Steuergestaltung-GmbH

Die 4 besten Steuergestaltungs-Möglichkeiten für kleine GmbHs [einfach erklärt]

Sie sind Inhaber einer kleineren GmbH mit 10 oder 20 Mitarbeitern und fragen sich, ob es auch für Sie Möglichkeiten gibt, Ihre Steuerlast zu reduzieren? Vielleicht haben Sie sogar schon von einigen Möglichkeiten gehört, glauben aber, dass nur große Unternehmen mit Millionen-Gewinnen wirklich davon profitieren?

Diese Situation kenne ich nur zu gut. Als Steuerberater in Hamburg werde ich öfter von meinen Mandanten gefragt, welche Möglichkeiten zur Steuergestaltung für sie Sinn machen.

Hier gibt es offensichtlich große Unsicherheiten und viele Inhaber kleinerer GmbHs glauben, dass mögliche Ersparnisse sowieso von Beratungskosten „aufgefressen“ werden.

Das ist aber nicht so. In diesem Beitrag zeige ich Ihnen 4 Gestaltungs-Maßnahmen, die perfekt für kleinere GmbHs geeignet sind.

Richtig angewendet können Sie so Tausende Euro an Steuern sparen.

Wie Sie hier im Detail vorgehen müssen, wie Steuern bei einer GmbH überhaupt berechnet werden und wo genau Steuergestaltungs-Maßnahmen eigentlich ansetzen, erkläre ich Ihnen leicht verständlich in diesem Artikel.

Wie wird die Steuerlast bei GmbHs berechnet?

Bei GmbHs wird zur Steuerberechnung immer der Gewinn eines Geschäftsjahres als Grundlage herangezogen. Dieser Gewinn errechnet sich aus der Differenz Ihrer Einnahmen und Ausgaben.

Vom Gewinn werden dann immer 15 % Körperschaftssteuer und zirka 15 % Gewerbesteuer abgezogen. Zirka 15 % deshalb, weil die Gewerbesteuer in Deutschland nicht einheitlich, sondern von Bundesland zu Bundesland verschieden ist.

Wird der Gewinn an die Gesellschafter der GmbH ausbezahlt, werden zusätzlich noch 25 % Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer fällig.

Insgesamt kommen Sie bei ausgeschütteten Gewinnen auf eine Besteuerung von etwa 49 %.

Wie die einzelnen Steuern bei einer GmbH im Detail berechnet werden und welche Rolle das Geschäftsführergehalt bei der Besteuerung spielt, habe ich Ihnen in einem eigenen Artikel zusammengefasst.

In diesem Beitrag rechne ich ein praktisches Beispiel Schritt-für-Schritt und leicht verständlich für Sie durch: https://www.steuerberatung-breit.de/realitaetscheck-wieviel-steuern-zahlen-sie-bei-einer-gmbh-wirklich/

Wie kann man mit Gestaltungsmaßnahmen die Steuerlast reduzieren?

Je höher Ihr Gewinn ausfällt, desto höher ist auch Ihre Steuerlast.

Genau hier setzt man mit Gestaltungsmaßnahmen an: Diese Methoden haben das Ziel, Ihren zu versteuernden Gewinn so klein wie möglich zu halten.

Bewährte Strategien sind beispielsweise das Ausnutzen von Sonderregelungen wie etwa dem Investitionsabzugsbetrag (dazu weiter unten mehr) oder dem geschickten „Verschieben“ von Ausgaben.

Durch buchhalterische Maßnahmen kann man etwa einen Großteil der Ausgaben für die Aufbewahrung von Geschäftsdokumenten in nur einem Geschäftsjahr gewinnmindernd geltend machen. Eine detaillierte Erklärung hierzu finden Sie ebenfalls im nächsten Abschnitt.

