Ist eine Limited fuer deutsche Unternehmen sinnvoll

Britische Limited: Günstige GmbH-Alternative für deutsche Unternehmen?

Sie kennen deutsche Unternehmer, die die britische Rechtsform Limited verwenden? Sie haben sich schon immer gefragt, warum die das machen und ob das auch für Ihr Unternehmen sinnvoll sein könnte?

In meinem Alltag als Steuerberater werden mir diese oder ähnliche Fragen immer wieder gestellt. Viele Unternehmer kennen die Limited als Rechtsform.

Was diese jedoch nicht wissen:

  • Was genau ist eine britische Limited?
  • Warum wählen viele deutsche Unternehmer diese Rechtsform?
  • Gibt es vielleicht deutsche Alternativen?

Diese Fragen möchte ich für Sie als Unternehmer mit diesem Blogbeitrag beantworten. Ich habe mir die häufigsten Fragen meiner Klienten zur Limited genau angesehen und als Leitfaden für diesen Beitrag verwendet.

Unter anderem erfahren Sie, was eine Limited ist, warum sie von deutschen Unternehmen verwendet wird und ob eine Limited überhaupt noch zeitgemäß ist.

Was ist eine Limited genau?

Vereinfacht gesagt ist eine Limited Company by Shares (abgekürzt Limited oder Ltd.) die britische Version der deutschen GmbH. Es handelt sich also um eine Kapitalgesellschaft.

Ein großer Unterschied zur GmbH ist allerdings das Mindest-Stammkapital. Bei der deutschen GmbH muss das zur Gründung benötigte Stammkapital mindestens 25.000 Euro betragen.

Bei der britischen Limited gibt es diese hohe Anforderung nicht. Sie kann bereits mit einer Einlage von 1 Pfund gegründet werden.

Diese niedrigen Anforderungen können für viele Unternehmer ein großer Vorteil sein. Die persönliche Haftung kann schon mit einem geringen Eigenkapital beschränkt werden.

Allerdings wissen auch alle Banken, dass eine Limited schon mit sehr wenig Eigenkapital gegründet werden kann. In fast allen Fällen wirkt sich das dann negativ auf die Bonität aus.

Als Limited benötigen Sie also wahrscheinlich zusätzliche Sicherheiten, um eine Finanzierung zu guten Konditionen zu bekommen.

Wenn Ihnen Ihre Bonität und Ihr „Erscheinungsbild“ bei Kapitalgebern wichtig ist, ist eine Limited keine Lösung für Sie. In diesem Fall sollten Sie auf die Autorität einer GmbH setzen.

Zusätzlich ist eine Limited, wie auch die deutsche GmbH, mit hohen Verwaltungskosten verbunden. Sie müssen zwangsläufig eine doppelte Buchführung machen und haben höhere Aufwendungen für Steuerberater und Lohnbuchhalter.

Mit Ausnahme des benötigten Gründungs-Kapitals ist eine britische Limited also sehr gut mit einer deutschen GmbH vergleichbar.

Warum wird die britische Rechtsform Limited überhaupt von deutschen Unternehmen gewählt?

Durch das niedrige benötigte Stammkapital war die Limited bis zur Einführung der Unternehmergesellschaft (kurz: UG) im Jahr 2008 die einzige „günstige“ Alternative zur GmbH.

Unternehmer, die die benötigten 25.000 Euro Stammkapital für eine GmbH-Gründung nicht aufbringen konnten, aber dennoch ihre Haftung beschränken wollten, mussten fast zwangsläufig auf die britische Limited zurückgreifen.

Die Limited wurde daraufhin immer beliebter. Um die Limited-Gründungen einzudämmen und Unternehmen eine deutsche Alternative zu bieten, wurde schließlich 2008 die UG eingeführt.

Die UG ist sozusagen eine „Light“ Version der GmbH und der britischen Limited sehr ähnlich. Denn eine UG kann bereits mit einem Eigenkapital von 1 Euro gegründet werden.

Seit der UG-Einführung sind die Limited-Gründungen in Deutschland massiv zurück gegangen.

Limited oder UG: Worauf sollte ich setzen?

Eines gleich vorweg: Seit Einführung der UG ist die Gründung einer Limited nicht mehr sinnvoll. Warum das so ist, erfahren Sie in diesem Absatz.

Bei beiden Rechtsformen besteht grundsätzlich die für Kapitalgesellschaften übliche Haftungsbeschränkung auf die Einlage. Da eine Limited allerdings nach britischem Recht gegründet wird, wird auch die Haftungsbeschränkung danach beurteilt.

Das Problem dabei: In Großbritannien kommt es bei der Haftungsbeschränkung oft auf den Sachverhalt an. Ob Ihre Haftung tatsächlich beschränkt ist, lässt sich also erst im Ernstfall sagen.

Diese Rechtsunsicherheit gibt es bei der UG nicht. Hier ist Ihre Haftung tatsächlich auf die Einlage beschränkt.

Ein weiterer Nachteil sind die Gründungskosten. Denn ist eine britische Limited in Deutschland aktiv, muss sie sowohl in Großbritannien als auch in Deutschland eingetragen werden.

Eine UG muss hingegen nur in Deutschland gegründet und ins Handelsregister eingetragen werden.

Durch eine UG sparen Sie so mehrere hundert Euro an Gründungskosten im Ausland.

Zusätzlich kommt aktuell noch die Unsicherheit rund um den geplanten Ausstieg der Briten aus der EU hinzu. Sollte es tatsächlich zu einem „harten Brexit“ – also einem EU-Austritt ohne Abkommen – kommen, ist die rechtliche Situation der Limited in Deutschland unklar.

Sie sehen: Die UG hat die Limited als GmbH-Alternative in Deutschland abgelöst. Die meisten deutschen Limited sind also noch „Relikte“ aus der Vor-UG-Ära. Heute würde ich keinem Klienten mehr die Gründung einer Limited empfehlen.

Worauf Sie bei der UG im Detail achten müssen und welche Vor- bzw. Nachteile Sie bei einer UG haben, können Sie in einem ausführlichen Blogartikel nachlesen. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/die-ug-lohnende-alternative-zur-gmbh/

Fazit: Die UG hat die Limited als GmbH-Alternative abgelöst

Die britische Limited wurde in der Vergangenheit gerne von deutschen Unternehmen als „günstige“ Alternative zur GmbH verwendet.

Darauf hat der Gesetzgeber reagiert und 2008 die Rechtsform UG als „kleine Version“ der GmbH geschaffen. Wie oben erklärt, bietet Ihnen eine UG alle Vorteile einer Limited, bei einer gleichzeitig sichereren Haftungsbeschränkung und niedrigeren Gründungskosten.

Deshalb gibt es heutzutage eigentlich keinen Grund mehr, die für die Gründung einer Limited sprechen. Suchen Sie nach einer Alternative zur GmbH, kommt nur noch eine UG in Frage.

Sie haben weitere Fragen zur Limited, der UG oder welche Rechtsform ideal für Ihr Unternehmen ist? Dann können Sie mich gerne in meiner Hamburger Steuerberatungskanzlei aufsuchen.

Außerdem stehe ich Ihnen jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) zur Verfügung.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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