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Sie möchten Ihre GmbH-Anteile verkaufen? Auf diese 4 Punkte müssen Sie achten

Sie sind an einer Gesellschaft beteiligt, möchten Ihre GmbH-Anteile aber gerne verkaufen? Sie wissen jedoch nicht, worauf Sie dabei achten müssen und welche steuerlichen Bestimmungen hier gelten?

Und wie steht es um die anderen Gesellschafter? Haben diese ein Mitspracherecht oder können Sie beim Verkauf frei entscheiden?

In meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg werde ich von meinen Mandanten immer wieder mit diesen Fragen konfrontiert. Viele Gesellschafter sind hier unsicher und haben Angst, beim Verkauf einen Fehler zu begehen und zu viel Steuern zu zahlen.

Deshalb habe ich die häufigsten Fragen zum Verkauf von GmbH-Anteilen gesammelt und als Grundgerüst für diesen Beitrag verwendet.

Sie erfahren, warum Sie beim Verkauf unbedingt auf den Gesellschaftsvertrag, eine mögliche Sperrminorität oder steuerliche Freibeträge achten müssen. Außerdem erkläre ich Ihnen, warum Sie sich beim Verkauf Hilfe von einem Steuerberater holen sollten.

Diese 4 Punkte müssen Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile beachten

Hier fasse ich für Sie die wichtigsten Punkte, die Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile beachten müssen, leicht verständlich zusammen:

1. Überprüfen Sie die Satzung der GmbH auf Mitsprache- oder Vorkaufsrechte

Ob die anderen Gesellschafter der GmbH ein Mitspracherecht beim Verkauf haben, wird immer in der Satzung (=Gesellschaftsvertrag) bestimmt. Ein Mitspracherecht muss immer im Voraus in dieser Satzung festgeschrieben werden.

Steht nichts von einem Mitspracherecht im Gesellschaftsvertrag, müssen Sie auch niemanden um Zustimmung bitten.

Heißt für Sie: Bevor Sie aktiv nach einem Käufer für Ihre Anteile suchen, müssen Sie den Gesellschaftsvertrag genau überprüfen.

Neben einem Mitspracherecht kann auch noch ein Vorkaufsrecht für Ihre Mit-Gesellschafter in den Satzungen festgeschrieben werden.

Haben Sie also einen passenden Käufer für Ihre Anteile gefunden, können Sie den Verkauf nicht sofort abschließen. Denn hat einer Ihrer Mit-Gesellschafter Interesse an den Anteilen, kommt dieser vorher zum Zug.

Ähnlich wie beim Mitspracherecht, muss auch ein Vorkaufsrecht im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben sein.

2. Behalten Sie eine mögliche Sperrminorität im Auge

Sind Sie Mehrheitsgesellschafter und möchten nur einen Teil Ihrer GmbH-Anteile verkaufen, sollten Sie beim Verkauf immer auf auf eine mögliche Sperrminorität achten.

Eine Sperrminorität ist ein prozentualer Anteil von Stimmen, die in der Gesellschaft zwar eine Minderheit darstellen, aber dennoch einen Beschluss verhindern kann.

Dieser Anteil kann im Gesellschaftsvertrag frei festgelegt werden.

Sprich: Wird im Gesellschaftsvertrag eine beschlussfähige Mehrheit von mindestens 75% festgelegt, kann eine Sperrminorität schon mit 26% der Anteile erlangt werden.

In diesem Fall könnte ein Gesellschafter mit einem Anteil von 26% alle Entscheidungen der GmbH blockieren und Sie wären ohne seine Zustimmung handlungsunfähig.

Möchten Sie trotz des Verkaufs von GmbH Anteilen die volle Kontrolle über Ihr Unternehmen behalten, müssen Sie deshalb unbedingt wissen, mit welcher Beteiligung eine Sperrminorität erreicht wird.

Überprüfen Sie deshalb vor dem Verkauf immer Ihren Gesellschaftsvertrag.

Worauf Sie bei der Sperrminorität noch achten müssen und was eine Sperrminorität für den geschäftsführenden Gesellschafter einer GmbH bedeutet, habe ich Ihnen in einem anderen Beitrag für Sie zusammengefasst. Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/sperrminoritaeten-der-gmbh-worauf-muessen-sie-als-gesellschafter-achten/

3. Kennen Sie die steuerlichen Bestimmungen beim Verkauf und nutzen Sie Gestaltungsspielraum aus

Erzielen Sie aus dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen einen Gewinn, könnten diese Gewinne steuerpflichtig sein.

Voraussetzung dafür ist allerdings, dass Sie zu irgendeinem Zeitpunkt in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt gewesen sind. Dann sind Ihre Verkaufsgewinne steuerpflichtig.

Aus dieser Regelung ergibt sich steuerlicher Gestaltungsspielraum: Sie könnten beispielsweise Ihre Anteile auf 0,9% reduzieren und mit dem Verkauf dieser restlichen Anteile 5 Jahre warten.

Danach wäre dieser Erlös aus dem Verkauf der 0,9% nicht mehr nach §17 EStG zu beurteilen, da Sie ja zu keinem Zeitpunkt in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt waren.

Ist Ihr Verkaufserlös geringer als Ihre Verkaufskosten plus die historischen Anschaffungskosten, können Sie diesen Verlust eventuell steuerlich geltend machen.

Aber auch hier müssen Sie eine Voraussetzung erfüllen: Sie müssen in den letzten 5 Jahren durchgehend mit mindestens 1% an der GmbH beteiligt gewesen sein.

Beachten Sie den Unterschied: Bei Gewinnen reicht bereits ein Tag in den letzten 5 Jahren mit einer Beteiligung von 1% oder mehr aus, um die Steuerpflicht auszulösen. Um Verluste geltend machen zu könne, müssen Sie allerdings wirklich jeden Tag in den letzten 5 Jahren mit mindestens 1% beteiligt gewesen sein.

Erfüllen Sie diese Voraussetzung, können Sie mit einem Verlust aus dem Verkauf von Gesellschaftsanteilen Ihr zu versteuerndes Einkommen verringern.

Zusätzlich gibt es noch eine Sonderregelung: Halten Sie einen GmbH-Anteil von weniger als 1% kürzer als 12 Monate, sind Sie nach § 22 EStG steuerpflichtig. Beim Verkauf einer Beteiligung von weniger als einem Prozent kann es sich deshalb aus steuerlicher Sicht lohnen, die Anteile länger als ein Jahr zu halten.

Denn dann zahlen Sie auf einen eventuellen Verkaufsgewinn keine Steuern.

Außerdem gilt: Sind Sie beim Zeitpunkt des Verkaufs über 55 Jahre alt, können Sie laut §34 EStG auch eine attraktive Steuertarifersparnis in Anspruch nehmen.

4. Holen Sie sich Hilfe von einem Steuerberater

Mit dem Wissen aus diesem Beitrag legen Sie den Grundstein für einen erfolgreichen Verkauf Ihrer GmbH-Anteile. Sie wissen, auf welche grundsätzlichen Dinge Sie achten müssen.

Um alle Freibeträge aber auch wirklich nutzen und den Gesellschaftsvertrag korrekt überprüfen zu können, benötigen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit die Hilfe eines Steuerberaters.

Denn ein korrekter Verkauf Ihrer GmbH-Anteile ist komplizierter als man im ersten Moment glaubt. Nur ein erfahrener Steuerberater weiß, wie Sie die Freibeträge voll ausschöpfen können und so möglichst steuerschonend vorgehen.

Fazit: Achten Sie beim Verkauf Ihrer GmbH-Anteile auf die Satzung, Sperrminorität und steuerliche Freibeträge

Überprüfen Sie vor dem Verkauf Ihrer GmbH-Anteile auf jeden Fall immer den Gesellschaftsvertrag auf mögliche Mitsprache- oder Vorkaufsrechte der anderen Gesellschafter.

Verkaufen Sie nur einen Teil Ihrer Beteiligung, sollten Sie in der Satzung kontrollieren, mit welcher (Minderheits)-Beteiligung eine Sperrminorität möglich ist. Ansonsten könnten Sie Ihre GmbH unabsichtlich handlungsunfähig machen.

Um beim Verkauf möglichst steuerschonend vorzugehen, müssen Sie auch alle oben erwähnten steuerlichen Freibeträge und Sonderregelungen nutzen. So können Sie Tausende Euro an Steuern sparen.

Um bei all diesen Punkten keine folgenschweren Fehler zu begehen, sollten Sie sich beim Verkauf von GmbH-Anteilen immer Hilfe von einem Steuerberater holen. Denn als „Steuer“-Laie wissen Sie wahrscheinlich nicht worauf Sie im Detail achten müssen.

Sie haben noch weitere Fragen zum Verkauf von GmbH-Anteilen oder benötigen eine professionelle Beratung eines erfahrenen Steuerberaters?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmensverkauf-Rente-Symbolbild

Normaler Unternehmensverkauf oder Verkauf gegen eine Rente: Darauf sollten Sie setzen

Sie sind gerade dabei, den Verkauf Ihres Unternehmens zu planen? Sie haben davon gehört, dass Sie Ihre Firma auch gegen eine Rente anstatt einer sofortigen Gesamt-Summe verkaufen können?

Bestimmt Fragen Sie sich jetzt, welche Variante die bessere ist. Auch in meinem Alltag als Steuerberater in Hamburg kommen immer wieder Unternehmer mit dieser Frage auf mich zu.

Deshalb möchte ich Ihnen die häufigsten Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente in diesem Beitrag beantworten.

Sie erfahren, wie der Verkauf gegen eine Rente genau funktioniert, wie lange Sie diese Rente bekommen und was die steuerlichen Unterschiede zu einem „normalen“ Verkauf sind.

Zum Schluss erhalten Sie außerdem eine grundsätzliche Empfehlung von mir. Ich erkläre Ihnen, ob Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe oder gegen eine Rente verkaufen sollten.

Wie funktioniert der Unternehmensverkauf gegen eine Rente genau?

Hier wird die Verkaufssumme nicht sofort, sondern aufgeteilt über mehrere Jahre bezahlt. In der Regel erhalten Sie dann eine monatliche Rente, die Ihnen Ihr Nachfolger bezahlen muss.

Diese Rente bemisst sich immer am Betrag, den Sie beim Verkauf als Gesamt-Summe erhalten hätten. Sprich: Der gesamte Verkaufserlös ist die Basis für die Renten-Berechnung.

