GmbH-Anteile aufteilen Symbolbild

So teilen Sie Ihre GmbH gerecht und steuerschonend unter Ihren Kindern auf

Sie sind Unternehmer und möchten Ihren Betrieb an Ihre Kinder vererben? Sie wissen aber nicht genau, wie Sie Ihre GmbH gerecht und steuerschonend unter Ihren Nachkommen aufteilen?

Mit dieser Situation sind Sie nicht alleine. Jedes Jahr finden sich tausende deutsche Unternehmer in dieser Situation wieder. Deshalb erkläre ich Ihnen in diesem Beitrag, worauf Sie bei der Aufteilung Ihres Unternehmens achten müssen und wie Sie dabei am steuerschonendsten vorgehen.

Vorab lassen sich 2 grundsätzliche Punkte bei der Unternehmensaufteilung festhalten:

  1. Je früher Sie sich über die Aufteilung Ihrer GmbH unter Ihren Kindern Gedanken machen, desto besser.
  2. Rein steuerlich gesehen ist die Aufteilung einer GmbH auf Ihre Kinder immer ratsam, da jedes Kind über einen eigenen steuerlichen Freibetrag verfügt. Dieser Freibetrag kann bei Erbschaften und Schenkungen geltend gemacht werden.

Erbschaft oder Schenkung: Wie regle ich die Nachfolge steuerlich am besten?

Der bereits oben erwähnte steuerliche Freibetrag bei Erbschaften und Schenkungen beträgt 400.000 Euro pro Kind. Wenn Sie Ihre GmbH also auf 3 Kinder aufteilen, verfügen diese zusammengenommen über einen Freibetrag von 1.200.000 Euro.

Bei Schenkungen kann dieser Freibetrag mehrmals geltend gemacht werden.  Nach dem Ablauf einer Frist von 10 Jahren haben Ihre Kinder wieder einen Freibetrag von 400.000 Euro zur Verfügung. Durch eine schrittweise Schenkung der Unternehmensanteile über mehrere Jahrzehnte können Ihre Kinder also mehrmals von ihren Freibeträgen profitieren.

Diese mehrfache Geltendmachung des Freibetrags ist bei einer Erbschaft nicht möglich. Ihre Kinder profitieren nur einmal von ihrem Freibetrag.

Ob Sie die Unternehmensaufteilung mittels Erbschaft oder Schenkung durchführen sollten, hängt deshalb vom Wert Ihres Unternehmens ab. Ist Ihr Unternehmen mehrere Millionen Euro wert, sparen Sie mit einer schrittweisen Schenkung über mehrere Jahrzehnte tausende Euro an Steuern.

Ist der Wert Ihres Unternehmens jedoch unter dem zusammengerechneten Freibetrag Ihrer Kinder, gibt es keinen steuerlichen Unterschied zwischen einer Erbschaft und einer Schenkung.

Mehr Tipps zum Sparen bei der Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen.

Wo muss die Aufteilung der GmbH-Anteile festgeschrieben werden?

Soll die Aufteilung nicht nach der gesetzlichen Erbfolge erfolgen, müssen Sie das in Ihrem Testament festschreiben. Wenn Sie Ihr Unternehmen nach der gesetzlichen Erbfolge aufteilen möchten, muss das nicht ins Testament geschrieben werden. Wie die gesetzliche Erbfolge bei der Aufteilung von Unternehmensanteilen im Detail aussieht, erfahren Sie in diesem ausführlichen Blogbeitrag (hier klicken).

Zusätzlich muss die Nachfolge auch im Gesellschaftsvertrag Ihrer GmbH verankert werden. Hier gibt es 2 Möglichkeiten bei reinen GmbHs:

  1. Abtretungsverfügung: Bei einer Abtretungsverfügung erhalten namentlich genannte Personen (in diesem Fall also Ihre Kinder) Anteile an der Gesellschaft. Erben, die in der Abtretungsverfügung nicht genannt werden, erhalten nur eine Kapitalabfindung und keine Anteile an der Gesellschaft.
  2. Einziehungsverfügung: Bei der Einziehungsverfügung gibt es nur die bereits oben erwähnte Kapitalabfindung. Die Erben bekommen keine Anteile an der Gesellschaft.

