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Vom Einzelunternehmen zur GmbH: Wie Sie den Rechtsformwechsel richtig planen

Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (kurz: GmbH) ist nach dem Einzelunternehmen die beliebteste Rechtsform in Deutschland. Beschäftigen Sie sich gerade mit dem Gedanken, Ihr Einzelunternehmen in eine GmbH zu wandeln? Dann sollten Sie nicht nur die Vor- und Nachteile einer GmbH kennen, sondern auch wissen, wie Sie den Rechtsformwechsel richtig planen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt? Welche 4 Punkte müssen Sie bei der Planung der Umwandlung beachten? Was gibt es für Vor- und Nachteile? Diese Fragen beantworte ich Ihnen in diesem Beitrag.

#1: Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Umwandlung?

Den richtigen Zeitpunkt per se gibt es nicht. Dieser hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Zukunftsvision: Je nach dem, was Sie sich zukünftig für Ihr Unternehmen vorstellen, kann eine Umwandlung in eine GmbH Sinn machen.
  • Unternehmenswert 25.000 Euro: Sachlich gesehen, muss sich der Wert des Unternehmens auf mindestens 25.000 Euro belaufen.
  • Florierendes Unternehmen: Praktisch gesehen, muss das Unternehmen gut laufen. Das heißt: Die Einnahmen müssen höher sein als die zu bezahlenden Gehälter an die Mitarbeiter.

#2: Welche 4 Punkte müssen Sie davor beachten?

Für die Umwandlung vom Einzelunternehmen zur GmbH bedarf es einer guten Planung, die sich zumindest an den folgenden 4 Punkten orientieren sollte:

  1. Was bringt die Umwandlung für Sie wirklich? Betrachten Sie Ihre Situation genau und überlegen Sie sich, welche Vor- und Nachteile Ihnen die Umwandlung bringt. Diese erläutere ich noch genau in meinem Beitrag weiter unten.
  2. Sonderbilanzen: Sonderbilanzen sind in diesem Zusammenhang sogenannte außerordentliche Bilanzen. Diese werden im Gegensatz zur ordentlichen Bilanz nicht regelmäßig, sondern nur in bestimmten Fällen gestellt. Die Umwandlung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist ein solcher Fall.Beachten Sie bitte, dass Sie bei der Umwandlung in eine GmbH mindestens 1-2 Sonderbilanzen erstellen müssen!
  3. Verzögerte Haftungsbeschränkung: Sie haften für weitere 5 Jahre privat für die GmbH. Erst ab dem 6. Jahr tritt die Haftungsbeschränkung in Kraft.
  4. Höhere Kosten: Es müssen Notar und Amtsgericht bezahlt werden. Zusätzlich müssen Sie mit zusätzlichen Kosten für Steuerberater und/oder Rechtsanwalt rechnen, falls Sie rechtlichen Rat für die Verträge einholen möchten.

#3: Einzelunternehmen in GmbH: 7 Vor- und 3 Nachteile

Vorteile

  • Kein Bargeld nötig: Eine GmbH können Sie auch bargeldlos gründen, indem Sie Sacheinlagen verwenden. Das heißt: Das Kapital mit dem Sie als Gründer für den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens haften, setzt sich dabei aus werthaltigen Sachen (Auto, Maschinen, Grundstücke, Beteiligungen, usw.) zusammen. Das nennt sich dann Sachgründung.

Worauf Sie bei einer Sachgründung noch alles achten müssen, habe ich für Sie in diesem Beitrag detailliert zusammengefasst: https://www.steuerberatung-breit.de/wissen-fuer-unternehmer-was-ist-eine-sachgruendung-gefahr-oder-chance/

  • Haftungsbeschränkung: Sie haften nur mit Ihrem Gesellschafts- und nicht mit Ihrem Privatvermögen.
  • Mögliche Steuereinsparung: In bestimmten Einnahme- und Ausgabesituationen, kann eine GmbH steuerliche Vorteile bringen.
  • Steuerminderndes Inhabergehalt: Das Gehalt, das Sie an den Inhaber der GmbH auszahlen, kann als Betriebsausgabe abgesetzt werden. Die Versteuerung des Gehalts erfolgt über die Einkommensteuererklärung.
  • Bessere Erbe- und Nachfolgeplanung: Mit der GmbH lassen sich das Erbe und die Nachfolge besser planen.
  • Betriebliche Altersvorsorge: Mit einer GmbH stehen Ihnen 5 Wege der betrieblichen Altersvorsorge (inklusive Vorteile für die Absicherung der Familie) offen.
  • Besseres Image und höhere Bonität: Die GmbH genießt im Geschäftsverkehr großes Ansehen. Das hohe Stammkapital (=25.000 Euro) lässt eine hohe Bonität vermuten.

Nachteile

  • Umwandlungskosten: Sie brauchen ein Mindestkapital von 25.000 Euro, das mindestens zur Hälfte eingezahlt werden muss.
  • Erhöhter Formalismus: Bei Gründung einer GmbH müssen Sie mit deutlich umfangreicheren Formalitäten rechnen. Das heißt: Jeder Vorgang verlangt Gesellschaftsbeschlüsse, einen Gesellschaftsvertrag, etc.
  • Hoher administrativer Aufwand und strenge Regeln: Die Umwandlung erfordert strenge Regeln, was Buchführung (doppelte Buchführung), Bilanzlegung und Veröffentlichung anbelangt.

Fazit: GmbH-Umwandlung nur mit steuerlichen & verwaltungstechnischen Vorteilen

Wie Sie sehen, bedarf die Umwandlung einer GmbH einer genauen Planung. Dabei müssen Sie vor der Umwandlung Vor- und Nachteile, die eine GmbH mit sich bringt, genauestens abwägen. Sie sollten sich überlegen, inwieweit eine Gründung oder Umwandlung für Sie steuerlich und verwaltungstechnisch Sinn macht.

Die wichtigsten Aspekte habe ich für Sie in diesem Beitrag zusammengefasst. Ich hoffe, Ihnen damit einen ersten Überblick geben zu können, der Ihnen die Entscheidung erleichtert.

Sollten Sie weiterführende Fragen zur Unternehmensumwandlung haben, stehe ich Ihnen gerne beratend zur Seite.

Klicken Sie bei Interesse einfach auf den beigen Button unter diesen Zeilen oder auf den folgenden Link: https://www.steuerberatung-breit.de/unternehmensumwandlung/

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

Ja, ich möchte mehr über die Unternehmensumwandlung erfahren!

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