Wie eine solche Rente genau berechnet wird, können Sie in diesem Artikel des Instituts für Wissen in der Wirtschaft nachlesen: https://www.iww.de/mbp/experten-berichten-aus-der-praxis/der-praktische-fall-geschaeftsveraeusserung-gegen-leibrente-vergleich-zwischen-sofort-und-zuflussbesteuerung-f57187

Ich muss Sie allerdings warnen: Die genaue Berechnung ist kompliziert und Sie benötigen wirtschaftliches Fachwissen, um die Kalkulation wirklich zu verstehen.

Um den Rest dieses Beitrags zu verstehen, brauchen Sie dieses detaillierte Wissen aus dem anderen Artikel hingegen nicht.

Wie lange bekommen Sie diese Rente?

Die genaue Länge der Rentenzahlung kommt auf die Vereinbarung im Kaufvertrag an.

Die Rente muss Ihnen aber mindestens 25 Jahre lang nach Abschluss des Vertrags ausgezahlt werden, denn nur so wird sie dem Versorgungsgedanken des Gesetzgebers gerecht. Grundgedanke ist nämlich, Ihre laufende Versorgung in der Zukunft sicherzustellen.

Würde die Rente beispielsweise bereits 10 Jahre nach dem Verkauf enden, wäre diese laufende Versorgung nicht gewährleistet.

Alternativ kann auch vereinbart werden, dass die Rente bis zu Ihrem Tod gezahlt wird. Dann bestimmt logischerweise Ihr Tod, wie lange diese Rentenzahlungen geleistet werden müssen. Eine genaue Anzahl an Jahren wird nicht festgelegt.

So unterscheidet sich der Renten-Verkauf steuerlich von einem „normalen“ Verkauf

Verkaufen Sie Ihr Unternehmen für eine Gesamt-Summe, wird dieser Betrag immer sofort besteuert. Deshalb spricht man in der Fachsprache auch von einer Sofortbesteuerung. Hier können Sie von einem attraktiven Freibetrag nach § 16 Abs. 4 EStG profitieren.

Mit diesem Freibetrag reduziert sich Ihr zu versteuernder Gewinn beim Unternehmensverkauf.

Abgesehen von diesem Beitrag haben Sie aber nur einen sehr geringen steuerlichen Gestaltungsspielraum.

Beim Unternehmensverkauf gegen eine Rente haben Sie hingegen die Wahl: Sie können Ihren Verkaufserlös entweder sofort besteuern oder eine sogenannte Zuflussbesteuerung nutzen.

Vereinfacht gesagt werden Ihre monatlichen Raten bei der Zuflussbesteuerung erst versteuert, wenn die Summe der bereits bezahlten Raten den Buchwert des Betriebsvermögens übersteigt.

Im Normalfall dauert es deshalb Jahrzehnte, bis Ihre monatliche Renten-Zahlungen besteuert werden. Sobald die Grenze erreicht ist, werden Ihre Raten jährlich zusammen mit Ihrem sonstigen Einkommen besteuert.

Deshalb haben Sie hier größere steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten als bei einem „normalen“ Verkauf.

Bei der Zuflussbesteuerung können Sie allerdings den oben erwähnten Freibetrag nicht nutzen. Sie „erkaufen“ sich mehr oder weniger die zusätzlichen steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten mit dem Verzicht auf den Freibetrag.

Meine Empfehlung: Verkaufen Sie Ihr Unternehmen immer für eine Gesamt-Summe und nicht gegen eine Rente

Ein Unternehmnsverkauf gegen eine Rente kann aus rein steuerlicher Sicht durchaus Sinn machen. Abhängig von Ihrer persönlichen Situation können Sie so eine attraktivere Steuerprogression ausnutzen.

Aber: Sie wissen nie, ob Ihr Nachfolger das Unternehmen erfolgreich weiterführt und auch wirklich Ihre Rente zahlen kann. Denn geht das Unternehmen insolvent, ist es möglich, dass Sie nicht alle Raten erhalten.

In diesem Fall bleiben Sie auf einem Teil Ihres Verkaufspreises sitzen und müssen Ihre Ansprüche vielleicht in einem langwierigen Insolvenzverfahren durchsetzen. Das kostet Zeit und Nerven.

Deshalb rate ich Unternehmern immer dazu, Ihre Firma sofort für eine Gesamt-Summe zu verkaufen.

So erhalten Sie den gesamten Verkaufspreis sofort und müssen nicht hoffen, dass Ihr Nachfolger die Rente auch zahlen kann.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmensverkauf gegen eine Rente oder benötigen Hilfe bei der Unternehmensnachfolge? Dann stehe ich Ihnen als aktiver Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Expertenmeinung-Unternehmensnachfolge-IKZ

Kleine Presseschau: Meine Experten-Meinung in der IKZ zum Thema Unternehmensnachfolge

In den letzten Wochen wurde ich in einem Artikel der prestigeträchtigen Haustechnik-Branchenzeitschrift IKZ zu meiner Meinung bei Notfällen in der Unternehmensnachfolge gefragt.

In diesem Beitrag fasse ich Ihnen diesen Beitrag kurz zusammen und stelle Ihnen den Link zum ausführlichen Beiträgen zur Verfügung. Außerdem verlinke ich auch noch auf themenverwandte Beiträge in meinem Blog, die Sie interessieren könnten.

Ernstfälle in der Unternehmensnachfolge: Meine Expertenmeinung in der IKZ

Angenommen Sie liegen nach einem schweren Autounfall auf der Intensivstation. Ihre Überlebenschancen sind gut, aber bis Sie wieder arbeitsfähig sind, werden noch etliche Monate vergehen.

Was passiert in der Zwischenzeit mit Ihrem Unternehmen? Sind Ihre Mitarbeiter ohne Sie als Inhaber komplett handlungsunfähig?

Als Unternehmer müssen Sie die Antworten auf diese Fragen kennen. Nur so kann Ihr Unternehmen im Notfall weiterbestehen. Unter anderem sollten Sie diese Punkte beachten:

  • Generalvollmacht für Ehepartner
  • Testament und Patientenverfügung im Safe
  • Zugang zu geschäftlichen Kern-Informationen

Worauf Sie bei den einzelnen Punkten genau achten müssen, können Sie im IKZ-Artikel nachlesen. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Artikel zu gelangen: https://www.ikz.de/nc/detail/news/detail/wie-shk-betriebe-auch-im-notfall-handlungsfaehig-bleiben/

Mehr zum Thema Unternehmensnachfolge auf meinem Blog

Damit Sie erst gar nicht in eine Notfall-Situation kommen, sollten Sie Ihre Unternehmensnachfolge schon Jahre vor Ihrem geplanten Ruhestand planen.

Wie Sie dabei am besten vorgehen, können Sie in diesen Beiträgen nachlesen:

Nachfolgeplanung: So sichern Sie sich und Ihre Kinder ab

Problemfreie Unternehmensnachfolge dank der Digitalisierung, geht denn das?

GmbH und Erben: So regeln Sie die Nachfolge nach Ihren Wünschen

 

Sollten Sie weitere Fragen zur Unternehmsnachfolge haben oder eine professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen als kompetenter Steuerberater in Hamburg gerne zur Verfügung.

Rufen Sie mich dazu einfach unter  (+49 40 44 03 03) an, schreiben Sie mir eine E-Mail an (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder verwenden Sie das Kontaktformular (hier klicken!). Gerne können Sie mich auch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Unternehmenskauf-finanzieren

Kredit oder Eigenkapital: So finanzieren Sie den Unternehmenskauf richtig

Sie würden gerne Ihr Geschäft erweitern und neue, attraktive Märkte erschließen? Ihr Plan ist es, dazu ein Unternehmen zu kaufen, um so schneller in einem neuen Land oder einer anderen Branche fußzufassen?

Unter den richtigen Voraussetzungen ist der Kauf eines Unternehmens mit Sicherheit eine gute Möglichkeit, um ohne lange Vorlaufzeit in einem neuen Bereich in die Gänge zu kommen.

Für viele Unternehmer stellt sich jedoch die Frage: Wie finanziere ich dieses Vorhaben?

Soll ich am besten alles mit vorhandenem Eigenkapital bezahlen oder kann ich auch einen Kredit aufnehmen?

In meinem Alltag als Steuerberater werde ich von meinen Klienten häufig mit diesen Fragen konfrontiert. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Unternehmer hier unsicher sind. Und das ist auch gar nichts Schlechtes. Denn ein Unternehmenskauf ist eine große Investition und muss gut geplant werden.

Bevor man überhastet die falsche Entscheidung trifft, sollte man sich über die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Finanzierungen beim Unternehmenskauf im Klaren sein. Nur so kann man eine gute Entscheidung treffen.

Genau hier möchte ich mit diesem Blogbeitrag ansetzen. Ich erkläre Ihnen, welche Möglichkeiten Sie zur Finanzierung eines Unternehmenskaufs grundsätzlich haben und von welchen Förderungen Sie zusätzlich profitieren könnten.

Unternehmenskauf-Finanzierung mit Eigenkapital

Aus der Sicht eines Steuerberaters wäre diese Variante die beste bei einem Unternehmenskauf.

So haben Sie als Unternehmer keinerlei Schulden bei Banken und sind daher auch keinem Kreditinstitut verpflichtet. Sollte es, aus welchen Gründen auch immer, einmal für einige Zeit nicht so rosig laufen, können Sie so nie in Rückzahlungs-Schwierigkeiten kommen.

In der Praxis ist eine gänzliche Finanzierung mit Eigenkapital aber meistens unrealistisch. Die Summen sind einfach zu hoch, um alles nur mit Eigenkapital zu bezahlen.

Haben Sie nicht genug Eigenkapital, gibt es aber mehrere Möglichkeiten, um neues Eigenkapital zu beschaffen. Sie oder Ihre Mit-Gesellschafter könnten beispielsweise zusätzliches Kapital aus der eigenen Tasche in das Unternehmen einzahlen.

