Gewinnausschuettung-Symbolbild

Die 3 größten Fehler bei der GmbH-Gewinnausschüttung [einfach erklärt]

Sie sind Inhaber oder Gesellschafter einer GmbH? Dann steht Ihnen ein Anteil am Unternehmensgewinn zu.

Doch wie läuft die tatsächliche Ausschüttung der Gewinne ab? Sind dazu irgendwelche Gesellschats-Beschlüsse notwendig oder können Sie sich Ihren Anteil einfach auszahlen lassen?

Und: Wie wird die Auszahlung eigentlich besteuert?

Als Steuerberater in Hamburg beschäftige ich mich fast täglich mit diesen Fragen. Denn: Meine Mandaten sind hier häufig unsicher und fragen mich um Rat.

Aus diesem Grund kenne ich die häufigsten Fragen, die Unternehmer zur Gewinnausschüttung haben und möchte sie in diesem Blogbeitrag leicht verständlich beantworten.

In weniger als 10 Minuten Lesezeit erfahren Sie:

  • Was der Unterschied zwischen Gewinnausschüttung und Gewinnverteilung ist
  • Wie Gewinnausschüttungen versteuert werden
  • Welche 3 häufigen Fehler bei der Gewinnausschüttung von Unternehmern begangen werden

Was ist der Unterschied zwischen Gewinnausschüttung und Gewinnverteilung?

Gewinnverteilung: Hier wird der Gewinn unter den Gesellschaftern aufgeteilt. Die Grundlage dafür bildet meistens der Unternehmensanteil.

Halten Sie beispielsweise 50% der Unternehmensanteile, steht Ihnen 50% des Gewinns zu.

Im Gesellschaftsvertrag kann aber auch eine sogenannte disquotale Gewinnverteilung festgeschrieben werden. Dann kann mittels Beschluss ein anderes Ausschüttungsverhältnis festgelegt werden.

Mit einem Beispiel könnte das folgendermaßen aussehen: Sie und Ihr Geschäftspartner halten jeweils 50% am gemeinsamen Unternehmen.

Da Ihre Arbeit in diesem Jahr ausschlaggebend für den hohen Gewinn war, fassen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner den Beschluss, die Erträge im Verhältnis 75% zu 25% aufzuteilen.

Eine disquotale Verteilung der Gewinne kann aber auch aus steuerlichen Gründen erfolgen.

Wichtig: Bei der Gewinnverteilung wird lediglich festgelegt, wie die Gewinne unter den Gesellschaftern aufgeteilt werden und nicht, wie die Gewinne verwendet werden.

Gewinnausschüttung: Entscheiden sich die Gesellschafter dazu, sich die Gewinne auszahlen zu lassen, kommt die Gewinnausschüttung ins Spiel.

Für diese Ausschüttung wird ein von der Mehrheit befürworteter Gewinnausschüttungsbeschluss benötigt.

Erst dann können die Gewinne an die einzelnen Gesellschafter ausgezahlt werden.

Ohne Gewinnausschüttungsbeschluss verbleiben die Gewinne in der Gesellschaft. In der Fachsprache wird das auch Gewinn-Thesaurierung genannt.

Wie wird die Gewinnausschüttung bei einer GmbH versteuert?

Bei der Gewinnausschüttung einer GmbH sind grundsätzlich 2 Varianten denkbar:

Variante 1: Versteuerung mit Kapitalertragssteuer

Hier werden Ihre Gewinnanteile bei der Auszahlung pauschal mit einem Steuersatz von 25% versteuert (siehe § 43a EStG).

Zu diesen 25% kommt noch der Solidaritätszuschlag und unter Umständen auch die Kirchensteuer dazu. Mit diesen beiden kommen Sie, je nach Höhe der Kirchensteuer, auf einen Steuersatz von 26,3 % bis zirka 28%.

Variante 2: Versteuerung mit dem persönlichen Steuersatz (Teileinkünfteverfahren)

Beim Teileinkünfteverfahren wird Ihr Gewinnanteil nicht mit der Kapitalertragssteuer, sondern mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert.

Aber: Nur 60% Ihres Anteils sind bei dieser Variante tatsächlich steuerpflichtig. Die restlichen 40% werden nicht besteuert.

Voraussetzung für das Teileinkünfteverfahren ist jedoch, dass Sie entweder zu 25% an der GmbH beteiligt sind oder eine Beteiligung von mindestens 1% besitzen und gleichzeitig im Unternehmen tätig sind.

