6 häufig ungenutzte Wege, um als Unternehmer Steuern zu sparen

Sie haben es satt, am Ende jedes Geschäftsjahres zu sehen, wie die Steuer Ihr Betriebsvermögen mindert? Sie wollen so viel Steuern wie nur möglich sparen, um mehr von Ihrem Gewinn zu haben?

Für alle Unternehmer, die sich in diesen zwei Fragen wiederfinden, habe ich 6 Wege zum Sparen von Steuern zusammengefasst. Aber Achtung: Manche dieser Möglichkeiten finden nicht ohne Grund selten Gebrauch. Finden Sie in diesem Artikel heraus, welche der 6 Wege für Ihr Unternehmen infrage kommen und wie viel Geld Sie mit diesen sparen können:

1. Weg: Mithilfe des Steuerwahlrechts

Was genau meine ich mit Steuerwahlrecht? Steuerwahlrecht bedeutet, dass Sie als Unternehmer die Wahl haben, bestimmte Steuerbegünstigungen zu beantragen. Dabei hängt es von Unternehmen zu Unternehmen ab, welche Steuerbegünstigungen zur Auswahl stehen. Wissen Sie einmal, welche steuermindernde Möglichkeiten es für Ihr Unternehmen gibt, müssen Sie einen dementsprechenden Antrag dafür stellen. So können Sie unter Umständen von einer dieser beiden Steuerbegünstigungen profitieren:

Bei Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ist im Einkommensteuergesetzes § 7g verankert und besagt, dass Sie als Unternehmer bei zukünftigen Investitionen bis zu 40% der Anschaffungskosten gewinnmindernd abziehen können.

Dank diesen Investitionsabzugsbeträgen können Sie Ihren Gewinn mindern und die Steuerbelastung im Abzugsjahr senken. Der Nachteil dabei: Mit dieser Methode erhöht sich in den Jahren nach den Investitionsabzugsbeträgen Ihre Steuer.

Nur weil diese Möglichkeit für Sie infrage kommt, müssen Sie diese aber nicht zwanghaft nutzen: es ist Ihr Wahlrecht.

Bei Steuerfreistellung für Reinvestitionen bei Immobilien

Bei Veräußerungsgewinnen von betrieblichen Immobilien gibt es keine Steuerfreiheit. Dennoch bietet sich für manche Unternehmer ein Weg, den Verkaufsgewinn ihrer Immobilie (zunächst) steuerfrei zu gestalten: indem Sie sich eine „Ersatzimmobilie“ zulegen.

Schaffen Sie sich eine zweite Immobilie an, können Sie nämlich den Veräußerungsgewinn der ersten betrieblichen Immobilie auf diese neue übertragen. Dadurch bleibt der Gewinn fürs Erste steuerfrei.

Allerdings ist zu bedenken, dass Sie bei Ihrer Ersatzimmobilie durch diese Vorgehensweise steuerlich weniger absetzen können. Denn der Anschaffungspreis abzüglich des Veräußerungsgewinnes führt zu einer Kürzung Ihrer Abschreibung.

Kurzer Exkurs: Was ist eine Abschreibung?

Eine Abschreibung, auch Abschreibung für Abnutzung (kurz: AfA) genannt, ist die steuerliche Begünstigung für die Wertminderung Ihrer Immobilie. Sie ermöglicht Unternehmern, die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten einer betrieblichen Immobilie abzusetzen.

Da diese Abschreibung allerdings durch den Veräußerungsgewinn Ihrer ersten Immobilie verringert wurde, können Sie bei Ihrer Ersatzimmobilie weniger Steuern absetzen.

2. Weg: Durch die Steuervergünstigung bei Vermögensaufbau

Von diesem zweiten Weg der Steuerbegünstigung konnten schon einige meiner Mandanten profitieren. Dabei fördert der deutsche Staat durch Steuervergünstigungen den Aufbau von Vermögen oder Rücklagen.