Diese Option zur Eigenkapitalerhöhung ist wahrscheinlich allen Unternehmern bekannt. In diesem Beitrag möchte ich Ihnen aber 2 weitere Optionen vorstellen, die in der Praxis (noch) wenig verwendet werden, aber in manchen Fällen durchaus Sinn machen:

  1. Crowdfunding: Beim Crowdfunding beteiligen sich viele „kleinere“ Investoren, die oft auch Privatpersonen sind, an einem Unternehmen. Rechtlich gesehen handelt es sich dabei dann meistens um stille Partner. Diese Methode ist besonders für Unternehmen geeignet, die „coole“ Projekte an End-Konsumenten verkaufen möchten. Denn bei diesen Projekten ist es einfacher, viele Investoren anzulocken. Die weltweit beliebteste Plattform, um eine Crowdfunding-Kampagne zu starten ist Kickstarter.
  2. Business Angels: Bei Business Angels handelt es sich um Investoren, die einem Unternehmen neben Ihrem Investment auch noch mit Ihrer Management-Erfahrung und Ihren Kontakten weiterhelfen. Man bekommt also nicht nur frisches Eigenkapital, sondern auch Know-How. Im Gegenzug versprechen sich die Business Angels eine Wertsteigerung ihres Unternehmens-Anteils. Hier finden Sie einen Überblick über Business Angels in Deutschland: https://www.business-angels.de/

Mit diesen beiden Möglichkeiten können Sie Ihr Eigenkapital aufbessern. Allerdings wird auch das in den meisten Fällen nicht ausreichen, um den gesamten Kaufpreis mit Eigenkapital zu decken. In diesem Fall können Sie auch bei einem Unternehmenskauf auf einen Kredit zurückgreifen.

Worauf Sie dabei achten müssen, erkläre ich Ihnen im nächsten Abschnitt.

Unternehmenskauf-Finanzierung mit Fremdkapital

Bei vielen Unternehmern ist ein Kredit sehr negativ behaftet. Dort sieht man eine Fremdfinanzierung als sprichwörtlichen „Klotz am Bein“. Durch einen hohen Kredit spiele man mit der Zukunft des Unternehmens, bekommt man da häufig zu hören.

Da ist auch sicherlich etwas Wahres dran. Einen Kredit sollten Sie nur nach sorgfältiger Überlegung abschließen. Außerdem sollte Ihre Eigenkapitalquote nie unter 20% rutschen, sonst bringen Sie Ihr Unternehmen langfristig in Gefahr.

Richtig eingesetzt können Sie aber speziell bei niedrigen Zinsen von einem Kredit profitieren. Denn ist Ihre Gesamtkapitalrendite höher als die Kreditverzinsung, steigern Sie mit diesem Kredit Ihre Eigenkapitalrendite.

Die Rendite, die Sie mit Ihrem geliehenen Geld erwirtschaften, ist also höher als Ihre Zins-Zahlungen. In der Fachsprache bezeichnet man das als Leverage Effekt.

Eine hohe Eigenkapitalrendite steigert Ihre Bonität bei Banken und macht Ihr Unternehmen auch für potentielle Investoren attraktiver.

Jedoch sollten Sie immer bedenken, dass bei einem Kredit immer ein Rest-Risiko bleibt. Auch wenn es geschäftlich einmal nicht so gut, müssen Sie Ihre Raten immer bezahlen können. Dieses Risiko müssen Sie immer einkalkulieren.

Hilfe beim Unternehmenskauf: Von diesen Förderprogrammen könnten Sie profitieren

Als Unternehmer können Sie beim Unternehmenskauf von attraktiven Förderungen profitieren. So bietet zum Beispiel die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) geförderte Kredite an.

Bei diesen Krediten brauchen Sie meistens nur wenige Sicherheiten und haben eine gewisse Anzahl an tilgungsfreien Jahren zu Beginn des Kredits.

Hier finden Sie mehr Informationen zu den Krediten der KfW: https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Unternehmen/Gr%C3%BCnden-Nachfolgen/

Befindet sich Ihr Unternehmenssitz in Berlin, könnte auch ein geförderter Kredit der Investitionsbank Berlin (kurz IBB) für Sie interessant sein. Ähnlich wie die KfW brauchen Sie auch hier nur wenige Sicherheiten und profitieren von tilgungsfreien Jahren. Hier finden Sie mehr Informationen zur IBB: https://www.ibb.de/de/wirtschaftsfoerderung/foerderprogramme-a-z/foerderprogramme-a-z.html

Auch in anderen Bundesländern gibt es solche Investitionsbanken. Hier finden Sie eine Übersicht mit allen Investitionsbanken in Deutschland: https://www.gruenderlexikon.de/checkliste/informieren/berater-suchen/wo-beratung-gruendung/landesfoerderinstitute/

Fazit zur Unternehmenskauf-Finanzierung: Der richtige Mix aus Eigen- und Fremdkapital macht’s

Im Idealfall sollten Sie Ihren Unternehmenskauf mit eigenen Mitteln finanzieren. In der Realität ist das allerdings meistens nicht realistisch. Die Kaufpreise sind dafür einfach zu hoch. In diesem Fall können Sie auf einen Kredit zurückgreifen.

Das ist vor allem in Zeiten von niedrigen Zinsen attraktiv. Dabei müssen Sie aber immer Ihre Eigenkapitalquote im Auge behalten. Diese sollte nicht unter 20 % sinken.

Der beste Finanzierungs-Weg wird also für die meisten Unternehmer irgendwo in der Mitte liegen: Man verwendet für einen Teil des Kaufpreises Eigenkapital und greift für den Rest auf einen Kredit zurück.

Sie haben noch weitere Fragen zum Unternehmenskauf oder möchten wissen, welche Fehler Sie beim Kauf auf gar keinen Fall machen dürfen?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Tod-des-Unternehmers

Tod des Unternehmers: Das passiert mit Ihrem Unternehmen

Sie haben sich schon immer gefragt, was mit Ihrem Unternehmen im Falle Ihres Todes passiert? Wird es aufgelöst oder werden die Anteile an Ihre Nachkommen weitervererbt?

Immer wieder kommen Unternehmer mit diesen Fragen auf mich zu. Vor allem im Bereich der Unternehmensnachfolge herrscht hier große Unsicherheit. Denn viele Unternehmer sind besorgt, dass ihr Lebenswerk vielleicht in die falschen Hände gelangt.

Mit diesem Blogbeitrag möchte ich Ihnen die häufigsten Fragen meiner Klienten zu diesem Thema beantworten. Sie erfahren, welche Auswirkungen der Tod des Unternehmers bei unterschiedlichen Rechtsformen (Einzelunternehmer, KG und GmbH) hat und welche rechtlichen Konsequenzen Ihr Ausscheiden für Ihre Erben hat.

Denn ob ein Unternehmen aufgelöst oder nahtlos weitergeführt wird, hängt vor allem von der Rechtsform ab. Im nächsten Abschnitt erkläre ich Ihnen im Detail, welche Auswirkungen der Tod des Unternehmers bei Einzelunternehmen, KGs und GmbHs hat.

Diese Auswirkung hat der Tod des Unternehmers bei …

… einem Einzelunternehmen

Hier muss man zwischen zivilrechtlichen und steuerrechtlichen Auswirkungen unterscheiden.

Zivilrechtlich kommt es darauf an, ob es sich beim verstorbenen Unternehmer um einen eingetragenen Kaufmann (kurz e.K.) handelte oder nicht. War der Verstorbene kein eingetragener Kaufmann, ist das Unternehmen zivilrechtlich „unsichtbar“ und wird mit dem Tod aufgelöst.

Bei einem eingetragenen Kaufmann geht das Unternehmen immer auf die Erben über.

Steuerrechtlich betrachtet macht es keinen Unterschied, ob man eingetragener Kaufmann war oder nicht.

Die Erben haben immer 6 Monate Zeit um zu entscheiden, ob sie das Unternehmen fortführen wollen oder nicht.

Wird das Unternehmen nicht fortgeführt, gilt das Unternehmen rückwirkend mit dem letzten Lebenstag als beendet. Dann muss auch mit diesem Tag eine steuerliche Schlussbilanz gemacht werden. Wurde der Gewinn bisher nicht durch eine Bilanz ermittelt, muss auch eine Überleitungsrechnung gemacht werden.

Das Unternehmen gilt dann als beendet. Mögliche Steuerschulden fallen in die Erbmasse und müssen von den Erben beglichen werden. Allerdings fallen auch Steuerforderungen des Unternehmens in die Erbmasse. In diesem Fall können Sie als Erbe von einer möglichen Steuererstattung profitieren.

Soll das Unternehmen weitergeführt werden, müssen Sie diese Punkte nicht durchführen. Ihre Nachkommen können das Unternehmen einfach weiterführen.

… einer KG

Bei der KG hängt die Nachfolge von der Satzung des Unternehmens ab. Denn das Gesellschaftsrecht geht dem Erbrecht in diesem Fall vor.

Für Kommanditisten gibt es 3 mögliche Situationen:

  1. Keine Nachfolge-Regelung im Gesellschaftsvertrag: Hier gehen die Anteile an die bereits an der Gesellschaft beteiligten Personen über. Als Erbe gehen Sie allerdings nicht leer aus, sondern haben Anspruch auf eine Kapitalabfindung. In der Fachsprache wird dieses Vorgehen als „Anwachsung“ bezeichnet.
  2. Qualifizierte Nachfolgeregelung: In diesem Fall tritt eine im Gesellschaftsvertrag genannte Person Ihre Nachfolge an. Andere gesetzliche Erben haben Anspruch auf eine Kapitalabfindung.
  3. Einfache Nachfolgeregelung: Es wird im Gesellschaftsvertrag festgeschrieben, dass die gesetzlichen Erben die Unternehmensanteile bekommen. Gibt es mehrere Erben, wird jeder einzelne Gesellschafter der KG.

Bei Komplementären kommt es darauf an, ob es sich um eine natürliche oder eine juristische Person handelt.

Ist der verstorbene Komplementär eine natürliche Person, gilt das Erbrecht. Das heißt, dass die Anteile auf die gesetzlichen Erben aufgeteilt werden.

Anders verhält es sich beispielsweise bei einer GmbH & Co. KG. Hier ist die GmbH die Komplementärin. Werden die Anteile an der GmbH wiederum von der KG selbst gehalten, werden die Anteile wie bei Kommanditisten verteilt.

… einer GmbH

Ähnlich wie bei der KG kommt auch die Nachfolge bei der GmbH auf die Satzung der Gesellschaft an.

