Unternehmensbeteiligung

Unternehmensbeteiligung für Mitarbeiter: Wie profitabel ist das für Ihr Unternehmen?

Sie wollen Ihr Unternehmen vergrößern, haben aber nicht genug Bares, um Ihren Mitarbeitern hohe Vergütungen zu zahlen? Sie wollen aber nicht auf Ihre Spitzenkräfte verzichten? Eine Unternehmensbeteiligung macht es möglich, diese auch ohne ausreichendem Vermögen an sich zu binden.

Wann eine Unternehmensbeteiligung sonst noch Sinn macht und auf was Sie genau achten müssen, habe ich für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst.

#1 Was ist eine Unternehmensbeteiligung?

Die Unternehmensbeteiligung ist auch weitläufig unter Kapitalbeteiligung bekannt. Sie ermöglicht Mitarbeitern einen Kapitalanteil am Besitz des Unternehmens zu erwerben.

Den Mitarbeitern stehen dafür verschiedene Modelle zur Auswahl. 4 davon habe ich für Sie zusammengestellt:

  1. Stille Beteiligung: Die Mitarbeiter agieren als stille Gesellschafter, die einen Teil am Gewinn Ihres Unternehmens erwerben. Bei diesem Modell haben Ihre Mitarbeiter kein Mitspracherecht.
  2. Mitarbeiterguthaben: Sie zahlen Ihren Mitarbeitern eine Erfolgsbeteiligung auf dessen firmeninternes Konto ein. Das Geld bleibt eine gewisse Zeit auf dem Guthabenkonto und wird dann an den Mitarbeiter ausgezahlt. Auch hier haben die Mitarbeiter kein Mitspracherecht.
  3. Genussrechte: Hierbei sind Ihre Mitarbeiter durch sogenannte Genussrechte am Gewinn Ihres Unternehmens beteiligt. Das heißt: Ihre Mitarbeiter werden keine Gesellschafter und haben somit auch kein Mitspracherecht am Unternehmen.
  4. Mitarbeiterbeteiligung einer GmbH: Bei diesem Modell verkaufen Sie als Geschäftsführer Ihren Mitarbeitern Gesellschaftsanteile. Sie erhalten dadurch langfristiges Eigenkapital. Ihre Mitarbeiter hingegen erhalten Anspruch auf Gewinnausschüttung und eine Beteiligung am Wertzuwachs Ihres Unternehmens. Jedoch sind Ihre Mitarbeiter auch am Verlust beteiligt. Mitarbeiter haben bei diesem Modell ein Stimmrecht. Dieses Stimmrecht wird nach dem Unternehmensanteil, das der Mitarbeiter besitzt, bemessen.

Wichtig: Je nach Modell erlangen Ihre Mitarbeiter auch Mitspracherechte.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Anteile Ihre Mitarbeiter besitzen, desto größer ist ihr Mitspracherecht innerhalb des Unternehmens.

#2 Vorsicht: Mitarbeiter erhalten Bezugs- und Optionsrechte: Was müssen Sie beachten?

Bezugsrechte

Anstelle ihres Gehalts erhalten Ihre Mitarbeiter sogenannte Bezugsrechte an einem Teil Ihres Unternehmens.

Nach Ende einer bestimmten Zeit (=Optionszeit) haben Ihre Mitarbeiter verschiedene Möglichkeiten, sich ihre Bezugsrechte in Form sogenannter Optionsrechte auszahlen zu lassen.

Optionsrechte

Ihren Mitarbeitern obliegen die Optionsrechte (=Wahlrecht). Es gibt unterschiedliche Ausgestaltungen der Optionsrechte, zwischen denen sich Ihre Mitarbeiter entscheiden können.

Durch, die dadurch erlangte Unternehmensbeteiligung, hat der Mitarbeiter zwar auf einen Teil seines Lohnes in Form von Geld verzichtet, jedoch fließen seine Bezugsrechte in das Wahlrecht ein. Dieses kann nach Ende der Optionszeit ausgeübt werden. Der Mitarbeiter steht vor folgenden Wahlmöglichkeiten:

  1. Barauszahlung der Bezugsrechte: Nach 5 Jahren lässt er sich seine Bezugsrechte bar auszahlen. Damit verzichtet er auf seine Anteile.
  2. Unternehmensanteile: Er wählt die Anteile am Unternehmen. Damit ist er Gesellschafter am Unternehmen und je nach vertraglicher Form still oder stimmberechtigt (=Mitspracherecht am Unternehmen).
  3. Weitere 5 Jahre-Wartezeit: Er wartet weitere 5 Jahre und entscheidet dann, ob er eine Barauszahlung wünscht oder Unternehmensanteile erhalten will.

Besteuerung der Bezugsrechte

Nachdem Sie mit Ihrem Mitarbeiter die Unternehmensbeteiligung vertraglich geregelt haben, verdient sich der Arbeitnehmer bis zur Ziehung der von ihm gewählten Option seine Bezugsrechte durchgehend. Dabei handelt es sich nicht um sein Gehalt.

Bezugsrechte besitzen einen Wert, da es sich um eine Zuwendung für Mitarbeiter handelt. Daher müssen diese von Ihnen als Arbeitgeber im Rahmen des Lohnverfahrens besteuert werden.

Zeitpunkt der Besteuerung

Wann die Besteuerung erfolgt, hängt von Ihnen als Arbeitgeber ab. Dabei ist es egal, ob es sich um ein börsennotiertes (= durch Börsenkurs bewerteter Unternehmenswert) oder um ein nicht börsenorientiertes Unternehmen handelt.

