Kennen Sie die unternehmerischen Vor- und Nachteile beim Leasen?

Viele Unternehmer wissen oft nicht, was Leasing im Gegensatz zum Kauf im Detail bedeutet oder welche Vorteile sie daraus ziehen können.

In diesem Blogbeitrag will ich mich dem beliebten Leasing widmen. Da es immer mehr das Interesse von Unternehmern weckt, zeige ich Ihnen hier:

  • was eine Leasinggesellschaft ausmacht,
  • wie Sie in der Regel leasen,
  • welche Vorteile Ihnen das System bietet
  • und welche Kehrseiten es besitzt.

Was ist eine Leasinggesellschaft überhaupt?

Haben Sie schon einmal in einer Mietwohnung gewohnt oder ein Haus gemietet? Dann kennen Sie bereits das Prinzip des Leasings: gekauftes Eigentum wird an Privatpersonen oder Unternehmer vermietet.

Das Wort „Leasing“ leitet sich dabei vom englischen Vokabel „to lease“ ab, welches soviel wie „mieten“ bedeutet. Und genau das können Sie bei einer Leasinggesellschaft tun: Autos, Werkzeugmaschinen, IT-Anlagen und vieles mehr mieten.

Abhängig davon, was genau vermietet wird, gibt es auch verschiedene Modelle des Leasings. So finden sich beispielsweise Leasinggesellschaften für Betriebsvorrichtungen, für Pkws und, und, und.

So läuft das Leasing in der Regel ab

Beim Leasing gibt es immer drei Beteiligte:

  1. den Kunden (in diesem Fall Sie als Unternehmer)
  2. den Anbieter des Objektes (z.B. ein Autohaus)
  3. die zuständige Leasinggesellschaft

Gehen wir davon aus, Sie wollen ein Auto leasen. Als ersten Schritt müssen Sie als Unternehmer (oder auch als Privatperson) einen sogenannten Leasingantrag stellen. In diesem geben Sie an:

  • die gewünschte Vertragsdauer (ab 3 Jahren möglich)
  • für wie viele Kilometer Sie den Wagen schätzungsweise benötigen

Dieser Leasingantrag wird von Ihrem Autohaus an eine eigene Leasinggesellschaft weitergegeben. Innerhalb von rund 48 Stunden überprüft dann diese Gesellschaft Ihre Bonität und legt die Vertragsbedingungen fest.

Sobald Sie Ihren Leasingvertrag unterzeichnen, wird Ihr Wunschauto von der Leasinggesellschaft gekauft und an Sie weiter vermietet.

Achtung: Diesen Leasingvertrag können Sie nicht vor Ablauf der Zeit kündigen! Sollten Sie für die anfallenden Leasingraten nicht aufkommen können, geht der Wagen zurück an die Gesellschaft und Sie müssen  Schadensersatz zahlen.

Ist der Leasingvertrag abgelaufen, haben Sie als Unternehmer die Möglichkeit das Auto:

  • zurückzugeben,
  • für den Restbetrag (=Verkaufswert des Autos nach Vertragsende) zu kaufen
  • oder den Vertrag zu verlängern.

Welchen Nutzen können Sie als Unternehmer daraus ziehen?

Beim Leasing können Sie als Unternehmer Objekte erwerben, ohne dafür einen Kredit beantragen müssen. Im Vergleich zu einer Bank sind nämlich hier die Bonitätsanforderungen an den Mieter um einiges geringer.

Dank dem Leasing-Modell müssen Sie daher nicht die hohen Anforderungen für Bankkredite erfüllen, um die nötigen Maschinen, Autos etc. für Ihre Firma anschaffen zu können.

Außerdem profitieren Sie beim Leasing von einem klaren Liquiditätsvorteil: Dank der praktischen Ratenzahlung geraten Sie sogar bei überraschenden Ausgaben in keinen finanziellen Engpass. Beim Leasing haben Sie als Unternehmer daher in der Regel immer finanzielle Reserven, die Sie vor Geld-Knappheit schützen.

Aus wirtschaftlicher Sicht gesehen sind Sie beim Leasing ebenfalls auf der sicheren Seite. Denn während Sie beim Kauf eines Autos der Weiterverkauf über Ihren Gewinn oder Verlust entscheidet, können Sie beim Leasing Ihr Fahrzeug einfach wieder an die Leasinggesellschaft zurückgeben. Sie haben also „null Risiko“.

