Der Unterschied zwischen steuerlichem & betriebswirtschaftlichem Gewinn

Sie sind Unternehmer und fragen sich, wieso Sie jährlich zwei verschiedene Bilanzen mit einem jeweils anderen Gewinn erstellen müssen? Ist das wirklich nötig oder könnten Sie hier eventuell einsparen?

Eines gleich vorweg: Ja, aus steuerlicher Sicht ist das oft empfehlenswert und hier würden Sie wahrscheinlich an der falschen Stelle sparen.

Warum das so ist und was die genauen Unterschiede sind, erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag.

Was ist der Unterschied zwischen steuerlichem und betriebswirtschaftlichem Gewinn?

Der Hauptunterschied ist das Prinzip hinter den zwei Berechnungsweisen: Da Gewinne versteuert werden, ist es aus steuerlicher Sicht immer das Ziel, den Gewinn so niedrig wie möglich zu halten. Das ist der sogenannte steuerliche Gewinn.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das Ziel genau entgegengesetzt: Ein möglichst hoher Gewinn ist das Ziel von (fast) allen Unternehmern, da sie direkt von diesem Gewinn profitieren. Auch bei Banken oder (falls Sie eine AG besitzen) Aktionären stehen Sie besser da, wenn der Gewinn so hoch wie möglich ist.

Warum wird in der Praxis zwischen Steuerbilanz und Handelsbilanz unterschieden?

Der Hauptgrund ist hier wieder die oben beschriebenen Gegensätze: Aus steuerlichen Gründen ist das Ansetzen der höchstmöglichen Kosten oft die beste Vorgehensweise. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist das allerdings nicht immer sinnvoll und für die Berechnung des Ziel-Umsatzes sogar ein Nachteil.

Besonders deutlich wird dieser Unterschied am Beispiel der Abschreibung:

Aus steuerlicher Sicht ist es am besten, ein Anlagegut so schnell wie möglich abzuschreiben. Hier kann es beispielsweise auch Sinn machen, gewisse Anschaffungen degressiv (also mit jährlich sinkenden Abschreibungsbeträgen) abzuschreiben.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist eine möglichst gleichmäßige Abschreibung immer zu bevorzugen, da Sie bei der Berechnung Ihres Ziel-Umsatzes immer von Ihren Kosten ausgehen. Würden diese Kosten zu stark schwanken, würde das Ihren Ziel-Umsatz in aufeinanderfolgenden Jahren „durcheinanderwirbeln“ und Ihre Planung kompliziert gestalten.

Genau aus diesem Grund wird zwischen Steuer- und Handelsbilanz unterschieden. Die Steuerbilanz wird an das Finanzamt übermittelt und deshalb wollen Sie Ihren Gewinn so niedrig wie möglich halten. Die Handelsbilanz verwenden Sie für Ihre internen Planungen oder in Verhandlungen mit Banken. Deshalb ist ihr Ziel immer die Erhöhung des Gewinns und möglichst gleichmäßige Kosten.

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Sie haben weitere Fragen?

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Als langjähriger Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen genau zeigen, worauf Sie konkret achten müssen und welches Vorgehen ist empfehlen würde.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit