzen zu können. Es bietet eine (auf den zweiten Blick) relativ einfache Formel, um die Risiken für Ihre Firma mit Zahlen darzustellen. Diese Berechnung können Sie als Inhaber nutzen, um sich gegen übertriebene Rendite-Erwartungen von Käufern oder Investoren zu wehren.

Vereinfacht gesagt dient Ihnen das CAPM also als Argumentationshilfe, mit welcher Sie den wahren Wert Ihrer Firma belegen können. Schwarz auf weiß.

Ich weiß, das Thema dieses Blogbeitrags ist etwas schwer zu verdauen. Sollten Sie daher Beratung zum CAPM oder generell zur Unternehmensbewertung benötigen, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular jederzeit erreichen.

Herzlich,

Ihr Thomas Breit

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Problemfreie Unternehmensnachfolge dank der Digitalisierung, geht denn das?

Liegt Ihr Pensionsantritt in nicht mehr allzu weiter Ferne? Sehnen Sie sich bereits danach, Ihr Lebenswerk an einen würdigen Nachfolger zu übergeben, um dann den wohl verdienten Ruhestand zu genießen? Sie wollen guten Gewissens die eigene Firma verlassen und sicher sein, dass es Ihren Angestellten auch in Zukunft gut gehen wird?

Damit dies der Fall ist, brauchen Sie eine reibungslose Unternehmensnachfolge. Aber was können Sie als Inhaber dafür tun? Ganz einfach: Ihre Firma digitalisieren.

In diesem Blogbeitrag zeige ich Ihnen, wie eine solche Digitalisierung Ihre Unternehmensnachfolge erleichtert und für einen sorgenfreien Ruhestand sorgt.

So erleichtert die Digitalisierung Ihre Unternehmensnachfolge

Ich weiß, als Unternehmer fällt es schwer, sein eigenes Lebenswerk aus der Hand zu geben: Nachdem Sie Jahrzehnte lang Ihre Firma aufgebaut und vorangetrieben haben, sollen Sie nun das Zepter einfach so an einen anderen weitergeben? Wer weiß, ob er die Firma genauso gut führen kann wie Sie es bisher taten? Was, wenn er heillos überfordert ist und den Betrieb wie auch die Mitarbeiter ins Verderben stürzt? Dann war alles umsonst.

Keine Sorge, ich will Ihnen damit keinen Schrecken einjagen, sondern vielmehr die Wichtigkeit einer gut durchdachten Unternehmensnachfolge aufzeigen. Schließlich liegt es in Ihrem Interesse, dass Ihre Firma und Ihre ehemaligen Angestellten eine gesicherte Zukunft haben. Die Digitalisierung kann Ihnen helfen, für den Fortbestand Ihres Unternehmens zu sorgen und die Übergabe an einen passenden Nachfolger zu erleichtern.

Mithilfe der Digitalisierung befindet sich Ihre Firma auf dem neuesten technischen, prozessualen und rechtlichen Stand. Damit Sie diesen vorteilhaften Zustand in Ihrem Unternehmen erreichen, bietet Ihnen die Digitalisierung 2 hilfreiche Werkzeuge:

  1. Das Tax CMS
    Ein digitales Tax CMS (kurz für Compliance Management System) ist ein elektronisches Kontrollsystem, mithilfe dessen steuerliche Prozesse erfasst und als Arbeitsanweisung bestimmt werden können. Damit erhöht es Ihre Rechtssicherheit (siehe dazu auch: So schützt die Digitalisierung Sie als Unternehmer vor Vorwürfen der Steuerhinterziehung) und den Unternehmenswert Ihrer Firma. Mit einem Tax CMS zeigen Sie also potentiellen Nachfolgern, dass Sie nichts zu verstecken haben.
  2. Das IKS
    Ein Internes Kontrollsystem (kurz: IKS) hilft Ihnen als Unternehmer, Ihre Finanzen im Griff zu behalten. Dabei werden die Wege aller Belege und Zahlungen genauestens dokumentiert, sodass Ihre Firma eine ordnungsgemäße Buchhaltung vorweisen kann. Eine tiefergehende Beschreibung des IKS und die Vorteile eines solchen Systems haben wir Ihnen in einem eigenen, ausführlichen Blogartikel zusammengefasst. Den Beitrag finden Sie unter folgendem Link: Die Bedeutung eines internen Kontrollsystem (IKS) für Unternehmen – inkl. Video 

