Erzbergsche Steuerreform

Wussten Sie, dass der März geschichtlich der Monat der Steuern sein sollte?

Sie haben den Monat März als Unternehmer immer als ganz normalen Monat wahrgenommen? In Sachen Steuern hat der Monat März aber eine geschichtliche Sonderstellung. Man könnte fast sagen: Das deutsche Steuergesetz, so wie wir es heute kennen, geht auf einen März zurück…

Wie alles begann…

Bis zum Ende des ersten Weltkriegs war jede Gemeinde und jede Stadt im Deutschen Reich selbst für die Erhebung von Steuern zuständig. Dieses föderalistische Prinzip war sogar ein Eckpfeiler des deutschen Kaisserreichs.

Mit der Ausgangslage nach dem Krieg wurde eine Zentralisierung der Finanzverwaltung notwendig. Diese wurde dann in den Anfangsjahren der Weimarer Republik umgesetzt – konkret 1919 und 1920.

Umsetzung der Reform ohne Reformator

Der damalige Reichsfinanzminister Matthias Erzberger war namensgebend für die bis heute umfangreichste Reform der deutschen Steuer- und Finanzgeschichte – der Erzbergschen Reform. Vieles aus dem heutigen Steuersystem und -recht geht auch noch immer auf diese damalige Reform zurück.

Als die Gesetze zur Reichsfinanzverwaltung im September 1919 in Kraft traten, war Matthias Erzberg noch treibende Kraft und in Amt und würden. Diese Gesetze legitimierten seine große Steuerreform. Als gegen Ende März 1920 mit dem Landessteuergesetz aber die Länder und Gemeinden Ihre Steuerhoheit verloren, war der Reichsfinanzminister und „Reformator der Steuergesetzgebung“ gar nicht mehr im Amt.

Zu groß war der Widerstand, der Erzberg knapp 2 Wochen davor ausscheiden ließ. Die durch ihn angestoßene Gesetzesänderung blieb jedoch erhalten. So wurde der März 1920 ein bisschen zur Geburtsstunde der heutigen deutschen Steuerwelt.

Wie sehen moderne steuerliche Anforderungen aus?

In den letzten 100 Jahren hat sich natürlich vieles in Sachen Steuern verändert. Heute gehen die Herausforderungen nicht mehr dahin, überhaupt ein Steuersystem zu etablieren, sondern es geht um Themen wie Digitalisierung, Sicherheit bei Unternehmensumwandlungen, Rechtssicherheit durch digitale Tax CMS und Sicherheit bei Unternehmensnachfolgen mit all den strategischen unternehmerischen Überlegungen.

Die Forderungen an den Staat kommen heute nicht mehr durch geopolitische Veränderungen, sondern durch technologische Innovationen. Für uns Unternehmer bedeuten sie Chancen, der Staat ist gefordert uns eine moderne Steuerarbeit zu ermöglichen, um national und international wettbewerbsfähig zu bleiben. Dabei ist schon vieles möglich und wir können schon viel in diese Richtung planen und die Schienen in die richtige Richtung legen.

Zu dem Thema, wie Sie Ihr Steuermanagement modernisieren können und sich dabei Geld und Ressourcen sparen, möchte ich Ihnen ein paar weiterführende Blogbeiträge empfehlen:

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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