Da Sie Ihr Unternehmen unter Ihren Kindern aufteilen möchten, wird für Sie hier nur die Abtretungsverfügung in Frage kommen.

Wie sieht die Lage bei Gesellschafts-Mischformen aus?

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Was ist dann eine GmbH & Co. KG?

Nach deutschem Recht gilt die GmbH & Co. KG als Personengesellschaft. Grundsätzlich sind die Schritte der Nachfolgeregelung die gleichen, wie bei der Kapitalgesellschaft.

Regeln Sie aber nichts im Gesellschaftsvertrag, sind die Rechtsfolgen bei Personengesellschaften anders, als bei Kapitalgesellschaften.

Hier liegt auch schon der Hund begraben: Wenn aus einer Personengesellschaft einer der Geschäftspartner ausscheidet (in unserem Fall durch Tod), regelt die so genannte Anwachsung die Verteilung der übrigen Geschäftsanteile. Scheiden Sie also aus der Personengesellschaft aus, werden Ihre Anteile, wegen der Anwachsung, unter den übrigen Gesellschaftern aufgeteilt. Es heißt Anwachsung, weil die Vermögenswerte der anderen Gesellschafter in Höhe des scheidenden Gesellschafters mehr werden, sie wachsen.

Wenn Sie nun Teilhaber einer GmbH & Co. KG sind und Ihre Anteile vererben, bedeutet das:

  1. Ihre GmbH-Anteile, die der GmbH & Co. KG gehören, fallen wegen der Anwachsung in die Hände der verbleibenden Gesellschafter.
  2. Ihre GmbH-Anteile, die den Kommanditisten gehören, gehen an Ihre gesetzlichen Erben.
  3. Ihre KG-Anteile, gehen an die verbleibenden Gesellschafter wegen der Anwachsung.

Ihre Erben haben wegen der Anwachsung keinen Anspruch auf Geschäftsanteile.

Aber keine Sorge, Ihre Erben gehen nicht völlig leer aus:

Sie können zwar keine Mitgesellschafter werden, haben aber Anspruch auf eine Kapitalabfindung. Sie scheiden aus der Gesellschaft aus.

Das Schlechte an diesem Szenario für Ihre Erben: Diese Kapitalabfindung wird einkommensteuerrechtlich besteuert und es ist schwer einen richtigen Unternehmenswert und somit einen richtigen Anspruch auf Kapitalabfindung zu finden.

Was passiert, wenn ein Kind die Erbschaft nicht antreten will?

Falls eines Ihrer Kinder den festgelegten Unternehmensanteil doch nicht erben will, muss das betroffene Kind das gesamte Erbe ausschließen. Eine teilweise Ausschließung der Gesellschaftsanteile ist nicht möglich. Das heißt, dass dann der nächste Pflichtteilsberechtige nachrückt und das gesamte ausgeschlossene Erbe Ihres Kindes erhält.

Fazit: Unternehmensaufteilung früh regeln und Steuern sparen

Eine gerechte und von allen Familienmitgliedern akzeptierte Unternehmensaufteilung ist nur mit einer rechtzeitigen Nachfolgeplanung möglich. Außerdem können Sie durch die baldige Planung zusätzlich noch erhebliche Steuerersparnisse genießen.

Deshalb sollten Sie mit der Unternehmensnachfolge-Planung im besten Fall schon mehrere Jahrzehnte vor der geplanten Unternehmensaufteilung beginnen.

Bei Fragen zur gesetzeskonformen und steuerschonenden Unternehmensaufteilung stehe ich Ihnen gerne als Ansprechpartner zur Verfügung. Das Erstgespräch am Telefon führe ich ganz unverbindlich. Schließlich wollen Sie sichergehen, dass ich auch der richtige Steuerberater für Sie bin.

In diesem Sinne, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) in meiner Steuerberatungskanzlei in Hamburg kontaktieren.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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