Neustart nach der Insolvenz

Nach der GmbH ist vor der GmbH? – Ihre Möglichkeiten nach einer Insolvenz

Wenn Sie als Geschäftsführer ein Unternehmen in den Konkurs führen, bedeutet dies nicht automatisch auch ein Ende Ihrer Geschäftsführer-Karriere. Selbst nach der Insolvenz ist die Gründung einer neuen Firma möglich.

Unter welchen Umständen Sie eine neue GmbH gründen können und was dabei zu beachten ist, will ich Ihnen daher im folgenden Beitrag näherbringen.

Wann dürfen Sie als gescheiterter Geschäftsführer eine neue GmbH gründen?

Prinzipiell ist für Sie als Geschäftsführer eine Neugründung auch noch nach der Insolvenz möglich. Allerdings ist dies unter anderem davon abhängig, wie Ihre alte GmbH geführt wurde.

Sollten Sie sich nämlich in Ihrem ehemaligen Unternehmen strafbar gemacht haben, ist es Ihnen als Geschäftsführer nicht mehr erlaubt, eine neue Firma zu gründen. Handeln Sie also entgegen dem Gesetz, dürfen Sie nie wieder die Position eines Geschäftsführers oder Gesellschafters einnehmen.

Achtung: Nicht immer begeht man als Geschäftsführer eine Straftat mit Absicht. Wie ich durch meine langjährige Arbeit als Steuerberater weiß, entstehen viele Straftaten ohne die Kenntnis des Geschäftsführers.

Wie es zu solchen Fällen kommen kann und wie Sie sich als Geschäftsführer am besten davor schützen, können Sie in diesen Beiträgen nachlesen:

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 1): Insolvenzverschleppung

Gefahren eines GmbH-Geschäftsführers (Teil 3): Steuerverkürzung

Trifft dies nicht auf Sie zu, steht einer neuen GmbH-Gründung an sich nichts im Wege.

Entwarnung für Gesellschafter: Strafbar machen sich regelmäßig die Geschäftsführer, nicht die Gesellschafter. Ganz gleich also ob Sie ein stiller oder ein Minderheits-Gesellschafter sind, der Punkt der Strafbarkeit betrifft in der Regel den Geschäftsführer und nicht Sie.

Was könnte die Gründung Ihrer neuen GmbH verhindern?

Auch die Art der vorherigen Insolvenz ist auschlaggebend, ob Sie eine neue Firma gründen dürfen oder nicht. Sollten Sie privat insolvent (gewesen) sein, dann ist es Ihnen verboten, für einen längeren Zeitraum hinweg privates Vermögen zu besitzen. Dies schließt auch eine GmbH mit ein. Daher können Sie im Falle einer Privatinsolvenz kein neues Unternehmen gründen.

Sie dürfen nicht einmal „richtig“ investieren: Rein theoretisch dürfen Sie GmbH-Anteile eines neuen Unternehmens kaufen, allerdings bedeutet dies, dass Ihre Anteile an der Firma (da diese zu Ihrem Vermögen zählen) der Insolvenzmasse unterworfen sind. Das heißt: Ihre neu erworbenen GmbH-Anteile werden dafür genutzt, noch ausstehende Schulden zu begleichen.

Worauf müssen Sie bei Ihrer neuen GmbH zusätzlich achten?

Falls Sie als gescheiterter Geschäftsführer eine neue GmbH gründen dürfen, gibt es für Sie vor allem noch eines zu beachten: das gesetzliche oder auch vertragliche Wettbewerbsverbot.

Nur wenn dieses nicht verletzt wird, darf Ihre neue Firma im selben Aufgabenbereich arbeiten wie Ihre alte GmbH. Sollten Sie ohnehin in eine neue Branche wechseln wollen, spielt das Betätigungsfeld des ehemaligen Unternehmens jedoch keine Rolle.

Fazit: Wer sich an das Gesetz hält darf Geschäftsführer bleiben

Wie in diesem Beitrag zu sehen war, hängt viel davon ab, unter welchen Umständen die alte GmbH insolvent ging. Sollten Sie sich als Geschäftsführer korrekt verhalten haben, besteht für Sie prinzipiell immer die Möglichkeit, erneut eine GmbH zu gründen.

Bevor Sie allerdings Ihre zweite Firma zu planen beginnen, rate ich Ihnen zuvor, Ihre Möglichkeiten abzuklären. Die Gründung einer neuen GmbH kann sich – besonders wenn die vorangegangene aus finanziellen Gründen scheiterte – als schwieriger erweisen.

Sollten Sie als Geschäftsführer noch Fragen zu Ihrem Recht und der Gründung einer neuen GmbH haben, können Sie mich jederzeit via Telefon (+49 40 44 03 03), E-Mail (t.breit@steuerberatung-breit.de) oder Kontaktformular (hier klicken!) erreichen.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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