Dank dieser 2 Säulen der Digitalisierung haben Sie in Ihrem Unternehmen weder Sanierungsstau noch Rückstände zu verzeichnen. Sie wissen genau, welche Gewinne Ihre Firma macht und wie viel sie wert ist. Auf diese Weise können Sie Ihrem Nachfolger klare Fakten vorweisen, sodass dieser einen genauen Einblick in die wirtschaftliche Aufstellung des Unternehmens erhält. Nur auf dieser Basis kann die neue Führung ihr weiteres Handeln im Sinne aller Beteiligten planen.

So bereiten Sie Ihren Nachfolger vor: Probezeit & Einweisung

Damit die Übergabe Ihres digitalisierten Unternehmens wirklich reibungslos verläuft, müssen Sie geschickt vorgehen. Immerhin soll Ihr Betrieb nicht an einen überforderten Nachfolger gehen und darunter leiden. Daher ist es wichtig, den zukünftigen Chef gut auf seine Aufgaben vorzubereiten.

Ich persönlich empfehle Unternehmern gerne, Ihre Nachfolger einer Probezeit von etwas 5 Jahren zu unterziehen. Während dieser Zeit können Sie feststellen, ob der Kandidat für den verantwortungsvollen Posten wirklich geeignet ist und die richtigen Entscheidungen trifft.

Während dieser Probezeit benötigt Ihr Nachfolger zudem eine ausführliche Einweisung in Prozessabläufe, technische Verfahren, und, und, und. Nur so können Sie sicher gehen, dass er wirklich weiß, was er tut und Ihr digitalisiertes Unternehmen erfolgreich fortführen kann.

Mein Tipp an Unternehmer ist daher: Suchen Sie sich einen Nachfolger, welcher mit der Zeit geht und keine Angst vor neuen Systemen hat. Ist er ein Befürworter der Digitalisierung, so gestaltet sich auch die Einweisung und Übernahme für Sie leichter.

Das springt dabei für Sie raus: schneller und transparenter Wechsel

Im Vergleich zu einer nicht digitalisierten Firma ersparen Sie sich mit der Digitalisierung bei der Unternehmensnachfolge vor allem Zeit. Sie müssen nicht mehr länger durch Berge von Akten wühlen, bis Sie die nötigen Daten für beispielsweise ein Verkaufsangebot beisammen haben. Dank der Digitalisierung sind diese nämlich alle in Ihrem Computer einsehbar. Auf diese Weise brauchen Sie nur wenige Klicks, bis Sie die Informationen gefunden haben, die Sie und Ihr Nachfolger benötigen.

Das Auditing, also die Prüfung Ihres Unternehmens, bevor es an den Nachfolger geht, verläuft dadurch erheblich schneller und ist zudem auch transparenter als bei einer nicht digitalisierten Firma.

Fazit: Mit der Digitalisierung Nachfolger anlocken & stressfrei an sie übergeben

Es gibt zahlreiche Vorteile bei der Digitalisierung eines Unternehmens, angefangen bei der höheren Sicherheit vor dem Steuergesetzgeber bis hin zu spürbaren Kosteneinsparungen. Dabei ist es nie zu spät, eine Digitalisierung in der eigenen Firma durchzuführen – sogar kurz vor dem Ruhestand macht das für Unternehmen noch Sinn.

Dank der Umstrukturierung und der Einführung moderner Kontrollsysteme in Ihrer Firma, bringen Sie diese nämlich auf den neusten Stand in Sachen Technik, Arbeitsabläufen und Recht. Damit bieten Sie Nachfolgern ein gut aufgestelltes Unternehmen an, in welchem es keine sprichwörtlichen Leichen im Keller gibt. Alle Unternehmensdaten sind klar ersichtlich und entsprechen exakt der Wahrheit.

Die Digitalisierung verhilft Ihnen dadurch zu einer problemfreien Unternehmensnachfolge und ermöglicht Ihnen einen stressfreien Übergang in den Ruhestand. So können Sie Ihre Rente mit ruhigem Gewissen genießen und brauchen sich keine Sorgen mehr um Firma und Angestellte machen.