Hier sind 3 Situationen denkbar:

  1. Einziehungsklausel im Gesellschaftsvertrag: Bei einer Einziehungsklausel werden die Anteile auf bereits beteiligte Gesellschafter übertragen. Die gesetzlichen Erben des verstorbenen Unternehmers haben einen Anspruch auf eine Kapitalabfindung, werden aber nicht Gesellschafter. Diese Situation ist mit der „Anwachsung“ bei der KG vergleichbar.
  2. Abtretungsklausel im Gesellschaftsvertrag: Hier werden die Anteile an eine im Gesellschaftsvertrag bestimmte Person vererbt. Eine Abtretungsklausel ist damit mit der qualifizierten Nachfolgeregelung bei der KG vergleichbar.
  3. Keine Regelung im Gesellschaftsvertrag: In diesem Fall gehen die Anteile an die gesetzlichen Erben. Gibt es mehrere Erben, wird jeder von ihnen Gesellschafter der GmbH.

Überlegen Sie sich also genau, was im Falle Ihres Todes mit Ihren Anteilen passieren soll und schreiben Sie gegebenenfalls eine Regelung im Gesellschaftsvertrag fest.

Auswirkungen für Ihre Erben: Erbschaftssteuer!

Gehen Ihre Anteile am Unternehmen an die gesetzlichen Erben über, sind diese erbschaftssteuerpflichtig. Sind Sie und Ihr Unternehmen nicht auf einen Übergang vorbereitet, können Ihre Erben so mit Tausenden Euro Erbschaftssteuer belastet werden.

Haben Sie allerdings vorausgeplant und Ihr Unternehmen optimiert, können Sie Ihre Anteile weitergeben ohne Ihren Erben hohe Steuerzahlungen aufzubürden.

Wie Sie dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/erbschaftssteuer-optimieren-vermoegen-richtig-definieren-und-tausende-euro-sparen/

Fazit: Rechtsform und Satzung sind im Todesfall ausschlaggebend

Welche Auswirkungen der Tod eines Unternehmers hat, kommt vor allem auf die Rechtsform und die Satzung des Unternehmens an. Im Gesellschaftsvertrag kann beispielsweise eine bestimmte Person als Nachfolger festgeschrieben werden.

Es kann aber auch festgelegt werden, dass Ihre Anteile an Mit-Gesellschafter gehen und Ihre Erben lediglich eine Kapitalabfindung erhalten.

Damit mit Ihren Anteile auch wirklich das passiert, dass Sie möchten, müssen Sie deshalb unbedingt rechtzeitig mit Unternehmensnachfolge-Planungen beginnen. Denn eine rechtlich saubere und steueroptimierte Nachfolge muss einige Jahre im Vorhinein geregelt werden.

Sie haben noch weitere Fragen zum Thema oder möchten wissen, wie Sie eine Unternehmensnachfolge am besten planen sollten?

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Erbschaftssteuer optimieren

Erbschaftssteuer optimieren: Vermögen richtig definieren und Tausende Euro sparen

Sie denken schon an Ihren Nachlass und möchten bald mit den Planungen beginnen? Dabei möchten Sie schlau vorgehen und die Erbschaftssteuer-Zahlungen für Ihre Nachkommen möglichst gering halten?

Das ist mehr als verständlich. Denn wenn Sie nicht vorausplanen, kann die Erbschaftssteuer schon mal Zehntausende Euro betragen. Gehen Sie allerdings schlau vor, können Sie Ihr zu versteuerndes Vermögen durch einen Verschonungsabschlag mindern und so die Steuerlast für Ihre Nachkommen um Tausende Euro reduzieren.

Um diesen Verschonungsabschlag für einen möglichst großen Teil Ihres Vermögens nutzen zu können, müssen Sie aber zuerst wissen, welche Voraussetzungen Sie dazu erfüllen müssen. Genau hier möchte ich mit diesem Artikel ansetzen.

Ich erkläre Ihnen, wann Sie Verschonungsabschläge bei Vermögensgegenständen in Anspruch nehmen können und wie ein solches Vorgehen in der Praxis aussehen könnte.

Einen pauschalen Leitfaden kann ich Ihnen hier aber leider nicht in die Hand geben. Denn wie Sie in Ihrem konkreten Fall am besten vorgehen, hängt immer von Ihrer persönlichen Situation ab.

Verschonungsabschlag nutzen: Der Unterschied zwischen begünstigtem Vermögen und Verwaltungsvermögen

Bei der Erbschaftssteuer wird grundsätzlich zwischen begünstigtem Vermögen und Verwaltungsvermögen unterschieden.

Diese Einteilung ist ausschlaggebend für die Verwendung des Verschonungsabschlags. Denn dieser Abschlag darf nur für begünstigtes Vermögen angewandt werden.

Der Verschonungsabschlag reduziert den zu versteuernden Teil Ihres Vermögens – In der Regel beträgt dieser 85%. Das heißt, dass nur 15% Ihres begünstigten Vermögens auch im Rahmen einer Erbschaft besteuert wird.

Für das Verwaltungsvermögen gibt es allerdings keinen solchen Verschonungsabschlag. Hier wird wirklich Ihr gesamtes Verwaltungsvermögen besteuert.

Das heißt für Sie: Ein möglichst großer Teil Ihres Vermögens sollte begünstigtes Vermögen sein. Denn nur so profitieren Sie vom Verschonungsabschlag.

Welches Vermögen vom Staat grundsätzlich als begünstigtes Vermögen und welches als Verwaltungsvermögen gesehen wird, können Sie hier nachlesen: https://www.steuertipps.de/gesetze/erbschaftsteuer-schenkungsteuer-erbstg/13b-beguenstigtes-vermoegen

Durch eine gute steuerliche Beratung und ein sauberes gesellschaftliches Konstrukt haben Sie aber manchmal etwas Spielraum. Mit geschickter Definition Ihres Vermögens können sie den Verschonungsabschlag für verschiedene Vermögensgegenstände nutzen. Dadurch kann sich die Steuerlast Ihrer Erben um Tausende Euro reduzieren. Was das genau bedeutet erkläre ich Ihnen im nächsten Absatz.

Wie definiere ich mein Vermögen bei der Erbschaftssteuer richtig?

Eines gleich vorweg: Hier sollten Sie sich immer Hilfe von einem Steuerberater holen. Denn um Ihr Vermögen richtig zu definieren, muss sich ein Experte eingehend mit Ihrer Situation auseinandersetzen.

Damit Sie dann besser verstehen, wovon ein Steuerberater dann spricht, möchte ich es Ihnen kurz erklären. Wie eine steuerlich schlaue Definition in der Praxis aussehen könnte, stelle ich Ihnen hier in 3 Beispielen vor:

1. Unternehmensoptimierung bei speziellem Vermögen

Besitzen Sie zum Beispiel mehrere Oldtimer. Diese stellen ein Vermögen dar, das steuerlich nicht begünstigt ist. Sie können also für den Wert Ihrer Autos die Freibeträge nicht nutzen.

Gründen Sie aber eine Gesellschaft als Museum und überlassen Sie dieser Gesellschaft Ihre Autos, ist der Wert Ihrer Oldtimer steuerlich begünstigt.

Das selbe Beispiel wäre auch bei einer Kunstsammlung, Münzen, Briefmarken oder ähnlichem denkbar.

2. Anteile an Kapitalgesellschaften erhöhen

Anteile an einer Kapitalgesellschaft, also zum Beispiel einer GmbH, können auch zum begünstigten Vermögen zählen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die vererbten Anteile mindestens 25% des Nennkapitals der GmbH betragen.

Halten Sie weniger als 25%, zählt dieses Vermögen als Verwaltungsvermögen und Sie können die Freibeträge nicht nutzen.

Aus erbschaftssteuerlicher Sicht kann es also Sinn machen, Ihren Anteil an einer GmbH auf 25% oder mehr zu erhöhen. Das wäre zum beispielsweise vernünftig, wenn Sie bereits 20% halten.

3. Selbst genutztes Betriebsgebäude vs. vermietete Betriebsräume

Für die Erbschaftssteuer macht es einen Unterschied, ob Sie Ihre Gebäude selbst nutzen oder ob Sie diese vermieten.

Denn wenn Sie Ihr Betriebsgebäude selbst nutzen, zählt dieses Gebäude zum begünstigtem Vermögen. Damit können Sie die entsprechenden Freibeträge nutzen.

Vermieten Sie Ihr Gebäude jedoch an Dritte, zählt dieses Gebäude zum Verwaltungsvermögen und Sie können die Freibeträge nicht nutzen.

Aus der rein erbschaftsteuerlichen Perspektive wäre es also besser, Ihre Gebäude selbst zu nutzen.

Früh mit der Erbschaftssteuer-Planung beginnen und laufend optimieren

Alle 3 obigen Beispiele eint vor allem eine Sache: Die lange Zeit, die für eine saubere und gesetzeskonforme Umsetzung benötigt wird. Unternehmensumwandlungen oder -optimierungen müssen Jahre im Voraus geplant und durchgeführt werden.

Starten Sie zu spät, haben Sie nicht mehr genug Zeit, um diese Punkte auch umzusetzen. Deshalb müssen Sie unbedingt mehrere Jahre, im Idealfall sogar Jahrzehnte, im Voraus mit den Planungen beginnen.

Nachdem Sie alles geplant und Ihr Vermögen richtig definiert haben, ist es außerdem wichtig, Gesetzesänderungen bei der Erbschaftssteuer genau zu beobachten. Spätestens alle 5 Jahre sollten Sie sich die aktuelle Gesetzeslage bei der Erbschaftssteuer genau ansehen und gegebenenfalls Ihre Strategie optimieren.

Denn durch Gesetzesänderungen kann es passieren, dass Sie gewisse Sachen ändern oder umstrukturieren müssen. Damit es zu keinem bösen Erwachen kommt, müssen Sie also immer am Ball bleiben.

Idealerweise sollten Sie auch hier auf einen erfahrenen Steuerberater setzen. Nur er weiß wirklich, wie sich eine Gesetzesänderung konkret auswirkt und ob tatsächlich Handlungsbedarf besteht.

Fazit: Rechtzeitig vorausplanen, Vermögen richtig definieren und Tausende Euro an Erbschaftssteuer sparen

Um den attraktiven Verschonungsabschlag für möglichst viele Vermögensgegenstände nutzen zu können, müssen Sie Ihr Vermögen richtig definieren. Wie das in der Praxis aussehen kann, habe ich Ihnen in diesem Beitrag anhand von 3 praktischen Beispielen erklärt.

