Ein-Mann-GmbH oder UG

Ein Personen-GmbH und UG: Vor- und Nachteile im Vergleich

Sie wollen eine Ein-Personen-GmbH oder eine UG gründen? Doch welche Rechtsform ist besser? Fragen, die sich viele Neugründer stellen.

Vor allem jene, die weiterhin alleine (ohne andere Gesellschafter) ihr Unternehmen führen wollen.

In diesem Beitrag stelle ich Ihnen beide Rechtsformen mit ihren Vor- und Nachteilen vergleichend gegenüber und zeige Ihnen am Ende, welche Form sich für ein Ein-Personen-Unternehmen anbietet.

Rechtsform#1: Ein-Personen-GmbH

Die Ein-Personen-GmbH ist eine Variante der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (=GmbH), die von nur einer Person gegründet wird.

Der Gründer ist zugleich einziger Gesellschafter des Unternehmens und wird als alleiniger Geschäftsführer geführt.

Diese Rechtsform unterliegt den gleichen Gesetzen und Regeln wie die klassische GmbH. Somit profitieren Sie aber auch von den Vorteilen der GmbH.

Vorteile der Ein-Personen-GmbH

  • Gutes Image und höhere Bonität: Das hohe Stammkapital von 25.000 Euro kann Ihnen bei Banken und Geschäftspartnern einen Vorteil verschaffen. Denn das hohe Stammkapital lässt eine hohe Bonität vermuten.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Ihnen stehen 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge (inklusive Vorteile für die Absicherung der Familie) offen. Ein eigener Beitrag dazu entsteht in Kürze.
  • Erb- und Nachfolgeplanung gut planbar: Mit der GmbH lassen sich das Erbe und die Nachfolge gut planen.
  • Haftungsbeschränkung: Sie haften nur mit Ihrem Gesellschafts- und nicht mit Ihrem Privatvermögen.
    Falls Sie sich für weiterführende Informationen zum Thema Haftungsbeschränkung interessieren, kann ich Ihnen meinen Beitrag „GmbH, UG, KG, AG – Welche Haftungsrisiken haben Sie als Geschäftsführer?“ empfehlen. Klicken Sie zum Lesen einfach auf den nachfolgenden Link: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-ug-kg-ag-welche-haftungsrisiken-haben-sie-als-unternehmer/

Nachteile der Ein-Personen-GmbH

  • Sehr hohe Jahressabschlusskosten und Veröffentlichungspflicht: Bei einer Ein-Personen-GmbH müssen Sie mit sehr hohen Jahresabschlusskosten rechnen. Zudem sind Sie dazu verpflichtet, den Jahresabschluss zu veröffentlichen.
  • Teurere Bilanzerstellung: Im Vergleich zur UG ist die Erstellung der Bilanz kostenintensiver, weil die Ein-Personen-GmbH höhere Gegenstandswerte hat.
  • Hohes Stammkapital: Das Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro kann nicht nur vorteilhaft sein. Denn bei einer Ein-Personen-GmbH müssen Sie dieses alleine stemmen bzw. die Hälfte der Summe bis zur Gründung eingezahlt haben
  • Hohe Notarkosten: Wenn Sie eine Ein-Mann-GmbH gründen wollen, müssen Sie mit Gründungskosten beim Notar in Höhe von ca. 1.200 Euro rechnen. Das ist das 6-fache wie bei einer UG-Gründung.
  • Keine ultimative Haftungsbeschränkung: Die beschränkte Haftung kann durch Finanzamt oder durch Bank-Bürgschaften durchbrochen werden.

Rechtsform #2: Die UG

Die Unternehmergesellschaft (=UG) zählt zu den haftungsbeschränkten Kapitalgesellschaften. Um eine UG zu gründen, benötigen Sie nur 1 Euro Stammkapital.

Ansonsten unterliegt sie prinzipiell den gleichen Gesetzen wie die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (= GmbH).

Falls Sie sich mehr Informationen rund um die UG wünschen, empfehle ich Ihnen meinen Beitrag „Die UG: Lohnende Alternative zur GmbH?“. Klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link, um zum Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/die-ug-lohnende-alternative-zur-gmbh/

Vorteile der UG

  • Geringes Mindesthaftkapital: Sie können eine UG mit nur 1 Euro Haftkapital gründen.
    Erb- und Nachfolgeplanung gut planbar: Mit der UG lassen sich Erbe und Unternehmensnachfolge ebenfalls gut planen.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Wenn Sie eine UG gründen, stehen Ihnen verschiedene Varianten der Altersabsicherung zur Verfügung.
  • Günstige Umwandlung: Falls Sie bereits eine UG führen, können Sie diese sehr preiswert in eine GmbH umwandeln. Eine direkte GmbH-Gründung kostet beim Notar 1200 Euro, die Umwandlung kostet weniger beim Notar.
  • Geringe Notarkosten: Die Kosten zur Gründung einer UG betragen in etwa 200 Euro und liegen somit deutlich unter den Gründungskosten (ca. 1200 Euro) der Ein-Personen-GmbH.

Nachteile der UG

  • Schlechte Bonität: Durch das geringe Stammkapital kann die Bonität Ihres Unternehmens beeinflusst werden. Darunter kann wiederum Ihre seriöse Außenwirkung leiden, sodass Banken und Vertragspartner Ihnen eher misstrauisch gegenüberstehen.
  • Keine ultimative Haftungsbeschränkung: Die beschränkte Haftung kann durch Finanzamt oder durch Bank-Bürgschaften durchbrochen werden.
  • Sehr hohe Jahressabschlusskosten und Veröffentlichungspflicht: Wenn Sie eine UG besitzen, müssen Sie mit sehr hohen Kosten für den Jahresabschluss und entsprechenden Veröffentlichungspflichten rechnen.

Fazit: Sparsamer Kompromiss möglich – erst UG, dann GmbH

Wie Sie gesehen haben, kann die Ein-Personen-GmbH für Einzelunternehmer aufgrund ihres guten Images und ihrer Haftungsbeschränkung sehr attraktiv sein.

Dennoch ist es für viele Gründer schwierig, das Stammkapital (25.000 Euro) alleine aufzubringen.

Daher wäre es für Allein-Unternehmer oft eine lohnende Kompromisslösung, zuerst eine UG zu gründen und diese dann in eine Ein-Personen-GmbH umzuwandeln. Dafür sprechen die geringen Gründungskosten und das niedrige Haftkapital.

Gleichzeitig können Sie bei der UG von den Vorteilen (betriebliche Altersvorsorge, Regelung der Unternehmensnachfolge) profitieren, die auch eine GmbH bietet.

Sobald Sie Gewinne machen und 25.000 Euro zur Verfügung haben, können Sie die UG dann auf Antrag in eine Ein-Personen-GmbH umwandeln.

Falls Sie weiterführende Fragen zur Unternehmensumwandlung haben, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite. Klicken Sie dazu einfach auf nachfolgenden Link oder den beigen Button darunter:

Herzlichst, Ihr

Thomas Breit

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