Sie haben noch weitere Fragen zur Digitalisierung und Ihren Vorteilen bei der Unternehmensnachfolge? Genau das ist mein Spezialgebiet. Sie können mich daher gerne in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg aufsuchen oder mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf

Eine Frage an Sie als Unternehmer: Handeln Sie gerne einen vorteilhaften Preis aus? Ja? Nun, damit sind Sie nicht der Einzige. Gerade bei großen Summen (wie z.B. beim Kauf und Verkauf von Firmen) können dadurch schnell Streitigkeiten entstehen.

Damit beide Seiten dennoch in den Handel einwilligen, gibt es die sogenannte Earn-out-Klausel. Sie hilft Unternehmern, das Ziel vor Augen zu behalten und Kompromisse einzugehen. Wie genau sie das anstellt und welche Vor- bzw. Nachteile dabei für Käufer und Verkäufer enstehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Beitrag zusammengefasst. Ich konnte Ihr Interesse wecken? Gut! Lesen Sie hier weiter, um zu erfahren, wie die Earn-out-Klausel Unternehmenskäufe fairer gestaltet:

Was ist eine Earn-out-Klausel überhaupt?

Eine Earn-out-Klausel definiert in einem Kaufvertrag einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird. Das mag im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend klingen, ist jedoch ganz einfach: Je nachdem wie gut das gekaufte Unternehmen läuft, muss der Käufer an den ehemaligen Inhaber eine entsprechend hohe Nachzahlung leisten.

Keine Earn-out-Klausel gleicht dabei einer anderen, da Käufer und Verkäufer individuell alle Parameter festlegen. So bestimmen sie gemeinsam beispielsweise:

  • den Zeitpunkt der Nachzahlung
  • die Höhe der Nachzahlung
  • die Bemessung des Erfolgs (z.B. anhand des Umsatzerlöses, Gewinns, etc.)
  • die Stichtage der Bemessung
  • und vieles mehr.

Wichtig für Käufer wie auch Verkäufer sind bei der Gestaltung der Earn-out-Klausel Floor und Cap. Dabei handelt es sich um die Unter- und die Obergrenze des zu zahlenden Anteils. Auf diese Weise lässt sich die Nachzahlung gut berechnen, sodass vor allem auf den Käufer keine bösen Überraschungen warten.

Welche Vorteile hat die Earn-out-Klausel?

Wollten Sie schon einmal eine Ware kaufen oder verkaufen und mussten mühsam um den Preis feilschen? Konnten Sie sich am Ende einigen oder fiel das Geschäft aufgrund der Differenzen ins Wasser?

Genau dieses Szenario soll eine Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen verhindern. Dank ihr kommen nämlich Käufer wie auch Verkäufer auf einen gemeinsamen Nenner und können trotz abweichenden Vorstellungen einen Handel erzielen. Besonders bei Start-up-Unternehmen bietet sich diese Sondervereinbarung an. Warum? Das kann ich Ihnen am besten anhand eines typischen Beispiels demonstrieren:

Stellen Sie sich vor, Sie haben ein geniales Produkt entwickelt, von dessen Erfolg Sie zu 100% überzeugt sind. Leider fehlen Ihnen aber die nötigen finanziellen Mittel, um Ihre Firma und Ware gut auf dem Markt zu positionieren. Daher wollen Sie Ihr Unternehmen an einen erfahrenen Geschäftsmann verkaufen.

Da Sie bereits ahnen, dass Ihr Produkt mit finanzieller Unterstützung durchstarten wird, verlangen Sie für den Kauf mehr als den derzeitigen Unternehmenswert. Ihrem Geschäftspartner erscheint dieser Preis allerdings zu hoch, da nicht gewiss ist, ob das entwickelte Produkt auch wirklich so erfolgreich sein wird. Also was tun?

Hier kommt die Earn-out-Klausel ins Spiel: Sie schafft es, das Erfolgspotential einer Firma in den Verkaufsvertrag miteinzubeziehen, ohne dabei den Käufer einem zu hohen Risiko auszusetzen. Gut aufgesetzt stellt die Earn-out-Klausel bei Unternehmenskäufen daher eine Win-win-Situation dar.

Welche Gefahren birgt sie für beide Parteien?

