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Rechtsformwechsel: Diese laufenden Kosten erwarten Sie bei einer GmbH

Sie sind Einzelunternehmer oder Mehrheitsgesellschafter einer OHG oder einer KG? Sie erwägen schon seit längerer Zeit einen Rechtsformwechsel zu einer GmbH, wissen aber nicht welche laufenden Kosten hier auf Sie zukommen?

Deshalb sind Sie unsicher und haben Angst, dass alle Vorteile einer GmbH durch höhere Kosten für den Jahresabschluss und Steuererklärungen „aufgefressen“ werden könnten?

Als Steuerberater in Hamburg kann ich Ihnen sagen: Bei der Unternehmensumwandlung ist das immer eine der größten Sorgen meiner Mandanten.

Die Vorteile einer GmbH wie etwa die Haftungsbeschränkung oder ein besseres Image sind diesen Unternehmern meistens bekannt. Aber mit welchen laufenden Kosten Sie nach der Unternehmensumwandlung in eine GmbH rechnen müssen, wissen nur die wenigsten.

In diesem Blogbeitrag erkläre ich Ihnen deshalb leicht verständlich, wie sich die laufenden Kosten bei einer GmbH von den Ausgaben bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften unterscheiden und warum sich eine Unternehmensumwandlung trotz höherer Kosten für Sie für lohnen könnte.

Warum sollte ich mein Unternehmen überhaupt in eine GmbH umwandeln?

Haftung ist auf die Einlage beschränkt: Als Einzelunternehmer oder Inhaber einer Personengesellschaft haften Sie im Ernstfall unbeschränkt mit Ihrem Privatvermögen. Bei einer GmbH haften Sie hingegen nur mit Ihrer Einlage.

Als Unternehmer reduzieren Sie durch eine Unternehmensumwandlung also Ihr persönliches Risiko.

Effizientere Steuergestaltung möglich: Da eine GmbH anders als Personengesellschaften und Einzelunternehmer besteuert werden, haben Sie mehr steuerlichen Gestaltungsspielraum. Für größere Unternehmen kann sich auch das Aufsetzen einer Holding-Struktur lohnen.

Alles Wissenswerte zur Holding habe ich für Sie in einem eigenen, ausführlichen Blogbeitrag zusammengefasst. Klicken Sie hier, um zu diesem Beitrag zu gelangen: https://www.steuerberatung-breit.de/holding-wann-ist-sie-von-vorteil-und-wann-eine-gefahr-fuer-ihre-gmbhs/

GmbH hat ein besseres Images als andere Rechtsformen: Da Sie zur GmbH-Gründung ein Mindest-Stammkapital von 25.000 Euro benötigen, sind Sie automatisch angesehener als Einzelunternehmer oder Personengesellschaften. Diese kann man nämlich auch schon mit einer Kapital-Einlage von 1 Euro gründen.

Mit dem hohen Eigenkapital im Rücken werden Sie schneller als „gestandener Unternehmer“ wahrgenommen und genießen mehr Vertrauen bei Kunden, Lieferanten und Banken.

Unternehmensnachfolge lässt sich leichter regeln: Möchten Sie die Unternehmensübergabe an Ihre Kinder oder einen anderen Nachfolger regeln, bietet Ihnen die GmbH hervorragende Möglichkeiten. Sie können alle für die Unternehmensnachfolge relevanten Punkte im Gesellschaftsvertrag niederschreiben.

So haben Sie vorgesorgt und es kommt später zu keinen Streitigkeiten.

Laufende Kosten im Vergleich: So unterscheiden sich Einzelunternehmen, KGs und GmbHs

Als Faustregel gilt: Bei einer GmbH sind die laufenden Kosten circa 30 % höher als bei Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wie KGs.

Der Grund: Für GmbHs gelten strengere Buchhaltungs-, Bilanzierungs- und Jahresabschlusspflichten als für Einzelunternehmen und Personengesellschaften.

Diese Pflichten erzeugen mehr Verwaltungsaufwand und in weiterer Folge auch höhere Kosten.

Denn für Sie ist es wahrscheinlich nicht wirtschaftlich, all diese Punkte selbst zu übernehmen. Deshalb müssen Sie sie gegen Bezahlung an einen Steuerberater auslagern.