Als Voraussetzung für diesen steuerlichen Vorteil dürfen Sie als Unternehmer allerdings nicht Ihren kompletten Gewinn für private Zwecke entnehmen. Erfüllen Sie diese Bedingung, so entfällt auf den Teil, welchen Sie aus dem Gewinn abzweigen eine Steuer von max. 28,75%. Andernfalls wird Ihre Gewinnausschüttung mit den üblichen 42% versteuert.

Übrigens: Damit Sie die Steuervergünstigung bei Vermögensaufbau für sich nutzen können, müssen Sie ebenfalls einen Antrag stellen. Eine automatische Begünstigung gibt es nämlich nicht – auch nicht, wenn Sie alle Voraussetzungen erfüllen.

3. Weg: Mithilfe der Steuerfreistellung in der Gewerbesteuer

Ein weiterer Weg, als Unternehmer steuerliche Begünstigungen auszuhandeln, bietet sich bei der Gewerbesteuer. Im Gewerbesteuergesetz §9 Nr. 1 Satz 2 versteckt sich nämlich eine wichtige Vorschrift, welche oft übersehen wird. Diese besagt, dass  unter bestimmten Umständen der steuerpflichtige Ertrag Ihres Unternehmens soweit gekürzt werden kann, dass darauf keine Gewerbesteuer erhoben wird.

Nun fragen Sie sich bestimmt, welche Umstände diese Steuerfreistellung ermöglichen. Ich will es Ihnen sagen: wenn sie nur eigenen Grundbesitz oder (neben diesem) eigenes Kapitalvermögen verwalten und verwenden.

Diese Bedingungen treffen nur auf spezielle Unternehmenstätigkeiten zu, wie zum Beispiel:

  • Immobilienvermietungen
  • Finanzanlagen

Diesen Vorteil kennen die wenigsten Unternehmer, oder wissen nicht, wie sie ihn am besten einsetzen. Dafür gibt es jedoch erfahrene Steuerberater, die Ihnen bei der Nutzung steuerlicher Begünstigungen weiterhelfen.

4. Weg: Durch die Verlosung von Gewinnen

Wussten Sie, dass Sie durch die Verlosung von Gewinnen von gewinnmindernden Betriebsausgaben profitieren? Für den Beschenkten ist dieser Gewinn sogar steuerfrei!

Und so geht es: Sie als Unternehmer kaufen Lose und vergeben für den 1., 2. und 3. Platz Preise Ihrer Wahl. Diese Preise werden dann unter Ihren Kunden verlost.

Der einzige Haken bei der Sache: Die Verlosung löst bei Ihnen als Schenkendem die Umsatzsteuer (in der Höhe der Vorsteuer) aus. Außerdem kann Ihr Kunde keine Vorsteuer für den Gewinn geltend machen, da es für eine Verlosung in der Regel keine ordnungsgemäße Rechnung gibt.

Außerdem darf der Beschenkte weder direkt noch indirekt etwas für diesen Gewinn geleistet haben. Nur so können Sie an ihn den gewonnenen Preis verlosen.

Dank dieser Vorgehensweise kommen Ihnen als Unternehmer gewinnmindernde Betriebsausgaben zugute, während Ihre Kunden eine positive Überraschung erleben. So trägt die Verlosung von Gewinnen auch zu einem engeren Verhältnis mit Ihren Kunden bei.

5. Weg: Mithilfe der Entgeltumwandlung für Mitarbeiter

Von der Entgeltumwandlung profitieren vor allem Arbeitnehmer. Dank dieser Umwandlung bekommen Ihre Mitarbeiter mehr Netto-Gehalt am Ende des Monats, ohne dass Sie dafür etwas tun müssen. Wie das geht fragen Sie sich? Ganz einfach:

Gemeinsam mit Experten, wie zum Beispiel denen der Deutsche Gesellschaft für Entgeltoptimierung (kurz: DGEO), legen Sie fest, welche steuerbegünstigte „Entgeltbausteine“ in Ihrer Firma verwendet werden sollen. Dabei kann es sich beispielsweise um Tankgutscheine, Einkaufsgutscheine oder Erstattungen von Handykosten handeln.