Sollten Sie mehr über den Vergleich zwischen Leasing und Kauf erfahren wollen, empfehle ich Ihnen meine dazu passende Videoerklärung. Klicken Sie einfach auf Play, um sie zu starten:

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Die Nachteile des Leasings

Ob sich das Leasen für Sie lohnt oder nicht, ist unter anderem auch von Ihrem Leasingvertrag abhängig. Verfügen Sie beispielsweise über eine geringere Bonität fallen auch Ihre Vertragsbedingungen dementsprechend schlechter aus.

Was die steuerliche Seite des Leasings betrifft, so gibt es quasi keinen Unterschied zu der eines Kauf es. Allerdings haben Sie beim Kauf eines Objekts manchmal einen größeren Spielraum hinsichtlich der steuerlichen Gestaltung als das beim Leasing der Fall ist. Denn anders als bei einem Leasingvertrag können Sie als Käufer bei gewissen Anschaffungen in einem bestimmten Rahmen selbst entscheiden, über welchen Zeitraum hinweg Sie Ihre Ausgaben für das gekaufte Objekt absetzen. Als Leasingnehmer sind Sie hingegen an Ihre genauen Vertragsbedingungen gebunden und an den darin vereinbarten Zeitrahmen.

Außerdem dürfen Sie beim Leasing nicht die anfallenden Zinsen vergessen, die in Ihrem Leasingvertrag festgelegt werden. Diese können die Anschaffung insgesamt (über längeren Zeitraum) teurer machen. Andere zusätzliche Kosten wie zum Beispiel für Versicherungen, Reparaturen oder Instandhaltungsmaßnahmen fallen jedoch für beide Varianten an: das Leasing wie auch für den Kauf.

Fazit: Mit Leasing tauschen Sie Mehrkosten gegen Liquidität

Selbst wenn Sie genügend Kapital besitzen, um die benötigten Autos, Maschinen, etc. zu kaufen, muss das für Ihr Unternehmen nicht zwangsläufig die beste Entscheidung sein. Müssen Sie beispielsweise Produktionsmaschinen um 500.000 Euro neu anschaffen, schmälert der Kauf Ihren Kontostand direkt um diese Summe. Bei einer Leasingvariante zahlen Sie nur Ihre Raten und manchmal eine Anzahlung. So bleibt Ihr Unternehmen liquide und ist oft sicherer aufgestellt, da Geld für laufende Kosten wie Löhne, Betriebsstätte, Material etc. immer vorhanden sind.

Zudem schmälert Leasing Ihr unternehmerisches Risiko bei der Anschaffung. Kaufen Sie die Maschinen, müssen Sie diese nach den geplanten Einsatzjahren selbst wieder verkaufen. Je nachdem, wie leicht es dann ist, einen Abnehmer zu finden, steigert oder schmälert der erzielte Verkaufspreis Ihre Kosten über den gesamten Zeitraum.

Um fair zu bleiben: Nicht immer ist Leasing die bessere Option. Da Leasinggesellschaften auch Geld verdienen müssen, zahlen Sie in der Regel mehr als Sie insgesamt bei der Kaufvariante (abzüglich der Summe für den Weiterverkauf) zahlen müssten. Beim Leasing trägt allerdings die Leasinggesellschaft das Risiko. Sie muss Ihre Produktionsmaschinen zu einem bestimmten Preis wieder verkaufen können.

Eine Faustregel für die Frage leasen oder kaufen, ist schwierig zu erstellen. Als Anhaltspunkt könnte Ihnen dienen: Solange Ihre Liquidität gesichert bleibt und Sie sich sicher sind, dass es für die Anschaffungsobjekte nach dem gewünschten Einsatzzeitraum auf jeden Fall einen guten Gebrauchtmarkt gibt, sollten Sie über den Kauf nachdenken. Wollen Sie Ihr Risiko für den Weiterverkauf minimieren und haben vielleicht bei hohen Anschaffungskosten noch Liquiditätsprobleme, sollten Sie eher zum Leasing tendieren.

Sollten Sie daher noch situationsbedingte Fragen an mich haben oder eine persönliche Beratung in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei wünschen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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