Gründung einer Ein-Mann-GmbH

Ein-Mann-GmbH: Worauf Sie bei der Gründung achten sollten

Sie wollen Ihre Geschäfts-Idee mithilfe einer eigenen Firma verwirklichen, scheuen sich aber vor Haftungsrisiken? Sie wollen jedoch viele Partner und Kunden beeindrucken, wofür die Bezeichnung „GmbH“ von Vorteil sein kann? Dann kann eine Ein-Mann-GmbH Ihre Lösung sein!

Durch eine Ein-Mann-GmbH können Sie als Gründer Ihren Geschäfts-Traum verwirklichen, ohne das volle Haftungsrisiko zu tragen. Zudem kommt Ihnen mit diesem Unternehmens-Modell eine größere Außenwirkung zugute, die sich positiv auf Ihre Geschäftsbeziehungen auswirken kann.

Welche weiteren Vorteile sich für Sie als Gründer einer Ein-Mann-GmbH ergeben und worauf Sie achten sollten, will ich Ihnen in dem folgenden Beitrag näher bringen.

Was ist eine Ein-Mann-GmbH?

Eine Ein-Mann-GmbH, oder auch Ein-Personen-GmbH genannt, ist ein Unternehmen, das von einer Person gegründet wurde, welche gleichzeitig den alleinigen Geschäftsführer sowie den einzigen Gesellschafter und einzigen Mitarbeiter darstellt. Gesetzlich ergeben sich dabei keine Unterschiede zu anderen Formen der GmbH.

Es kann sich zudem um eine Ein-Mann-GmbH handeln, wenn drei Jahre nach der Gründung alle Anteile der Firma einer Person zufallen. Dies ist oft der Fall, wenn Sie z.B. Ihre GmbH gründen, aber Ihnen jemand bei der Finanzierung für das Stammkapital hilft und dafür Anteile erhält. Nach 3 Jahren zahlen Sie das geliehene Geld zurück und kaufen somit die Anteile der GmbH zurück. Damit sind Sie der alleinige Gesellschafter, Geschäftsführer und Mitarbeiter der GmbH.

Was brauche ich, um eine GmbH alleine zu gründen?

Die Gründung einer Ein-Mann-GmbH kann dann erfolgen, wenn Sie die Hälfte des Stammkapitals in Bargeld oder in Sachwerten aufbringen können. Für den Rest reicht eine Sicherung von Ihnen als Gesellschafter aus.

In Zahlen ausgedrückt: Das Mindestkapital für die Gründung einer GmbH beträgt 25.000€. Davon müssen Sie als Gründer zumindest die Hälfte des Geldes direkt bei der Anmeldung einzahlen. Diese 12.500€ können Sie dabei bar oder in Form von Sachwerten (wie zum Beispiel anhand eines Autos, Grundstückes, Haus, etc.) erstatten.

Was genau ein Sachwert ist und wie Sie diesen am besten für Ihre GmbH-Gründung nutzen, hab ich für Sie detailliert zusammengefasst. Klicken Sie dafür einfach auf folgenden Link: So kann Ihr Auto Ihre GmbH mitfinanzieren 

Gibt es Erleichterungen für Ein-Mann-GmbHs bei der Gründung?

Da bei einer Ein-Mann-GmbH mehr Arbeit einer Person zukommt und auch eine geringere Leistungsfähigkeit und Finanzkraft erwartet wird, gab es ursprünglich eine Sonderregelung für die Gründer. Diese sollte den Einstieg in das Unternehmen für die Einzelperson erleichtern (zum Beispiel durch die Einführung einer notariell beglaubigten Errichtungserklärung anstelle eines komplizierten Gesellschaftsvertrages).

Dank der letzten GmbH-Reform erübrigt sich jedoch diese Sonderregelung. Denn mit der Einführung der sogenannten haftungsbeschränkten Unternehmergesellschaft (auch als UG bezeichnet), kann eine sogenannte „Mini-GmbH“ bereits mit nur 1€ gegründet werden.

