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Privatentnahmen: Diese 3 Risiken müssen Sie bei KGs und Einzelunternehmen beachten

Entnehmen Sie öfter Geld oder betriebliche Gegenstände aus Ihrem Unternehmen? Wissen Sie eigentlich, wie sich solche Entnahmen auf Ihre Steuern auswirken? Und welche Risiken haben Sie als Unternehmer wenn Sie etwas aus Ihrem Betrieb entnehmen?

Aus meiner Erfahrung als Steuerberater in Hamburg weiß ich, dass diese Punkte für Unternehmer oft unklar sind. Viele meiner Mandanten kommen mit diesen oder ähnlichen Fragen auf mich zu oder möchten wissen, ob man mit Privatentnahmen Steuern sparen kann.

Hier möchte ich mit diesem Beitrag ansetzen. Ich erkläre Ihnen leicht verständlich, was Privatentnahmen eigentlich sind, wie sie versteuert werden und worauf Sie bei Einzelunternehmen bzw. Personengesellschaften besonders achten müssen.

Was sind eigentlich Privatentnahmen?

Wenn Sie als Inhaber Geld oder auch Gegenstände aus Ihrem Betrieb entnehmen, handelt es sich dabei um eine Privatentnahme. Dieses Geld bzw. die Gegenstände verlassen damit das Betriebsvermögen und werden zu Ihrem Privatvermögen.

Mit einer Privatentnahme reduzieren Sie also das Eigenkapital Ihres Unternehmens.

Ein solcher direkter Zugriff auf das Unternehmens-Vermögen ist in Deutschland allerdings nur bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, also beispielsweise OHGs oder KGs, möglich.

Bei einer GmbH ist eine Privatentnahme nicht so einfach möglich. Hier kann man sich lediglich einen zukünftigen Gewinnanteil oder auch ein eventuelles Geschäftsführergehalt im Vorhinein auszahlen lassen.

Wie werden Privatentnahmen versteuert?

Ob Privatentnahmen überhaupt versteuert werden, hängt davon ab, ob sie den Gewinn des Unternehmens beeinflussen. Denn der Ausgangspunkt für die Steuer-Berechnung ist immer der Gewinn.

Bei der Besteuerung muss man deswegen zwischen 2 verschiedenen Privatentnahmen unterscheiden:

Entnahme von Geld: Nehmen Sie beispielsweise Bargeld aus der Kasse hat das steuerlich gesehen keine Auswirkungen auf den Unternehmensgewinn. Denn solche Entnahmen sind erfolgsneutral und haben somit auch keine Auswirkungen auf Ihre Steuern.

Entnahme eines Gegenstandes: Entnehmen Sie ein betrieblich genutztes Wirtschaftsgut, stellt das steuerlich einen Verkauf an Sie selber dar. Entnehmen Sie also einen Gegenstand, erhöht sich dadurch Ihr (buchhalterischer) Gewinn um den Wert des entnommenen Wirtschaftsguts. Dadurch erhöht sich auch in weiterer Folge Ihre Steuerlast.

Sie sehen: Ob eine Privatentnahme Auswirkungen auf Ihre Steuern hat, hängt davon ab, ob Sie Geld oder betriebliche Gegenstände aus dem Unternehmen entnehmen.

Welche Risiken hat man als Unternehmer bei Privatentnahmen?

Bei den Risiken von Privatentnahmen muss man zwischen Personengesellschaften und Einzelunternehmern unterscheiden. Denn je nach Rechtsform gibt es hier unterschiedliche Punkte, auf die man achten muss.

Risiken bei Personengesellschaften

Nachschussverpflichtung: Als beschränkt haftender Kommanditist bei einer KG oder einer GmbH & Co. KG können Sie mit einer Privatentnahme eventuell eine so genannte Nachschussverpflichtung auslösen. Das ist dann der Fall, wenn Ihre Privatentnahme höher als Ihr Anteil am Gewinn der Gesellschaft ist.

Die Differenz müssen Sie dann der Gesellschaft rückerstatten. Entnehmen Sie also beispielsweise 10.000 Euro und der Ihnen zustehende Gewinnanteil ist eigentlich nur 7.500 Euro hoch, müssen Sie 2.500 Euro wieder an die Gesellschaft zurückzahlen.

Schlechte Bonitätsbeurteilung: Wenn Banken bei einer Kreditprüfung sehen, dass Sie regelmäßig mehr aus Ihrem Unternehmen entnehmen als Sie überhaupt einnehmen, kann Sie das in Schwierigkeiten bringen.

In einer solchen Situation werden Sie vermutlich keinen Kredit bekommen und die Bank kann in weiterer Folge auch Ihren Überziehungsrahmen beschränken.

Denn sind Ihre Privatentnahmen dauerhaft höher als Ihre Gewinne ist das für die Bank ein klares Signal, das Ihr Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten kommen könnte.

Risiken bei Einzelunternehmen

Schlechte Steuergestaltung: Einzelunternehmer wissen oft nicht, dass sie sich durch geschickte Entnahmen steuerliche Vorteile sichern könnten. Denn Gewinne von Einzelunternehmen, die nicht entnommen werden, werden mit einem reduzierten Steuersatz versteuert.

Für den Teil der nicht entnommenen Gewinne, kann die Steuer nämlich auf 28,75% begrenzt werden.

Viele Einzelunternehmer wissen das aber nicht und entnehmen oft den gesamten Gewinn. Dann wird der gesamte entnommene Gewinn mit Ihrem persönlichen Einkommenssteuersatz besteuert.

Ab einem Einkommen von 55.961 Euro zahlen Sie hier bereits den Spitzensteuersatz von 42%.

Bonität: Hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Personengesellschaften. Übersteigen Ihre Privatentnahmen die Gewinne des Unternehmens, sinkt in der Regel Ihre Bonität bei Banken und Sie bekommen keinen Kredit.

Fazit: Privatentnahmen? Ja! Aber nur mit steuerrechtlichem Hintergrundwissen

Grundsätzlich können Sie als Inhaber eines Einzelunternehmens oder als Teilhaber einer Personengesellschaft immer Privatentnahmen tätigen.

Nur: Entnehmen Sie Gegenstände aus Ihrem Betrieb, wird das vom Gesetzgeber wie ein Verkauf an Sie selbst behandelt. So erhöht sich Ihr Gewinn und Sie zahlen unterm Strich mehr Steuern.

Zu hohe Privatentnahmen können sich auch negativ auf Ihre Bonität auswirken, Ihre Möglichkeiten zur Steuergestaltung beschränken oder bei Kommanditisten eine Nachschussverpflichtung auslösen.

Mein Rat lautet daher: Mit dem nötigen Hintergrundwissen können Sie bedenkenlos Privatentnahmen tätigen. Lassen Sie aber bei dauerhaft hohen Privatentnahmen Vorsicht walten und wenden Sie sich bei Unklarheiten an Ihren Steuerberater.

Denn durch unvorsichtige Privatentnahmen können Sie schnell Ihren guten Ruf bei Banken verspielen oder zu hohe Steuern zahlen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie wissen möchten, wie Sie mit geschickt gestalteten Privatentnahmen Ihre Einkommenssteuer optimieren, können Sie sich gerne bei mir melden.

Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater in Hamburg für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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