oHG oder KG in GmbH umwandeln

oHG oder KG in GmbH umwandeln: Was müssen Sie beachten?

Sie wollen Ihre oHG oder KG in eine GmbH umwandeln, wissen aber nicht, ob sich das lohnt oder worauf Sie in Ihrer Situation achten müssen? In diesem Beitrag gehen wir den Fragen nach, die Sie sich wahrscheinlich jetzt gerade stellen werden:

  • Wann lohnt sich eine Umwandlung in eine GmbH?
  • Was müssen Sie bei der Umwandlung beachten?
  • Welche Stolpersteine könnten auf Sie zukommen?
  • Wie sollte eine gelungene Umwandlung ablaufen?
  • Wie lange dauert eine solche Umwandlung?

Wenn Sie sich gerade genau diese Fragen stellen, dann sind die folgenden Ausführungen genau das Richtige für Sie.

Wann lohnt sich eine Umwandlung in eine GmbH?

In den meisten Fällen streben Sie als Unternehmer eine Umwandlung an, weil Sie sich davon vor allem steuerliche Vorteile erwarten. Diese müssen allerdings durch diese Umwandlung nicht zwingend eintreten.

Um das zu erklären, schildere ich Ihnen kurz die Ausgangssituation: Eine oHG ist laut Handeslrecht eine Personengesellschaft und laut Steuerrecht eine Mitunternehmerschaft. Von daher wird die oHG nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) besteuert.

Eine KG ist eine Sonderform der oHG. Allerdings haftet mindestens eine Person mit seiner Einlage nur beschränkt. Das ist der Kommanditist, der auch Teilhafter genannt wird.

Für die Umwandlung gelten für eine oHG und eine KG daher genau das gleiche Prozedere und dieselben Überlegungen.

Eine GmbH dagegen ist eine Kapitalgesellschaft. Sie wird nach dem Körperschaftsteuergesetz (KStG) besteuert.

Beide Gesellschaften sind handelsrechtliche Gesellschaften und unterliegen den Bestimmungen des Handelsgesetzbuches, eine GmbH in Deutschland (kurz GmbHd) zudem auch noch dem GmbH-Gesetz.

Vollziehen Sie nun eine Umwandlung, findet durch den Umstieg von Einkommensteuer zu Körperschaftsteuer praktisch ein „Regimewechsel“ in der Besteuerung statt. Wenn Sie sich dadurch Steuern sparen, müssen Sie auch die erhöhten Regelungen und den erhöhten Formalismus beachten. Auch diese ziehen unter Umständen für Sie höhere Kosten nach sich.

Ob diese die Steuervorteile den höheren Kosten noch positiv gegenüberstehen, müssen Sie sich im Detail ausrechen. Sie dürfen bei einem solchen Wechsel nicht kurzfristig denken und müssen auch die Behaltenspflichten von bis zu 7 Jahren beachten.

Was müssen Sie bei der Umwandlung beachten?

Kommen Sie zum Entschluss, dass die Umwandlung für Sie mehr Vor- als Nachteile birgt, dann müssen Sie konzeptionelle Überlegungen für Ihr Vorhaben anstellen.

Dafür möchte ich Ihnen hier 7 Fragen unverzichtbare Fragen in die Hand geben:

  1. Wollen Sie die Umwandlung nach dem Umwandlungsgesetz oder nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch durchführen?
  2.  Planen Sie eine Einzelrechtsnachfolge oder eine Gesamtrechtsnachfolge?
  3.  Wollen Sie die Steuerneutralität nutzen oder die Umwandlung besteuern lassen? Das kann nämlich Sinn machen, wenn Sie noch nicht genutzte Verlustvorträge in der Umwandlung nutzen möchten.
  4.  Wie gestalten Sie die künftige Erbregelung? Bei einer Umwandlung in eine Kapitalgesellschaft gilt nicht mehr die Erbfolgeregelung aus dem Gesellschaftsvertrag der oHG.
  5.  Wie verfahren Sie mit den bestehenden Mitarbeitern? Diese sind laut §613a BGB geschützt. Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie in diesem Blogbeitrag nachlesen: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-muessen-sie-bei-der-betriebsuebernahme-alle-mitarbeiter-uebernehmen/
  6.  Die Steuerverpflichtungen gehen auf die neue Gesellschaft über. Haben Sie Ihre Zahlungen genau berechnet?
  7.  Wie verfahren Sie mit Darlehen und Verbindlichkeiten der oHG? Diese müssen Sie nämlich nicht zwingend auf die neue Gesellschaft übertragen. Die mögliche Steuerneutralität geht nach Umwandlungssteuergesetz (UmwStG) auch nicht verloren, weil sie nicht als wesentliche Betriebsgrundlagen anzusehen sind.
  8.  Wie hoch ist das neue „Eigenkapital“?