Die Möglichkeit einer haftungsbeschränkten UG bietet der Einzelperson daher einen erleichterten Start und einfachere Gründungs-Bedingungen. Sollten Sie sich für die genauen Unterschiede zwischen einer Ein-Mann-GmbH und einer haftungsbeschränkten UG interessieren, habe ich diese für Sie im folgenden Beitrag kurz zusammengefasst: Ein Personen-GmbH und UG: Vor- und Nachteile im Vergleich 

Ignorieren Sie aber vor lauter Freude über die geringen Gründungskosten bitte nicht die Nachteile der UG, die ich Ihnen im oben verlinkten Beitrag ebenfalls genauer erläutert habe.

Die wichtigsten Vorteile einer Ein-Mann-GmbH

Als Vorteil kann angesehen werden, dass Sie alle Entscheidungen treffen und auf keine Absprachen mit anderen Gesellschaftern angewiesen sind. Zu diesen Entscheidungen zählt auch die Festlegung Ihres angemessenen GF-Gehaltes.

Zudem stehen Ihnen die 5 Wege der Altersvorsorge offen, bei denen Sie bestimmen können, auf welche Weise Ihre Pension gesichert wird. Sowohl das GF-Gehalt, als auch die Altersvorsorge können dabei zur Steuerminderung Ihrer GmbH beitragen.

Um welche Wege der Altersvorsorge es sich genau dabei handelt, erfahren Sie in diesem Beitrag: Wie Sie sich als Unternehmer 5 Wege der Altersvorsorge eröffnen 

Die größten Nachteile der Ein-Mann-GmbH

Für Sie als Gründer kann eine Ein-Mann-GmbH auch Nachteile mit sich bringen. Einer davon ist die finanzielle Belastung, die auf Sie zukommt: Am Anfang steht schon die Pflicht, mindestens 12.500€ aufzubringen.

Zudem fallen auch noch weitere Kosten an wie zum Beispiel für die Gründungsformalitäten beim Notar (ca. 1.200€), die hohen Jahresabschlusskosten oder die teuren Bilanzierungskosten.

Auch von der beschränkten Haftung dürfen Sie sich als Gründer nicht in die Irre führen lassen. Denn sollten Sie Ihr Stammkapital durch eine eigene Bürgschaft aufbringen, haften Sie im Falle einer Insolvenz erst wieder mit Ihrem Privatvermögen. „GmbH“ bedeutet daher für Sie als Gründer keine ultimative Haftungsbeschränkung.

Worauf dürfen Sie bei Ihrer Ein-Mann-GmbH nie vergessen?

Für Sie als Gründer einer Ein-Mann-GmbH ist es vor allem wichtig, Ihre Nachfolge genau zu regeln. Da sie der alleinige Gesellschafter und Geschäftsführer sind, können nur Sie diese festlegen.

Um die Existenz Ihres Unternehmens in jedem Fall zu sichern, sollten Sie als Geschäftsführer und Gesellschafter eine Abtretungsklausel in der Satzung verankern. Das bedeutet, dass Ihre gesamten Anteile an eine bisher unbeteiligte Person übertragen werden, sollten Sie die Firma nicht mehr leiten können.

Nur so können Sie sicher gehen, dass Ihre GmbH von den von Ihnen ausgewählten Erben auch weitergeführt wird.

Dabei sollten Sie nicht vergessen, auch Ihr Testament auf diesen Wunsch entsprechend abgestimmt werden muss. Dieses steht nämlich noch über der Satzung Ihrer GmbH, wodurch bei Widersprüchlichkeiten mit der Satzung im Endeffekt das Gericht die Nachfolge entscheidet.

Fazit: Ein-Mann-GmbH nur gründen, wenn das Unternehmens-Risiko hoch ist

Eine Ein-Mann-GmbH bietet für Sie als Gründer mehrere Vorteile mit sich, stellt allerdings auch ein höheres Maß an (finanzieller und formaler) Belastung dar.

Der Hauptgrund, warum Sie zur GmbH gegenüber der Einzelunternehmung tendieren sollten, muss aber immer die Risikoabwägung sein. Besteht kein hohes Risiko, bringt die Haftungsbeschränkung nichts und es bleibt fast nur die bessere Außenwirkung. Ob die vier Buchstaben am Ende Ihres Firmennamens den Formalismus und Mehraufwand wert sind, müssen Sie gut überdenken.

Falls Sie Fragen zum Thema Ein-Mann-GmbH bzw. zur Unternehmensumwandlung haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) kontaktieren.

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

Foto: © Elnur – Fotolia.com