Die höheren Beratungskosten bei einer GmbH lassen sich grob in die folgenden 3 Bereiche einteilen:

1. Steuererklärungen (besonders für Freiberufler)

Eine GmbH ist an mehr rechtliche Vorgaben als Einzelunternehmen oder Personengesellschaften gebunden. Für folgende Steuern müssen Sie bei einer GmbH immer Erklärungen machen:

  • Gewerbesteuer
  • Körperschaftssteuer
  • Umsatzsteuer
  • Private Einkommensteuer der Gesellschafter

Sind Sie im Gegensatz dazu freiberuflicher Einzelunternehmer (z.B. Steuerberater, Architekt oder Rechtsanwalt) sind Sie von der Gewerbesteuer und Körperschaftssteuer befreit.

In diesem Fall müssten Sie nur eine Umsatzsteuer- und Einkommenssteuererklärung machen.

Für die meisten Freiberufler ist eine Unternehmensumwandlung in eine GmbH deshalb mit relativ großem Mehraufwand bei Steuererklärungen verbunden.

2. Buchhaltung

Bei einer GmbH sind Sie zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Das ist aufwendiger als eine Einnahmenüberschussrechnung, die bei vielen Einzelunternehmen und Personengesellschaften angewandt wird.

Ihr Steuerberater benötigt bei der doppelten Buchführung mehr Zeit und deshalb steigen Ihre Kosten.

3. Jahresabschluss

Neben der Bilanz und einer Gewinn- und Verlustrechnung müssen Sie bei einer GmbH auch einen Anhang erstellen. In diesem Anhang werden bestimmte Details der Bilanz genauer erklärt. Beispielsweise wird beschrieben, welche Bewertungsmethoden angewandt wurden und welche Art der Abschreibung verwendet wurde.

Große GmbHs mit einem Jahresumsatz von mindestens 40 Millionen Euro (siehe § 267 Abs. 2 HGB) müssen zudem einen Lagebericht veröffentlichen. In diesem Bericht wird der derzeitige Stand des Unternehmens, sowie künftige Chancen- und Risiken beschrieben.

Wichtig: Neben diesen gesetzlichen Bestimmungen spielt auch Ihr Jahresumsatz und Ihre Bilanzsumme eine entscheidende Rolle bei den laufenden Kosten.

Ihr Steuerberater bestimmt Ihre Honorarnote nämlich anhand dieser 2 Beträge. Je höher ihre Bilanzsumme und Ihr Jahresumsatz, desto mehr müssen Sie bezahlen.

Fazit: GmbH ist teurer als andere Rechtsformen, bietet aber auch zahlreiche Vorteile

Bei einer GmbH sind Ihre laufenden Kosten etwa 30% höher als bei Personengesellschaften oder Einzelunternehmen. Diese Kosten werden unter anderem durch höhere Jahresabschluss-, Buchhaltungs- und Steuererklärungskosten verursacht.

Auch die Höhe Ihres Jahresumsatzes und Ihrer Bilanzsumme spielt eine Rolle: Je höher diese 2 Beträge sind, desto mehr zahlen Sie in der Regel für Ihren Steuerberater.

Diese höheren Kosten bringen Ihnen aber auch folgende Vorteile:

  • Ihr Image bei Kunden, Lieferanten und anderen Geschäftspartnern steigt
  • Ihre Haftung ist auf Ihre Einlage beschränkt
  • Ihnen stehen mehr Wege zur optimalen Steuergestaltung offen
  • Sie können die Unternehmensnachfolge vertraglich besser regeln

Ob die höheren laufenden Kosten durch diese Vorteile gerechtfertigt sind, müssen Sie schlussendlich selbst entscheiden.

Sind Sie sich nicht sicher, kann Ihnen auch ein Steuerberater nach einer eingehenden Analyse Ihrer Situation sagen, ob sich eine Unternehmensumwandlung in eine GmbH für Sie auszahlt.

Wenn Sie über diesen Beitrag hinaus noch Fragen zu den laufenden Kosten bei einer GmbH haben oder bei einem Beratungsgespräch erfahren möchten, ob sich eine Unternehmensumwandlung für Sie lohnen würde, stehe ich Ihnen als Ansprechpartner gerne zur Verfügung.

Sie können Sie mich jederzeit via meinem Kontaktformular kontaktieren.

Ich habe mich auf Unternehmensumwandlungen spezialisiert und helfe auch Ihnen gerne weiter.

Herzlichst,

Ihr Thomas Breit

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