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GmbH Finanzierung: Die besten Modelle bei der Gründung, Expansion und im Krisenfall

Sie möchten ein Unternehmen gründen und suchen nach Möglichkeiten der GmbH Finanzierung? Oder ist Ihre Firma bereits erfolgreich und Sie möchten durch einen Unternehmenskauf expandieren?

In all diesen Situationen und auch im Falle einer finanziellen Krise sind unterschiedliche Modelle für Sie geeignet.

Viele Unternehmer sind hier allerdings unsicher und glauben, bei der Gründung oder beim Kauf eines Unternehmens alles sofort aus der eigenen Tasche bezahlen zu müssen.

In diesem Beitrag möchte ich mit diesem Irrglauben “aufräumen” und Ihnen folgende Punkte leicht verständlich erklären:

Dieser Beitrag wurde am 14. September 2021 aktualisiert.

1. Gründung: 4 Möglichkeiten der GmbH Finanzierung im Überblick

Als GmbH Gründer müssen Sie ein Stammkapital von 25.000 Euro aufbringen. Die meiner Meinung nach 4 häufigsten Wege, die Ihnen dabei zur Verfügung stehen stelle ich Ihnen jetzt vor:

Bargründung: Bei der Bargründung zahlen Sie und mögliche Geschäftspartner das Stammkapital direkt in die GmbH ein.

Wenn Sie über ausreichende Mittel verfügen ist dieser Weg der vermutlich einfachste für Sie.

Sachgründung: Hier übertragen Sie private Vermögensgegenstände (Gebäude, Maschinen, etc.) an Ihre GmbH und bringen so das benötigte Stammkapital auf.

Worauf Sie bei einer Sachgründung achten müssen und welche Vermögensgegenstände sich besonders gut eignen, habe ich Ihnen in einem eigenen Beitrag zusammengefasst.

Klicken Sie einfach auf den folgenden Link, um zum Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-was-ist-eine-sachgruendung-gefahr-oder-chance/

Geförderter Kredit: Um die Wirtschaft anzukurbeln, wurden in den letzten Jahren sehr viele Förderungen für Jungunternehmer eingeführt.

Ihre erste Anlaufstelle sollte hier die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kurz KfW) sein. Die KfW bietet viele verschiedene Möglichkeiten für Existenzgründer an und Sie profitieren von günstigen Zinsen, tilgungsfreien Jahren oder weiteren Vorteilen.

Bankkredit: Neben einem geförderten Kredit ist auch der Antrag eines “normalen” Bankkredits zur Unternehmensgründung möglich.

Da ein solcher Kredit für eine Bank eher risikoreich ist, müssen Sie ihn in der Regel mit Ihrem Privatvermögen absichern.

Sollte Ihr Unternehmen nicht wie geplant funktionieren, “wandert” dieses Privatvermögen im Falle einer Insolvenz an die Bank.

Wichtig: Da Sie sowohl bei der Bar- als auch bei der Sachgründung das Stammkapital selbst aufbringen, handelt es sich um sogenannte Selbstfinanzierungen.

Im Vergleich zu Fremdfinanzierungen (Krediten) sind diese Möglichkeiten für Sie in der Regel günstiger, da Sie keine laufenden Zinsen bezahlen müssen.

2. Expansion: So beschaffen Sie Kapital für Investitionen

Sie möchten neue Märkte erschließen, ein Unternehmen kaufen oder mehr in die Produktentwicklung investieren? Die meisten Unternehmen können solch große Summen nicht aus dem Cashflow investieren, sondern greifen auf zusätzliches Kapital zurück.

Folgende 4 Möglichkeiten bieten sich hier meiner Meinung nach besonders gut an:

Stiller Teilhaber: Ein stiller Teilhaber ist ein Gesellschafter Ihres Unternehmens und beteiligt sich mit einer Vermögenseinlage (Geld, Sach- oder Dienstleistungen) (§230, Abs. 1 HGB). Wie hoch die Einlage ist, kann vertraglich vereinbart werden.