Ich weiß, das klingt alles zu schön um wahr zu sein: Eine Klausel, dank welcher sich Käufer und Verkäufer ganz ohne Gezanke beim Preis einigen können. Und in Wahrheit entspricht die Earn-out-Klausel auch oft nicht dieser Bilderbuch-Vorstellung. Sowohl Käufer als auch Verkäufer können nämlich diese an sich faire Vereinbarung zu ihren Gunsten manipulieren:

Die Tricks der Käufer

Damit die Nachzahlung nicht allzu hoch ausfällt, greifen Käufer des öfteren auf raffinierte Tricks zurück. Beispielsweise können sie absichtlich hohe Kosten erzeugen und somit den Gewinn der Firma möglichst klein halten. Oder aber sie beginnen erst spät mit der Vermarktung des gekauften Produktes, sodass der Erfolg zeitversetzt (nach dem außer Kraft treten der Earn-out-Klausel) einsetzt.

Durch Tricks wie diese halten Käufer den nachzuzahlenden Betrag gering und spielen der Earn-out-Klausel wie auch dem Verkäufer einen Streich. Umgekehrt haben allerdings auch die Verkäufer die Möglichkeit, den vereinbarten Anteil des Kaufpreises in die Höhe zu treiben:

Die Tricks der Verkäufer

Nicht selten ist es der Fall, dass beispielsweise der Käufer des Start-up-Unternehmens den ehemaligen Inhaber als Angestellten in der Firma behält. Auf diese Weise kann dieser sein Know-how nutzen, um den Erfolg des Unternehmens voranzutreiben.

Als Teil der Firma können allerdings die ehemaligen Inhaber (also die Verkäufer) möglicherweise auch Einfluss auf die Geschäfte nehmen und die Gewinne überproportional steigern. Allein schon das Wissen, dass die Earn-out-Klausel vom Erfolg des Unternehmens abhängig ist, sorgt oft für eine erhöhte Arbeitsmotivation seitens der Verkäufer.

Aus diesem Grund sollten sowohl Käufer als auch Verkäufer beim Aufsetzen des Unternehmenskaufvertrages inklusive Earn-out-Klausel behutsam vorgehen. Am besten lassen Sie das Abkommen von einem erfahrenen Experten kontrollieren, um bösen Überraschungen zu entgehen.

Das sollten Verkäufer und Käufer auf jeden Fall bedenken

Ganz gleich auf welcher Seite Sie stehen, sprich ob Käufer oder Verkäufer: Sie sollten sich von einem erfahrenen Rechtsanwalt wie auch Steuerberater über die genaue Gestaltung der Earn-out-Klausel beraten lassen. Die folgenden Ratschläge und Infos ersparen Ihnen daher keinen Termin bei einem Experten! Sie sollen Ihnen lediglich dabei helfen, einen besseren Einblick in die Materie zu erlangen:

Mein Tipp an Verkäufer

Damit Sie auch wirklich Ihren zustehenden Anteil am Kaufpreis erhalten, ist es für Sie als ehemaligen Inhaber wichtig, die neue Führung der Firma überprüfen zu können. Das bedeutet für die Vertragserstellung: Achten Sie darauf, dass sich Ihr Verkäufer dazu verpflichtet, Ihnen Einblick in den Jahresabschluss, Vermarktungsstrategie etc. zu geben. Nur so können Sie sicher gehen, dass wirklich alle Umsatzchancen genutzt wurden und das jeweilige Produkt wie versprochen beworben wurde.

Sollten Sie nach dem Verkauf im Unternehmen bleiben, rate ich Ihnen zudem sich das Earn-out nicht in Form von Gehalt auszahlen zu lassen. Ansonsten entfallen darauf Steuern, welche Ihren Anteil des Kaufpreises spürbar schmälern. Daher empfehle ich Ihnen bei einem Unternehmenskaufvertrag, immer einen Experten zu Rate zu ziehen. Dieser kann sichergehen, dass Sie keine hohen Steuerzahlungen erwarten.

Das sollten Käufer wissen

Ich will Sie nicht anlügen, ein kleines Restrisiko bleibt für beide Seiten bestehen. Dies ist für Käufer der Fall, wenn die gekaufte Firma wirklich den vom Verkäufer prognostizierten Erfolg in der vereinbarten Zeit abliefert. Dann zahlen Sie nämlich unterm Strich mehr, als wenn Sie sich (ohne Earn-out-Klausel) direkt auf die Preisvorstellungen des Verkäufers eingelassen hätten. Sollte dies nicht der Fall sein, konnten Sie hingegen einen guten Kaufpreis aushandeln, ganz ohne lange Diskussionen.

