Franchising – Was ist es und für wen macht es Sinn?

Franchising – Was ist es und für wen macht es Sinn?

Franchising ist eine beliebte Form, um die eigene Firma mithilfe eines anderen Unternehmens voranzubringen.

Wie das funktioniert und ob sich ein Franchise-Vertrag auch für Ihr Unternehmen lohnt, will ich Ihnen im folgenden Beitrag zeigen.

Lesen Sie mehr um zu erfahren,

  1. ob Sie ein geeigneter Franchisegeber/-nehmer sind,
  2. von welchen Vorteilen Sie durch diese Unternehmensführung profitieren und
  3. wie eine vielversprechende Franchise-Partnerschaft gestaltet sein muss.

Was bedeutet „Franchise“ überhaupt?

Franchising, oder auch Konzessionsverkauf genannt, bezeichnet eine Mischung aus direktem und indirektem Verkauf zweier Unternehmen. Doch was heißt das genau?

Kurz gesagt: Das Franchise-System ist eine Kooperation, bei welcher ein bereits bestehendes Unternehmen sein Geschäftskonzept einem selbstständigen Unternehmensgründer leiht. Erstere Firma wird in diesem Modell als sogenannter „Franchisegeber“ bezeichnet, während das noch junge Unternehmen „Franchisenehmer“ genannt wird.

Diese Partnerschaft entsteht allerdings nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern wird mit einem Entgelt seitens des Franchisenehmers bezahlt. Die Gebühr wird individuell festgesetzt und berechtigt den Unternehmensgründer, das bereits erfolgreiche Geschäftskonzept an seinem eigenen Standort zu übernehmen.

Wann und für wen ist Franchising sinnvoll?

Jeder Unternehmer kann Franchising betreiben. Allerdings macht eine Franchise-Kooperation zweier Firmen nur dann Sinn, wenn eine von ihnen auch einen starken Namen besitzt.
Bekannte Beispiele für Franchisegeber mit gutem Image wären unter anderem McDonald´s, EDEKA, TUI, Subway, Obi etc.

Sogar bei Steuerberatungsgesellschaften gibt es Franchise. Es kommt also nur darauf an, wie groß das Label eines Unternehmens ist.

Sie sind geeignet zum Franchisenehmer, wenn:

Eine Partnerschaft für Sie als selbstständigen Unternehmer ist unter anderem sinnvoll, wenn Sie …

  • eine eigene Firma gründen,
  • ein hohes Maß an Sicherheit,
  • Ihr eigenes Unternehmensrisiko mindern und
  • von der Erfahrung eines Franchisegebers profitieren wollen.

Das Franchise-System stellt somit eine reizvolle Alternative zur „normalen“ Selbstständigkeit dar.

Sie sind geeignet zum Franchisegeber, wenn:

Sie haben Potential zum Franchisegeber, wenn Sie …

  • eine gut laufende Firma (mit bekanntem Namen) besitzen,
  • Ihre Fixkosten reduzieren wollen,
  • bereit sind Serviceleistungen anzubieten und
  • gegen einen Teil Ihrer Erträge die eigene Marke national/international verbreiten wollen.

Wenn diese Win-Win-Situation für Sie verlockend klingt, sind Sie ein geeigneter Franchisegeber-Kandidat. Alles was Sie jetzt noch brauchen ist ein guter Name, der sich vermieten lässt.

Das macht das Franchise-System für Unternehmer attraktiv

Wenn man von den Vorteilen des Franchise-Systems spricht, gibt es sprichwörtlich zwei Seiten der Medaille: Die des Nehmers und die des Gebers.

Dem Franchisenehmer kommt die Rolle des Nutznießers zu. Dank des bewährten Geschäftskonzepts und dem Leistungspaket des Franchisegebers, kann der Unternehmensgründer schnell am Markt Fuß fassen.
Durch die Kooperation profitieren Sie als Franchisenehmer von einer höheren Kreditwürdigkeit sowie einer besseren Leistungsfähigkeit. Als kleines Startkapital erhalten Sie zusätzlich sogar ein verzinsliches Darlehen von Ihrem Franchise-Partner.

Was den Franchisegeber betrifft, so stellt das System für ihn eine effiziente und risikoarme Form der Internationalisierung dar. Die Zusammenarbeit mit einem Franchisenehmer teilt das unternehmerische Risiko auf und verhilft der Marke zu einer Expansion.

Zudem bleibt Ihnen als Franchisegeber der Aufwand eines Filialsystems erspart, während Ihr Vertriebsnetz erweitert und der Umsatz durch die zur Verfügung gestellten Serviceleistungen (Schulungen, Weiterbildungen etc.) erhöht wird.

Die Voraussetzung einer guten Partnerschaft: Der Franchise-Vertrag

Damit es überhaupt zu einer Kooperation zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber kommt, muss der sogenannte Franchise-Vertrag aufgesetzt werden. Dieser hält die genauen Rechte und Pflichten beider Parteien fest.

So regelt der Franchise-Vertrag unter anderem den genauen Prozentsatz vom Umsatz, welcher der Franchisenehmer an das Partnerunternehmen abgibt. Zusätzlich bestimmt das Abkommen, welche Gegenstände und Waren vom Franchisegeber abgekauft werden müssen und welche Produkte auf anderem Weg organisiert werden dürfen.

Neben diesen finanziellen Ausgaben hält der Franchise-Vertrag aber auch die Rechte des selbständigen Unternehmensgründer fest: Ihm kommt das sogenannte Schutzrecht zugute, welches ihm die Nutzung der Marke wie auch etwaiger Patente erlaubt. Zudem verpflichtet sich bei Vertragsunterzeichnung der Franchisegeber, sein gesamtes Geschäftskonzept und Know-How dem Franchisenehmer zur Verfügung zu stellen. Dies kann in Form eines Handbuchs, Beratungen, Schulungen etc. umgesetzt werden.

Franchise-Partner fürs Leben oder Trennung erlaubt?

Wie in jeder Partnerschaft kann es auch zwischen Franchisenehmer und Franchisegeber zum Trennungswunsch kommen. Doch ist eine Kündigung des Franchise-Vertrages überhaupt möglich?

Ob und wie eine Franchise-Partnerschaft beendet werden kann, sollte im Vertrag festgehalten werden. Nur auf diese Weise können Sie als Unternehmer die Dauer der Kooperation selbst definieren.
In der Regel handelt es sich beim Franchise-Vertrag allerdings um ein lebenslanges Abkommen, auf dessen Kündigung harte Sanktionen drohen.

Ein möglicher Trennungsweg: Sollte ein Franchisenehmer die Kooperation beenden wollen, muss sein Unternehmen zu einem (im Vertrag) klar bestimmten Preis an den Geber verkauft werden.

Fazit: Von einem gut gestalteten Franchise-Vertrag profitieren Nehmer wie auch Geber

Wie ich zu zeigen versuchte, können sowohl Nehmer wie auch Geber aus einem Franchise-System ihren Nutzen ziehen. Entscheidend für eine erfolgreiche Zusammenarbeit beider Beteiligten ist jedoch der Franchise-Vertrag. Sie als Nehmer & Geber können dessen Inhalte zu Ihren Gunsten gestalten und die Vorteile zur Entwicklung Ihrer Firma einsetzen.

Sollten Sie über eine Franchise-Partnerschaft nachdenken und Beratung zu diesem Thema benötigen, stehe ich Ihnen gerne für ein persönliches Gespräch in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei zur Verfügung. Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Foto: © pathdoc  – stock.adobe.com