Wie Sie persönlich am besten vorgehen, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und kann nur von einem Steuerberater beurteilt werden. Wichtig ist jedoch immer, dass Sie schon mehrere Jahre im Voraus mit den Planungen beginnen, damit Ihnen auch noch genug Zeit für die Umsetzung bleibt.

Sie haben noch weitere Fragen zur Erbschaftssteuer? Dann sollten Sie diese so früh wie möglich von einem Experten beantworten lassen.

Gerne können Sie mit Ihren Fragen auf mich zukommen. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Checkliste fuer GmbH Kauf

Ihre Checkliste für den erfolgreichen GmbH-Kauf

Sie sind Unternehmer und wollen eine GmbH kaufen? Sie haben allerdings noch nie eine andere Firma übernommen und suchen deshalb nach einer Richtschnur, an die Sie sich halten können?

Keine Sorge, Sie sind nicht der erste Geschäftsmann, der beim Firmenkauf unsicher ist. Von der Verhandlung des Kaufpreises bis zu den rechtlichen Details müssen Sie auf viele verschiedene Dinge achten. Ohne Erfahrung ist man da sehr schnell überfordert.

Aus diesem Grund habe ich Ihnen in meinem neuen Beitrag eine Checkliste zusammengestellt, welche Ihnen die GmbH-Geschäftsübernahme erleichtern soll. In der Checkliste in diesem Beitrag sind die wichtigsten Punkte beim GmbH kauf übersichtlich zusammengefasst.

Mit dieser Checkliste ist die GmbH-Übernahme ein Klacks

Diese 7 Punkte dürfen Sie vor dem Kaufabschluss keinesfalls vergessen:

1. Punkt: Sauberes Auditing der Ertrags- und Vermögenslage

Bevor Sie eine GmbH übernehmen, müssen Sie als Käufer deren Ertrags- und Vermögenslage genau kennen.

Das bedeutet: Sie müssen wissen, welche Gewinne, Verluste oder Schulden Sie mit einem Kauf der Firma übernehmen. Dafür ist ein sauberes Auditing (= Prüfung) nötig, welche Ihnen Ein- und Überblick über die Finanzen des Kaufobjektes gibt.

2. Punkt: Befreiung von Pensionsverpflichtungen

Bevor Sie eine GmbH kaufen, müssen Sie als zukünftiger Inhaber die Firma von möglichen Pensionsverpflichtungen Ihres Vorgängers enthaften. Andernfalls kann es Ihnen passieren, dass Sie Pensionszahlungen an Mitarbeiter begleichen müssen, die sie nicht selbst vereinbart haben.

Um dieses Szenario zu verhindern, sollten Sie auf die Hilfe von Experten zurückgreifen. Ich persönlich arbeite dabei gerne mit den Profis der DGbAV (=Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung) zusammen.

3. Punkt: Prüfung von Pensionszusagen von Mitarbeitern

Als dritten Schritt sollten Sie bei einer GmbH-Geschäftsübernahme überprüfen, ob auch wirklich alle Pensionszusagen an Mitarbeiter gedeckt sind.

Denn sind die Pensionszusagen nicht gedeckt, können Sie die vereinbarten Pensionen nicht zahlen.

4. Punkt: Festlegung des Bewertungsverfahrens

Sie müssen gemeinsam mit dem Verkäufer festlegen, mit welchem Verfahren Sie die GmbH bewerten. Diese Bewertung ist die Basis für die Preisverhandlung und ist deshalb für Sie als Käufer besonders wichtig.

Sie unter anderem folgende 4 Bewertungsmethoden zur Auswahl:

  • Das Ertragswertverfahren
  • Das Substanzwertverfahren
  • Das IDW S1-Verfahren
  • Das EBIT-Multiplikationsverfahren

Die Bewertung mit dem Ertragswertverfahren kann zu einem ganz anderen Ergebnis als eine Bewertung mittels Substandzwertverfahren führen. Genaueres zu den Methoden der Unternehmensbewertung erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen 

5. Punkt: Beurteilung des Kaufpreises

Ist ein Bewertungsverfahren erst einmal festgesetzt, wird mit diesem der Wert der zu kaufenden GmbH ermittelt. Das Ergebnis dieser Berechnung muss natürlich ebenfalls von Ihnen kritisch unter die Lupe genommen werden.

Damit Sie dabei nicht auf eine irreführende Unternehmensbewertung hereinfallen und einen zu hohen Preis zahlen, habe ich für Sie die 3 häufigsten „Schummeltricks“ von Verkäufern unter anderem hier zusammengefasst: Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

6. Punkt: Aufsetzen der Exit-Klauseln

Nachdem der Kaufpreis feststeht, sollten Sie nun den Ausstieg des derzeitigen GmbH-Inhabers genau planen. Dabei hilft eine sogenannte „Exit-Klausel“.

Was genau eine Exit-Klausel ist und wie sie Streitigkeiten verhindern kann, erfahren Sie in diesem Blogbeitrag: Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

7. Punkt: Regelung des Kaufablaufes

Als letzten Punkt auf Ihrer praktischen Checkliste steht die Regelung des Kaufablaufes. Damit meine ich die Festlegung der zeitlichen und finanziellen Stufen während des Kaufes.

Dabei stehen Ihnen unter anderem folgende 2 Wege zur Auswahl:

  1. Ein Earn-out
    Bei einem Earn-out findet der Kauf wie auch die Übergabe an Sie als Käufer sofort statt. Der genaue Preis ist allerdings teilweise von der zukünftigen finanziellen Entwicklung der GmbH abhängig.
    Wie ein Earn-out genau funktioniert habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf
  2. Put & Call-Option
    Bei der Put & Call-Option findet zunächst kein Kauf statt. Stattdessen wird eine gesellschaftliche Verknüpfung (= „joint venture“) vorgenommen.
    Das heißt: Es gibt meist eine Probezeit von mehreren Jahren, bevor die Firma tatsächlich an Sie als Interessenten verkauft wird.

Diese 3 Profis brauchen Sie für eine erfolgreiche Übernahme

Die Checkliste sollte von Ihnen nur als grobe Richtlinie verstanden werden. Zusätzlich zu diesen Anweisungen benötigen Sie aber auch ein erfahrenes Team an Ihrer Seite, welches Sie zu Ihrem Vorteil berät.

Dieses notwendige Team für Käufer setzt sich in der Regel aus 3 Profis zusammen:

  1. einem Rechtsanwalt
  2. einem Unternehmensberater (idealerweise mit Steuerberaterzulassung)
  3. einem Steuerberater

Nur mit diesen 3 Experten haben Sie die besten Voraussetzungen, um eine GmbH-erfolgreich zu übernehmen.

Daran erkennen Sie eine geglückte GmbH-Geschäftsübernahme

Sie haben die Checkliste befolgt und wollen einen Beweis dafür, alles richtig gemacht zu haben? Sie wollen Ihren Erfolg auf irgendeine Weise belegen können?

Sollte dies der Fall sein, verrate ich Ihnen 3 Anzeichen, an welchen Sie eine erfolgreiche Geschäftsübernahme erkennen können:

  1. Anzeichen: Alle beteiligten Parteien sind mit dem Ausgang des Handels zufrieden.
  2. Anzeichen: Die Existenz des Verkäufers wie auch Ihre eigene ist durch die Übernahme gesichert.
  3. Anzeichen: Der Kaufpreis war angemessen, weder zu hoch, noch zu niedrig.

Treffen diese drei Anzeichen auf Sie zu, kann ich Sie nur beglückwünschen: Sie haben bei der Übernahme viel richtig gemacht.

Sollte dies nicht der Fall sein und noch Streitigkeiten zwischen Ihnen und dem Verkäufer herrschen, erfahren Sie im nächsten Abschnitt, wie Sie am besten vorgehen sollten.

So regeln Sie die Geschäftsübernahme bei Streitigkeiten

Die effizienteste und sparsamste Methode, Streitigkeiten bei der Übernahme zu regeln, ist eine Mediation. Aus dieser ergibt sich dann ein sogenannter „Schiedsspruch„, welcher die Trennung wie auch den Unternehmenswert zu regeln hilft.

Aber Achtung: Dieser Schiedsspruch ist nicht verbindlich. Beide Parteien können daher immer noch den juristischen Weg wählen und vor Gericht gehen. Dort trifft dann ein Schiedsgericht ein verbindliches Ergebnis, welches den Unternehmenswert als auch die Trennung regelt.

Als langjähriger Steuerberater kann ich Ihnen bei Streitigkeiten jedoch nur zu einem Schiedsspruch raten. Dieser sorgt in der Regel ebenfalls für eine Einigung was den Unternehmenswert und die Trennung betrifft, ohne viel zu kosten.

Sollten Sie sich allerdings genau an die Checkliste und den Rat Ihres Experten-Teams halten, müssen Sie sich hoffentlich nicht mit Streitigkeiten herumschlagen. Denn mit diesen beiden Hilfestellungen haben Sie die besten Voraussetzungen für eine erfolgreiche GmbH-Geschäftsübernahme.

Fazit: Mit Checkliste & Experten Probleme bei der Übernahme vermeiden

Eine GmbH-Übernahme erfolgt in mehreren Schritten. Mit der Checkliste in diesem Beitrag habe ich diese Schritte in 7 Punkte zusammengefasst. Damit haben Sie eine grobe Richtschnur, an der Sie sich in der Regel gut orientieren können.

Wie die Übernahme jedoch im Detail abläuft, ist von Fall zu Fall verschieden. Deshalb benötigen Sie auch zwingend ein erfahrenes Experten-Team, dass Sie beim Unternehmenskauf unterstützt. Dieses Team sollte aus einem Rechtsanwalt, einem Unternehmensberater und einem Steuerberater bestehen.

Mit der Checkliste und der Auswahl Ihres Experten-Teams legen Sie den Grundstein für eine erfolgreiche Übernahme.

Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater weiß ich, worauf bei einer GmbH-Geschäftsübernahme zu achten ist. Sollten Sie daher weitere Frage haben oder Beratung benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen.

Sie erreichen mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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GmbH Kauf Symbolbild

Sie wollen eine GmbH kaufen? Mit diesen 5 Schritten wird die Übernahme zum Erfolg

Sie sind Unternehmer und wollen eine GmbH kaufen? Sie wissen aber nicht genau, wie Sie dabei vorgehen sollen? Sie hätten gerne einen Leitfaden, an dem Sie sich orientieren können und mit dem Sie keine wichtigen Schritte vergessen?