Anders als bei einem gewöhnlichen Gesellschafter wird diese stille Teilhaberschaft in keinem Register eingetragen. Ihr neuer Partner ist für die Außenwelt praktisch “unsichtbar”.

Business-Angels, Crowd-Funding oder andere Investoren: Das Prinzip hinter dieser Möglichkeit ist denkbar einfach. Sie überzeugen eine Person, in Ihr Unternehmen zu investieren und im Gegenzug erhält der Investor einen Teil Ihrer Firma.

Business Angels bieten Ihnen zudem weitere Vorteile: Sie stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung, leiten Ihnen hilfreiche Kontakte weiter und helfen Ihnen auch bei schwierigen Entscheidungen.

Geförderter Kredit: Die KfW bietet auch für bereits etablierte Unternehmen attraktive Kredite an. Neben kleineren Anschaffungen können auch Vorhaben mit mehr als 25 Millionen Euro an Kosten gefördert werden.

Wie bei der Unternehmensgründung profitieren Sie von niedrigen Zinssätzen (ca. 1 bis 2%) und tilgungsfreien Jahren.

Bankkredit: Wenn Ihr Unternehmen bereits am Markt etabliert ist und Sie regelmäßig Gewinne verzeichnen können, ist die Finanzierung von risikoreicheren Vorhaben wie eines Unternehmenskauf auch mit einem Bankkredit möglich.

Anders als bei der Unternehmensgründung müssen Sie jetzt nicht mehr mit Ihrem Privatvermögen haften.

Damit sich ein Kredit wirklich für Sie lohnt, sollte die Rendite, die Sie mit dem geliehenen Geld erzielen höher als die Zinsen sein. Dann spricht man vom sogenannten Leverage Effekt.

 

Wenn Sie mehr zu diesen Möglichkeiten erfahren möchten, empfehle ich Ihnen meinen detaillierten Artikel zum Thema “Unternehmskauf Finanzierung”.

In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, welche Voraussetzungen Sie für Bankkredite erfüllen müssen und warum eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital der meistens beste Weg für Ihr Unternehmen ist.

Hier geht’s zum Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/kredit-oder-eigenkapital-so-finanzieren-sie-den-unternehmenskauf-richtig/

3. Krisenfall: Einfache Kreditgewährung durch die Gesellschafter-Fremdfinanzierung

Befindet sich Ihr Unternehmen in einer wirtschaftlich schwierigen Situation, erhalten Sie von einer Bank in der Regel keine (leistbaren) Kredite mehr.

Auch eine Einzahlung aus Ihrem Privatvermögen ist häufig keine Option, da dieses Geld im Falle einer Insolvenz verloren ist und Sie einen Großteil Ihres Privatvermögens verloren haben.

Hier kommt die Gesellschafter-Fremdfinanzierung ins Spiel. Dieses Finanzierungs-Modell ist ein Kredit von einem Gesellschafter an die eigene GmbH.

Wichtig: Bei einer Fremdfinanzierung durch einen Gesellschafter spielt es keine Rolle, mit wie vielen Prozent dieser Gesellschafter am Unternehmen beteiligt ist.

Auch wenn eine Person nur mit einem kleinen Anteil von 1 oder 2% beteiligt ist, gilt ein gewährter Kredit an dieses Unternehmen als Gesellschafter-Fremdfinanzierung.

Das bedeutet: Ist eine Bank mit einem sogenannten Zwergenanteil von 1% an Ihrer GmbH beteiligt, gilt ein Kredit dieser Bank an Ihren Betrieb ebenfalls als Gesellschafter-Fremdfinanzierung. Warum das wichtig ist, erkläre ich Ihnen im nächsten Abschnitt.