Allgemein gilt: Der Zeitpunkt der Besteuerung muss im Einzelfall ermittelt werden. Laufend, jährlich oder nach Ausübung der Option. Erst mit dieser Entscheidung wird die Besteuerung fällig.

Welche Vorteile hat die Unternehmensbeteiligung für Sie und Ihre Arbeitnehmer?

Lassen Sie mich das Ganze an einem einfachen Beispiel erklären:

Eine Firma befindet sich im Aufbau. Die Mitarbeiter haben die Chance, sehr günstig Gesellschaftsanteile des Unternehmens zu bekommen. Der Chef schlägt dem Mitarbeiter vor, auf einen Teil der Lohnauszahlung zu verzichten, dafür erhält der Mitarbeiter in 5 Jahren einen bestimmten Anteil der Firma.

Man geht davon aus, dass der Anteil in dieser Zeit steigt. Das heißt: Der Mitarbeiter bekommt am Ende der Optionszeit „mehr“ als wenn er sich das Gehalt hätte auszahlen lassen.

Der Beteiligungsbeitrag ist nämlich immer höher als das Gehalt. Das erklärt den Nutzen des anfänglichen Verzichts.

Der Arbeitgeber hingegen spart sich 5 Jahre lang die Auszahlung. Das bringt ihm einen Liquiditätsvorteil ein.

#3 Unternehmensbeteiligung: Wie sinnvoll ist sie?

Die große Frage ist nun, ob sich diese Maßnahme lohnt. Sie als Geschäftsführer müssen also wissen: Macht es in meiner Situation Sinn, meinen Mitarbeitern eine Unternehmensbeteiligung zu bieten?

Dazu habe ich Ihnen 5 Punkte aufgeschrieben, wann es meiner Meinung nach sinnvoll ist:

  1. Unternehmensvergrößerung/Start-up: Wenn Sie Ihr Unternehmen vergrößern möchten, aber momentan nicht über ausreichend Bargeld verfügen, um Ihre Mitarbeiter zu zahlen, bietet sich die Unternehmensbeteiligung an. Durch die Einsparung des Mitarbeitergehalts schaffen Sie Liquidität. Dadurch verbessern Sie Ihre Bonität bei der Bank und steigern Ihre Kreditwürdigkeit.
  2. Unternehmens-Krise: Wenn es Ihrem Unternehmen schlecht geht, Sie aber Ihre Arbeitskräfte behalten wollen, können Sie die Unternehmensbeteiligung nutzen.
  3. Motivation der Mitarbeiter: Motivierte und gut gelaunte Mitarbeiter tragen zum Erfolg des Unternehmens bei. Nutzen Sie die Unternehmensbeteiligung zur Mitarbeitermotivation.
  4. Börsengang: Sie möchten an die Börse gehen? Wussten Sie, dass Unternehmensanteile Ihrer Mitarbeiter Ihnen die Finanzierung des Börsengangs erleichtern?
    Dies möchte ich Ihnen an einem kleinen Beispiel erläutern: Geschäftsführer A. möchte an die Börse gehen. Er schlägt seinen Mitarbeitern vor, auf 10% Ihres Gehaltes zu verzichten. Dafür erhalten die Mitarbeiter Anteile am Unternehmen. Der Chef kann sich seinen Börsengang leisten und die Mitarbeiter sind bestrebt, trotz kleinem Gehalt, noch mehr zu leisten, da sie nun Anteile am Unternehmen besitzen.
  5. Management-Buy-Out (kurz: MBO): Dieser Fall kommt eher selten vor. Diese Möglichkeit bietet sich an, wenn Sie in den Ruhestand gehen und Ihr Unternehmen in die Hände Ihrer langjährigen Geschäftsführung legen möchten.

Ich vereinbare mit meinen Kunden, die ich bei diesem Schritt begleite, eine Optionszeit von 10 Jahren. Diese Zeitspanne macht es möglich, dass der Arbeitnehmer sich genug Eigenkapital ansparen und am Ende der Frist einen Kredit aufnehmen kann, um letztlich Ihr Unternehmen zu übernehmen.

Wann ist von einer Unternehmensbeteiligung abzuraten?

Wenn Sie sich nicht verändern und sich keine Nebengesellschafter ins Boot nehmen wollen, kann ich eine Unternehmensbeteiligung nicht empfehlen!

Fazit: Chance für Mitarbeiter und Unternehmer

Die Unternehmensbeteiligung ist vor allem eins: Ein Geben und Nehmen. Niemand wird benachteiligt. Sowohl das Unternehmen selbst als auch die Mitarbeiter haben die Chance von einer Unternehmensbeteiligung zu profitieren.

Ob Unternehmensvergrößerung, Unternehmenskrise, Börsengang oder MBO – das sind alles Aspekte, bei denen eine Unternehmensbeteiligung Sinn machen kann.

Mein Ziel mit diesem Beitrag war es, Ihnen einen Überblick über das Thema Unternehmensbeteiligung zu geben. Ich hoffe, Ihnen damit einen ersten Eindruck verschafft zu haben, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern.

Eine Beteiligung bedeutet auch immer eine Unternehmensumwandlung. Sollten Sie dazu weiterführende Informationen benötigen, empfehle ich Ihnen unsere Unternehmensumwandlungs-Detail-Seite: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensumwandlung/

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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