Keine Sorge, damit sind Sie nicht allein. Deswegen will ich Ihnen mit den 5 Schritten aus diesem Beitrag eine ungefähre Richtlinien geben, an die Sie sich beim GmbH Kauf halten sollten. Sie erhalten eine praktische Schritt-für-Schritt-Anleitung, die Ihren GmbH-Kauf erleichtert.

Beachten Sie aber, dass jeder Unternehmenskauf verschieden ist und die Details immer mit einem erfahrenen Steuerberater abgeklärt werden sollten. Dieser Beitrag ersetzt also keinesfalls eine Beratung von einem Steuerberater.

1. Schritt: Die finanziellen Reserven überprüfen

Damit sich der Kauf einer GmbH für Sie als Unternehmer auch lohnt, muss besagte Firma über entsprechendes Eigenkapital verfügen. Wichtig dabei ist, dass dieses mindestens 25.000€ beträgt.

Sie wären auch mit weniger zufrieden?

Schlechte Idee, denn gegründet wird jede GmbH mit einem Stammkapital von 25.000€. Ist dieser Betrag beim Kauf nicht mehr vorhanden, heißt das, das die GmbH nicht einmal das Stammkapital halten konnte. Das spricht nicht gerade für ein erfolgreich betriebenes Unternehmen.

Also lassen Sie bitte die Finger vom Kauf einer GmbH deren Eigenkapital unter 25.000€ beträgt.

2. Schritt: Enthaftung von der Pensionsverpflichtung

Wenn Sie eine GmbH aufkaufen, ist es wichtig, diese von den Pensionsverpflichtungen des ehemaligen Inhabers zu enthaften. Sollte es offene Pensionsverpflichtungen geben, hat Ihr Vorgänger nämlich direkte Zusagen auf gewisse Pensionszahlungen für Mitarbeiter gemacht, die dann aber vom Unternehmen bezahlt werden müssen.

Das kann für Sie als neuer GmbH-Eigentümer riskant werden: Dann hat Ihre neue Firma nicht-einschätzbare Haftungsrisiken gegenüber Mitarbeitern zu tragen.

Um solche Pensionsverpflichtungen zu eliminieren, arbeite ich gerne mit den Profis der DGbAV (=Deutsche Gesellschaft für betriebliche Altersversorgung) zusammen.

3. Schritt: Kontrolle aller Zahlen & Fakten

Damit Sie als Unternehmer keinen Fehler beim GmbH-Kauf begehen, müssen Sie alles gründlich überprüfen – Sie müssen vor der Übernahme unbedingt alle betrieblichen Fakten kennen. Das bedeutet: Eine genaue Analyse aller Zahlen und der rechtlichen Verflechtungen Ihrer neuen GmbH.

Ein Teil dieser Prüfung ist natürlich auch die Analyse der ermittelten Unternehmensbewertung. Dafür sollten Sie wenn möglich einen Spezialisten beauftragen, welcher mit der Theorie des Kapitalmarkts bestens vertraut ist. Denn vom Verkäufer beauftragte Bewertungen spiegeln oft ein trügerisches Bild wider.

Wie Sie solche unrealistische Unternehmensbewertungen erkennen können, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/vorsicht-so-entstehen-irrefuehrende-unternehmensbewertungen/

Mit der genauen Analyse und der Hilfe eines Profis können Sie verhindern, beim GmbH-Kauf über den Tisch gezogen zu werden. Haben Sie alle Informationen über die besagte Firma kontrolliert, können Sie sich dem nächsten Schritt zuwenden:

4. Schritt: Einhaltung aller Gesetze

Bei einem GmbH-Kauf ist es natürlich notwendig, alle gesetzlichen Regelungen genau einzuhalten. Für Sie als Käufer bedeutet dies, dass Sie vor allem 3 verschiedene Gesetze beachten müssen:

  1. Die Haftung des Betriebsübernehmers (§ 75 AO)
    Eine für GmbH-Käufer besonders interessante Regelung findet sich in der Abgabenordnung § 75. Hier wird festgelegt, unter welchen Umständen Sie als neuer Besitzer der Firma für ausstehende Steuerschulden haftbar gemacht werden können. Vereinfacht gesagt, gibt Ihnen dieses Gesetz also Aufschluss darüber, wann Sie „alte“ Steuern nachzahlen müssen. Quelle: https://dejure.org/gesetze/AO/75.html (Stand: 05.08.2019)
  2. Eintritt in das Geschäft eines Einzelkaufmanns (§ 28 HGB)
    Sollte eine GmbH nicht von einem Unternehmer auf den anderen übertragen werden, sondern durch einen zweiten Teilhaber zur Gesellschaft werden, tritt § 28 des Handelsgesetzbuches in Kraft. In diesem Gesetz wird geregelt, unter welchen Bedingungen diese „neue“ Gesellschaft bzw. Sie als neuer Gesellschafter für früher entstandene Verbindlichkeiten haftbar gemacht werden können.Quelle: https://dejure.org/gesetze/HGB/28.html (Stand: 05.08.2019)
  3. Rechte und Pflichten bei Betriebsübergang (§ 613a BGB)
    In § 613a des  Bürgerlichen Gesetzbuches ist festgehalten, wie Sie als neuer Inhaber der GmbH diese zu führen haben. So sind Sie als Käufer sind in der Regel dazu verpflichtet, bestehende Arbeitsverhältnisse mit dem Kauf ebenfalls zu übernehmen.
    Diese Regelung dient somit als eine Art Schutzvorschrift, dank welcher alte Arbeitsverträge beim Betriebsübergang bestehen bleiben. Für genauere Informationen zu Ihren Rechten und Pflichten gegenüber den bestehenden Mitarbeitern, habe ich einen eigenen Blogartikel verfasst. Unter folgenden Link gelangen Sie zum Beitrag: Wissen für Unternehmer: Müssen Sie bei der Betriebsübernahme alle Mitarbeiter übernehmen? Quelle: https://dejure.org/gesetze/BGB/613a.html (Stand: 05.08.2019)

5. Schritt: Steuerschonende Vorgehensweise

Zu guter Letzt sollten Sie als Käufer auch versuchen, möglichst steuerschonend bei der Übernahme vorzugehen. Wer an dieser Stelle auf ein universelles Geheimrezept hofft, den muss ich leider enttäuschen: Jeder GmbH-Kauf erfordert seine eigene, individuelle Vorgehensweise beim Steuern-Sparen.

Allerdings können Sie auf die folgenden, grundsätzlichen Kriterien achten:

  • Auf welche Weise kaufen Sie die GmbH?
    Entweder bezahlen Sie auf einmal den vollen Kaufbetrag, oder Sie müssen in den Jahren nach der Übernahme den Kaufpreis als Rente in „Raten“ an den Verkäufer zu zahlen.
  • Ihr Verhältnis zum Verkäufer
    Es ergeben sich nämlich steuerliche Unterscheide, je nach Ihrem Verhältnis zum Verkäufer. Entscheidend für die Höhe der Steuern ist, ob Sie naher Angehöriger des Verkäufers sind oder ein fremder Dritter.
  • Gibt es Sperrfristen?
    Sollten Sie als neuer Inhaber eine Sperrfrist aus vergangenen Umstrukturierungen missachten, setzen Sie sich einem steuerlichen Risiko aus. Sperrfristen können je nach Art 3, 5 oder sogar 7 Jahre lang anhalten.
  • Ausgleich aller Steuern
    Prüfen Sie vor dem Kauf, ob alle Steuern der vergangenen Jahre abbezahlt wurden. Sonst zahlen Sie am Ende noch mehr Steuern, anstatt welche zu sparen.
  • Wurde die Sanierungsklausel eingeschränkt?
    Laut dieser Klausel dürfen Sie als neuer Inhaber 5 Jahre lang keine Sanierung des Unternehmens vornehmen. Wurde diese Regelung eingeschränkt, können mögliche Verluste der GmbH noch vor Betriebsübergabe gesichert werden.

Fazit: GmbH-Kauf erfordert Kontrolle und Rechtmäßigkeit

Wie Sie sehen, gibt es beim Kauf einer GmbH einiges zu beachten. Deshalb sollten Sie beim GmbH Kauf unbedingt auf das Know-How eines erfahrenen Steuerberaters vertrauen. Diese 5 Schritte sollen Ihnen lediglich zur Orientierung dienen, damit Sie von Anfang an wissen, worauf Sie sich beim GmbH-Kauf einlassen.

Lassen Sie als Käufer unbedingt alle Zahlen und Fakten von einem Steuerberater genau prüfen. Das gilt auch für alle rechtlichen Belange: Ist die GmbH von den Pensionsverpflichtungen befreit? Können Sie als neuer Inhaber haftbar gemacht werden? usw.

Wurde die GmbH einmal überprüft, müssen Sie sich bei der weiteren Vorgehensweise an das Gesetz halten.

Sollten Sie noch keinen Steuerberater an Ihrer Seite haben und dessen Hilfe benötigen, können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei aufsuchen. Außerdem stehe ich Ihnen jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) zur Verfügung.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Unternehmensverkauf (Teil 3): So vermeiden Sie die 4 häufigsten Fehler

Sie wollen Ihr Lebenswerk möglichst stressfrei und zu einem angemessenen Preis verkaufen, wissen aber nicht genau welche Gefahren beim Verkauf lauern?

Sie haben Angst einen schweren Fehler zu begehen und am Ende vielleicht für die Schulden Ihres Nachfolgers gerade stehen zu müssen?

Damit Ihnen dieses Horror-Szenario erspart bleibt, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag die 4 häufigsten Fehler von Unternehmern beim Verkauf ihrer Firma. Sie erfahren, wie es zu diesen Fehlern kommt und wie Sie sie vermeiden können.

Fehler #1: Die Regelung der Sanierungsklausel vergessen

Die Sanierungsklausel (nachzulesen im Einkommensteuergesetz: §§3a EstG) schützt Sie als Verkäufer vor einem Verlust Ihrer Steuerersparnis. Aber welchen Zweck hat die Sanierungsklausel überhaupt?