GmbH Finanzierung in der Krise: So setzen Sie die Gesellschafter-Fremdfinanzierung ein

Wie oben bereits angedeutet, kann auch ein Bank-Kredit eine Gesellschafter-Fremdfinanzierung sein. Nämlich dann, wenn diese Bank mit einem kleinen Anteil an Ihrem Unternehmen beteiligt ist.

Das hat folgenden Vorteil: Sie können in wirtschaftlich schwierigen Zeiten das Eigenkapital Ihres Unternehmens aufbessern und die Bank kommt im Fall der Unternehmens-Insolvenz einfacher an ihr Geld.

Voraussetzung dafür ist aber eine sogenannte qualifizierte Rangrücktrittserklärung der Bank.

Mit einer qualifizierten Rangrücktrittserklärung bleibt der Kredit für die Bank nämlich eine Fremdkapital-Finanzierung. Aus Sicht Ihres Unternehmens wird aus dem Kredit jedoch Eigenkapital.

So profitieren beide Seiten: Ihr Unternehmen kann im Krisenfall das Eigenkapital mit einem Kredit aufbessern und die Bank behält trotzdem ihre Kredit-Forderung. Muss der Betrieb schlussendlich doch Insolvenz anmelden, kommt das Kreditinstitut so leichter an den ausstehenden Betrag.

Durch diese Sicherheit sind Banken eher bereit, Unternehmen im Krisenfall einen Kredit zu gewähren.

Damit diese Form der Gesellschafter-Fremdfinanzierung möglich ist, muss die Bank aber (zumindest für die Laufzeit des Kredits) mit einem kleinen Anteil an Ihrem Unternehmen beteiligt sein.

Der häufigste Fehler bei der Gesellschafter-Fremdfinanzierung: Keine qualifizierte Rangrücktrittserklärung

Gibt Ihre Bank keine qualifizierte Rangrücktrittserklärung ab, bleibt die Gesellschafter-Fremdfinanzierung aus Sicht Ihres Unternehmens Fremdkapital und kann nicht zur Erhöhung des Eigenkapitals verwendet werden.

Somit können Sie das Problem der Überschuldung nicht lösen und müssen wahrscheinlich trotz des Kredits Insolvenz anmelden.

Damit sich eine Gesellschafter-Fremdfinanzierung durch eine Bank wirklich lohnt, muss deshalb auf jeden Fall von Seiten der Bank eine qualifizierte Rangrücktrittserklärung abgegeben werden.

Oft wird das jedoch von Unternehmern mangels Erfahrung mit Gesellschafter-Fremdfinanzierung vergessen.

Fazit: Gründung, Expansion und Krise erfordern unterschiedliche Finanzierungs-Modelle

Ganz egal, ob Sie sich mit Ihrem Unternehmen noch ganz am Anfang befinden oder bereits eine Firma aufgebaut haben und weiter expandieren möchten: In jeder Situation gibt es viele verschiedene Möglichkeiten zur GmbH Finanzierung.

Bei der Gründung bieten sich folgende Möglichkeiten an:

  • Bargründung
  • Sachgründung
  • Geförderter Kredit
  • “Normaler” Bankkredit

Ist Ihr Unternehmen bereits etabliert und bereit für den nächsten Schritt (neue Produkte, Unternehmenskauf, etc.) sind folgende GmbH Finanzierungen für Sie besonders interessant:

  • Stiller Teilhaber
  • Business Angels, Crowd-Funding oder ähnliche Investoren
  • Geförderter Kredit
  • Bankkredit

Auch im Fall einer Krise gibt es mit der Gesellschafter-Fremdfinanzierung noch eine gute Möglichkeit, mit der Sie den finanziellen “Turn-Around” schaffen können.

Sie möchten mehr zu verschiedenen Finanzierungs-Möglichkeiten wissen?

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu Finanzierungen bei der Gründung, der Expansion oder im Krisenfall haben, stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Sie können mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder meinem Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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