Fazit: Earn-out macht Einigung im Kaufsprozess leichter

Dank der Earn-out-Klausel profitieren nicht mehr nur die Käufer von dem weiteren Erfolg der Firma. Auch die Verkäufer müssen sich nicht mehr ärgern, wenn Ihr Unternehmen nach der Übernahme plötzlich durchstartet: Sie kriegen Ihren fairen Anteil von dem Gewinn.

Dabei birgt dieser Kompromiss bei gründlicher Vertragsgestaltung für beide Seiten so gut wie kein Risiko: Es werden gemeinsam Ziele und nachzuzahlende Beträge festgesetzt, sodass es keine bösen Überraschungen am Ende gibt. Auf diese Weise kann das Potential einer Firma in den Vertragsverhandlungen gewürdigt werden, ohne dabei ein zu großes Wagnis einzugehen.

Apropos Vertragsverhandlungen: Mit der Earn-out-Klausel verkürzen Sie Diskussionen aufgrund von abweichenden Vorstellungen und kommen stattdessen auf einen gemeinsamen Nenner. Somit sparen Sie Zeit und vor allem auch Nerven, denn das Ziel des Käufers wie auch Verkäufers ist dasselbe: Der Fortschritt der Firma.

Damit Sie beim Unternehmenskauf mit Earn-out-Klausel steuerlich nicht den Kürzeren ziehen, sollte Ihr Vertrag unbedingt von einem Experten geprüft werden. Kleine Details reichen oft schon aus und schon wird Ihr Anteil des Kaufpreises durch die Steuer minimiert. Sollten Sie daher Beratung zu diesem Thema benötigen, oder sich einfach informieren wollen, freue ich mich über ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei. Sie können mich via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular jederzeit erreichen.

Herzlich,

Ihr Thomas Breit

Foto: © Svitlana – stock.adobe.com

Blogbeitrag Gueterstandsschaukel - Erbschaftssteuer Teil 5

Was ist die Güterstandsschaukel im Erbrecht?

Der Güterstand von deutschen Eheleuten ist grundsätzlich als Zugewinngemeinschaft definiert. Das bedeutet, dass das Vermögen beiden Ehepartner gemeinsam gehört. Jedoch wird getrennt betrachtet, wer wie viel davon eingebracht hat.

Sollte nun einer der beiden Eheleute sterben, muss dessen Anteil am ehelichen Vermögen herausgerechnet werden. Es muss also der Teil bestimmt werden, den er in das gemeinsame Vermögen eingebracht hat.

Was hat das nun mit einer Schaukel zu tun?

Wenn einer von zwei Eheleuten stirbt und das Ehepaar zu Lebzeiten viel Bargeld zusammengetragen hat, hätte der hinterbliebene Ehepartner hohe Summen an Erbschaftssteuer zu zahlen.

Um dem zu entgehen, gibt es im deutschen Erbrecht die Möglichkeit, die so genannte Güterstandsschaukel anzuwenden.

Das ist eine Art Vertrag, bei dem Sie vom Güterstand des Zugewinns in den der Gütertrennung wechseln und gleich wieder zurück. Deswegen heißt es auch Schaukel – hin und wieder zurück. Das alles ist bei nur einem Notarbesuch möglich.

Durch die kurzfristige Gütertrennung kommen Sie um die gesetzlich vorgeschriebene Aufteilung von Erbvermögen herum. Sie müssen Ihren Zugewinn also nicht versteuern. Dieser beeinflusst auch nicht Ihre persönlichen Freibeträge.

Um das Ganze für Sie leichter verständlich zu machen, habe ich ein Video aufgenommen, in dem ich die Güterstandsschaukel anhand eines Beispiels erkläre:

Erfahren Sie mehr zum Thema Erbschaft

Als Steuerberater habe ich mich unter anderem auf die Themen Unternehmensnachfolge und Erbschaftsteuer spezialisiert. Wenn Sie über meinen Beitrag hinaus noch Fragen haben, oder das Thema einfach genau besprechen möchten, besuchen Sie mich gerne in meiner  Steuerberatungskanzlei in Hamburg.

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Herzlichst,

Ihr Thomas Breit