Kurz gesagt legt die Sanierungsklausel fest, dass Ihr Nachfolger 5 Jahre lang keine Sanierung der Firma vornehmen darf. Andernfalls könnte das Finanzamt von Ihnen (als ehemaligem Geschäftsführer) Steuernachzahlungen verlangen, während der neue Käufer von der Steuerfreiheit der Sanierung profitiert.

Wird die Regelung der Sanierungsklausel vergessen, so bedeutet das: Sie als Verkäufer sind schadensersatzpflichtig und müssen die entstehende Nachsteuer im Sanierungsfall bezahlen.

Der Grund für diesen häufig begangenen Fehler sind meist Rechtsanwälte ohne ausreichende Steuerkompetenz. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, ich will damit nicht die Fähigkeiten von Rechtsanwälten infrage stellen.

Vielmehr will ich Ihnen sagen, dass es für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf mehrere Experten braucht.

Um genau zu sein brauchen Sie als Verkäufer nämlich mind. 2 Spezialisten:

  1. Einen Rechtsanwalt
  2. Einen guten Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung.

Dieses Duo hilft Ihnen, den Verkaufsvertrag zu Ihren Gunsten zu gestalten und von einer spürbaren Steuerersparnis zu profitieren.

Fehler #2: Pflichten gegenüber Arbeitnehmer nicht genau einhalten

Wussten Sie, dass Ihre Angestellten das Recht haben, über die Übergangsbedingungen informiert zu werden? Ihre Mitarbeiter müssen über die Aufhebung oder Fortführung ihres Arbeitsverhältnisses selbst entscheiden können. Um dies tun zu können, brauchen sie von Ihnen alle relevanten Informationen.

Das bedeutet für Sie als Verkäufer:  Sie müssen Ihre Mitarbeiter über die genauen Bedingungen des Führungswechsels aufklären. Erst daran anschließend können die Arbeitnehmer den vereinbarten Konditionen zustimmen. Übrigens: Die neuen Konditionen dürfen für die Mitarbeiter nicht schlechter ausfallen als vor dem Wechsel.

Nicht zu vergessen: Sollten Ihre Angestellten den Bedingungen der Unternehmensfortführung nicht zustimmen, müssen Sie ihnen ein Abfindungsgebot machen.

Werden diese Pflichten gegenüber den Mitarbeitern nicht sauber eingehalten, kann dies zu Ärger mit Arbeitnehmern sowie mit dem Käufer führen. Genau solche Streitigkeiten gilt es beim einem Unternehmensverkauf zu vermeiden. Denn dadurch verzögert sich der Verkauf und es entstehen unnötige Kosten.

Das Verhindern dieses Fehlers erreichen Sie als Verkäufer ganz einfach, indem Sie auf den Ratschlag dieser 2 Spezialisten vertrauen:

  1. Einer Rechtsanwaltskanzlei mit Schwerpunkt auf Gesellschafts- und Arbeitsrecht.
  2. Eines Unternehmensberaters mit Steuerberaterzulassung.

Nur mit diesem Team an Ihrer Seite übersehen Sie kein wichtiges Detail in den Mitarbeiter-Verträgen und kommen allen Pflichten nach.

Fehler #3: Keine Festlegung von Exit-Klauseln

Legen Sie als Verkäufer  keine Exit-Klausel fest, haben Sie unter Umständen mit finanziellen Nachteilen zu kämpfen: In der Regel ist nämlich der Verkaufspreis eines Unternehmens nicht festgeschrieben, sondern von den zukünftigen Erfolgen der Firma abhängig. Bleiben diese Erfolge jedoch aus, bekommen auch Sie als Verkäufer weniger Geld für Ihr Unternehmen.

Stellen Sie sich also vor, Sie verkaufen Ihr Lebenswerk und der neue Inhaber kommt in finanzielle Schwierigkeiten. Wollen Sie dann auf Geld verzichten, nur weil Ihr Nachfolger seiner Aufgabe nicht gewachsen war? Vermutlich nicht.

Damit Sie als ehemaliger Inhaber in einem solchen Fall nicht den Kürzeren ziehen und Ihre Firma womöglich noch retten können, müssen Sie deren Rückfall an Sie genau regeln. Das bedeutet: Sie müssen eine Exit-Lösung in Ihren Verkaufsvertrag aufnehmen. Ein guter Rechtsanwalt sowie ein Unternehmensberater mit Steuerberaterzulassung sind für diese Aufgabe genau die richtigen Experten.

5 beliebte Ansätze für Exit-Lösungen wären zum Beispiel:

  • Schiedsgerichte
    Schiedsgerichte ist eine Sonderstelle bei Gericht, dessen Ziel es ist, Differenzen zwischen zwei Parteien zu lösen. Das Ergebnis eines Schiedsgerichtes, ganz gleich ob es sich dabei um den Unternehmenswert oder die Trennung an sich handelt, ist bindend.
  • Schiedssprüche
    Schiedssprüche können dabei helfen, Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer zu vermeiden. Sie haben allerdings keine rechtliche Bindung.
  • Schiedsgutachten
    Ein Schiedsgutachten kann die Höhe des Unternehmenswertes (welcher auch ausschlaggebend für den Verkaufspreis ist) festlegen. Dieser Wert ist  dann bindend.
  • Put&Call-Optionen
    Eine Put&Call-Option gibt dem Käufer wie auch dem Verkäufer das Recht, das Unternehmen zu einem (im Voraus bestimmten) Fixpreis zu kaufen, bzw. zu verkaufen.
  • Earn-out-Klauseln
    Vereinfacht ausgedrückt definiert eine Earn-out-Klausel einen erfolgsabhängigen Anteil des Kaufpreises, welcher zu einem späteren Zeitpunkt an den Verkäufer ausgezahlt wird.Die genauen Vor- und Nachteile für Sie als Verkäufer habe ich Ihnen in diesem Blogbeitrag zusammengefasst: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Daher mein Rat als Experte: Vertrauen Sie nicht allein auf das freundschaftliche Verhältnis zwischen Ihnen und dem Käufer. Gehen Sie lieber sicher, dass Sie vertraglich auf alle potentiellen Auswirkungen des Handels vorbereitet sind.

Fehler #4: Zu späte Regelung des Verkaufes

Ein häufig begangener Fehler ist die zu späte Regelung des Verkaufes. Viele Unternehmer gehen davon aus, dass sie mit der Käufer-Suche bis kurz vor den geplanten Ruhestand warten können.

Tatsache ist jedoch, dass Unternehmer die Suche nach einem Nachfolger mit spätestens 55 Jahren beginnen müssen. Andernfalls geraten Sie als Inhaber unter Zeitdruck und müssen sich mit dem zufriedengeben, was Sie auf die Schnelle noch bekommen.

Der Grund, warum viele Unternehmer diesen Fehler begehen ist simpel: Sie rechnen nicht mit Komplikationen. Stattdessen gehen sie davon aus, dass gleich beim ersten Anlauf alles klappt.

In Wahrheit braucht es allerdings Zeit, den richtigen Käufer zu finden und mit diesem handelseinig zu werden. Wie Sie als Verkäufer dabei am besten vorgehen, habe ich Ihnen in dem folgenden Blogartikel zusammengefasst: Unternehmensverkauf (Teil 2): So finden Sie einen seriösen Käufer 

Beginnen Sie zu spät mit der Regelung des Unternehmensverkaufes, ist die Folge meist ein niedriger Verkaufspreis. Denn wird die Zeit am Ende zu knapp, sind Sie froh, überhaupt noch einen Abnehmer für Ihre Firma gefunden zu haben. Ganz gleich ob Sie weit unter dem Unternehmenswert verkaufen oder nicht.

Fazit: Zeitmanagement & Experten bewahren Sie vor Fehlern

Sie sehen: Beim Unternehmensverkauf müssen Sie viele verschiedene Punkte achten. Die Liste mit möglichen Fehlern ist lang und für einen Laien kaum zu durchschauen. Deshalb müssen Sie unbedingt die folgenden 2 Punkte berücksichtigen:

  1. Beginnen Sie mit spätestens 55 Jahren mit der Suche nach einem geeigneten Käufer. Denn gutes Zeitmanagement ist der Schlüssel zu einem erfolgreichen Unternehmensverkauf.
  2. Lassen Sie sich von erfahrenen Rechtsanwälten und Unternehmensberatern mit Steuerberaterzulassung beraten. Nur diese Experten haben das nötige Fachwissen, um Ihnen beim Unternehmensverkauf helfen zu können.

Haben Sie all diese Voraussetzungen für einen gelungenen Unternehmensverkauf getroffen, können schwerwiegende Fehler in der Regel vermieden werden. Auf diese Weise gehen Sie sorgenfrei in den Ruhestand, können weiterhin einen hohen Lebensstandard genießen und wissen Ihr Lebenswerk in guten Händen.

Sollten Sie noch Fragen zur Unternehmensnachfolge haben oder Beratung benötigen, können Sie mich jederzeit in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei besuchen. Als ehemaliger Unternehmensberater und langjähriger Steuerberater habe ich mich unter anderem auf Unternehmensverkäufe spezialisiert. Ich würde mich freuen, auch Ihnen weiterhelfen zu dürfen.

Kontaktieren Sie mich ganz einfach via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!).

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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Vorsicht beim Unternehmenskauf: So erkennen Sie irreführende Unternehmensbewertungen

Sie möchten eine Firma kaufen und wollen vor der entgültigen Kaufentscheidung eine Unternehmensbewertung bei einem Steuerberater anfertigen lassen? Sie wissen allerdings nicht, welche Daten und Methoden dabei verwendet werden und ob sich der Steuerberater auch wirklich auskennt?

Sie haben Angst, wegen einer fehlerhaften Unternehmensbewertung in das falsche Unternehmen zu investieren und am Ende vor einem Schuldenhaufen zu stehen?

Diese Sorge ist berechtigt. Denn ein Unternehmen kann durch verschiedene Verfahren bewertet werden, von welchen manche ein trügerisches Bild der bewerteten Firma vermitteln. Außerdem haben nicht alle Steuerberater ausreichend Fachwissen, um realistische Unternehmensbewertungen zu erstellen.

Worauf Sie als Käufer bei der Unternehmensbewertung achten müssen und wie Sie sich vor Fehlinvestitionen schützen, habe ich Ihnen daher in diesem Beitrag zusammengefasst. Sie erfahren die Ursachen für unrealistische Unternehmensbewertungen, die 2 unterschiedlichen Bewertungs-Methoden und welche Schummeltricks häufig von Verkäufern bei der Unternehmensbewertung eingesetzt werden.