Wichtig: Sie können nicht von Jahr zu Jahr zwischen diesen beiden Varianten wechseln. Beantragen Sie das Teileinkünfteverfahren bleibt es bis auf Widerruf gültig.

Welche dieser 2 Varianten für Sie die beste ist, kann Ihnen wahrscheinlich nur Ihr Steuerberater beantworten.

Diese 3 Fehler werden GmbHs bei der Gewinnausschüttung häufig zum Verhängnis

Fehler 1: Fehlende Gewinnausschüttungsbeschlüsse

Vor allem bei kleineren und mittelgroßen GmbHs werden häufig Gewinne ohne Gewinnausschüttungsbeschluss ausgeschüttet. Achtung: Auch wenn Sie alleine alle Anteile an Ihrer GmbH halten, wird ein solcher Beschluss benötigt.

In solchen Fällen ist dieser Beschluss zwar nur Formsache, wird aber in der Praxis häufig vergessen. Die Folge: Sie machen sich mit einer verdeckten Gewinnausschüttung strafbar und können schlimmstenfalls sogar im Gefängnis landen.

Was eine verdeckte Gewinnausschüttung genau ist und mit welchen 3 Wegen Sie sie vermeiden können, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/verdeckte-gewinnausschuettung-so-machen-sich-gesellschaften-und-gesellschafter-strafbar/

Fehler 2: Falsche Ausschüttungsreihenfolge

Wenn Sie das Teileinkünfteverfahren anwenden, müssen Sie sich an folgenden Grundsatz halten: Eine Ausschüttung der steuerfreien Gewinne, ist erst dann möglich, wenn alle steuerpflichtigen Erträge ausgezahlt wurden.

Halten Sie sich nicht an diese gesetzlich vorgegebene Reihenfolge, müssen Sie wahrscheinlich eine Strafe zahlen.

Fehler 3: Fehlender Ausschüttungsplan

Haben sich über Jahre hinweg hohe Gewinne angesammelt, die noch nicht ausgezahlt wurden, sollten Sie einen Ausschüttungsplan anfertigen.

In diesem Ausschüttungsplan legen Sie fest, über welchen Zeitraum (zum Beispiel 5 oder 10 Jahre) Sie die Gewinne ausschütten, um die Besteuerung möglichst niedrig zu halten.

Schütten Sie die angesammelten Gewinne auf einmal aus, ist Ihre Besteuerung in der Regel höher als mit einer geplanten Ausschüttung über mehrere Jahre.

Ein solcher Ausschüttungsplan macht aber nur Sinn, wenn Sie die Gewinne tatsächlich auszahlen wollen.

Sollen die Gewinne weiter in der GmbH bleiben, benötigen Sie auch keinen Ausschüttungsplan

Fazit: Planung verhindert Strafen und zu hohe Steuern bei der Gewinnausschüttung

Um Ihre Steuerlast so niedrig wie möglich zu halten und Strafen für eine verdeckte Gewinnausschüttung oder ähnliche Vergehen zu vermeiden, muss eine Gewinnausschüttung genau geplant werden.

Besonders bei hohen Gewinnen oder einer komplizierten Eigentümer-Struktur mit mehreren Gesellschaftern lohnt es sich, einen Steuerberater um Rat zu fragen. Denn Ihnen als Unternehmer fehlt wahrscheinlich die benötigte Ausbildung und Erfahrung, um die Gewinnausschüttung rechtlich „sauber“ durchzuführen.

Aber auch für Inhaber von kleinen und mittelgroßen GmbHs ist Hilfe vom Steuerberater der einzig wirklich gangbare Weg.

Ohne Experten-Hilfe begehen Sie nämlich sehr schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung und können im Gefängnis landen.

Sie haben weitere Fragen zur Gewinnausschüttung?

Die Informationen aus diesem Beitrag haben Ihre größten „Fragezeichen“ bei der Gewinnausschüttung beseitigt, Sie hätten aber gerne noch detailliertere Informationen? Konkret möchten Sie wissen, was für Sie persönlich der beste Weg der Gewinnausschüttung ist?

Gerne können Sie mich zu diesen oder anderen Fragen kontaktieren.

Sie können  Sie mich jederzeit via Telefon (+49 040 443311), E-Mail (anfrage@stb-breit.de) oder meinem Kontaktformular in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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