In einem weiteren Schritt wird dann das Brutto-Entgelt Ihrer Mitarbeiter gesenkt. Diese Senkung wird mit den zuvor vereinbarten Entgeltbausteinen ausgeglichen. Da diese steuerbegünstigt sind, sinken auch die Abgaben dementsprechend.

Dadurch bleibt am Ende mehr Netto-Gehalt für Ihre Angestellten übrig. Dasselbe Prinzip kann natürlich auch bei Gehaltserhöhungen angewendet werden.

6. Weg: Mit Geschenken an Geschäftspartner

Ich weiß, steuermindernde Geschenke an Geschäftspartner klingen für Unternehmer verlockend. Leider muss ich Sie in diesem letzten Punkt aber enttäuschen: Bei Geschenken an Geschäftspartner ist es meist nutzlos, eine Steuerminderung hervorzurufen. Nur Geschenke bis zu 35€ (netto) zählen nämlich als Betriebsausgaben.

Es handelt sich daher nur um Kleinigkeiten, die (selbst addiert) keine sonderliche Entlastung bei der Besteuerung Ihre Firma bewirken.

Aus diesem Grund werden solche steuermindernden Geschenke oft überbewertet und bringen Ihnen nicht die erhoffte Ersparnis.

Sollten Sie dennoch Ihre Steuern durch Geschenke mindern wollen, brauchen Sie eine Liste aller Namen der Beschenkten. Außerdem müssen Sie festhalten, was genau (inkl. Wert) verschenkt wurde.

Das brauchen Sie bei den 6 Wegen der Steuerminderung: eine gute Strategie

Viele Unternehmer denken, dass die Ursache für eine Steuerersparnis stets eine (isolierte) Sache ist. Dabei steckt hinter einer wahren Steuererleichterung eine ausgeklügelte Strategie. Bei dieser kommt es meist auf 2 Dinge an:

  1. wo Sie sich wirtschaftlich befinden
  2. welche Rechtsform Sie gewählt haben

Abhängig von diesen zwei Faktoren ist die Gestaltung Ihrer eigenen Steuerstrategie. Mit den richtigen Zielen, dem passenden Konzept und der optimalen Vorgehensweise, können Sie als Unternehmer Ihre Gesamtsteuerbelastung um bis zu 40% reduzieren.

Für diese beträchtliche Ersparnis brauchen Sie jedoch die Hilfe eines Profis. Wenden Sie sich daher am besten an den Steuerberater Ihres Vertrauens, welcher dann die profitabelste Gestaltungsmöglichkeit für Ihr Unternehmen findet. Nur erfahrene Berater finden nämlich das richtige Sparmodell für Sie und können dieses laufend an neue Rechtssprechungen und -entwicklungen anpassen.

Ein extremes Beispiel dafür, was die richtige Steuerstrategie alles ermöglichen kann, kenne ich aus meiner eigenen Steuerberatungskanzlei in Hamburg: Einer meiner Mandanten spart dank dem passenden Modell jährlich rund 80.000€ an Steuern. Diese Ersparnis, gemeinsam mit den nicht entnommenen Gewinnen seiner Firma, nutzt er, um neues Vermögen anzusammeln. Dadurch müsste er im Grunde genommen nicht einmal mehr Geld verdienen gehen.

Fazit: Ohne Strategie keine langfristige Steuerersparnis

All die genannten Wege der Steuerminderung klingen verlockend, doch es gibt einen Grund, warum diese so selten genutzt werden: Damit Sie wirklich das Meiste aus ihnen herausholen können, brauchen Sie eine ausgeklügelte Strategie. Und diese kann Ihnen nur ein erfahrener Steuerberater ausarbeiten.

Natürlich können Sie auch selbst auf das Beschenken von Geschäftspartnern zurückgreifen oder Ihre Gewinne verlosen, aber ohne einen genauen Plan erzielen Sie dabei keine wesentliche Steuerminderung.

Aus diesem Grund rate ich Ihnen, sich mit Experten zusammenzuschließen, um von einer spürbaren Steuerentlastung zu profitieren. Sollten Sie noch keinen eigenen Steuerberater haben, stehe ich Ihnen gerne für eine persönliche Beratung zur Verfügung. Kontaktieren Sie mich einfach via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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