Die Ursache für irreführende Bewertungen: Ahnungslosigkeit „normaler“ Steuerberater

Es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass jeder Steuerberater dem anderen gleicht. Tatsache ist, dass es auch in unserem Metier verschiedene Schwerpunkte gibt und sich nicht jeder Steuerberater gleich gut bei allen Fachgebieten auskennt.

Daher passiert es bei der Unternehmensbewertung häufig, dass ein Berater konsultiert wird, welcher mit der nötigen Vorgehensweise nicht vertraut ist. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch, damit will ich nicht sagen, dass manche Kollegen unfähig wären. Allerdings wissen gerade bei der Unternehmensbewertung viele Steuerberater nicht, welches Verfahren genau angewandt werden muss.

So gebrauchen viele Kollegen das vereinfachte Ertragswertverfahren für die Bewertung ohne dabei zu wissen, dass:

  • es nicht das einzige Verfahren ist,
  • es kein rechtlich und/oder betriebswirtschaftlich anerkanntes Verfahren ist.

Deshalb sollten Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen erfahrenen Unternehmensberater setzen. Nur dieser weiß, welche Verfahren zur Auswahl stehen und welche davon für den zu bewertenden Fall geeignet sind.

Unternehmensberater kennen sich mit der Theorie über den Kapitalmarkt gut genug aus und wissen über die Wechselwirkungen von Risiko, Rendite, Kauf- und Verkaufserwartungen Bescheid.

Daher mein Tipp an Unternehmer: Vertrauen Sie nicht allein auf ein erfolgreich abgeschlossenes Bachelor- oder Masterstudium der Wirtschaft, sondern suchen Sie sich einen Unternehmensberatungs-Fachmann.

Diese 2 Methoden gibt es für die Unternehmensbewertung

Prinzipiell gibt es bei der Unternehmensbewertung 2 Methoden. Diese unterscheiden sich voneinander wie folgt:

1. Methode: Das Ertragswertverfahren

Zusammengefasst erfolgt die Unternehmensbewertung mit dem Ertragswertverfahren anhand der Berechnung zukünftiger Gewinne. Die Theorie dabei ist simpel:

Die Gewinne der letzten 5 Jahre einer Firma werden genommen, um die (wahrscheinlichen) Gewinne der zukünftigen Jahre damit zu berechnen. Da diese zukünftigen Gewinne möglichst genau der Realität entsprechen sollen, werden sie um den Faktor Risiko und Verzinsung gekürzt.

Das bedeutet: Für jedes Jahr in der Zukunft wird gesondert das Risiko sowie die Verzinsung einer Bundesanleihe (die in Deutschland 0,5% im Jahr entspricht) ermittelt. Für diese Berechnung wird in der Regel das CAPM angewendet.

CAPM steht für Capital Asset Pricing Model und ist ein Modell für die Risikobewertung von Unternehmen. Wie genau dieses Verfahren funktioniert habe ich Ihnen in einem ausführlichen Beitrag zusammengefasst: Sie wollen Ihren Unternehmenswert berechnen? So hilft Ihnen das CAPM dabei

Sind einmal die zukünftigen Gewinne durch das ermittelte Risiko und die Verzinsung geschmälert, stellt die resultierende Summe den Unternehmenswert dar.

2. Methode: Das Substanzwertverfahren

Das Substanzwertverfahren ermittelt den Unternehmenswert anhand der Bewertung bilanzierter Vermögensgegenstände zu Zeitwerten. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet das: Es wird das materiell fassbare Vermögen (=die Substanz) einer Firma bewertet.

Zu einem bestimmte Stichtag werden dabei die einzelnen Vermögensgegenstände sowie die Schulden eines Unternehmens ermittelt. Dafür wirft man einen Blick in die Firmenbilanz und bewertet das Vermögen mithilfe des derzeitigen Marktwertes.

So schnell werden 2 Methoden zu 20

Ich weiß, zwei Auswahlmöglichkeiten für die Vorgehensweise bei der Unternehmensbewertung klingt wenig. Allerdings gibt es bei diesen Methoden jeweils über Unterteilungen, sodass es in Wahrheit rund 20 verschiedene Wege gibt, ein Unternehmen zu bewerten.

Das bedeutet: 20 Unternehmensbewertungen können 20 verschiedene Ergebnisse liefern. Jedes davon ist korrekt, bringt allerdings andere Aspekte mit in die Bewertung ein. Daher fällt es Käufern oft schwer, die richtigen Schlussfolgerungen aus einer Unternehmensbewertung zu ziehen.

In dem folgenden Absatz will ich Ihnen daher helfen, ein besseres Gespür für Unternehmensbewertungen zu bekommen. Nur wenn Sie wissen, worauf Sie als Käufer achten müssen, können Sie auch die richtige Entscheidung treffen.

So erkennen Sie risikoreiche Unternehmensbewertungen

Prinzipiell gilt für Käufer: Basiert eine Unternehmensbewertungen hauptsächlich auf der Bemessung von bilanzierten Vermögensgegenständen handelt es sich für Sie um einen relativ sicheren Deal. Der prognostizierte Firmenwert ist in diesem Fall nämlich zum Großteil durch Anlage- und Umlaufvermögen gedeckt.

Wird zur Bewertung jedoch ein selbstgeschaffener Firmenwert (=Prognosen von zukünftigen Gewinnen) herangezogen, gehen Sie als Käufer ein Risiko ein. Aber lassen Sie es mich an einem praktischen Beispiel verdeutlichen:

Beispiel 1: Großes Vermögen als Basis einer sicheren Bewertung

Nehmen wir an, Sie wollen eine Firma kaufen und bekommen von dieser eine Unternehmensbewertung. Aus dieser Bewertung können Sie erkennen, dass die Firma:

  • mittelmäßige zukünftige Gewinne erwartet
  • und sehr viele Anlagen und Umlaufvermögen besitzt.

Der Firmenwert (also die zukünftigen Ertragserwartungen) dieses Unternehmens wird auf 0,1 Millionen Euro angesetzt. Das bilanzierte Vermögen beträgt 0,9 Millionen Euro. Daraus ergibt sich ein Unternehmenswert von 1 Million Euro.

Für Sie als Käufer stellt dieses Beispiel ein sicheres Geschäft dar. Der Unternehmenswert (und damit auch der Kaufpreis) wird durch das bilanzierte Vermögen beinahe vollkommen gedeckt. Meist handelt es sich in einem solchen Fall um Firmen mit hohem Warenbestand wie beispielsweise Speditionen, Zeltebauer, etc.

Beispiel 2: So beeinflussen hohe Gewinn-Prognosen die Unternehmensbewertung

In unserem zweiten Beispiel verhält es sich genau umgekehrt. Die Bewertung der Firma lässt erkennen, dass:

  • hohe zukünftige Gewinne erwartet werden
  • und es wenig Anlage- und Umlaufvermögen gibt.

Der Firmenwert beträgt laut Gutachten 2 Millionen Euro, während das bilanzierte Vermögen 3 Millionen Euro ausmacht. Daraus folgt ein Unternehmenswert von 5 Millionen Euro.

Sollten Sie diese Firma tatsächlich kaufen, setzen Sie sich als Unternehmer einem Risiko aus. Der Unternehmenswert wird nämlich zu einem großen Teil aus sehr guten Gewinnen in der Zukunft hergeleitet und beinhaltet nur wenig bilanzierte Anlagen. Dies ist übrigens oft der Fall bei IT-Firmen oder Start-Up-Unternehmen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen: Je höher die zukünftigen Gewinne im Verhältnis zum Anlage- und Umlaufvermögen bei einer Unternehmensbewertung sind, desto riskanter ist das Geschäft.

3 häufige Schummeltricks von Verkäufern

Wie Sie sehen, ist das Ergebnis einer Unternehmensbewertung von vielen verschiedenen Faktoren abhängig. Einer davon ist auch die Einstellung Ihres Verkäufers.

Während nämlich viele irreführende Unternehmensbewertung auf den zuständigen Steuerberater zurückzuführen sind, gibt es auch welche, die von den Verkäufern absichtlich beeinflusst wurden. Die 3 beliebtesten Tricks für eine bessere Unternehmensbewertung sind:

  1. Die geringe Abzinsung zukünftiger Erträge
  2. Die Erstellung zu guter Prognosen
  3. Das Verschweigen von Risiken

Sich vor diesen 3 Schummeltricks als Käufer zu schützen ist schwer. Was Sie allerdings tun können, ist zum Beispiel eine Earn-Out-Klausel in Ihren Kaufvertrag aufzunehmen. Was genau eine Earn-Out-Klausel ist und wie sie Käufer vor zu hohen Kosten bewahrt, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag: Die Vor- und Nachteile der Earn-out-Klausel beim Unternehmenskauf 

Fazit: Setzen Sie bei der Unternehmensbewertung auf einen Unternehmensberater

Ich weiß, das war nun viel Information auf einmal. Allerdings ist der Kauf einer Firma eine wichtige Angelegenheit, bei der Sie wirklich alle Faktoren bedenken müssen. Daher ist es für Sie als Käufer notwendig, genau zu wissen, worin Sie investieren.

Klarheit über die wirtschaftliche Aufstellung des zu kaufenden Objektes liefert Ihnen die Unternehmensbewertung. Sie zeigt Ihnen, welche finanziellen Reserven Ihre zukünftige Firma hat und wie viel Geld sie wirklich wert ist.

Damit Sie als Käufer bei der Bewertung allerdings nicht über den Tisch gezogen werden, brauchen Sie einen Experten. Als ehemaliger Unternehmensberater mit über 500 Fällen weiß ich, dass nur ein Unternehmensberater Schummeltricks aufdecken und Sie vor Fehlinvestitionen bewahren kann.

Ein gewöhnlicher Steuerberater besitzt in der Regel nicht die nötigen Kenntnisse, um eine irreführende Unternehmensbewertung zu erkennen.

Als weitere Schutzmaßnahme vor zu hohen Kosten können Sie als Käufer auch die Vorteile einer Earn-Out-Klausel nutzen. Auf diese Weise werden prognostizierte Gewinne nur dann bezahlt, wenn sie auch wirklich eintreten.

Sollten Sie mehr über das Thema der Unternehmensbewertung erfahren wollen oder professionelle Beratung benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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