Diese 4 Möglichkeiten der Steuergestaltung sind besonders für kleinere GmbHs geeignet

1. Nutzen Sie den Investitionsabzugsbetrag

Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht Ihnen bis zu 40 % der Kosten für geplante Anschaffungen bereits 3 Jahre vor dem Kauf steuerlich geltend zu machen. Das heißt: Planen Sie, in 3 Jahren einen Firmen PKW zu kaufen, dürfen Sie 40 % des vorraussichtlichen Kaufpreises bereits jetzt gewinnmindernd einsetzen.

Was noch dazukommt: Am Ende der 3 Jahre können Sie weitere 20 % des Kaufpreises sofort von Ihrem Gewinn abziehen.

Mit dem Investitionsabzugsbetrag können Sie also 60 % der Anschaffungskosten sofort steuerlich geltend machen, obwohl diese Kosten noch gar nicht entstanden sind.

Aber Achtung: Damit Sie den Investitionsabzugsbetrag auch tatsächlich nutzen dürfen, muss Ihre GmbH 2 Voraussetzungen erfüllen:

  1. Ihre Eigenkapital darf nicht größer als 235.000 Euro sein
  2. Ihr Gewinn darf 100.000 Euro nicht übersteigen

Zusätzlich müssen Sie den geplanten Gegenstand dann auch tatsächlich kaufen. Bloßes planen und abziehen der vorraussichtlichen Ausgaben ohne einen Kauf ist nicht möglich.

Mehr Informationen zum Investitionsabzugsbetrag und ein detailliertes Erklär-Video, finden Sie in diesem Beitrag: https://www.steuerberatung-breit.de/steuerfoerderungen-teil-1-was-ist-eigentlich-der-investitionsabzugsbetrag/

2. Bilden Sie eine Rückstellung für die Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen

Laut EStG §6 dürfen für Kosten, die bei der Aufbewahrung von Geschäftsunterlagen entstehen, Rückstellungen gebildet werden.

Unter diese abzugsfähigen Kosten fallen beispielsweise Ausgaben für das Einscannen der Dokumente, anteilige Mietkosten für den Raum und auch Kosten für einen eventuell benötigten Server.

Wichtig: Diese Rückstellung wird in der Regel gleich für mehrere Jahre gebildet. Sie gibt Ihnen also die Möglichkeit, zukünftige Ausgaben bereits jetzt gewinnmindernd geltend zu machen.

Eine solche Rückstellung ist also hervorragend dazu geeignet, um Aufwände von einer Periode in die nächste zu „schieben“.

3. Schreiben Sie „Ladenhüter“ ab

Verkaufen Sie Saisonware und der Wert Ihrer Produkte reduziert sich nach einiger Zeit wesentlich, können Sie diesen Wertverlust steuerlich geltend machen. Dazu müssen Sie aber nachweisen können, dass der Wert Ihrer Waren tatsächlich dauerhaft gesunken ist.

Ist diese Voraussetzung erfüllt, können Sie steuerlich einen niedrigeren Warenwert ansetzen und den Verlust abschreiben.

Dadurch reduzieren Sie Ihren Gewinn und Sie sparen Steuern.

4. Wandeln Sie Ihre „normale“ GmbH in eine atypisch stille GmbH um

Bis zu einem Gewinn von 260.533 Euro zahlen Sie bei einer atypisch stillen GmbH nur 42 % Steuern auf Ihre Gewinne. Im Vergleich zu den 49 % bei einer „normalen“ GmbH sparen Sie so also 7 % an Steuern.

Aber: Eine atypisch stille Gesellschaft lohnt sich nur, wenn Sie auch den richtigen stillen Gesellschafter an Bord holen. „Atypisch“ bedeutet in diesem Fall nämlich, dass der stille Teilhaber am Wachstum des Firmenwerts profitiert und Mitunternehmerrechte erhält.

Die Unternehmensumwandlung sollte also gut überlegt sein. Zerstreiten Sie sich nämlich mit Ihrem stillen Teilhaber, kann er sich auf unerwünschte Weise in Ihre Unternehmensführung einmischen. In diesem Fall macht dieser Nachteil wahrscheinlich Ihre Steuervorteile zunichte.