Welche Stolpersteine könnten auf Sie zukommen?

Eine Unternehmensumwandlung ist ein unternehmerisch schwerwiegender Entschluss. Wie oben erwähnt, findet praktisch ein „Regimewechsel“ statt. Ohne ausreichende Planung, kann es leicht zu Stolpersteinen auf Ihrem Weg kommen.

Die häufigsten Stolpersteine bei der Umwandlung einer oHG in eine GmbH möchte ich Ihnen hier zusammentragen:

  1. Wenn kein positives Eigenkapital vorhanden ist, haben Sie nicht die Möglichkeit einer steuerneutralen Umwandlung.
  2. Die Bestimmung der Anteile an der neuen GmbH unter den einzelnen Gesellschaftern birgt Konfliktpotenzial. Daran hängt auch direkt die Bestimmung des Unternehmenswert. Das kann zu erheblichen Differenzen führen.
  3. Haben Sie in den vergangenen 7 Jahren bereits eine Umwandlung durchgeführt, so kann noch eine Umwandlungssperre vorliegen.
  4. Das Rückwirkungsverbot und die Umqualifizierung von Entnahmen in Gehalt im Umfang des Umwandlungszeitraums können tiefgreifende Konsequenzen haben.
  5. Entnahmen im Rückwirkungszeitraum können bedeuten, dass eine steuerneutrale Umwandlung gar nicht mehr möglich ist, weil Sie durch die Entnahme das Eigenkapital geschmälert haben. Diese Schmälerung des Eigenkapitals muss dann durch steuerpflichtige vermögensmäßige Zuschreibungen bis hin zur Entsprechung des Unternehmenswerts bei der neuen Gesellschaft wieder ausgeglichen werden.

Wie sollte die Umwandlung ablaufen und wie lange dauert sie?

Sie kennen nun die Kernfragen und die Stolpersteine. Jetzt möchten Sie sicherlich wissen, wie so eine Umwandlung überhautp abläuft.

In meiner 18-jährigen Beratungstätigkeit hat sich ein 5-Stufen-Plan als ideale Abfolge herausgestellt. Diese Stufen durchlaufen Sie als Unternehmer dann in der Regel in 1-4 Monaten.

Stufe 1: Ziele der Umwandlung definieren.

Stufe 2: Erstellung eines Steuerkonzepts und eines betriebswirtschaftlichen Konzepts mit mehr als einem Lösungsansatz.

Stufe 3: Besprechung der Lösungsansätze mit allen beteiligten Entscheidungsträgern.

Stufe 4: Detaillierte Ausarbeitung des Konzepts mit dem gewählten Lösungsansatz.

Stufe 5: Durchführung und Begleitung der Umwandlung.

Fazit: Nur wer Umwandlung plant schöpft die Möglichkeiten auch aus

Wie Sie sehen, ist eine Unternehmensumwandlung nichts vor dem Sie zurückschrecken sollten, wenn eine GmbH für Sie langfristig Vorteile bringt.

Allerdings gibt es viele Details über die Sie ohne Konzept stolpern könnten. Dann wird die Umwandlung unter Umständen viel zu teuer oder scheitert im schlimmsten Fall sogar.

Die entsprechende Beratung kann auf diesem Weg viel Kosten und Mühen für Unternehmer sparen. Zudem wird die Belastung für die Entscheidungsträger verringert, da Sicherheit durch Kenntnis der Konsequenzen einer Entscheidung die Abwägung viel einfacher macht.

Mein Ziel war es, Ihnen mit diesem Beitrag aufzuzeigen, wie Sie Ihre mögliche Umwandlung einer oHG oder einer KG in eine GmbH angehen können. Sollten Sie zu diesem Thema weiterführende Fragen an mich haben oder meine Beratung wünschen, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular kontaktieren.

Herzlichst,
Ihr Thomas Breit

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