Detaillierte Informationen zur atypisch stillen GmbH und worauf Sie hier keinesfalls vergessen dürfen, habe ich Ihnen in einem eigenen Blogbeitrag zusammengefasst.

Klicken Sie auf den folgenden Link, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/gmbh-atypisch-still-mehr-liquiditaet-weniger-steuern/

Von diesen Mitteln zur Steuergestaltung rate ich Ihnen ab

Privates Auto als Betriebs-PKW nutzen: Nutzen Sie Ihr Privatauto auch für Fahrten im Rahmen Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer Ihrer GmbH, können Sie alle für diese Fahrten anfallenden Kosten gewinnmindernd geltend machen.

Dazu müssen Sie allerdings ein Fahrtenbuch führen und alle Fahrten genau dokumentieren.

Das Problem dabei: Das Fahrtenbuch wird fast immer vom Finanzamt beanstandet. Sie werden sich immer rechtfertigen müssen, welche Fahrt tatsächlich betrieblich war und wo Sie geschummelt haben könnten. Im schlimmsten Fall kann das Fahrtenbuch vom Finanzamt sogar abgelehnt werden und Sie verlieren all Ihre Steuervorteile.

Dann sind Sie gezwungen jeden Monat 1% des ursprünglichen Neupreises des PKWs als Einnahme anzusetzen und so Ihren steuerpflichtigen Gewinn zu erhöhen.

Vermietung des eigenen Arbeitszimmers an die GmbH: Hier würden Sie ein Zimmer Ihres privaten Hauses oder Ihrer Wohnung als Büro an Ihre GmbH vermieten. Ihr Unternehmen bezahlt dann an Sie Miete für diesen Raum und das senkt den zu versteuernden Gewinn Ihres Unternehmens.

Das Problem dabei: Damit wird Ihre private Immobilie für den an die GmbH vermieteten Teil steuerverhaftet. Verkaufen Sie Ihre Wohung oder Ihr Haus, muss dieser Anteil am Erlös versteuert werden. Im Endeffekt läuft dieses Vorgehen somit oft auf ein Null-Summen-Spiel hinaus und Sie sparen nicht wirklich.

Fazit: Auch bei niedrigen Gewinnen können Sie als GmbH-Inhaber steuerlich gestalten

Das nur große Unternehmen von Maßnahmen zur Steuergestaltung profitieren, ist ein Mythos. In diesem Artikel habe ich Ihnen 4 einfach umzusetzende Maßnahmen, mit deren Hilfe auch Sie als Inhaber einer kleineren GmbH nachhaltig Steuern sparen. Sie können:

  • Den Investitionsabzugsbetrag nutzen und so geplante Ausgaben bereits jetzt steuerlich geltend machen
  • Rückstellungen für zukünftige Kosten (Mietkosten, Heizkosten, Serverkosten, etc.) der Unterlagen-Aufbewahrung bilden
  • Ladenhüter, die nach der Saison dauerhafte Wertverluste verzeichnen, abschreiben
  • Ihre „normale“ GmbH in eine atypisch stille GmbH umwandeln und so Ihren Steuersatz von 49 % auf 42 % reduzieren

Eines ist jedoch klar: Viele aufwendigere Gestaltungsmöglichkeiten, wie beispielsweise ausländische Holdinggesellschaften oder eine Aufteilung der verschiedenen Unternehmensbereiche auf unterschiedliche Rechtsformen, zahlen sich erst bei Gewinnen im Millionenbereich aus. Sind Ihre Gewinne im fünf- oder sechsstelligen Bereich sind die Tipps aus diesem Artikel besser für Sie geeignet.

Welche dieser Methoden konkret für Sie die richtige ist, kann aber immer nur ein Steuerberater nach einer Analyse Ihres Unternehmens beurteilen. Dieser Artikel soll Ihnen lediglich als Hilfestellung dienen.

Sollten Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu den 4 vorgestellten Methoden haben oder Hilfe bei der Umsetzung benötigen, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Für ein persönliches Gespräch können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 33 11), E-Mail (anfrage@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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